Indiana Tribüne, Volume 28, Number 151, Indianapolis, Marion County, 17 February 1905 — Page 3

Jnbksna Tribüne, Z7. ZZebruar 1905

3

om Kriegsschauplätze.

Der Streik in St. Petersburg bricht wieder aufs Neue aus.

Tod einer Künstleriu. Schwer bestrafter Leutnant. Kasseler Pleite. Fürstliche Verlobung. Schweres Geschütz der Japaner vor Mulden.

Ostasien. Vom japanischen Hauptquartier. Tokio, 16. geb. Vom Haupt, quartier der japanischen Armee in der Mandschurei lief folgende Depesche ein: In der Richtung des Shakhe. FluffeS bombardirte unsere Artillerie am 14. d. M. Chiensunaupaotzu und steckte-da- Dorf in Brand. Während der Nacht des 14. Februar wiesen wir einen Anariff der feindlichen Infanterie auf den Waitao Hügel zurück. Am 15. Februar wurde eine feindliche Abtheilung, 500 Mann stark, bei Chiataitsu von unseren Truppen ge schlagen. Fetiren einander. Mukden, 15.Fed. Die Japaner feuerten heute mit 250 Pfund-Geschof. sen auf den Pontotilosf Hügel, woraus hervorgeht, daß sie die BelagerungSgeschütze, die vor Port Arthur im Ge. brauch waren, vor den russischen Stel lungen bei Mukden nun in Position haben. Bezeichnend ist, daß an ber schiedenen Stellen der Linien japanische und russische Ossiziere einander 6e Wirthen und seilten. Rußland. Streik auf'S Neue ausgebrochen. St. P e t e r S b u r g , 16. Febr. Die Angestellten der Putiloff'schen Eisenwerke machten heute ihr Erscheinen, verlangten aber, ehe .sie an die Arbeit gingen, die Freilassung ihrer verhafteten Kameraden. Aehnlich ver fuhren die Arbeiter in den NewaWerken. Auf andere Gründe hin, stellten die Arbeiter in den Franzdsisch.Russi. schen Werken, den Russstsch'Amerikani schen Gummiwaaren Fabriken, den St. Petersburger Bahnwagen-Werken und deu Werkstätten der Nikolaibahn die Arbeit ein. Diese neue Art der Arbeitseinstellung ist so geheim geführt worden, daß man diesmal eine intelligente Führung, die hinter den Massen steht, vermuthet. JsiWitte zurückgetreten? St. Petersburg, 17. Febr. 2 Uhr früh. Mitgliedschaft in einem 1903 gegründeten Geheimbund, der eZ sich zur Aufgabe gemacht hat, Streiks und Revolution zu insceniren, sind die Anklagen die gegen den Redakteur AnnenSky und Maxim Gorki erhoben wurden. Der Bericht, daß Witte als Premierminister refignirt hat, kann noch nicht bestätigt werden. 40,000 außer Arbeit. Lodz, 16. Feb. Die Fabrikanten beschlossen heute in einer Versammlung, dem Finanz-Minister alle Einzelnheiten der Sachlage mitzutheilen. 25 Fabriken find geschlossen und lohnten ihre Leute ab. Die Zahl der außer Arbeit gestellten Leute beträgt 40,000. Neue Juden-Hatz. Moskau, 16. Feb. Ernste Nachrichten kommen auf Umwegen aus Gomel bei Kischinew. Dort soll wieder eine blutige Juden-Hatz auSgebrochen fein. Tausend betrunkene Bauern überfielen angeblich dreihundert Juden und mißhandelten dieselben in haarfträubeudcr Weise. Nach allerdings bis jetzt nicht osfiziell bestätigter Meldung, wurde ein 17-jährigeS Mädchen von der betrunkenen Horde erschlagen und entsetzlich verstümmelt und über 200 Personen sollen mehr oder minder schwer verletzt sein. Die Polizei rührte keinen Finger, um die Greuel zu verhüten und schritt selbst dann nicht ein, als die Bauern die Synagoge niederrissen. Nach dem Massacre in Kischinew vor zwei Jahren dehnten fich die antisemitischen Unruhen bekanntlich auch aus Gomel aus. Am 11. September 1903 wurden in der Stadt 27 jüdische Arbeiter ermordet' und Hunderte verwundet. Nach langem Zögern entschloß sich die Regierung endlich, die Führer des mörderischen Mobs in Haft zu nehmen, aber dieselben wurden nach endlosen Verschleppungen schließlich sämmtlich freigesprochen, während eine große An

