Indiana Tribüne, Volume 28, Number 157, Indianapolis, Marion County, 24 February 1905 — Page 3

Jndtana Ztibüne, 2U. Februar

Der

Nimmt in Polen und Kaulasicn einen rcvolutionörcn Charakter an. Der Zar zur Fortsetzung des Kriegs entschlossen. Die Leiche des Großfürsten Sergius eingesegnet. - Der deutsche Kaiser über die Annahme der Handelsverträge entzückt. Stndcntcnwirrcn. Der Sachsenkönig angeblich auf Frcierssüßen.

Rußland. Streik. Warschau, 23. Feb. In allen Fabriken der Vorstadt CzerinakowSka, find die Arbeiter an den Streik gegan gen. Es kam zu ernsten Ruheftörun gen und starke 'Truppenabtheilungen wurden aufgeboten. Die Polizei derhaftete viele Personen, entließ fie aber Wieder Angesicht; der drohenden Hal tung der Menge. Lodz ist von allem Bahnverkehr ad geschnitten. In CzerinakowSka durchzogen die Streiker die Straßen, warfen die Fen ster an den Fabriken ein und zwangen die Arbeiter ihre Plätze zu verlassen. Truppen sollen auf die Streiker gefeuert haben. In Folge des Eisen bahnftreiks ist seit gestern keine Post mehr au dem Westen angekommen. Der Verkehr auf der WarschaWimBahn ist eingestellt. Der Versuch, 20 Soldaten als Heizer zu verwenden, wurde aufgegeben, nachdem ste 4 Lokomotiven ruinirt hatten. Warschau, 23. geb. Die Zu. stünde hier erregen in allen Kreisen die höchste Besorgniß. Der Assistent deS GeneralGouver neurS gab heute offen zu, daß die Re gierung nicht wisse, welche Maßregeln sie ergreifen solle. Bezüglich der Absichten und Pläne der revolutionären Partei find beunruhigende Gerüchte im Umlauf. Der Streik dehnt sich aus. Bankbeamte, Journaligen, Bureau diener. Schriftsetzer, Kutscher, Maschi nisten und andere Handwerker drohen auözufteh-n. Sonst herrscht bemer kenSwerthe Ruhe in der Stadt. Die Bahnverbindung mit Wien ist noch unterbrochen und es ist auch keine Aussicht auf baldige Lösung der Schwierigkeit. DaS westliche Polen hat nur noch telegraphischen Verkehr mit dem mittleren Westeuropa. Post fachen werden nicht befördert. Diese Umstände machen fich im geschäftlichen und privaten Leben unangenehm be merkbar. Der Stadt droht überdies Kohlen Mangel, da die Zufuhr aus d'em Di. strikte von Dombrowo über die Wiener Bahn geht. Der Generalgouverneur hat sich erboten Soldaten für Bedie nung der Züge zu stellen, doch nützt dies Nichts, da die Streiker die Weichen zer stört haben. Viele durchgehende Züge von Moskau und St. Petersburg liegen hier fest und viele Waaren aus Frankreich und Italien sind dem Ver derben ausgesetzt. Von Lodz wird telephonirt, daß in den meisten Fabriken wieder gearbeitet wird. Warschau, 24. Februar. Die Streik greisen zur Gewalt. Sie ha haben die Weichen-Zentrale außerhalb der Stadt zerstört und viele Telegra phendrühte durchschnitten. Baku, 23. Feb. Die Stadt ist jetzt ruhig. Die armenischen Lüden find geschlossen, doch die Banken machen unter Militärschutz Geschäfte. ES find viele Mordthaten geschehen. auch Frauen und Kinder haben daS Leben verloren. ' Russisch?-"Spione. N i u t s ch w a n g , 23. Februar. Hier find zahlreiche parolirte russische Osfiziere aus Port Arthur, die von Shanghai kamen, und nach Sinmintin wollen. Von dort machen fie die Reise nach Mukden zu Wagen. Ausfische Agenten westlich oeS Liao.FlusseS haben Verbindungen mit hiesigen Einwohnern und man glaubt, daß durch Nachrichten auf diesem Wege der letzte russische Streifzug veranlaßt wurde. Die Ja paner thun Schritte, um diese Verbin dung zu unterbrechen. Zarfür Fortsetzung des Krieges. Berlin, 23. Feb. Dem hiesigen Hofe ist -mitgetheilt worden, daß der Zar zur Fortsetzung deS Krieges, fest entschlossen ist. . Der Krieg wird nun mit großer Energie geführt werdm, nachdem die innren Verhältnisse wieder unter Kon trolle der Behörden sind.

