Indiana Tribüne, Volume 28, Number 157, Indianapolis, Marion County, 24 February 1905 — Page 7

Jndksna Tribüne, 2. Februar 1905.

),n Rampss mit dem Schicksal. Vornan von SilaS K. Hocking, übersetz von B. Treumann. Koner.

( Fortsetzung.) Fünfzehn Jahre des Mangels und Elends hatten Emily Milwards Stolz gebrochen. Sie war zu jeder Demuth!gung vor ihrem Stiefvater bereit, sie würde, wenn er es verlangt hätte, wie eine Magd bei ihm gearbeitet haben. Ihr Lebensmuth war dahin. 'HanZ und Eva ein Heim zu sichern, sie versorgt zu wissen, war alles, was sie noch auf der Welt begehrte. Hatte sie das erreicht, so wollte sie gern ihr Dasein beschließen. 'Es sollte anders kommen. Nach langer Wanderung durch Sturm und Regen, als sie fast bis zu ihrem Geburtsort gelangt war, nahm der Tod sie hinweg. Ohne Kampf, ganz schmerzlos war ihr Ende. Sie sah noch, wie durch einen Nebel, daß ihr kleinerHans sich von Gideons Ruh" hinweg begab. Dann wurde es dunkel vor ihren Augen, es umfing sie Vergessen, Bewußtlosigkeit. Vielleicht hätte sie, falls früher Hilfe gekommen wäre, noch gerettet werden können. Als die braven Fuhrleute sie auffanden, war sie jedoch schon eine Leiche. Me amtliche Todtenschau lag in Händen von Männern, die ich nicht im Geringsten für den Fall :r.teressirten. Eine Landstreicherin mehr oder weniger was kaum darauf an? Es gab noch viel zu viel solcher Jndividuen, die nur eine Plage für respekiable Leute bilden. Daß die zarte Frau mit dem abgehärmten Gesicht, mit dem reichen, schönen Haar, das noch keinen Schimmer von Grau zeigte, und deren Kleidung, obwohl einfach und vom Schmutz der Landstraße befleckt, doch gut sitzend und nett war daß dies keine Vagabundin sein konnte, hätten sie freilich sehen müssen, wenn sie seinfühlige Menschen gewesen wären oder auch nur etwas genauer hingeschaut hätten. Aber feinfühlig waren sie nicht, und der Obmann der Commission hatte es eilig, also machten sie dieSache so schnell wie möglich ab. Daß hier offenbar ein tragisches Menschenschicksal seinen Abschluß gefunden, kam ihnen nicht zum Bewußtsein. Die Frauen indessen, welchen die letzten Dienstleistungen bei der Todten oblagen, fanden beim Entkleiden des Körpers Dmge, die im höchsten Grade ihr Staunen erregten Unterkleider vom feinsten Stoff, gestickte und mit seidenen Monogrammen gezeichnete Wäsche; sogar eine dünne goldene Halskette, an der ein