Indiana Tribüne, Volume 28, Number 145, Indianapolis, Marion County, 10 February 1905 — Page 6

Jndiana Tribünc, 10. Februar 1905

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Europäische Nachrichten.

Sachsen. Dresden. Als er im Begriffe stand, nach Abhaltung seimr Sprechstunde auf die Praxis zu gehen, wurde der bekannte hiesige Spczialist für Nervenleiden, Hofrath Dr. Moßdorf, von einem Herzschlag getroffen und verschied im Alter von 62 Jahren. Carl Meißner, Inhaber btx Sächsischen Metall- und Bronzewaaren-Fa-brik. trat es vergönnt, das 25jährige Bestehen seines Unternehmens zu feiern, das sich aus kleinen Anfängen zu eine.r Achtung gebietenden Hohe emporgeschwungen hat. (5 h c m n i tz. In einer Watte-Fa-brik im Stadttheil Alt . Chemnitz wurde der !19jährige Arbeiter Stülpner aus Witzschdorf von einem Treibriemen erfaßt und mehrmals um die an derDecke befindlich: Transmissionswelle herumoeschleudert. Der Bedauernswcrthe, welcher schwere innere Verletzungen und mehrere Beinbrüche erlitten hatte, verstarb bald darauf an Ort und Stelle trotz sofortiger ärztlicher Hilfe. Großbardau. Der 71jährige Gutslvsitzer Stein stürzte vom Scheunenboden und starb infolge SSädelbruches. , Leipzig. In der Kochstraße, zwischen der Kant- und Kaiserin Augusta - Straße, stürzte ein an der Hinterfront eines Neubaues befindliches Baugerüst ein. Der Neubau gehört dem Bauunternehmer Paul Koch. Bei dem Unglücksfall wurden zwei auf dem Gerüst befchaftigte Maurer verletzt. Der 18 Jahre alte Maurer Oswin Zimmermann, ein Neffe des BauUnternehmers, erlitt einen doppelten Bruch des linken Armes, während der 28jährige Maurer Richard Hofmann, Leipzig - Plagwitz, anscheinend mit einigen äußeren Verletzungen davonkam. Meißen. Der im 7. Lebensjahre siehende Sohn des Milchhändlers George hier hat am 3. Octöber einen vierjährigen Knaben mit Muth und Ent-. schlossenheit vom Tode des Ertrinkens gerettet. Die Kreishauptmannschaft zu Dresden hat dem jugendlichen Retter für seine That eine Geldbelohnung von 23 Mark bewilligt. Ottendorf bei Friedrichwalde. Hier brannten die Gebäude des Wirthschaftsbesitzers Martin nieder. Plauen. Auf einer Spazierfahrt mit dem Thierarzt Wolff verunglückte der Hotelier Moritz Friedel, Inhaber des Hotels Sächsischer Hof", tödtlich. Aus nicht festgestellter Ursache ging das Pferd durch. Bei dem Versuche, sich durch einen Sprung aus dem Wagen zu retten, zog sich Friedel einen Schädtlbruch zu, der den sofortigen Tod zur Folge hatte, während Wolff mit einigen Hautabschürfungen davonkam. Schwarzenberg. Beim Aufräumen vesWindbruches im Rasckauer Gemeindewalde wurde der 78 Jahre alte Handarbeiter Escher von einem stürzenden Baume getroffen. Er erlitt einen Schädelbruch. Zwickau. Im Kreiskrankenstiftt hier starb die Fabrikarbeiterin Sporn aus Remtengrun, die sich durch unvorsichtiges Umgehen mit Spiritus beim Kaffeekochen schwere Brandwunden zugezogen hatte. Waden. Karlsruhe. Als auf dem Rangirbahnhof der 26jährige verheirathete Maschinenhausarbeiter I. Kistner Oetigheim an verbotener Stelle die Geleise überschreiten wollte, um sich zur Arbeit zu begeben, wurde er von 2 leeren abgestoßenen Wagen erfaßt, überfahren und sofort getödtet. Dem Unglücklichen wurde der Kopf vom Rumpfe getrennt. Breiten. 