Indiana Tribüne, Volume 28, Number 148, Indianapolis, Marion County, 14 February 1905 — Page 6
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von Elisabeth Lichatscheff. fclef auf dem Meeresgrunde, Da liegt die Nize allein, Sie schaut um die Mittagsstunde Hinaus in den Sonnenschein. Sie starrt hinauf in Schweigen Ins glänzende Sonnenlicht. Doch aus dem Wasser .zu steigen Wagt sie am Tage nicht. Doch kommt die Nackt gegangen Und tritt dcr Mond hervor, Tann steigt sie unbefangen Aus ihrem Ncich lmpor, Um sich auf den Wellen zu strecken Im weisen Wellenschaum, Und um den Fisckcr zu necken . Mit süßem Liebestraum. Pan Gladowy. Eine Geschichte auZ Masnren. Von Fritz Skomronnek. In Sareyken und Umgegend waren alle Mütter von heirathssähigen Töchtern empört darüber, daß Pan Glodowy noch immer keine Anstalten traf, sich zu verehelichen. Sie hatten alle Ursache dazu; denn der Heirathscandidat war der reichste Besitzer des Dorfes und tüchtiger Wirth, dazu ein flotter, forscher Mann, der in seiner graugrünen Jagdjoppe und den halbhohen Schaftstiefeln mit -silbernen Sporen daran so vornehm aussah wie ein Cavallerieoffizier in Civil. Am meisten bekümmerte sich seine Mutter darüber, daß Martin, ihr Einziger, unbeweibt blieb und alle Anspielungen nicht zu bemerken schien. Einmal hatte sie ihm Vorhaltungen gemacht. Und was erwiderte der Lorbaß? Er faßte sie rund um, legt: den Kopf an ihre Schulter, als wenn er noch ein Junge von zwölf Jahren wäre, und betheuerte mit gerührter Stimme, er würde jedes Mädchen mit Vergnügen heirathen, das seiner lieben Mutsch an Herzensgüte, Klugheit und Wirtschaftlichkeit gleichkäme. Solch ein Schlingel! Da konnte er lange suchen! Hätte er nur auf Reichthum und Bildung gesehen, dann war er schon lange verheirathet gewesen, denn wohlhabende Mädel gab's in der Umgegend genug. Und fast alle waren sie in der Stadt gewesen, um höhere Bildung u genießen. Fast alle spielten Klavier, einige malten sogar! Seine Mutter hatte diese Art von Bildung nicht genossen. Aber als sie noch klein war, hatte sie mit der Tochter des Pfarrers Uwis Freundschaft geschlossen und war in ihrem Elternhause nicht nur aus und eingegangen, sondern hatte mit der Freundin gemeinsam alles gelernt, was der biedere Pastor seinem Kinde als kostbares Gut mit auf den Lebensweg geben konnte. Für die Pfarrerstcchter hatte diese Art von Bildung hingereicht, einen hohen Beamten zu heirathen und glücklich zu machen. Auch für die Bauerntochter war die Herzensbildung nicht überflüssig gewesen; sie hatte ihr über viele schwere Stunden an der Seite eines heftigen Man.les hinweggeholsen und hatte ihr die Kraft gegeben, den Martin zu einem guten, lieben Menschen zu erziehen. Freilich: mit allzuviel Wissen hatte er sich auf der Schule nicht beladen. Wer kann denn auch französische Vokabeln ' pauken, wenn er an die glatten Fohlen daheim denken muß und der Verkauf einer Remonte ihm wichtiger dünkt als alle deutschen Aufsätze! Etwas leichtsinnig war Martin veranlagt. Das steht fest, denn er wollte durchaus bei den Kürassiren in Königsberg sein Jabr abdienen, und nur der feste Wille der Mutter vereitelte diesen Vorsatz. Und -noch eine andere Folge zeitigte die Soldatenzeit: Martin fand Geschmack