Indiana Tribüne, Volume 28, Number 154, Indianapolis, Marion County, 21 February 1905 — Page 6
Judiana Tribüne, 21. Februar 1905.
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X Dr. August König's IOamburgerx Tropfen flnd in sicher ur gegen L K v Laueres Aufstossen, y Rlnk,.nrnM K X uiaiiuiii:tii, s V? , , jt i'Ili.-ü. unveraauiicnKeit a unt all ander Arten ? ie beseitigen dt Ursache an) die Folge tft Gesundheit. &$$4 Warum nicht Ihr Helm.. anziehend machen, durch den Gebrauch eines WWM, 5 ui'isnüii-' Ö-T f-b ? ! Lsw'-ii rTt T ' tt l y r 7 n crjfj' j - .v J - i. . N . jJ TW's Vr-.- S V Fy-A 1V fr. J MVM'W f.t! Garland Ofen... ..und. Nange Dieselben übertreffen alle andem in Schön heit. Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Sparsamkeit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werden mit Vergnüge Erzeigt, in WILLIG'S ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. Durch königliches Edict von Rex des Wnigs kündigt die Bigf ou6'onie Ercurston-Naten für Mardi Gras Rundfahrt'VilletS nach New Orleans, Mobile und Pensacola, Fla., vl sebr niedrigen Raten an. von allen Punk ten der 33ig Four", Ein. Nor. und D. & U. R. R. am 1. biS C. März 190?. Liberale Retourfahrt Bedingungen mit Verlängerung und UeberliegungS Privi Itavim. Für Völlige Information und Einzelhei jt i r "jT 01 a O x rrs r r , . un ylncyinr? Jiaien, ayriarien, eiOiran kuna etc., spreche man bei den Dia ffourAgentm vor, oder schreibe an Unterzeichnete, WARREN J. LYNCH, Ven. Paff, & Ticke t?geat, kineinuati, Ohi oder H. Vk. Sronson, A. S. P. JudiauapoliZ IAKE ER!E &. WESTERIJ R.R. . i ..Fahrzeit der Züge. . . Abfahrt An knns lolefco, Chicago und Vttchigan rvreß? 7.1k .tl0.l löleio, Detroit uud Ehicaza Lim ll.lO f S.tt Vichigan kity.Muncie u.LafayetteLplr IM iio.ii tSjIii t auizeuom Cotrnfafil, :
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Europäische Nachrichten.
Provinz Schleswig-Kolstein. Altona. Der bei dem hiesigen Abfuhrunternehmer Spahrbier beschäftigteArbeiter Emil Detloff stürzte j vom Bock eines Abfuyrwagens und wurde von dem schweren Wagen überfahren. Auf dem Transport nach dem Krankenhause ist Detloff bereits seinen Verletzungen erlegen. In der Maschinenfabrik von Ahrens gerieth der Arbeiter Salin in die Transmission, wurde mehrmals herumgeschleu dert und so schwer verletzt, daß er bald darauf verstarb. Büttel. Hier feierten die Eheleute Johann Giese und Frau das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Flensburg. Der hiesige Kaufmann Schmidt, der 14,000 Mark Wechsel gefälscht, an eine Privatbank gegeben hat und dann nach Berlin geflohen war, hat dort Selbstmord derübt. Hadersleben. Sämmtliche Gebäude des hiesigen Hofbesitzers Earstens brannten nieder, Uum das Jnt entar und der Viehbestand sind den Flammen zum Opfer gefallen. Kiel. Oberlandesgerichtsrath Geh. ;zustizrath von Bernstorff ist an Blutrglstung mfolge. einer Hühneraugenoperation gestorben. M e l s d o r f. Hier wurde die 14jährige, vor ihrer Konfirmation siehende Anna Stange von dem Göpelwerk der Dampfmaschine ergriffen und herumgeschleudert. Sie erlitt so schwere Verletzungen, daß sie in der hiesigen Heilanstalt, wohin sie befördert wurde, starb. N i n k e n i s. Der Arbeiter Franz Sprachala in Fischbeck verübte an der Dienstmagd