Indiana Tribüne, Volume 28, Number 147, Indianapolis, Marion County, 13 February 1905 — Page 3

Jndiank Tribüne. 13. Februar 1905

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Aerzte.

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Kossuth

Entlvillclt vor dem Kaiscr-Kömg seine Ansichten über ungarische Politik. Frohe Hoffnunaen in der russischen Hauptstadt. Der Streik in Polen. zechifche Gehässigkeit gegen todte Preußen. - Der Erbfchaftsprozeß des Kömgs von Belgien. Kampf der Gräsin Montignoso nm ihr Kind. -Entvölkenlng des Sudan. Wahlsieg der Regierung in Portugal.

Oesterreich'Nngarn. Kossuth beim König. Wien, 12. Feb. Franz Kossuth, der Führer der unabhängigen Partei in Ungarn, wurde heute von dem KaiserKönig empfangen und besprach mit ihm die politische Lage und die Kabi netskrisiS- in Ungarn, die durch Anschluß der kleineren politischen Parteien an die unabhängige Partei entstanden ist. Kossuth erklärte, eS sei nun unmöglich Ungarn ohne die Hilse dieser vereinigten Parteien oder gegen ihre Wünsche zu regieren. Kossuth war eine Stunde bei dem Kaiser und wurde von ihm mit großer Auszeichnung behandelt. Er entwickelte völlig seine Ansichten und die seiner Partei. Der Kaiser hörte ihm aufmerksam zu, machte aber keine Erwidervng. Wenn Kossuth fest bei dem Programm seiner Partei bleibt und man glaubt, daß er eS thun wird so wird seine Stellung eine starke sein. Man glaubt, daß der demnächstige Besuch des Kaisers in Budapest, wo er mit anderen ungarischen Führern konfernen wird, dazu helfen wird, eine Lösung der schwierigen Frage zu finden. Kossuth sagt, er sei nach Wien ge kommen mit der Absicht und in der Hoffnung, den Kaiser zu Überzeugen, daß keine Partei in Ungarn die Interessen Ungarns von denen des Hauses Habsburg zu trennen wünscht, daß die unabhänige Partei höchst loyal ist und daß Ungarn die stärkste Stütze der Dynastie werden würde, wenn ihm gestattet würde, sich frei zu entwickeln. Wenn das Programm der unabhängig gen Partei durchgeführt sei, würden alle Differenzen zwischen Ungarn und Oesterreich verschwinden. In Zukunft würde das Schicksal Ungarns und des Hauses Habsburg eng verknüpft sein. Die Unterredung zwischen dem Kaiser und Kossuth wird in Oesterreich sowohl wie Ungarn als ein Ereigniß von historischer Bedeutung angesehen. Die todten Preußen in B o e h m e n. Wien. 12. Feb. Der in Böhmen stark angefeindete Hilfsverein deutscher ReichStagSangehöriger hat einen nicht unbedeutenden Sieg über die Czechen errungen. Bekanntlich hatten die czechifchen Behörden, trotz der deutschen Protege, die Ueberführung der Gebeine des in 1866 in Prag verstorbenen Generals von Lengsfeld, der in dem nun aufgelassenen Militärfriedhofe in Ka rolinenthal beerdigt war, nach preußischen Boden beschlossen. Die genannte Gesellschaft, die der Verschleppung der Gebeine preußischer Soldaten aus dem Friedhofe ruhig hatte zusehen müssen, griff zu drastl schen Mitteln, elS der böbmische Deut schenhaß auch auf den todten General LengSfelv Anwendung finden sollte. Die Mitglieder wandten sich direct an die preußige Regierung, und auf de.ren energisches Betreiben find des Generals Gebeine nun mit militärischen Ehren in Stierbohol, beim Denkmal des preu tzischm Heerführers Grasen Schwerin, beigesetzt worden. Portugal. Sieg der Regierung. Lissabon, 12. Feb. Di? heutigen Wahlen ergaben eine große Majo ritüt für die Regierung. Nur in der Stadt Ligabon erlangten die Repu blikaner eine Majorität. Oftindien. Leutnant ermordet. Calcutta. 12. Feb. Leutnant Harman, welcher die Miliz von Wofi rifton kommandirte, ist von einem Mobsud ermordet worden. Der Thäter ist verhaft?!. Nukland. Hoffnungen. St. Petersburg. 12. Feb. Die Erklärung des Zaren Nikolaus, daß er nicht gegen die Wiedeeeinfüh rung der ZemSky Zabor, des alten Landtages, fei, den die alten Zaren in schwierigen Zelten zusammenberiefen, hat bei den liberalen Elementen große Befriedigung erregt.