an der Großstadt. Wenigstens schien es der Mutter so, weil sie keine andere Erklärung dafür hatte, daß er in jedem Monat einmal aufdrci Tage nach Königsberg fuhr. Die Jugendfreundin, der sie brieflich Herzeleid klagte, hatte gemeint, Martin werde dort wohl ein Liebchen haben,- was auch als Erklärung für seine Abneigung gegen die Ehe dienen könne. Als Frau Glodowy diese Zeilen las, fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Drei Tage ging sie um ihren Sohn herum wie die Katze um den heißen Brei wenn der Vergleich nicht zu despektirlich .klingt bis sie ihm eines Abends mit Thränen in den Augen um den Hals fiel, um ihn liebevoll zu schelten, daß er nicht das Vertrauen gehabt, ihr von der Braut in Königsberg zu erzählen. Etwas betreten schüttelte Martin den Kopf: Liebste Mutsch, ich habe wirklich keine Braut in Königsberg." Mein Jungchen, sag mir doch die Wahrheit! Wenn das Mädchen auch arm ist, schadet nichts. Du brauchst doch auf Geld nicht zu sehen. Und eine schlechte Marge wirst Dir nicht ausgesucht haben." Darauf batte Martin zuerst nichts erwidert, sondern den Kopf in die Hand gestützt und sich die Stirn gerieben, wie einer, der mit sich selbst nicht in's Reine kommen kann. Und es klang etwas gequält, als er antwortete: Ich weiß nicht, wie Du auf solche Gedanken kommen kannst. Und ich sage Dir nochmals: ich habe keine Braut in Königsberg." - Kopfschüttelnd hatte die Mutter
den Nückzug angetreten. Ihr femeö Ohr glaubte zu hören, daß der Sohn das Wort: Braut" beide Male etwas mehr betont hatte, als nöthig. Also keine Braut, sondern ein Liebchen", wie die welterfahrene Jugendfreundin aeschrieben hatte. Ihrem einfachen Sinn schien es unfaßbar, daß ein Mann ein Mädchen lieben konnte, das er nicht zu heirathen dachte! Auf jeden Fall lang aber hier das H'rnderniß, das hinweggeräumt werden mußte. Sonst blieb Martin ein Einspänner, das alte Geschlecht der Glodowy starb mit ihm aus, und das stattliche Bauerngut ging an entfernte Verwandte über. Sie wollte ihm auf den Kopf zu sagen, daß eine Liebschaft in Königsberg ihn vom Heirathen abhalte. Es war ihr sehr schwer gefallen, aber sie hatte sich schließlich überwunden. Und sie sah ganz genau, daß Martin zusammenzuckte, als sie so ganz unvermitetlt zu sprechen begann. Aber sie ließ nicht locker. Mein Kind, weshalb bist Du nicht offen zu . mir? Hast Du kein Vertrauen zu mir?" Innerlich mußte Martin bei dieser Frage lächeln. Aber er bezwäng sich und antwortete verständig: Beste, liebste Mutter! So lange Du im Hause bist, will ich wirklich nicht heirathen." Du vergißt, mein Sohn, daß ich vierzig Jahre nicht zum Ausruhen gekommen bin. Ich hab genug gearbeitet in meinem Leben und möchte jetzt meine Hände in den Schoß legen. Das geht aber nicht eher, al5 bis Du mir eine Tochter in's Haus bringst." Statt zu antworten, hatte Martin ihre Hände geküßt und gestreichelt. Weicher, fast gerührt fuhr sie fort: Ich möchte doch noch einen Enkel auf meinen Armen tragen, ehe ich die Augen zumache, einen Erbsohn der Glodowys. Sag mal, mein Sohn, weshalb kannst Du das Mädchen nicht heirathen? Du liebst sie doch, sonst würdest nicht immer zu ihr fahren!" Martin war aufgesprungen und ging ruhelos in der Stube auf und ab. Endlich