Indiana Tribüne, Volume 28, Number 148, Indianapolis, Marion County, 14 February 1905 — Page 3

JndianQ Tribüne, II. Februar 1905

3

Äerzte.

Dr. Carl G. Winter Deutscher Arzt. VeZsndelt alle akute und chronische Kraw heiten. SeburtShülfe Spezialität. Ofstce: 14 Wett Ohio Str. vsZkOLtnd : Wohanng: 1M0 adts,u Ad. 10-11 Born. evnöZtllnden : 78 tenfci i KfccL onutazi : 6 ach, eocntafil : Wohuuug Telephone : t.w iojjo 8. lt. 80X5 ; Neu. 5 tUon. Neu U. Dr. J. A. Sutcliffe. Wund Arzt, . Leschlechts, Urin, nnectun Krankheiten, fiflfa : 155 OS Market Str. Tel. 34) jDttcttBibex : 9 Hl 19 Qfir &m. : t III 4vh,. CENTRAL COLLEGE OF MUSIG, 550 Nord Meridian Str. ...Schule jetzt eröffnet.... Tsg'Schüler sowie auswärtige Scbüln welche hier im College völlige ufnshm, pich, könnev zu jeder Zeit eintreten. Ei odneS gut ausgerüstetes Institut, voll. ßZ-lviz in allen Abtheilungen deS Lernen ver Kunst der Musik und den verwandter fünften. Katalog frei. Edward Taylor, Direktor. Die besten Jndlana Bitumlnons Kohlen $3.00 per Tonne Peacock Kohlen, 8 per Tonne Beste Kohlen für Kochöfen. Alle anderen Sorten für Furnace ode? Heizöfen. Wir gehören nicht zu dem Trust. Home Fuel Co. Neu PSene 291. AlleS Phone, Main 1156. ' u ! I Wie Perfect Gas Range wird zum Koftenpreise verkauft, abgeliefert und aufgestellt ohne Unkosten. Der sparsamste Ofen für KunftgaS. Sprechen Sie vor und sehen Sie dieselben im Gebrauch. TUE INDIANAPOLIS 6AS CO., 49 S. Pennsylvania Str. Jnl'lilii 301 West Washington Str vttZkis M dkiüZmtm Quinine :: Whislo JDai oefie Mittel aegen Malaria nnö Qtx&ltunQ. Saloon und Restaurant. Neues Telephon 4048. Cffra Xftl B BftCt. Durch königliches Ediet von Rex des Wnigs kündigt die ligFortowie Ezcurfion-Naten -fürMardi Qras . RundfahrtBillets nach New Orleans, Mobile und Pensacola, Fla., zu sehr niedrigen Raten an, von allen Punkten der ig Four", Ein. Nor. und D. 3$ N. R. am t. blS . Marz 1v5. Liberale Retourfahrt Bedingungen mit VerlängeruvgS und UeberliegungS Privi legium. Für volliae, Information und Einzelhei ten hinsichtlich Raten, Fahrkarten, Bescörän kung etc., spreche man bei den Big Four" Agenten vor, oder schreibe an Unterzeichnete, WARREN j . LYNCH, 0s Q. Paff, & TlcketIget, tociauäti, Ohw ode, H. ZU. Vronson, .S.P Jndianpol.

Präsident

In Nclo York mit Begeisterung empfangen.

Zahlreiche

Skandal im Bundcs-Rcpräscntanten-Hausc.

Schnee gefangen. Zugskollision bei Moline, Jlls. Die Schwarze Hand in New Jork. Kasscnschranksprcnger in Aurora, O. Wilde Thiere im Norden am Verhungern.