zahl von Juden wegen angeblicher Aufreizung zur Rebellion in'S Gefängniß geworfen wurde. Frankreich. Untersuchung zu Ende. Paris, 16. Febr. Die Unterfuchung des Nordfee-ZwischenfalleS ge-

langte zu Ende. In seinem Schlußplaidoyer sprach der Vertreter RußlandZ sein Bedauern über den Vorfall bei der Doggerbank aus und erklärte, daß seine Regierung bereit sei, den Hinterbliebenen der Getödteten und den Verwundeten irgend eine vom Haager Schiedsgericht festzufejende EntschüdigungSsumme zu bezahlen. Die Entscheidung der UntersuchungSkom Mission wird nächste Woche erwartet. . Italien. Kronprinz in Florenz. Florenz, 16. Febr. Kronprinz Friedrich Wilhelm besuchte gestern die Usfici Gallerien, mehrere der historischen Paläste und die Bovofi-Gärten. Obgleich er unter dem Jncognito eines Grafen von Ravensburg reist, wurde der Prinz von den Behörden feierlich begrüßt, auf seiner Fahrt durch die Straßen der Stadt bereitete ihm das Volk Ovationen. Seine Braut, die Prinzessin Cäcilie von Mecklenburg, die bekanntlich ziemlich ernstlich erkrankt war, gebt rasch ihrer völligen Genesung entgegen. Serbien. Kanonen für Serbien. Belgrad, 16. Feb. Die serbische Regierung hat die Geschützfabrikanten von Deutschland, Frankreich und Oesterreich ersucht, SchnellfeuerGeschütze zur Probe nach Belgrad zu senden. Australien. P ert h, West-Australien, 16. Feb. Der Dampser Orizada von der OrientLinie mit Passagieren und Post für Sidney ist bei Garden Island geftrandet. Der britische Kreuzer Katoomba ist dem bedrängten Schiff zu Hilfe geeilt. Panama. Di e P an a m a-Gr e n z e. Panama, 16. Feb. LeonidaS Pacheau, der Spezial'Botschafter von Costa Rica wird am 21. hier erwartet, um die Grenzsrage zwischen Costa Rica und Panama zu erledigen. Deutschland. Fürstliches Brautpaar. Coburg, 16. Feb. Die Verlobung des Herzogs von Sachsen - Co burg-Gotha mit der Prinzessin Victoria, älteste Tochter des Herzogs Friedrich von SchleSwig'Holstein Sonder burg'GlückSburg wird bekannt gemacht. Die Braut ist eine Nichte der deut' schen Kaiserin, der Bräutigam ist ein Neffe des Königs Edward von Eng land. K a s s e l e r P l e i t e. Kassel, 16. Feb. In dem KonkurSv:rfahren gegen den Kauf mann Otto in Kaffel, früheren Auf sichtSrath der dortigen Trebertrock, nungS'Gefellfchaft, hat sich herauSge stellt, daß die Passiva 36 Millionen be tragen gegenüber einer Viertelmillion Aktiva. Die TrebertrocknungS.Gesell schast und ihre Leitung machten im Jahre 1902 gelegentlich deS Leipziger Bank-ProzegeS viel von sich reden. Be kanntlich hatte die Bank Unsummen.in daS Kasseler Unternehmen gesteckt, und der Krach des einen Instituts führte den Zusammensturz deS anderen herbei. Streik gebrochen. Berlin, 16. Feb. Der AuSgang deS Streiks im Ruhrrevier bedeutet nach dem Urtheil aller Unbefangenen einen entschiedenen Mißerfolg der So zialdemokratie, deren Führer die Kon trolle über die Massen der Bergarbeiter vollständig verloren. Als die sozialdemokratischen Heißsporne sich überzeu gen mußten, daß die Siebener-Kom Mission der Bergarbeiter bei dem ein mal gefaßten Beschluß, die Arbeit wie der aufzunehmen, beharren würde, ga

