Indiana Tribüne, Volume 28, Number 150, Indianapolis, Marion County, 16 February 1905 — Page 6

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Europäische Nachrichten.

- Mitterdeutsche Staaten. Vad Eilsen. Der hiesige 3r sangverein feierte sein 25jähriges Stlftungsfest un Tummermann schen Gasthause, wo der Verein seiner Zeit gegründet wurde. Lehrer Plate auS Heeßen blickte am gleichen Tage auf eine funfundzwanzlgjahrlge Dirlgentemhatlgkeit zurück. L r a n k e n h a u s e n. In der Wipper wurde die Leiche eines hiesigen alteren Beamten, des Amtskoplsten Eßmann, gefunden. Eßmann, welcher etwas gebrechlich war, dürfte auf einem Spaziergang ausgeglitten und in die Wipper gefallen sein. Jena. Em Ertrunkener, welcher em Eisrechen aus der Saale gezogen wurde, ist als der 27zahrlge Weber Georg Müller aus Pößneck festgestellt worden. Der junge Mann hat aus Liebesgram den Tod in den Fluthen gesucht; er war verlobt, hatte aber seine Verlobung wieder rückgängig gemacht. K o b u r g. Zimmermann Bauer lauerte dem Kunsthändler Bock, mit dem er im Wirthshaus in MeinungsVerschiedenheiten gerathen war, auf und versetzte ihm mehrere Messerstiche in den Unterleib. Der Ueberfallene stürzte sofort zusammen und wurde lebensgefährlich verletzt vom Platze getragen. Der Messerheld wurde festgenommen. O b e r st a d t. Ein entsetzliches Un gliick ereignete st in dem hiesigen Orte. Die ungefähr 60 Jahre alte Frau Rothardt fiel mit der brennenden Petroleumlampe die Treppe hinunter, die Lampe explodirte und das brennende Petroleum ergoß sich über den Körper der Frau. Sie erlitt furchtbare Brandwunden und . starb nach kurzer Zeit. Schloßwtppach. Der Maurer Gießler stieß in der Trunkenheit nach einem kurzen Streit seiner Frau ein Schlachtmesser :n den Rucken. Die Bedauernswerthe hat tödtliche Verletzungen davongetragen. Der Thater wurde verhastet. R u d o l st a d t. Erhängt hat sich aus Schwermuth über den Verlust beider Eltern der lahnge Kaufmannslehrling Lorenz. Wasungen. Hier starb dle Propstin des adeligen Damenstiftes Julie Freiin v. Wolffskeel-Reichen-berg im Alter von 86 Jahren. Die Verstorbene, eine Tante des bayerischen Oberstallmeisters Grafen Wolffskeel, erfreute sich im ganzen Meininger Lande dank ihres wohlthatigen Wirkens großer Hochachtung und Beliebtheit. Weimar. Em altes verdientes Mitglied des hiesigen Hoftheaters, der Hofchorfanger und Blblwthekar WllHelm Fischer, feierte sein fünfzigjähriges Jubiläum als Mitglied des großherzoglichen Hoftheaters. Fischer erhielt vom Landesherrn das Allgemeine Ehrenzeichen in Gold. Sachsen. Dresden. Der Vicefeldweöel Emil Bräuning beim hiesigen Schünen -Regiment beging sein 25iähriges Militärdienstjubiläum. In Klotzsche lst der in Dresden -Fne-drichstadt wohnende Bremser Mohn tödtlich verunglückt. Er fuhr mit dem Nachtgüterzuge zwischen Bautzen und Dresden, stürzte während der Fahrt vom Wagen und wurde überfahren, wobei er am Kopfe gräßlich verstümmelt wurde und einen Armbruch erlitt. Mohn stand im 60. Lebensjahre. E h e m n l tz.' Dem in den Staatseisenbahnwerkstätten beschäftigten