Indiana Tribüne, Volume 28, Number 145, Indianapolis, Marion County, 10 February 1905 — Page 3

Jndianü Tribüne, 10. Zebruar 1903.

Q

Uneinigkeit

Der Strcikcr im westdeutschen Koylen-Rcvicr.

Neue Streiks in St. Petersburg. uud Staat in Frankreich vorgelegt. gen im Senat erörtert. Deutschland. Uneinigkeit der Streiker. Essen. 9. Feb. Massenversammlungen von Bergleuten, die hier und in der Nachbarschaft stattfanden, beschlos sen mit großen Majoritäten die An Weisung des Streik-EomiteS nicht zu beachten und den Streik fortzusetzen. Die Versammlungen waren sehr flürmisch. Das Sieben Comite wurde beschuldigt, e3 habe sich von den Gru befitzern bestechen lassen. Aehnliche Versammlungen fanden zu Gelsenlirchen, Herne und Mühlheim statt. Eine Versammlung von 8000 Ar. beitern zu Bochum, in der der Reichstagsabgeordnete Sachse sprach, beschloß einstimmig, morgen die Arbeit aufzunehmen. Beschluß des Siebener. Comites. Essen, 9. Febr. Eine Convention der Delegaten des gesammten rhei nisch-westphälischen KohlengebieteS be schloß, die Arbeiter zu instruiren, mor. gen um Mittag zur Arbeit zurückzkehren. Die vorherrschende Ansicht der Füh rer scheint zu sein, daß die Arbeiter durch die Art, wie sie die Streik-Cam-pagne führten, die Sympathie des BolkeS und die Unterstützung der Regierung gewannen. Die Streiker könnten sich darauf verlassen, daß die Regie rung auf gesetzlichem Wege verschiedene Beschwerden so daZ Nichtbezahlen für Kohlen, wenn sie Steine enthalten abstellen und die Verkürzung der ArbeitZzeit einführen werde; dann aber könnten die Bergleute ja wieder streiken, wenn ihnen das Gesetz nicht genüge. Höchste Erregung im Ruhr-Revier. Köln, 9. Feb. Die Erregung unter den Streikern im RuhrKohlen gebiet ist gegenwärtig größer als zuvor. Allgemein herrscht Unzufriedenheit unter den Arbeitem über die Maßnahmen der Siebener-Kommission, welche den Reichskanzler telegraphisch davon in Kenntniß setzte, daß sie angesichts der angekündigten Novelle zum Berggesetz die ursprünglichen vierzehn Jorderungen der Arbeiter auf vier reduzire, worauf dann Graf Bülow entgegnete, es sei dringend geboten, daß die Arbeit sogleich wieder aufgenommen würde. Gegen die eigenmächtig? Herabsetzung der Forderungen seitens der Siebener Ksmmission findet im Strikegebiet eine große Protest'Versammlung statt. Unter den zahlreichen Kundgebungen zu Gunsten der Ausständigen ist na mentlich ein Aufruf des Kurators und mehrerer Professoren der Bonner Uni versitüt erwähnenSw'erth, in welchem die ablehnende Haltung der Zechendesitzer getadelt wird, sowie eine Refolution der Berliner Gesellschast für Sozialreform, die in Anwesenheit zahlreicher Parlamentarier gefaßt wnrde. Einwanderung nach dem Süden. Bremen, 9. Febr. Der Nordd. Lloyd kündigt an, daß er eine DampserLinie für Auswanderer zwischen Bremen und Galvefton einrichten und die Passage von $42.5 auf $37.50 herabfetzen werde. . Dies ist in Uebereinstimmung mit einer jüngsten Rede des Einwände-rungS-CommigärS Sargent, in der er sagte, er wünsche, daß ein Theil der Einwanderung statt nach New Jork und Chicago nach südlichen Häfen gehe. ReichSiag. Berlin, 9. Febr. Der Reichs tag begann heute die Debatte der HandelSvertrüge. Der Agrarier Graf Kanitz ersuchte um Auskunft über die Verträge mit den Ver. Staaten, England und Frankreich und bestritt, daß Verträge von langer Zeitdauer nothwendig feien. Die Ver. Staaten hütten auch ohne solche große Fortschritte gemacht. Graf PosadowZky'Wehner wird msrgen erwidern.

Neues Gesetz über Treuuung von Kirche Italien's auswärtige Beziehun- ' Blockade von Wladiwostock.