Bielefeld beim Hotelbesitzer Taysen Hierselbst emen Mordversuch, indem er ihr etwa 20 Stiche mit einem Messer beibrachte und ihr den Brustkasten eindrückte. Sprachala hat vor kurzem eine längere Freiheitsstrafe wegen Bigamie und Hausfriedensbruchs verbüßt und war seinerzeit mit der Bielefeld eine zweite Ehe eingegangen, die jedoch für ungültig erklärt worden war. Wellsee. Als Leiche erfroren aufgefunden wurde am Wege von Elmschenhagen nach hier der hiesige Gelegenheitsarbeiter Äohr, Kampfgenosse aus den Jahren 1864, 1866 und 187071. W i r: f e n. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich bei dem Dorfe Stelle jenseits der Elbe. Der Händler Karstens aus Ohlendorf passirte mit einem Wagen voll Korn das Eisenbahngeleise, als vonWinsen ein Güterzug herangefahren kam, den Karstens infolge des starken Nebels nicht gesehen hatte. Der Wagen wurde von der Maschine erfaßt und zertrümmert. Karstens hatte sich durch einen Sprung vom Wagen gerettet, aber seine Frau, die hinten ufdem Wagen saß, wurde von der Lokomotive eine Strecke mitgeschleift und trug schwere Verletzungen davon. Sie wurde bewußtlos in's Steller Bahnhoftsgebäude gebracht, wo ihr ärztliche Hilfe zutheil wurde. Später wurde die Verunglückte m's hiesige Krankenhaus befördert. Provinz Schkesien. I r e s l a u. Jacob Earo, Professor der Geschichte an der hiesigen Universität, ist gestorben. Der am 12. April 1897 geborene Knabe Max Graber wurde am Matthiasplatze durch einen Vierwagen überfahren und schwer verletzt. Eine unbekannte Frau trug das Kind in die Wohnung seiner Mutter Ottostraße 4, woselbst es bald darauf gestorben ist. In einem Anfall von Geistesstörung hat eine Tänzerin am hiesigen Stadttheater, Emmv Kolbe, sich erhängt. V e u t h e n (Ober-Schl.) Erfroren ist hier ein Arbeiter Lukas. - Er hatte im Flur eines Hauses in der Krakauerstraße genächtigt und wurde früh als Leiche aufgefunden. G ö r l i tz. Tödtlich verunglückt ist der beim Bau der Oberlausitzer Kreisbahn beschäftigte 22 Jahre alte Arbeiter Hermann Bergel. Der Mann war eben dabei eine L2wrv ivl laden, als iq plötzlich ein großer eymvauer loslöste und den Arbeiter umriß. Bergel siel so unglücklich auf den Rand des Kippkarrens, daß er sich die Kehle aufriß und sofort erstickte. Berael hinterläßt außer der Wittwe zwei kleine Kinder, von denen das eine am Uaglückstage 1 Jahr alt war. H a u s d o r f (Neurode). In dem Gebäude des Butterhändlers Pohl brach, jedenfalls infolge fehlerhaften Schornsteins, Feuer aus, und schnell stand der Dachstuhl des Gebäudes in Flammen. Die freiwillige Feuerwehr griff rasch und energisch ein, und so konnte das Feuer bald wieder gelöscht werden. Mobiliar, Kleidung, Wäsche und große Heuvorräthe sind vernichtet. L e s ch n : tz. Kaufmann und Obst andler Josef Theiner von hier, der eit vielen Jahren im oberschlesischen nvustrlevezzrk den Berschlelß von Obst betreibt, hatte das Unglück, in der Nähe von Gleiwitz in der Dunkelheit von seinem beladenen Waaen zu stürzen. Er erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er m ern Krankenyaus gebracht werden mußte, wo er nach kurzer Zeit seinem Leiden erlegen ist. Neiße. In Abwesenheit ihrer Eltern erstickten drei Kmder des Arbe: ters Herde im Alter von zwei, vier und fünf Jahren an Koylenoxydaas.
