Indiana Tribüne, Volume 28, Number 150, Indianapolis, Marion County, 16 February 1905 — Page 5
Jndiana Tribüno, 10 Februar 1903
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000 0 O O preise geliefert von A. B. MEYER & CO Pennsylvania Anthracits $7.50 PocahontaS Lump .... 5.50 Smokeletz Lump 5.50 Ohio Cannel Lump 5.50 Ohio Cannel Egg 5.50 Kanavha Lump 4.50 Pittsburg Lump : 4.50 Vrazil Block 4.25 bocking Valley 4.25 Ctraight Creek Lump 4.50 Straight Creek Egg. 4.25 Sreene County, No 4, Vein Lump 3.50 Greene Count, No. Vein Egg 3.50 Jackson Ohw Lump 5.00 Oven Coke Egg. 5.50 GaS House Lump Coke 5.50 GaS House Crushed Coke 6.00 ztraVe?echnuvz wo solche getragen werden rafiflen. Unter Bomben und Granaten. - Nachdem Port Arthur gefallen war, stellte auch die in der Stadt erschienene Zeitung Nowikrai," von der öfter während der Belagerung die Rede war, ihr Erscheinen ein. Die letzte Nummer dieses Blattes, die aus der Festung nach Petersburg gekommen und die aus Mangel an Zeitungspapier auf orangegelbes Plakatpapier gedruckt war, berichtet folgendes: (Seit gestern stehen die Redaktions- und Druckräume unse?es Blattes unter dem Feuer der japanischen Geschütze. Bon dem Moment an, wo die Setzer ihre Arbeit begannen, bis zur Vollendung des Druckes sind 12 Granaten in unserer Nähe krepirt. Eine 'Unmenge Splitter sind in die Wände eingedrungen und haben Risse und Sprünge darin verursacht. Alle Fenster sind zerschlagen." Unter solchen Umständen hat es allerdings seine Schwierigkeiten, eine flott und gut geschrieben? Zeitung den verehrten Llbonnenten auf den Tisch zu legen. Die Zahl der Baumwollsplndeln der ganzen Erde beträgt jetzt schätzungsweise 104.000.000, die der Webstühle 1,350.000. Davon kommen auf England allein 44,000.000 Spindeln und 650,000 Webstühle. D e n Namen Grünes Kreuz" führt ein Verein, der sich seit zehn Jahren im Norden Berlins die Aufgabe gestellt hat. den Alkoholmiß zu bekämpfen. Der Verein gibt m seinem Lokale allen Personen, weiblichen wie männlichen Geschlechts, Gelegenheit, in behaglichen Räumen neben äußerst billigen Speisen alkoholfreie Getränke zu genießen. Eine Schule 'für Dienst, mädchen wurde jüngst in Hamburg eiablirt. Die Anstalt konkurrirt nicht mit den schon länger bestehenden Schulen, in denen Töchter aus wohlhabenden Familien nach wissenschaftlichen Grundsätzen in allen die Hauswirthschaft betreffenden Dingen unterwiesen werden. Öin junger Mann von einundzwanzig U Iahren der in die Zukunft blickt, glaubt, zwanzig Jahre von jeht sei eine lange Zeit. Derselbe Mann mit einundvierzig Jahren, schnell in das mittlere Alter eintretend, vielleicht mit einer Familie zu unterhalten, be trachtet jedoch die verflossene Zeit als wirklich sehr kurz. Würde dieser Mann die Vorsicht gebrauchen, 55.00 von sei nem Verdienst jeden Monat in ein Spar Conto anzulegen, welcyes er ohne Zweifel leicht thun könnte, die hübsche Summe von $1,641 59 wäre das Re sultat. Warum nicht sofort mit die fern Vorschlag beginnen? Wir können Ionen helfen. IND1AN4 TRUST CO., - Ecke Washington Str. und Virginia Ave., Capital $1,000,000 Ueberschuß $250,000 Kapital und Uederschuß 8460.000 HUskquellen.' 5,000,000 Genügend Facilitätenum die Geschäfte der Banken, anuers, orporancnra uns Per sonen in Obhut zu nehmen.' Neguläres NegierungsDepositortum. Direkte Bank Verbindungen in jedem County in Jndiana. ?rnk . Vontü, VrSftdent. . 13. X 5hurchin, V'eePr5stdent. H. O. oor, asstrer. R. S3. Ehurchm, Hillslasftrer. IAKE ERIE & WESTERN R. R. . . . . Fahrzeit der Züge . . . bsahrtAnku? Xoltfco. hicago und Mich iz au 6r.srei.t 7.1 tl0.ii koledo. Settoit nah Sitaao Lim t j Eichisan 6;t?, Munrie tt.8asaljttttepl.t 7.20 f10.55 tS glich f culantcrainea trnataal.
