Indiana Tribüne, Volume 28, Number 157, Indianapolis, Marion County, 24 February 1905 — Page 6
Warum nicht Ihr Helm..
tmzkmd machen, durch den Sebrauch eines , ÄM vm 5: 4 Garland Ofen... ....und.... Range... Dieselben übertreffen alle adern in Schön, heit. Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Spar sz!eit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werden mit Vergnügen Erzeigt, in WILLIG'S ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. Durch königliches Edikt von Rer des Aönigs kündigt die ligFouräoute Excursion-Raten -fürMardi Gras Rundfahrt-Billets nach New Orleans, Mobile und Pensacola, Fla., u sehr niedrisen Raten an. von allen Bunkten der 39ig Four", Ein Nor. und D. & u. St. N. am 1. bis e. Marz 1903. Liberale Retourfahrt Bedingungen mit erlangerungS' und ueoernegungs Pnvl legium. Für völlige Information und Einzelhev ren yinnqtttcy Nalen, ayriarten, BescölaN' lim ttc. svrecöe man bei den Ni T?niir" Agenten vor, oder schreibe an Unterzeichnete, WARREN J. LYNCH, 5t. Pass. & Ticket?gent, ivcinnati, Ohio der H. 2R. Bronson. A. S. P. Zl 3nfcianr.;Iii. 1 Prozent jährlich. Zinsen zahlbar vierteljahrlich. Dividenden zahlende Aktien in etabliren Vanufakwr Geschäften in Indianapolis. Ebenso Bonds, GrundeigenthumS-Hvvothe, ken und alle Sorten Geldanlagen ersten Ran, geö. Bessere Sicherheit als eine Bank. Um, echselbar m Baar aus Ivtaglge Kündigung. BUHT0N & STAHL ....Deutsche Advokatur. . . . 607 State Lise Gebäude. C. um, ZMAIMM... lFröhn Vtaatöauvalt.) 323-325 Jndiana Trust Gebande Telephon (neu) 150. iiai maattfloo Rtirton & ÄthlJ A ...Nechtsanvalte... 13. H. Burton, früh Konsul in Deutschland. John Stahl, früher. Schilfs EtaatZanwatt. Deutsche Advokaten und Notare Praktiziren in allen Gerichten 4 on Aer. Staaten. 607 State Life GebSndc. Z Skeu Telephone 5881. 03000000c00 IJIXE ER1E & VESTERn R.R. ' .. ..Fahrzeit der Züge.. . Abfahrt nkuus laith: Chicago und Viichiga fx9reftt 7.15 tiO.il Zkoltd. Detroit und hirago Ltm l.10 t tM viHiö Uy, Muncik u.LafayeUeepl7 TJO fiO.S5 Uglich t a.Ogknoiae otagk.
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Europäische Nachrichten.