P o i s ch w i k. . Superintendent
Rauch ist inr 73. Lebensjahre, kurz vor Vollendung seines 46. Amtsjahres gestorben. Der Todte wurde am 13. September 1831 hier als Sohn des Rektors Rauch geboren. Seit 1853 lebte er als Pastor hier und wurde nach dem Tode des Superintendenten Hermann dessen Nachfolger. 23 Jahre war der Verstorbene Vorsitzender der Kreissynode und Mitglied der Provinzialsynode. Welßwaiser O.-L. Sier wurde der Zimmerpolirer Franz Lippert von einem Personenzuge Berlin-Gör-litz überfahren. Wie der Unalücklicke auf das Geleise gekommen, ist nicht ermitteit. Uippert stand in den dreißiger Jahren. Provinz 'Aosen. Posen. Der ehrwürdiae Senior aller Deutschen unserer Provinz, Landes - Oekonomierath Kennemann auf Klenka, ist von einem schweren Trauerfall betroffen worden. Nach jahrelanger Krankheit ist der Gemahl sein:r einzigen Tochter, der Rittmeister Jouanne, Äesttzer der Herrschaft Santomischel, gestorben. Bartschin. Einen plötzlichen Tod fand der Käthner Lanosz aus Mamlitz. Als er von der Arbeit zurückkehrte, 'wollte er in der Näh: der (brnot noch einen Freund besuchen. Beim Ueberschreiten der Wiesen geneth er rn ein Torfloch und ertrank. Ellerode. Ansiedler Wehmhöfer wurde beim Dreschen mit der Dreschmaschine, die plötzlich auseinanderplatzte, durch umherfliegende Eisentheile am Kopfe so schwer verletzt, daß er seinen Verletzungen erlegen ist. Jnowrazlaw. Musketier Staubert von der 4. Compagnie des Jnfanterie - Regiments No. 140 hat sich erschössen. I g n o c z o w bei Schildberg. Der Viehhändler Feige erschlug im Streit seine Schwester mit der Axt. Kalserswalde. Hier verunglückt.; der 13jährige Sohn des Beptzers Helinski beim Dreschen Der Knabe gerieth, während der Dreschkasten in Bewegung war, hinein, wobei ihm ein Bein vollständig zerschlagen wurde. Auf dem Wege nach dem Krankenhause erlöste der Tod den Bedauernswerthen von seinen Schmerzen. P l n n e. Auf dem hiesigen BahnHofe wurde ein Reisender, Valentin Malinowski von hier, durch den aus der Richtung von Rokietnice einsahrenden Personenzug überfahren und sofort getödtet. S ch r o d a. Ein seltenes Jubiläum konnte Frau Trichinenbeschauerin Tendrich feiern. Letztens waren 25 Jahre verflossen, seit sie ihr Amt antrat. Besonders interessant ist dabei dis Thatsache, daß Frau Tendrich die erste Trichinenbeschauerin, in Preußen war. Z a w a d a. Verschüttet wurde der Häusler Biadala aus Tursko, während er hier mit der Herstelluna eines Brunnens beschäftigt war. Der Brunnen war bereits 7 Meter tief gegraben, als der !?se Sand den unten arbeitenden Biadala so verschüttete, daß er nur noch als Leiche herausgezogen werden konnte. Zwei bei derselben Arbeit beschäftigt Männer konnten noch rechtzeitig von den Erdmassen befreit werden. Biadala hinterläßt eine kranke Frau und 7 Kinder. Vovinz Sachsen. Magdeburg. Der seit Erösfnung des hiesigen Stadttheaters dort beschäftigte 93jährige Logenschließer Karl Reinecke fiel vor Beginn einer Nachmittagsvorstellung, aus dem dritten Rang über die Logenbrüstung in das Parkett hinab und erlitt dabei schwere innere und äußere Verletzungen. Er wurde noch lebend aufgehoben, starb aber während des TransPorts nach der altstädtischen Krankenanstatt. A s ch e r s l e b e n. Todtgefahren wurde das zweijährige Söhnchen des Kaufmanns Berths in der Leopoldstraße durch einen Möbelwagen, indem die Räder dem Kinde über den Kopf gingen. Das Kind soll direkt in das Geschirr hinelllelaufen s::n. F r e i b u r g a. U. In vte Halle'sche Klinik wurde letztens der Hllss Weichensteller Otto Exner überführt. der hier beim Rangiren eines Guter