blieb er stehen: Mutter! Laß mir noch ein Jahr Zeit. Dann heirathe ich das Mädel, das Du mir zuführst." Am nächsten Tage fuhr Pan Glodowy wieder nach Königsberg. Von der Mutter hatte tt nicht, wie sonst, Abschied genommen. Er schämte sich ein' klein wenig. Als er wiederkam, fand die Mutter in der Tasche seines Mantels einen zerknitterten Zettel, augenscheinlich die Rechnung des Gasthofes, in dem er gewohnt hatte. Am Nachmittag sprach sie auf dem Hof einen Knecht an. Er trug noch als Erinnerung an seineMilitärzeit die Soldatenmütze. Kuba, was ist das für ein Gasthaus von Korweg in der Kalthöfschen Straße? Kennst Du es?" Ach ja, Frau Wohlthäterin! Da wobnen rnrntx Einjährige von der Infanterie. Ist auch eine Kneipe in dem Hause?" Aber ja doch! Große Kneipe, mit drei, vier hübschen Margcllen. Weshalb fragen Frau Wohlthäterin?" Geht Dich das was an, Du Lorbaß?" Verwundert sah der Knecht seiner Herrin nach, die ihn so kurz abgefertigt hatte. Frau Glodowy aber ging in den nächsten Tagen sehr nachdenklich herum. War die Liebste ihres Martin wirklich eine Kellnerin? Da wäre es doch angebracht, mit ihm ein ernstes Wort darüber , zu sprechen. Wer weiß, was für eine abgesetztePerson das war, die ihn für sich eingenommen hatte. Noch an demselben Abend überfiel sie ihren Sohn mit der Frage, ob er eine Schankmamsell zur Liebsten hätte. Martin wechselte im Augenblick die Farbe, antwortete, aber sofort: Ja Mutter, und es ist gut, daß Du danach fragst, denn ich wollte es Dir sagen. Ich will und kann von dem Mädchen nicht lassen. Das, .mit der Frist von einem Jahr, ist Unsinn, das habe ich so hingesagt." Die Mutter hob, wie abwehrend, die Hand. Brauchst nicht so heftig zu sprechen, mein Sohn. Du bist Herr im Hause und alt genug, um ohne meine Einwilligung heirathen zu können. Vielleicht bist Du noch nicht klug genug, um zu wissen, daß man keinMädchen heirathen kann, dessen man sich nachher zu schämen hat. Ich heirathete sie ja nicht, aber Du. Und das Leben ist manchmal lang!" Mutter, die Lise ist ein anständiges Mädchen, sie hängt nur an mir. ..." Die alte Frau zuckte die Achseln. Das kann ich nicht beurtheilen, denn ich kenne sie nicht. Drum sag ich Dir noch einmal: Du bist alt genug, um zu wissen, was Du thust." nfly rt Winrifl V fTY)ifll
onytvwu icuvivit üiuuu uu7 Tage, vierzehn Tage; Martin fuhr nicht nach Königsberg. Hatte ihre' Ermahnung .auf ihn solchen Eindruck' gemacht? Daß er sichtbarllch mtt sich kämpfte, beschleunigte den Entschluß, der in diesen Tagen in ihr aufgestiegen war. Eines Tages holte . sie ihren Reisepelz und das beste Kleid aus der Truhe und bat Martin für den folg;nden Morgen um den Schlitten zur Bahn. Sie wolle zu ihrer Halbschw'ster nach Swiddern fahren, der sie ' n lange einen Besuch verspro cher. dtt. -