Mecklenburg. Schwerin. Die Schuhmachermeister Peters'schen Eheleute in Crivitz und die Ackersmann Dohse'schen Eheleute in Schwaan feierten das Fest der goldenen Hochzeit und wurden von dem Großherzog neben einem Glückwunschschreiben durch dieUebersendung eines Geldgeschenks in der Höhe von 50 Mark erfreut. G a d e b -4 s ch. DerArbeiter Hackert war auf der Heimkehr vom Erntefeste in der Dunkelheit vom richtigen Wege abgekommen und in das Schilf eines Wasserloches gerathen, wo er, von Müdigkeit übermannt, umflel und emschlief. Spater wurden Voruoergehende durch das laute Stöhnen des Mannes aufmerksam. Man brachte den Verunglückten in seine Wohnung, wo er bald daraus verstarb. P l a u. Das fteit der goldenen Hochzeit feierte das Schlossermeister Vech'sche Ehepaar. Der Großherzog übersandte dem noch sehr rüstigen Jubelpaare sein Vildnitz im Nahmen mit einem huldvollen Glückwunschschreiben. V a r ch i m. Dem seit 31 Jahren beim Proviantamt beschäftigten Vorarbeite? Frahm ist das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. R o st o a. Nunmehr sind 25 Jahre verflossen, seitdem der Collektor der hiesigen städtischen Gasanstalt.Krahnsiöver, sein jetziges Amt innehat. Der rv P t . ri " r.' or naiy lieg oem uouai em seine erdienste um die Stadt würdigendes Glückwunschschreiben zugehen. Auf der Station Vollrathsruhe kam der Streckenarbeiter Qhde beim Ranguen von Eisenbahnwagen zwischen die Puffer zweier Wagen und erlitt eine schwere Schulterverletzung. Der verunglückte Arbeiter wurde zu seiner weiteren ärztlichen Behandlung in das hiesige Krankenhaus überführt. Weltendorf. Das Tageloyner Aust'sche Ehepaar hierselbst beging das Fest der goldenen Hochzeit, zu dem das Jubelpaar von dem Großherzog durch ein huldvolles Glückwunschschreiben und Uebersendung einesGeldgeschenkes in der Höhe von 50 Mark erfreut wurde. Wesenberg. Das Häusler Techow'sche Ehepaar feierte das Fest der goldenen Hochzeit. Der Großherzog erfreute dasJubelpaar durch ein huldvollesGlückwunschschreiben und Uebersendung eines Geldgeschenkes in der Höhe von 50 Mark. Hldenburg. Oldenburg. Ein plötzlicher Tod ereilte den Portier Heike, der in der Fabrik Hornbostel am Stau in Stellung war. Nach Feierabend begab er sich in die Wirthschaft von Heeren am Stau und war dort mit Collegen fröhlich und fidel. An die Stelle des Fröhlichseins trat aber plötzlich ein Unwohlsein. Seine Collegen nahmen sich seiner an und trugen ihn ln seine benachbarte Wohnung, wo er bald darauf verstarb. F i s s a u. Hier wurde die den Thiel'schen Erben gehörige, von dem Handelsmann Grapengeter bewohnte Käthe durch Feuer zerstört. Das weichbedachte Gebäude ist qänzlich niedergebrannt und auch vom Jngut ist der größte Theil ein Raub der Flammen geworden. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Jeder. Im benachbarten Cleverns ist die Frau des in dem alten Pastorekgebaude wohnenden DrescyMaschinenmeisters Renken von einem Einschleicher überfallen und durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt worden. Die, junge Frau war mit ihrem sunfvlertelmhrlgemKmde allein zu Hause und hatte die Lampe noch nicht angezündet. Der Unbekannte versuchte der hochschwangeren Wehrlof: den Hals abzuschneiden; sie trug eine große Schnittwunde davon, doch wurde die Schlagader glücklicherweise nicht getroffen; außerdem erhielt sie inen Stich durch die Wange. Ueber t Person des Thäters und die Veranlassung zu der blutigen That ist man völlig im Unklaren. Rüst er siel. Anläßlich der silbernen Hochzeit der Eheleute Hauptlehrer Gravemann wurde dem Jubelpaar vom Kriegerverein ein Fackelzug mit