Lackirer - Vorarbeiter Rössel' wurde in Anerkennung seiner der Staatseisenbahn - Verwaltung geleisteten 60jährigen treuen Dienste das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Außerdem bewilligte die Königliche Generaldirektion dem Jubilar eine Geldbelohnung. Frauenhain bei Großenhin. Der bei fremden Leuten unkiZbrachte elternlose Schulknabe Ma? Richard Uhlemann, der sich seit einem Jahre beim hiesigen Wirthschaftsbesitzer Stein befindet, sollte aus Strafe wegen eines begangenen Unrechts am Elsterwerdaer Markte zu Hause bleiben, während die Pflegeeltern mit den übrigen Kindern zum Markte fuhren. Aus Rache steckte er das Haus der Pflegeeltern in Brand, und als dlese zurückkehrten, fanden sie nur noch einen rauchenden TrümmerHaufen vor. Der jugendliche Brandstifter wurde zu einer Gefängnißstrafe von einem Jahr verurtheilt. Großschönau. Der gewesene Apreturarbeiter Linke feierte mit seiner Ehefrau das goldene Ehejubiläum. Das Jubelpaar wurde in der Behausunz durch Pfarrer Arussig feierlich eingesegnet. Leipzig. Schuhmacher Franz Reinhold Günther, der angeklagt war, den Trödler Joseph Eohn am 2. Dezember 1903 in seinem Laden in der Seeburgerstraße erschossen und beraubt zu haben, wurde vom hiesigen Schwurgericht freigesprochen. Jhren schweren Verletzungen erlegen ist im Krankenhause die 64 Jahre alte Arbeit:?! Friederike Fischer aus dem Alten Amtshof, die in der Petersstraße von einem Geschäftswagen überfahren worden war. N i e d e r s e d l i tz. Auf dem hiesigen Bahnhofe wurde der Vahnarbeiter Gaide von einer Maschine zur

Seite geschleudert und so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. KelseN'Aarnrstadt. Darmstadt. Vorschlosser Georg Friedrich beging in den Werkstätten der Königl. Preuß. und Großh. Hess. Staatsbahnen sein 25jähriges Diennjubiläum. Es fehlte dem braven.

fleißigen Jubilar an Ehrungen nicht. - Der Großherzog hat dem Hofkutscher Georg Gerst das Dienstehrenzeichen für 25 Hosdienstjahre verliehen. Vürstadt. Der 55 Jahre alte Landwirth Sebastian Belz von hier lud auf dem hiesigen Bahnhof Heu ein, als plötzlich eine Rangirabtheilung aus den Wagen auffuhr. Beiz stürzte durch den Anprall so Unglücklich ab, daß ihm von der Rangirabiheilung ein Bein abgefahren wurde. Der Verletzte starb bald darauf im Wormser Krankenhaus. Gießen. Zwei Selbstmorde von Rekruten des hiesigen Jnfanterie-Re-giments haben sich letztens zugetragen. Rekrut Wagner aus Großen -Buseck dlente m der 10. Compagnie, er verschwand aus der Kaserne. Bald darauf fand ihn ein Landwirth im Walde bet Rodgen an einem Baum hangen. Er hatte sein Handtuch zerrissen und daraus einen Strick hergestellt. Vor Begehung det Unglucksthat hatte er sein Vorhaben seinen Eltern mitgetheilt und sich über die Rekrutenzeu sehr beschwert. Der zweite Rekrut, ein Unsicherer aus dem Elsaß, verließ ebenfalls die Kaserne. Man fand seine Leiche im Daubrmger Wald. Mörlenvach. Em schrecklicher Unglücksfall hat sich in der hiesigen Steinsmühle" ereignet. Der 30iahrige ledige Sohn des Mühlenbesitzers Stein hier kam nämlich dem Treibriemen zu nahe,- wurde