Gtreir

Diejenigen, welche zum Frieden gerathen haben, die französische und die britische Regierung, werden sich wahrscheinlich bis auf Weiteres schweigsam verhalten, eS sei denn, daß Ereignisse von außergewöhnlicher Bedeutung den Entschluß deS Zaren erschüttern. Als Hauptgrund für den Entschluß deS Zaren wird die Anficht der Heerführer angegeben, daß Feidmarschall Oyama nicht allein General Kuropat kin schlagen kann, sondern selbst in Gefahr schwebt, geschlagen zu werden. Sodann befürchtet der Zar, seine Re! gierung dem Vorwurfe der inneren Feinde auszusetzen, daß sie den Krieg begann und baun feige um Gnade bat. EinTagdeöFriedens. St. Petersburg, 23. Feb. Es wird allgemein, auch unter den Li beralen, Befriedigung darüber auSge drückt,' daß der Tag deS Begräbnisses des Großfürsten SergiuS ohne unliebfamen Zwifchenfall vorüberging. Die Vorsichtsmaßregeln der Polizfi hier und in Moskau waren sehr umfassend. Einsegnung der Leiche. Moskau, 23. Feb. Um IQ Uhr heute Morgen wurde die Leiche deS Großfürsten SergiuS unter dem Ge läute der Glocken sämmtlicher Kirchen und Klöster der alten Hauptstadt ein gesegnet. RiesigeMenschenmassen dräng ten sich auf den öffentlichen Plätzen und starke Truppenabtheilungen waren aufgeboten. Die Szene innerhalb der Kirche! war höchst pathetisch. Die Ehrenwache trat zurück, sobald die Mitglieder der kaiserlichen Familie eintraten, um ihre Plätze vor dem Sarge deS Großfürsten einzunehmen. Der Sarg war mit golddurchwirktem Tuch bedeckt, das mit Hermelin besetzt war Auf Kissen la gen die Orden des Verstorbenen. Die verstümmelte Leiche war mit voller Uniform' angethan, ' die GefichtSge gend mit einem feinen Spitzentuche be deckt. Die Wittwe, Großfürstin Elisabeth, nahm ihren Platz am Fußende deS Sarges vor einer Gruppe von Mitglie der der kaiserlichen Familie ein. Sie war in tiefes Schwarz gekleidet und trug das rothe Band des. St. Annen Ordens. Aller Augen waren auf fie gerichtet. Sie erwies flch als sehr tapfer ebenso wie gestern, da fie der Leiche des Kut scherS deS Großsürften folgte. Der Metropolit und 10 Bischöfe vollzogen die Feierlichkeit. Die Luft war von Weihrauchwolken erfüllt. AlS der Metropolit das Gebet für Abfolution sprach, knieten alle Anwesenden nieder. Die Kinder des Großfürsten Paul, Dimitri und Maria, schluchzten laut. AlS die Zeit kam, da die Groß. fürstin Elizabeth nach dem Gebrauche der orthodoxen Kirche den Todten zu küssen hatte, war fie dem Zusammen bruche nahe. Ihre hohe schlanke Gestalt bebte und war dem Umfallen nahe, als ihr Groß. fürst Konstantin beisprang; fie küßte die Uniform dreimal auf die linke Brugseite. Darauf wurde der Sarg geschlossen und von den Großfürsten und Adjutanten, unter Vorantritt der Priester, auf den Schultern in schwei gender Prozession nach der St. Andreas Kapelle innerhalb deö Klosters ge tragen. L e i ch e n f e i e r l i ch k e i t'e n. St. Petersburg, 23. Feb. Der TranergotteSdienft zu TsarSkoje Sela war einfacher und ruhiger Natur. ES wohnten demselben der Kaiser, die Kaiserin und 2 ihrer Töchter, sowie alle Großfürsten und Fürstinnen bei, die in St. Petersburg geblieben wa ren. Der Kaiser sah abgemagert und sorgenvoll aus, bewahrte aber eine feste Haltung. Metropolitkritisirt. St. Petersburg, 23. Feb. In seiner Predigt bei der Einsegnung der Leiche deö Großfürsten SergiuS machte der Metropolit die gefammte russische Gesellschaft für den Mord der antwortlich. Man zweifelt allgemein, daß diese Bemerkung in der gegen wärtigen Krisis weise war.

