Indiana Tribüne, Volume 28, Number 152, Indianapolis, Marion County, 18 February 1905 — Page 7

Jndiana Tribüne, 18. Februar 1905.

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f Chürrn . r tteman von A Pmtl d'Aioretnsnt 5 ir;r'v! (Fortsedung.) Das geht nicht, Großpapa," erklärte Rein: mit großem Ernst. 2)u wirst später sehen, weshalb nicht, und mir beipflichten; wir müssen die Sache allein durchführen. Zunächst höre mich einmal ruhig an. Erst gestern erhob Andre mir gegenüber, als von Gratiens Helfershelfer bei dem Morde die Rede war, den Einwand, es sei bei seinem Charakter gar nicht anzunehmen, daß er überhaupt einen solchen zugezogen habe, weil er sich dem Betreffenden ja dadurch zeitlebens völlig in die Hände geliefert hätte. Dies Bedenken ist auch Dir und Herrn Servian früher gekommen, und ich habe gleichfalls lange vergeblich darüber nachgesonnen, bis eine wunderbare Fügung mir eines TageS die Erleuchtung brachte." Das verstehe ich nicht. Du mußt mir das erklären." Gratien ist nicht davor zurückgeschreckt, sich einen Helfershelfer zu besorgen, der die Unthat statt seiner verübte, weil er ganz sicher war, daß dieser ihn niemals verrathen,, sondern auch in Zukunft seinem Willen völlig unterworfen bleiben werde. Es gibt 'nur ein einn'-e? Mittel, in solcker Weile einen anderen unvedmgt gefügig zu machen, und das ist der Hypnotismus und die posthypnotische Suggestion. Sie allein liefert die Lösung jenes traurigen Räthsels!" Aber Kind, glaubst Du denn wirklich im Ernst an diese Dinge?" meinte Lemarchand kopsschüttelnd. Jch weiß wcyl, Großvater, daß Du in dem Hypnotismus nur Schwindel sebst. und Deine Meinung wurde früher von vielen Fachmännern getheilt. Jetzt aber werden Hypnotismus und Suggestion als wienschaftlich und praktisch erwiesene Thatsachen anerkannt." Sie erzählte nun denrnoch immer zweifelnd und - ungläubig zuhörenden Großvater den tiefen Eindruck, den die Angaben der gelesenen Werke auf sie gemacht hatten, dann fuhr sie fort: Doch verfügte ich blos über theoretische Kenntnis auf diesem schwierigen. Gebiet. Aber hier in Paris habe ich auch die nöthige praktische Erfahrung geWonnen. Ich lernte csxtx den Doktor Robert kennen, den Lieblinasschüler des berühmten Charcot, und er lud mich auf meinen Wunsch ein, zu ihm in seine Klinik zu kominen, die von vielen Damen besucht wird, und seitdem bin ich fast täglich dort gewesen. Die Praxis des Hypnotismus und der Suggestion ist mir jetzt ebenso vertraut, wie die Theorie. Und eben deswegen besteht für mich gar kein Zweifel darüber, daß Gratien während seiner medizinischen Studienzeit ebenfalls sich damit beschäftigt hat,' wenn er auch niemals etwas darüber verlauten ließ. Das Räthsel des Mordes meiner Mutter ist sofort gelöst, wenn wir annehmen, er habe die Person, die er dazu ausersehen, an seiner Stelle und während seiner Abwesenheit die gräßliche That zu vollbringen, erst hypnotistrt und ihr dann in diesem Zustande den Befehl dazu ertbeilt." 