kleines Medaillon hing, und schließlich am Mittelfinger der linken Hand einen Ring von kunstvoller, fremdartiger Arbeit. Dies alles brachten sie der Hausmutter, die sofort mit weiblichem Verständniß ahnte, daß dahinter eine Geschichte steckte und diese Gegenstände dereinst Licht darüber verbreiten könnten. Sie schloß die Sachen in einen sicheren Schrank, nachdem sie jedes Stück sorgsam mit einem Zettel verseben batte. So wurde Emilv Milward. die Er bin, wie sie in ihrer Jugend genannt worden, in einem Gemeinde - Armenlara an der für Bettler und Landstrei cher bestimmten Ecke des Friedbofes in Polwhele begraben. Nur ein Stein mit einer Nummer 555 bezeick nete den Hügel. Ihr Wunsch wäre . srenich gewesen, in Stame? nehn i& rem Vater zu ruhen, wo ihrem Namen ein Platz ni dem Gramtobelisken ge bührt hätte, der John Dean's Grab stätte schmückte. Ein paar Taae. nachdem man sie aus dem Portal des Armenhauses in ihrem schwarz anaestrichenen Hol.Uar ge hinausgetragen hatte, hielt Kasper Downderry an dem eisernen Gitter vor demselben Thor: wie er alaubte - mit der kleinen Eva. Hinein ging er aber nicht. Wohl noch nie malte sich größere Be stürzuna in eines Menschen Antlitz als in dem seinen, da er die Entdeckung machte, daß er die Kleine nicht im Wa een hatte. Es war ihm völlia unalaub haft, unfaßbar. Schnelles Denken war seine Sache nie, und nun, unter dem lahmenden Einfluß deZSckrecken5 schien buchstäblich sein Verstand still zu stehen. Er setzte sich auf den Wa genrand und blickte eine Weile im Leere . Als sein Denkvermögen sich wieder zu regen begann, war seine erste rXbc dan es bei der Sacke nickt mit reckter Dingen zugegangen sei. War doch die Mutter des Kindes aus der Heide um gekommen, und nun war auck dies Un glück auf der Heide geschehen. Konnte nicht am Ende Powell, der bekanntlich dort spukte, das räthselhafte Verschwinden der Kleinen bewirkt haben? Zwar sollte der ja nur nach Anbruch ver vtaqi seinWesen treiben, besonder! bei Regen und Sturm, wo sich in be: Wetters Tosen sein Webeqebeul misch te. Bei hellerlichtem Tage hingegen yatte er sich noch nicht vernehmen las sen. Zunächst wanderten asver'ö (Bt danken nach Erantock und zu seiner zZrau, die sich nie damit amhielt. über natürlichen Dingen nachzusinnen. Les die nur nackte Thatsachen selten lief. würde jedenfalls auck hier einzig und allein die Thatsache erfassen, daß das