PrüsidentRoosevelt. New.Z)ork, 13. Feb. AlS Prüft deut Roosevelt heute Nachmittag dem Fahrboot an der westlichen 23. Straße anlangte, wurde er von einer großen Menschenmenge begeistert' empfangen. Er stieg mit Polizeikommiffär McAdvo, Wm. D. Murphy, vom republikanischen Club und Sekretär Loeb in eine Equipage und fuhr rasch nach dem Hauptquartier deS republikanischen CludS an westlich 40. Straße. Die übrige Gesellschaft folgte in einer zwei ten Equipage und eine dritte enthielt Geheimpolizisten. Ueberhaupt waren auf dem ganzen Wege zahlreiche Polizi sten vertheilt. In den Clubräumen hielt der Prä fident einen Empfang ab. Um 7.30 Uhr erschien er zu dem Lincoln-Diner des republikanischen Clubs im Waldorf.Astoria Hotel. Das Bankett fand in der Haupthalle statt, die prächtig geschmückt war. Es waren über 1300 Gäste erschienen, darunter 276 Damen und viele hervorragende Männer. In einer Rede über die Rassenfrage fagte Präsident Roosevelt, die Freundschast des Nordens für den Süden solle in Anbetracht der schwierigen Verhält nissen. sür die derselbe nicht allein verantwortlich sei" um so größer sein. Die Aufgabe sei die Beziehungen zwi schen zwei verschiedenenen Rassen so zu regeln, daß die weniger kultivirte so weit erzogen werde, um wahre Freiheit zu besitzen. Nach Roosevelt sprachen Sen. Dolli ver über Lincoln-, Geo. A. Knight von California über, Die republika Nische Partei." Vom Astor Hause fuhr der Präsident nach dem Hause seines Schwagers Douglas Robinson an Madison Ave., wo seine Frau abgestiegen war später fuhr er zum Preßclub, wo er eine Rede übe? Moral im öffentlichen und priva ten Leben hielt. Der deutsche Botschafter Baron Speck v. Sternburg erhielt darauf das Wort. Er sagte, während seiner kürzlichen Reise durch Deutschland habe er mit Befriedigung beobachtet, wie das In teresse des deutschen Volkes für ameri kanifche Verhältnisse wachse. Schon seit einem Jahrhundert habe dasselbe in manchen Kreisen geherrscht, aber durch die St. Louiser Ausstellung habe es gewaltigen Aufschwung ge nommen, deren weitreichende Bedeu tung habe Niemand besser erkannt wie der Kaiser und er habe das deutsche Volk für dasselbe gewonnen. Bei seinen Handlungen habe der Kaiser stets die .idealen Vortheile im Auge gehabt, die ein innigeres Ver stehen zwischen beiden Ländern haben werde. Die Ausstellung habe Tausende von Deutschen nach diesen Küsten gebracht. darunter Hunderte von Führern auf den Gebieten der Wissenschaft, der In duftrie und der Künste. Beide Völker hätten gelernt, daß die Größe einer Nation nicht den Verfall einer anderen bedeute. Von den deutschen Zentren der Wis senschaft unterstützt, habe nun der Kai ser den Austausch von UniversitätS Professoren eingeleitet, der Botschafter ersuchte die Presse, daS amerikanische Volk sür diese Idee zu interessiren. Citizen'S National Bank Oberlin, O., 13. Feb. Auf Ordre deS CourantControlleurS wer den dm Depositoren der. verkrachten Ci tizen'S National Bank 40 Prozent ihrer Einlagen ausgezahlt, weitere 25 Pro zent werden wahrscheinlich folgen. Die Bank wurde in Folge von Anleihen bankerott, die sie Frau Chadwick ge währt hatte. Kassenschranksprenger. Aurora, Q., 13. Feb. Räuber sprengten den Kassenschrank im Post amte und erbeuteten etwa $100 in Baar und Postmarken. Die Banditen machten sich mit einem gestohlenen Pf rd und Wagen davon. DaS auS Backsteinen gebaute Postamt wurde zer trümmert.