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Ein jlndjtiiberfnll auf NennenKampfs VofaKen. Stimmungsbild su der Mandschurei.
Der Heike Taa wich einem klaren, kühlen Abend, und langsam erlosch das goldige Abenvrotl? hinter den yoyen Bergen. Als trübe Lichtscheibe stand der Mond schon hoch am Himmel uno schien auf das Schwinden der letzten Sonnenstrahlen zu warten, um sich in feinem vollen Glänze zu zeigen. Dunkle Abendschatten umhüllten schon die buschbewachsenen Felsenhänge rechts von uns. während die nackte Paßh'öhe in unserem Rücken noch in Hellem Sonw r nenglanz erglühte. unsere Zivinon hatte eben den schwierigen Aufstieg auf steinigen Felsenpsaden beendet. bU Werst waren wir heute in engen, steiniqen Berqschluchten marschirt. Leute und Pserde waren müde, und mit freudiger Elle wurde das lang ersehnte Biwak bei der reichen, besonders mit ssouraae qut versehenen chinesischen Branntwein - Brennerei Schaogo bezogen. Riesige, Haufen goldgelben Gerstenstrohes, bereit gelegte Borratye an Kornfutter ließen die Herzen der Schwadrons - Commandeure höher schlagen; denn Stroh hatten die Pferde während der letzten zehn, scharfen Marsch- und Gefechtstage ganz und Kornfutter beinahe ganz entbehren müssen .... Und hier, hatte General Rennenkampf versprochen, sollte den abaehetzten, halb verhungerten Thieren ein Rasttag gegönnt werden! Ich saß auf einem Erdhaufen am Thore der Brennerei und blickte in das enge Thal, das sie von drei Seiten umgab; tiefe Abendschatten hüllten es schon ein. In den Gemüsegärten und auf den Feldern bivouakirten in langen Reihen die Kosaken - Schwadronen. Schon eralänzten hie und Da die ersten Wachtfeuer im schummerigen Abenddunkel; dumpfes Stimmengewirr klang herüber, und munter prusteten die Pferde, die Schnauzen tief in das staubige, lang entbehrte Stroh gesteckt. Die Vorposten - Schwadron rüstete sich zum Ausrücken, um die Arieregarde abzulösen. Während die hungrigen Pferde ihr Futter verzehrten, schluckten die Leute elllg ihren Thee und :hr blßchen Abendbrot hinunter. Kosaken kehrten zu ihren Schwadronen zurück, große Heubündel, Hühner. Enten am Sattel oder magere Ochsen vor sich hertreibend, die sie in den umliegenden Ortschaften für theures Geld erstanden hatten. Chinesen, spitze Strnhhüle auf den Köpfen, ritten bedächtig auf ihren kleinen Kleppern vorüber und verschwanden im arünen Wäldchen am AbHange hinter der Brennerei. Man rief mich zum Abendessen. Im Hofe der Brennerei saß der General mit seinem Stabschef an einem großen Mühlstein, trankThee und las aufmerksam die Papiere, die der Stabschef ihm reichte. Ein großes Feuer' brannte nicht weit vom Mühlstein, und sein flackernder schein, der alLampe diente, beleuchtete grell das ernste Gesicht des Generals. In dem Hause, das seinem Stäbe als Quartier diente, ging es munter zu. Auf dem niedrigen chinesischen Tisck brannten stolz zwei Kerzen ohne Leuchter; daneben prangte auf zinnernem Teller ein am Spieß gebratenes Huhn und eine große Schüssel mit dampfendem Reis. Um den Tisch herum saßen die Officiere des Stabes, darunter unfer allgemein beliebter Gast, der österreichische Major Graf Szepticki, immer correct in seinem dunkelgrünen Waffenrock, die hohe Offiziersmütze auf dem Kopf. Und nun gesellten sich noch die Offiziere der Arrieregarden - Schwadron zu unsf die, eingetroffen, sich beim