zuqes vom Trittbrett eines Wagens abgestürzt und so unglücklich auf die Schienen aefallen war, daß sein rech ter Fuß vomRad erfaßt und vollständia zermalmt wurde. Hall. Gutsbesitzer Quaas aus Bohra wurde hier erfroren aufgefunden. Er hatte sich, von der Reise nach hier heimkehrend, ermüdet auf einen Chausseestein gefetzt und war eingeschlafen. Kreuzeber. Aus dem Gehöft des Landwirths N. Franke kamFeuer aus, das bald einen bedrohlichen Charakter annahm. Obwohl mehrere auswärtige Feuerwehren Hilfe leiste, ten. brannten die sämmtlichen Wirth schaftsgebäude des Franke uud des AimmermannS Urlaub und das Wohnhaus der Wittwe Rümenapp meder. Frovinz Kannover. Hannover. Geh. Regierunas ratb Dr. Vbil. Ludwia Kievert. der Mathematiker an der hiesigen Techni schen Hochschule, beging sein silbernes Jubiläum als etatsmaßiger Profes sor., Mord und Selbstmord ver
übte die Modistin Wittwe Lina Hacke
hier m der Jakobmerstraße wohnhaft. Die Genannte ist im Oktober v. I. mit ihrem siebenjährigen Mädchen von Hamburg hier zugezogen. Sie stand im 31. Lebensjahre und war die Wittwe eines Prokuristen. Sie versuchte sich und ihr 7jähriges Kind durch Schneidern zu ernähren. Da sie aber völlig unbekannt war und auch sehr zurückgezogen lebte, blieb der erwünschte Zuspruch aus. Kürzlich wurdc-n Mutter und Kind an Leuchtgas erstickt vorgefunden. Das Motiv zur Tödtung.des Kindes und zum Selbstmorde ist in Nahrungssorgen zu fuchen. Adolphsdorf. Die diamantene Hochzeit konnte hier das Ehepaar Heinrich Kück und Frau feiern. Der Mann steht im Alter von 81, die Frau von 97 Jahren; beide sind noch rüstig. C e l l e. Die in einem hiesigen Hotel als Stütze bedienstete Henny Koppmann aus Herzberg a. H. hatte sich Karbolsäure durch den Hausdiener holen lassen unter der Angabe, Wäsche damit reinigen zu wollen, und trank den Inhalt der Flasche, ca. 40 Gramm, auf ihrer Kammer aus. Der Tod ist kurze Zeit darnach eingeheten. H a r b u r g. Der Forstmeister W. Kickbusch von hier wurde auf einer Treibjagd von einem Gehirnschlag betroffen: er war sofort todt. Der Verstorbene war in weiten Kreisen sehr beliebt: er stand in einem Alter von 52 Jahren. Ihm fiel in dem Moment, als der Schlag ihn rührte, das geladene Gewehr zu Boden. Seine letzten Worte an die ihn umringenden Jäger waren: Gewehr entladen!" N e u d o r f. Der Colonilt Heinrich Ramme von hier, der nach Miedenrode Torf fuhr, ist durch Ueberfahren getödtet worden. Peine. Einen schrecklichen Tod erlitt das einjährige Söhnchen des Walzwerkschlossers Niesmann. Während die Mutter ihre schulpflichtigen Kinder zum Schulgange fertig machte. übergoß sich der kleine Knabe, der sich am Tisch zu schaffen gemacht hatte, mit heißem Kaffee, indem er-den Kaffeetopf umstieß. Trotz sofortiger ärztlicher Hilfe ist- das verletzte Kind infolge der Verbrühung verschieden. Harmlose Aphorismen, Theater- und Concertbesuchern gewidmet, veröffentlicht der geistvolle Paul Marsov in München. Aus diesem Blüthenstrauß zum Theil recht' boshafter Harmlosigkeiten sei eun ges herausgerissen: Nimm Dir nur bei schönem Wetter einen Wagen zum Theater; es stehen sonst nicht aenua Leute vor der Thur, die Dich aussteigen sehen können. Gieb Deine üble Laune mit Deinem Paletot in der Garderobe ab. Hast Du schlecht zu Mittag gegessen, so kann der Künstler nichts dafür. - Mißtraue jedem Kapellmeister, von dem Deine Frau sagt, daß er schöne Hände habe. Ich muß die Musiker spielen sehen." Das heißt auf gut deutsch: Jcb muß meinen Bekannten im Saal meine Anwesenheit bemerklich .machen können." Klavierspielerinnen sind schwerer zu beurtheilen als