Die Morgenzeitungen waren mit Beschreibungen deS alten Landtages und Besprechungen der künftigen BerHältnisse angefüllt. Freilich find manche Leute noch etwas mißtrauisch, aber die Mehrzahl ist voll froher Hoffnungen. Streik. Warschau. 12. Feb. Der Polizeichef Baron von'Nolken, der soeben von einer Konferenz mit dem Generalgouverneur Tschertkoff zurückgekehrt ist, giebt folgende Einzelheiten über die Lage : Der Streik dauert in allen großen Fabriken fort. Morgen werden die Fabrikanten zu mir kommen, um die Verhältnisse zu besprechen und am Dienstag erwarte ich einige Vertreter der Arbeiter zu sehen. Wenn die Streiker nicht zur Arbeit zurückkehren, werden alle, die' ihren Wohnsitz außerhalb des Distriktes Warschau haben, von der Polizei auSgewiefen werden. Wenn sie nicht arbeiten wollen, müssen sie nach Haufe gehen. Die Leute haben kein Geld und es scheint unmöglich, daß der Streik viel länger dauert. Unsere Aufgabe ist sehr schwierig. Kleine Störungen mögen hier und da vorkommen, jedoch nicht in solchem Maßstab: wie früher." Pritvatdepefchen von Dombrowo melden, daß daselbst alle Fabriken geschlössen sind. Auf den Bahngeleisen stehen 30.000 Wagen mit Erz und der ganze Frachtverkehr auf der Weichsellinie muß eingestellt werden, wenn die Wagen nicht fortgeschafft werden.. Die Beschaffung von Kohle ist diebrennende Frage in Warschau seit der Streik zu

SoZnovic begonnen hat. Generalgouverneur Tschertkoff erhielt heute per Draht die Erlaubniß des Zaren für 14 Tage Kohle zollfrei aus Schlesien ein zuführen und sofort wurden bei'schlesischen Gruden Bestellungen gemacht. Eine Telephon-Botschast von Lodz sagt, die Fabrikanten seien überzeugt. daß die Streiker am Montag nicht zur Arbeit zurückkehren würden. . St. Petersburg, 12.. Feb. Mitternacht. Die befürchteten Unruhen sind heute nicht eingetreten. Weder Streiker noch Studenten machten den leisesten Versuch einer Demonstration. Daß der Zar die Schaffung einer Kommission befohlen hat, welche aus Arbeitgebern fomie von den Arbeitern selbst gewühlten Repräsentanten 'be stehen und die Ursachen der Unzüfrie denheit unter den Arbeitern untersuchen soll, hat einen ausgezeichneten Eindruck gemacht und wird als Beweis betrachtet, daß es der Regierung mit ihren Re formversprechen ernst ist. Bockbeinige Stadträt he. T i s l i 5, 12. Feb. Die Streiker kehren zur Arbeit zurück. Die Behör den beschützen die Arbeitswilligen. Kleinere Ruhestörungen werden von anderen Plätzen des Kaukasus ge meldet. Der Zivil'Gouverneur hat eine Sitz ung des Stadtrathes berufen, um Mit tek zur Beilegung der Streikwirren zu berathen. Weil der Befehl die Bestimmung ent hielt, daß die Verhandlnngen geheim gehalten werden müßten, lehnten die Stadtrathe mlt der Begründung cd. daß es. unter solchen Umständen un möglich sei, eine Vereinbarung zu erreichen. Marquis Pos". S t. Petersburg, 12. Feb. Der Czar lebt wobl in größerer Furch vor einem Marquis Pofa als vor all den Radauschlügern. die fernem Trepoff gewichen find. Schiller'S Don CarloS, feit vielen, vielen Jahren eines der Re pertoire Stücke sämmtlicher großer Theater in Rußland, ist nun plötzlich von der Censur untersagt worden. In Rostow, am Don, wurde der Anfang gemacht. Die Ortöcensur hatte bereits ihre Zustimmung zur Aufführung ge geben, die in letzter Woche stattfinden sollte, als ein Befehl aus St. Peteröbürg eintraf. Darin hieß eS : Die Tragödie Schiller'S Don Carlos" ist wegen ihrer schädlichen Richtung vom Spielplan zu streichen."

