Indiana Tribüne, Volume 28, Number 153, Indianapolis, Marion County, 20 February 1905 — Page 1
N v :i O . .OO Tage und vn Taae- und ironniaasblait 8 2.1'Oc? per Woche. JJ: LSSSVSLSL 1 Soimtagsblalt 8 IOo per Wvche. 1MAK VU-V -V?
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. , i - . Erscheint feden Nartxrntttag. "- 1 ; Jahrgang 23. Indianapolis, Ind., Montag, 20. Februar 1905. - No. 153. MMII'MHMMaMSBWMWWMMWMBMMBWBWMBilMBMMMBiMtWBMiWWHWiMBMBBBWiHBBWi f . .
Mesiges Schaden -
Die Süd Meriöian Straße der Schauplatz. ganzes Häufergeviert eingeäschert.
Der Schaden Wer eine Kurz nach 10 Uhr gest:rn Abend rief ein General.Alarm vom Kasten No. 92 die Feuerwehr nach der Süd Meridian Straße. Das vierstöckige Geschäftshaus der Fahnley & McCrea Millinery Co., No. 240 - 242 Süd Meridian.Straße, mit seinem riefigen Waarenlager stand in hellen Flammen, und die aus dem Dache prasselnde feurige Lohe bewies t dem Feuerwehrchef und seinen Asfiften ten. daß an dem Gebäude nichts mehr zu retten sei, und alle Anstrengungen der wackeren Löschmannschaften wurden auf die benachbarten Eebäude, die dort dicht gedrängt zusammenstehen, con centrirt, um einer Verbreitung der Flammen entgegenzuarbeiten. Vergeblich in unglaublich kurzer t Zeit hatten die Flammen die nächst an grenzenden Gebäude ergriffen und keine Menschenhand vermochte den Flammen Einhalt zu gebieten bis das ganze Häusergeviert ein einziger riesiger Feuerherd schien. Kiefer Droguen-Handlung, Griffith VroZ. Putzwaaren.Geschäft, das Eta dliffement von der Dolmetsch Co., das Union Station Hotel, Muellerschön's St. Charles Hotel, das Sherman Ho tel. die Mu:r Mlllmerv Co. waren m weniger als Stundensrist in den Flammenmantel eingehüllt, der alles ver Nichten zu wollen schien. Der rothe Wiederschein am Nacht Himmel hatte Tausende von Neugierigen angelockt und die Polizei, die in starken j DetachementS zur Stelle war, sah sich genöthigt, mit Seilen das Feuerrevier abzusperren, damit die Löschmannschaf ten in ihrer Arbeit nicht gehindert wurden. Riesige Wafferströme wurden von den Dampfspritzen unaufhörlich in das Feuermeer geschleudert ohne sichtliches Ergebniß. Die herrschende Höllen gluth verwandelte das aus den Schläu chm kommende Waffer in Dampf ehe es noch die Gebäude erreichte. C5 schien eine hoffnungslose Aufgabe zu fein, der die Löschmannschaften ge genüberstanden, aber unentwegt thaten sie ihre Pflicht. DiePanik in den mit Gästen gefüllten und von den Flammen bedrohten Ho telS war selbstverständlich groß. Doch gelang e5 allen, wenn auch unter Zu rücklaffung ihrer Sachen, fich zu retten. Herr ChaS. Muellerschön, der Besitzer deS St. Charles Hotel, welcher krank im Bette lag, wurde glücklich inS Freie getragen und in einem Wagen nach einem Quartier gebracht. ES war ein Glück, daß das Feuer nicht zu späterer Nachtstunde stattfand, denn sonst wären in den verschiedenen HotelS sicherlich Menschenleben den Flammen zum Opfer gefallen. Captain Quinn verletzt. Um 12 Uhr, also etwas über eine Stunde nach Ausbruch des Feuers stürzte schon die Wand deS an das Fahnley Eebäude grenzenden Etablissements von A. Kiefer Co. 'mit Donnergetöfe ein. Laute Rufe warnten die bedrohten Feuerwehrmün ner, die fich in der Nähe des Gebäudes befanden, auf der Hut zu sein, alS die Wand sich bedenklich neigte. Alle ent. kamen bis auf Capitain Quinn von der 18. Compagnie, der sich so weit vorge wagt hatte, daß er sich nicht gänzlich aus der gefährlichen Nähe entfernen konnte, als die eiserne Wand stürzte. Capt. Quinn wurde von . fallendem Gebälk zu Boden geschleudert und an den Beinen verletzt. Er weigerte sich, die herbeigerufene Ambulanz zu beste! gen und kehrte später nach dem Feuer und in den Dienst zurück.