von diesem erfaßt und ihm buchstäblich der Kopf vom' Rumpfe abgerissen. Mainz. Der von dem Zimmermann Springer aus Bretzheim gestochene Maurer Roth aus Hechtsheim ist seinen Verletzungen, erlegen. Nieder - Biedersvach. Burgermeister Joh. Emig beging das Fest seines vor 25 Jahren erfolgten Amtsantritts. Der Jubilar ist jetzt erst 55 Jahre alt. O ck e n h e i m. Lorenz Schreiber, ein schon bejahrter Mann, war mit seinem Sohne, mit Ausmachen emes Baumes beschäftigt, als plötzlich der Baum umfiel und Lorenz Schreiber so unglücklich darunter zu liegen kam, daß ihm einige Rippen brachen und auch die Schädeldecke zertrümmert wurde. Alsdann wurde der Schwerverletzte mittelst eines Wagens in seine Wohnung verbracht. 'ZJayern. Augsburg. Der langgesuchte, unbekannte Raubmörder, der in einem Holzstadel bei Landsberg den ledigen Taglöhner Georg Gumbiller von Graben ermordet, beraubt und die Leiche in einem Heuhaufen versteckt batte, wurde in der Person des Taglöhners Ludwig Brestele von München in das hiesige Untersuchungsgefängniß eingeliefert. Der Raubmörder hatte sich in Landsberg der Polizei selbst gestellt und war zu diesem Zweck eigens von München dorthin gefahren. Bamberg. Im Krankenhause starb der 26jährige Bahnwärterssohn Johann Wagner, das fünfte Opfer der Brandkatastrophe. Er war nach Ausbruch des Brandes vom Dach des Bahnwärterhauses gesprungen und hatte sich dabei schwere Verletzungen zugezogen. Freising. Letztens waren es 40 Jahre, daß Prälat Dr. v. Daller als Professor am hiesigen Lyceum thätig ist. Aus diesem Anlasse brachte ihm das Professorenkollegium durch den Senior des Lyceums, Geistlichen Rath Dr. Seilenberger, die Glückwünsche auf dem Rektorate dar. Memmingen. Verstorben ist hier der frühere Rechnungsführer Mahler, der fein ganzes Vermögen von 80,000 Mark dem hiesigen StadtMagistrat zu verschiedenen Stiftungen vermachte. Nürnberg. Der Studiosus von Watter aus Berlin, der seine Geliebte und ihr Kind in einem hiesigen Hotel erschossen hatte, wurde aus mehrmonatiger Untersuchungshaft entlassen, nachdem Sachverständige die That als im Zustande von Unzurechnungsfähigkeit ausgeführt, festgestellt haben, v. Watter, der bei einem Selbstmordversuch sein Augenlicht verlor, ist nach Berlin zu seinen Eltern zurückgekehrt. R e g e n s b u r g. Der älteste bayrische Korpsphilister,Bezirksgerichtsdirektor a. D. Pachmayer', ist hier im Alter von 91 Jahren gestorben. Pachmayer war Gründungsphilister des Münchener Korps Pa1atia". S ch w, a b a ch. Hier sind mehrere Personen an Trichinosis erkrankt. Sie hatten letztens von einem von dem Stationsdiener Kestler geschlachteten Schwein, das nicht untersucht worden war, gegessen. Die Erkrankungen sind theus schwere. W a l d m ü n ch e n. Der als Junggeselle verstorbene Notar Karl Kane bera von Markt Oberdozf hat den Ge meinden Waldmünchen, Oberdorf, Osterhofen und Schwaben zur Unter stützung' armer, verschuldeter Gütler familien, zur Ausbildung armer ta lentiite? Kind:r, die sich einem besseren Berufe widmen wollen, u. f. w., sein gesummtes Vermögen von 169,000 Mark hinterlassen.