Klavierspieler. Vom augenblicklich maßgebenden Kleiderschnitt hängt es ab. ob die Zuhörer gewahr werden, wo sie viel und wo sie zu wenig Pedal nehmen. Wenn du deinen Parketisessel geräuschvoll herunterklappst, so klemme dabei wenigstens die Robe deiner Nachbarin ein. Bis zur nächsten Zwischenpause muß sie dann schlechterdings stillsitzen. Lies nie den Text mit, wenn Gesan. ge vorgetragen werden, deren Dichtungen von Goethe oder Mörike, Lenau oder Eichendorff herrühren. Man könnte dich sonst nicht ohne Grund für ungebildet halten. Zart besaitet. Arzt: . . . Und haben Sie den Prospekt der KaltWasserheilanstalt gelesen?" Dame: .awobl aber bitte, hier steh! in dividuelle Behandlung"! Da dankich! Ich werde mich doch nicht wie ein Individuum behandeln lassen! . Rücksichtsvoll. Sausherr: Du Freunder! sag. . . möchtest Du m r n ckit freiwillig ledes Zahr hunder: Mark mehr Miethe bezahlen?" Freuno: Zum Donner warum denn?" Hausherr: Ja weißt Du. ich möcht Dich halt Nicht gern siel qern!" Nickt interessirt. Laura: Weißt Du, lieber Eduard, außer dem Baaraelde bekomine im noch eine l-deutende Ausstattung, Juwelen, Z der. K av er. abrräder. . . " Edu ard (einfallend): Ich heirathe Dich zwar nur aus Liebe doch erzähle wener! Summaris ch. Fräulein: Was hat denn der Briefträger ge bracht, Anna?" Dienstmädchen (die Ansichtskarten schnell überfliegend): Zusammen achttausend Kusse, Frau lein .... davon sind aber zweitausend wr mich!"
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Humoreske vo Karl Pauli. Der Oberst von Kühling war einer der schneidigsten Soldaten in der ganzen Armee. Er war in allen Sätteln gerecht, war ein vortrefflicher Frontoffizier, sowie ein ausgezeichneter Stratege. Im Generalstab hieß es allgemein, er könne sehr viel, und in seinem Regiment, er könne alles. Er konnte auch, was zum Dienst und Militär gehört, thatsächlich alles, nur eines nicht reden. D. h. er konnte schon reden, er redete sogar ganz gut, aber wenn er zu reden anfing, redete er sich derartig in die Hitze hinein, daß er gewöhnlich etwas' ganz anderes sagte, als er eigentlich zu sagen beabsichtigte. Der Oberst kannte seine Schwäche gar wohl und hütete sich, unnöthigerweise Reden zu halten, allein manchmal war es doch in seiner Stellung unerläßlich. Zwar die Rede, die er am Kaisers Geburtstag zu halten hatte, genirte ihn wenig, da brauchte er nicht viel Worte, seine Soldaten und Offiziere hatten alle nur eine Meinung, und wenn der Oberst sein Vlas erhob und ries: Kameraden, unser gnädigster Kaiser, unser oberste? Kriegsherr, er lebe hoch! hoch! und zum dritten Male hoch!" so wirkte das mehr, als wenn ein anderer dreiStunden gesprochen hätte. Aber es gab auch andere Veranlassungen, wo er nicht umhin konnte, öffentlich zu sprechen, da blieb denn nichts übrig, als daß er sich die Reden vorher ausarbeitete und sich den Text genau einprägte. Zum dritten gab es aber noch andere Gelegenheiten, wo ihm das Herz auf die Zunge trat und er zu reden wünschte, das aber waren die gefährlichsten Reden, da gab's gewöhnlich Malheur, und das einzige Mittel, das er dagegen in's Feld führen konnte, war die warnende Stimme seiner Gemahlin, die ihn in solchen Fällen leise mahnend, bei seinem Vornamen zu rufen pflegte. Das half dann auch gewöhnlich, aber nicht immer. Dieses letzten Umstandes wegen bat denn auch die Frau Oberst ihren Mann, am Tage der Hochzeit ihrer jüngsten und einzigen Tochter mit einem Offizier des Regiments, recht inständig, heute Abend ja auf ihren Zuruf zu achten. Aber ja doch, gewiß, natürlich, liebe Elise!" entgegnete der Oberst, aber jetzt entschuldigst