Indiana Tribüne, Volume 28, Number 144, Indianapolis, Marion County, 9 February 1905 — Page 7
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CT t m Vl l'l l p UJlUt lllll Chiircn lioman von pnul d'AZrzremsnt j rt irä 54 (Foitsedung.) Hastige Schritte näherten sich. Sie wußte sofort, daß es Gratien war und erhoü die Augen von ihrem Buche. Ihr Gesicht nahm in diesem Augenblick ganz jenen Ausdruck an, der sie Violette, der jetzigen Marquise v. Plessis, so ähnlich machte und der einst den Grafen Gra tien vollständig bezaubert hatte. Jetzt freilich war es wohl mehr der Reiz ihrer Rente von dreimalhunderttausend Franken, der den flatternden Lebe? mann so beständig in seinen Gefühlen für sie machte. Grauens Züge trugen einen fast derstörten Ausdruck, als er eintrat, und seine Braut gewahrte auf den ersten Blick, daß ihm etwas besonders Unangenehmes und Aufregendes widerfahren sein müsse. Was ist geschehen?" fragte sie hastig. Er ließ sich auf einen Stuhl fallen und trocknete seine Stirn mit dem Taschentuch. Weiter nichts," entgegnete er dann mit einem Ausdruck ingrimmiger Wuth, als daß ich nun endlich zu der festen Ueberzeugung gelangt bin, von dem alten Schurken Lemarchand blos zum Besten gehalten zu werden." Und worauf stützt sich diese Ueberzeugung?" Er hat mir vorhin klipp und klar eröffnet, dan von einer Gratifikation für mich in diesem Jahre keine Rede sein könne, da in meinem Ressort sick nicht. nur kein GeMftsgewinn ergeben habe, sondern sogar ein beträchtlicher Verlust zu verzeichnen sei. Die Thatfache ist Za nicht zu leugnen." setzte er mit höhnischem Auflachen hinzu. .allein waö kann ich dafür, wenn die ttohmaterialien, nachdem ich große Ankäufe abgeschlossen hatte, plötzlich auf dem Weltmärkte einen enormen Preisstürz erleiden? Bin ich denn allwissend?" Und was thaten Sie darauf?" Ich wäre dem alten Heuchler natürlich am liebsten an die Kehle gefahren. Was geschehen wäre, wenn ich mich auf Auseinandersetzungen mit ihm eingelassen hätte, weiß ich nicht. Allein da ich wohl fühlte, daß ich mich nicht mehr in der Gewalt hatte, so drehte ich mich einfach um. ging und ließ ihn stehen. Ich empfand das Bedürfniß," setzte er in plötzlich verändertem, einschmeicheln dem Tone hinzu, mich zuvor mit meiner besten Freundin, die zugleich eine so kluge Dame ist, zu berathen. Daran haben Sie wohl gethan," antwortete Sie billigend, denn ich bin Ihre ausrichtige Freundin. Lassen Sie uns zunächst einmal die Sachlage klarstellen. Das ist sehr einfach: Lemarchand haßt mich ebenso blmd, wie er meinen Vetter Andre, diesen jungen Lassen, liebt. Was dieser thut, ist immer gut und bewunderungswürdig, während ich Fleiß, Intelligenz und Willenskraft aufwenden mag. so viel ich will: ich werde nie bei ihm Anerkennung finden. Er wird auch niemals die mir früher gemachten Versprechungen halten, das ist mir vollends klar geworden, auch denkt er gar nicht daran, sich von den Geschäften zurückzuziehen und mich zu Andres Theilhaber zu machen. Das waren bloße Ausflüchte und Vorspiegelungen, um mich hinzuhalten. Und was gedenken Sie nun zu thun?Ihm und der Fabrik den Rücken zu kehren, in der ich doch niemals der Herr