53 Jahre alt starb hier Bürgermeister Fr. Withum infolge eines Herzschlages. Er war in Aachen geboren. Freiburg. In der Belfortstrat erschoß sich der 20jährige Sohn des Weinhändlers Mayer, angeblich in einem Schwermuthsanfall. Ein älterer Bruder des Unglücklichen schied letztens auf gleiche Weise aus dem Leben. Die sehr wohlhabenden Eltern sind durch den Selbstmord ihres jüngeren Sohnes nun kinderlos geworden. Heidelberg. Sein goldenes juristisches Doktorjubiläum feierte der außerordentliche Professor in der philosophischen Fakultät unserer Universität Dr. Phil, et jur. Hans Scherrer. Lahr. Das hiesige Gymnasium (anfänglich Pädagogium genannt) feierte sein Iwjähriges Jubiläum. Bei der Schulfeier in der Aula hielt Direktor Kränke! die Festrede. Mannheim. Hier erschoß sich in einem Hause der Kirchenstraße der 44 Jahre alte verheirathete Schiffer Johann Kugel in dem Augenblick, als er wegen eines Sittlichkeitverbrechens verhaftet werden sollte. Nuhbach bei Triberg. Infolge Brandstiftung wurde der Kinzlerhof, eines der größten bäuerlichen Anwesen dieser Gemeinde, ein Raub der Flammen. Der Brandstifter ist verhaftet. Pforzheim. Der 22jährige Gipser H. Springer von Bubsheim siel hier vom Neubau des Kettenfabrikanten M. Schweigert 13 Meter in den Hof herab und schlug dabei auf

einen Stein auf. Er erlitt oaoes einenBruch des Schädels und starb eine Stunde darnach. , ' Oberwolfach. Die 16jährige Tochter des Hansenbauern Sum kam mit den Kleidern dem Getriebe einer Dreschmaschine zu nahe; sie wurde erfaßr und so heftig an das Gestell der Maschine geschleudert, dag aisvalv oe Tod eintrat. Rhin a. Hier brannte das mit Stroh gedeckte Wohnhaus des Landwirths I. Brutsche nieder. Vieh und einige Fährnisse konnten gerettet werden. Der Schaden dürfte etwa 4000 Mark betragen. S i p p l i n g e n. Arbeiter Hugo Biller versetzte seinem Bruder vier lebensgefährliche Messerstiche, so daß der Verletzte mit den Sterbesakramenten versehen werden mußte. Der Thäter wuzde am Bahnhof Ueberlingen verhaftet. Wehrhalden. Das mit Stroh bedeckte Anwesen des Landwirths Müller brannte nieder. Der Schaden bcuägt über 6000 Mark und ist durch Versicherung theilweise gedeckt. Zwei Sci'weine kamen in den Flammen um. KlscTß-Lothringen. -Straßburg. Dr. A. S. Schultze, ordentlicher Professor für Civil- und Strafprozeß an der hiesigen Universität, beging das goldene Jubiläum seines Eintritts in den Staatsdienst. Horburg. Beim Brande dzs dem Gemeinderath Schneider o.eh'örigen Wohnhauses ist der 11jährige Sohn des Besitzers in den Flammen umgekommen, ein zweiter Sohn erlitt tödtliche Brandwunden. K e st e n h o l z. Hotel Badbronn ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Es war dies ein Kurhaus ersten Ranges, eine Stunde von des Kaisers Schloß Hohkönigsburg entfernt in reizvoller Gegend. M ö r ch i n g e n. Das räthselhafte Verschwinden eines Offiziers, der aus Berlin gebürtig ist, hat jetzt seine Aufklarung gefunden. Der beim hiesigen 4. Westfälischen Infanterieregiment Nummer 17 stehende Lautnant Salman, Sohn eines inzwischen verstorbenen angesehenen Arztes, hatte sich aus seiner Garnison entfernt. Alle nach seinem Verbleib .angestellten Nachforschungen, die sich auch auf Berlin erstreckten, blieben resultatlos. Jetzt kommt aus Winterthur im schweizer!schen Kanton Zürich die Nachricht, daß sich Salman, der bei feinemVerschwinden von hier Civilkleider angelegt hatte, in einem dortigen Gasthofe erschössen hat. Die Beweggründe sind unbekannt. Saint - Privat. Der GroßHerzog von Hessen 'hat dem hiesigen Kriegergräberwärter Konr. Volkmann die Silberne Medaille des LudwigsOrdens verliehen. 'Flheinpfcrrz. Speyer. Der hiesige Bischof Dr. v. Ehrler ist ernstlich erkrankt. A l b e r s w e i l e r. Im Hause des Winzers Michael Jung im Siebenmorgen kam Feuer aus, das in kurzer Zeit das Wohnhaus einäscherte. Harsberg. Der von einer Controllvers ammlung heimkehrendeDienstknecht Otto Hemd von Weselberg