kleine Mädchen fort und er es wär, der sie verloren hatte. -

Ihm wurde bruhhelß und zum ersten Mal in seinem Leben fühlte er sich versucht, zur Lüge zu greifen, seine Frau durch falsche Angaben über den Sachverhalt zu tauschen. Er konnte einfach zu ihr sagen, die ArmenhausVorsteher hätten ihr Recht auf die Kleine geltend gemacht und sie gleich da behalten. Na, denn luch! rief er Nero zu. uls er wieder seinen Sitz eingenommen hatte und die Zügel m der Hand hielt. Es geht nach Haus." Und dann grübelte er weiter. Gibt es Umstände, die eine Lüge ?echtfertigen können?" So lautete das Problem, das ihn beschäftigte. Hatte Jemand vor einer Stunde noch diese Frage an ihn gerichtet, so würde er prompt geantwortet haben, daß lügen unter keinen Umständen erlaubt sei. Aber es war, als habe der Stoß, den er heute erlitten, sein moralisches Gleichgewicht erschüttert. Seine ganze Natur schien verwandelt und plötzlich ein erbärmlicher Feigling aus ihm geworden zu sein. Ais er wieder auf der Hochebene war und den Heideweg entlang fuhr, richtete er di: Blicke hierhin und dorthin vielleicht, daß er das Kind noch dort fand. Wenn Powell, hm, die Kleine aus dem Wagen herausgehezt hatte. dann mußte er sie irgendwo auf der F)eide gelassen haben. Jasper's Züge hellten sich auf. Hab' ich sie erst wieder, ei.-da sol len die HerrenArmenvorsteher ihr nachflöten, murmelte er vor sich hin. Armenhaus gibt s nicht mehr für unser kleines Mädel. Wer weiß, ob ich sie nicht blos zur Strafe verloren hab', weil ich sie da hinein geben wollte." Er ließ Nero Schritt gehen und spähte scharf nach allen Seiten. Auch hielt er mehrmals an und lauschte. Aber keine Kinderstimme war zu horen in der lels bewegten Luft, kein Kindergesicht zeigte sich in dem Meer von Ginster und Heidekraut. Auf der letzten Strecke von der Heide abwärts begann Nero, der die Krippe wittern mochte, sich m einen Trab zu setzen, der seinem Herrn alle Knochen durchrüttelte. ' Oho! Ruhig Nero!" rief Jasper, die Zügel einziehend. Was fällt dir denn ein, alter Gaul?" Der aber war taub gegen alle ErMahnungen und Bitten. Trotzig fchüttelte er den Kopf, als wollte er sagen: Warum hast du mich in Polwhele nicht zum Füttern ausgespannt? Da für will ich dir nun Pusse geben, an die du dein Leben lang denken sollst!" Und so rasselte das Fuhrwerk in einer Frist von. wenigen Minuten die Chaussee entlang bis zum Crantocker Weg. Jasper war elend zu Muthe und sein Herz pochte heftig. Er hatte sich noch nie in solchem Dilemma befunden. Zu lügen war ihm schrecklich zu gestehen, er habe das Kind verloren, nicht minder schrecklich. O, Gott, was soll ich thun?" stöhnte er. Eine Sekunde später stockte ihm fast der Athem. Er sah seine Frau, die mit raschen Schritten dem Wagen enlLegen kam. Fünftes Kaplttl. Verloren gefunden. Es schien, als hätte Nero gespürt, daß etwas in der Luft lag, und zwar nichts Gutes. Er verlangsamte die Gangart beträchtlich und beim Nahen Frau Lea's blieb er vollends stehen. Lea Downderry war offenbar hoch gradig erregt. Ihre Augen funkelten und auf ihren Wangen brannten rothe Flecke. Jasper," sagte sie, wo bist du in all der Zeit gewesen?" Wo ich gewesen bin?" sagte er, sofort die Defensive ergreifend. Als ob du das nicht wüßtest?" So ein Träumer und Siebenschla fer, von dem kann man nie wissen, wo er war;" meinte sie sarkastisch. Wo du hin wolltest, weiß ich freilich." Da war ich auch!" gab er trotzig zur Antwort. Ganz hin nach Polwhele bist du ge fahren?" Jawohl, wohin sonst?" Sie lachte höhnisch. Und wo hast du das kleine Mädel gelassen?" Das kleine Mädel?" sagte er verwirrt. Die ist, wo ich sie hingebracht habe." So? Aber wo hast du sie hingebracht?" Ich verstehe dein sonderbares Gefrage nicht, Lea. Hattest, du gedacht. ich wurde sie wieder mitbringen? Gehofft hatte ich's allerdings. Und nun frage ich dich, wie du sie verloren hast?" Verloren!" rief er verdutzt. Ver lassen, meinst du." ..asver. wie kannst du deine e! v ir i 1 i gene Frau willst du belügen! Und du nennst dich einen gottesfurchtigen Mann. Noch einmal wie hast du sie verloren? Wer sagt, daß ich sie verloren habe? rs er ärgerlich. Ich sage es!" entgegnete sie. Nun dann," sagte er plötzlich, wie von emem Strahl der Erkenntniß er leuchtet, so kannst du mir wohl auch sagen, wer sie gefunden hat? Jasper, Jasper, wenn sie bei dem Sturz noch gnädig davongekommen ist. so danke dem Himmel. . ftrtfc itn3 hnA nSItA hrnitnftrt reden, Lea, erwiderte er hierauf fafl .V WVf Vr.tV4 VW.4IUII t