3 st das denn wirklich denkbar?"' Daran ist gar kein Zweifel möglich. Ich bin wiederholt Zeuge gewesen, wie Doktor Robert in seiner Klinik durch Suggestion alle möglichen imaginären Verbrechen vornehmen ließ, und habe mit eigenen Augen gesehen, wie derartige Versuche sowohl hypnotisch, wie posthypnotische ausgeführt wurden. Allerdings sind nur wenige Personen ohne wiederholt vorhergegangene Hypnotisirung so suggestibcl, daß man ihnen erfolgreich eine kriminelle Suggestion geben kann, allein diese Vor-, aussehung ist in dem vorliegenden Falle ja ganz und gar nicht ausgeschlossen. Eine fernere Voraussetzung ist, daß Gratien um das Geheimniß des Sanges gewußt hat. Allein ich zweifle daran nicht und nehme an, daß Gratien, durch einen Zufall aufmerksam -gemacht, meinen Vater zu belauschen gewußt hat, wie er meine Mutter in jenes Geheimniß einweihte. Dann hat e? die betreffende Person hypnotistrt und ihr in diesem Zustande den Befehl ertheilt, sich des geheimen Ganges,- dessen Mechanismus er natürlich dabei erklären mußte, zu bedienen, um in das Schlafgemach meiner Mutter zu gelangen und sie zu tödten." Aber dann wußte diese Person doch nachher, daß er der intellektuelle Urheber jenes Verbrechens ist?" Rein, Großvater. Der Hypnotiseur kann zugleich den Besehl ertheilen, daß der Hypnotisirte nach der Ausführung vollständig vergessen soll, was er ihm gesagt hat." Das ist das Unheimlichste, was ich je in meinem Leben vernommen habe," erklärte Lemarchand, dessen Zweifel augenscheinlich noch immer nicht gehoben waren. Und wer soll nun die Person gewesen sein, deren sich Gratien zur Ausführung der That bedient hat?" ' ReineMa",ie wechselte die Farbe und senkte den Blick. Das werden wir in dem Augenblick erfahren, da mein Plan gelingt." Darfst Du aber wirklich darauf hoffen?" warf der alte Herr ein. Wenn Gratien in der That die unheimliche

Fähigkeit besitzt, andere hypnotistren zu können, so ist doch in erster Linie zu fürchten, daß er durch irgend einen Zufall argwöhnisch gemacht Dich selber hypnotisiren wird, um Dich dadurch seinem Willen zu unterwerfen." Erstens wird er keinen Argwohn schöpfen und zweitens wird er mich nicht zu hypnotisiren vermögen. Es sind nämlich durchaus nicht alle Menschen dafür empfänglich, und ich gewiß nicht. Doktor Robert hat sich zu wiederholten Malen alle erdenkliche Mühe gegeben, mich zu hvnotisiren, aber es hat nie auch nur den geringsten Erfolg gehabt. In dieser Beziehung darfst Du ganz und gar beruhigt sein." Gut" Du sollst Deinen Willen haben, sobald Du mir versprichst, daß ich bei der Ausführung Deines Vorhabens zugegen sein soll." Das mußt Du sogar Du und Andre, der sich bereits mit allem einverstanden erklärt hat." Und was hat er dabei zu thun?" Ihm fällt sogar die Hauptrolle zu, die ich ihm leider nicht ersparen kann. Aber es muß sein! Das habe ich ihm erklärt und das rufe ich auch Dir zu, Großvater, denn auf andere Art werden wir niemals unser Ziel erreichen. Höre nur weiter. Einst betrachtete Gratien meine Mutter als das Hinderniß, das zwischen ihm und der Befriedigung seines Ehrgeizes stand, und deswegen faßte er den Entschluß, sie aus dem Wege zu räumen. Jetzt glaubt er, daß Andre zwischen ihm und mir stehe. $ch habe ihn nömlich glauben gemacht, daß ich nur deswegen nicht einwillige. o:e tmt zu werden, weil die Rücksicht auf Andre mich davon abhielte. Seine Leidenschaft muß nun in einer Weise aufgestachelt werden, daß er sich entschließt, auch Andre zu beseitigen und zwar genau in derselben Weise, wie damals meine Mutter." Du willst also in