Indiana Tribüne, Volume 28, Number 150, Indianapolis, Marion County, 16 February 1905 — Page 7

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g . i"vifiijiujumi XV Thüren 5 r - llomdrt von iltritl d'Aigremont 5 ittrkttüZKüiüicC?icbicCtä-k (Fortsetzung.) Co plauderten die Beiden miteinander. während der alte Herr sich darauf beschränkte, nur hin und wieder ein Wort in ihre Unterhaltung einzuwerfen. Er mußte immer noch über das Gespräch von vorhin nachdenken, allein Andre war so selig darüber. Reine gegenüberzusitzen und ihr in die schönen, zärtlich blickenden Augen schauen zu dürfen, daß ihm die Schweigsamkeit und der tiefe Ernst seines Wohlthäters ganz entging. Die beiden Liebenden waren überhaupt so sehr in ihr Gespräch vertieft, daß sie es als eine unliebsame Störung empfanden, als der Marquis und fein getreuer Sekretär endlich erschienen. 21. Kapitel. t Heimkehr des kühnen Afrikaforschers, Marquis v. Moranges, der so lange verschollen aewesen war. daß man ihn schon auf die Liste der zahlreichen Opfer der Wissenschaft gesetzt hatte, erregte in Paris allgemeines Aufsehen. Alle Zeitungen brachten lange Berichte über feine letzte Expedition, und der Marquis wurde in einer Weise von RePortern überlaufen, daß er sich schleus nigst vor der allgemeinen Neugier in das leerstehende Landhaus eines Freundes bei St. Germain-en-Laye flüchtete, das dieser ihm zur Verfügung gestellt hatte. Dort suchte Jacques Lemarchand den Forschungsreisenden auf. Sein Diener, ein herkulisch gebauter Nubier, erklärte zwar, der Herr sei für Niemand zu sprechen, allein der alte Herr wußte ihn zu veranlassen, diesem wenigstens seine Karte zu überreichen, und gleich darauf kehrte der Schwarze mit der Meldung zurück, daß der Besucher dem Marquis willkommen sei. Dieser war ein schlanker, hochgewachsener Mann. Er trug das Haar kurz geschnitten, und aus dem von der heißen Sonne Afrikas tiefgebräunten Gesicht leuchteten ein Paar energisch und intelligent blickende Augen. Er streckte dem Eintretenden mit einer so offenen, herzlichen Eeberde die Rechte entgegen, daß Lemarchand keinen Anstand nahm, seine Hand in die des Marquis zu legen. Der erste Blick in sein unbefangen lächelndes Antlitz genügte dem erfahrenen Menschenkenner, um ihn die "Ueberzeugung gewinnen zu lassen, daß dieser Mann unmöglich das Verbrechen begangen haben könne, dessen Gratien v. Plessts ihn zu bezichtigen versucht hatte. Verzeihen Sie, daß mein treuer Ali Sie nicht gleich zu mir geführt hat," begann der Marquis, allem ich war in Paris thatsächlich in Gefahr, zu Tode gefragt zu werden. Es ist einfache Pflicht der Selbsterhaltung, sich Ueberlästige und Zudringliche vom Halse zu halten. Daß ich aber Sie nicht zu solchen zähle, mein verehrter Herr Lemarchand, bedarf hoffentlich keiner Versicherung." Sie sind sehr liebenswürdig. Ich hatte ja kaum erwarten dürfen, daß Sie sich meiner noch erinnerten." Aber ich bitte Sie, Herr Lemarchand, dann hätte ich ja undankbarerweife auch die schönen Abende vergessen müssen, an denen ich mich der Gastlichkeit Ihrer Frau Tochter in der Rue de Messine erfreuen durfte. Das ist aber unmöglich, denn sie ist eine Dame, die ich ganz besonders verehre. Wie geht es ihr?" Meine Tochter ist todt," erwiderte Lemarchand kurz, indem er feine halbgeschlossenen Augen fest auf das Antdes Marquis richtete. Er sah, wie dieser die Farbe wechselte und zusammenzuckte. Wußten Sie das nicht?" fügte er hinzu. Nein," antwortete Moranges, sichtlich ergriffen. Erst -feit wenigen Wochen habe ich überhaupt wieder Nach richten aus der Heimath erhalten. Den Tod der Marquise hat mir aber Niemand mitgetheilt, und