Indiana Tribüne, Volume 28, Number 148, Indianapolis, Marion County, 14 February 1905 — Page 7
Zndiana Tribüne, lü Februar 1905.
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T . - ziiiiii i in i miiiiiiii nr ii r " ' I I Sliiirm - Z 5 Hr v Korn. von - J Jrtni d'Aigrenront - - lr rr tttiWi (Fortsetzung.; Ter Abend verging ihm wie im Fluge. Am anderen Morgen mußte er abreisen, ohne Reine nochmals gesehen zu haben, aber er sagte beim Abschied zu seinem Bruder: Deine Tochter ist das schönste und entzückendste Wesen, dem ich in meinem ganzen Leben begeguet bin!". Ja. es ist wahr, sie ist eine schöne Erscheinung," entgegnete der Marquis mit väterlichem Stolz. Aber sie hat auch ein vortreffliches Gemüth, und das ist mir noch viel mehr werth." Aus ver langen Niicksahrt mußte Gratien wieder an Bertha denken, die er nur aus selbstsüchtigen Gründen zu seiner Frau zu machen sich entschlossen hatte. Unter seinen jetzigen Verhältnissen bedeutete sie für ihn ja die Möglichkeit, sein bisheriges Leben weiterführen zu können. Wie verwelkt und unbedeutend erschien sie ihm freilich, die sonst doch noch immer als eine Schönheit gelten durfte, wenn er sie sich im Geiste neb?n Reine-Marie vorstellte. Es war schon beinahe Mitternacht, als er wieder in Paris eintraf. Naturlicb konnte er so spät nicht mebr bei Berlya vorlprechen, die mit auer Strenge darauf hielt, daß er ihr gegenüber die äußere Form wahrte. Er durfte erst am nächsten Tage zur herkömmlichen Besuchszeit hingehen, um ihr die guten Nachrichten zu übermitteln, die er mitbrachte. Er fuhr also vom Bahnhof heim, legte sich zu Bett und träumte von Reine-Marie. . Am Mittag ließ sich der Graf in die Rue Saint-Domimque fahren, verabschiedete den Kutscher und schellte an dem von Bertha bewohnten Hause. Er war bisher der festen Ueberzeugung gewesen, daß sie es gekauft habe, doch sollte er nun bald gewahr werden, daß seine bisherige Braut viel vorstchtige: und überlegender war, als er ihr zugetraut hatte. Bertha hatte sich nur auf sechs Monate das Vorkaufsrecht des Hauses zusichern lassen, indem sie von vornherein eine ziemlich hohe Miethe für diese Zeit zahlte. Sie hatte mit dem Notar, der mit dem Verkauf des Hauses beauftragt war. die Vereinbarung getroffen, daß erst nach Ablauf jener Zeit der Verkauf abgeschlossen werden sollte, wenn ihr dann das Haus noch gefiel. Ihr Hintergedanke dabei war gewesen, erst dann zum Kauf zu schreiten, wenn inzwischen die Heirath mit Gratien thatsächlich stattgefunden hatte, woran sie damals noch zweifelte, da sie entschlossen gewesen war, ihm in dem Kontrakte keine über eine gewisse Grenze hinausgehenden Befugnisse über ihr Vermögen einzuräumen. Da sie Gratiens Habsucht und Egoismus zur Genüge kannte, so war es ihr als nicht undenkbar erschienen, daß es aus diesem Grunde noch im letzten Augenblick zum Bruch kommen könne, und in solchem Falle wollte sie durch den Besitz eines Hauses nicht gehindert sein, Paris sofort den Rücken zu kehren. Jetzt hatte sie das aus einem ganz anderen Grunde gethan, wobei ihr jene kluge Vorsicht nicht minder zu Statten gekommen war. Auch das gesammte Mobiliar war gemiethet gewesen. , Sie hatte daher nach der entscheidenden Unterredung mit Andre blos den Befehl zu geben brauchen, ihre Kleider und d'e Wäsche, sowie das Silberzeug und ihre Schmucksachen zu verpacken, wozu noch ein Theil der Nacht mit benutzt worden war. Am folgenden Morgen hatte sie ihre Dienerschaft entlassen und jedem nicht nur den Lohn ausbezahlt, den sie ihm schuldete, sondern auch noch ein entsprechendes Geschenk hinzugefügt. Dann fuhr sie persönlich zu dem Notar, dem sie die Schlüssel des Hauses übergab mit der Bitte, über ihre Abreise vierzehn Tage lang gegen Jedermann Schweigen zu bewahren. Silberzeug und Schmucksachen wurden bei einer Bank in Depot gegeben. Gegen Abend begab sie sich dann zum Bahnhof undnahm eine direkte Fahrkarte nach London. Als Graf Gratien daher um Mittag des folgenden Tages