Saint-Luc " Nur dort kann sich uns das Räthsel enthüllen," fiel sie ihm mit finsterer Entschlossenheit in die Rede. Ich habe auch zu Hause bereits die Einleitung dazu getroffen und wollte nur Dich noch bitten, Dich mit meinem Vorhaben einverstanden zu erklären. Ich werde in wenigen Tagen mit Violette und dem Kleinen nach Saint-Luc abreifen. Du erinnerst Dich vielleicht aus meines Vaters Erzählungen, der ja oft davon sprach, daß in unserer Familie das alte Herkommen besteht, wenn ein Stammhalter auf die Welt gekommen ist, ihn möglichst bald der .Jungfrau aus dem Morgenlande' im Thurmzimmer gewissermaßen vorzustellen. Man hat das immer als eine nicht zu versäumende Pflicht betrachtet, denn es geht die Sage, daß es Unglück bringe, wenn man es unterlasse. Daran habe ich nun gemahnt, und Papa, der so sehr an alten Ueberlieferungen hängt, war auch gleich damit einverstanden, zumal ich außerdem geltend machen konnte, daß der Kleine hier in Paris nicht mehr so gut gedeiht, wie vorher in der Landluft. Papa selbst ist aber fest

entschlossen, Sarnt-Luc nicht mehr zu betreten. Er wird deshalb mit Herrn Bissus zunächst noch hier bleiben, um erst noch einige Vereinbarungen mit seinem Verleaer wegen eines neuen Werkes zu treffen, und dann nach Tauzia zurückzukehren, wohin Violette und ich mit Jacques-Andre später nachkommen sollen." Ganz gut. Dann werde ich Euch nach Saint-Luc begleiten," erklärte Lemarchand. Eben um das wollte ich Dich bitten, Großvater. Aber Du nicht allein Andre muß gleichfalls mitkommen. Gratien aber die Weisung erhalten. Euch Beide so lange zu vertreten. Das wird feinen eifersüchtigen Groll erregen, und wenn Du ihm dann anheimstellst, uns am Sonntag zu besuchen, so wird er bestimmt davon 'Gebrauch machen. Tann aber muß sich die Sache entscheiden, wenn meine Voraussetzungen in Erfüllung gehen woran ich nicht zweifle." .. Du hast mein Wort," erklärte Lemarchand ernst, und somit mag alles geschehen, wie Du es haben willst. Ich ermähne Dich aber nochmals, mein Liebling, vergiß keinen Augenblick, mit welch furchtbarem Gegner wir es zu thun haben!" Reine-Marie versicherte Zuversichtlich: Ich werde nicht unterliegen; der Himmel wird mich beschützen!" 23. Kapitel. m Donnerstag waren Violette und Reine-Marie, begleitet von Paultne, mt den kleinen Jac ques-Andre trug, sowie von Lemarchand und A:'.ore auf Schloß Saint-Luc eingetroffen. Reine-Marie schloß persönlich die Zimmer ihrer verstorbenen Mutter auf, um Licht und Lust einzulassen. Wir müssen die Räume etwas freundlicher zu gestalten suchen, damit Violette und Großpapa, wenn sie nachher mit dem Kleinen kommen, nicht allzu peinlich berührt werden." sagte sie. Willst Du Blumen?" fragte der junge Herzog. Ja. viele Blumen, wie es Mama liebte." Ich werde gleich Un Gärtner be auftragen lassen, damit er das Schönste herausschafft, das tm Gewachshaus zu finden ist-." Wir müssen den Raum, in dem sich das Bild der Jungfrau befindet, zu einer Art Kapelle umgestalten; mit einigen Draperien, silbernen Leuchtern mit brennenden Kerzen und dergleichen mehr wird sich das leicht bewerkstelligen lassen. Er hat auch früher stets als Oratorium' gedient biö meine Mutter

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auf den Gedanken kam, ihr Toiletten.