ben sie sich alle erdenkliche Mühe, weiter zu hetzen und die Leute zum Festhalten am Ausstand zu veranlassen. Aber ohne Erfolg. Ja, die Stimmung unter den Arbeitern erfuhr einen höchst bemerkenswerthen Umschlag. Bezeichnend für diese Wandlung ist es, daß einer der sozialdemokratischen Führer sogar polizeilichen Schutz anrufen mußte, um dem drohenden Unwillen der Bergarbeiter zu entgehen. Die Massenrückkehr der Grubenleute zur Arbeit ist darnach zugleich eine bündige Absage an die von der Sozialdemokratie angemaßte Führerschaft. Noch bis zum letzten Augenblick setzte namentlich der sozialdemokratische ReichStagSabgeordnete Hue die Wühlarbeit fort, doch der Einfluß der nichtfozialistischen ArbeiterOrganisationen erwieS sich als der stärkere. Sowohl diejenigen Gewerkvereine, zu welchen die Masse der katholischen Arbeiter gehört, wie auch der HirschDunkersche Gewerkverein machten plötzlich mit Entschiedenheit Front gegen die sozialdemokratische Führerschaft, welche die Streikbewegung durchaus lebendig erhalten wollte, und das Fazit ist eben der völlige Zusammenbruch deS Ausstand?. Die deutsche Industrie athmet wieder erleichtert auf. Eine längere Dauer deS Streiks im Ruhrgebiet würde eine Kalamität herbeigeführt haben, denn der Kohlenmangel drohte immer wei tere Betriebe in Mitleidenschaft zu ziehen. Von den Arbeitern im Ruhrrevier feiern noch etwa 20,000, weil sie wegen Mangels an Arbeit nicht eingestellt werden können. Viele von ihnen werden auswandern oder den Beruf wechseln. Im ganzen Kohlengebiet erscheint die Ruhe so völlig gesichert.

daß die auswärtigen Schutzmannschaften schon zurückgezogen find. Sängerin gestorben. Berlin. 16. Febr. In einem Sanatorium, in welchem fie fich seit anderthalb Jahren befand, ist die einst gefeierte OpernsängerinFannie MoranOlden durch den Tod von ihrem langen Leiden erlöst worden. Die Verstorbene wurde 1355 in Oldenburg geboren und machte 1877 in' Dresden ihr Debüt als Norma". Zwei Jahre später verheirathete sie sich mit dem Tenoristen Karl Moran und 1834 wurde sie Mitglied deS Leipziger Stadttheaters. Nachdem sie 1889 mit großem Ersolg im Berliner Opernhaus gastirt und Gastspielreisen durch ganz Europa unternommen hatte, wurde sie 1895 Mitglied ber I Münchener Hosbühne. Ihre prächtige klangvolle Stimme hatte einen Umfang vom höchsten Sopran bis zum tiefsten Alt. Gesandtschaft in Abessin i e n. Berlin. 16. Ftbr. Die vom Kaiser mit kostbaren Geschenken für den NeguS Menelik nach Abesfinien geschickte Spezialgesandtfchast hat ihren Bestimmungsort erreicht. Dr. Rosen, der Abgesandte deS Kaisers, traf gestern mit seinem aus lauter Hünen bestehenden Gefolge in AdiS Abeba ein und wurde von einem großen Truppenkontingent eingeholt. Menelik empfing die deutschen Gäste feierlich in seinem Palaste und stellte ihnen einen Theil desselben als Wohnung während ihres zwanzigtägigen Aufenthaltes zur Berfügung. Wenn Dr. Rosen die abesfiNische Hauptstadt verläßt, wird er jedenfalls einen unterzeichneten Han delsvertrag in der Tasche haben. Für Gorki. Prag, 16. Feb. Im deutschen Theater in Prag veranstaltete gestern daS Publikum während der Aufführung des Maxim Gorki'schen Schauspiels Nachtasyl" eine Demonstration zu Gunsten des Verfassers, der sich be kanntlich als Gefangener in den Hän den der russischen Behörden besindet. seiner Prozesfirung und Verurtheilung gewärtig. ES war eine starke Poli zelmannschaft aufgeboten worden, um größere Kundgebungen zu verhindern. Jndessm kam eS zu solchen nicht. StrengeStrase. Berlin, 16. Feb. Vom Kriegsgerlcht in. Neiße ist Leutnant Walter vom 4. Oberschlefischen Jnfanterie-Re giment No. 63 (Oppeln) wegen Fah nenflucht und Unterschlagung zu fünf zehn Monaten Gefängniß und Aus stoßung aus dem Dienste verurtheilt worden. Im August vorigen Jahres hatte ich gekabelt, daß Leutnant Walter, welcher vorübergehend beim Bezirkskommando in Ratibor war, von dort verduftet sei. ES hieß da mals. er habe sich nach den Ver. Staa ten gewandt, und zahlreiche Vläubiger sollten seine Flucht tief bedauert haben.