fchellte, blieb alles still im Hause. Es war auch kein Hausmeiste? vorhanden, denn der von Bertha mit dem übrigen Personal entlassene hatte noch keinen Nachfolger erhalten. Der Grf läutete wiederholt und imrner heftiger an der Hausglocke, aber nichts regte sich. Es wurde ihm höchst unbehaglich zu Muthe, und kalter Schweiß trat auf seine Stirne. Was war während seiner Abwesenheit vorgefallen? Wie sollte er es sich erklären, daß das Haus auf einmal wie ausgestorben vor ihm lag? Gegenüber befand sich ein kleines, wenig besuchtes Cafe. Er entschloß sich endlich, dort einzutreten und begab sich an das Büffett, hinter dem eine junge, sorgfältig gekleidete Frau saß. Was wünschen Sie, mein Herr?" fragte sie zuvorkommend. Ich wollte der Baronin Ferdenbach einen Besuch machen," entgegnete er, den Hut ziehend, fand ihr Haus aber verschlössen. Wissen Sie vielleicht, ob die Dame Paris verlassen hat?" Es scheint allerdings so,mein Herr," gab ihm die junge Frau Bescheid, da
die Baronin ihre ganze Dienerschaft entlassen hat." Jn der That?" fragte Gratien, dem es nicht gelang, seine Bestürzung zu verbergen. Und wann geschah das?" Gestern. Vorher ist alles, was im Hause war, eingepackt worden. Ein tüchtiges Stück Arbeit, aber mit Geld kaun man in Paris ja alles möglich machen. Die Frau Baronin mußte plötzlich abreisen, hörte ich." Weshalb denn?" Ihre Mutter in Oesterreich sei schwer erkrankt, hieß es." Sind auch die Möbel fortgeschafft worden?" Nein, mein Herr, blos Kisten und Knsser." Diese Auskunft beruhigte ihn wieder einigermaßen; danach schien es doch wahrscheinlich, daß Bertha wieder zurückzukehren beabsichtigte. Um darüber Gewißheit zu erhalten, begab er sich zu dem Notar, von dem sie, wie er meinte, das Haus gekauft hatte. Auf seine Frage, ob die Baronin vielleicht ihr Haus zu verkaufen beabsichtige, erhielt er eine ausweichende Antwort. Als er dann dringender wurde, entgegnete ihm der Notar: Kommen Sie gefälligst in vierzehn Tagen wieder, dann werde ich Ihnen Genaueres mittheilen können." Aber weshalb nicht eher, nicht jetzt gleich?" Das geht nicht." versetzte der Noiax, lächelnd die Acheln zuckend. Diese Geheiinthuerei brachte den Grafen außer sich. Die Sache wurde immer dunkler, nur das war ihm jetzt bereits klar, daß Bertha vor ihm geflohen sei, also mit ihm brechen wolle. Plötzlich fiel ihm Andre ein. Sofort wollte er zu ihm eilen, aber der Vetter war ja bei Lemarchand, dessen Wohnung er seit 'seinem Zerwürfniß nicht mehr betreten hatte. Trotzdem überwand er sich und fuhr nach Saint-De-ms hinaus. In der Fabrik erfuhr er von einem Vureaudiener, daß Andre in Herrn Lemarchands Zimmer sei, worauf er ihn durch den Diener bitten ließ, einen Augenblick zu ihm herauszukommen. Der Mann erschien gleich darauf wieder mit der Meldung, die Herren seien gerade mit der eingelaufenen Post beschäftigt, weshalb der junge Herr nicht abkommen könne. Wer hat Ihnen diesen Bescheid gegeben, Bapnste? Mein Vetter selbst?" fragte Gratien. Nein, sondern Herr Lemarchand," entgegnete der Diener zögernd. Der Graf unterdrückte eine Verwünschung. zog eine Visitenkarte heraus und schrieb mit Bleistift einige Worte darauf. Sie enthielten die dringende Bitte an Andre, ihn jedenfalls noch heute Abend iu feiner Wohnung zu besuchen, da er eine äußerst wichtige Angelegenheit mit ihm besprechen müsse. Dann gab er Baptiste die Karte, indem er ihm zugleich ein Fünffrankenstück in die Hand drückte und die Weisung hinzufügte, sie Andre nur einzuhändigen, wenn dieser allein sei. Hierauf kehrte er nach Paris zurück und begab sich in seine Wohnung, wo er nun mit steigender Ungeduld auf das Eintreffen seines Vetters wartete. Es schlug gerade neun Uhr, als ihm sein Diener dessen Ankunft meldete. Gratien stürzt, in das Vorzimmer mit den Worten: Endlich kommst Du, Andre! Ich fürchtete schon, Du würdest mich vergeblich warten lassen." Es war mir unmöglich, eher abzukommen." Ich weiß ja, daß Du sehr beschäftigi bist, und