Du mich wohl einen Augenblick, ich muß nur mal nach der Kaserne hinüber!" Auf dem Kasernenhof begegnete ihm der Unteroffizier Schulz. Schulz war ein Liebling des Obersten, weil er ein strammer Soldat und ein tüchtiger Exerziermeister war. Deshalb hatte er ihm auch alle Einjährigen zum Ausexerzieren gegeben und war mit der Leistung des Unteroffi- . l i r I ' gters aukeroroenmcy zusneoen. yeuie in der freudigen Stimmung, in der er sich befand, war es ein Bedürfniß seines Herzens, auch andere fröhlich zu machen, deshalb rief er den Unteroffizier an und sagte, als dieser in strammer Haltung vor ihm stand: Hören Sie mal, lieber Schulz, ich muß Jhnen meine Zufriedenheit aussprechen, Sie haben aus den Einjährigen in der kurzen Zeit alles gemacht, was sich machen ließ. Sehen Sie mal, die jungen Leute sollen in einem Jahre zweimal soviel lernen, wie die anderen in zwei Jahren, und das will eben gemacht sein, dazu muß man sie. eben einem Unteroffizier anvertrauen, der stramm ist und nicht bummelt. Denn stramm! stramm! muß der Soldat sein und " hier schwoll die Stimme merklich an das ist eben einfach Ihre Pflicht und Schuldigkeit, daß Sie ihnen das beibringen, dazu sind Sie Soldat! Dazu dienen Sie in meinem Regiment! Hier dulde ich keine Schlappheit! Merken Sie sich das, Herr! Der Kuckuck soll Ihnen in die Knochen fahren, wenn Sie mir die Kerl verpfuschen! Sie sind verantwortlich, daß das Soldaten werden, wie ich sie brauche! Verstehen Sie mich, Herr? Und wenn Sie das nicht fertig kriegen, dann fliegen Sie in's Loch! in's Loch! damit Sie über die elendigliche Bummelei nachdenken lernen! Wegtreten!" schrie er zuletzt noch den in maßloser Verblüffung dastehenden Unteroffizier an. und schritt säbelraffelnd und sporenklirrend weiter. Plötzlich fiel ihm ein, daß er ja dem Unteroffizier seine Anerkennung hatte aussprechen wollen. Hm, da war die Zunge wieder mal schön mit ihm durchgegangen, das mußte er gutmachen. Er drehte sich daher um und rief: Unteroffizier Schulz!" Herr Oberst!" Sie wissen, also jetzt, daß ich sehr zufrieden mit Ihnen bin!" Zu Befehl, Herr Oberst," antwortete Schulz der lange genug Soldat war, um von allem überzeugt zu sein, von dem seine Vorgesetzten überzeugt waren. Dann nehmen Sie mal diese fünf Mark und trinken Sie auf dos Wohl meiner Tochter eine Flasche Wein!" Zu Befehl, Herr Oberst!"Dänke'Jhnen!" und wieder schritt der Oberst rasselnd und klirrend dahin, aber ein fröhliches Lächeln wie vorhin umspielte seine Lippen. Die Hochzeit fand im Kasino statt. Alles war aufs glänzendste verlaufen, als das Gastmahl sich beinah: sei-
nem lne zunelgle. 15a Mug der Oberst plötzlich an sein Glas uno erhob sich: Meine Damen und Herren, werthe Gäste!".begann er; Thränen derRührung schicken sich nicht für einen Mann und Soldaten, aber glauben Sie mir, das Herz wird einem schwer, wenn man das letzte, geliebte Kind, das man mit Mühe und Sorge großgezogen hat, aus dem Vaterhause scheiden sieht, und nur ein Trost bleibt uns betrübten und traurigen Eltern, daß wir unser Kind einem Ehemann von der Qualität unseres Schwiegersohnes übergeben dürfen, das bekämpft nicht nur Betrübniß und Trauer, nein, das verwandelt sie in Freude und Fröhlichkcit. Ja, mit Freuden lege ich meine letzte Tochter, das Nesthäkchen, in die Arme dieses braven Mannes, den ich kenne, wie kein anderer, weil ich weiß, daß ich, will mich unserHerrgott zur großen Armee abberufen, heiter die Augen schließen kann, weil .ich mein Kind an der Seite einesMannes weiß, dem die Pflicht über alles geht. Und das muß sie dem Soldaten, erst die Pflicht gegen Kaiser