Die Kunde drang nach St. Peterö-

bürg und daS dortige städtische Theater meldete den Jnfanten für vergangenen Donnerstag an. Sofort wurde von der Censur dkkretirt, daß das an die Rostower Direktion ergangen? Verbot ür ganz Rußland Gültigkeit habe. McCormick'S Abberufung. St. Petersburg, 12. Febr. Die offizielle Ankündigung, daß Bot. chafter McCormick nach Paris versetzt st, hat hier Erstaunen und Bedauern erregt, da man glaubte, er werde während der gegenwärtigen Administration hier bleiben. Die Stellung eines amerikanischen Botschafters hier ist eine schwierige in Anbetracht der amettkanischen Politik und der amerikanischen Sympathien mit Japan. Durch Takt und seine guten Beziehungen zu dem Minister deS Aeußeren, v. Lamsdorff, ist e? Mc Cormick gelungen, diese Schwierigkeiten zu überwinden. Japan. Das russische Geschwader i n S i ch t ? Tokio, 12. Feb. Im Flottendepartement find wichtige Nachrichten eingetroffen, doch wird die Natur derselben geheim gehalten. Man glaubt, daß japanische Schiffe n Fühlung mit dem russischen Geschwader gekommen find. Ob daS russische Geschwader weiter östlich oder die japanischen Schiffe westlich gefahren sind, läßt sich nicht sagen. Jedenfalls wird daS Geschwader japanischer Schlachtschiffe dem russischen entgegenfahren. Der Generalstab beschäftigt sich nun hauptsächlich mit der Einschließung von Wladiwostok Die Lage bei Mukden wird als befriedigend betrachtet. Oyama soll nun alle Leute haben, die er braucht, um einen Plan durchzuführen. Deutsches Schiff gekapert. Tokio, 12. Feb. Der deutsche Dampfer Paroö", der mit SchiffsbauMaterial und Nahrungsmitteln nach Wladiwostock bestimmt war, wurde am Freitag bei Hokaido beschlagnahmt. Scharmützel. Tokio,' 12. Febr. Aus dem japanischen Hauptquartiere wird gemeldet, daß der Angriff einer russischen Compagnie auf das Dorf Waltaofchan abgeschlagen wurde; ebenso ein Angriff auf Liuchientun. Dii Russen setzen ihre BefestigungSarbeiten bei Liuchientun fort und haben sie biS Siaofangchen ausgedehnt. Italien. Versöhnlichkeit des Papstes. Rom, 12. Feb. Der Papst gab kürzlich wieder einen Beweis seiner Versöhnlichkeit dem Königshaufe gegenüber, indem er der erkrankken Herzogin Helene von Aosta einen prächtigen Helligenschrein mit einer Reliquie der hl. Helene mit seinem Segen übersandte. Gräfin Montignoso. F l o r e n c e, 12. Febr. Gräfin Montignoso ist soweit in dem Kampfe um ihr Töchterchen gegen den König von Sachsen bis jetzt erfolgreich gewesen. Die Advokaten der Gräfin Montignoso erklärten nach einer Konferenz mit Dr. Koerner, dem Beauf tragten deS Königs, daß ausländische GerichtSbefehle in Italien nicht ausgeführt werden könnten. Der Fall müsse erst vor italienische Gerichte gebracht werden. Selbst, wenn der König hier siegreich sein sollte, würde eS schwierig, sein, eine Entscheidung durchführen, die daS Kind von der Mutter nimmt. Sparsamkeit im Vatican. Rom,' 12. Feb. Viele Angestellte des Vatican's sind mit der Sparsamkeit, die geübt wird, sehr unzufrieden. Diener in den Museen und andere Angestellte erhalten 25 Prozent weniger Lohn wie früher. Die Sesselträger deS Papstes, die nur Lohn erhalten, wenn sie Dienst thun, haben nur einmal, seit der neue Papst am Ruder ist, Gelegenheit gehabt, ihn in seinem Sessel zu tragm. Aegypten. Ent Völker ung des Sudan. Kairo, 12. Feb. Die britische und die aegyptische' Regierung find durch die Entvölkerung des Sudan beun ruhigt. Vor dem Aufstand des Mhadi betrug die Bevölkerung 8.250.000 jetzt ist sie nnr noch 1.870.000. Im Barel Chazai find von" 1.500.000 Bewohnern 1,110,000 verhungert, . in Berbxr find von 800,000 noch 10,000 ! vorhanden.

