Indiana Tribüne, Volume 28, Number 151, Indianapolis, Marion County, 17 February 1905 — Page 7

Jndkcma Tribüne, Februar 19 5.

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Wntcr vcrschlujstncn r Ztz- - w j - ' J u T Chiimi z I j liornan von 5 . y j pal d'AZgronront $ ,vk (Fortsetzung.) Er hatte ihre Rechte ergriffen und !edcc!tc sie mit glühenden Küssen. Rsine gewann es über sich, ihm die Hand eine Weile zu überlassen, aber sie vermochte zunächst kein Wort über die Lippen zu bringen. Er verstand ihr Schweigen falsch, deutete es als mädchenhafte Zurückhaltung. Sieh," fuhr er dringend fort, ich verkenne ja nicht den Altersunterschied zwischen uns. Allein, glaube mir, ein gereifter Mann erst versteh: wahrhaft zu lieben und ein Mädchen vollkommen glücklich zu machen. In ihm, der schon den Ernst und die Bitterkeit des Lebens kennen gelernt hat, vereint sich mit der heißen Liebe eine unendliche Dankbarseit für das Wesen, das sich entschließt, sein Dasein zu theilen. Solange man jung und unerfahren ist, liebt man nqfi nicht ernstlich." . Jetzt entzog ihm Reine-Marie ihre Hand und sagte mit einem Seufzer: Du mags' wohl recht haben. Eine solche Liebe, wie Du sie da schilderst, würde freilich dem entsprechen, was ich mir oft als das Glück der Zukunft ausgenialt habe." So erlaubst Du," stammelte Gratien, der sich schon am Ziele wähnte, über meine Pläne mit Deinem Vater zu sprechen?" Einen Moment leuchtete es blitzartig in Reines Augen auf, dann eber wurden sie durch die sich darüber senkenden langen Wimpern verschleiert. Sie verharrte eine Weile, die dem Grafen eine Ewigkeit dünkte, schweigend. Nein, das ist nicht möglich!" flüsierte sie dann. Was ist unmöglich?" forschte Gratien, aus seinem Glückstraum aufgeschreckt. Unsere Jerheirathung." Aber weshalb, wenn Du meine Liebe erwiderst?" Ich werde mich überhaupt nicht verbeiratben." Reine, seit wann kam Dir dieser tolle Entschluß?" Seit Du soeben erklärtest, mit meinem Vater sprechen zu wollen. Sieh, G:atien,' eine Liebe kann nur zum Glücke führen, wenn nicht andere dadurch unglücklich gemacht werden." Jetzt verstand der Graf, worauf sie anspielte. Es war dieser verwünschte A?idre, der ibm auch hier hindernd in den Weg trat. Um so schlimmer für ihs! Graticn war nicht gessnnen, es geduldig hinzunehmen, wen?i er sich zwischen ihn und dieses holde Wesen ste'Zte, und dieser Entschluß festigte sich, als Reine gleich darauf fortfuhr: Es ist mir schon schmerzlich genuA, daß ich fü? Andre nicht das zu empsinden vermag, was er hofft und wünscht. Aber den Freund dadurch vollends Unglücklich zu machen, daß ich einen anderen heirathe, das bringe ich nicht über's Herz." Ja,. wie denkst Du Dir denn aber die Zukunft?" fragte der Graf mit gerunzelte? Stirn. Zu wissen, daß ein geliebtes Herz nur für uns schlägt, genügt nach meiner Ueberzeugung zu einem idealen Glück. Wir werden uns hier in Paris alle Tage sehen und sprechen. Du wirst mich in Tauzia besuchen und ebenso in Saint-Luc, wohin ich bald wieder zu gehen beabsichtige. Du wirst mfc alles mittheilen, was Dich beschäftigt und was Dir widerfährt, Freude und Leid. Ich werde jene mit Dir theilen und Dich über dieses zu trösten suchen. Ist das nicht