Der Vrieshund. Humoreske von E. Fahrom. ' Brieftauben hat es schon, lanae und

überall gegeben, denn eigentlich kann man die Taube Noahs ebenfalls dazu rechnen, da sie so pünktlich mit dem Olivenblatt zurückkehrte. Vriefhunde aber das war doch etwas Neues! Doctor Reinhard Stein war sehr stolz auf seine Erfindung und behauptete, daß noch nie vorher Jemand auf den gleichen Gedanken wie er gekommen wäre. Behauptungen, welche mit genügendem Nachdruck aufgestellt und mit einem gewissen erhabenen Zucken der Nasenflügel begleitet werden, verfehlen nie, Gläubige zu finden. Uebrigens aber erzählte es Reinhard nur sehr wenigen Freunden aus guten Gründen. . Reinhard liebte natürlich! Er war fünfundzwanzig Jahre alt und ein durchaus normaler Mensch. sie war zwanzig Jahre alt und ebenfalls normal" für diesen Fall; denn sie war sehr hübsch, ganz arm und ungemein klug. Deshalb gelang es ihr auch, ihren Vater, einen Fachgelehrten von ungeheuerem Bücherwiffen und sehr wenig Lebensprazis, zu überlisten, indem sie seinem Willen entgegen mit Reinhard correspondirte. Professor Seemann hatte die Correspondenz durch die Post unmöglich gemacht, denn sein Arbeitszimmer führte auf den Corridor, und er nahm dem Postboten jeden Brief persönlich ab. Auch postlagernd konnte das junge Paar nicht correspondiren, denn Mieze Seemann durfte nie allein ausgehen; entweder begleitete sie der Vater, oder Fafneria", wie Reinhard die alte Wirthschaften getauft hatte, die ihn ebenso haßte wie der Professor. Woher rührte nn der Haß gegen den Armen? ' Einzig und allein aus dessen Beruf, denn Reinhard war Arzt Giftmischer" nannte e2 der Professor und niemals, niemals sollte Mieze Seemann einen Arzt heirathen. Warum nicht? Weil ein Arzt nach Professor Seemanns Meinung den Tod seiner geliebten Gattin verschuldet hatte, indem er sie auf Tuberkeln behandelte, während sie doch an einer Herzkrankheit starb. Weil ferner ein Arzt nur der Allgemeinheit, nie aber seiner Familie gehörte, und dies ein Umstand war, der jede Frau unglücklich machen mußte, und weil endlich Mieze überhaupt nicht heirathen, sondern hübsch bei ihrem egoistischen alten Vater bleiben sollte. Fafnena stimmte ihrem Gebieter grundsätzlich in Allem und Jedem zu, also auch hierm. Mieze aber hatte ihren Kopf für sich und fand es viel selbstverständlicher, ihren-Reinhard zu heirathen, als mit Fächermalen und mit Postkartenentwerfen ihr Leben zu verbringen. Da die Liebenden sich sozusagen über die Straße verliebt und verlobt hatten, denn der Doctor wohnte damals gegenüber dem Professor, so fanden sie auch fernerhin Mittel und Wege, um sich zu verständigen. Die Seemanns waren nämlich ausgezogen, weit weg, an das entfernteste Ende der Stadt. Aber Treff" war, wenn auch mitgezogen, doch seinem warmen Freunde und Beschützer treu geblieben. Es war traurig, aber wahr, daß Treff den sein alter Professor so rührend liebte, daß er die zwanzig Mark Hundesteuer sich fast am Munde absparte daß dieser Treff gefühllos -genug seine Sympathien dem jungen Doctor zu ausgiebig zuwandte! Jeden Tag besuchte et ihn, und jeden Tag brachte er unter dem alten, breiten Halsband ein Briefchen hin und zurück. Die schlaue Hundeseele wußte ganz gut, wie wichtig er war. Hunde haben kanntlich Menschenverstand. Das bloße Correspondiren genügte aber auf die Dauer Reinhard nicht. Auch die glühendsten papiernen Küsse wiegen nicht einen einzigen Händedruck, einen