Roosevelt

Reden. Personenzug seit Freitag im 58. Congreb. Senat.. Washington. 13. Feb. Der Senat vernahm heute in dem Swayne Prozesse 10 Zeugen und widmete den Rest seiner Zeit der Verwilligungsbill für Ackerbau. Bei letzterer drehte sich die Debatte hanptsüchlich um ein Amen dement Bacon'S, das halbmonatliche Berichte über den Stand der Baum wolle bestimmt. Das Amendement wurde angenommen, nachdem eS dahin abgeändert worden war, daß die Be richte nur für die letzten 5 Monate zu liefern feien. Haus. Seit Jahren hat das Haus nicht ein solches Schauspiel gehabt, wie es heute Sullivan von Massachusetts und Hearst von New York aufführten. Beide ergin gen sich in gegenseitigen Beschuldigungen der schwersten Art und riefen unter ihren Zuhörern Bestürzung und Ent rüstung hervor. Sullivan beschuldigte Hearst aller möglichen Dinge und let terer bezichtigte Sullivan der Beihilfe bei einem Morde. Der Skandal entwickelte sich aus der kürzlichen Debatte über die lFrage der Frachtraten, als Sullivan Lamas (Fla.) fragte, warum Hearg nicht feine eigene Bill vertheidige und aus Angriffen von Hearst's Zeitungen auf Sullivan Sprecher Cannon wurde verfchiedent lich aufgefordert dem Gezanke ein Ende zu machen. Dieser mischte sich jedoch nicht ein. Erst später erklärte er, daß eine Mordanklage gegen einen Kollegen nicht parlamentarisch (!) sei, weil sie darauf berechnet sei, Unordnung und Störung hervorzurufen. Sogleich nahm Hearst wüthend seinen Sitz ein und er klärte, eS sei seinStolz Leute wie Sulli van anzugreifen. Im Schnee gefangen. N e V a d o, Mo., 13. Feb. Die Missouri Pacisic Bahn sandte von hier einen Hilfszug mit Lebensmitteln nach Butler, um einem Personenzug, der seit Freitag Nacht in 8 Fuß hohen Schnee zwischen Madison und Cridley. KanS., steckt, Hilfe zu bringen. In Folge der unterbrochenen telegraphi schen Verbindung hat man seit einem Tage nichts von dem Zuge gehört. I u g S k o l l i s i o n. Rock Island, IN., 13. Feb. Ein südlich gebender Zug der Chicago' Milwaukee & St. Paul Bahn stieß bei Moline mit einer RangirLoko motive zusammen. Wm. Doolin von Chicago wurde ge tödtet, Lokomotivführer ChaS. Staple ton .von Rock Island lebensgefährlich verletzt. Kanalzone. Washington. 13. Febr. Die Kanalkommisston erhielt heute von dem Gouverneur der Kanalzone Daviö aus Panama eine Depesche, daß im letzten Monat kein Todesfall unter den Ange stellten deS Kanales vorgekommen sei. Beunruhigte Gesetzgeber. S p r i n g f i e l d, Jll., 13. Febr. Unter den Mitgliedern der Legislatur hat die Ankündigung des Staatöan walteS Hatch von Sangamon Co., daß er die Beschuldigungen der Bestechlich keit von LegiSlatur.Mitgliedern, die das frühere Mitglied F. D. Comerford machte, untersuchen werde. Kompetenzfrage. Washington, 13.' Feb. Bei der Meinungsverschiedenheit zwischen dem Senate und der Administration über ihre Rechte beim Abschließen von Verträgen hat sich herausgestellt, daß der Senat, indem er am 11. Jan. den Schiedsgerichtsvertrag über Geldforde rungen, bekannt als der panamerikani sche Vertrag, billigte, sich zu der Aner kennung seiner Befungniß bekannte. der Exekutive das Recht zu übertragen, spezielle Schiedsgerichts . Arrangements zu treffen. In Erekutivkreisen ist man der Anficht, daß diese Befügniß genügt um das Vorgehen der Administration bezüglich San Domlngo's zu rechtferti gen.

Grotzfeuer. 800,000 Schaden.