General gemeldet hatten: Graf Komarowski, der Chef und sein Subalternofficier. Der Appetit war allseits ein sehr gesegneter seit 5 Uhr Morgens hatten wir keinen Bissen genossen. Dann begann ein allgemeines, lebhaftes Gespräch; Graf Komarowski erzählte von seinen interessanten Erlebnissen im Buren kriege, von den häufigen nächtlichenUe berfällen, von Cronje. seinen Kämpfen und seiner Capitulation. Die Thür msBorzimmer war ausaehoben, drau ßen kamen und gingen Chinesen und Kosaken. Geschäftiges Stimmengewirre erfüllte die Luft, mitunter erscholl krampfhaft der Schrei eines Maulesels, und. behaglich zufrieden klang das Rascheln des Strohes, an dem sich die Pferde wieder gütlich thun konnten. Die Kosaken tränkten ihre Pferde schütteten ibnen nock reicklick Kornfut ter vor und legten sich unter ibren Mänteln zur Ruhe. Auch drinnen im Haufe war es still: die Gäste waren zu ihrem Regiment gegangen, die Herren vom Stäbe hatten sich hingelegt. Ich trat in den Hof hinaus. Die Nacht war in it.re Rechte aetreten: es war ganz still im großen Bivouak. Der General saß noch am Mühlstein, in ein Gespräch mit seinem Stabschef vertieft, die Reste seines Abendessens noch vor sich. Die Wachtfeuer brannten langsam ab, und alles schlief; nur die Leute der Bereitfchafts - Schwadron saßen noch ausrecht in voller Ausru siung an ihren Feuern. Kein Lüftchen reate sich. Wie ver zaubert vom Silberalanze. dett der Mond auf sie ergoß, standen dieBäume der Garten und des Wäldchens hinter der Brennerei, und die Berge schieren in ihrer tiefen Ruh dunkler geworden zu sein. Der unerwartete Zauber dieti monddurchglänzten Nacht bannte
mich fest. Vollkommene Stille henscyie ringsumher, und ich vergaß für einen
Augenblick, wo ich war Da, plotzich. kracht von rechts em Schuß nach ein:r Weile ein zweiter, dann ein dritter. ... -Aus den'Vorvosten. wie immer dachte ich im ersten Augenblick. Ader. die Schüsse klangen so merkwürdig nahe, viel naher, als die Feldwachen lagen. Was konnte das, wohl sein? Die Feldwachen hatten nichts gemeldet. Aber freilich, in diesem unbegreifichen Gelände und bei diesemakrobaischen Geaner war ja jede Ueberra schuna möalich. Und jetzt knatterten die Schüsse schon ununterbrochen vom jenseitigen steilen Felsabhang herüber, kaum 1000 Schritt von uns entfernt. und pfeifend flogen die Kugeln über mich weg. Schon lief die Bereitschafts Schwadron rasch an Mir vorüber, und besetzte den Rand der Schlucht, die uns lcfei vom Feinde trennte. Ein wildes, weibisch kreischendes Bansa a f erscholl von dort her, und gleichzeitig, gleichsam als Antwort darauf, knatterte auch schon das Schnellfeuer unserer Kosaken. Auf das wilde Geschrei hin erwartete ich einen sofortigen Bajonett-An-ariff und lief in das Haus, um meine Waffen anzulegen. Dort war schon alles im Begriff, sich eilig anzukleiden. Was ist los?" tönte es mn von allen Seiten entgegen. Die Javaner kreischen und schießen." erwiderte ich, zu sehen ist -noch nichts." ..Herr Rittmeister, soll ich satteln?" fraate mich'in diesem Augenblick mein Bursche, der, wie immer, ungerufen erschien, wo er nothig war. ..Für mich den ..Fatalist'' ur dich die Loreley", den Saumsattel auf die ..Davu"! Beralk nichts, und warte ruhig am Thor!" Säbel und Revolver lm Laufe anlegend, trat ich wieder auf den Hof. Die Kugeln Pfiffen ganz gehörig über meinem Köpft. Löscht