Deutschland " nicht verkauft. Berlin. 16. Febr. Die heutige Meldung der Londoner TimeS". daß die russische Regierung die Dampfer Deutschland" und Hamburg" angekauft habe, wird von den Beamten der Hamburg.Amerika-Linie als völlig aus der Luft gegriffen bezeichnet. Das Gerücht entstand wahrscheinlich dadurch, daß die Deutschland" nach ihrer gegenwärtigen Mittelmeer-Fahrt einige Wochen im hiesigen Hafen liegen wird, weil sie mit einem neuen Turnsaal und weiteren LuxuS - Kajüten ausgestattet werden soll.

Kurze Depeschen. 16. Februar. A l l e n t o w n, Pa. - Feuer zerstörte die Anlagen der Kroll Furniture Co. Schaden S115.000. Conftantinopel. Die Woh nung von Walter B. Townley, britischer Geschäftsträger, ist niedergebrannt. D a y t o n. Rebecca Snyder und Jda Shade aus Liberty, welche in einem Buggy zu Freunden fuhren, um Einladungen zur silbernen Hochzeit von Herrn und Frau Snyder abzageben, wurden von einer Locomotive der C. H. &D. Bahn getroffen und sofort getödtet. Schiffsnachrichten. New York: Georgic" von Liverpool; Barbarossa" von Bremen. New Jork: LaTouraine" nach Havre. Liverpool: Teutonic" von New Jork. Kinder nitf der antiken Bühne. Kinderrollen auf der antiken Bühne scheinen zwar mit den hergebrachten Vorstellungen von der Technik des griechischen Theaters nicht recht vereinbar, sind aber in mehrern Stücken bezeugt und erhalten. Schon Sophokles ließ zur Erhöhung der tragischen Wirkung in einigen Stücken Kinder auftreten, aber nur in stummen Rollen. Erst Euripides führte Kinder redend ein, jedoch wurden deren Rollen von jugendlichen Statisten blos gespielt, während ein Schauspieler auf oder hinter der Bühne mit verstellter Stimme die dem Kinde zugewiesenen Worte sprach. In solchen Fällen wurde die Schwierigkeit der Regie noch besonders dadurch vermehrt, daß das griechische Theater nicht über die Dreizahl der Schauspieler hinausging; namentlich der dritte Schauspieler pflegte mehrere Rollen, männliche und weibliche, zu übernehmen. Wie der Dichter mit dieser Gepflogenheit zu rechnen' hatte und doch bisweilen zu unbequemen Situationen gezwungen wurde, davon finden sich in den Stücken des Euripedes deutliche Spuren. In seiner Andromache beklagt diese mit ihrem Söhnchen Molottos in Wechselrede den ihnen gemeinsam drohenden Tod. Aber in dem Augenblick, wo der dritte Schauspieler die Szene betritt, verstummt Molottos und bleibt stumm, obwohl die Situation Worte des Kindes erwarten läßt. Der dritte Schauspieler hatte eben, bevor er als Peleus auftrat, hinter der Bühne mit verstellter Stimme die Worte des Molottos zu sprechen, während dessen Darsteller nur ein Statist war. . , Seltsamer Gaunerstreich. Der 28jährige Tagelöhner Trendel von Kirchleus, Oberfranken, wurde jüngst vom Landgericht zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus und fünfjährigem Ehrverlust, verurtheilt. Er lud in der Umgebung von Weismain in fünf Fällen zu Leichenbegängnissen gar nickt verstorbener Personen, um so den Leichenbitterlohn zu bekommen. Dem Braumeister Kögel in Kronach theilte er mit, daß ihn dessen Vater mit der Meldung schicke, feine Mutter habe der Schlag gerührt. Mit 50 Pfennig Botenlohn ließ er den Mann in seinem Schmerz zurück. Der Geprellte fand, als er sofort heimreiste, seine Mutter wohl und munter. Theuerer B r i g a n t. Der sizilianische Räuber Varfalona wird schon seit Jahr und Tag vergeblich von Polizei, Gendarmerie und Soldaten gesucht. Er treibt sich meist auf den Bergen bei Messma herum, ist aber regelmäßig verschwunden.' wenn die Hermandad erscheint, ihn festzunehmen. Ein dortiges Blatt hat ausgerecht daß die Regierung im vergangener. Jahre allein über 1.000,000 Lire (1 Lira gleich 19.3 Cents) ausgegeben hat, um auf Varsalona Jagd zu machen. Die Ausgaben vertheilen sich auf Trupdentransborte und Dislokationen, tagtägliche Extrazüge, Gendarmeriererstärkunaen. - Bezabluna von GeheimPolizisten und auf die Kreuzer und Torpedoboote an der Küste. Sausliclies Jagdreclit. Frau: Lieber Albert, ich möchte mir ein neues Kleid kaufen, schieß mir etwas Geld vor." M a n'n : Nein, mein Herz, jetzt wird nicht geschossen. Nachdem man uns die Weihnacktsae schenke abgejagt, haben wir , Männer vls iiHit . fechonAett'