Prinz Eitel Fritz. Berlin, 9. Feb, In Begleitung deS KaiserpaareS auf der Mittelmeerreise wird sich auch Prinz Eitel Friedrich Gesinden, der sich von der schweren Lungenentzündung jetzt fo rasch erholt, daß die behandelnden Aerzte von.,, der Ausgabe weiterer Bulletin Abstand nahmen. Die Krankheit war ernster, als die Blätter berichteten und auch die Aerzte in den Bulletins zugaben.. Für den Prinzen ist übrigens ein längerer Aufenthalt in Italien be absichtigt, damit er dort völlige Genefung sindet. Technische Hochschule in Hannover geschlossen. Hannover, 9. Febr. Hier ist nunmehr die Technische Hochschule auf unbestimmte Zeit geschlossen worden, eine Folge deS seit einiger Zeit Herrschenken Kampfes um die akademische Freiheit. Nachdem Rektor und Senat den Studenten verboten hatten, mit anderen Hochschulen in Verkehr zu treten, um gemeinsame studentische Interessen zu fördern, hat. die Studentenschaft gegen diesen Eingriff in ihre altüberlieferten Rechte rebellirt, uud jetzt ist der völlige Bruch da. Der Rektor der Hochschule hat eine Disziplinar-Untersuchung gegen 928 Studenten eingeleitet, und zwar wegen angeblicher Beleidigung, der akademischen Behörden. . Adolph v. Menzel. f Berlin, 9. Feb. Adolph von Menzel, der berühmte Maler, ist hier in seinem 90. Lebensjahre gestorben. Der Tod wurde durch eine" starke Erkätlnng mit allgemeiner Schwäche herbeigeführt. (Menzel war am 8. Dezember 1815 zu BreSlau geboren. Im Jahre 1830 fiedelte er nach Berlin über, wo er sich, größtentheilS auf eigene Hand, weiter ausbildete. Zuerst bekannt wurde er durch einen CycluS lithographischer Federzeichnungen Künstlers Erdenwallen". Für seine späteren Oelbilder blieb Friedrich der Große und seine Zeit der Hauptstoff.) Auf Befehl deS Kaisers wird die Leiche Menzel'S in der Rotunda des alten Kunstmuseums beigesetzt werden. Arthur Nik isch als Thea-ter-Direktor. Leipzig, 9. Feb. Arthur Nikifch, der bekannte Musikdirigent und Komponist, wird wahrscheinlich Mitdirektor deS hiesigen Stadttheaters werden, dessen Direktor. Geheimralh Max Stügemann, am 31. Januar starb. Auf die Anfrage, ob das cirkulirende Gerücht auf Wahrhezt beruhe, sagte Nikisch, daß die Verhandlungen noch nicht perfekt seien, doch würden sie sehr wahrscheinlich zu einem befriedigenden Abschluß gelangen. Von anderer Seite verlautet, daß der Kontrakt bereits abgeschlossen sei mit der Klausel, daß Nikisch die Gewand. Hauskonzerte in Leipzig und die Philharmonischen Konzerte in Berlin weiter dirigiren darf. Kann'S nicht lassen. Berlin. 9. Febr. Der LokalAnzeiger" meldet, die Entsendung des Anwalts Dr. Körner zur Gräsin Montignoso sei die Folge einer neuen Liebschast der ehemaligen sächsischen KrönPrinzessin, hinter die ihr früherer Gatte, der jetzige König, gekommen sei. Gegen die neuen Han d e l S - V e r t r ü g e. Berlin, 9. Febr. Vor Thoreöschluß hat jetzt, noch der HandelSver-tragS-Vcrein eine scharfe Resolution gegen die neuen Handelsverträge angenommen. Er hebt in dem Beschlusse hervor, daß die wichtigsten Industriezweige durch die Handelsverträge schwer geschädigt würden. Die Industrie sebe sich immer mehr gezwungen, im AuSlande Filialen zu errichten und dort ihre Produktion zu entwickeln. Dadurch würde dem Vaterlande unberechenbarer Schaden zugefügt. Älut fließt in Polen. Berlin, 9. Feb. Preßdepeschen