Der NordseeZa,ischen-

fall. St. Petersburg, 23. Feb. Die Nachricht, daß die Entscheidung der Pariser Kommission über den NordseeZwischenfall zu Gunsten Rußlands ausgefallen fei, hat in Flottenkreisen und im Volke allgemein große Befrie digung erregt. Schiffs Kontrakte ge sucht. St. Petersburg, 23. Feb. Zahlreiche Vertreter der Schiffsbauhöfe verschiedener Länder sind hier, um sich Kontrakte zu sichern für. die neue Flotte. Präsident Hy. S. Grove von CrampS Schiffsbauhof und ein Ver treter der Bethlehem StahlWerke sind auch da. Italien. Garibaldi Denkmal. Rom, 23. Feb. In den Stein brüchen von Carrara ist ein 47 Tonnen schwerer Marmorblock gewonnen wor den, aus welchem ein Garidaldi-Denk mal gehauen werden soll. Gräfin unterMordan klage. Turin, 23. -Feb. Hier wurde die Verhandlung im Mordprozeß ge gen die Gräsin Theodolinda Bon Martini und deren angebliche Kom plizen wieder aufgenommen. Ha ger und abgehärmt sieht die verblichene Schönheit aus, welche zusammen mit ihrem ehemaligen Liebhaber Dr. Zecht angeklagt wird . Dr. Murri. ihren eigenen Vater, und Dr. Naldl als Mör der des Grafen gedungen zu haben, der am 23. August 1902 durch dreizehn Dolchstiche fiel. Die Eheleute hatten sich, jeder nach seiner Art ein flotteS Leben führend, an zahlreichen wüsten Orgien betheiligt. Auch Rosa Bo netti, eine Maitresse deS Bruders des Grafen, steht unter der Anklage der Beihilfe im Mordkomplott. Frankreich. Internationale Kom Mission. Paris, 23. Feb. Aus guter Quelle verlautet, daß der Spruch der internationalen Untersuchung? Kommission Großbritannien annehmbarer sein wird, als es der gestern mitgetheilte Auszug war. Der Spruch ist für keine der Parteien ein Sieg. Er schont Rußlands Selbstachtung, ist aber sür Großbritannien günstiger wie für Rußland. ContreAdmiral DaviS (U. S.) und fein Adjutant haben Passage auf dem Dampfer Finland genommen, der am 4. März Antwerpen verläßt. Deutschland. Ökonomische Gesellschaft' Berlin, 23. Feb. Die ökonomi sche Gesellschaft von Cenkraleuropa, de ren Präsident Prof. Wolff von Leipzig ist, hat ein Komite ernannt, ' welches untersuchen soll, wie die Handelöbe ziehungen mit den Ver. Staaten zu regeln sind. Die Vorschläge werden dem BundeSrathe unterbreitet werden. Ihr Zweck scheint ein Handelsvertrag mit den Ver. Staaten zu sein. Der Kanzler belohnt. Berlin, 23. Feb. Kaiser Wil. Helm hat telegraphisch Reichskanzler von Bülow zur Annahme der HandelSver träge im Reichstage beglückwünscht und ihm seinen Dank ausgesprochen. Der Kaiser hat auch dem Staats Sekretär von Posadewsky'Wehner den Schwarzen Adlerorden, dem preußischen Ackerbauminifter von PodbielSky das Großkreuz deS Rothen AdlerordenS ver liehen und den Sekretär des Aeußem von Richthofen zum Mitglied deS preu ßischen Ministeriums ohne Portefeuille ernannt. Studentenwirren. Berlin, 23. Febr. Anläßlich der Berathung der neuerlichen Wirren auf deutschen Hochschulen kam eS im preußischen Abgeordnetenhause zu einem scharfen Konflikt zwischen dem notional'liberalen Abgeordneten Dr. Friedberg und dem MintfterialDirek tor Dr. Althoff vom KultuSminifte rium. Letzterer verbreitete sich des Längeren über dea unerquicklichen Streit und sagte u. A., die Presse trage die Hauptschuld daran, daß die studentische Bewegung einen solchen Umfang angenommen habe. Dr.Fried berg, welcher ordentlicher Professor der Staatswissenschaften an der Universi tät Halle ist, trat mit Wärme für die Studentenschaft ein, die in dem Ver bot, mit anderen Hochschulen in Ver kehr und Gedankenaustausch zu treten,