und Meister sein werde. Dies Ziel mei nes Ehrgeizes muß ich allerdings sah ren lassen, andererseits brauche ich aber auch dann keinerlei Rücksichten mehr zu nehmen, sondern kann thun, was mir recht und gut dünkt. Jetzt hege ich nur noch den einen Wunsch, fortan mit e:ner liebenswürdigen und schonen Le bensgefährtin ein ruhiges Dasein zu führen, mit einer Frau, die mich kennt und liebt. Was soll das heißen, ratien? Wenn Sie mich wollen, wie ich bin kein reicher Mann, aber einer, der Ihnen, theure Vertha, treu ergeben ist und zärtlich für Sie fühlt dann wollen wir uns verheirathen, sobald Sie es wünschen! Sie schaute ihn forschend an. In ihrem Inneren erhoben sick' widerstrei- ' tende Gefühle. Seit Jahren erstrebte sie a diese Stellung und diesen Tüel, und nun sollte ihr durch jene Wendung endlich zufallen, was sie oft genug unerreichbar gewähnt. Auf der anderen Seite konnte sie aber ein gewisses Miß trauen gegen'den Grafen nicht loslver den. Verhielt sich auch alles so, wie er gesagt hatte? War es wirklich nur die endlich erlangte Ueberzeugung, daß Lemarchand seine Versprechungen doch nicht erfüllen werde, die ihn nun auf einmal den früheren Träumen von schier unermeßlichem Reichthum entsagen ließ, oder hatte sich Gratien vielleicht in irgend eine dunkle Sache ehv gelassen, von der sie ihn nun mit ihrem Gelde losmachen sollte? Diese Zweifel waren zu beleidigend, als daß sie diefelben ihm gegenüber hätte laut werden lassen dürfen. Nach einer Weile ernsten Sinnens sagte sie: Wenn Sie aufrichtig sprechen, Gratien, und ich alaube. dak Sie.
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das thun, dann kommt Ihr Vorschlag
allerdings meinem innigsten Herzens wunsch entgegen. Ja, bald unseren Bund zu schließen, miteinander nach so vielen Schmerzen und Kämpfen ruhig und geachtet zu leben dies Ziel hat mir, wie Sie wissen, immer als das begehrenswertheste vorgeschwebt. Um es aber nicht nur zu erreichen, sondern auch zu behaupt:, ist eine gewisse Klugheit des Handelns vonnöthen." Er zog sie stürmisch an sich und küßte sie. Was willst Du damit sagen, mein Herz?" fragte er dann. Hier m Paris hat man meine frühere Existenz längst vergessen. Jd icuc jo zurua gezogen, zeige micy nie in der Öffentlichkeit und vermeide alles. was Erinnerungen an die ehemalige Schauspielerin wachrufen könnte. Dies darf auch nicht geschehen, wenn wir heirathen. Wenn wir die Feier aber auch noch so einfach halten, so wird sich das unter den jetzigen Verhältnissen doch kaum vermeiden lassen. Das wäre mir aber wegen Deiner Famme pemlich. die nicht verächtlich auf die ehemalige Schauspielerin herabsehen soll, wie das namentlich die Damen der Aristokratie so gern thun. Ich werde daher dies Haus verkaufen, das Dienstpersonal entlassen und dann auf einige Zeit aus Paris verschwinden, um als Baronin Ferdenbach, als eine authentische Adelige mit Papieren und Stammbaum, wieder zu erscheinen." Gratien lachte belustigt. Wie willst Du denn, dies Kunststück fertig bringen?" fragte er. Verlaß Dich ganz auf mich. Es gibt in Wien eine Agentur, die für solche Sachen unvergleichlich ist. Ich kenne eine sehr hübsche Dame, gar keine .Geborene,' um die sich em Prinz bewarb. Die Hoheit selbst kannte ihre Herkunft und war mit allem einverstanden: um so größere Schwierigkeiten würde aber jedenfalls die Familie gemacht haben. Nun, jene Agentur brachte es fertig, die Tochter eines klei nen Eisenbahnbeamten rn den Sproß einer altadeliqen Familie, laut Ausweis unverdächtiger Dokumente, umzuwandeln, und die Heirath fand statt Und die runden Schultern zuckend, setzte sie hinzu: Mit Geld läßt sich eben alles machen. Gut. Alles was Du thun willst. billige ich im Voraus. Und wann soll unsere Hochzeit sem? Vielleicht gegen Mitte des nächsten Winters.-wenn man sich hier erst emiermaßen an die neue Erscheinung der Baronin Ferdenbach gewöhnt hat. Dieselbe Agentur wird es mir ermöglichen. in einige durchaus einwandfreie Kreise der Wiener Gesellschaft Zutritt zu siw den, und ich werde dafür sorgen, daß die zukunftige Grafm Dir m jeder Beziehung Ehre macht." Er küßte. ihr galant die Hand, mdem er fragte: Und bis dahm? Ich werde von hier zunächst nach Wien reisen, um dort persönlich alles in Ordnung zu bringen. Dann können wir uns ja vielleicht m St. Moritz treffen und uns schloß sie lachend in einander verlieben, womit alles Uebrige passend und unverfänglich eingeleitet ist Du denkst wirklich an alles," rief Gratien entzückt. Sei aber darauf bedacht," fuhr sie, wieder ernst werdend, fort, daß Dein Bruch mit Lemarchand sich äußerlich in ruhiger und angemessener Weise vollzieht. Mit Gelassenheit kommt man weiter als mit Heftigkeit. Es ist nicht nothig. daß Du Du ihn zu einem unversöhnlichen Feinde machst. Lemarchand hat, wie Du mir ja oft erzählt hat, großen Einfluß auf Deinen Bruder, und man kann me wissen, was noch im Schooß der Zukunft schlummert. Vielleicht würdest Du es eines Tages bereuen, wenn Du Dich ihm gegenüber vom orn hinreißen ließest, wie berechtigt dieser auch immer sein mag. Verabschiede Dich also als Edelmann von diesem Emporkömmling mit kalter Zurückhaltung. Glaube mn, das wird das beste sein!Der Graf versprach es und er hielt Wort. Er theilte am nächsten Tage dem Großindustriellen mit, daß er sich infolge der ihm gemachten Eröffnung veranlaßt sehe, seme bisherige Thätigkeit niederzulegen und aus der Fabrik auszuscheiden. Ti Lemarchand keine Miene machte, ihn umzustimmen oder zurückzuhalten, so ging er mit kurzem Abschiedsgruß und mit seiner hochfahrendsten Miene von bannen. 16. Kapitel. sich Andre zu der Kammerfrau, die auf ihren Wunsch seit dem Tode der Marquise die persönliche Bedienung ihrer Tochter übernommen hatte. Der Kleine gefällt mir heute gar mcht. Er hat ganz entschieden Fieber." Die erfahrene Kammerfrau trat an die Wiege des Kindes und untersuchte es. Reine widmete sich noch immer mit wahrhaft rührender Sorgsalt und Hingebung der Pflege ihres kleinen Stiefbruders, und Violette und Horace ließen sie gern gewahren: um so leb hafter fühlte sich Reine beunruhigt, als sie he:te plötzlic') krankhaste Symptome an ihm wahrnahm. Es ist allerdings etwas Fieber vort . w u i . er it c.y qanucn, incime Pauline. uuzx oeswegen brauchen Sie noch keine Angst zu haben, Fräulein Reine.' Vielleicht ist das schon-der Anfang vom Zahnen.