Das gefräßige Meer. vedukllche Landvcrluste rkszbritanins durch die Fl::the,t der See. Der Einsturz der Kalkdüne in der St. Margarets-Bucht bei Dover, England, wo infolge einer Sturmfluth ein Stück Erdreich, dessen Masse auf 250,000 Tonnen berechnet wird, mit donnerähnlichem Getöse auf den Staden hinunterglitt, hat die Aufmerksamkeit des Publikums auf ähnliche' Vorgänge gelenkt, die im Laufe der Jahrhunderte das Crbtheil John Vulls ganz bedenklich geschmälert haben. Nach einer während der Regierung des König Eduard I. (1272 bis 1307) vorgenommenen Vermessung enthielt z. V. das damalige Herzogthum Cornwall 1,500,000 Acker Areal; heute hat Cornwall nur noch 829.500 Acker. Yorkshire hat eine Landoberfläche von der Ausdehnung der Insel Guernsey, Kent ein Stück von der Größe von Vermuda verloren, während in Suffolk. Cheshire und Nordwales das gefräßige Meer Land verschlungen hat in der Autdehnung von Jersey, St. Helena ' und Malta. Zwischen den Jahren 1867 und 18S0 betrug der von Großbritannien durch die Nebergriffe des Meeres erlittene Landverlust 148,946 Acker, und Zwischen 1880 und 1890 waren ewieder 29,155 Acker. Zwischen Bridlington und Spur, auf einer Küstenlänge von 36 Meilen, beträgt der jährliche Verlust 30 Acker im Jahre. Auf der Insel Sheppey gingen in den 20 Jahren zwischen 1810 und 1830 80 Acker verloren. In derselben Zeitfrist büßte eine einzige Farm auf der Insel Thanet (Kent) acht Acker ein. Zwischen, dem North fforeland und Reculvers auf einer Küstenlänge von elf englischen Meilen verschlingt das' Meer zwei Fuß jährlich. Zwischen Hastings und Pevensey fielen einmal während mehrerer Jahre sieben Fuß jährlich dem Meer - anheim. Dumvich, einst die Hauptstadt von Ostanglia, die noch dem König Heinrich III. (1216 bis 1272), 40 Kriegsschiffe zur Verfügung stellte, ist nicht die einzige Ortschaft, die das Meer verschlungen hat. Zwischen Southwold und Covehithe liegt die einst volkreiche Stadt Easton auf dem Meeresboden. Auch die Moot Hall von Aldeburgh, die jetzt auf dem Staden liegt und von'den Wellen bespült wird, war vor Zeiten durch mehrere Straßen vom Mee getrennt. Schloß Leasowes im Bezirk Wirrol in Cheshire stand noch vor 50 Jahren eine halbe englische Meile vom Meer. Jetzt umplätschert das Meer die Schloßmauern, die allein das Gebäude vor der Zerstörung schützen. Shipdon in Norfolk besaß vor Zeiten eine Kirche, deren Thurm weithin bis nach Lincolnshire hinein sichtbar war. Zur Zeit Heinrichs des Vierten (1399 bis 1413) wurde die ganze Ortschaft mit den benachbarten Dörfern Whimpwell, Oder strand und Eccles vom Meer verschlungen. Die Stadt Skegneß der Neuzeit steht in einiger Entfernung von der gleichnamigen Ortschaft, die noch zur Zeit der Plantagenets (1154 bis 1399) eine befestigte Stadt mit Schloß war; aber feit JahrHunderten gehen die Meereswellen darüber. Die durchschnittliche jährliche Einbuße des Erbtheils John Bulls wird auf 2000 Acker berechnet. -