doch das Feuer aus!" rief eine Stimme. Sie zielen ja danach!" Der Hof war wie verwandelt in seiner plötzlichen Bewegung. .Burschen und Kosaken des Eskorte sattelten und packten eilig, aber ruhig. Die Aerzte und Pfleger der Abtheilung vom Rothen Kreuz, die unser Hauptquartier begleiteten, waren eifrig an ihren Karren und Mauleseln beschäftigt. Alles schien ruhig; nicht die geringste Aufregung klang in den abgerissenen Reden, die lebhaft hm- und herflogen; einige Leute bekreuzten sich andächtig. Die Kugeln pfiffen immer noch ziemlich qoch über unseren Köpfen; nur wenige schlugen mit einem saftigen Wsik" ins Schindeldach der Brennerei. Wo sind die Pferdedecken des Generals?" höre ich denStallburfchen des Divisions-Commandeurs rufen. Eben hatte ich sie hierher gelegt!" Zünd eine Kerze an, Landsmann," belehrte in einer anderen Ecke mein ZUter Bursche einen jungen Kosaken, der unlängst als Bursche zumStab gekommen war, und sieh m der Stube ordentlich nach, ob du nichts vergessen hast." Ich lief zum Thor hinaus. Nicht weit von mir erscholl gerade die munkere, wohlklingende Stimme des Generals. Vollständig gewaffnet und gekleidet, die zwei weißen Georgskreuze leuchtend auf der schwarzen Lederjacke mit den Generalsabzeichen, war er, von dem Stabschef und den drei. Ad" jutanten begleitet, gerade im Begriff, von Stein zu Stein balancirend, den kleinen Bach zu überschreiten, der die Brennerei vom Bivouakplatze trennte. Dort sattelten und packten die Kosaken; über die Feuer wurde Wasser gegössen, und zischend fuhren hier und dort weiße Dampfwolken in die Höhe. Der Mond beleuchtete hell die lebhafte kriegerische Scene; vorn, am Abhänge, die feuernde Schützenlinie der abgesessenen Schwadron, hier das bunte, bewegte Bild der sattelnden, sich rüstenden Regimenter. Die Schüsse knatterten ununterbrochen, und heftig klagend pfiffen . die Kugeln, Blätter und Zweige auf ihrem Wege niederreißend. srt ii ri M r am i2)0it zum Trutze, rüder!" er-. klang laut der Gruß des Generals an die nächste Schwadron. Und ebenso energisch und hell brauste ihm die Antwort seiner Kosaken entgegen, sich über den weiten, bunt belebten Platz fortpflanzend. y Die Nerven sind ruhig." bemerkte der Genera! zu seinem Stabschef, wir können zum Handeln übergehen." Und fest und klar wie immer gab er seine Befehle, die die Adjutanten sofort weitertrugen. Und schon eilt eine Schwadron auf unseren rechten Flügel und besetzt die Lisiere der Obstgärten; zwei Schwadronen besetzeii-den linken Flügel, und zwei weitere stellen sich dahinter in Reserve. Die übrigen drei Regimenter stehen bereits, weiterer Befehle gewärtig. Man kann jetzt ruhig abwarten, wie sich die Sache weiter gestalten wird. Das Verstummen des japanischen Feuers schien zu bekunden, daß . die kräftig schallende Antwort der Kosaken auf den Gruß des Generals die Japaner mehr überrascht und beeinflußt hatte, als ihr drolliges Kreischen unser schlafendes Bivouak. Erst allmählich flackerte ihr Feuer wieder auf, und als es eine volle Stunde gedauert hatte, war das Ergebniß zwei vermundete Pferde. Die Feldwachen wa rcn zurückgekehrt, ihre Patrouillen noch dicht am Feinde. In langsamem Einzelschießen erwi-