Musik dargebracht. Der Gesangs verein, sowie auch der KrZegerverein überreichte ein werthvolles Geschenk. Freie Städte. Hamburg. Der in der Depenau hierselbst wohnende Arbeiter Matterhorn stürzte während des Essens plötzlich zu Boden. Ein Stück Beefsteak war im Schlund stecken geblieben und hatte seinen Tod durch Ersticken herbeigeführt. In der Kielzrstraße wollte die Ehesrau Kottwitz aus der Mathildenstraße den Fahrdamm überschreiten. Sie kam zu Fall und gerieth unter die Räder eines Bierwagens. Der Frau wurde der Brustkorb eingequetscht, so daß der Tod sofort eintrat. Der berühmte" Verbrecherkeller an der Ecke .Depenau - Niedernstraße war wieder einmal der Schauplatz einer wüsten Scene. Die Stammgäste", etwa zehn bis zwölf Mann, geriethen sich in die Haare. Der Erdarbeiter Aloys Fuchs war besonders aktiv. Er bohrte dem im Verbrecherkeller beschäftigten Hauskneöht Karl Witte sein großes Taschenmesse? in den Unterleib und dem vor ihm ..fliehenden Arbeiter Karl Hagenow ins Gesäß. Dann kam aber auch
schon die Polizei und hinderte ihn an weiteren Messerkitzeleien. Witte ist
schwer verletzt. Der Messerstecher Fuchs wurde sofort verhaftet. Bremen. Der auf dem Lagerplatz des Sägewerkes von Finke & Bübnemann am Hobenthorshasen beschäftigte Arbeiter Vrückner stürzte vom Schiff, aus d:m Holz gelöscht wurde, auf die Steinböschung und trug so schwere Verletzungen davon, daß er mittels Sanitätswagens fortgebracht werden mußte. Nach 39jähriger Dienstzeit wurde dem preußischen Lokomotivführer Robert Bertram, wohnhaft Nhederstraße 6, aus Anlaß seines Uebertritts in Un Ruhestand das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Eine stark besuchte Bürgerversammlung rn Lehe beschloß, das preußische Abgeordnetenhaus darum zu,, ersuchen, wenn der Staatsvertrag Über die Gebietsabtretung an Bremen nicht ohne Abtretung von Land zu Bebauungszwecken genehmigt werde, dafür einzutreten, daß Lehe aus dem preußischen Unterthanenverbande auögeschieden und dem bremischen Staate einverleibt werde. Der von einem Zuge der Oldenburger Bahn in der Nähe der Güterschuppen Übersahrene und getödtete Schüler des Technirvms, Maschinist Sohnke, ist mit zwelgreunden zusammen in einer Bierhalle an der Hafenstraße gewesen, er ist dann allein aus der Bierhalle fortgegangen. Wie er nach der Unglücksstelle gekommen, ist räthselhaft, da er seine Wohnung in der Neustadt hatte. Lübeck. Die Bürgerschaft trat kürzlich zur Vornahme der Wahl von Wahlbürgern für dieWahl eines neuen Senators an Stelle des verstorbenen Dr. Pleßing zusammen. Wortsühnr Stiller widmete dem Verstorbenen einen warm empfundenen Nachruf, in dem er dessen Verdienste um das Wohl des Lübecker Staates hervorhob. Aus der darauf vorgenommenen Neuwahl ging Dr. Vermehren hervor. Schweiz. Bern. Der Bundesrath beantragte beim Ptändetag, in das Budget einen Posten von 23,000 Franken einzusetzen als Beitrag für die Druckkosten von Wilhelm Tell" für die Schweizer Schuljugend zur 100. Wiederkehr von Schillers Todestag. Viel. Hier versuchte an der Untergasse ein Taglöhner Namens Furrer seine Frau zu ermorden. Er gab zwei Revolverschüsse auf sie ab, durch welche sie am Kopf schwer verletzt wurde. Hierauf richtete Furrer den Nevolver gegen sich und brachte sich ebenfalls schwere Verwundungen bei. Fürrer und seine Frau wurden dem Spital übergeben. F r e i b u r g. Einer der Direktoren des Studenten - Internats College St. Michel, der Direktor von dessen französischer Abtheilung, Abbe Theodore Schmitt aus Frankreich, war den Abhang von der Villa St. Jean, die zum College St. Michel gehört, zur Saar hinuntergegangen, um