schön?" Gratien war bemüht, die furchtbare Enttäuschung, die er soeben erfahren hat!e, und die auf's Höchste gesteigerte Wuth, die ihn jetzt gegen Andre erfüllte, zu verbergen. Er bot seine ganze Beredsamkeit auf, um Reine umzustimrnex; er schmeichelte, bat und flehte, allein alles blieb vergebens. Je ungesiümer er wurde, um so fester beharrte Neme-Marie bei ihrem Bescheid: Mir sieht di? Pflicht über allem, es ist ganz vergeblich, daß Tu mich davon abzubringen versuchst," sagte sie. Und nun laß uns zu den anderen ?.urückkehren. Man wird mich vermissen." AlZ sie den Hauptsaal wieder betraten, kam ihnen der junge Herzog entgegen, der Reine gesucht hatte. Die Aufregung des Grafen war zu äugenfallig, als daß sie Andre entgehen konnte." Beider Blicke begegneten sich, wie zwei sich kreuzende Schwerter. Als nach beendetem Feste Lemarchand die beiden Damen in seinem Wagen nach der Rue de Messine zurückgeleitete, sagte er zu Reine: Ich weiß nicht, was Andre fehlt. Er gefällt mir in letzter Zeit gar nicht." Vielleicht ist auch ihm daZ unsinnigc Gerücht von meiner angeblichen Verlobung mit dem Earl of Rutland zu Ohren gekommen, wovon mir Gratien heute Abend erzählte. Schilt ihn deshalb nur recht aus, Großpapa!" Ja, ja, so wird es wohl sein," meinte der alte Herr., Du vermagst doch selbst die verborgensten Gedanken zu lesen. Reine. Du bist eine wahre Zauberin. Hüte Dich nur vor ihr!" setzte er lächelnd hinzu, sich an Violette wendend. v Das macht mir keine Sorgen," entgegnete diese. Ich habe Reine von

jeher in meinem Herzen wie in einem

aufgeschlagenen Buche lesen lassen." Ja, Du bist ein Engel," sagte Reine in einem Tone, worin sich Zärtlichkeit und Mitleid vermengten. Und im Stillen fügte sie hinzu, während ihre Augen einen drohenden Ausdruck annahmen: Darum wehe dem Verworfenen, der Deine Reinheit zu entweihen wagte, indem er Dich feinen verbrecherischen Absichten dienstbar rnate!" 22. Kapitel. mm folgenden Nachmittage kam Andre zu Reine. Sie war nX1n itiS s"?s tritt Vrrt flai UUlltt UtlU .ftlil till Will uu kleinen Jacques-Andre, mit dem sie sich in Paris ebenso angelegen!lich beschäftigte, wie auf Schloß Tauzm. Ich mochte gern mit Dir sprechen, Reine-Marie," sagte der junge Herzog zu ihr. Als sie den kummervollen Ausdruck seiner Augen gewahrte, schnürte sich ihr das Herz zusammen. Allein sie durfte und wollte nicht schwach werden, bevor das Ziel erreicht war. Sie rief durch ein Glockenzeichen Pauline herbei und übergab ihr das Kind. Dann wendete sie sich Andre zu. Hat Du Großpapa memcn Austrag ausgerichtet?" fragte sie. Das wohl, allein es handelt sich gar nicht um jenes Gerede. Es kam mir auch zu Ohren, jedoch ich habe es nicht geglaubt. Sage mir nur eines. Reine, hat man luich bei Dir verleumdet?" Bei mir nickt, erwiderte sie. Wer sollte das sich auch herausnehmen? Man hat Dich allerdings zu verleumden gesucht, so daß ich es hören mußte. allem ich habe selbstverständlich kein Wort davon geglaubt." Und nun berichtete sie Andre die Aeußerungen, die Gratien ihrem Vater gegenüber aethan hatte, sowie die Aufklärung, die ihr Lemarchand daraufhin gegeben. Ich danke Dir von Herzen für das Vertrauen, das Du mir geschenkt hast. Reine. Da ich