auch seit meiner Anwesenheit in Paris ist nie die Rede darauf gekommen." Ja, es ist schon lange her, und in Paris werden die Todten schnell dergessen. Das wissen Sie ja." Ich kann es noch immer nicht fassen. Es ist mir so, als wäre es erst gestern gewesen, daß ich sie in strahlender Schönheit vor mir sah! Ja, sie war seh? schon, allein das galt mir nicht als ihr höchster Vorzug, sondern vielmehr ihr groß angelegter Charakter, der jede Art itm Heuchelei haßte. Daher kam es auch, daß sie niemals eine Spur von Koketterie zeigte." Und nach einer nachdenklichen Pause fragte er: Wie kam es denn aber, daß die Marquise Ihnen und den Ihrigen so schnell entrissen wurde? Sie schien doch eine vortreffliche Gesundheit zu besitzen." Meine Tochter ist ermordet worden!" Das ist ja entsetzlich!" murmelte der Marquis ganz fassungslos, und als er sah, mit welcher Spannung Laures Vater ihn anschaute, fügte er hinzu: Wenn man so lange fern von aller Civilisation gelebt hat, vergißt man alle konventionellen Regeln und Rücksichten und gewöhnt sich, nur zu reden, wie man fühlt und empfindet. Darf

ich Ihnen 'in' dieser Stunde mein 'Herz ausschütten?" Ich bin bereit, Sie zu hören," dersetzte Lemarchand tiefernst, in der Haltung eines Richters. Der Marquis v. Moranges lud ihn durch eine Handbewegung ein, Platz zu nehmen, und setzte sich ihm gegenüber. Was noch Niemand von meinen Lippen vernahm, das sollen Sie, der Vater der Hingeschiedenen, jetzt hören Ich lernte Ihre Tochter erst kennen, als sie bereits verheirathet war. Ihre wunderbare Schönheit machte vom ersten Augenblick an einen unauslöschlichen Eindruck auf mich. Ich liebte sie leidenschaftlich, wie es meiner Natur entspricht. Lange Zeit hielt mich ihr hoheitsvolles Wesen in Schranken, aber :ines Tages wagte ich. von meiner Leidenschaft hingerissen, ein Geständniß. Sie macbte mir k-Zne Szene, wie wobl andere gethan haben wurden. Nein, schlicht und offen ließ sie mich einen Blick in ihr Herz thun, das einzig und allein ihrem Gatten gehörte. Dann wußte sie mich mit gütigen, theilnehmenden Worten zu beruhigen und mir klar zu machen, daß es meine Pflicht als Ehrenmann sei, sie fortan zu meiden. Erschüttert gelobte ich Gehorsam. Ich versprach ihr, alles aufzubieten, um sie zu vergessen... und zwei Monate später trat ich. ohne sie auch nur noch ein einziges Mal wiedergesehen zu haben, jene lange Reise an, von der ich beinahe nicht zurückgekehrt wäre. Ich hätte mein Leben gern für sie hingegeben. Und nun muß ich von Ihnen hören, daß sie todt daß sie ermordet worden ist! Aber wo und wie, von wem? Den Mörder hat doch ohne Zweifel längst die gebührende Strafe ereilt?" Er ist unentdeckt geblieben. Trotz der umfassendsten Nachforschungen ist es bis zur Stunde nicht gelungen, den Verbrecher ausfindig zu machen." Wo vollzog sich die schreckliche Katastrophe?" Auf Schloß Saint-Luc in der Pi cardie. Es war in der Nacht zum Allerseelentage, genau einen Tag vor Ihrer Abreise," versetzte Lemarchand, jedes Wort betonend. Sie fand .am dritten November statt, nachdem sie um einen Tag verschoben worden war," erwiderte der Marquis. Die Frau eines unserer Generale wollte denselben Dampfer benutzen, um zu ihrem. Manne nach Afrika zu reisen. Durch einen unvermutheten Zwischenfall wurde sie jedoch am rechtzeitigen Eintreffen verhindert. Sie meldete dies im letzten Augenblick durch eine Depesche, und da sie eine nahe Verwandte des Direktors der Dampfschifffahrtsgesellschaft war. so wurde die Abfahrt unseres Dampfers ihretwegen um vierundzwanzig Stunden verschoben. So konnte ich noch einen Tag länger auf dem Landgut meiner Mutieren der Nähe von Marseille zubringen, wo ich die letzte Zeit vor meiner Abreise zugebracht hatte." Sie weilten damals bei Ihrer Mutter? Ist das ganz sicher?" Mein Wort darauf!" entgegnete Moranges lebhaft und gleichzeitig erstaunt über diese zweifelnde Frage. Plötzlich schien er aus Lemarchands forschenden Blicken dessen Hintergedanken zu lesen und rief, während eine flammende Nöthe seine Züge überflog:

Die Idee ist zwar verruckt, aber ich bitte Sie dennöch, mir nun Ihrerseits Ihr Wort zu geben, daß Sie nie geglaubt haben, i ch könnte zu dem an Ihrer Tochter verübten Verbrechen in irgend einer Beziehung gestanden haben!" Ich habe das nie geglaubt, das verbürge ich Ihnen mit meinem Worte," entgegnete Lemarchand. Aber vielleicht hat sonst irgend Jemand das zu behaupten gewagt. Reden Sie Sie sind das mir und meiner Ehre schuldig!" Geradezu, behauptet hat es Niemand, nur Andeutungen solcher Art sind allerdings gethan worden." Der Marquis wurde leichenblaß. Wer ist der Schurke, der dergleichen von mir zu sagen sich erdreistet hat?" fragte er mit zornbebender Stimme. Er soll sich überzeugen, daß man nicht ungestraft mit meiner Ehre spielt!" Schwerwiegende Gründe verhindern mich, Ihnen feinen Namen zu nennen," erklärte Lemarchand fest und bestimmt. Das macht nichts, ich werde ihn auch so ausfindig machen und zur Rechenschaft ziehen," entgegnete Moranges mit funkelnden Augen. Wenn, wie Sie sagen, mehrere Personen jene feige Verdächtigung gehört haben, wird es mir schon möglich werden, ihrem Urheber auf die Fährte zukommen. Noch heute kehre ich nach Paris zurück!" Ich kann Sie nicht hindern, Herr Marquis, zu handeln, wie Sie es für geboten halten. Nur um eines möchte ich Sie bei der Erinnerung an die Todte bitten." Bitte, sprechen Sie. Es ist das eme Beschwörungsformel, d:e mich zu allem zu bringen vermag, was in meinen Kräften steht." Wenn Sie den Betreffenden entdeckt haben und zur Rechenschaft ziemn wollen, so darf der Name meiner Tochter dabei nicht genannt werden. Mag jene Erfmdung noch so absurd -sein, so könnte sie doch, wenn sie in die Oeffcntlichkeit gelangte, Böswilligen Anlaß zu Geschwätz geben. Das mochte ich verHuten. Ich schwöre es Ihnen bei dem Andenken an die Todte," erklärte der Marquis, indem er dem alten Herrn die Hand reichte, daß ihr Name ganz und gar aus dem Spiele bleiben wird.

wenn ich den Schurken züchtige, wie er es verdient!"

Der Aufenthalt der Familie v. Plessis in Paris sollte nach der Absicht des Marquis Horace auch dazu benutzt werden, seine Tochter m die Gesellschaft einzuführen. Man hatte den Verkehr mit den der Familie von früher her nahestehenden Kreisen wieder aufgenommen, wozu natürlich auch solche der industriellen und finanziellen Welt gehorten, denen man durch Jacques Lemarchand nahestand. Besuche waren gemacht und erwidert worden, und nun trafen, da die Saison" deö gesellschaftlichen Verkehrs auf ihrer Höhe stand, Einladungen über Einladungen in der Rue de Messine ein. Man entsprach nur emem kleinen Theile davon, aber immerhin war das Leben in der Seinestadt naturgemäß ein viel gerauschvolleres und unruhigeres als auf dem stillen Landsitze Tauzia. Der Marquis cnna Abends nur un sern in Gesellschaft, weshalb meist Andre und Gratien die Marquise und ihre Stieftochter begleiteten. Der Graf flößte Violette allerdings noch immer die gleiche, unbesiegbare Antipathie em wie früher, allem seitdem sie Horaces Gattm geworden war, machte sie sich diese Abneigung gegen seinen Bruder ernstlich zum Vorwurf und suchte sie nach Möglichkeit zu verbergen. Reme-Mane dagegen war stets so liebenswürdig zu ihrem Onkel, daß Grauens geheime