danke Dir. daß Du meiner Bitte entsprochen hast. Ich mußte Dich unbedingt sprechen." Damit führte er ihn in sein Wohnzimmer. Der Diener folgte und nahm Ueberzieher, Hut und Stock in El pfang, worauf er wieder hinausging. Gratien überzeugte sich, daß er die Thür auch hinter sich geschlossen hatte, und ließ zur Vorsicht noch die schwere Portiere herabfallen. Dann wendete er sich wieder seinem' Vetter zu. Andre, mir ist ein großes Unglück widerfahren. Du siehst mich in vollständiger Verzweiflung. Die Baronin ist' plötzlich abgereist!" Welche Baronin?" Nun. Frau v. Ferdenbach-Bückler selbstverständlich." Sollte es nicht .ein Glück für Dich sein, daß diese sogenannte Baronin Dich verlassen hat?" Ah," rief Gratien zurückprallend, Du weißt?" - Was meinst Du?" . Der Graf war so bestürzt, daß er im ersten Augenblick keine Worte finden konnte. Rasch aber gewann er seine Fassung zu:ück und entgegnete in zuversichtlicher Haltung: Du wirst nicht leugneil tvollen. bafe Bertha eine ent zückende Frau ist, die in den besten Gcsellschaftskreisen verkehrt. Da sie zudem auch noch ein großes Vermögen besitzt, so mußte ich in meiner jetzigen Lage eine Verbindung mit ihr als ein Glück betrachten." - Unrecht ist es jedenfalls, so zu lügen und zu betrügen!" rief Andre, in dem jetzt das Gefühl zorniger Entrüstung die Oberhand gewann, und unerhört, daß Du entschlossen warst, Deinen Namen, den auch Horace. Violette und Reine-Marie tragen, einer ehemaligen Komödiantin geben zu wollen!" Gratien stellte sich, als vernähme er etwas vollkommen Unsinniges. Aber ich bitte Dich, Andre, wie kannst Du solche Märchen glauben? Von wem hast Du Dir denn dergleichen aufbinden lassen? Ich habe ja alle Papiere der Baronin in Händen gehabt und
kann Dich versichern, daß sie zweifellos echt und in bester Ordnung sind." Ich bitte Dich," unterbrach ihn Andre, höre auf. Ich bin hierhergekommen, weil Du mich darum batest. Du kannst aus meinen Worten entnehmen, daß ich. mich nicht zum Besten halten lasse; Dein Helfershelfer aber will ich noch viel weniger werden, soweit solltest Du mich doch kennen. Du fragst, von wem ich das alles erfahren habe. Nun gut: Bertha selbst yat es mir gestanden." Sie?" rief der Graf in ausbrechender Wuth. Also bist Du während meiner Abwesenheit bei ihr gewesen? Dann hat arch kein anderer als Du ihr gerathen, vor mir zu fliehen und mich im Stich zu lassen! Das ist ein echtes Freundschaftsstück von Dir." fügte er. alle Selbstbeherrschung verlierend, hinzu. Erst bringst Du mich um meine Stellung bei Lemarchand, der ohne Dich sicherlich die Versprechungen gehalten haben würde, die mir seine Tochter gemacht hatte, und nun stiehlst Du mir auch noch meine Braut!" Er machte Miene, sich auf Andre zu stürzen, aber die Entschlossenheit, die ihm aus den Augen des jungen Mannes entgegenblitzte, hielt ihn doch von diesem Aeußersten ab. Zitternd vor Ingrimm herrschte er ihn an: Wo ist sie? Wo hältst Du sie verborgen? Gestehe, oder ich schlage Dich nieder!" Andre hatte nur ein verächtliches Auflachen-für diese Drohung. Was Du von mir denkst oder sagst, gilt mir gleich," erwiderte er, ohne sich aus seiner Ruhe bringen zu lassen. Ich habe gethan, was ich für Recht hielt. Damit wären wir wohl fertig miteinander." Du willst mir also nicht sagen, wo Bertha ist?" - Ich weiß nicht, wo sie sich in diesem Augenblick befindet. Und wenn ich es auch wüßte, würdest Du es von mir doch nicht erfahren. Aber ehe wir uns jetzt trennen, wahrscheinlich für immer, will ich Dir noch einen Rath geben: fange ein anderes, besseres Leben an thue es um Deiner Familie wilien!" Ausgezeichnet!" höhnte Gratien. Da kommt einer, der mir dreimalhunderttausend Franken jährlicher Rente stiehlt, nachdem er mich aus meiner glänzenden Stellung in der Fabrik getrieben hat. Und nun, nachdem ich ohne alle Hilfsmittel bin, sagt er mir: fange ein anderes Leben an. Wie denkst Du Dir das? Soll ich veicht Trappist werden? Dazu habe ich birklich gar keinen