Mobile, Ala.. 13. Feb. DaS Feuer, welches das historische Battle House, das Commercial Hotel und mehrere anstoßende Gebäude zerstörte, war bei Tagesanbruch unter Kontrolle. Der Schaden ist $400,000. Feuerwehrchef Price und Feuerwehr mann McMahon wurden durch fallende Backsteine verletzt. Dir Uriache deS Feuers ist nicht bekünnt. Noth kennt kein Gebot. Marinette. WiS.. 13. Feb. Die große Kälte und der tiefe Schnee haben im nördlichen Wisconsin und Michigan den Tod von Hunderten von Hirschen und anderen wilden Thieren zur Folge gehabt. Selbst Wolfsleichen find gefunden worden. Farmer aus diesem County berichten, daß Hirsche, Wildkatzen und Wölfe alle Furcht verloren zu haben scheinen. Die Raub thiere dringen in oie Ställe von HÜH nern, Schweinen und selbst Rindern Kälte. Santa F'e, N. M., 13. Feb. Im nördlichen New Mexico sank das QueüM filder heute auf den Nullpunkt. Die größete Kälte in vielen Jahren. Züge haben 1324 Stunden Verspätung. Louisville. Ky.. 13. Febr. Aus Mississippi, Alabama und Ten nessee wird starker Schneefall sowie große Störung im Bahnverkehr be richtet. Zwischen Meridian und New Orleans sind feit einer Woche keine Züge gelaufen. In dieser Gegend ist die Mobile & Ohio-Babn am Schlimm sten br rn; Atlanta hat nur spärlichen Draht verkehr. Aus dem südlichen und weft lichen TexaS wird etwas milderes Wet ter berichtet. - Kansaö City, 13. Febr. Um 6 Uhr heute Morgen zeigte das Regle rungö-Thermometer 21.2 Grad unter Null. Denver. Colo . 13. Feb. Z)er Schuhmacher ChaS C. Friese von Flo rence. Colo., ist auf der Hasenjagd er froren. G u t h r i e, Okla., 13. Feb. Der wohlhabende Viehzüchter Hy. Ball von Ponce City wurde auf seinem Fuhr werke erfroren gefnnden. Hunderte von Rindern sind im tuest lichen Oklahoma erfroren. Die Schwarze Hand." New Jork, 13. Feb. Als eine Folge blutiger Drohungen, die von Unbekannten gegen den italienischen Bankier Rocco Agaglio ausgestoßen wurden, läßt dieser zur Zeit sein ele ganteö Wohnhaus, 705 Vierte Avenue, Brooklyn, von zwei PrivatDetektiveS bewachen. Die Beamten befinden sich abwechselnd Tag und Nacht im Vor. derzimmer des HauseS auf Posten und beobachten alle Personen, die an dem Gebäude vorübergehen oder dasselbe be treten. Aus Angst,' daß seiner Fami lie ein Leid widerfahren könnte, hat Agaglio seine Gattin und die drei jüngeren Kinder zu Verwandten nach einer anderen Stadt geschickt. Er selbst und sein ältester Sohn haben sich ent schlössen, mit den Geheimpolizisten das Heim zu hüten. Die Drohungen gegen den Bankier wurden in zwei Briefen ausgesprochen, welche derselbe im Laufe der vergange neu Woche empfing und die mit Mitglieder der Schwarzen Hand" unter zeichnet waren. Der Hoch-Fall. Chicago, 13. Febr. Hoch sagte heute, daß seine HeirathZabenteuer keine Liebesgeschichten gewesen seien. Ich möchte- meinte er den allgemeinen Eindruck richtig stellen, daß ich ein Romeo sei, Das bin ich nicht. Ich liebte keine meiner Frauen. Ich mache mir Nichts aus Frauenzimmern. Bei mir war es reine Geschäftssache. Wenn ich wußte, daß fie Geld hatten, stellte ich ihnen nach. Schmeichelet war mein Hauptmittel. Durch fie kann man ein Frauenzimmer schneller gewinnen, wie auf irgend eine andere Art." Kohlen mangel. S i o u x City, Ja., 13. Febr. In Folge der Schneeblockade auf Eisen bahn herrscht hier Kohlenmangel. Fast jede Fabrik hier muß in wenigen Stun den schließen. Fürsorge für Ungarn. New York, 13. Feb Graf Vay de Vaya, ein katholischer Prälat, kam beute hier an um sich über die Lage ungarischer Einwanderer in diesem Lande zu unterrichten. Er wird die größeren Städte besuchen in denen un garische Kolonien sind. '

Wenig Hoffnung Für Frau Edwards.