demüthig. Wozu noch länger um den Brei gehen? Also, , heraus damit

wie steht's um die Kleine?" So halte das Pserd, bis ich eingestiegen bin." Und auf dem ganzen Weg mcht zu merken, daß du sie nicht mehr hattest!" rief sie. als sie neben ihm saß. Ich dachte, sie läge ruhig im Wagen und schlief." Und da lag sie statt dessen auf der Landstraße." Aber wo und wie lange?" fragte er besorgt. Wie lange, das mag Gott wissen. Du warst schon beinahe eine Stunde fort, da kam es uns vor, als schrie ein Kind draußen 'ganz oben am Weg. Suse lief gleich hinaus, ich hinterher. Ach, und der Anblick!" Was welcher Anblick?" Suse fiel beinahe in Ohnmacht, und mir zitterten die Kniee. Wie sah das Kind aus! Em Loch im Kopf, und das Blut hatte sie sich mit den Händen über das ganze Gesicht aeschmiert. Ein schauderhafter Anblick, sag' ich dir. Hat sie sich wieder erholt?" fragte er voller Angst. Eben schlief sie, als ich fort ainq. Suse und ich, wir haben an ihr herumgedoctert, was wir konnten. Sie muß eine ganze Weile ohne Besinnung gele5,en haben, ehe sie zu schreien anfing." Sie hat sich hoffentlich keine Knochen zerbrochen?" sprach Jasper tief ausjeuszend. Es scheint nicht so, obwohl es ein Wunder ist, daß sie sich nicht das Genid gebrochen hat. So im Fahren vom Wagen zu stürzen!" Hm wie sie es nur fertig aebracht haben mag?" sagte Jasper und Klickte nackdenklick in's Weite. Lea wandte sich um und sah 'das Stroh an, welches den Wagen bis zum Rande füllte. Ich glaiibe, sie hatte es so beauem. wie von einem Stuhl zu fallen." sagte sie etwas kleinlaut, und als spräche sie ZU sich selbst. Jasper machte keine weitere Bemerkung. Er war seltsam verstört. Seine Gefühle waren noch von dem Ansturm, den sie diesen Nachmittag erlitten hatten, so zerfahren, daß er sie nicht auseinander wirren konnte. Er war zur.'tjifijc i "tr-r ..n , yiuu; yiuuuu uiw iruellg geUiMMl. Ich hätte es mir denken können." ließ Frau Lea sich nach längerem Schweigen wieder vernehmen. Immer wenn du allein bist, verfällst du in's Träumen. Das nächste Mal werde ich mitfahren." - Das nächste Mal?" fragte er zögerno. Jawohl; denkst du, tch würde zugeben, daß du wieder allein mit ihr hinfährst?" Wohin denn?" Nach dem Armenhaus natürlich." .Höre, Lea," sagte er und wandte ihr sein bekümmertes Antlitz zu. JRlt und nimmer soll mir das kleine Mädel in's Armenhaus kommen." Meinst du " Ich meine, was ich sage. Auf der Heide, als meine Augen sie suchten, hab' ich gelobt, daß, wenn ich sie fände, ich sie behalten wollte. Gott hat sie uns gegeben, und sie ist unser." Es ist ein liebes Kindchen," sprach Lea kopfnickend. Und sie ist mutterlos," sagte Jasper mit umflortem Blick. Wahrscheinlich hat sie auch keinen Vater mehr," setzte er hinzu, denn sonst wäre die arme Frau nicht so schrecklich verlassen geWesen." Ich bin ja ganz damit einverstanden," meinte Lea. .Sie würde unö das Leben erheitern was aber sagen die Herren vom Armenhaus, wenn sie davon hören?" Um die Herren kümmere ich mich den Henker!" stieß Jasper hervor. Und da hielt das Gespann schon am Gartenthor von Erantock. Da, Charley! Reibe den Nero gut ab!" rief er und sprang vom Wagen. Er nahm sich nicht so viel Zeit, seiner Frau beim Absteigen behilflich zu sein, und rannte spornstreichs in das Schlafzimmer hinauf, wo das Kind im Bette lag und schlief. Wie ein kleiner Engel sieht sie aus," murmelte er. Zwei große Thränen liefen ihm über das gebräunte, rauhe Antlitz. Sie athmete sehr ruhig und mit ein wenig offenem Munde, so daß zwischen den rosigen Lippen die .zwei Reihen winziger Perlenzähne sichtbar waren. Eines ihrer rundlichen Patschhändchen lag auf der Bettdecke. Ich glaube nicht, daß sie sich ernstlich Schaden gethan hat,"agte er leise zu sich. O, mein Gott, sie hätte aber gleich den Tod davon haben können!" Ein Zittern ergriff ihn. Dann legte er doch ganz zart und behutsam, damit sie nicht erwache seine grobe, harte Hand auf ihr feines, weiches Händchen, und nein, s ist nicht einmal heitz" sagte er beruhigt, der Herr hat mich nur ein bischen in Furcht setzen wollen." Und er bewegte die Lippen in heißem Gebet. Als n wieder unten war. lag helle Freude aus seinem Gesicht. Das Glücksgefühl hatte in seinem Herzen obgesiegt.. Er nickte seiner Frau zu. Paß auf, Lea, sie kann jede Minute aufwachen. Dann begab er sich in den Stall zu Charley. , Eva erwachte erst, als der kurze No-