von SoZnovice melden einen blutigen Konflikt zwischen Truppen und Streikern. Die Anzahl der Todten wird auf 1550 anqegeben. Bei der Niska -Grube hinter Modrizeff, sollen gar 150 Menschen getödtet worden sein. Nach Berlin eingeladen. Washington, 9. Feb. Der deutsche Kaiser hat durch den Botschaster die Vertreter aller protestantischen Kirchen in diesem Lande eingeladen, der Einweihung der neuen Kathedrale in Berlin beizuwohnen. Japan. Blockade von Wladi. w o st o ck. Tokio, 9. Feb. Der Zugang zu Wladiwostock ist nun auf die Tfei-schimi-und die Tseigaru.Straße beschränkt. Die Soya . Straße ist stark mit Eis angefüllt. Berichte die von Hokkaido und Küstenfahrzeugen einliefen, sagen, daß die Soya - Straße zwar nicht zugefroren aber mit Eisfeldem und -Bergen so vollgepfropft ist, daß die Durchfahrt unmöglich ist. Offiziell wird angekündigt, daß die Leuchtthürme in der Nähe der Tsa. gura Straße nur bei speziellen Gelegenheiten ihre Feuer brennen uno werden Küstenfahrzeuge und neutrale Schiffe ermahnt, zur größten Vorsicht beim Passiren derselben. Japanische Kriegsschiffe Patrouilliren in den Zugängen zu Wladiwostock. die Blockade wird als wirksam angesehen. Türkei. Kompromiß. Konstant inoyel, 9. Feb. Die türkisch-französischen Differenzen werden, wie man erfährt, durch ein Kompromiß beigelegt werden. Die deutschen Finanzleute werden die Schulden bei Krupp und einen Theil der neuen Batterien bezahlen. Der Theil der Anleihe, welchen die Ottomanische Bank aufbringt, wird dazu verwandt werden, Geschütze in Frankreich zu kaufen. Nutzland. Streik. Lodz, 9. Feb. In der CoatSZwirnfabrik und in anderen Werken wurde den Streikern heute ein Vorschuß für 3 Tage ausbezahlt, ihnen aber gleichzeitig klar gemacht, daß sie gesetzlich nichts zu verlangen hätten. Die Leiter von Heintzel'S Fabrik weigerten sich, irgend etwas auszuzahlen und die Arbeiter drohten, die Fabrik in Trümmer zu legen. DaS Militär machte sich schußfertig und eine Katastrophe schien j bevorzustehen. Schließlich erklärten die Arbeitgeber sich bereit, Vorschuß zu geben, unter der Bedingung, daß die Leute am Montag auf ihre Plätze zurückkehrten. Die Fabrikbesitzer hielten den ganzen Tag Konferenzen. Zu Pobianice wurden 1 Streiker er schössen und 2 verwundet. St. Petersburg. 9. Febr. In 2 weiteren Fabriken sind 300 Arbeiter wieder an den Ausstand gegan gen. . In den Putiloff.Werken arbeitet ein Drittel der Leute. Die Ausständigen verhalten sich ruhig. G o r k i. St. Petersburg. 9. Feb. Ein Vertreter der Äff. Presse hatte gestern Nachmittag Gelegenheit Maxim Gorki zu sehen und kann seinen Freunden mittheilen, daß er sich wohl befindet und guten Muthes ist Der Prokurator des Appellgerichtes, der die Untersuchung gegen Gorki wegen HochverratheS leitet, gestattete dem Korrespondeuten nicht mit dem Gefangenen zu sprechen, da dieS 'gegen die Gesetze sei. Um Mittag brachte ein geschlossener Wagen Gorki, der in Pelze gehüllt war, in scharfem Trab nach einem einsamen Gebäude hinter dem TelluridePalaste, wo er jedel Tag mit Kedrine und 3 anderen Professoren verhört wird. Der Korrespondent sah später den Kommandanten ber Festung, der ihm erklärte, daß die Gefangenen gesunde Zellen bewohnten und auskömmlich genährt würden. Den Gefangenen wird auch. Bewegung in der frischen Lust gestattet. Stillschweigen wird über die genaue Natur der Anklage bewahrt, doch glaubt man, daß sie Gorki beschuldigt, den Versuch gemacht zu haben, Soldaten und Arbeiter zu einer Revolte aufzureizen. Sicher scheint, daß nicht die Todesstrafe auf seinem Vergehen steht. Frankreich. KircheundStaat. Paris, 9. Feb. . Das RouvierMinisterium legte heute ein neues Ge-