Beruf." Ich habe Deiner maßlosen Aufregung um unserer Verwandtschaft willen schon sehr viel zugute gehalten," erklärte Andre. Aber ich ersuche Dich dringend, nicht noch einmal zu wiederholen, weder vor mir noch vor. sonst jemand, daß ich Dir dreimalhunderttausend Franken gestohlen hätte, denn es ist eine Lüge. Um Dein Leben zu ändern, brauchst Du in kein Kloster zu gehen. Mach? es wie ich und arbeite. Nun sind der Worte zwischen uns genug gewechselt!" Jjamit wandte er sich der Thüre zu, aber Gratien hielt ihn zurück. Seine Miene, der Ausdruck seiner Augen, waren plötzlich wie umgewandelt. Wenn ich den Versuch machen wollte, zu Lemarchandzurückzukehren," fragte er fast unterwürfig, würdest Du mir dabei hindernd entgegentreten?" Nein," antwortete Andre ohne Besinnen. Du bist der Bruder des Gatten meiner Schwester, den ich außerordentlich hochschätze. Schon um seine!willen würde ich das nicht thun." Willst Du mir helfen?" Das kannst Du im Ernst wohl kaum von mir verlangen." gab der junge Herzog kalt zur Antwort, worauf er festen Schrittes das Zimmer verließ, um weitere Auseinandersetzungen abzuschneiden. Gratien, dessen Züge -von der ihn verzehrenden Wuth förmlich verzerrt waren, sank nach feinem Weggehen in einen Sessel und gab sich, den Kopf mit beiden Händen stützend, einem tiefen Nachsinnen hin. Ein leidenschaftlicher Trieb, dem Vetter, der ihm überall im Wege stand, die furchtbare Enttäuschung heimzuzahlen, die er durch ihn erlitten hatte, beseelte ihn. Aber auf welche Weise? Das war die große Frage, die wohl erwogen sein wollte. Immer wieder tauchte Reine-Mc:ies holdes Bild, die einen so starken Eindruck auf ihn gemacht hatte, vor seinem Geiste auf. Seiner scharfen Beobachtung war es keineswegs entgangen, welche Hoffnungen Andre in Bezug auf sie hegte. Es war nur die Frage, wie Reine selbst über diesen Punkt dachie. Der Graf v. Plessis war selbstgefällig genug, um sich die Fähigkeit zuzutrauen. Andre bei ihr auszustechen wenn er es darauf anlegte. Und Reine hatte ja seine Huldigungen, die er ihr bei ihrem jüngsten Beisammensein offenkundig genug dargebracht, keineswegs ungünstig aufgenommen. Das war in der That ein Ziel, das es werth war, mit allen Kräften und Mitteln, über die er verfügte, in's Auge gefaßt zu werden, ein Gedanke, der, so kühn er war, ihn geradezu berauschte. Wenn ihm das gelang, dann rächte er sich nicht nur an diesem ihm so tief verhaßten Vetter, sondern er gewann auch mit einem Schlage alles, was er so lange vergeblich erstrebt hatte. Aber klug und bedachtsam mußte er dabei vorgehen, und sich zunächst hinter seinen Bruder stecken, um von Lemarchand wieder in Gnaden aufgenommen
zu weroen.' Alle persönliche 'Empfindlichkeit mußte zurücktreten, wenn es einem solchen Ziele galt. . Daheim hatte Lemarchand mit SpannungAndre erwartet, um sich von diesem seine Unterredung mit Gratien berichten zu lassen. Wie gewöhnlich, verriethen seine undurchdringlichen Züge nichts von dem, was während der Erzählung des jungen Herzogs in seinem Geiste vorging. Als dieser die Aeußerung des Grafen wiederholte, die sich auf dessen -Wiedereintritt in die Fabrik bezog, nickte er mit dem Kopfe. Wir werden ja bald genug erfahren, was der Herr Graf vorhat. Aber ich wiederhole Dir mtlr frühere Warnung. Andre: bleibe jets dessen eingedenk, daß Du einen Todfeind in ihm hast und sei ihm gegenüber auf der Hut. Er ist zu allem fähig! Doch nun zu etwas Erfreulicherem. Hier, lies einmal dieses Telegramm, das ich vor einer Stunde erhielt." Andre nahm die Depesche, die ihm der alte Herr reichte, und überflog sie strahlenden Blickes. Sie war von Reine-Marie und lautete: Wir treffen in drei Tagen in Paris ein. Er warte Euch Beide am Bahnhof zu sehen. Mit tausend Grüßen und Küssen Deine Reine." Als Andre die Worte Euch Beide" las, überflog eine hohe Röthe seine männlichen Züge. Lemarchand gewahrte es; er lächelte wohlgefällig und drückte dem jungen Manne kräftig die Hand. 20. Kapitel.