wuroe in einer hiesigen Wirthschaft im Streite mit einer Hacke erschlagen. Lemberg. Die etwa 70 Jahre alte Frau Lina Schlabbach stürzte, als sie einem Fuhrwerk ausweichen wollte, in den Salzbach und ertrank. M a ß w e i l e r. Ackerer Phil. Guth von hier wollte in seiner Wohnung die Treppe herabsteigen, als er ausrutschte, herunterstürzte und derart schwere Verletzungen erlitt, daß er bald darauf seinen Geist aufgab. Otterberg. Schuhfabrikant O. Heußer Hierselbst, der kürzlich Selbstmord begangen, hat ssum Nachtheile der Sparkasse Otterberg 72,000 Mark un terschlagen. Die Unterbilanz bei seiner Fabrik beträgt über 100,000 Mark. Rammelsbach. Das fünf Jahre alte Töchterchen des Steinabrichters Dan. Barz, das sich in Abwesenhei! der Eltern am Ofen zu schaffen machte und sich schwere Brandwunden Zuzog, ist seinen Verletzungen erlegen. Meckkenbirrg. Schwerin. Hier ist im Alter von 78 Jahren 'der Consistorialrath Superintendent em. Axel Walter versiorben. Der Dahingeschiedene war 1826 in Ludwigslust als Sohn des Oberhofpredigers Walter geboren. B ü tz o w. Hier wollte der schon bejahrte Kuhfütterer Kannenberg einen Zuchtbullen, der mit einem anderen Bullen aneinander gerathen war, wieder an die Kette legen, dabei wurde er von dem wüthenden Thiere getödtet. Lübz. Der 31 Jahre alte Hofgänger Otto Hausmann in Grambow ging nach hier um Einkäufe zu machen, kehrte aber nicht wieder zurück. Später fand ihn der Jäger in Grambow todt in den dortigen Tannen nicht weit vom Wege liegen. Nach den ErMittelungen des Gerichts liegt kein Verbrechen vor. Woran der Haus- ! mann gestorben,, ist noch nicht festgeneu!. - M a l ch i n. Hier verstarb die alteste Person unserer Stadt, Fräulein Völcker, im Alter von 96 Jahren. Die Dahingeschiedene war noch in ihren letzten Jahren körperlich und geistig sehr frisch. Personen, die über 90 Jahre alt sind, gibt es hier noch mehrere. l

i cm Orden pour le meritc". Die Verleihung des Ordens pour le i.6rite" an die Generäle Stösse! und ZlZogi wurde im Publikum und in der

Presse vielfach als. ein Vorgang ohne Beispiel aufgefaßt. Dementsprechend wurden dann auch Bemerkungen daran geknüpft, die von falschen Voraussetzungen ausgingen. Auch Kaiser Wilhelm I. hat den Orden pour le m6rite" fremden Offizieren verliehen. Während des Krieges 187773 erhiel ten ihn eme Reihe von russischen Generälen, darunter auch Gurio, LorisMelikvw und Fürst Swiatopolt-Mirs-kl. ganz abgesehen von den Gronfursten und dem König von'Rumänien. öer Herzog von Connaugh! bekam ihn bei der Niederwerfung des Aulstandes Arabi Paschas. Kaiser Wilhelm wollte durch die Verleihung an die russischen Generale seinen Dank für die Dekonrung preußischer Soldaten mit dem Georaorden im Jahre 1870 71 aus drücken. Auch 1866 wurden preußische Offiziere mehrfach für Waffenthaten gegen Oesterreich durch russische Orten ausgezeichnet. In frühere? Z?it wurde der pour le m6nte auch an fremde Offiziere vergeben, so an den Erzher.zog Friedrich von Oesterreich bei der Beschießung und Erstürmung ron Salda durch die vereinigten eurcpaischen Flotten. Im Allgemeinen geling! es nur sehr wenigen Offizieren, diese höchste preußische militärische Auszeichnung zu erringen. Wayrend der langen Friedenszeit nach den Vefreiungskriegen bot sich nur bei der Betheiligung an auslandischen Feldzugen d:e Äcvglichkeit dazu. Moltke erhielt den Orden z. B. für seine Thätigkeit in der Türkei und besonders in der Schlacht von Nisib. auch sein Kamerad Mühlbach wurde- damit dekorirt. 