seß über Tennung von Staat und Kirche vor. . Die Maßregel macht die Trennung vollständig und endglltig, läßt aber einige Einzelheiten des CombeSVor schlageS aus, die Angoß erregten. Sie schafft alle StaatZunteistützung religiöser Sekten oder Funktionäre ab. Kirchengemeinden können . bürgerliche Korporationen werden und sind denselben Gesetzen unterworfen wie andere Korporationen. Belgien. Japan schickt Kreuzer nachEuropa. Antwerpen, 9. Feb. Dem Vernehmen nach ist die japanische Regierung entschlossen, einize schnelle Kreuzer nach europäischen Gewässern zu entsenden, um die der Beförderung submariner Torpedoboote und sonstiger Kriegskontradande verdächtigten briti. schen Fahrzeuge scharf zu beobachten. Die Unterseeboote wurden auf englischen Dampfern aus den Ver. Staaten nach hiesigen Häfen gebracht und sollen trotz der Proteste Japan's nach Seba stopo! oder gar nach Wladivostock.weiter befördert werden. Kohlengräberftreik. C h a l e r o i , 9. Feb. Das National'Comite des Verbandes der Berg leute hat beschlossen, ein Manifest zu erlassen, daß in diesem Distrikte. 80,000 Bergleute am Ausstand? seien und den Minister für öffentliche Arbeiten um Intervention ersuchen. Grobbritannien. Abnahme der Geburten. London, 7. Febr. Die GeburtSrate in England und Wales im Jahre 1904 war 27.9 auf das Tausend der Bevölkerung. Seit Jahren nimmt die GedurtSrate stetig ab. Canada. Katholischer Priester h e i r a t h e t. H a m i l t o n , Ont., 9. Febr. Großes Aussehen .in katholischen Krelsen erregt die Heirath deS Vater Alex. O'Hanley von der St. Mary'S Käthedrale zu Beantford, Ont., mit Frl. May Finch-NoheS. Noch mehr ist man erstaunt, daß O'Hanley nach seiner Verheirathung, die geheim gehalten wurde, auf seinen Posten zurückkehrte und priesterliche Funktionen vollzog. DaS junge Paar ist jetzt nach New York abgereift und die Eltern der Frau haben die Verheirathung ihrer Tochter bekannt gemacht. OesterreiH'Ungarn. K o s s u t h verlangt. Wien, 9. Feb. Graf Andraffy ist eS nicht gelungen ein ungarisches Ministerium zu bilden. Der Kaiser drückte Andrassy in einer Audienz den Wunsch aus, Franz Kossuth x sehen. AIS Letzter von dem Wunsche ünterrichtet wurde, meinte er, eine Unterredung werde die besten Folgen haben. Italien. Verhältniß zu Oefterreich. Rom, 9. Feb. In Beantwortung einer Interpellation im Senate erklärte der Minister des Aeußeren Tittoni, die österreichischen Rüstungen seien nicht gegen Italien gerichtet, fondern nur für etwaige Fülle in der Zukunft berechnet. Bezüglich Albanien'S bestehe zwischen beiden Ländern ein Einvernehmen zur Aufrechterhaltung der bestehenden Verhältnisse. Die Lage in Mazedonien sei nicht so befriedigend wie im Jahre 1904, doch sei zu hoffen, daß Verwicklungen - durch den guten Willen Oesterreich'S und Rußland's vermieden werden, die mit Ausführung von Reformen mit Hilfe der anderen Mächte betraut seien. Zum Schlüsse bedauerte Tlttoni die anti.öfterreichischen Kundgebungen, die der Regierung Schwierigkeiten bereiteten und das Ansehen Italien'S im Auslande schädigten. Ackerbau-Departement. Rom, 9. Februar. König Victor Emanuel hat sich auf Anregung David Lubin's von California entschlossen, für Italien ein Ackerbau-Departement zu schaffen. AbgestürzteAu'tomobildampfspritze. Neulich fuhr in München eine städtische Automobildampfspriße zu einer Uebung den Harlachinger Berg hinauf. Fast oben -an-gekommen versagte sie auf dem Glatteis. Brandmeister Pfundel ließ -die Mannschaft abspringen, um Sand zu streuen. Die Maschine ging aber rückwärts und stürzte eine zroei Me!er hohe "Zö.'chung hinab. Pfnndcl blieb nns e:schn?ettertemSch'ädel todt am Platz:.

3n Japans Norden.