Million. - Kein Menschenleben verloren, stBcr
Capt. Quinn verletzt. MM 4MMMM M Die zerstörten GeschäftsHäuser. Fahnley & McCrea, Millinery Co.. 24042 südl. Mer! dian Str. Fahnley & McCrea, Millinery Co.. 237239 McCrea Straße. Fahnley & McCrea Millinery Co., 814 West Louisiana Str. Grisfith BroZ., Millinery Co., 232-34 südl. Meridian Str. und 229 Z7..Crea. A. Kiefer Drug Co., 23135 McCrea Str. Union Station Hotel an Loiri siana Str. A. Kieser Drug Co., 23633 Süd Meridian Str. E. C. Dolmetsch Co., 22330 Süd Meridian Str. St. Charles Hotel, 225 McCrea Straße. Sherman Houfe, Louisiana und McCrea Str. Muid Millinery Co., 22123 McCrea Str. United States Expreß Co., 250 bis 252 Süd Meridian Str. a3 stürzen der Wand hatte auch eine bedauerliche Hemmung der Lösch arbeiten zur Folge. DaS schwere Eisengebälk bedeckte im Sturz die in der Straße liegenden Wasserschläuche und preßte sie derart zusammen, daß das Wasser in ihnen stockte. ES war eine eben so schwere wie ge fährliche Aufgabe, der sich die Feuerwehrmänner unterziehen mußten, um die Trümmer, die beinahe rothglühend waren, von den Schläuchen zu entfer nen, oamtt vleielven wteoer viennoar gemacht wurden. Fortwährend fielen neue Trümmer stücke in die Straße und man kann von Glück sagen, daß sie keinen der Männer, die mit der Arbeit betraut waren, tra fen. Gespannt schaute die Menschen menge dem gefährlichen Unterfangen zu und erleichtert athmete der Feuerchef wieder auf, als die Wasserschläuche wie der zum Gebrauch bereit waren. ' Zur selben Zeit als die Wand stürzte, bot das Feuer einen schauerlich schönen Anblick dar. Der Theil der Lagerräume der Dolmetsch Co.. in welchem die FeuerwerkSkörper, mit denen die Firma handelt, aufgespeichert waren, hatte Feuer gefangen. Leucht kugeln flogen durch den rothen Feuer schein, Raketen prasselten durch die Luft und zu a'ledem lieferten die Teto Nationen der in Kiefer'S nun auch in hellen Flammen stehenden Droguen Handlung explodirenden pirituSfüsser die dämonische Begleitung. Paine's Untergang von Pompeji" ist nur ein schwaches Seitenstück zu dem gestern Abend durch' das Feuer' gebotenen Schauspiel. Weit ü b e r eine Million. Der an den Waarenlagern angerich tete Schaden läßt fich zur Zeit in run den Zahlen nur annähernd wie folgt abschätzen : - Zkerluft. . Versicherung Fahnley & McCrea. . .$260,000 $200,000 A. Kiefer Drug Co.. . 225,000 200,000 Srifstth Bros 150,000 125,000 C E. Dolmetsch Co. . 40,000 25,000 Muir Millinery Co. . . 10,000 8,000 Sherman Hotel. 10,000 5,000 Savoy Hotel.... 10,000. 5,000 St. Charles Hotel ... 5,000 3,000
Seuer.