zu untersuchen, ob und was für Fußweg - Anlagen sich darin anbringen lsssen. Als man, durch das lange Ausbleiben des Mannes unruhig geworden, nach ihm aussandte, wurde er todt, mit einigen Wunden am Haupte, am Fuße eines Abhanges gefunden. Der Getödtete stand im besten Mannesalter von 44 Jahren. S ch w y z. Kassirer Holensiein, der am Schützenfest in Küßnacht die Schießresultate im Betrage von 900 Francs zu seinen Gunsten fälschte, wurde vom Kriminalgericht zu 14 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Zürich. Der durch Beschluß des Regierungsrathes aus dem Dienst entlassene Polizeifourier Schneebcli hat sich erschossen. Hesterreich-'Zlngarn. Wien. Anläßlich seines fünfzigjährigen Doktorjubiläums gingen dem Generalstabsarzte i. R. Dr. E. Chimarn zahlreiche schriftlich: und tele graphische Sympathiekundgebungen zu. Dem ordentlichen Professor der Geschichte und historischen HilfsWissenschaften an der hiesigen Umversität Dr. Oswald Redlich wurde der Orden der Eisernen Krone dritter Klasse verliehen. In der Neulerchenfelder Pfarrkirche fand kürzlich in feierlicher Welse die diamantene Hoch zeitsfeier des 88 Jahre alten Pfründ ners und früheren Schuhmachers Karl Frimmel und seiner Gattin Magdalena, die im 82. Lebensjahre steht. statt. In seiner Wohnung, Wieden ist der Major und Vicewachtmeister d. R. der ungarischen Leibgarde Emil Graf Palffy ab Erdöd im 68. Le bensjahre aestorben. Auf der Wie den ist die 22iährZae Magd Juliana Nowak beim Fensterputzen von der Hohe des zweiten Stockwerks auf das Straßenpslaster gestürzt. 2s Aiad chen verschied alsbald infolge der er littenen Verletzungen. Sicherheitswach - Inspektor Josef Otte, Hernals. Rupertusplatz No. 3 wohnhaft, hat sich mit seinem Dienstrevolver in die Herzgegend geschossen und ist sofort todt geblieben. Otte, der 54 Jahre alt und verheuathet war, hat den weldstmord wegen Krankheit verübt. Der 29jährige Kutscher Karl Braun wollte sich, nachdem er eine Phosphorlösung getrunken, bei der Jubiläumsbrücke in den Donaukanal stürzen. - SicherheitLwachmann Gordon hinderte ihn an der Ausführung. Braun setzte sich heftig zur Wehr, verfiel in Tobsucht und mußte behufs Prüfung seines Geisteszustandes der psychiatrischen Klinjk übergeben werden.
Nusjischc Censur.
i i Lkerkwürdige Erlebnisse deS Berliner ttorre spondenicn Oberst (Zäökk. In die Schwierigkeiten, mit welchen die Kriegsberichterstattcr bei der rufsischen Armee in der Mandschurei zu kämpfen haben, erhält man einen Einblick durch die Erlebnisse des kürzlich nach Berlin zurückgekehrten Korrespondenten des Berliner Tageblattes," Oberst Gädke. Derselbe schreibt unter Anderem: Die Erlaubniß, zu den, Truppen gehen zu dürfen, erhielten .wir, zwei französische Berichterstatter und ich, zwischen Wafago und Taschizau, wo die japanische Vorbewegung in's Stocken gerathen war. Leider war es ein Danaergeschenk; denn die Censur selbst blieb in Lacyan, und jedes Telegramm wie jeder in das Ausland gerichtete Brief mußte zunächst dorthin wandern, an sich schon ein Zeitverlust von einem bis zwei Tagen. Tazu aber kam, daß die Telegraphenämter außerhalb Laoyan Telegramme in fremder Sprache überhaupt nicht annahmen. Wollten wir tel?graphiren. so mußten wir also zunächst zur Bahn gelangen und dann nach Laoyan (Liaojang) fahren. Aber nur einmal am Tage ging ein Zug und dieser brauchte zum Beispiel für die nur 64 englische Meilen lange Strecke von Taschizau biz Laoyan volle 24 Stunden. Hier angelangt, war es meist Nacht, und man mußte die Zeit abwarten,. in der man den Censor sprechen konnte. Dann endlich konnte man das