zimmer daraus zu machen." ! Sie traten Beide m das Gemach mit dem Kreuzgewölbe. Durch das Spitzbogenfenster fiel heller Sonnenschein herein, gerade auf das tn die Wand eingelassene altbyzantZnische Gemälde der Gottesmutter mit dem Jesuskinde. Hand in Hand standen Reine und Andre davor und betrachteten aufmerksam die stark nachgedunkelt? Malerei, die sich wirkungsvoll von dem Goldgrund abhob. Diese englischen Möbel werde tch entfernen lassen, sie passen nicht hierher," sagte Reine dann, indem sie umherschaute. Und empfindest Du wirklich seine Abneigung dagegen, fragte sie ihren' Begleiter, nachdem sie in das Schlafzimmer zurückgetreten waren. einige Nächte hier zu schlafen?" Ganz und gar nicht," erklärte Andre bestimmt. Dann bleibt es also be: unserer Abspräche. Hast Du Gelegenheit gefunden, es Gratien wissen zu lassen?" Jawohl, tch erzählte es thm, und er meinte, er würde das nicht können. Seine Rerven seien nicht stark genug dazu." Das glaube tch wohl." meinte Reine, die Brauen drohend zusammenziehend. Ich werde gleich nachher Befehl geben, m:t einigen Reparaturen m Deinem früheren Zimmer, die längst nothwendig gewesen wären, zu beginnen. Dann kann er, wenn er am Sonntag kemmt, Deine zeitweilige Umquartirung nicht unmotivirt finden." Als alles bereit war, wurven vem kleinen Jacques-Andre die kostbarsten Kleidchen angelegt, und dann nahm ihn seme Mutter auf den Arm, um nach dem alten Fnmilienbrauch ihren Liebling der Jungfrau aus dem Morgenlande" zu zeigen. Nerne-Mane, thr Großvater und Andre gaben ihr das Geleit. Lemcrrchand hatte vor dem Wiederbetreten jener Gemächer eine geheime innere Scheu empfunden, allem in der Umgestaltung, die sie durch Reines feinsinnige Anordnung inzwischen erfahren hatten, boten sie ein so friedliches, anmuthiges Bild, daß nur eine tiefe Rührung über Laures Vater kam. Angezündete Kerzen m hohen silbernen Leuchtern brannten vor dem Bilde der byzantinischen Jungfrau, deren müde Züge freundlich zu lächeln schienen. Violette hatte Mim. Eintritt etwas gewankt, dann aber schritt sie vorwärts bis zu den Stufen vor dem Bilde, auf denen sie niederkniete. O Du gütige Gottesmutter, schütze mem Kind, und behüte es!" murmelte sie leise. Mehr vermochte sie nicht hervorzubringen, sondern begann zu zittern. Da nahm Retne-Marte das Kmd aus ihren Armen. Hochaufgerichtet stand sie in einfacher Würde mit ihm da und sprach, Jacques-Andre emporhebend: Bcschutzerm dieses Hauses und seiner Bewohner! Halte Gefahren von diesem Kinde fern und Huf uns, daß es gut und brav wird, wie seine Eltern. Wir kommen zu Dir, um den Kleinen Dir zu zeigen: segne ihn und segne uns alle! Dann beugte sie sich zu ihrer Stiefmutter nieder, legte den Kleinen wieder in ihre Arme und sagte: Komm, mem Mutterchen,- stehe auf und beruhige Dich': Mir sagt eine innere Stimme, daß Du gluckltch sem wtrst mit Deinem Sohne und mit uns allen, die Du lieb hast!" Den Tag über blieben die Gemacher geöffnet, und am Abend legte sich Andre, wie er versprochen hatte, in dem Zimmer der Todten schlafen. , , Am Sonnabend Vormittag bekam Lemarchand einen Brief von Gratien, worin dieser über die geschäftlichen Angelegenheiten Bericht erstattete und zum Schluß