jetzt kem Gehelmmß mehr aus dem zu ma&er. brauche, was mir Schwester Gabnelle damals in Condy anvertraute, und da Du bereits weißt, daß Bertha Ferdenbach ihre chwester ist, so bitte ich Dich, nun auch diesen an mich gerichteten Brief zu lesen." Das Schreiben kam von Bertha aus London. Sie berichtete, daß sie in dem Krankenhaus der Mrs. Hunter als Pflegerin Aufnahme gefunden habe und dort bleiben wolle, bis sie die ganze Organisation und Einrichtung einer solchen Anstalt aufs genaueste kenne. Jene edle Dame werde ihr behilflich sein, ihren Zweck vollkommen zu erreichen. Dann werde sie nach dem Elsaß, ihrem Geburtslande, zurückkehren, um in einer der dortigen Industriestädte eine ähnliche Anstalt zu errichten. In ergreifenden Worten schilderte sie, wie die Befolgung des ihr von Andre ertheilten Rathes ihr den inneren Frieden und die Selbstachtung zurückgegeben habe. Auch mit ihrer Schwester sei sie durch die Vermittelung von deren Oberin bereits brieflich wieder in Verbindung getreten; Gaörielle fühlte sich glücklich durch diese Wendung, die in den Lebensverhältnissen ihrer so innig geliebten Schwester vor sich gegangen sei. - Als Reine-Marie den Brief gelesen hatte, lehnte sie ihren Kopf an Andres Brust. Du hast gut und edel gehandelt. und wenn es möglich wäre, würde ich Dich jetzt noch mehr lieben als vorher." Reine!" rief er in überwallendem Glücksgefühl.' Ist das wahr?" Kannst Du daran zweifeln? Schon als Kind liebte ich Dich, und ich bin meiner ersten Liebe immer treu geblieben." jubelnd schloß er sie in seine Arme und küßte die süßen Lippen, die sie ihm darbot, immer und immer wieder. Endlich aber entwand sichReine-Ma-rie der Umarmung des Geliebten, indem sie sagte: Dieser Augenoick hat uns für immer vereint. Trotzdem aber muß ich Dich bitten, noch eine kurze Zeit geheim zu halten, was zwischen uns vorgegangen .ist; selbst vor Violeite und vor meinem Vater." Aber wozu denn?" fragte er, wie aus einem wonnigen Traume erwachend. Ich habe eine heilige Pflicht zu erfüllen, bevor ich mich meinem Glücke hingeben darf. Es sind furchtbar ernste Dinge, die ich Dir mitzutheilen habe, jedoch hier ist nicht der passende Ort dafür. Komm, folge mir!" Sie entnahm einem Fach ihres Schreibtisches einen Schlüssel, ging über den Flur, der sich vor ihrem Zimmer hinzog, und schloß eine Thür auf. die diesem gerade gegenüberlag. Es wa? das Gemach, das ihre verstorbene Mutter stets bewohnt hatte, solange sie in Paris weilte. Man hatte pietätvoll alles in demselben Zustand belassen, m dem es sich bei dem Tode der Marquise befand. Auf dem Kaminaufsatz stand eine Büste Laures aus weißem Ulcarmor. Sie war sprechend ähnlich, jedoch hatte der Künstler den unnahbaren Ausdruck ihrer stolzen Züge gemildert. Sieht es nicht aus. als ob sie uns segnen wolle?" sagte Reine zu Andre, während sie Hand in Hand vor dem Kunstwerk standen und es betrachteten. Ich weiß wohl, daß sie anderen mitunter wehe gethan hat. Auch mit mir war sie oft strenge. . Aber sie ist meine Mutter! Ihr Tod hat alles Herbe verwischt und ausgelöscht, das ihr im Leben angehaftet haben mag. Jetzt fühle ich für sie nur noch die .innigste Liebe

und das unauslöschliche Bedürfniß, sie zu rächen."