Tod vor Augen. Ein wunderbares Entrinnen vom Tode nach unsäglichem Leiden hatte der Kondukteur James Vrady der Pennsylvania-Bahn. Der Zug hatte gegen heftige Schneewehen anzukämpfen und wurde auf einer hohen Böschung am Oakburne Creek, Pa., durch eine solche zum Stillstand gebracht. Der Lokomotivführer machte alle Anstrengungen, die Schneen?and zu durchbrechen, und Brady stand auf der Plattform des vorderen Waggons, um zu sehen, ob der Zug bald weiterfahren würde. Mit einem mäßigen'Ruck fuhr der Zug plötzlich an und Brady wurde von der Plattform heruntergeschleude'rt. Er rollte die 25 Fuß tiefe Böschung hinab und auf das Eis des Creeks.' Infolge der Wucht des Falles brach das Eis und Brady versank in der, kalten Fluth. Obgleich er bei dem schrecklichen Sturz den rechten Arm und zwei Rippen gebrochen und sonstige Verletzungen erlitten hatte, gelang es ihm, unter Anwendung aller Kräfte, sich aus dem Flusse herauszuarbeiten. Am Ufer sank er erschöpft nieder und dort fand ihn später ein anderer Zugbediensteter und brachte den Halberfrorenen in Sicherheit. Flaggensch lacht" auf dem Dache. Auf dem Thurme des College of Physicians & Surgeons" in St. Louis, Mo., zogen kürzlich die .Füchse" 'ihre Flagge auf. Als die Seniors" und Juniors" dies fahen, wurden sie ärgerlich und faßten den Entschluß, die Flagge herunterzunehmen. Die Treppen und Feuerleitern wurden von den Füchsen" bewacht, aber die Studenten stießen die Wachter zurück und erreichten die Leiter und versuchten, auf den Thurm , zu gelangen. Auch dort waren Wächter aufgestellt, und bei dem Kampfe, der entstand, wurde E. C. Rouse, der Präsident der Junior-Klaffe, von der Leiter geworfen und schwer verletzt. Während des Kampfes gelangten zwei Studenten auf den Thurm,rissen die Flagge der Füchse herunter und zogen ihre eigene auf. Die Füchse machten dann den Versucb. diese Flagge heruterzureißen, und der Kampf wurde fortgesetzt, .bis Dr. Waldo Briggs, der Direktor bc College," der Fehde ein Ende machte.