.In der Kneipe von Korweg war's am Nachmittag, so um die Vesperzeit, immer leer. " Die Einjährigen waren zum Dienst gegangen. Nur ein paar Civilisten saßen an einem Tisch und spielten Skat. Drei Kellnerinnen saßen schläfrig, verdrosselt dabei. Eine vierte, ein junges, frisches Ding mit langen, blonden H'angezöpfen, saß in der Nähe des Auffets, wo eine Lampe ihr Licht spendete, und häkelte eifrig. Als die Thür sich öffnete, sah sie gewohnheitsmäßig auf. Eine alte Frau stand auf der Schwelle, schritt bedächtig herein und sprach sie an: Ich habe hier in der Nähe Ge.schösse zu erledigen und möchte hier wohnen. Kann ich ein Zimmer bekommen?" Ein Zimmer ist frei." Das ist schön. So dann nehmen Sie mir die Handtasche ab, weiteres Gepäck habe ich nicht." Ohne weitere Umstände legte Mutter Glodowy die Pelzkapotte ab und zog den schweren Velz aus. So, mein Kino, nun bestellen Sie mir eine heiße Tasse Kaffee und etwas Weißbrod dazu." Die anderen Mädchen waren neugierig herangetreten; ihre Spottlust über den seltenen Besuch regte sich, doch ein gewisses Etwas in dem Aussehen und Benehmen der alten Frau hielt sie im Zaum. Nur eine rief keck: Hier verkehren nur junge Leute!" Die alte Frau schüttelte den Kopf und. lächelte ein wenig. Liebes Mädchen, ich habe mich schon vor vierzig Jahren nicht vor den jungen Leuten gefürchtet." Hinter dem Vllfett erhob sich die Wirthin und verscheuchte mit einem Blick die kichernden Mädel. Bitte, nehmen Sie Platz, meine Dame, die Lise wird Ihnen gleich den Kaffee bringen." Frau Glodowy dankte sehr freundlich. ES erschien ihr beinahe wie ein Glück, daß nicht eine der drei anderen Mädchen Lise hieß, sondern die zierliche Kleine, die ihr eben mit herzlichem Wohl bekomms" den Kaffee Präsentirte. Der Martin hatte keinen schlechten Geschmack, das mußte sie sagen: daS Mädel sah hübsch aus, frisch adrett. Das einfache Kleid saß wie angegosfen. Wollen Sie mir nicht Gesellschaft leisten?" Bei den Herren ist es uns verboten, bei einer alten Dame wir es wohl erlaubt sein." Lise nahm ihre Handarbeit auf und setzte sich. 'Die alte Frau beugte sich zu ihr und betrachtete die Arbeit. Eine schöne Spitze, Für wen soll die sein?" Für mich, meine Dame. Am Nachmittag ist nichts zu thun, da füll' ich die Zeit damit aus und brauch' das dafür nicht auszugeben." Sie verdienen doch gewiß viel Geld?" Das Mädchen lächelte und zuckte die Achseln. Wir sind in der Hauptsache auf Trinkgelder angewiesen, und wer nicht darauf zu laufen versteht" Frau Glodowy war unermüdlich im Fragen, die Kleine antwortete bereitwillig. Als tte Uhr sechs schlug, packte sie ihre Arbeit ein und stand auf. Ich habe heute freien Abend und will jetzt gehen." So. Sie sind jetzt frei? Das trifft sich schön. Ich bin fremd hier und möchte gern in's Theater gehen. Wollen Sie mich begleiten?" Lise nahm die Aufforderung mit Dank an. Gut, dann essen wir noch hier zu Abendbrot und fahren dann rn'5 Theater." Es war ein sehr, vergnügter Abend gewesen. Sie hatten eine sehr komische Posse gesehen und über all den Unsinn herzlich gelacht. Dabei war es dem Mädel gar nichi aufgefallen, daß die alte Dame in den Pausen unermüdlich allerlei Fragen stellte, die ihre Person und ihren Beruf betrafen. Ganz unwillkürlich war es gekommen, daß Lise auf dem Heimwege, den sie bei dem schönen Herbstwetter zu Fuß zurücklegten, der Alten ihre kurze Lebensgeschichte erzählte. Wie sie als Waise bei ihrem Vorwund aufgewachsen sei. Dort habe sie schwer arbeiten müssen. Das hätte sie gern gethan, aber man habe ihr nicht einmal den Lohn einer Dienstmamsell gegeben. Da sei sie weggegangen, hier nach Königsberg. und sei Kellnerin geworden.! Mit Thränen in den Augen gestand sie, daß