Deutschland. Die Auswanderung nach dem Süden der Ver- i einigten Staaten. Berlin, 12. Febr. In maßgebenden Kreisen wird mit Spannung erwartet, welche Wirkung die gemeldete I Errichtung einer directen billigen Dampserverbindung zwischen Bremen und Galvefton auf den Zug der Ausmünde rung ausüben wird. Bekanntlich ist der Norddeutsche Lloyd bei seinem die5. bezüglichen Beschlusse einer Anregung des amerikanischen GeneralEinwanderungSkommissärS gefolgt, der in einer neulichen Rede betonte, eS müsse fortan möglichst verhindert werden, daß sich große Massen von Einwanderern in New Jork und Chicago niederlassen. Jn Rhederkreifen nimmt man an. daß die fragliche Linie, besonders auch wegen der herabgesetzten Zwischendecks' rakn sofort lebhaft benutzt werden und dadurch dem Süden und dem Süd Westen der Vereinigten Staaten die längst ersehnte Einwanderung zufließen wird. Belgien. Der ErbschastS - Prozeß gegen Leopold. Brüssel. 12. Febr. Aus zuverlässiger Quelle wird mitgetheilt, daß König Leopold in dem von seinen Töchtern Stephanie und Louise gegen ihn angestrengten Erbschaftsprozesse den Kürzeren ziehen wird, indem die klügerrischen Anwälte auf dem Prinzip, daß HeirathSvertrÜge zwischen Angehörtgen regierender Familien altverbriefte politische Akte internationalen Rechtes" feien, einen Argumentenberz aufgebaut haben, den, wie Autoritäten behaupten, kein belgischer Königswille verrücken kann. Türkei.