4it?i Die sämmtlichen Gebäude sind als ein totaler Verlust zu betrachten, der in Gesammthöhe sich auf etwa $375,'000 l!mi , 8"?fl.r aitnrt Ö97sl nslsl H hafff fl hf I etwa L270.000 aeaenüberfteht ; der Totalverlust an Waaren und Gebäude würde also etwa Ll,1M.M betragen. Die Lagerräume der Fahnley & McCrea Co. waren für die Frühlings Eröffnung, welche auf heute, .Montag, festgesetzt war, mit den feinsten Waa ren gefüllt. Das Lager war für die Saison vorbereitet und der Verlust an fertigen Waaren und Materialien muß ein riefiger sein, den selbst eine hohe Versicherung lange nicht deckt. xw?.,f.. rt;n w reitR .. usuivfc ii1 vv vfcfc vsillif miiw ( der Muir Millinery C. Auch diese Firmen hatten sich für ein lebhaftes FrühjabrSgefchäft vorbereitet. Wenn man bedenkt, daß auch die I Kieser Drug Co. und die Dolmetsch Co. gerade zu dieser Zeit volle Waaren lager sührten, so kann man die Gesammtverluste dieser Firmen auf fast S750.000 füglich schätzen, rechnet man noch dazu den Verlust der Gebäude und der benannten HotelS. sowie der Erpreß Co., so wird der Schaden mit S1,100,000 nicht zu hoch bemessen sein, Wie von anscheinend gut unterrich teter Quelle verlautet, steht dem Ver. lust nur eine Versicherung von etwa L800.000 aeaenüber. Durch das Feuer werden etwa 400 Leute brotlos. Die betroffenen Firmen beschäftigten nicht nur selbst eine große Armee von Angestellten, sondern auch die Lieferanten für die Firmen werden mit dem zeitweiligen Verluste der Kundschaft dieser großen Häuser zu rechnen haben. 'Der Anblick des zerstörten Häuserge viertS gewährt ein Bild der Verwü stung. Nur kleine Theile der Mauern stehennoch, sonst nichts als Schutt, Ruinen und Wafferlachen.. - Die Arbeit der Löschmannschaften muß man in jeder Weise beloben. Ihre Führung war intelligent und die Mannschaften zeigten treffliche Disci plm und btS an Verwegenheit gren. zende Furchtlofigkelt. Der Umstand, daß Thauwetter eingetreten ist. kam den Löscharbeiten trefflich zu statten, wenn eine so grimmige unter Nullkälte wie sie vor ewigen Tagen herrschte gewesen wäre, so wäre der ganze Stadtthell verloren gewesen. Die ganze Nacht hindurch bewachten Feuerposten die Brandstätte, denn ein auSbrechendeö Nachfeuer hätte sehr gefährliche Ausdehnung gewinnen kön nen. Die Feuerwehr arbeitet m i t B r a v o u r. Zwanzig Feuerwehr . Compagnien tnwrxmr !,ls, und nur dr.z l5nm. w v pw -vww wfrw m X' pagnien konnten als Reserve zurückge halten werden, im Falle noch ein ande re5 Feuer ausbrechen sollte. Die Com pagnien auS Haughdklle, Nord In dianapolis und Jrvington waren zur Stadt beordert worden und zwei weitere Compagnien wurden zeitweise im Hauptquartier untergebracht, so daß genügend Schutz gegen andere FeuerS gefahr zur Hand war. Auf dem Armstrong Gebäude waren zwei Schlauch'Compagnien statlonirt, die dieses Gebäude zu schützen hatten und zugleich dafür Sorge tragen muß ten. daß das Feuer in dem Dolmetsch Gebäude bekämpft wurde. In der fürchterlichen Gluth, welche weit über ihre Köpfe hinwegfegte und in dem Rauch, der fie zeitweise völlig zu er sticken drohte, hielten die Leute wacker Stand und die angrenzenden Gebäude konnten so gerettet werdend Das Feuer
wurde auf seinen durch die Alley be grenzten Herd beschränkt.