Philadelphia. 13. Feb. DaS StaatSobergericht hat das Gesuch Frau Edwards' sowohl wie das des Negers Greason abgelehnt. Beide sind wegen Ermordung deS Gatten der ersteren zum Tode verurtheilt. Frau Edwards nimmt in ihrem Ge suche alle Schuld auf sich und bittet um einen neuen Prozeß sür Greason. Letz terer meldet neues Beweismaterial an Falls die Vegnadigungsbehörde. die am Mittwoch sich zu Harrisburg versam melt. keine Aenderung deS Urtheils empfiehlt, werden die Complicen am Donnerstag gehängt werden.. Der Präsident bleibt bei s e i n e r A n s i ch t. Washington. 13. Feb. ES wurde heute offiziell angekündigt, daß Präsident Roosevelt die Schiedsgerichts vertrüge, wie fie vom Senate amendirt wurden, den Mächten, mit denen fie abgeschlossen wurden, nicht vorlegen werde. Auf zahlreiche Anfragen vor; Ver tretern der Presse sagte heute Sekretär Hay : Der Präsident betrachtet die Ange legenheit der allgemeinen Schiedsge richtöverträge durch daS Vorgehen deS Senates am Samstag für geschlossen. Er erkennt daS Recht des Senates in einen Vertrag an, entweder direkt durch Abstimmung zurückzuweisen oder indirekt, indem er ihm Amendements anhängt, die mit dem Geiste und Zwecke desselben unvereinbar sind. Er ist der Ansicht, daß mit dem Senats amendement die Verträge nicht allein aufhören ein Fortschritt in der Sache allgemeiner Schiedsgerichte zu fein, sondern thatsächlich ein Fortschritt sind und deßhalb ist er nicht in der Lage, sie in dieser geänderten Form den Re gierungen vorzulegen, mit welchen er unterhandelthat." Die amendirten Verträge wurden heute dem Präsidenten zugeschickt. Auffallende Erschei n un g. Sän Francisco, 13. Feb. Der Poftdampfer' City of Panama", der zwischen hier und centralamerikani schen Häfen fährt, kam auf seiner letz ten Fahrt nach dort durch eine Masse von Bäumen und Thierleichen jeder Art, die meilenlang und 9 10 Fuß dick war. Zeitmeilig mußte der Dam pfer langsamer fahren. Manche Baum ftümme waren bis 6 Fuß dick. Zu Acapulco, wo der Dampfer lan dete, konnte man die Sache nicht klären, doch nimmt man an, daß die Massen durch einen vulkanischen Aus bruch .respektive Erdbeben, an der Küste in'S. Meer geworfen wurden. Schiffsnachrichten. New Dork: Corean" von Glasgow, Jtalia" nach Livorno. ZuderEskortedesGenerals Stösse! bei der Uebergabe von Port Arthur gehörte auch der Leut nant Newelskoy. Der junge Offizier ist ein direktor Nachkomme des Admi rals Newelskoy, der als erster Forscher den Weg durch die Mandschurei bahn:e. An seinem Hochzeitage erhielt der Leutnant den Befehl, sich nach Port Arthur einzuschiffen. Auf feine Bitte wurde ihm erlaubt, seine junge Frau mitzunehmen. Selten wurden wohl die Flitterwochen unter so merkwürdigen Bedingungen verlebt. Frau Newelskoy leistete den Verwundeten in der belagerten Festung große Dienste Sie hatte sich in Petersburger Krankenhäusern als Pflegerin ausgebildet und arbeitete gemeinschaftlich mii der Generalin Stössel Tag und Nacht, um die Leiden ihrer unglücklichen Landsleute zu lindern. Leutnant Newelskoy wurde zweimal wegen hervorragender Tapferkeit ausgezeichnet. Der alljährli'ch in Frankreich an literarische Größen zur Vertheilung kommende Prix Goncourt" genügt nicht mehr, um die literarische Größe würdig zu krönen. Die Pariser Feministinnen haben einen neuen Preis gegründet unter dem Namen Femina". Dieser Preis soll alljährlich dem im Laufe der letzten zwölf Monate erschienenen besten literarischen Erzeugniß gestiftet werden, sei sein Urheber nun Mann o1?er Frau. Die Jury soll sich aber nur aus Frauen zusammensetzen. Die Mitglieder sind bereits ernannt und in der ersten feierlichen Sitzung wurde die Präsidentin (Comtesse Mathie de Noailles), die Vicepräsidentin (Madame Dieulafoy)-und die beiden Sekretärinnen, Madame Jean Vertheroy und Madame du Broutelles, letztere die Direktorin der Mode Practique, ernannt und eingesetzt. Eine der nachsten Sitzungen wird sich mit der Frage beschäftigen, welchem Werke des vergangenen Jahres der Preis zugesproAen werden soll. "

Eine Gemeinheit. Gewiß, meine Damen," sagte daZ alte hagere Fräulein, auch'meine Ansicht ist: 1)o mortuis nil nisi bene! Aber wenn ich hier dieses silberne Kaffeeservice betrachte, aus dem wir eben trinken, dann muß ich jedesmal an eine furchtbare Gemeinheit meines Bruders Gott hab' ihn trotzdem selig denken. Vielleicht intcressirt die Damen die Geschichte? Dann also: Meinem Bruder war gerade seine Frau gestorben, und da hielt ick es selbstverständlich ' für meine Pflicht, ihm beizustehen. Ich zog also zu ihm und führte ihm den Haushalt. Sie können mir glauben, daß ich um ihn besorgt war wie die liebevollste Gattin. Es brauchte nur ein bischen nach Regen auszusehen, gleich brachte ich ihm die Gummischuhe, den Mantel und den Regenschirm in sein Bureau; ich achtete darauf, daß er nicht zu

lange im Wirthshaus saß za, wenn es über die Zeit war, holte ich ihn selbst ab kurz, ich that alles, was man sich nur denken kann, um für sein leibliches und seelisches Wohl zu sorgen.