sich für den Sonntag auf Schloß Saint-Luc anmeldete. Nachmittags unternahmen Reine-Marie und Andre einen längeren Spaziergang im Park, und .Beide empfanden in dem stillen Frieden der Natur ein unsagbares Glücksgefühl. Der junge Herzog hatte den Arm um ihre Schulter gelegt. Während sie den Kopf an seine Brust lehnte, und so schritten sie langsam nebeneinander hin. Als sie wieder in die Hauptallee einbogen, zuckte Andre plötzlich zusammen und flüsterte: Gratien!" Betroffen schaute Reine auf und erblickte nun ebenfalls den Grafen v. Plessis, der sie augenscheinlich gesucht hatte. Mit finster drohender Miene und zuckenden Lippen kam er hastig auf sie zu. Reine aber sagte ganz unbefangen und ohne ihre Haltung zu ändern: Sieh da, Gratien! Wir erwarteten Dich erst morgen. Hast Du Dich schon so bald fretmachen können? Man sah es ihm an, daß er sich am liebsten aus Andre gestürzt hatte, allein er bezwäng semen Ingrimm mit Gewalt und stieß mit heiserer Stimme hervor: Mein Kompliment! ...Ich sehe wohl, daß Ihr mich nicht erwarteietr Reine-Marie wollte ihn nicht weiter reden lassen. Ich thue, was mir beliebt," fiel sie ihm in's Wort. Und da mein Großvater nichts daran auszusetzen findet, wirst Du wohl auch damit einverstanden sein müssen." Und als der Graf von Neuem den Mund öffnete, fetzte sie bestimmt hinzu: Nimm Dich in cht: wenn Du ein einziges verletzendes Wort sagst, sind wir für alle' Zeit miteinander fertig." Zu Andre aber sagte sie, ihm einen bittenden Blick zuwerfend: Laß uns allein, mein Freund. Ich bitte Dich darum!" Der Herzog zögerte einen Augenblick.

als sie aber ihre Bitte in noch d'ringenv o . l i

cm jtonc roieoeryoue, ermnerie er sich seines Versprechens und entfernte sich, ohne ein Wort zu fagen. Als er außer Hörweite war. beaann sie zu Gratien: Wie kannst Du Dir ein solches Auftreten mir gegenüber herausnehmen? Was geht Dich mein Thun und Lassen an?" Das fragst Du mich im Ernst?" entgegnete er außer sich. Ich arbeite Tag und Nacht, um mich eher frei zu machen, und als ich hier ankomme, finde tch Dtch tn emem zärtlichen Bctsammensein mit diesem mir so verhaßten Menschen, in seinem Arm alles vergessend, was Du mn versprochen hast!" Du erhebst gänzlich unbearundete Anschuldigungen. Andre ist mein lieber Jugendfreund, und tch bin jekt nicht anders zu ihm wie von jeher." So. hast Du Dtch. immer so an seine Schulter gelehnt wie vorhin?" In Reines Augen funkelte es und ihre Hände zitterten. Nach einer Pause, die dem Grafen wie eine Ewigkeit vorkam, entgegnete sie, ihn fest anblickend: Schon als kleines Mädchen bin tcb. wenn ich müde war, arr-Andres Schulter oder m semen Armen emgeschlasen." . Gratien hätte vor eifersüchtiger Wuth laut aufschreien mögen, und es kostete ihn eine ungeheure Anstrengung, um sich zu bezwingen. .Du bist aber kem kleines Madchen mehr," stieß er hervor. 