Ander Louisiana Str. An der LouMana Str.. den Gebäck. und Telearavbenräumlickkeiten der Union Railmaii Co. aeaenüber. war die Sitze eiweilia eine kürckterliSe. und I - - ' ' ' die den theilweise eingestürzten Kiefer Drug Co.. entströmenden Ammoniac " und Droauendünst. ctflirffot faß hi an Nlkk-k, (tuihnrrh. 55aN nff. St,nR,r des Geväckraumes sowie auck des Tele. aravbenummerö wurden durcb die fiifee ' I iinh ihtmÜ hnrA UVltnY vUntU " ' -wr- I steine zerstört. Die südlichen Wände des brennenden 5iäuferaeviertes ür,ten frtst n .? tfnh M..trmffnttr 6fflitei gegm . 11 i t D I die GepäckrSume des Union Depots rich. ten, um dieses vor Feuersgefahr zu schüfen. Das auf die heißen Steine fallende Wasser löste sich sofort wieder , . - , in Dämpfwolken auf, die Arbeit jedoch gelang, das Bahnhofsgebäude wurde gerettet. Hotelgäste fliehen in .ftaft. Die vielen Gäste der gbae. ' " i" hrannim FrtZ miirn rtrnfM obaleicb eine aroke An,abl derselben w w w w w gvwwwvp ----- - i nur in ihren Nachtkleidern entfliehen konnten. Die Polizisten Dugan und Bailey waren sofort beim AuSbruche des Feuett zur Stelle und die Gefahr . . . . . . I
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eten Sherman Hotel. Alle Gäste wur den aus dem Schlafe getrommelt und in mehreren Fällen, wo nicht sofort geantwortet wurde, stießen sie lurzer Sand die Thüren ein und zwangen die noch halb lm Schlummer sich Befinden den sich in's Freie zu begeben. Mehrere der Frauen, obgleich die Flammen an allen Seiten wütheten, wollten mlt Ge walt erst ihre Werthsachen zusammen packen wurden aber doch so schnell wie mögllch nach außen befördert. Ein zelne benutzten die Treppen, während andere die Feuerleitern hinabstiegen, DieHaushälterindes HotelS benutzte die Feuerleiter, um sich zu ret ten. Sie wurde durch die ins Zimmer dringenden Feuerwehrleute geweckt. Als sie halb nach unten geklettert war, besann sie sich und wollte ihre Kleider haben, da aber die Feuerwehrleute mit anderen Sachen beschäftigt waren, ließ sich natürlich nichts für sie thun, Charles Mu ellerschoe n, der Besitzer deö St. Charles Hotel lag ,ur 5?eit des Neuers bilfloS im Bette. wurde, aber durch seinen farbigen Por. n m bem Zeiten Stockwerke zur Straße - getragn, zuerst im Union Bahnhgs untergebracht und später nach tmm mpo.)ren Quartier befördert, e Muellerjchoen ist schon seit länge ux Mt durch Rheumatismus bett Iagerig unb fap hulfloS gewesen. Viele Freunde, denen sein Zustand bekannt mtf richteten Anfragen nach seinem Befinden an die Polizei und die Feuer ehrleute. AufderScheidelinie giebt '5 harten Kampf, Ein harter Kampf hatten die braven Feuerwehrmannschaften auf der Alley. "ß im Norden des brennenden HüusergeviertS . zu bestehen, um die Flammen am Ueberspringen auf das nördlich belegene Geviert zu behindern und der Bravour derselben ist es zu verdanken, daß nur ein kleiner Verlust dort zu verzeichnen fein wird. Im Ge bäude der Muir Millinery Co., einem kleinen zweistöckigen Gebäude, brach ein Feuer aus, welches jedoch nach heroi fchem Kampfe gelöscht wurde. Eine Zeitlang sah eS darnach aus, als ob die Flammen die schmale Alley über springen würden und als die Wand einstürzte und die Fenster deS Arm ftrong Gebäudes einschlug, da glaubte wohl die Mehrzahl der Zuschauer, daß jetzt auch daS andere Geviert in Brand gerathen würde, der übermenschlichen Anstrengung der Feuerwehr gelang eS, das fast sichere Unheil abzuwenden und dem.Feuer eine Grenze zu strecken. An der MeridlanStraße. An der Meridian Straße schössen schon bei Ankunft der Feuerwehr die