1864 erkämpften ihn eine Reihe von Offizieren auch der Landwehr, ebenso 1866. dagcgen war. seine Verleihung 187071 sehr selten, da sie nur an Osfiziere erfolgte, die schon das Eiserne Kreuz Erster Klasse besaßen. In China wurde der pour le mörite unter anderm dem Kapitänleutnant Lans. dem Kapitän zur See von Usedom, dem Hauptmann Kremtow und Oberleutnant Grafen Soden zutheil: Wenn der Kaiser, um seine Bewunderung für die LeZstnrgen der beiden kriegführenden Heere auszudrücken, ihn jetzt wählte, so sprach wohl 'auch der Grund mit, daß General Stösse!, unter dessen Befehl bei Tientsin deutsche Truppen fechten, damals den Rothen Adlerordcn erster Klasse erhalten hatte. Daß auch der verdienstvolle japanischeGeneral damit ausgezeichnet wurde, beweist, datz Deutschland auch den Schein vermeiden wollte, als ob es duch diese persönliche Handlung des Kaisers irgendwie aus der von ihm beachteten strengsten Neutraliät herausgetreten sei. . Der russische Schachmeister Emanuel Schiffers ist im Alter von 54 Jahren gestorben. Schiffers hat sich groß: Verdiensie um die Hebung des Schachspiels in Rußland erworben, und man darf ruhig behaupten, daß die heutige Generation der russsichen Schachspieler mittelbar oder unmittelbar zu seinen Schülern gehörte. Dei genialste seiner Schüler war Tschigorin. Schiffers entstammte einerSchachfamilie, in der alles, der Vater, db Mutter, die V.ü'der und sogar die kleinen Schwestern, dem edlen Schachspiel huldigte. Der Vater war von Geburt ein Deutscher, der sich in Petersburg niedergelassen hatte. Hier wurde Em, nuel Schiffers am 4. Mai 185 geboren. Er widmete sich, nachdem er ein Petersburger Gymnasium besucht hatte. dem Studium derNaturwissenschzsten und wurde später Hauslehrer und Erzieher. Schiffers gehörte niemal zu den Schachmeistern, für die di? Welt mit dem Schachspiel anfängt und aufhört. Er interessirte sich vielmehi lebhaft für Mathematik. Naturwissenschaften und Philosophie und war auch ein eifriger Politiker. Er beherrschte mehrere Sprachen vollständig und be saß ein achtbares Maltalent. In den letzten Jahren litt Schiffers unter einer starken seelischen Depression, soda. er sich von allen größeren Schachwettkämpfen fernhalten mußte. f Ueber eine wanderttde DtordKeschichtk schreib; man der Rh.-Westf. Ztg.". Usqi etwa acht Wochen lauch.e u Braunjchweiger B.ättern eine grausige Mordgesch'.chte auf. Ein Dienstmädchen, das 300 Mark in der Lotterie g? Wonnen hatte, sollte, als es das Geld nach ihrem Heimathsdorfe' bringen wollte, unterwegs den seinem eigene Dienstherr -rmoidet und beraub? worden sein. Die Mordthat war angeblich in der Nähe von Braunschwei? passirt. Vierzehn Tage später wurd dieselbe Geschichte aus Holzminden be richtet; abermals nach vierzehn Tagen meldeten einige Blätter das gleiche Erigniß aus Brakel. Noch keine Woche war verflossen, da war aus Brakel Lichtenau i. W. geworden, einige Tage sdäter tw Neuenbeken dr Tbatort und da"!! nicht ceiug. ist ''et-t in dn Münsterschen Zeit'mi" dieselbe Mär U der Ortsaniabe Lippstadt zu leen. Merina hit die iWrfnche an diesem Zug? raö em Weei" Znsoe n -!ne V'w Verä-d-runa erlitte", lrM das (5'e'd nist aus einer Ootterie. sondern aus einer Erbschaft stammen hfl. i DerErzbischof von ReimS. ' Kardinal Langemeur. ist gestorben.