Andre s chaute Reine besorgt an. Er fürchtete. Le. sei nervös überreizt, und suchte sie zu beruhigen, allein nun schilderte sie ihm ganz ruhig und gelassen, wie jener Gedanke, den entsetzlichen Tod der Mutter aufklären und sühnen zu müssen, sie nie verlassen und allmälig eine immer festere Gestalt angenommen habe. Sie berichtete dem in mit Grauen Mischten Staunen Zuhörenden das Gespräch Lemarchands mit dem Unterfuchungsrichter, das sie einst vernommen, und die späteren Auseinandersetz ungen mit ihrem Großvater. Es ist kein Zweifel mehr," schloß sie ihre lange Auseinandersetzung, die Andre oft durch Ausrufungen und Fragen unterbrochen hatte, daß Gratien, dieser verworfenste aller . Menschen, meine Mutter ermordet hat. Zwar nicht mit eigener Hand, sondern durch einen Helfershelfer, dessen unbedingter Gefugigkeit er sich versichert hatte." Ich weiß wohl, daß auch Herr Lemarchand diesen Gedanken gehegt hat," warf Andre em. Allem so viel und eingehend man auchgesuchtund geforscht hat, es fand sich Niemand, mit dem Gratien jemals verkehrt und zu thun gehabt, von dem sich annehmen ließ. daß er sich mit ihm zur Ausführung einer so gräßlichen Unthat verbunden habe. Auch ist bei Grauens Cha rakter gar nicht anzunehmen, daß er überhaupt einen solchen Verbündeten gesucht hat, denn er würde sich ja für sein ganzes Leben in dessen Hände geliefert haben." Und dennoch muß es so gewesen sein," versetzte Reine, wenn wir es bisher auch noch nicht nachzuweisen vermochten. Jetzt aber glaube ich bestimmt, einen Weg gefunden zu haben, um den Verbrecher überführen zu k'önnen. Großpapa hat mir seine Hilfe dabei zugesichert und mir versprochen, alles zu thun, was ich von ihm verlange. Das Gleiche mußt auch Du zetzt thun. Andre!" Mit Freuden bin ich dazu bereit, mein erz. kannst rn daran zwei feln?" Auch, wenn ich genöthigt bin. Dir dabei wehe zu thun und Dich wenn auch nur für kurze Zeit leiden zu lassen?" Das soll und darf Dich nicht abhalten, zu thun, was Du für Deine Pflicht hältst. Thue also alles, was Du für nöthig hältst, um Dein Ziel zu erreichen, ohne Rücksicht auf mich." Du mußt mir aber eines versprechen, Geliebter," versetzte Reine, indem sie ihre Arme um ihn schlang, nämlich, daß Du mir unbedingt vertrauen wirst. was auch immer geschehen mag. Du mußt alles glauben, was ich Dir sagen werde, denn ich bm unfähig, Dich zu täuschen. Und was Du auch sehen magst oder was andere Dir sagen mögen, Du mußt immer denken: ,RemeMarie gehört mir und liebt mich ganz allein. Der Gedanke an mich verläßt sie Niemals, ich darf also niemals einen Argwohn auf sie werfen.' Versprichst Du mir das?" Gewiß, Reine aber ich verstehe das alles nicht." Ein einziges Wort wird Dir sofort das Verständniß erschließen. Gratien liebt mich, cr hat mir das sogar zu gestehen gewagt. Und diese Leidenschaft muß in ihm bis zum Wahnsinn entfacht werden, damit er thut, was ich will um ihn zu überführen." Und als der junge Herzog bei diesen unerwarteten Worten erblaßte, fügte sie noch dringender hinzu: Es muß seinl Andre, vertraue mir." Du weißt, wie unbedingt und felsenfest das Vertrauen ist, das ich in Dich setze," erwiderte Andre nunmehr. Aber der Gedanke, daß dieser Mensch