naturgemäß gerade in Laoyan sehr stark überlastete Telegraphenamt aufsuchen. Unter folchen Umständen war es nahezu eine UnMöglichkeit, gleichzeitig Telegramme in die Heimath senden zu wollen und als Augenzeuge der Ereignisse Berichte zu schreiben. Von dem Schlachtfelde von Taschizau versuchte ich, ein durch die Liebenswürdigkeit eines Kollegen in's Russische übersetztes Telegramm abzusenden. Nach meiner Berechnung mußte die Nachricht noch am gleichen Tage nach Berlin gelangen. Das Telegramm blieb'indeß vier oder fünf Tage in Liaojang liegen, weil der Censor es vorzog, spazieren zu reiten, anstatt sich um die einlaufenden Telegramme und Berichte zu kümmern. Die Verhältnisse wurden später noch ungünstiger. Die Censoren hatten gewechselt, und von da an hatte man feste Grundsätze überhaupt nicht mehr, sondern handelte nach Laune und Willkür und manchmal nach Gunst. So konnte es geschehen, daß man dem einen Berichterstatter Nachrichten durchgehen ließ, die man dem andren strich. Manchmal hinwiederum ließ man dem Anschein nach etwas Passiren, wäs man nachträglich und hinter dem Rücken des Berichterstatters auf dem Telegraphenamt selbst wieder entfernte. Auf diese Weise wurde beispielsweise mir die Angäbe gestrichen, daß die Russen in den Schlachten südlich von Mulden 45,000 Mann verloren hätten. Die Beziffcrung des Verlustes auf 30,000 Mann in einem zwei Tage vorher abgegangenen Telegramm ließ man hingegen ruhig stehen. Natürlich war aber die Zahl von 45,000 Mann die richtige. Dergleichen kleine Scherze," die man erst feststellen konnte, wenn man seine Zeitung in die Hände erhielt, kamen öfter vor. Es gehörte zudem mit zu den Aufgaben der Censur, die Verausgabung ihrer eigenen Blätter .an die Korrespondenten zu verlangsamen oder ganz zu verhindern, und die im Postbetriebe ohnehin vorhandene Unordnung noch zu vergrößern. Etwas günstiger war ich mit meinen schriftlichen Berichten gestellt, weil ich mir glücklicherweife einige russische Deckadressen besorgt, hatte und sie auf diese .Weise befördern konnte, ohne die Censur zu belästigen. Geöffnet und zum Theil verstümmelt wurden sie natürlich unterwegs gleichwohl. Neuartige Konservenbüchsen. Die neuesten Arten von Konserven sind für den sofortigen Gebrauch dadurch fertig gemacht, daß den Konservenbüchsen eigene Wärmevorrichtungen beigegeben sind. Die Büchsen besitzen nämlich einen Doppelmantel, der in seinem Jnnenraum abgemessene Mengen ungelöschten Kalkes und Wassers, beide streng getrennt voneinander, aufnimmt. Werden die eingelocheten Zwischenwände zwischen den beiden Theilen entfernt, dann löscht der Kalk ab und entwickelt dabei soviel Wärme, daß das konservirte Gericht sofort genossen werden kann. ' Die schwierige Arbeit der Einlöthung der Zwischenwände wird neuerdings dadurch umgangen, daß man den Jnnenraum des Doppelmantels mit Kalk ausfüllt und eine geschlossene Büchse oder Glasröhre einlegt, die das Wasser fuhrt. Für den Fall des Gebrauchs durchsticht man den äußern Mantel der Büchse an einer bezeichneten Stelle und zertrümmert dadurch zugleich den Wasserbehälter, so daß sein Inhalt zum Kalk zu treten vermag. Auch kann' man den Glasbe- ' hälter mit einem Stopfen schließen und Vorkehrung treffen, daß sich der Sto pfen durch eine luftdicht durch die Wanj dung gehende, etwas nach außen ra gende Stange herausziehen läßt. In diesem Falle bleibt der Wasserbehälter für die Wiederbenutzung erhalten. Als Speise dient der O k t o p u s , ein großer Ceepolyp, vielfach in Italien. Seine Fangarme werden m der Quere zerschnitten, so daß sie als einförmige Stücke auf den Tisch kommen.