Voftcmic --xMrraU Das leichtherzige Künstlervölkchen,

das so wohlgemuth darauflos dichtet und hungert, malt und pi.mpt, kompcmt und friert zu Zigaretten und Caf6 aber immer noch Geld aufzutrelben' we:ß. hat bekanntlich seine eigene Moral. Aber es dürste bisher noch Nicht vorgekommen sein, daß cm Bo tinnen vor Gericht Rucksichtnahme auf diese seine Sondermoral verlangt und behauptet, die Gesetze seien für die t wöhnlichcn Sterblichen gemacht und durften die Boh5:ens keine An Wendung slilden. Zwei Dichtersleuten im Schweizerlande ging es ehr schlecht Der eine wurde krank vor Hunger. Ds ging der andere aus, um Geld aufzutreiben. Er suchte einen seiner Bekannten auf, fand diesen zwar nicht zu Hause, doch sah er bei dem Kapita listen" ein paar Bucher auf dem Tuch liegen. Flugs eignete er sie sich an, schleppte sie zum Antiquar und brachte dem darbenden Freunde Essen und Trinken. Der Kapitalist" verstand keinen Spaß und zeigte die Geschichte an. So kam der Voh6mien und Dichter wegen Diebstahls vor das Zürich:? Gericht. Aber er hielt eine lange, wohlvorbereitete Vertheidigungsrede. Er habe keinen Diebstahl begangen, sonOern nur als Bohmien von seinem Rcht Gebrauch gemacht. Die Boheme sei eine Gesellschaftsklasse für sich und habe ihren eigenen Sitten- und Ehrenkoder. Die Boheme erkenne das Eigcnthum eines Einzelnen nicht an, son; dern alles gehöre allen. Niemand von der Boheme besitze etwas. Niemand habe das Recht, etwas zu besitzen. Wenn er aber zufällig einmal etwas besitzt, so gehöre es allen, resp, demjenigen, der es findet und nimmt. Wo kein Eigenthum sei, da sei auch kein Diebstahl. Und deshalb plädire n sür seine Freisprechung. Das Gericht konnte sich diesen fortgeschrittenen" Anschauungen nicht anschließen. Es war wohl auch der Ansicht, daß dr Bestohlene durch seine Anzeige aus der Gesellschaftsklasse der Bohömiens ausgetreten sei und dadurch zwar nicht mehr die Rechte aber auch nicht mehr die Pflichten eines Boh6miens zu erfüllen habe. Immerhin ging der Richter mit Milde vor und verurtheilte den Dichter zu dem landesüblichen geringsten Strafmaß von 20 Fr. Der Dichter hat dem bösen Staat, der die Bohöme nicht anerkennen wollte, den Rücken gekehrt. Ob er die 20 Fr. bezahlt hat? Fürstliche Duelle. Von Mitgliedern regierender Häuser haben nicht bloß der Prinz Friedrich Karl von Preußen und der junge Herzog Karl Eduard von Sachsen-Koburg und Gotha Mensuren, geschlagen, sondern auch der verstorbene Herzog Eugen von Württemberg, welcher der Göttinger Saxor.ia" angehörte, ist zweimal aus Mensur angetreten. Die Geschichte seiner ersten Mensur hatte sogar ihre komische Seite. Es war nämlich zu Ohren des damaligen Prorektors der Göttinger Universität. Professors Dr. Th'öl, gekommen, daß an demselben Tage, um 11 Uhr Vormittags, auf dem Rhons" bei GLttingen eine Menfür des Herzogs stattfinden sollte. Das glaubte Se.Magnifizenz. den die Kunde davon übrigens erst um 9' Uhr Morgcns geworden war, inhibieren zu müssen. Er ließ deshalb schleunigst die Pedelle zu sich entbieten die Alma mater Georgia Augusta" hatte bis 1870 noch die volle Universität - Gerichtsbarkeit um ihnen seine Weisung betreffs Störung der Mensur zu geben. Als die Pedelle noch beim Prorektor weilten, suhr bei