fitht Pauline, sehen Sie
jf, doch einmal Jacques-
C an," sagte Reine-Marie
V3ch will doch lieber nach Condv
fahren und Doktor Bordier holen. Er ,
geht zwar Vormittags meist semer ' Landpraris nach, aber Jeannie weiß vielleicht, wo er ungefähr sich befindet. j Dann hole ich ihn dort ab und bringe ihn gleich her. Bis ich zurück bin, bleiben Sie bei dem Kinde, hören Sie wohl, Paullne? Und seiner Mutter sagen Sie lern Wort: Sie wissen ja. wie leicht sie sich aufregt." Als Fräulein v. Plessis Samt-Luc in das Haus des Arztes trat, wurde sie von Jeanme freudig begrüßt und in das Zimmer ihres Mannes geführt. Die mnge Frau suchte ste wegen des Kindes zu beruhigen; sie berichtete, ihr Mann gehe bereits seit dem frühen Morgen seiner Praxis in der Umgegend des Stadtchens nach und es sei ganz unmöglich, mit einiger Bestimmtheit anzugeben, wo er gegenwärtig sich etwa befinden möge. Er kehre zu Mittag aber ganz bestimmt heim, und Jeannie versprach, ihn dann sofort nach dem Schlosse zu schicken. .Nein, ich warte lieber hier, bis Dem Mann kommt," erklärte Reine mit der ihr eigenen Entschiedenheit, .und nehme ihn dann gleich auf meinem Ponywagen mit." Sie begab sich vor das Haus und ertheilte dem Diener des Doktors die Weisung, ihren Bijou" auszuspannen und m den Stall zu führen. Dann kehrte sie wieder zu der jungen Frau zurück und sagte: Du darfst Dich durch mich in keiner Weise stören lassen, Jeannie. Ich werde m Deines Mannes Zimmer warten und lesen. Ich wem za, wo Deme Bucher und Journale liegen." In dem Studirzimmer des Arztes stand in einer Ecke ein Sofa mit einem Tischchen davor. Dort pflegte Jeannie, wenn sie incht im Haushalt zu thun hatte, zu sitzen und zu lesen, während ihr Mann an dem vor dem Fenster aufgestellten Schreibtische arbeitete. Reine setzte sich auf das Sofa und blätterte in den- Büchern und Zeitschriften, die auf dem Tische lagen. Sie war jedoch zu unruhig, um mit Aufmerksamkeit zu lesen. Nach zehn Minuten stand sie wieder auf und trat an das Fenster, um hinauszuschauen, ob Bordier noch nicht zurückkäme, obwohl es noch lange nicht Mittag war. Dabei fiel ihr Blick auf ein Buch. das aufgeschlagen dort lag. Zerstreut nahm sie es m die Hand und sah nach dem Titel. Er lautete: Theorie und Praxis des Hypnotismus. Von Doktor Paul Mann." Sie erinnerte sich, daß in ihrer Gegenwart mehrmals von den merkwürdigen Erscheinungen auf diesem dunklen Gebiete des Seelenlebens die Rede gewesen war. Ihr Großvater aber, in dessen Beisein man einmal darüber gesprochen hatte, war nicht zu überzeugen gewesen, daß es sich bei den wunderbaren hypnotischen Phänomenen um thatsächliche, wissenschaftlich beglaubigte Erscheinungen von hoher Bedeutung handle, sondern hatte sie kurzweg als Charlatanismus, als Schwindel abgelehnt. Deswegen hatte auch Reine, für die der Großvater als höchste Autorität in. allen Dingen galt, nie weiter darüber nachgedacht. Doktor Bordier dagegen, der doch anerkanntermaßen ein außerordentlich tüchtiger und gewissenhafter Arzt war, mußte wohl anderer Ansicht sein. Da für sprachen die vielen handschriftlichen Bemerkungen auf zahlreichen Seiten des Buches und die längeren Ausführungen auf eingelegten losen Blättern, die er gemacht hatte. Ebenso eme langere Liste von anderen, auf den'Hypnotismus bezüglichen Werken, die, von seiner Hand angefertigt, auf dem Schreibtische lag. Offenbar aedachte er diese Bücher ebenfalls noch zu studiren. Dadurch aufmerksam