Dich in einer gewissen Weise ansehen und mit Dir reden soll, ist mir unsäglich zuwider." Begegnet uns Mädchen das denn aber nicht alle Tage, zum Beispiel auf einem Ball, wo Jedermann berechtigt ist, uns zu mustern und uns Galanterien zu sagen? Was Gratien auch sagen und thun mag, es berührt mich nicht, sondern streift an mir vorüber, wie ein Lufthauch. Und dann noch einmal: es muß sein. Dies ist der einzige Weg, der zur Aufhellung des Geheimnisses führt. Sieh, ich liebe Dich ja so unendlich, daß es mir furchtbar ist. Dir Schmerz bereiten zumüssen. Aber die Pflicht gebietet eine furchtbare Pflicht, der ich mich nicht entziehen kann. .Deswegen mußt Du auf Dich nehmen, was sie vorschreibt, wie ich es auch thue." Unfähig, sich länger zu beherrschen, brach sie in krampfhaftes Weinen aus. Tief erschüttert, zog der junge Mann die Geliebte an feine Brust und suchte sie wieder zu beruhigen. Run wohl, thue also, was Du für Deine Pflicht hältst," sagte er. Es ist selbstverständlich, daß Du mich dabei als treuen Helfer anDemer Seite hast." Ich danke Dir von Herzen für so viel Liebe," entgegnete Reine, ihre Augen trocknend. Ich werde Dir das nie vergessen." Berichte mir nun, was Du im Ein zelnen zu thun gedenkst, um Gratien je- , ner That zu überführen. Mir ist das immer noch nicht recht klar. Ich habe meinen Plan, allein ich Zann ihn Dir nicht auseinandersetzen, weil zu viele Einzelheiten sich ganz den Umstanden anpassen müssen. Nur so viel für jetzt: die Ausführung soll nicht hier, sondern in Saint-Luc. vor sich gehen. Ich werde es so einzurichten wis sen, daß Du uns hinbegleitest, während Gratien erst spater nachkommt."

Es schein: mir aber febr zweifel

haft, ob DeinVater dorthin gehen wird. ist yat mir oft erklärt, daß er . seinen Fuß nie wieder in das Schloß setzen werde, an das sich eine so furchtbare Erinnerung knüpft." Ich welk das wohl und habt foaar ausdrücklich darauf gerechnet,daß Papa hier bleibt oder wieder nach Tauzia geht. An seiner Stelle wird uns Großpapa begleiten. Daö alles werde ick schon so einzurichten wissen, wie es für das Gelinaen dessen, was ick b?absZckii w I " 7 tige, nöthig ist. Und nun noch eines: würde es Dir allzu peinlich sein, in Samt-Luc das ehemalige Schlafzimmer meiner Mutter zu benutzen und auf demselben Lager zu ruhen, wo sie der Tod ereilt hat?" Ganz und gar nicht." Es ist von Wichtigkeit, daß Graticn das erfährt, schon bevor er nach SaintLuc kommt. Sobald unsere ReisedisPositionen bekannt werden, wird er ja jedenfalls auch mit Dir darüber sprechen. Lasse dann ihm gegenüber emfließen, daß Du wegen baulicher Reparaturen in verschiedenen anderen Gemächern, auch in dem, das Du früher stets bewohntest, in Mamas früherem Zimmer schlafen wirst. Vergiß das unter keinen Umständen! Und im übrigen denk daran, daß außer Dir nur Großpapa um mein Vorhaben weiß und daß auch sonst Niemand davon erfahren darf!" Es war noch früh am anderen Morgen. als Lemarchand an das Telephon in feiner Privatwohnung gerufen wurde. Mit Erstaunen erkannte er die Stimme seiner Enkelin. Fahre heute Vormittag nicht nach Saint-Denis hinaus, bat Reine-Mane, sondern warte daheim, bis ich zu Dir komme." Kaum eine Stunde später trat sie