innigen Blick auf. Höre," schrieb Reinhard eines Tages, ich habe une Idee. Wenn Ihr Eure Sommerreise macht, so werde ich an. denselben Ort kommen und Dir das Leben retten. Wie wir das anstellen wollen, wirst Du noch erfahren. Es ist eine List, ja, nenne es meinetwegen einen Betrug, das ist mir Alles egal, wenn ich nur endlich zum Ziele komme! Schreibe mir nur, wann Ihr reist und wohin. Dein Vater wird dann die Freude haben, seinen lieben Schwiegersohn gleich dort vorzufinden. Mit hunderttausend heißen Küssen bald gebe ich sie Dir in Wirklichkeit bin ich - Dein treuer Reinhard." Ueber diesen Brief war Mieze sehr vergnügt, obglttch sie nicht wußte, um was es sich handelte. Die alljährliche Sommerreise die übrigens aus einer lediglich hierzu bestimmten Onkelstiftung stammte. wurde stets erst im letzten Augenblicke von dem Professor bestimmt. Er hatte eben seine Eigenheiten, der alte Herr. Auch diesmal erfuhr Mieze nur, daß im Hochsommer die Fahrt nach der sächsischen Schweiz gehen solle, was sie sofort dem Geliebten mittheilte. Natürlich reiste Treff mit. Reinhard zog ein Gesicht. Die sächsische Schweiz mochte er gar nicht

mehr leiden, denn er hatte als Kind und Jüngling mit seinen Eltern gar zu oft dorthin gemußt. Doch gleichviel für Mieze wäre er selbst in den Orkus hinabgefahren, und ganz so schlimm war diese Fahrt

doch Nicht. Da Nafneria bei solchen Reisen daheim blieb, konnte Mieze sich während dieser Zeit freier bewegen. Sle sandte deshalb schon auf dem Bahnhof eine Karte an Reinhard,' der gleich 'der Scylla und Eharybdis in einer Person in Schandau wartete und entschlossen war, falls der alte Herr nicht an dem rechten Ufer der Elbe aussteigen würde, flugs auf das linke überzusiedeln und umgekehrt. In Rathen wollte der Herr Professor bleiben. Da konnte er immer schön auf die Bastei klettern und auch in der Elbe baden, er konnte kahnfahren und angeln und Käfer sammeln es war ideal. Mieze fand es gleichfalls ideal, denn Reinhard wohnte nun ebenfalls in Rathen, und mit Hilfe eines rothen und weißen Taschentuches am Fenster hatten sich die Liebenden einen Telegraphenapparat eingerichtet, der an Schläue nichts zu wünschen übrig ließ. Täglich stand der junge Doctor an derjenigen Straßenecke, wo Mieze jedesmal, der Vater aber nie vorbei mußte. Treff, der Briefhund, war außer Funktion gesetzt. Aber er sollte sich noch als ein sehr nützliches Werkzeug der Liebe bewähren. Reinhards Idee", daß er Mieze das Leben retten und sich so der ewigen Dankbarkeit des Professors versichern wollte, stieß auf Widerspruch seitens der ehrlichen jungen Dame. Ich kann mich nicht krank stellen," sagte sie, und außerdem würde Vater nie dulden, daß Du' dann kämst. Es gibt ja noch andere Aerzte in der Nähe." Dann werfe ich ihn selber von irgend einem Felsen hinunter!" rief der Doctor wild. Natürlich kann es ein ganz ungefährliches Felschen sein " Rede keinen Unsinn, Reinhard!" sagte Mieze mit einer Bestimmtheit, die tiefe Blicke in ihr künftiges Regierungstalent thun ließ. Sei froh, daß wir hier so ungestört täglich zusammenkommen. Ich bin so glücklich jetzt, daß ich gar nicht nach der Zukunft frage." Aber ich! Ich frage danach! Sehr sogar! Und ich trete morgen vor ihn hin und halte um Dich an es wäre ja lächerlich, wenn er sich nicht überrumpeln ließe!" Mieze war es bänglich zu Muthe bei dieser Verkündigung, aber sie dachte, was kommen sollte, würde ja doch