diesem gegen 10 Uhr der Herzog vor. Höchlichst erstaunt fragte der Prorektor: Aber, Königliche Hoheit, Sie hier? Ich hörte " Ich weiß schon." fiel ihm der Herzog in's Wort, Magnifizenz ist auch dieses sonderbare Gerücht zu Ohren' gekommen, daß ich heute eine Mensur haben sollte." Ja, wie habe ich das auch nur glauben können," versetzte der Prorektor und gab schleunigst den Pedellen Gegenorder. Der Herzog unterhielt sich noch ewige Zeit mit der Magnifizenz, verabschiedete sich dann von derselben und bestieg ein inzwischen vorgeführtes Reitpferd. sprengte hinaus nach dem Rhons", schlug dort ungestört seine erste Men sur und brachte seinem Gegner eine Abfuhr" bei. Die letzten Nummern der Nowi Kraij". Die Ausgaben des in Port Arthur erscheinenden Blattes Nowi Kraij" vom 21. Dezember und 1. Januar sind nach Tschisu anlangt. Die Ausaabe vom 1. Januar soll die letzte Nummer sem. doch ist das aus dem gutgedruck ten. aronen zweiseitigen Blatt von die sem Tag nicht zu ersehen. Auch die r.i.1. Csl in . .r jf'.'fi.. ."r . . icgic NUN! IN er ii ganz geiasismanig gehalten und brinat Nachrichten. Anzeigen, Ankündigungen, Meldungen aus der Heimath und dem Ausland deren Datirung bis Ende Oktober zu rückgeht. Es wird unter anderem über die Schlacht bei Jental und die Ver luste Kuropatkin's und Oyamas be richtet. Ferner erscheint ein Tel? gramm aus Berlin, worin die Abfahrt und die Bewegungen des Ostjeegeschwades gemeldet werden, über das die Redaktion sich übrigens kernen Juu sionen hinzugeben scheint. Das Blatt brinat ferner Auszüa aus Schanghaier Zeitungen und hängt daran, sogar humoristische Bemerkun-

Ccnsur.MlhtN. tSle man in Rußland die KrlegSnachrichtnt korrigirt." . Sonderbares von der russischen Eensur, die in den Tagen nach der Kapitulation von Port. Arthur wieder Meisterstücke geleistet hat, erzählt ein englischer Korrespondent in Petersburg: Am Tage nach der Kapitulation war ich im Hauptquartier des Marine- und Generalstabes Augenzeuge der herzzerreißendsten Szenen, die sich vor den herzlosen Beamten abspielten; Hunderten bekümmerter Frauen wurde eigensinnig versichert, daß man nichts von dem Schicksal der Festung wisse. Infolge der Arbeit des Censors machen die Zeitungen einfach einen lächerlichen Eindruck. Täglich hat man versichert, der Fall der Festung wäre unmöglich, die Japaner hätten nicht einmal die Außenforts erreicht, und die Vertheidigung könne noch monatelang aushalten. Dabei bemüht man sich nicht einmal, die groben Verdrehungen der Thatfachen in einwandfreier Form zu geben, so daß sie wenigstens den Anschein der Wahrheit haben. Man hat Pläne der Festung herausgegeben und darauf die Namen der Forts und der Vertheidigungswerke geändert; wenn ein Fort in die Hände der Japaner fiel, mußten die Zeitungen es als eine blos zeitweise, ganz unbedeutende Befestigung hinstellen. Als troh aller Vorsichtsmaßregeln die Nachricht von der Kapitulation Jedermann bekannt war, erklärte das offizielle Militärorgan .Nußki.Jnvalid': ,Die jetzige Lage von Port Arthur erregt in Japan große Nervosität und Unruhe, da der Zall der Festung in naher Zukunft nicht erwartet wird.' Noch charakteristischer ist die BeHandlung, die die Moskauer Zeitung ,Nowosti Dnja' erfuhr, als sie ihren Ärtikel. der