Jlösdjcns Wck. Eine lustige Erzählung.
Von Lläte ?ubowski. Die schöne Zeit, wo die PatronatsHerren der verschiedenen Kirchengemeinden vor der Thür des Ezamenzimmers Wache hielten, um sich ihren Pastor zu greifen," ist längst vorüber. Damals waren mindestens viermal so viel Begehrer, wie neugebackene Pastoren vorHanden. Deshalb kam es vor dem Ort des Schreckens nicht selten zu erregten Szenen, bei denen die als Sieger hervorgingen, die am festesten die Fracksch'öße der glücklich Geprüften festzuhalten verstanden. Dieser goldenen Zeit gedachte Gambrinus Steltenberg, der trotz des mit bestem Erfolg absolvirien zweiten Ezamens immer noch Hauslehrer bei den Wolfram'schen Jungen war mit stiller Wehmuth. Außer der seit einem halben Jahrzehnt vor seiner Nase schwebenden Pfarre fehlte ihm zum dauernden Wohlbehagen freilich nichts. Die Familie des Rittergutsbesitzers Wolfram war allmälig zu seiner eigenen geworden. Da. gab es. zuerst die. kluge, energische Hausfrau, die mit der ihr eigenen Umsicht und Geschicklichkeit allemal zu heilen verstand, was de? jugendliche Leichtsinn des Hauses mit Worten oder Thaten zerriß ... das b:edere Familienoberhaupt, dessen eigen'licher Gesichtsausdruck wegen der ihn stets umgebenden Tabakswolken unergründet blieb ... die fünf Jungen vom achtjährigen Bertram an bis zum stolzen mulus Gustavus" hinauf . . . und das Röschen. Frisch, zung und übersprudelnd gab sich die Knabenbrut und das löschen nach der Rosen Art. Es kratzte und stach tüchtig. Aber Gambrinus Steltenberg hatte es d; lieb. Und wenn er besonders viel freie Zelt hatte,. meldete er sich zu vakanten Stellen. Die letzte hatte das dritte Dutzend voll gemacht. Nun saß er wieder einmal und wartete auf die Mittheilung von ihrer av--derweitigen Besetzung, damit er da vierte Dutzend beginnen könnte. Aber es kam nicht dazu. Er hatte sich bei dem Patron für die Potaridnitzer Stelle beworben, und nach der Probepredigt, zu der es vier Wochen später kam, ihm und seiner Gattin einen alten kikerikihahn verspeisen helfen, der zehn oder noch mehr Jahre das Amt eines Weckers verrichtet haben mochte. Gambrinus Steltenberg aber war hungrig und wurde mit dem Wunderwerk der Zerkleinerung fertig. Wer solche Zähne hat, wie der," sagte nachher der alte Graf zu seiner besseren Hälfte, der wird auch das dickköpfige masurische Bauernvolk klein kriegen." So geschah's, daß Gambrinus Steltenberg eines schönen Tages seine ErNennung zum Pastor in Potaridnitz erhielt. Jetzt war also das eingetroffen, worauf sie alle mit ihm fünf Jahre gewartet hatten, und nun es wirklich da war, wunderten sie sich und thaten, als sei er mindestens in den erblichen Adelsstand erhoben. Nur Rösche schien sich nicht zu beunruhigen. Wenigstens verlor ste außer einem gemurmelten Glückwunsch kein Wort darüber. Beim Frühstück, Tags darauf, war sie freilich still und blaß und Mittags verschmähte sie den Schokoladenpudding mit Vanillensauce. Aber es kam auch nicht einer auf die richtige Ursache ihrer beängstigenden Enthaltsamkeit. Es war eben die Zeit der sauren Pflaumen und grünen Birnen. Das war ihnen Erklärung genug. Darum kochte ihr Mutter Wolfram Kamillenthee mit einer Prise Pfefferminz dazu und Gambrinus Steltenberg hielt ihr eine kleine Mahnrede über die Folgen der Unmäßigkeit. Sie hatte aber keine Pointe, denn er verlor den Faden, als er zum Schluß kommen wollte ... Als er so vor ihr stand und nicht weitem konnte, legte ste den blonden Kopf auf den Tisch und fing jämmerlich zu schluchzen an. Da packte sie Frau Wolfram energisch in's Bett und machte ihr heiße Umschläge. Am nächsten Tage war sie wieder vollständig auf dem Posten. In zwei Tagen sollte das Abschieds, essen für Gambrinus Steltenberg sein und dabei mußte sie doch helfen. Er wollte sich durchaus nicht wegessen" lassen. Aber Wolframs thaten es nicht anders. D'e Nachbarn von weit und breit bekamen Einladungen und sagten zu. Und di? Jugend sollte Abends tanzen. Den ersten Walzer tanzen Sie mit mir," hatte ihn Rose ganz unvermittelt gebeten, und ohne das Für und Wider zu überlegen, hatte Gambrinus Steltenberg ihr das versprochen. , Nun war das Essen zu Ende. Es hatte Spargel in Büchsen, Karpfen in Bier, und beinahe ein ganzes Kalb gegeben. Der, um den das alles war, hatte wenig gegessen und noch weniger getrunken, und doch brannte ihm der Kopf und seine Pulse flogen. Es war, als ob in seinem Herzen ein großes Feuer aufgegangen fei, dessen Glanz aus seinen Augen sprühte. Um dieser Flammen willen wollte er auch nicht tanzen. Die schnelle Bewegung würde den Brand größer machen und nachher . . . könnte er seiner viel, leicht nicht mehr Herr werden. Das I Röschen würde ihn ksum an sein Ver-
sprechen gemahnen. Es waren ja noch so viel andere da. Und doch... Nein! Nicht! So viel Jugend und Schönheit und er... Nein! Einen Augenblick legte er die Hand auf das Herz. Die Jugend bestürmte den alten Lehrer Herwig, der zum Tanz aufspielen wollte, mit Bitten und Wünschen. Die Alten saßen in der guten Stube" und redeten von der Vergangenheit, und das .Mittelalter regte sich über die Zukunft auf. Er war übrig. Kurz entschlossen schlüpfte er hinaus und stand aufathmend in dem dämmrigen fchmalen Gang still, der zur Treppe und zu seinem Tuskulum hinführte. Langsam schiebt er sich in ihm entlang. Er will in seine Stube gehen, um Abschied zu nehmen und sich Röschens Kinderbild zu sichern, das dort irgendwo an der Wand hängt. Da fällt sein Auge auf eine kleine Batterie Seltflaschen. Um ihn und für ihn das alles Und er verschmäht den köstlichsten aller Tropfen. Wie wäre es, wenn er sich eine der dickbauchigen Flaschen mit hinauf nähme, um jung und übermüthig, toll und freudig zu werden und das Feuer da drinnen durch ein noch lebendigeres einzudämmen. Seine Hand tastet zur Batterie hin. Dann läßt er sie wieder sinken. Er schüttelt sich ein wenig. Pfui, über ihn. Einfach wegnehmen ... Nein! Dann lächelt er mitleidig über sich selbst. Das ist denn doch wohl eine andere Geschichte. Bliebe er hier, tränke er sicher mit der Jugend das Doppelte aus. Das weiß er. Gerade, weil er bei Tisch zu mäßig gewesen. Er macht es umgekehrt wie die anderen. Er würde sich den Katzenjammer des Abschiedswehs wegtrinken. Also ist's sein gutes Recht, ein Theilchen dessen, was ihm zukommt, mit nach oben zu nehmen. Und doch wird er es nicht thun. Pastören müssen ihre Würde schärfer wie andere bewachen. Es kichert etwas im Winkel .. .-Wenn Du auch diese Gelegenheit unbenutzt vorübergehen läßt, dann wirst Du nicht ein einziges Mal in Deinem Leben berauscht gewesen sein, darum eil' Dich." Und er neigt sich herunter, greift eine der Flaschen, prüft den bereits durch die Bedienung gelockerten Kork und versenkt sie mit sichtbarem Kampf in seine Fracktasche.