gemacht, blätterte sie in dem Buche und las hie und da einzelne Stellen. Eine davon lautete: Zahllose einwandfreie Versuche seitens der Forscher und Gelehrten lasfen gar keinen Zweifel mehr darüber, daß vermittelst der sogenannten Suggestion eine derartige, fast souverän zu nennende Beeinflussung eines fremden Willens ermöglicht wird, daß man wohl von völliger Aufhebung der Selbstbestimmung einzelner Jndividuen durch andere Personen sprechen darf. Auch die deutschen Autoritäten, die sich anfangs dieser Frage gegenüber sehr skeptisch verhielten, geben jetzt die Bedeutung der hypnotischen Phänomene unumwunden zu. Ohne Frage sind sie nicht nur von höchster Wichtigkeit für die Medizin, die Physiologie und Psychologie, sondern jene schwere und folgenreiche Art seelischer Beeinflussung berührt auch die übrigen Naturwissenschaften, die Rechtslehre, Pädagogik und andere Disziplinen." Reine fühlte sich ganz seltsam berührt, als sie diese Ausführungen las. Ein Schauder überflog sie,- und am liebsten hätte sie das Buch weit von izjc .r -. . -f jiuj gcrourjcn, auem es war iyr, ais oo fi- , ' c ic von einer geheimen uno unwioertehlichen Macht veranlaßt würde, weier zu lesen. Gab es denn wirklich dergleichen? Konnte mittelst einer solchen Suggestion in der That jemand durch eine fremde Person gewissermaßen seines eigenen Willens beraubt werden? Das war doch ganz undenkbar; gewiß, der Großvater hatte recht, wenn er dergleichen für Charlatanerie erklärte. Aber trotzdem legte sie das Buch nicht fort, sondern las weiter fcarin. Wir wissen ferner, daß man keineswegs, wie früher meist angenommen wurde, mit einer besonderen Kraft begabt fein muß, um hypnotisiren zu können. Dies gelingt vielmehr in vielen
Fällen einem jeden, der mit den verschiedenen Methoden vertraut ist und einige Gewandtheit besitzt. Auch besteht kein Zweifel darüber, daß die mei-
fien Menschen eine gewisse Empsänglichkeit für hypnotische Einwirkunaen Suggestibilität genannt besitzen YY..V.I 3 r . r c iw auervliigs m tyr verjaneoenen Avstufungen. Unter solchen Umstanden kann es daher nicht Wunder nehmen. daß die hypnotischen Erscheinungen in neuester Zeit sehr zahlreiche wissenschaftliche Erörterungen hervorgerufen haben. Die wichtigste davon ist offenbar die. ob Thaten, die in einem solchen Zustande der Unfreiheit auf Geheiß des Hypnotiseurs verübt wurden, überhaupt Gegenstand moralischer und strafrechtlicher Verantwortuna von seiten ver hypnotistrten Person sem konnen. Reines Hände zitterten, als sie dies las. Sie war leichenblaß geworden, und ihre Augen glühten, als ob ein heftiges Fieber sie plötzlich befallen hätte. Mein Gott, mein Gott flüsterten ihre bleichen Lippen, träume ich denn? Ist das Wahnwitz, was hier gedruckt steht, oder sind das wirklich Thatsachen mit denen man rechnen muß?" Erschöpft. ließ sie sich auf den Stuhl sinken, der vor dem Schreibtische stand. doch schon nach wenigen Minuten nahm ste die unterbrochene Lektüre wieder auf, die sie dermaßen erregte, daß sie darüber fast den Zweck vergaß, der sie hergeführt hatte. Ihr Blick Lberfloq die Seiten förmlich, deren Inhalt ihr plötzlich die Aufklärung zu bringen schien, nach der sie so lange vergeblick geforscht hatte. Dort stand ja ausdrücklich: Ob eme Hypnose ohne, beziehungsweise gegen den Wunsch einer Person möglich sei, ist früher häusig angezweifeit worden, jedoch völlig ohne Grund. Es kommt vielmehr einzig und allein darauf an, ob die