Tie Stadt. Sendai, deren Geschichte und Sehkuswurdigkeitm. Aus alten Ztiten-Kircheu un) Kapelle. Häuser der Reichen Ter SuihoTemftel. Jndustrie'Erzeusnisse -Herrliche Fernpcht. Matsuschima. Die größte Stadt im Norden der japanischen Halbinsel Hondo, 85,000 Seelen zählend, Sitz eines RegierungsPräsidenten, ist Sendai, auf halbem Wege zwischen Tokio und Aomori und zwar nahe der östlichen Meeresküste gelegen. Früher Hauptstadt der Provinz Rikusen, nahm sie als Residenz der mächtigsten Daimyos des Nordens einen hervorragenden Nang ein. Dort herrschten die Dates, die Freunde der letzten Schogunfamilie Tokugawa. Dort ward einigeZeit nach Ankunft des Jesuiten Franz Xavier ein katholisches Missionsfeld eröffnet, und im Jahre 1614 rüstete Date Masamune eine Gesandtschaft an den Papst aus, deren Führer Hasekura Nokuemon war, und die erst 1620 in Sendai wieder eintraf. Der heilige Vater hatte sie sehr freundlich aufgenommen und mit reichen Geschenken entlassen. Die offizielle Lesart dieser Episode der japanischen Geschichte lautet zwar, die Gesandtschaft sei im Auftrag des Schoguns von Iedo (Tokio) gereist und habe den politischen Zweck verfolgt, die Stärke und die Hilfsquellen Europas zu erforschen. Thatsache ist, daß diese Sendung vom Daimyo Date ausging und rein religiöse Beweggründe, wenn auch schwacher und vorübergehender Natur hatte. Heute ist Sendai die christlichste Stadt Japans. Fast an jeder Straße steht eine Kirche oder Kapelle. Zahllose Sekten sind dort vertreten. Die Stadt, welche sich am linken Flußufer ausdehnt, ist recht weitläufig gebaut, nach Art des westfälischen Hofsystems. Die ganze Stadtfläche ist ein grünes Meer, aus dem hier und da die Dächerd er Häuser hervorlugen. Das Bild fällt um' so angenehmer auf, als die mittel- und südjapanischen Städte bedeutend enger gebaut sind. Hier legen sich die Häuserquadrate fast wie die Hölzer eines Baukastens nahe aneinander, und nur die von den Reichen bewohnten Vorstädte haben prächtigen Gartenschmuck. Der Grund, , weshalb Sendai so weitläufig gebaut ist, liegt darin, daß die dortige Gegend und was nördlich darüber hinausliegt, von den Japanern erst spät kolonisirt und bis heute noch dünn bevölkert ist. Die Japaner wohnen im ganzen Lande fast nur in den Ebenen, der Bauer baut überall fast nur Reis und Gemüse, die Hügel, soweit die Bewohner sie abgeholzt haben, liegen fast alle brach. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt bilden der öffentliche Park und mehrere Tempel, von denen der auf einem Hügel gelegene Suiho-Tempel der berühmteste ist. Hinter dem ersten Tempelthor ist eine mächtige Steintasel mit den Namen von über 100 Bürgern der Stadt errichtet, die 1877 im Kampf gegen die Satsuma-Rebellen gefallen sind. An erwähnenswerthen Kunstgegenständen findet man unter anderen eine Vronze-Zisterne und verschiedene geschnitzte mythologische Ungeheuer. Auf diesem Tempelgrundstück ruht die Asche Date Masamunes, überragt von seiner Statue; auch stehen hier die steinernen Monumente von 20 Lehnsmannen, die ihren Herrn nicht überleben wollten, fondern ihm zu Ehren Hand an sich legten. In nächster Nähe sodann erhebt sioh das Denkmal der etwa 1000 Sendaioten, die im Bürgerkrieg von 1863 fielen. Unter den Jndusirieerzeugnissen sind besonders zwei bekannt: Schnitzereien aus versteinertem Holz, das sich nahe bei der Stadt in ernem Hügel findet, und ein Kleiderstoff aus Seide und Papier, Schifu-ori genannt, der im Sommer sehr beliebt ffr. 'Die fossilen schwarzen Teller, welche in Nikko verkauft werden, stammen gleichfalls aus Sendai. Auf dem Atago, einem Bergrücken in der Nähe der Stadt, genießt man eine herrliche Aussicht nicht nur über diese, sondern weithin bis auf das Meer und seine Inseln. Und hier liegt der Hauptreiz der dortigen Gegend, so daß sich die Reisenden nach kurzem Aufenthalt in Sendai in der Regel nach dem nahen Matsuschima begeben. Der Ort Matsuschima liegt wie Sendai auf.der großen Hauptinsel Hondo, hat aber seinen Namen Kieferninsel von der Aussicht auf die vielen kiefernbestandenen Inseln erhalten, mit denen die dortige Bucht besät ist. Der Menschenschlag in dieser Gegend ist größer und kräftiger als im Süden; der klimatische Unterschied hat wohlthuend gewirkt. Aber politisch hat der Norden nie eine Rolle gespielt. Dem Alkoholmißbra-uch ist im Kreise Meppen, Hannover, in der Person des dortigen Landraths ein grimmiger Feind entstanden Um das Ungeheuer wirksam bekämpfen zu lönnen, hat er an die ihm unterstellten Gemeindevorsteer das Ersuchen gerichtet, dahin zu wirken, daß die Hochzeiten nicht länger als einen Tag währen und während der Festlichkeit nur Bier und Wein getrunken wird, Kinder aber überhaupt keine berauschende Getränke erhalten. , . Neue Hochöfen werden auf der Insel Elba im Mittellandischen Meere, die durch ihre Eisenerze berühmt geworden ist, errichtet.