Interessante Einblicke in das Leben eines englischen Globetrotters" gewährte eine GerichtsverHandlung, die unlängst in Paris stattfand. Angeklagt war ein Engländer mit Namen Eyres, und als Kläger fungirte ein Pariser Juwelier, der von Jenem für gekaufte Schmuckgegenstände eine Summe von 199,000 Franken verlangte, während Eyres den Werth der Juwelen nur auf 190,000 Franken tacirt und eine entsprechende Zahlung geleistet hatte. Eyres ist der Typ eine! Engländers, wie er in Couplets und Witzblättern lebt. Sein Leben füllen Reisen durch die ganze Welt aus. Von dem Angeklagten befinden sich Briefe bei den Akten aus Honolulu, Kanada, Mexico. Memphis, Montreal, Paris. Wien und Kairo. Eyres war zweimal verheirathet, ist in beiden Fällen geschieden und als schuldiger Theil ersannt worden. Jeder seiner beiden Frauen hat er die Kleinigkeit von 10.. 000 Pfund Sterling als standesgemäßen Unterhalt aussetzen müssen. Trotz dieser schlechten Erfahrung ging Eyres bald darauf eine dritte Ehe ein, und auch die dritte Gattin hat nun eine Ehescheidungsklage gegen ihn angestrengt und ebenfalls 10.000 Pfund Sterling verlangt. Dieser dritten Frau nun, die Ut Angeklagte in Transvaal kennen lernte und in London ehelichte. machte er zum Geschenk ein Brillantkollier im Werthe von 125,000 Fr., einen Stern aus Brillanten im Werth: von 14,000 Frank, 3 Edelsteine im Werthe von 9000. 17.500 und 14.000 Frank, eine goldene Taschenuhr für 1550, eine Geldbörse für 1800 Frank u. a. m. Diese Juwelen kaufte Eyreö bei dem ku-frischen Pariser Juwelier, der 199.000 Frank für die Gegenstände verlangt, während der Angeklagte glaubt, nur zu der geleisteten Zahlung von 190.000 Frank verflichtet zu sein. DaS Gericht beschloß, die Angelegenheit zu vertagen und vorher einenSachverständigen zu hören.

Durch königliches Edict --von Rex des Königs kündigt die ligFoirtoule ExcnrsioN-Ratcll für Mardi Gras Rundsahrt'Billets nach New Orleans, Mobile und Pensaeola, Fla., zu sehr niedrigen Raten an, von allen Punkten der ..Big Four", Ein. Nor. und D. & U. R. R. am 1. biS . März 1905. Liberale Retourfahrt Bedingungen mit Verlängerungs und Ueberliegungs Privilegium. Für völlige Information und Einzelhei ten hinsichtlia) Raten, Fahrkarten, BescbräN' kung etc., spreche man bei den Big Four" Agenten vor, oder schreibe an Unterzeichnete, WARREN j. LYNCH, Gen. Pass. & Ticket.Ageat, Clncinnall, Ohio. oder H. M. Bronson. A. . P. Indianapolis. Wie Perfeet as Nange wird zum Koftenpreise verkauft, abgeliefert und aufgestellt ohne Unkosten. Der sparsamste Ofen für KunstgaS. Sprechen Sie vor und sehen Sie dieselben im Gebrauch. TUE WM m CO., 49 S. Pennsylvania Str. Achtung ....Die besten.... Jndlana Litnninous Kohlen $3.00 per Tonne yeaeoö Kohlen, 8 per Tonne Beste Kohlm für Kochöfen. Alle anderen Sorten für Furnace oder Heizöfen. Wir gehören nicht zu den Trust. Home Fuel Co. euer PöoneS291. AlteS Phone, Main 1150. IM ERIE M7ESTEnii il.il. .. ..Fahrzeit der Züge.. .. Abfahrt ukunf Isboo, hicazo und Richigaa 5pnit 7.15 tlO.il Coltoo, Detroit d Chicago irn ULftO f 8. tfiigan City, Zlancie tt.Cafa$ttteCpLt 7L0 tlo.S5 . tSgNch - t gtttommtn dramtagl.