Person, welche man hypnotisiren will, die zu stellende Bedingung erfüllt oder nicht. Thut sie es. oann kann auch selbst gegen ihren Willen eine Hypnose erzeugt werden. Ist dies einmal geschehen, so kann man ihr in diesem Zustande nicht nur jede beliebige Suggestion machen, sondern auch durch posthypnotische Suggestionen für eine beliebige spätere Zeit ihren Willen bestimmen. Suggestionen, die von der Versuchsperson nicht sofort im Zustand der Hypnose, sondern erst in einem ihr anbefohlenen späteren Zeitpunkt ausgeführt werden, nennt man posthypnotische oder postsomnambule. Nach dem Verschwinden der Hypnose hat die betreffende Person selbst durchaus keine Erinnerung mehr an das, was ihr suggerirt worden ist. Aber auch selbst in dem Augenblick der Ausführung tritt kein normales Bewußtwerden derselben ein, wenn sich die betreffende Persönlichkeit auch anscheinend dabei in vollkommen normalem Wachsein befindet. Vielfach tritt kurz vorher eine Art somnambulen Zustandes ein, wobei die Person obwohl ihre Augen offen sind und ihre Sinne auf äußere, Einflüsse reagiren dennoch dem Kundigen durch einen besonderen Gesichtsausdruck und eigenthümlich starren Blick ihren wahren Zustand verräth. Die Handlung, die sie so verübt, bleibt ihr alsdann auch nachher gänzlich unbewußt." Reine-Marie stieß einen leisen Ruf des Entsetzens aus, ließ das Buch fallen und schlug die Hände vor ihre Augen. Sie glaubte Violette wieder vor sich zu erblicken, wie sie in jener Schreckensnacht durch ihr Schlafzimmer hatte schreiten sehen. Das war ohne Zweifel die Lösung des Räthsels, auf den Seiten dieses Buches stand ste zu lesen, wenn das lunge Mädchen auch darüber fast den Verstand glaubte verlieren zu müssen. Denn die Folgerung aus dem allen war doch, daß Violette, dies hochherzige, edle und unschuldige Wesen, gegen ihren Willen, ohne es zu ahnen, die Schuldige gewesen war, daß sie, in teuflischer Weise von einem Schurken dazu gezwungen, jenes furchtbare Verbrechen vollbracht hatte! Reine fühlte, wie ihr Herzschlag bei diesem Gedanken stockte, wie eine eisige Kälte ihren Körper durchdrang und ihr das Bewußtsein zu rauben drohte. Aber sie durfte jetzt nicht ohnmächtig werden, Niemand sollte ihre Qual, ihre Zweifel und ihre Angst gewahren. Wenn Violette wirklich, ohne sich dessen bewußt zu sein, die Hauptrolle in jenem düsteren Drama gespielt hatte, indem sie eine ihr anbefohlene posthypnotische Suggestion ausführte, bann' mußte Reine-Marie um ihres Vaters, um des unschuldigen Kindes und um Andres willen schweigend und allein handelnd das Geheimniß aufklären, ohne irgend Jemand ihre Entdeckung und ihre Verzweiflung anzuvertrauen. Aber wie? Sie nahm ihre ganze Willenskraft zusammen, um die Schwäche niederzukämpfen, diy sie zu befallen drohte. Jetzt noch weiter zu lesen, fühlte sie sich außer Stande, aber sie trug in ihr Rotizbuch den Titel des Buches ein und notirte sich auch die übrigen Werke, die Doktor Bordier sich für seine Studienzwecke aufgezeichnet hatte. Dann verließ sie das Zimmer und suchte Jeannie auf, die sie als sorgsame Hausfrau in der Küche beschäftigt fand. sFortfetzung ftrtgE) Geri et h in ' s W a s s e r -r a d. In Kierspe, Westfalen, begab sich ein Fabrikarbeiter in den Raum, wo das Wasserrad läuft; dort glitt er wegen der Glätte aus und kam so zwischen die in Bewegung befindlichen Räder. Man fand den Mann später todt vor. "
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