derten unsere Schwadronen daZ Feuer? man hatte bei jedem Schuß, das Gefühl, daß er überlegt und wohlgezielt war; nur. wenn die kleinen, schwarzen Schatten unten im engen Thale dichter und deutlicher erschienen, erscholl hier und dort halblaut das Commando: Escadron Feuer!", und Salven knatterten kurz und zornig. Der General stand jetzt bei einer Vaumgruppe im Centrum seiner Aufstellung. Jamöchte nicht gern fort von hier," sagte er zum Stabschef, und dachte wohl dabei an die schönen Fourage - Vorräthe der Brennerei. Nur. fürckte ich für den Paß in unserem Rücken. Wenn der bedroht wird, müssen wir zurück: eine halbe Compagnie könnte dort die ganze Division aufhalten. Bis jetzt scheint keine Bewegung des Feindes in jener Richtung vorzuliegen," meinte der Stabschef, sonst hatten wir wohl schon eine Meldung." Und gerade in diesem Augenblick erscholl irgendwo in der zunehmenden Dunkelheit eine ruhige, junge Stimme: Wo ist.der Divisions - Commandeur? ....Wo ist der General?" Hier bin ich!"' rief der General. Wer verlangt nach mir? Was ist los? ' - Leutnant Fürst Obolenski, Excellenz," theilte der Stabschef mit, von den Vorposten ich erkenne feine Stimme." Und schon erscheint in der Dunkelheit 'die stattliche, etwas volle Gestalt des jungen Fürsten. Er tritt nahe an den General heran und meldet mit leiser Stimme: Oberstleutnant N. läßt Excellenz
melden: Unten in der Schlucht an unserer rechten Flanke ist deutlich die Bewegüng einer dunkeln Masse min destens einer Compagnie zu erkennen. Richtung um'unsere rechte Flanke, anscheinend nach dem Paß in unserem Rücken zu." Sagen Sie dem Oberstleutnant, er soll dreiSalven geben, falls diese Richtung' sich weiterhin bestätigen sollte," befahl der General. Dann fugte er hinzu: Die Schwadron des Fürsten Melikow soll sofort aufsitzen, im Trabe auf den Paß reiten, ihn besetzen und bis auf weiteren Befehl unbedingt halten. Es vergeht eine geraume Zeit. Das heftige, aber schlechte Schießen der Japaner dauert fort. Wir haben uns an das Pfeifen ihrer Kugeln hoch über unseren Köpfen schon so gewöhnt, daß wir erstaunt aufblicken, wenn plötzlich in diesem Geknatter eine Pause eintritt. Nach solchen Pausen wird ihr Schießen immer heftiger, und wir fragen'uns, wie schon so oft in diesem Feldzuge, wo sie nur all die Munition hernehmen. .Ha erschallt plötzlich mitten im japanischen Geknatter deutlich und kurz von unserer rechten Flanke her eine Salve, kurz darauf eine zweite, dann eine dritte. Also zurück!" sagt der General mit einem leichten Seufzer, und, sich zum Stabschef wendend: Die Division setzt sich sofort in Marsch. Das Regiment Nertschinsk marschirt vor den Trains." Dann fügt er hinzu: Und zum Abschied ein tüchtiges europäisches Hurra!" Und aus Leibeskräften schrieen wir: Hurra!" Bon Schwadron zu Schwadron pflanzte sich diesHurra fort, immer gewaltiger anwachsend. Es brauste längs der ganzen Front, zum Feinde in die dunkle Schlucht und hallte mächtiq in den nächtlichen Bergen wider. . . Die. Japaner stutzten, ihr Feuer verstummte plötzlich. Die Division dehnte sich langsam in die lange Marschcolonne aus: die Tete und das Gepäck sind schon im Dunkeln verschwunden, die zwei übrigen Regimenter folgen. Es beginnt für uns ein kurze Zeit unwillkürlich gespannten Erwartens. Ist der Paß noch frei? Wird.Melikow ihn halten können? Oder werden wir uns unseren Weg durch diesenFelsen - Corridor in Colonne zu dreien durch die feindliche Infanterie hindurch bahnen müssen? Und unser aller Gedanken gleichsam