bei ihm ein. Nun, was bringst Du Neues, meine liebe Reinette?" fragte er. Zunächst etwas Gutes, Großpapa: Andre und ich, wir haben uns gestern zerlobt." Wahrhaftig?" rief der alte Herr aui's freudiae "benschj. Dann scylon er die Enkelin stürmiich in de Arine und küßte sie. Sieh, Kind, das ist die größte Freude, die Du mir machen 'konntest. Glück und Segen über Euch beide; denn Euch vereint zu sehen, das ist das einzige, was ich für meine alten Tage noch wünsche und begehre. Und das Glück wird Eurer Ehe nicht fehlen, davon bin ich überzeugt; ich kenne ja Euch beide. Also noch einmal: meinen allerherzlichsten Glückwunsch!" Ich danke Dir vielmals, Großpapa. Vorläufig muß unsere Verlobung natürlich noch geheim bleiben, denn Gratien darf nicht ahnen, daß wir einig miteinander sind. Du weißt ja, weshalb!" Ja, dieser unselige Mensch!" stöhnte Lemarchand auf, indem sein Gesicht sich plötzlich verfinsterte. Ich muß gestehen, daß ich ihm gegenüber allmälig rathlos bin. Neuerdings frage ich mich oft, ob der Verdacht nicht trotz allem unbegründet ist, den wir gegen ihn hegen." Ganz gewiß nicht, Großvater," entgegnete Reine im Tone felsenfester Ueberzeugung. Der Verdacht ist nur allzu begründet, aber das Verfahren, das Herr Servian Dir ihm gegenüber vorgezeichnet hat, wird allerdings nicht zum Ziele führen. Seinen Ehrgeiz und feine Begehrlichkeit immer reizen, aber ihm das Ziel stets wieder weiter hinausschieben, wenn, er es bereits erreicht zu haben glaubt das war nicht übel ersonnen, aber einem Menschen von Gratiens Verschlagenheit und Vorsicht gegenüber doch nicht ausreichend. Jetzt dagegen liegt die Sache anders! Jetzt bin i ch das Ziel, das er anstrebt, die Beute, die er davonzutragen hofft. Wenn sie ihm ein anderer streitig zu machen droht, dann wird ihm die Leidenschaft den Kopf verblenden, und dann endlich wird er sich verrathen!" Bist Du dessen ganz gewiß, Reine?" fragte Lemarchand zweifelnd. Unbedingt. Du wirst Dich bald davon überzeugen, denn die Ausführung meines Planes steht unmittelbar bevor. Deswegen komme ich jetzt, wie ich Dir seiner Zeit versprach, zu Dir und bitte Dich um Deine Hilfe. Du und Andre, Ihr seid die beiden einzigen, die mir beistehen dürfen." Hast Du Andre in alles eingeweiht?" Soweit es nöthig war. Manches soll auch er nicht erfahren, wenn ich es vermeiden kann. Nur Du, Großpapa, mußt alles wissen, damit Du mir helfen kannst, wenn meine Kraft nicht mehr ausreicht." Der alte Herr nahm diebeiden Hände seiner Enkelin zwischen die seinen und streichelte sie zärtlich. Verlaß Dich ganz auf mich," sagte er. Wie wäre es aber, wenn wir meinen Freund Servian zu unserer Berathung hinzuzögen? Sein Raith und seine Unterstützung dürften nicht zu verachten sein." (Fortsetzung folgt.) Die Hilssarztstelle am Kran-ken-üd Siechenhaus ist vom I. Januar ab einer Dame, der praktischen Aerztin Frl. Dr. Käte Kehr aus Bingen, übertragen worden. Diese erste städtische Aerztin in Frankreich studirte in Zürich, Halle und Freiburg i. Br. imtcrsdjiimt. Gläubiger: Gestern war ich dreimal mit - der Rechnung hier!" Schuldner (entrüstet): Was? Und da kommen Sie heute schon wie der?"

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