glammen mit furchtbarer Wh halb über die Straße hinweg und dann zum
Hwmel' empor, und dicker, schwarzer drang -auZ den deren Etagen durch die Fenster. dsZ Innere M E'bäudeS schmar, wie mit einem Schleier verhüllend, den ab und ,u ein rv r . w ......... . m. . treuerem ourqieuajieu. Plosucy stürzte mtt .lautem, donnernden Krache c ... ipi ! . i. .. n..pik ... nt oer lagen ein, oer uunoiua zer n . t .ii v v v v rr.tf v llllen UN0 OONUeiNO UNO (TO 1UIIO wüthete die weißglühende Lohe him r R. m neioon. Aann vraq vas euer m w - . t. rn m stellen öioawrnc ves iiioucg Selegenen GebäudeS auS und in Zeit n wenigen muien waren imm, Hie südlich vom McCrea Gebäude b'kg"n GeschSstSlokale und Hotels . f l vmmenmr. DaSKieferGebäude mit dem automatischen Sprenkelsysteme ausgerüstet, stand dunkel nördlich vom Feuerherde und zeitweife schien es, als ob es gelingen werde den Wüthender Flammen Einhalt zu gebieten. Plötz lich jedoch stürzte eine der Wände ein und ofort tand der dlSver eme Stanke gewesene Bau in Flammen. !.?. p v w ? ...3f.fjt. nr . V1" oas wuzx .xntqum viaq rung und als die großen Spiritus. rrr e i i.f v' V. C .. 1 ftw später erplod.reenund feurige " j"u"u""' sandten, da war eS sicher, daß daS - VUUZ """"'"" Virl rrr jit notmmlfn ttiftr Ein schauerlich schönes Schauspiel' JJfcWUlf IVtl VW HUI ytlllMUt WVk..v. Funkengarben, die große Feuerbrände weit bis über die Washington Straße hinwegtrugen und die in feurigem Regen auf die anderen Gebäude nieder fielen. Nur der noch auf den Dächern liegende Schnee verhinderte eine größere Feuersbrunst. . Das Gerücht, - daß eine Quantität Nitroglycerin im Kie fergebäude auf Lager gehalten wurde, erwies fich als unbegründet. Feuer im Grand Hotel. Um halb zwei Uhr früh kam von Kasten 97 ein neuer Alarm und die er müdeten Löschmannschaften mußten zum Grand Hotel, deffen Dach an scheinend durch Funken vom Meridian Str. Feuer in Brand gerathen war. Das ganze Innere des Hotels war mit Rauch gefüllt, und die Leiter deS HotelS waren darauf bedacht, alle Gäste so schnell wie möglich in'S Freie zu bringen. .DaS Feuer erwies sich zum Glück als unaemvrucy und war vaid mit em paar chemischen Handspritzen gelöscht. Die Gäste suchten beruhigt ihre Zim mer wieder auf. Messerheld verhaftet. - X Sagt Selbstvertheidigung war das Motiv zur That. Claude Stelting. 137 Blake Str., 17 Jahre alt, der gestern früh verhafte wurde, gestand unter Kreuzverhör dem Polizei-Superintendenten, daß er ChaS. Klink, 1633 Spann Ave., sowie auch Carl Leppert aus Clermout mittelst Messerstiche verletzte. Er erzählt, daß er feine Braut, Minnie Murphy, 246 West Maryland Str. von einem Tanze nach Hause begleitete und daß an der Ecke der Washington Str. und Scnate Ave. mehrere junge Burschen dem Mäd chm Beleidigungen zuriefen. Er habe darauf sein Messer gezogen und einem derselben einen Messerschnitt unter dem Auge beigebracht.' Dies muß Klink gewesen sein, dessen Auge mittelst Mes serstiches so verletzt wurde, daß er daS selbe vielleicht verlieren wird. Dr. Wright der Polizeiarzt, hat ihn zur Zelt in Behandlung. Darauf, sagt Stelting, sei er mit dem Mädchen nach Hause gegangen und dann sei ihm eine andere Gesellschaft junger Burschen begegnet und als angeblich einer der selben ihn streifte, habe er wieder mit dem Messer drauf loS geschnitten. Die ser Mann muß Leppert gewesen sein, der mit durchschnittenen Adern und mit gefährlicher Stichwunde , im Unter leibe' im Hospitale liegt.