zs Haus des Marquis v. Plessi Saint-Luc in der Avenue de Messine, das so lange Zeit leer gestanden hatte, war wieder bewohn!. Horace und Violette waren mit Reine-Marie und dem kleinen Jacques-Andre zu der angegebenen Zeit in Paris angekommen. Der alte Herr Lemarchand war sehr, glücklich darüber und kam jeden Tag, um nach seinem Enkel zu sehen und mit seinem Liebling Reine zu plaudern. Auch heute war er wieder erschienen. Reine empfing ihn schon im Hausflur und führte ihn in den Salon. Wie schön Du in letzter Zeit auf Tauzia geworden bist, mein Liebling!" sagte er. Du bist förmlich aufgeblüht in der milden Luft der Gascogne." Reine lachte. Das hast Du mir schon ein paarmal gesagt, Großpapa. Es scheint, daß Du mich um jeden Preis eitel machen willst." Das nicht, aber ich freue mich darüber, weil ich Dich über alles lieb habe. Du wirst, das nie vergessen, mein Kind, nicht wahr?" fragte er, sie zärtlich an sich ziehend. Wenn ich etwas von Dir erbitte, wirst Du es mir also nicht abschlagen?" fragte seine Enkelin dagegen, indem sie plötzlich ernst wurde und ihn forschend anschaute. Nein, denn ich bin überzeugt, aß es nichts Unvernünftiges sein wird. Was Du von mir erbittest, magst Du daher von vornherein als bewilligt ansehen." Auch wenn es von Deiner Seite ein großes Opfer erfordert?" Ich verstehe Dich nicht, Kind," entgegnete er kopfschüttelnd. Du machst mir Angst." Die brauchst Du nicht zu hegen, Großpapa. Man hat mir schon oft gesagt, daß ich Dir ähnlich sehe; jedenfalls steht fest, daß ich von Dir Deinen Trieb nach Wahrheit und Gerechtigkeit geerbt, habe Wenn ich in einer guten und gerechten Sache einmal einen Entschluß gefaßt habe, so kann mich nichts in der Welt von feiner Ausführung abbringen." Und hast Du jetzt einen derartigen Entschluß gefaßt?" fragte er mit lebhafter pochendem Herzen, denn er wußte ganz genau, woraussie abzielte. Du weißt es ja, Großvater," entgegnete Reine, feine Vermuthung bestätigend. Ich will nicht, daß der Tod meiner Mutter ungerächt bleibe." Wissen Dein Vater und Violette auch darum?" Nein, sie sind alle Beide zu sanft und gütig Sie haben nicht unsere energische und entschlossene Natur. Schon der bloße Gedanke, daß ick jenes Ziel verfolge, würde Violette außer sich bringen und meinen Vater unglücklich machen. Du dagegen verstehst und begreifst mich. Du verfolgst dasselbe Ziel wie ich. .Du hast es noch nicht zu erreichen vermocht, aber Du wirst mir helsen, daß ich es erreiche." Sage mir vor allem," erwiderte Lemarchand, von lebhafter Unruhe ergriffen, was Du " Sie ließ ihn nicht weiterreden. Hier nicht. Wir würden doch sogleich gestört werden. Andre kommt jedenfalls zum Frühstück, Gratien, vermuthlich auch." Nun, so fahre doch mit zu mir." Das geht nicht. Aber fordere mich nach dem Frühstück auf, mit Dir zu kommen. Dort können wir ungestört miteinander reden." Dann wird aber Andre uns begleiten wollen." In dem Falle mußt 5)u ihn nach der Fabrik schicken." Das alles brachte das junge Mädchen so ruhig und wohlüberlegt vor, daß ihr Großvater immer von Neuem über sie staunen mußte. In diesem Augenblick vernahmen sie vom Vestibül her die Stimme des Grasen v. Plessis Saint-Luc, der fragte: Wo ist mein Bruder?" (Fortsetzung folgt.)
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