beantwortend, bemerkte plötzlich der General: Fürst Melikow ist ein erfahrener, tapferer Ofizier; er wird uns schon den Rücken frei halten!" Die Nacht wird dunkler. Die kleinen Lämmerwölkchen ballen sich allmählich zu großen Wolken zusammen, und diese Wolken verdecken mitunter den Mond; dann sehen die Berge besonders finster und drohend aus. Das Schießen hat beinahe aufgehört: auch die Japaner scheinen das Ergebniß ihrer Umgehungs - Bewegung Mit besonderer , Spannung zu erwarten. Schon gar zu lange lechzen sie danach, diesen verhaßten Kosaken, die ihnen schon drei'Monate weder Ruh noch Rast gönnen, die heute hier, morgen, da, überall und nirgends sind, jede Bewegung ausspähen, jedes Bivouak stören ... einmal tüchtig mitzuspielen! Und von dieser Bewegung wird es abhängen, ob der Streich diesmal gelingt. In der eingetretenenStille hört man weit links Schüsse fallen: das sind, unsere Patrouillen, in ihrer aewobnien Jagd nach japanischer Cavallerie, die Nie standhalt und sich immer hinter ih rer Infanterie versteckt. Schabe, schade," wiederholt einige Maie der General. Er kann die sckö
nen Fourage Vorrathe der Brennerei
Nicht vergessen. Na, wir kommen bald wieder!" setzt er dann hinzu, indem er zu Pferde steigt und in der Colonne vorwärts reitet. Wir reiten langsam hinaus aus Schaogo. Es ist aanz dunkel geworden, der steinige Weg ist kaum noch zu unterscheiden. Die Pferde treten vorsichtig und stolpern nicht. Hart am Anfang des Ausstiegs zum Paß steht ein größerer Bauernhof, von einer rohen Steinmauer umgeben. An der Mauer steht eine hohe Platane, die im Licht des plötzlich wieder am HiMmel erschienenen Mondes einen scharfen Schatten über den Weg wirft. Hier halt der General und läßt die Colonne an sich vorbeidefiliren. Er hat dem Trompeter - Corps des Regiments Nertschinsk. das Vxt Tete bat. den Befehl zugeschickt, oben auf der Paßhöhe, sobald es sie erreichen wurde, die russtsche Nationalhymne zu spielen. An uns vorüber zieht langsam Schwadron auf Schwadron, und eintoniges Pferdegetrappel erfüllt die Nacht. Plötzlich knattert von links unten, von halber Höhe, heftiges Gewehrfeuer dazwischen zuerst vereinzelt, dann in wüthendem Schnellfeuer: die Japaner hatten offenbar ihre Umge-. hungs- oder vielmehr Umkletterungsbewegung aufgegeben, nachdem sie gewahr geworden, daß der Paß besetzt war, und beschossen nun unsere Colonne und die einzelne Gruppe-bei der einsamen Platar.e, die sie von unten vortrefflich, sehen mußten. Ihre Kugeln flogen wieder hoch über unsere Köpfe hinweg, und von der Platane fielen abgerissene Zweige und Blätter langsam zu unseren Füßen nieder. Da schmettern plötzlich scharf abgerissene Salven in das unordentliche Geknatter der Japaner hinein. Deutlich hö ren wir das Heulen dieserKugelmassen durch dir Nacht und ihr Aufprasseln auf die jenseitige Felsenwand der Schluckt. Das waren des Fürsten Melikow Kosaken, und ihr Feuer scheint nicht ergebnißlos zu sein, denn das Schießen der Japaner verstummt sofort. Die letzte Schwadron ist an uns borübergezogen. Wir wandten unsere Pferde und folgte ihr langsam. Da strömen plötzlich von oben her, don mondbeglänzter Höhe, leise und feierlich die vollen Accorde der ZarenHymne über das nächtliche Thal., Alle Gespräche verstummen, alle Köpfe entbloßen sich. Und etwas Mystisch-Ge-heimnißvolles. etwas Heilig-Großes