Leise knarrt dort hmten die Saalthür. Lockende Töne schlagen an sein Ohr. ?Zur einmal blübt im Jahr der Mai Nur einmal im iseben die Liebe Ihm ist's, als habe er den geraubten Sekt bereits intus. Er fühlt, daß er sich eilen muß, um in die Einsamkeit seiner vier Pfähle zu entkommen. Meinen Walzer ... bitte, bitte..." sagt in diesem Augenblick eine liebe Stimme in seiner Nähe. Rose Wolfram 'kommt, um ihn zu holen. Also hat sie doch trotz den anderen an ihn gedacht. Er folgt ihr. Muß ihr folgen. Er kann nicht anders. - Ein paar weinselige Stimmen summen den' Text zu der Melodie mit . . . Ehe er recht zur Besinnung kommt, hat er den Arm um Roses feine Taille gelegt. Sie schweben dahin... wie im Traum . . . Ihm ist's, als sei das hier nicht nur ein Abschied von ihr . . . sondern auch von seiner Jugend . . . Er hat alles vergessen, außer ihr, die an feinem Herzen ruht ... Die er großziehen und pflegen half und . . . die Ein furchtbarer Knall unterbricht die Fortsetzung feiner Gedanken ... die Paare fliegen entsetzt auseinander... Die ihnen zunächst tanzende Dame ha! irgend etwas eiskaltes, spitzes in das Gesicht bekommen ... Sie wird ohnmächtig ... Jemand schreit, als wenn er geköpft werden soll . . . zu Hilfe . . . zu Hilfe . . . eine Explosion. Sie stürzen zusammen, sie ringen die Hände. Die Besonnenen bemühen sich um das getroffene Opfer und versuchen die aufgeregten Frauen zu beruhigen. Ein athemloses Ergeben in das Unvermeidliche liegt in der Luft . . . Niemand weiß, was die nächste Minute ihm bringen wird. Nur Ganbrinus Steltenberg ahnt es dumpf... Aber gerade er kann nicht fliehen ... Roses junges, blasses Gesicht liegt mit geschlössen? Augen an seiner Brust... Ganz fest hat sie sich an ihn gekuschelt...und er hat seine Lippen aus ihre Stirn gesenkt, als müßte das so sein... Wieder geht eine bange und für ihn doch so selige Sekunde dahin ... Plötzlich tönt in das stumme Entsetzen ein befreiendes Lach'n. Es pflanzt sich fort. Es schwillt an und wird zum donnerähnlichen Schall . . . Aus Gambrinus Steltenbergs.7 linke? Fracktasche ragt der silberumwündene Material ... und die Bombe ... der Pfropfen, der von den tollen Schwingungen gänzlich gelockert ... mit fr'öblichem Knall an den Stuck 'der Decke flog ... Alle Augen sind auf das junge Paar gerichtet, das in starrem Entsetzen und heimlichem Glück immer noch die Mitte des Tanzbodens festhält . . . Endlich erwachen sie aus ihrer Betäubung, indem sie das einzige thun, was ihnen übrig bleibt ... sie reißen aus. Eine halbe Stunde später führt sie Herr Wolfram feierlich in den Saal zu-' rück, um sie als Verlobte vorzustellen... sie wünschen alle von Herzen Glück und die Mütter lediger Töchter beschließen, hinfort auf allen Gesellschaften Sekt" zu geben, denn ma'..' kann niemals wissen, wie der Zufall spielt.