den Fall von Port Arthur meldete, spät Abends dem Censor vorlegte. Ter Artikel wurde so geändert, daß die Worte .Kapitulation' oder .Der Fall von Port Arthur' durch das Wort ,Frost' ersetzt wurden, und so erschien denn am nächsten Tage folgender Unsinn in der Zeitung: ,Das gewältige Ereigniß des Tages, das Millionen Menschen in die tiefste Trauer stürzen wird, ist der Frost. Ganz Rußland wird Trauer anlegen, nicht' die offizielle Trauer, die wir hassen, sondern die Trauer des beleidigten Nationalstolzes, wegen des schrecklichen Frostes. Japan wird sich über den Frost freuen, und es hat recht, stolz auf seinen'Erfolg zu fein.' " ' Analphabeten in Vreußen. Die Zahl der Soldatenmannschaften ohne Schulbildung ' betrug nach einer neuen Zusammenstellung des Unterrichtsministeriums im Ersatzjahre 1903 in der ganzen preußischen Monarchie 85. Davon wurden 3 bei der Marine, die übrigen beim Landheer eingestellt. Von sämmtlichen Provinzen hatte die meisten Analphabeten Westpreußen mit 23. An zweiter Stelle stand Ostpreußen mit 20, dem Schlesien mit 14 folgte. Alle übrigen Provinzen hatten höchstens 6, wie ganz Brandenburg mit Berlin. Je 4 Analphabeten hatten Posen, Westfalen, Hessen-Nassau und die Rheinprovinz. Hannover zählte - 3, Sachsen 2, Schleswig-Holstein und Pommern je 1 Analphabeten. Der Durchschnitt betrug in der ganzen Mo narchie vom Tausend. Von den einzelnen Regierungsbezirken hatte die meisten Analphabeten -Marienwerder, nämlich 18. Es folgten Oppeln mit 12, Königsberg mit 11, Gumbinnen mit 9, Danzig mit 5, Posen und Frankfurt a. O. mit je 4, Hannover, Arnsberg und Wiesbaden mit je 3,' Liegnitz, Erfurt, Aurich und Düsseldorf mit je 2 Analphabeten. Je einen Analphabeten hatten die Bezirke Stettin, Minden, Kassel, - Koblenz. Der ganze Regierungsbezirk Potsdam mit Berlin zusammen hatte einen Analphabeten. Regierungsbezirke ohne Analphabeten gab es 13. Es waren dies Köslin, Stralsund, Vromberg. Areslau, Magdeburg, Merseburg, Hildesheim, Lüneburg, Sjade, Osnabrück, Münster, Trier, Aachen, sowie Hohenzollern. Hund alö Lebensretter. , Auf der Rückkehr von Deutschland näch Mailand passirten ein Italiener und seine Frau den Großen St. Bern hard im Schweizer Kanton Wallis. Beide hatten die Paßhöhe noch lange nicht erreicht, als die Frau im Schnee zusammenbrach und nicht mehr weiter tonnte. Der Mann versuchte durch lautl.s Schreien Hilfe herbeizuholen. Sein Rufen wurde im St. Bernhard-Hospiz von dem wachsamen Hund Fritz" vernommen. Rasch war der Hund zur Stelle, und sobald er die Lage richtig erkannt hatte, kehrte er mit mächtigen Sätzen in's Hospiz zurück, rief durch lautes Bellen die Mönche heraus und führte sie zur Stelle. Der Italiener gelangte mit einiger Beihilfe auf eigenen Füßen bis zum Hospiz. Die Frau mußte dagegen auf einer Bahre von den Mönchen dorthin getragen werden; ihr waren bereits Hände und Füße erfroren. Es war die erste Rettungsthat, die der Bernhardiner Fritz" in diesem Winter vollbrachte. Im vorigen Jahre hatte er auf ähnliche Weise mehreren Menschen das Leben gerettet. Die Schwedische Akadem i e hat ihre große goldene Medaille diesmal der Schriftstellerin Selma Lagerlöf verliehen. Das ist das erste Mal, daß diese Auszeichnung einer Dame zuerkannt wurde.