Hoffnung von Tag zu Tag an Zuversichtlichkeit gewann. Mitunter bevorzugte sie ihn sogar m einer so augenfälligen Weife, daß Andre sich dadurch zurückgesetzt fühlen mußte. Das sonst so zartfühlende und scharfblickende junge Madchen schien aber den Kummer gar nicht zu gewahren, den sie ihm bereitete. Ihre eigenartige Schönheit erregte überall Aufsehen, wohin sie kam. Ihre Toiletten entsprachen stets dem feinsten Geschmack und waren dabei doch von überraschender Einfachheit. Die Herrenwelt huldigte ihr um so beeiferter. da es ja für Niemand ein Geheimniß war, daß dies junge Mädchen einst die vielen Millionen des Herrn Lemarchand erben würde. Man erzählte sich aber auch, daß sie häufig, ganz einfach gekleidet und von emer Kammerfrau begleitet, in die Viertel der Armen ginge, um dort mit den reichen Mitteln, die ihr Großvater ihr zur Verfügung stellte, Gutes zu thun. Auch für die verschiedenen Wohlfahrtseinrichtungen zum Besten seiner Arbeiter, die der Großindustrielle in's Leben gerufen, interessire sie sich lebhaft und besuche namentlich häufig das von ihm gegründete Krankenhaus für seine Angestellten in Saint-Denis und die dortige Kleinkinderpflege. Reine-Marie schien von der besonderen Aufmerksamkeit, die sie bald überall erregte, wo si: erschien, nichts zu gewahren. Sie blieb naturlich und anspruchslos, wie sie immer gewesen war, und gab sich den ungewohnten glänzenden Vergnügungen, denen sie beiwohnte, mit einer gewissen naiven Freude und Lust hin. Dies that sie auch auf einem großartigen Ballfest, das der Großiridustrielle Natte in seinem fürstlich eingerichteten Palast in der Avenue Kleber gab. Natte nahm auf dem Gebiete der französischen Zuckerindustrie ungefähr die gleiche Stellung ein, wie Lemarchand auf dem der chemischen Industrie. Durch seine Schwiegersöhne war er mit der höchsten Aristokratie verwandt, und auf seinen Festen, die stets das Tagesgespräch von Paris bildeten, war die ganze Creme" der Gesellschaft vertreten. Da Horace, wie gewöhnlich, es vorzog, daheim zu bleiben, so hatte Lemarchand heute Abend Violette und Reine-Marie unter seine Obhut genommen. Andre und Gratien waren gleichfalls der Einladung gefolgt. Man tanzte in mehreren Sälen zugleich, wo hinter exotischen Pflanzen versteckt aufgestellte Orchester ihre einschmeichelnden Weisen erschallen ließen. In dem großen, durch zwei Stockwerke hindurchreichenden Hauptsaale schaute Violette, neben Lemarchand sitzend, den sich unermüdlich drehenden Paaren zu. Wo ist Reinette?" fragte der alte Herr. Violette schaute sich nach ihrem Vruder um, der hinter ihrem Sessel stand und bleich und mißmuthig aussah. Weißt Du etz nicht, Andre?" Doch, sie tanzt gerade mit Jean v. Merizolles." Jean war der Bruder Madeleines v. Merizolles, der gegenwärtig die Polytechnische Schule in Paris besuchte und der schönen Freundin seiner Schwester schwärmerische Verehrung widmete. Nur um mit Reine-Marie tanzen zu dürfen, hatte er sich um eine Einladung für den heutigen Abend bemüht, die ihm durch Andres Vermittelung auch zu Theil geworden war. O, dann ist sie in guten Händen," memte Lwlette lächelnd. Sikhst Du sie noch. Andre?" erkundigte sich der Millionär. Nein, Herr Lemarchand. Sie tanzen, glaube ich, in dem anstoßenden Saale. Wenn Sie es wünschen, kann ich mich aber einmal danach umsehen." Jean wird sie zu uns zurückbringen, Papa," sagte Violette, wir brauchen uns um ihretwillen nicht zu beunruhigen."' Und wo ist Gratien?" erkundigte sich der alte Herr weiter. Sicherlich dort, wo er Reine sehen kann. Er läßt sie ja nicht aus den Augen," versetzte die Marauise. Oder er sitzt am Spieltisch," bemerkte Andre.