entströmt in der dunklenWildniß diesen hehren Harmonien und ergreift ein jedes Herz dieser Männer, die hier im tiefsten Asien für die ferne Heimath kämpfen. Viele stimmten in die feierlichen Klänge ein. . . . Erst leise, dann immer lauter und gewaltiger brausen die majestätischen Töne der Hymne durch die nächtliche Luft. Und unten, tief zu unseren Füßen, an die zerrissenen Felsenhänge geklammert wie unheimliche Fliegen, lauschten japanische Soldaten den feierlichen, fremden Klängen. Sie waren in die Nacht hinausgeschlichen, um uns in unserem Rücken die Ausgangsthür zu verschließen, durch die wir ziehen mußten; ihre List war nicht geglückt sie kamen zu spät, und jetzt tönte es langsam, feierlich von der Höhe zu ihnen herab: ' Furchtbar den Feinden und stark durch den Glauben!" Wie Kuropatkin im Feuer scherzt. Nemirowitsch Dantschenko erzählt in einem seiner Kriegsberichte: In der Schlacht am Schaho befand sich General Kuropatkin die ganze Zeit auf den vordersten Stellungen. Sein Stab war um feine Sicherheit besorgt und seine nächste Umgebung suchte ihn zurückzuhalten. Fürst Gagarin ging also zu ihm und sagte: Ew. Excellenz." Was gibt es denn?" Das feindliche Feuer ist hier sehr heftig. Wollen Sie die Güte haben." Kuropatkin nahm den Fürsten sanft bei der Hand: Mein lieber Fürst, Sie befehligen meine Eskörte und nicht mich!" Dann wiederholte Abadziew, einer aus der Schaar Skobelews, den Versuch: Ew. Excellenz kann hier nicht bleiben." Kuropatkin erwiderte: Ihr Amt ist es auch nicht, mich zu beaufsichtigen." Nun versuchte ich, ihn fortzubringen; aber er antwortete: Wir sind mit Ihnen schon in schlimmeren Lagen gewesen." Dann sah er auf meine breite Gestalt und scherzte: Sollte es gefährlich werden, so stelle ich mich hinter Sie." Und alle lachten. . ." Immer der Gleiche. Professor Wulli hat zu Neujahr an seine Bekannten ein Schreiben folgenden Inhalts gesendet: P. P. Theile Ihnen hierdurch mit, daß. ich diesmal keine Neujahrsgratulationen versenden werde, weil ich es nur für eine überflüssige Förmlichkeit halte. Ergebenst Prof. Wulli. P. S. Venütze die Gelegenheit, um Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche zum neuen Jahr darzubringen. Tüchtig. Student (bemoostes Haupt): Ist der Kerl, der'Suff. drei Jahre, auf der Universität und fallt durch's Examen! Ich binschon fünf Jahre hier und noch nicht tinmal durchgtfallen!
.seuer-Signale.
. Pennszl iri Tiaxttt i ng(i$'9 Opern-Haus I Castund Nw gork f Roblk und ZMchizan Z N. Jcrjq u. Mass Lr i Pü und North Warkct und Pine i Vermont nahe Last , No. 8 Eptttzenhau Maff. Lvc a; 91-5U 4i Dnawa und Walnut A Jersey u Tentrai. 16 MasZ und Vorne? Lv sh m d 11. erraße t 53arl Ave und l Str Columbia undHiLsid, 9 Highland Ave u. PraU JllinoiS und et. I s knnsylv. und Prett 4 Midian unv 11. Bit '6 ?!o. S SpriycnhauS lk. she Illinois c Senat Ave u, StClak 1 Jllinei und IRchigan Zt sylvania und 14. ' Senate Are. und i, X 3?o. 1 Spritzenhaus Zn 5ve naheWichiga Mendia und Walmtt - California u Vermont Llak und New Fort . Ind. Lv. u. et Elsir Sily Hospital la! und Norty .9 Michigan und Lgne 1 No. 6 Cprttzenhau Sashington nahe Wefi -2 EZendors u Wash, Miffouri u New Fort 6 Meridian u Wash A JllinoiS und Ohio Capito? M,. u Wssh Kmgan'S Porkhaus Straßenbahn Ställe W. Washington St: No. IS Spritzenhaus JllinoiS u errill ' JllinoiS