kommen also ließ sie den Dingen ihren Lauf. Am nächsten Tage hatte der Professor beschlossen, in aller Frühe nach dem gegenüberliegenden Ufer zu fahren, um von da eme Tagespartie zu unterneh men. Man benutzte zu solchen Zwecken ein winziges Motorbootchen, das nur für wemge Personen Platz bot. Reinhard war wirklich pünktlich zur Stelle. Als der Professor mit Mieze und Treff Platz genommen, stand wie aus der Erde gewachsen der Doctor vor ihm und nahm hoflich den Hut ab, als ge rade das Boot abging. Herr Professor," begann er Aber schon war der alte Herr aufge sprungen und wollte zornig an dem unerwarteten Eindringling vorbei. Behalten Sie Platz. Herr Professor," sagte Reinhard, der selber ziem lich kippelig am Rande stand. Ich wollte Sie hiermit Aber weiter kam er nicht. Denn Treff stürzte jetzt wie wahnsinnig vor Freude auf ihn zu, sprang an ihm em por und versuchte ihn stürmisch zu um halsen. Das war zu viel für das Gleichge wicht des kühnen Werbers. Er schwankte, bog sich nach rückwärts und flog im nächsten Moment über Bord. Ein Aufschrei aus Miezes Mund ertönte, und sie stand m derselben Se künde schon auf der Bank. Reinhard Reinhard um Gotteswillen!Und ihm nach sprang sie in die woh Ifc Fluth. alt! Halt!" schrie der Professor, der kalkweiß geworden war. Er an gelte-mit seinen langen Armen in das Wasser hinunter, wo schon langst der getreue Treff seines Amtes gewaltet und seinen geliebten Doctor am Rock gepackt hatte. Von der anderen Seite faßte ihn Mieze, die eine vorzügliche Schwimme rin war. Die Lebensrettunq hatte sich in etwaZ anderen Linien bewegt, als der Doctor es sich ausgedacht hatte. Aber der Erfolg war doch ein unbestrittener! Denn nachdem man sowohl den Doctor wie seine beiden Retter in das Boot bugsirt und nach demLande zurückgebracht hat te, sagte Mieze unerschrocken und deut lich: So, Vater, nun hast Du wobl ae sehen, daß wir zusammen gehören! Wenn Du jetzt nicht ja sagst, gehe ich gleich noch einmal in die Elbe! Und dann schwimme ich nicht, dassage ich ÄJtti Ach, Papperlapapp!" knurrte der Professor, aber er knurrte es nur ganz mt. "Und dann noch eins. Vater: Du

hast ja gesehen, mit welcher Liebe Treff an Reinhard hängt! Hundertmal hast Du gesagt, daß der Hund ganz genau zwischen guten und bösen Menschen unterscheidet wen Treff so liebt muß das nicht ein guter Mensch fein?"

Dieses letzte Araument gab auch endlich den Ausschlag. Die professorliche Feste fiel, und Fafneria hatte zum Schluß der Ferien Gelegenheit, sich über die Vergänglichkeit aller menschllchen Weisheit zu wundern. Treff bekam ein silbernes Halsband von dem verschwenderischen Äoctor geschenkt. Daran hing eine Art von Rettungsmedaille mit dem Datum der Ueberstürzung", die so gute Diensie geleistet hatte. Die Knackwurst, die er zu gleicher Zeit bekam, imponirte ihm aber noch mehr. ttismet!" Eine merkwürdige Geschichte auö Jnnerafrika erzählt ein englischer Corresvondent: Die Frauen von Ud schidschi, einer alten Araberstadt an der Nordostkuste des Tanganikasees. lieben zwar ihre Kinder, aber noch mehr den Sport, der ihnen der Fang von Myriaden glänzender silberner Fischchen, die den See beleben, bietet. Diese Fische, die nur V2 Zoll lang und dünn wie ein Bleistift sind, munden den Eingeborenen sehr; und wenn sich ein Schwärm nähert, so fahren die Männer schleunigst in ihren Canocs aus, während Frauen und Kinder an das Ufer eilen. Der Schwärm wird geschickt