sie diesen Schritt schon hundertmal bereut habe, denn jeder Gast glaube das Recht zu haben, ihr Schlechtigkeiten zuzutrauen. Dann haben Sie gar keinen LiebHaber?" warf die Alte ein. Einen Augenblick zögerte die Kleine mit der Antwort. Dann sagte sie leise, aber fest: Ja, ich habe einen. Er hat. mich sehr lieb und ich ihn auch. Aber zusammenkommen werden wir wohl nicht. . .Er kann doch keine Kellnerin heirathen." Ach, das finde ich aber sonderbar." Am nächsten Morgen ging Frau Glodowy in Geschäften aus. Ihr erster Gang führte sie zu der Wittwe, bei der Lise wohnte. Die Adresse hatte sie sich von der Wirthin geben lassen. Zu Mittag aß sie mitten unter den Einjährigen, die sich nicht we-
1 mg über die Alte wunderten, die ihnen
freundlich zunickte, wenn sie sich nach ihr umsahen. So hatte ja auch ihr Martin hier gesessen und gefuttert. . . Dabei ließ sie ihre Augen fleißig umherspazieren und machte ihre Veobachtungen. Den andern Drei schien es nichts auszumachen, wenn ein junger Mann sie rn die Backen kniff oder gar den Arm um die Taille legte. Nur bei Lise schien das Keiner zu wagen. Uno doch war sie zu Jedem freundlich, ja aufmerksamer als die andern. Nach dem Essen ging die Alte auf ihr Zimmer und ließ die Wirthin zu sich bitten. Liebe Frau Korweg, ich interessire mich für die Lise. Was ist das für ein Mädel?" Ja, liebe Dame, ich weiß nicht. was Sie wissen wollen, ist schon drei Jahre bei uns, während die anderen fast jeden Monat wechseln. Wir können sie nicht entbehren, denn sie steht für das Unserige, als wenn sie unser Kind wäre. Zu den jungen Leuten könnte sie freundlicher sein, die lieben das, aber vielleicht ist es besser so." Hat sie denn gar keinen Liebhaber?" O ja! Allerdings eine komische Geschichte. Das scheint ein Gutsbesitzer aus der Provinz zu sein. Der kommt alle paar Wochen auf drei Tage her. Em oder zweimal geht er mit ihr m 5 Theater und dann fährt er wieder weg. Ich glaube, den kriegt sie noch mal zum Mann." Gott geb's, liebe Frau. Und nun schön Dank für die Auskunft. Ich will mich jetzt ein Stündchen aus- . ...... . r. r ? r I ruyen. um vier uqi jcguien l? mir Kaffee und die Rechnung herauf, wenn ich bitten darf, durch die Lise, ja?" Der Wirthin schien ein Licht aufzugehen. Sie sind vielleicht die Mutter". Ja. 'ich bin die Mutter des jungen Gutsbesitzers, ich habe mir das Mädel angesehen. Aber bitte, halten Sie reinen Mund." Frau Glodowy. war schon aufgestanden und saß auf dem Sopha, als Lise den Kaffee brachte. So, mein Kind, ich danke herzlich. Und nun setzen Sie sich dort hin, mir gegenüber. Ich habe mit Ihnen zu sprechen. Ich bin Frau Glodowy au3 Soreyken, Martin's Mutter." Auf dem Gesicht des Mädchens kam und ging die Farbe. Die alte Frau machte ein ernstes Gesicht. Er will Ihretwegen nicht heirathen. Deshalb bin ich zu Ihnen gekommen." Die Kleine war aufgestanden und hatte die Hände gefaltet. Ein Beben ging durch ihre Gestalt. Ich habe bei Gott nie mit einem Wort von ihm verlangt, daß er mich heirathen soll. Aber vor vierzehn Tagen war er hier und hat mir geschworen, daß er keine andere nehmen wird als mich. Da hab' ich ihm mein Wort gegeben. . . ich bin seine Braut. . . hier" ... Sie nestelte an der Tasche, die sie am Gürtel trug, holte