Gewiß! Auch, für sein seelisches ! Da tauchte so ein junges Fräulein auf. Nein, machte die Augen nach meinem Bruder, bis er Feuer zu fangen schien. Da sagte ich ihr einmal kurz und klar, ihre Mühe wäre umsonst und mein Bruder denke gar nicht daran, sich zum zweiten Male zu verhcirathen. Sie können mir's glauben, am nächsten Tage war sie verschwunden. Ich ließ einige Wochen verstreichen, dann aber erzählte ich meinem Bruder, wie und vor welcher Gefahr ich ihn gerettet hätte. Nun, mein Bruder war schon seit einiger Zeit recht still geworden, auch jetzt sagte er nichts als So?" Ein paar Wochen später aber erklärte er mir, er habe eine Stelle in Südamerika angenommen und in vierzehn Tagen ginge es fort. Meine Damen, auch die Schwesternliebe und die Schwesternpslege hat ihre Grenzen. Ich sagte ihm also rund heraus, daß ich nicht mit nach Amerika gehen würde, und ich hielt auch Wort und ließ ihn allein reisen. Einige Jahre hörte ich dann gar nichts mehr von ihm, und ich glaubte schon, er sei gestorben und verdorben, als auf einmal zu Weihnachten ein Kistchen von ihm eintraf. Darjn war eine jener silbernen Tassen mit dem Unterplättchen und einem Löffelchen, und die Tasse war mit Goldstücken bis zum Rand gefüllt. Ich habe übrigens schweren Zoll dafür zahlen müssen. Das ging dann Jahre so fort. Jede Weihnachten kam ein Kistchen, zuerst mit den Tassen, dann mit der Sahnedose und schließlich mit der Milch kanne, und immer waren sie mit Goldstücken gefüllt. Nur die Kaffeekanne fehlte noch. Statt ihrer aber kam ein Check über tausend Dollar. Ich schrieb natürlich meinem Bruder, ich wolle ihn gewiß nicht drängen. Aber, wenn er die Kaffeekanne nicht schicken wolle, dann möchte er mir die Adresse des Geschäftes angeben, wo er die übrigen Sachen gekauft hätte. Ich könnte ja dann für mein Geld die Kanne dort bestellen. Er schrieb mir darauf, daß er mit der Kanne eine besondere Ueberraschung für mich hätte, zur rechten Zeit käme sie schon. Sie können sich denken, wie neugierig ich da war. Aber die Kanne blieb noch jahrelang aus, dafür traf immer pünktlich zu Weihnachten der Check ein. Endlich einmal mitten im Sommer kam wieder eine Kiste aus Amerika. Richtig, die Kanne war darin. Ich hebe sie, sie ist auch gefüllt; ich offne sie und, was denken Sie, was sie enthält? Nein, kein Gold sondern Asche, ganz gewöhnliche Asche! Ich war starr. Der Brief eines New Yorker Adokaten, der bei der Sendung lag, klärte mich aber bald auf, daß mein Bruder gestorben war. Sein ungeheures Vermögen hatte er zu Stiftungen bestimmt und auch mich, das muß ich sagen, recht anständig bedacht. Seine Leiche hatte er verbrennen lassen und angeordnet, daß die Asche in der seit Iahren bereit gehaltenen Kanne an mich geschickt werden sollte. Was sagen Sie zu einer solchen Gemeinheit? Da hatte ich obendrein auch noch die Scherereien und die Kosten mit der Beisetzung!" Und eine Kaffeekanne mußten Sie sich auch noch machen lassen," bemerkte etwas schadenfroh eine junge Dame vom Kränzchen. Aber warum denn?" fragte die Gastgeberin ganz erstaunt. Die Asche kam doch selbstverständlich in eine Urne aus Marmor." Darf ich Ihnen noch ein Täßchen anbieten?" meinte sie dann liebens würdig, die-Kanne in der Hand, und setzte dann ganz verblüfft hinzu: Ja, was haben Sie denn auf einmal, meine Damen ...?" Umschwungs Schusierleh? ling: Einen herzlichen Gruß vom Meisier und der Meisterin, und sie schicken hier die quittirte Rechnung. Kunde: Ich kann aber . heute . nicht zahlen! Lehrling: Dann läßt Ihnen der Mei ster sagen, tx würde selbst kommen und Ihnen die Knochen ntzwcisa)la. aenl