vembertag längst zu Ende wär, und

sie befand sich so munter, als sei ihr nichts geschehen. Aufzustehen wurde ihr indessen nicht von Frau Lea gestattet, die alle möglichen Ueberredungskünste aufbot, sie zum Stillliegen zu bewegen; ihr statt der Milch am Abend süße Sahne versprach und sich schließlich anschickte, demKinde die Zeit bis zum Einschlafen mit Märchenerzählen zu vertreiben. So fand Jasper die beiden, als er von der Außenarbeit hereinkam; Lea mitten in einer langen Geschichte, deren Wundern Eva mit leuchtenden, großen Augen in sichtlicher Spannung und Entzücken lauschte. Voll dankbarer Rührung betrachtete Jasper das liebliche Kindergesicht. Bisher hatte er nur einen fremden, kleinen Findling in ihr gesehen, der ihm heute oder morgen wieder fortgenommen werden konnte. Jetzt war sie ihm von Gott wiedergegeben, nachdem er sie schon verloren geglaubt, und das machte ihn unsagbar glücklich.. Als Lea mit ihrer langen Erzählung zu Ende war, zog er seinen Stuhl an das Bett und fragte: Ei, wie geht es dir, doch besser, nicht wahr, kleines Mädel?" Mädel bin ich nicht," sagte sie würdevoll. Nicht? Was bist du denn, Herzchen?" Ich bin ein kleines Mädchen." Na, gewiß doch, ganz recht. Aber hier sagt man immer Mädel. Du bist wohl aus nordlicher Gegend, daß du das nicht weißt?" Diese Bemerkung ging nun offenbar über Evas Verständniß. Sie sah einen Augenblick verwundert aus. Ich weiß aber, was du bist," entgegnete sie dann. Und was bin ich denn? Du bist ein spaßiger Mann." So?" lachte er. Wenn du es sagst, werde ich es am Ende wohl sein. Ein ganz machtig gespaßiger Mann! Ja, es Hort sich so spaßig an, wie du sprichst." Ei, du findest meine Sprache Nicht so fein, wie du es gewohnt bist; aber glaub' nur, ich meine es gut!" Jasper hatte nämlich unwillkürlich im Dialekt gesprochen, wie er immer that, wenn ihm warm um's Herz wurde. Er liebte seine heimische Mundart und bediente sich ihrer besonders gern, um zärtlichen Empfindungen Ausdruck zu leihen. Von diesem Tage an war Jasper ein anderer. Er träumte weniger und lachte mehr. Er hatte ein neues Lebensinteresse gewonnen, wenn er fein Haus betrat, vibnrte eme bisher unberührte Saite in seinem Innern. Alle Märchen, die er je gehört hatte, suchte er aus seinem Gedächtniß hervor, um fein kleines Mädel damit zu unterhalten, und sem Bemühen blieb mcht erfolglos. Denn gar bald hatte sie ihn so lieb, wie er sie. Das Aiizünden der Lampe begrüßte sie immer mit Hellem Jubel, und Jaspers Pantoffeln holte sie meist schon eine Stunde früher herbei, als nöthig war. Auf ihr wiederholtes Fragen nach ihrer Mama und Hans hatte Lea in den ersten Wochen stets ausweichende Antworten gegeben.- Dann aber offenbarte Jasper der Kleinen, wie es stand. Eines Abends, nachdem er sich's einen ganzenTag überlegt hatte, setzte er also Eva auf seine Kniee und sprach: Du mußt wissen, deine liebe Mama ist weit weg, in ein Land gereist, wo es wunderbar schön ist, mit Häusern von lauter Gold, und wo die Menschen weder hungern noch frieren, sondern alleTage herrlich und in Freuden leben." Und wird sie bald wieder zurückkommen?" fragte das Kind, ihn verwundert ansehend. Nein, das nicht; aber du wirst noch dermaleinst zu ihr kommen." Kann ich nicht morgen schon hin?" fragte sie eifrig. Nicht so schnell; du wirst doch nicht so bald von uns gehen wollen, Herzchen?" Ich könnte ja zu euch zurückkommen, nicht wahr?" Du würdest gar nicht hierher zurück mögen, weil es so schön dort ist. Die Leute, die da hinkommen, sind alle so glücklich, daß keiner den Wunsch hat, zurückzukehren." Und Mama ist die auch dort glücklich?" Ja, wie noch nie in ihrem Leben." Eva schüttelte ungläubig das Köpfchen. Ich kann dir's nicht glauben, daß sie glücklich ist, wo ich nicht bei ihr bin." O doch," entgegnete Jasper. Sie weiß, wo du bist, und daß du es gut hast und eines Tages zu ihr kommen wirst." ' Ach, ja, und recht bald möcht' ich zu ihr," sprach Eva mit zitterndem Munde. O, mein gutes Kind, so mußt du nicht sprechen," sagteJasper erschrocken. Hast du uns denn gar nicht ein bischen lieb?' O ja," Iauiek . ihre offenherzige Antwort, ihr seid sehr lieb, und du bist manchmal spaßig, aber meine Mama hab' ich doch viel mehr lieb, als euch." I, freilich," nickte er wehmüthig, so lieb kannst du uns nicht habkn. Aber wir wollen uns Mühe geben, so zu dir zu sein, als wärst du unsere eigene kleine Tochter. Und sieh mal. wir haben weder Jungen noch Madel." (Fortsetzung folgt.)

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