einen glatten Ring hervor und steckte ihn an den Finger. Hier, das ist der Ring und den gebe ich nicht ab. . . wenn er ... er nicht selbst ihn mir abverlangt". . . Die Mutter war langsam nähergekommen. Jetzt legte sie ihren Arm um das Mädel und zog es sanft an sich. Du Dummchen! Du sollst ja meine Tochter werden! Das ist recht, laß ihn Dir nicht nehmen! Was man mit ganzem Herzen liebt, das muß man festhalten. H'att'st Du anders gesprochen, dann wäre ich allein gefahren. Jetzt fahren wir Beide zu Martin!. . . Und nun hast Du auf mich Mutter zu sagen." Jauchzend, schluchzend, warf sich das Mädel an die Brust der alten Frau. ' Pan Glodowy war in übler Laune. Er kämpfte noch immer mit dem Entschluß, der. Mutter zu sagen, daß er nach Königsberg fahren und die Lise heirathen werde. Langsam schritt er über den Hof dem Hause zu, z'ögend trat er in die Wohnstube, wo die Mutter, eben heimgekehrt, am Kaffeetisch saß. Liebste Mutsch! Ich muß es Dir sagen. . . ich werde heirathen." Sehr richtig, mein Sohn. Und weU Du neulich sagtest: ein Jahr warten wäre Unsinn, habe ich Dir eine Braut mitgebracht. Dort in jener Stube steht sie." Martin machte erst ein furchtbar dummes Gesicht, dann wurde er roth, und schließlich öffnete er zögernd die Thür. Lise!" Martin!" Die Mutter war leise zu ihnen getreten. Du Lorbaß, konnt'st mir das nicht schon früher sagen, daß Du mir eine so liebe Tochter in's Haus bringen willst?" Gemüthlich. Besucher (entsetzt): Was? Lebenslänglich haben Sie?" Sträfling: Jawohl! Wissen S', ich wechsle nicht gern, wenn ich 'mal wo bin!" Gipfel der Protzerei. Sie haben sich da ein ganzes Faß Schmieröl bestellt, .gehören zu Jhrem Besitze denn größere maschinelle Betriebe?" Protz: I wo . . . das brauche ich nur für meine Coupon-schecre."
Merltt sür'S HauS. t Schimmelnde Essiggur ken. Um Essiggurken vor Schimmel zu bewahren, wende man "folgendes einfache Mittel an: Man legt zu den Gurken ein Säckchen mit schwarzemSenf, etwa 30 Gramm, und man wird finden, daß die Essiggurken von jedem
Schimmel befreit bleiben. RtparirenvonGyPsfigur e'n. Gypsmolxlle und Gypsabdrücke gut und schnell wieder zu restauriren, braucht man unr die beidenBruchflächen zwei- oder dreimal mit sehr dickem Schellack - Firniß zu bestreichen und nach jedem Anstrich über einer Flamme den Alkohol herauszubrennen. Wenn der Schellack hinreichend weich ist, dann drückt man die Theile zusammen und hält sie in richtiger Stellung, bis sie abgekühlt sind. Die zerbrochenen Gypsgegenstände werden auf solche Weise wieder fo fest, als' wenn sie nie gebrochen gewesen wären. Um Korken auö dem Innern von Flaschen zu entfernen, fasse man einen Bindfaden an seinen beiden Enden, so daß sich eine Art Schlinge bildet, und lasse dann diese in die Flasche gleiten. Dann kehrt man die Flasche um, fo daß der Korken in den Hals fällt, und zieht nun den Korken mit der Schlinge heraus. Mittel gegen Insektenst i ch e. Wird man von einem Bienenoder Wespenschwarm angefallen, so lege man sich schnell auf die Erde und bleibe ruhig auf dem Gesichte liegen, bis der ganze Schwärm vorüber ist. Wurde man aber dennoch gestochen, so lege, man frische Erde oder nassen Thon auf, oder mache einen Umschlag von kaltem Wasser oder geriebenen