Diesmal that er Gratien indessen unrecht. Der Graf vermochte in der That die Blicke nicht von der entzückenden Erscheinung abzuwenden, die

Reine-Marie in dem ihre jugendfrische Schönheit doppelt zur Geltung brmgenden Vallstaate darbot. An eine Säule gelehnt, folgte er ihr unablässig mtt den Augen, wahrend sie Mit dem glückstrahlenden Jean v. Merizolles, der ein guter Tanzer war, dahmschwebte. Als der Tanz zu Ende war. und Jean sich anschickte, Reine-Marie wieder zu ihrem Platze zu führen, trat der Graf v. Plessis ihnen entgegen. Deine Wangen glühen. Reine." sagte er. Als ein gewissenhaft-um das Wohl seiner Nichte bemühter . Onkel möchte ich Dir vorschlagen, jetzt nicht in den Hauptsaal zurückzukehren, wo es ebenfalls heiß ist, sondern Dich von mir wahrend der Pause m den kubleren Wintergarten Rühren zu lassen." Das nehme ich gern an," erwiderie Reine, die den Grafen niemals Onkel" nannte. Mit emem freundlichen Lacheln verabschiedete ste sich von Jean und nahm dann den Arm, den Gratien ihr reichte. Der Wintergarten des Herrn Natte war eine Berühmtheit von Paris. Er erstreckte sich längs der ganzen Rückseite des Gebäudes und reichte mit seiner aus Glas und Eisen hergestellten Wölbung, die die Höhe eines Kirchenschiffs hatte, weit in den )enes umgebenden Garten hinein. Hochragende Palmen und eine Fülle der seltensten tropischen Gewächse, namentlich herrliche Orchideen, füllten ihn. Plätschernde Springbrunnen und über Felsenstufen neselnde Kaskaden verbreiteten Kühlung in dem von süßen Düften geschwängerten Raum, den zahllose elektrische Glühlampen in ein mildes Licht hüllten. Der Graf führte seine Begleiterin zu einem lauschigen Plätzchen, das in der That so recht dazu geschaffen schien, sich von dem Dunst und Lärm, der drinnen herrschte, zu erholen. Als sie in einer Art von Kletterpflanzen überwölbten Nische Platz genommen hatten, fragte er: Nun, wie unterhältst Du Dich heute Abend?" O, ganz vortrefflich. Es ist wirklich ungemein interessant und unterhaltend hier." Das glaube ich, wenn man solche Triumphe feiert wie Du," versetzte der Graf. Die aber hauptsächlich Großpapas Millionen gelten, die man in meiner unbedeutenden Person verkörpert sieht." Für viele mag das ja wohl zutreffen, jedenfalls aber nicht beim Earl cf Rutland, der Dir ja so eifrig den Hof macht, daß ich mindestens schon zwölfmal gefragt worden bin, wann die Verlobung bekanntgegeben werde." In der That bemühte sich der genannte junge Mann, der dem reichsten englischen Hochadel .angehörte, äugenscheinlich um Reine-Maries Gunst. Die Anspielung schien sie aber sehr kalt zu lassen. Solchem Gerede ist man immer ausgesetzt," entgegnete sie ruhig. Bis jetzt kenne ich den Earl Rutland noch viel zu wenig, als daß ein solcher Gedanke in mir hätte aufsteigen können." Du willst also den Mann, dem Du Deine Hand reichst, vorher genau kenner.?" Unbedingt." Nun, und Andre? Den kennst Du jedenfalls sehr genau." Reine-Marie zögerte einen Augenblick. Ich will offen gestehen," versetzte sie dann, daß ich eine Zeitlang an ihn gedacht habe. Ich würde damit eme Hoffnung verwirklichen, die mein Großvater und meine Eltern längst im Stillen hegen. Aber ich bin neuerdings zu der Ueberzeugung gelangt, daß es doch mehr freundschaftliche Gesühle sind, die ich für den Gefährten meiner Jugend in mir trage. Und solche sind für mich nicht genügend, um eine Ehe darauf zu gründen." Gratiens Augen glühten in verzehrendem Feuer. Wie schon so oft, versuchte er sie in den Bann seiner durchdringenden Blicke zu zwingen, allein was ihm bei Violette geglückt war, versagte hier vollständig seine Wirkung. Sie wurde nicht verwirrt, sondern schaute ihm osfen in's Gesicht, und wenn eine geistige Beeinflussung zwischen ihnen stattfand, so ging sie eher von ihr als von ihm aus. Von seiner tollen Leidenschaft hingerissen, flüsterte Graf Gratien jetzt Reine-Marie zu: Ich muß es endlich aussprechen, Reine, was mich sonst zu verzehren droht. Vielleicht ist es Dir kein Geheimniß mehr, daß ich Dich liebe, mit einer Gluth, wie nie ein Weib auf Erden geliebt worden ist! O, gib mir nur ein Fünkchen Hoffnung, und Du wirst sehen, daß ich Wunder der Liebe, der Dankbarkeit und der Willenskraft vollbringen werde, um Dich vl erringen!" (Fortsetzung folgt N e u es S i g n a l-S Y st e m. Nach sorgfältigen Experimenten im Marinedienst, die hauptsächliche auf Fahrzeugen des asiatischen Geschwaders angestellt wurden, hat das Ver. Staa-ten-Marme-Departement das .Sema-phore-Alphabet, bekannt als das britische Marine-Signalsystem, für die amerikanische Marine angenommen. Dieses wird an die Stelle des bisherigen, komplizirteren Signalsystems treten. Das englische System, welches in allen anderen bedeutenderen Marinen der Welt bereits eingeführt ist, wird durch seine Einführung in der amerikanischen zum Weltsignalsystem.

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