' Maiseler-Conserenz. In der am Sonntag stattgefundenen Sitzung der Delegaten der verschiedenen
deutschen Gewerkschaften, wurde be schloffen, auch dieses Jahr wieder eine Maifeier zu veranstalten. Die nächste Sitzung findet am Sonntag, den 5. März. Vormittags 10 Uhr, in der Co lumbia Halle statt, in welcher sonstige Vorbereitungen getroffen und die ver schieden! Comites ernannt werden. Bekannter Pferdehändler gestorben. John Stuck, ein alter wohlbekannter Pferdehändler der Stadt, ist gestern Abend in seiner Wohnung 115 Nord Alabama Str., gestorben. La Grippe und Rheumatismus werden als Todes Ursache angegeben. Stuck war einer der bekanntesten Pferdehändler in Jndiana, da er über den ganzen miit leren Westen hinaus kaufte und der kaufte. Obgleich er doch viele werth volle Pferde kaufte, mehrere derselben sogar berühmte Rennpferde, hat er sich doch niemals als aktiv an Pferderennen betheiligt. Gewöhnlich verkaufte er die Pferde gleich nach dem Einkauf so fort wieder.. Dampfvascherei in der Polizeiflation. Eine Dampfwäscherei im Kleinen, owie auch eine Badeanstalt betrieb gestern Abend Polizeimatrone Reißner, um ein kleines Kind, welches mit seiner Mutter zugleich in der Station abge iefert war, in einem menschenwürdigen Zustand zu versetzen. Die Mutter der Kleinen wurde unter der Anklage, das Kind grausam behandelt zu haben, ver hastet. Nach Aussage ver Matrone langte das Kind mit einem dünnen Jäckchen, Höschen und Schuhen bekleidet halb er starrt bei ihr an und da fie nicht über's Herz bringen konnte, das kleine Wesen in seinem verwahrlosten Zustande zu belassen, sah sie keinen anderen AuS weg wie den, sich selber an die Arbeit zu machen, dasselbe zu baden und der Klei nen die Kleider zu waschen. Ein recht zufriedenes, nettauSsehen deS Kind, lachte nach vollzogener Meta morphose die Umstehenden freundlich an, als wollte eS sich für die ihm wie verfahrene menschliche Behandlung bei allen bedanken Nachrichten aus Jndiana. E v a n S v i l l e. George Sauer, ein MufikalieN'Verkäufer wurde wegen des lexten November an der 15 jährigen Mary Osser begangenen kriminellen Angriffs zu 2 bis 14 Jahren Gefäng niß verurtheilt. Sauer entstammt einer geachteten Cincinnatier Familie und bereits zwei Schwestern sowie seine Mutter, find seit die Anklage gegen den jungen Mann erhoben wurde, vor Gram gestorben. R ichm on d. Auch in den Jndiana Oelseldern organisiren fich die Oelland besitze?, um sich zum Kampf gegen das Monopol der Standard Oel Co. zu rüsten. ES wird angeregt, daß es an der Zeit fei, dem Beispiele der Stand ard Oel Co. zu folgen und eine unab hängige Oel'Raffinerie im Staate zu errichten. D e c a t u r. Henry Silling. 50 Jahre alt, ein in der Nähe dieser Stadt wohnender reicher Farmer, erschoß sich gestern mittelst einer Scheibenbüchse. Da man keine Gründe kennt, weshalb der Mann Selbstmord beging, so wird allgemein angenommen, daß er bei Be gehung dieser traurigen That sich in einem , Zustande der UnzurechnungSfühigkeit befand. EPT, Geo. A. Nemmetter, 224 Nord Vine Strabe, feiert am Dienstag, ven 21. Februar sein 20steö Jubi läum im Saloon Geschäft. Ein auter Lunch wird zu der Feier diefeö Tageö fervirt zu dem alle seine Freunde und Gönner freundlichst eingeladen flnd