Hritrrcs aus (Stricht.

Die Frankfurier Zeitung- erzählt: Das königliche Amtsgericht in H. frag!e bei dem Tcrfbürgermciser in Z. an. ob der Zimmermann Aloys Schmidt iden tisch sei mit dem Landmanne Aloys Schmidt. Es traf darauf die Antwort ein: Identisch ist er nicht, aber verheirathet und hat drei Kinder." Der Amtsrichter bei demselben Amtsgericht erhielt von einer Wittwe in N., deren Mann gestorben war, einen Brief, der folgendermaßen anfing: geehrter Herr Obervormund! Da mein Mann gestorben und Sie nun der Vater meiner vier unmündigen Kinder sind" u. s. w. Bei dem zur Zeit in Nassau stattfindenden Grundbuch-Anlegungs-verfahren ist-es üblich, die Vorladungen der Ortseingesessenen zu den in den Dörfern stattfindenden Terminen dem Bürgermeister zugehen zu lassen mit der Bitte, falls der eine oder der andere verstorben sein sollte, die Vorladung einem der Erben auszuhändigen oder letztere mündlich zu dem Termin zu bestellen. Aus einem Dorf, dessen Bürgermeister erkrankt war, gingen die nicht bestellbaren Vorladungen mii fnTnnSm 9Qrtsft O vVV SVVyfr V l fc yi"V v benden habe ich zugestellt, den Todten zuzustellen, würde zu weit führen, da ich nur Stellvertreter bin." Der Tenipel von Yps a m b u l in Nubien ist aus dem natürlichen Felsen gemeiselt, und sein Eingang wird von vier Statuen bewacht, die fast 65i Fuß hoch und an den Schultern 24 Fuß 7 Zoll breit sind. Aerzte. 0r. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. Vehcmdelt alle akute und chronische Krank heiten. Geburtöhülfe Spezialität. Ossiee: 14 West Ohio Ctx. 9flUtShrabctt : Wohnung: roo Vadff v. 1011 Sana. Sprechstunde : 78 Abend f 4 T.nSjTXU Sonntagl : fr- Nachm. otag : Wohnung Telephone : 9M-UM v. Ut 8046 Z Neu. S relchhon. Steu . Sr. 3. A. Sutcliffo, Wund -Arzt, Zeschkchts-, Urin unectnm Arankheiten. ökfftt 155 Oft müü Str. Tel. 941 OsftttSt5k : 9 Ml :s Ubr m. : , III 4VH?. Wie Vevfeet Gas Nange wird zum Koftenpreife verkauft, abgeliefert und aufgestellt ohne Unkosten. Der sparsamste Ofen für KunfigaS. Sprechen Sie bor und sehen Sie dieselben im Gebrauch. TUE iriDIAHAPOUS 6AS CO., 49 S. Pennsylvania Str. vichmann (Jrabhorn, .Fadrlkante von fnaut $(Mt Q&fien. Slaö Ladentische und Cigarren-Tische 622 Oft Washington Straße. Ite?VboelMawI 1S5. 30i West Washington Str Verrüufkk deS derühmtm Qiiiiiin :: Whisky HaS oefte Wittel ge Malaria und (Zrrültuns. Saloon und Restaurant. jCT" Neues Telephon 4048. Cffm tt B6t.

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