um gemeinsam studentische Interessen

zu fördern, mit Recht einen Eingriff in ihre altüberlieferten Privilegien be kämpft. In Eisenach nahm der Verbandstag der Technischen Hochschulen eine Reso lution an, in welcher konfessionellen Korporationen als studentischen Ver bindungen die Daseinsberechtigung ab gesprochen wird, weil sie konfessionelle Spaltungen förderten. Bekanntlich hatte der Ausschuß der Studenten der Technischen Hochschule zu Hannover seinerzeit eine Eingabe an Rektor und Senat gerichtet, um Auflösung der bestehenden konsessionellen Studenten Verbindungen. Dem Ausschuß war dann eröffnet worden, daß jede weitere Agitation we gen der Auflösung der konfessionellen Verbindungen, besonders die Auffor derung an die Studentenausschüsse der übrigen Hochschulen, bei Strafe der Relegation zu unterbleiben habe. Die Anweisung war dem Senat direkt vom preußischen Kultusministerium zuge gangen. Sachsenkönig aufFreiersFüßen. D r e S d e n. 23. Feb. . Man erzählt sich hier, daß der von'feiner Luise, der jetzigen Grüsin Montignoso, geschiedene König Friedrich August von Sachsen demnächst eine neue Ehe einzugehen beabsichtige, zu welchem Behufe er Schritte zur Erlangung deS vom Pap ste zu ertheilenden Dispenses thun werde. Die Braut ist, wie ferner verlautet, be reitS erkoren worden, und zwar durch Vermittlung des Kaisers selbst, dessen Schwager der Sachfenkönig werden soll. Seine AuSerwählte soll nämlich die Schwester der Kaiserin, die etwa 31 Jahre alte Prinzessin Feodora von Schleswig Holstein ' Sonderburg Augnbenburng, sein. China. Vorpoftenkämpfe. Tsinktchen, Mandschurei, 23. Feb. Die Japaner fahren fort die vorgeschobenen Stellungen deS linsen Flügels der Russen anzugreifen. Am 21. Feb. machten sie mit wenig stenS 8 Bataillonen einen Angriff. Die Russen machten einen energischen Ge genangrlff und besetzten daS Dorf Dapinder. Türkei. Anarchie im Kaukasus. Konftantinopel, 23. Febr. Höchst beunruhigende Gerüchte sind hier über die Lage zu Batum und Poti in Umlauf. Ein englischer Kaufmann, der soeben ankam, sagt, er sei ge nöthigt gewesen von Batum zu fliehen. wo sein Leben von Streikern bedroht und seine Ofsice zerstört wurde. Die Behörden dort sollen machtlos sein. Die Zahl der Streiker, sämmtlich Geor gier, wird auf 40,000 angegeben. Der Dampferverkehr zwischen- hier und Batum ist eingestellt. Arabien. Der tolle' Mullah. Aden, 23. 'Feb. Der tolle" Mullah ist wieder auf dem Kriegs psade. Er soll einen Tagemarsch vor Obbia stehen und eine Anzahl Anhän ger des Sultans von Obbia getödtet haben. Das Sultanat von Obbia, das an der Somaliküfte von Ost.Afrika liegt, kam im Jahre 1889 unter italienisches Protektorat. i Vertreibung von Würmern und Schnecken durch Elektrizität. Obgleich die Regcnwürmer bekanntermaßen von gewissem Nutzen sind, so kann ihr übermäßiges Auftreten in der Gartenerde recht unerwünscht sein. Hugo Halberger beschreibt in der Wochenschrift English Mechamc" ein von ihm. erprobtes Verfahren, Würmer und Schnecken durch Anwendung des elektrischen Stroms aus der Erde auszutreiben. Die erste Beobachtung dieser Wirkung geschah zufällig, als zu anderen Zwecken ein Strom in einen kleinen Abschnitt eines -Gartenbodens hineingeleitet wurde. Kurz, nachdem der Strom geschlossen war, sah Halberger die Regenwürmer schleunigst auswandern und zwar unter Bewegungen, die zu verrathen schienen, daß ihnen die Elektrizität höchst unangenehm war. Ihre Windungen und Zuckungen hörten dann auch sofort auf, wenn der Strom unterbrochen wurde. Bei weiteren Versuchen wurden durch einen Strom von 110 Volt in einem Umkreis von zehn Metern sämmtliche Würmer und Schnecken aus dem Voden herausgetrieben. Bedingung ist, daß die Spannung des Stroms nicht zu gering ist. Bei Frostwetter gieße man in die Maus elöcher, welche man im Garten findet, Wasser. Die Löcher frieren zu und die Thiere ersticken.

per neue flcrlinrr Dom.