Kartoffeln, den man beim Warmwerden so oft erneuert, bis Hitze, Seschwulst oder .Schmerz sich mindern. Auch wird kaltes Salzwasser oder die Einreibung mit fetten Oelen als vorzügliches Linderungsmittel empfohlen. Oeldruckbilder auf Leinwand können so gereinigt werden wie Oelgemälde. Um Oelgemalde zu rei nigen, läßt man 5 Unzen Ochsengalle, 5 Unzen Essig, 3 Unzen Salmiakgeist und 1 Unze Kochsalz in einem zugebundenen Topfe so lange (etwa 24 Stunden) stehen, bis das Kochsalz aufgelöst ist, rührt dann um und ' bürstet mit einer weichen Bürste, welche in diese Lösung getaucht wird, die Gemälde gut ab. Die dann schräg gestellten Bilde' werden sofort mit kaltem Wasser abgespült und, wenn sie trocken geworden sind, gefirnißt. Weiße Strohhüte zu was ch e n, ist keine einfache Sache. Der Hut wird in heißem Wasser eingeweicht, mit feiner Seife, die auf einem Flanelllappen schaumig gerieben ist, eingeseift und mit einer Bürste reingerieben, dann in reinem Wasser ausgespült, mit reiner Leinwand abgetrocknet und geschwefelt (über Nacht). Um dem Hut wieder Härte zu geben, befeuchtet man ihn mit Papier und plättet mit nicht zu heißem Eisen. An Stelle einer Hutform nimmt man einen passenden Topf, wobei etwaige Zwischenräume durch Heu. Watte oder dergleichen ausgestopft werden müssen. Ein guter Ofenlack. Man' erhitzt 2 Pfund Holztheer bis beinahe zum Sieden und fügt alsdann ein Drittel Pfund pulverisirten Eisenlack hinzu. Der obere zu lackirende Theil des Ofens wird nun erwärmt und der heiße Lack mittelst eines Pinfels ausgetragen. Durch die Wärme des Ofens trocknet er rasch ein und erscheint als fester, glänzender Ueberzug. Flecken in weißemAtlas. Man tauche, reine, weiße Watte in erwärmten Spiritus und reibe damit die befleckte Stelle. Es ist erstaunlich, wie rasch der Fleck verschwindet. Auf diese Weise kann man beschmutzte helle AtlaSschuhe wie neu herstellen. Blutflecke in Seide. Um diese zu entfernen, reibt man sie mit einem weißen, weichen Lappen ab, der angefeuchtet und etwas eingeseift ist. Die betreffende Stelle ist mit klarem Wasser' nachzureiben und unter einem Leinentuch, falls es sich um helle. Seide handelt, oder bei dunkler Seide unter Alpaka, möglichst von gleicher Farbe, zu Lberplätten. Das Eisen darf jedoch nur mäßig heiß sein, da es gut ist, wenn die Stelle an der Luft nachtrocknet. Senfpapier. Man wendet dasselbe äußerlich als schnell wirkendes, hautreizendeS Mittel an bei tiefer Ohnmacht, Brustschmerzen und d?rgleichen. Gewisse Vorsicht beim Auflegen ist zu empfehlen. Bei heftigen Schmerzen ist dasselbe zu entfernen. SchonungderSchuhe. Um Schuhwerk wasserdicht zu machen, erwärme man Bienenwachs und Hammelfett. bis es flüssig geworden ist; alsdann reibe man leicht über die Ränder der Sochle, wo die Stiche sind. Klein defekte Stellen a n G u m m i s ch l ä u ch e n lassen sich M . l.. . .. . JT . tVft rm ' ' auf joigenoe eiiisaaze rr ausoenern: Man bestreicht die betreffende Stelle mit Terpentinöl, legt ein entsprechend großes Stückchen erweichten Kautschuk auf und bestreicht das Ganze mit einem heißen Eisen und der Schaden ist reparirt, der Schlauch wieder gebrauchsfähig. Je größer die defekte Stelle, desto unsicherer ist der Erfolg der Reparaturarbeit..