'Dergleichen darf nicht mehr sein, ich verbiete es Dir. Und nach dem, was Du mir gestanden hast, mutZt Tu mir gehorchen!" Wie kannst Du mir etwas befehlen wollen?" Du sollst und mußt die Meine werden! Du hast es mir ja auch versprochen, und deswegen dulde ich solche Vertraulichkeiten mit Andre nicht ferner. Eher todte ich Euch alle Beide!" setzte er, alle Besonnenheit verlierend, in ausbrechendem Jähzorn hinzu. Dann thu das nur sogleich, denn ich erkläre Dir, daß Du niemals andere Rechte auf mich erhalten wirst, als Du jetzt besitzest." Was willst Du damit sagen?" Ich habe Dir schon einmal gesagt, daß ich mich nicht vermählen will. Und ich werde an meinem Verhalten Andre gegenüber nichts ändern." Auch dann nicht, wenn wir verheirathet sind?" Muß ich Dir denn nochmals wiederholen, daß ich mich nicht verheirathen werde, solange Andre lebt! Ich kann und will ihm das nicht anthun." Er wird sich schon trösten." Gut, wenn er vor mir - heirathet, dann will ich seinem Beispiel folgen. Sonst aber bleibe ich ledig." Als Bitten und Beschwörungen nicht vermochten. Reine zu einem anderen Bescheid zu bringen, wurde Gratien von Neuem heftig. Beschleunigten Schrittes schlug das junge Mädchen jetzt den Rückweg zum Schlosse ein. nachdem es sich überzeugt hatte, daß von Andre nichts mehr zu sehen war. Gratien eilte ihr nach und beschwor sie, stehen zu bleiben und ihn anzuhören, aber sie lief schließlich beinahe und mäßigte ihre Schritte erst, als sie in der großen Halle, die zugleich Vestibül und Treppenhaus war, ankamen. Dort begegnete ihnen Violette. Mutterchen," sagte Reine-Marie zu ihr. ich fühle mich nicht ganz wohl. Ich werde zum Essen nicht herunterkommen und überhaupt nicht, solange der Graf v. Plessis Saint-Luc das Haus seiner Väter mit seiner Anwesenheit beehrt. Sage das, bitte, dem Großpapa." Nein, nein," beeilte sich der Graf zu erwidern. Wenn Du die Gute haben willst, meine liebe Violette, einen Wagen für mich anspannen zu lassen, werde ich sofort nach der Station zuruckfahren. Ich hoffe, daß mein Ge horsam Dich entwaffnen wird," fuhr er zu Reme fort, wahrend sich die Marquise entfernte, und daß Du mir erlaubst, wtederzukommen. Du wirst dann das gleiche Spiel vonNeuem beginnen," entgegnete Reine, die schon auf der nach oben führenden Treppe stand, sich nach ihm umwen dend. Aber wenn ich Dir mein Wort gebe. Deinen Willen stets zu achten?" Nun gut. dann mag es darum sein. Aber nimm Dich in acht, ich kann solche Eifersüchteleien nicht ertragen." Willige doch ein, meine Frau zu werden, dann hat dergleichen ja von selbst ein Ende." In diesem Augenblicke zeigst Du ja gerade wieder," entgegnete t achselzuckend, daß Du gar nicht daran denkst, Dich meinem bestimmt ausgesprochenen Wtllen zu fugen." Ich werde es thun, aber auch Du mußt Dein Wort halten: wenn Andre sich vermählt oder wenn er stirbt. wirst Du meme trau! Mit Aufbietung ihrer ganzen Kraft gewann Reme es über sich, thm zu er widern: Das verspreche ich Dir!" Man hörte in diesem Augenblick die Stimme der Marquise, die von dem tm Erdgeschoß befindlichen Salon aus dem Kutscher, der gerade über den Hof ging, etwas zuriet. Gratien wendete sich um und ging in der Richtung auf jenes Zimmer zu. Wohin willst Du?" fragte Reine mit ersterbender Stimme. Der Graf hatte seine gewöhnliche Selbstbeherrschung, bereits wieder zu rückgewonnen. Verbindlich entgegnete er: Ich will nur noch meiner Frau Schwägerin die Hand küssen und mich von ihr verabschieden. (Fortsetzung folgt.)

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