Reserven mobil. L o n d o n, 12. Feb. Eine Depesche von Konftantinopel meldet, daß der Kriegsminister beschlossen hat die Re serven in Mazedonien mobil zu machen, da er einen Aufstand im Frühjahr erwartet. Spanien. Rüuberwesen. Madrid, 12. Feb. Bei ParadiS überfielen 6 Räuber eine Postkutsche. Die Insassen mußten sich auf den Bauch legen und die Räuber plünder ten ihnen die Taschen. Sie erbeuteten 3,000 Realen, übersahen aber bei ei nem Anderen 3.000. Großbritannien. Langer Frieden Beding u n g. London, 12. Feb. Der hiesige Chronicle" erfährt auö Tokio, daß die japanischen Friedensbedingungen der russischen Regierung übermittelt wor den find. Allem Anschein nach hat Japan seine Forderungen in den letzten 43 Stunden erheblich herabgestimmt. Der Mikado ist angeblich bereit, auf eine Kriegsentschädigung zu verzichten, wenn der Zar daS feierliche Berfpre chen giebt, Japan im Laufe der näch ften zwanzig Jahre nicht anzugreifen. R e v i v a l. " London, 12. Febr. Hier finden gegenwärtig zahlreiche ErmeckungS Versammlungen statt. Unter den ersten Bekehrten war ein Oberst der Armee. Alle Klassen der Bevölkerung betheiligen sich an den Versammlungen. Philippinen. Kapitän Simpson. M a n i l a, 12. Feb. Kapitän Simpson vom Dampfer Carlisle" ist auf einem Küftendampfer hierher un terwegS. ' ' Der Carlisle" war von der rufst scben Regierung gechartert Vorrüthe von Wladiwostock nach Port Arthur zu bringen. Kurz nach seiner Abfahrt verlor er seine Schraube und wurde durch Meeresströmungen und widrige Winde in .die San Miquel Bay am Südende Luzon'S getrieben. Kapitän Simpson ging in einem kleinem Boote an Land und blieb verschollen. Man befürchtete, daß ihm ein Unfall zuge stoßen sei. Verfolgung von Lad r o n e n. Manila, 12. Febr. Die Ladronen, welche am 24. Januar die Stadt San Francisco de Malabo überfielen und die Frau des früheren Gouverneurs TrlaS nebst zwei Kindern entführten, um ein Löfegeld zu er'pref sen, wurden von einer Schwadron un ter Major Sibley fcharf verfolgte Sie ließen Frau TriaS mit ihren zwei Kin dern frei.

Allerlei fur'S Hans. Gardinen au r e i n Z a e n.