den Frauen zugetrieben, die reihenweise im Wasser stehen und die Fische erwarten, um sie in Tüchern zu fangen. In der Aufregung der Jagd vergessen sie alle5 andere. Ich sah eine Frau," so erzählt der Corresvondent, die ihr kleines Kind in einem hinten herabhängenden Tuche trug. Da sie ihren Antheil an der Jagd nicht verlieren wollte, tauchte sie mit den übrigen in's Wasser unter und bückte sich immer wieder, und dabei wurde natürlich das unglückliche Kind stets mit untergetaucht. Als sie mit den. heiß begehrten Leckerbissen beladen an's Ufer zurückkehrte, bemerkte sie, daß ihr Kind ertrunken war. Sie war überrascht und betroffen, als sie die kleine Leiche sah, aber es war Kismet". In diesem Kampf zwischen Sportleidenschaft und Mutterliebe hatte erstere gesiegt. Der Verlust des Kindes aber war Kismet". Allerlei sür'S Hans. AlSwirksamesMittelgegen Motten sind Juchtenlederschnitze! zu empfehlen. Man hefte solche auf der Rückseite der Portieren, an verschiedenen Stellen (unsichtbar) an, auch in den Polstermöbeln sowie in Schubladen hänge man kleine Bündel in die Kästen zwischen die Kleider; durch den starken Geruch halten sich die -Motten ferne; der Geruch ist aber keineswegs unangenehm. Um Ameisen auZ Wohnräumen für immer zu vertreiben, ist es nothwendig, die Brütstätten aufzusuchen und zu vernichten. Dies geschieht, indem man aufmerksam verfolgt, wo die Ameisen aus- und einschlüpfen, und daß man dann in die Ausgangsöffnungen eine kochendheiße, von Alaun gesättigteLLsung gießt oder spritzt. Was von den Ameisen nicht durch die heiße Flüssigkeit getödtet wird, verläßt den betreffenden Raum, welcher durch den krystallisirenden Alaun unwohnlich geworden ist. Alle Ameisen lieben, wie die meisten Insekten, Süßigkeiten ganz außerordentlich, und meist nur durch Anwendung solcher gelingt es, den ungebetenen Besuch zu fangen und zu vernichten. Man lege zu diesem Zweck an den Ort, welcher von ihnen besucht wird, ein dick mit Syrup bestrichenes' größeres Tuch und wird gar bald bemerken, daß sich dasselbe mit eifrig leckenden Ameisen, welche ihr außerordentlich feiner Geruchssinn herbeigelockt, bedeckt hat. Da diese an der klebrigen Flüssigkeit hängen bleiben, so ist die Tödtung eine sehr leichte, und man kann das Experiment so lange wiederholen, bis auch der letzte zudringliche Gast für immer unschädlich geworden ist. Kragen und Manschetten blank und steif zu bügeln. Auf ein Pint kaltes Wasser kommen ungefähr 4 Löffel gute Weizenstärke. In ein wenig Wasser kocht man einen Theelöffel voll Borax und schüttet denselben in die gut aufgelöste Stärke, außerdem einen Löffel voll Spiritus, einen halben Theelöffel Glycerin und 3 Löffel voll aufgelösten Gummitragant; dieser löst sich sehr langsam auf, darum halte man sich immer einFläschchen voll als Vorrath. Die Wäsche wird nun einzeln in der Stärke gut durchgerieben, ausgewunden, und auf beiden Seiten abgerieben sollte Stärke obenauf liegen, fo muß ein wenig Wasser nachgegossen werden dann in Tücher glatt eingeschlagen und nach einigen Stunden geplättet. Man plättet zuerst links, dann rechts, immer abwechselnd, bis die Stückt ganz trocken sind. Alsdann nimmt man eine harte Unterlage, Glanzpappe oder dergleichen, streicht die Wäsche flüchtig mit ein wenig Wasser über und drückt nun mit der Breitseite der Plätte tüchtig daraus hin und her, wodurch sie glänzend wird. Zuletzt werden die Stücke gerundet. . , '