undReich, dann die Pflicht gegen das Regiment und die Pflicht gegen sein Haus und die Seinen, und wer diese drei Pflichten nicht erfüllt, der ist ein Lump! Das sage ich von jedem, und wenn es mein eigener Schwiegersohn wäre. Oder glauben Sie vielleicht, ich würde Sie mit anderen Augen ansehen, weil Sie meine Tochter geheirathet? Glauben Sie deshalb die Pflichten gegen Ihr Vaterland vernachlässigen ' zu dürfen?" ' Oskar, Oskar!" flehte die Frau Oberst, aber er hörte sie nicht; stumm, mit .schreckensblassen Gesichtern den Sprechenden anstarrend, saß dieTischgesellschast da, er achtete es nicht, hochroth vor Wuth im Gesicht, schrie er mit Donnerstimme: Herr! Was bilden Sie sich ein?! Halten Sie 'mich für bestechlich? Ich dulde keine Bevorzugung! In meinem Regiment verlange ich gleiche Pflicht und gleiches Recht für alle! Herr, Sie haben Ihre Pflicht zu thun, oder dieser oder jener soll -Sie frikassiren! Sie tragen des Königs Rock, sind Offizier und in meinem Regiment! Wissen Sie nicht, was das bedeutet, diesem Rock, diesem Stand, diesem Regiment Schande machen? Das heißt ein Elender, ein Feigling sein, das h:ißt, ein Verbrechen begehen, auf dem der Tod, die Degradation steht! Und das sollte ich an Ihnen erleben? Niemals! Niemals! Hören Sie, Herr!! Ich werde das zu verhindern wissen und sollte ich Ihnen mit eigener Hand den Deqen durch den Leib stoßen! Augenblicklich geben Sie Ihren Degen und melden sich bis auf Weiteres zum Stubenarrest!" Fast sinnlos 'vor Aufregung hatte der erzürnte Regimentschef dieseWorte herausgestoßen. Jetzt wischte er sich den Schweiß von der Stirne und sah sich verwundert um. O weh, o weh, da hatte er wohl wieder mal ganz etwas anderes gesagt, als er sagen wollte! Zugleich sah er seine Tochter thränenüberströmt auf sich zukommen. Bestürzt ergriff er das Glas und rief: Also trinke ich auf das Wohl meines Schwiegersohnes, des ehrenwerthesten Offiziers unserer Armee!" Hoch! Hoch! Hoch!" klang es ringsherum wie von einem Alp befreit, und jeder Herr beeilte sich, mit seiner Dame ein so lebhaftes Gespräch anzuknüpfen, wie es irgend möglich war, um den üblen Eindruck zu verwischen. Der Oberst aber sagte zu seiner Frau: Sage mal, Elise, ich bin wohl etwas weit gegangen?" Weit?" sagte die noch vor Aufregung zitternde Dame. Erst wolltest Du ihm den Degen durch den Leib rennen und dann gabst Du ihm Stubenarrest!" Na, laß man!" sagte der Oberst, ich gebe Dir mein Ehrenwort, daß ich nickt eher wieder rede, als zur Hochzelt unseres ältesten Enkelkindes. Darauf laß uns mal anstoßen. Rist Du zufrieden?" Da nickte die Gefragte mit dem Kopfe und antwortete: Ja, Oskar, da werde ich doch eine Reihe von Iahren Rufe haben!"
(Sine Vielgeschiedene. Wie geht's, gnädige Frau?" Danke, gut! Komme aus den Flitterwochen gar nicht heraus." HeroischenMuty zetgle eine kranke Frau in Wisconsin. Wegen Lähmung beinahe hilflos und allein in dem in Brand gerathenen Hause, in welchem sich, wie sie wußte, 50 Pfund Dynamit befanden, gelang es der Frau des an Mineral Lake wohnhaften I. M. Jansen doch, auf Händen und Füßen aus dem Hause durch den Schnee in den eine kurze Strecke entfernten Stall zu kriechen. Jansen war bei der Arbeit im Walde, als er das Feuer sah; er lief heim und fand seine Frau bewußtlos und beinahe erfroren im Stall, als auch gleich daraus die Explosion mit furchtbarer Gewalt erfolgte, welche auch den Stall theilweise zerstörte. In der bitteren Kälte fuhr Jansen dann ferne Frau nach dem 12 Meilen entfernten Mellen und brachte sie von dort in das Hospital zu Ashland.
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