Dieselben dürfen nicht wie andere Gewebe gewaschen und gerieben werden. Man nimmt fie ab, schüttelt sie im Freien tüchtig aus und steckt sie rn ein Gefäß mit kaltem Wasser. Dann besorgt man emen Kessel voll kochenden Wassers und schneidet ziemlich viel Seife hinein. Nun werden die Gardmen, ohne fie zu wrmgen, leicht auSdrückt und in einen reinen Beutel (Kopfkissenüberzug und dergleichen) m das kochende Seifenwasser gebracht, worin sie 25 Minuten derb kochen müssen. Dann nimmt man sie heraus und spült sie so lange in reinem Wasser, bis sich keine Spur von Seifenschäum mebr zeiat. bläut und stärkt sie dann und hängt sie noch feucht wieder aus, was des besseren Faltenwurfes halber geschieht. Kläruna vonEssia. Um trüben Essig zu klären, gieße man zu einem Quart EMa etwa Ziwei Tbeelöffel frische süße Milch. Bereits nach 24 Stunden hat sich dann meist alles Trübe zu Boden gesetzt; sollte dies aber in 2 bis 3 Tagen nicht geschehen sein, so wiederholt man den Aufguß noch ent oder zwei Mal. Hat sich dann der Essia aereiniat. so aietzt man ihn von dem Bodensatz vorsichtig ab. Bucbbinderlack. Einen schon glänzenden Buchbinderlack bereitet man aus 80 Gramm gepulvertem Schellack, 40 Gramm Sandarak, 40 Gramm Mastir und 40 Gramm Beniöt. in einem Liter bocharadiaem Spiritus gelöst. Nach vollständiger Lösung setzt man 40 Gramm venenamschen Terpentin zu und filtrirt das Ganze: Man kann ihn auch für schwarze Lederzeuge verwenden, muß aber zuvor dieselben mit einer trockenen Speckschwarte abreiben. WennVilanzen von der Kälte gelitten haben, so muß man sie möalickst auftbauen lassen. Topfpflanzen bringt man daher, wenn man sie in dem Lokal, wo sie stehen, mcyt vor weiterer Kälte schützen kann, vorsichtig und ohne die Pflanzen selbst zu berühren, rn emen möglichst vunlien, küblen Raum. . B. in einen Keller, wo es nicht gefriert, aber besser ist es, wenn man sie stehen latzt, vie zensier aut schließt und mit dunkeln Tüchern behängt, das Lokal aber mit heißem Wasser, das man in irgend einem Gefäß in'ö Lokal stellt, etwas erwarmr. Erwärmung mit Wasser ist viel besser als Heizung mit Holz und Kohlen, bis die Pflanzen langsam aufgethaut sind. Langsames ' und feuchtes Austhauen rettet 'die meisten Pflanzen. Im Freien bedeckt man die Pflanzen einfacy mir Tüchern u. s. w. und stülpt ein Faß oder eine Kiste u. s. w. darüber. Spitzenwäsche. Um feine Spitzen zu waschen, ohne sie im Geringsten zu beschädigen, haben die Franzosen folgende praktische Methode. Sie wickeln die Spitzen ganz glatt und dicht um eine Weinflasche, eine Schicht über die andere, und bedecken sie zuletzt einem Streifen we?ßen Leinens, den sie straff darüber wickeln und dann festnähen. Nun stecken sie die Flasche in lauwarmes Seifenwasser und lassen sie 24 Stunden darin liegen. Dann nehmen sie sie heraus und drücken die wohldurchweichten Spitzer, mit den Härden, ohne sie zu reiben. Ist das Schenwasser so gut wie möglich herausgedrückt, so stecken sie die Flasche in klares, warmes Wasser und lassen sie darin einige Stunden liegen. Dann drücken sie die Spitzen solange in immer erneuertem Wasser als, bis keine Spur von Seife mehr deraus abgeht. Bleibt das Wasser endlich ungetrübt, so lassen sie die kostbare Wäsche abermals ein paar Stunden ruhig darin liegen und drücken sie dann noch einmal aus. Nunmehr stecken sie die Flasche für einige Zeit in's Wasser, dem eine schwache Lösung vor, Gummi arabicum beigemischt ist. Hcrben sie die Flüssigkeit durch Drücken mit den Händen möglichst hinausgebracht, so rollen sie um die feuchte Wäsche ein trockenes reines Handtuch und pressen es so lange dich: auf die Spitze?, bis sich keine Feuchtigkeit mehr adsondert. Dann stellen sie die Flasche in die Sonne oder in Zugluft, damit der Trockenprozeß schnell vollendet werde. Jetzt wird der Leinwandbezug sorgsam abgetrennt und die gereinigte Spitze behütsam von dem Glase abgerollt. Sie ist völlig wie neu. Baldrianwurzel - Thee. Baidrianthee wird namentlich bei Leibschmerzen (Koliken), Magen krämpfen, krampfhaftem Schluchzen und Muskelkrämpfen gebraucht.. Auch Kopfschmerz,:, die im Zusammenhange, mit der Magenthätigkelt stehen, werden durch denselben gemildert. Ein gutes Klebemittel besteht aus Meliszucker, gelösis '.em Kalt, weißem Leim und Wass Zu seiner Herstellung werden 60 Theile des Zuckers in 180 Theilen Wasser aufgelöst und alsdann 75 Theile gelöschte? Kalk zugesetzt, worauf man das Ganze erwärmt . und bann von Zeit zu Zeit durchschüttelt. Die Lösung läßt man einige Tage stehen, ehe man sie vom Bodensatze abgießt, worauf alsdann 60 Theile besten Kölner Leimes unter Erwärmen darin ausgelöst werden. Dieses Klebemittel, das unter dem Namen Syndetikon" bekannt ist, haftet fest auf Papier, Holz. Elfenbein, Schildplatt, Glas, Porzellan, Marmor und vielen anderen Stoffen und 'Materialien.