Cia monumentales LTahrzeiche für die deutsche ÄcichKhattptstaSt. Durch die Ein-veihung des neuen Cerliner Doms wird die Reichshauptstadt um ein Monumentalgebäude erster Ordnung offiziell bereichert. Wir sagen offiziell," denn thatsächlich ist das Bauwerk schon seit längerer Zeit fertiggestellt. Die ersten Schritte zur Verwirilichung des Projektes eines würdigen Dombaues wurden unter der Regierung der beiden Söhne Friedrich Wilhelms XII. gethan, doch führten ste nicht zum Ziele. Einen neuen Anstoß erhielt dieser Plan in den 80er Jahren, als das damalige deutsche Kronprinzcnpaar sich eingehend mit den Entwürfen zu diesem Bau beschäftigte und dieselben mit dem Architekten Julius Raschdorf durchsprach. Nach dem Tode des Kaisers Friedrichs 111. beschloß Kaiser Wilhelm II., die Gedanken und Pläne seines Vaters zum neuen Dom in die Wirklichkeit umzusetzen und seiner Thatkraft ist es unter der Mitwirkung des Architekten, Geheimen Raths Naschdorf, gelungen, binnen weniger Jahre den Bau aufzuführen. Die in Kupfer getriebene mächtige Hauptkuppel ist nach besonderer Bestimmung des Kaisers nur spärlich mit Gold verziert. Ueber der Hauptkuppel erhebt sich die Laterne" in Gestalt einer von Säulen getragenen Halle und über dieser ragt der Rundlnovf in die Luft, der eine Höhe von 6j Fuß und einen Der Tom von der Kaiser Wilhelm.straize aus gksehen. Durchmesser von 6 Fuß hat. Die Bekrönung dieses Rundknopfs bildet eine 16 Fuß lange, einen Posaunenengel darstellende Wetterfahne und darüber ist als Abschluß des Ganzen ein 40 Fuß hohes Kreuz angebracht. Für die Hauptfront sind sechs Bildwerke, darunter eines von Professor Jentsch. Luthers Auftreten im Reichstag zu Worms darstellend, bestimmt. Der Altar ist aus Marmor und Bronze hergestellt und hat eine Breite von 19 Fuß. Das alte Berliner Domgeläute fand nuch im neuen Dom Verwendung. Galgontrunror. Staatsanwalt (zum Delinquenten, der zum Tode verurtheilt ist): Haben Sie npch einen Wunsch?" Delinquent: Ja, Herr Staatsanwalt. Ich wünsch' mir, noch Jus studiren zu dürfen!" Schick' dich in die Welt hinein. Denn dein Kopf ist viel zu klein. Als das sich schick' die Welt darein. V . Eine Frau muß es verstehen, allein sein zu lonnen, und eö ist traurig, wenn man sie die langweiligste Gesellfchaft Um Alleinsein vorzieke.i sieht. ' Es macht die Geburt uns weder edel noch gut, noch kann sie zur Schande gerächen. Aber Tugend und Laster, sie unterscheiden die Menschen. verheerender Cyklon. Ein Cyklon richtete im Baljevo-Thale. Serbien, große Verheerungen an. Er riß unter anderem ein Haus aus der Erde, das er mittrug und 1300 Fuß weit von seinem Standplatze niederfetzte. Dabei wurden sechs Menschen getödtet. Viele Menschen trugen Verletzungen davon. Schreckliche Eisenbahnk a t a st r o p h e. Bei einem Eisen-bahn-Zusammenstoß wurden bei Tamikawa, Japan, zwei Mädchen zu Stücken zerrissen, vier Passagiere auf der Stelle getödtet und vier andere schwer verletzt, daß sie nach kurzer Zeit starben. Ueber 100 Reisende wurden leichter ode. schwerer verwundet. Von Pferdehufen zerstampft. Auf der Chaussee zwischen Karlsborst und Oberschöneweide bei Berlin war das Gespann eines BrauerWagens durchgegangen. Mitten auf dem Fahrdamm schleppte sich der 63jährige Almosenempfängcr Kroscheck, der verkrüppelte Beine hatte, mühsam vorwärts. Er vermochte den Bürgersteig nicht mehr rechtzeitig zu erreichen. Im nächsten Augenblick hatten ihn die heranrasenden Thiere erreicht; sie warfen ihn zu Boden und zertrümmerten ihm durch Huftritte Kopf und Brust. Man wollte den Verunglückten nach einem Berliner Krankenhause, übers üh ren, er starb jedoch bereits auf dem Transporte. KNNlt. Kunft kommt von können her und kennen, . Darf nimmer eins vom andern trennen. Wer einzig kennt und kann doch nie, Der ist ein Mann der Theorie. Und wer da kann und kennt doch nicht, Treibt Handwerkspraxis plump und schlicht. Nur wer da kennt zugleich und kann, . " Den staunt die Welt als Genius an.

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