Louisiana WeS und EouH lA West und cTartt) Senate ve. u Henry j? VeridianundRat) ' 5!o. 4 EpritzenHauk RadisonLv.uViorris Stabilen Lv. u Dunlop No2Hakm Leiterhaui South nahe Delavar ct Penn, u rill s dlatoe u.LÄkartt M&ntt9 Sk Jerfa u. Sterta 17 Birg. Lv. Lradfhas Sast und Prospekt ULickmgundHigy n Ste. 11 Spritzen Cir 2ve. nahe Hur? t C&ft und Seorgi ft Cetat und ein U Davidson u Georgia m English Av. u Pine 6 Chelby und Vate "8 No. 8 Spritzenhaus Prospekt nah Shelöy Fletcher Av. u Shelky si Varket u. New Zersch Delaware und WashEsst u Washington 4 New Iorku. Davids? TaubstuLmm ÄnstaU S er. Staaten Ursenass 7 Orient! und Oaff. Fraucn-Resormat. 'i 0. 13 Spritzenhaus 'lartzknd nahe v!er. 2 .S!eridian u. Heorqia. ZNcridian und Lcuth 4 Pennal) u. Lonisiana t Virgim Av? u. Llsb. c 55MAZrticr. 7 Grand Hotel. 8 Capital Lse und Ohl 3 Ns. je SpritMhsuS . l. und Lsh. ' ! Tlabania und 1. ü Zentral Sve und lt. 16 JandkS und 15. 17 Drcckside und Jupites i$ Centra! 2t und 17. ;g Delaware uns 19. n Älabsma und 11. 52 Lellrsontaine und 5. 'A Fallfg Ar und !?. 'S Telawar und is. w Nlabmna und Nsrty i7 5Iet?mann und 19. ?3 Gsufg Uve u::d XI. i-i Gonell Ko und 18. 1 ZZanveS und i9. Highland ze und i. H Tecumseh und 10. 5 New Jers-H'nd 22. fc S'.lrord und 17. 4? No. 2 Spritzenhaus Hilside Ave und 6 College Ave und S, s College Ave und 7. 52 Park Zwe und 52. L E u. W Vühn n.. Ramsey Ave und 1. Llsughton u Newma 57 AUaS und Pike. 58 Bloyd und Pawvaw. 69 No. 21 Spritzenhaus Lrighttvood lic A.'den und Tepot es Brigytwvod und 25. Rural und Vloyd St. Clair u. eyston 7 Arsenal klve un öS. L ellefontaine und ui. i9 Park SIv Kd IC Capital und tt . 515 Pennfhlv.u.Mchia. 14 Jllinot nd ,0. 15 Senate kve und N. 51 Pennsylvania und iX -7 Meridian und 1. 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Highl L1 Market Srsens7A 817 Ost 6 Clair nl Union Bahn Seleist. Ski Pan Handle Shop k25 Vermont uns WaluL S24 Wash.und State Ltz, L25 Madden'2lngSsD 81 Tucker und Dorsey 827 Wash. und vevike tM 29 91. II Spritzenhaus BeviZ nah Zchtg 51 Southeafte? Xtv& Woodstde. .. 652 Walh. und TkrK? 854 Southeafter d Arsen! KveS. IIS New Dorr nd Zvs$U 12 JllinoiS und Martzl. i5JllioiLkd rsxtd, 14 Penn, id Cak i5DIaW ch Sk Spezial Signale. ersten Schlaze, zweiter Warn, Zweite Schlage, dritter 83, Lritte 2 Schläge, vterkr Alarm. '.-5-1, Feuer aus und Schlauch fgervS. , Schll!ge, Wafferdruck ad. Schläge, 1 Uhr Mittag. SCI so bezeichneten Signale werde nur m 3$uro achter kmgegeben da an de betreffend Ctxtm Zreuzung keine Slarmvkten nsebr fsCL Einen schrecklichen Tod fanden zwei Männer in einer russischen Badeanstalt in New York. Abraham Pasternack und Peier Roos, zwei Schneider, wurden im Dampszimmer der betreffenden Badeanstalt zu Tode verbrüht. Als man ihre Leichen auffand, lieferte der Zustand ihrer Körper und die blutbefleckten Risse im Gypsüberzug der Wände einen Beweis dafür, wie desperat fie um ihr Leben gekämpft und wie sie vergeblich einen Ausweg gesucht hatten. Aus den Angaben der Angestellten, die verhastet wurden, ging hervor, daß Pasternak und Roos spät Abends in die Anstalt gekommen waren, in da3 Dampfzimmer geführt und dort von den-Angestellten vergessen wurden. ES befand sich ein Gasbrenner in dem Dampfzimmer, allein da Gas brannte nicht und die Männer konnten in der Dunkelheit die Thüre nicht finden.
