Indiana Tribüne, Volume 28, Number 144, Indianapolis, Marion County, 9 February 1905 — Page 6
Jttdiema Tribüllt, 9. Februar 1905
0
Ein Wunder der Erleichterung
MfC fes
TRADC rwNv.'. , St. Jakobs Oel IH flchr und ,uvrläss!s geg Nuckruschmerzen und Hüftweh. S 6 ist die durchdringende ffigenschaft dlesks Mittkls welches es bis aus den Si? der Schmerzen trägt und in prompte Kur bemerk ftellkgt. 2Sc und SOc Warum nicht Ihr Heim.. anziehend machen, durch den (St brauch eineZ m mJ CJJ-- . - tb-v j w tzr iA'ii . 1 n.nRTi' t I aMW' 4 s i Sarland Ofen... ...und. Range Dieselben übertreffen alle andern in Schönheit. Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Sparsenkest im Sohlen Verbrauche. - Dieselben werden mit Vergnüg erzeigt, te WILLIG'S ...Mbel-Handlnng... 141 West Washington Straße. Seftelle Sie Ihren Anzug oder Neberzieher ...don.... W. G. SCHNEIDER da erhalten Sie perfektes Paffen und die feinste Arbeit zu den med rigsten Preisen. Anzüge oder Neberzieher auf Bestellung 515, $18, $20, $23, Hosen $3, $3, 55, $ A. 38 Monnnent Platz. 1 "Hj HL" etablirt 1862, nimmt jederzeit Sngage czstt entgegen. Irgendwelche Orchester. r?ufik und irgend eine Anzahl von Nusiker tstrd geliefert. Neue Ausstattung und neuk kn.formen. 5k. A. Miller, Dirntzr. venr? Spregp feil, Geschäftsführer. LSI Kentucky Lvenue. Telephon ..... 92. 4598, - ' 1 IUIteil WM 8Ci West Washington Str Verkaufe? deS berühmt Quinine :: Whiök) DaS oefie LZittel aege Clalctia und QtT&lkunü Saloon und Restaurant. 7 Neues Telexhon 4AS. ct ct nct.
iZ.UVÜl
C K'.-
Kgyryrs Xs3Fj70
H
ffl
M) ri c'i x-iMML' t
t.
s;- "7
i
Europaische Nachrichten.
Frsvinz 'Z'osen. Posen. Erschossen hat sich der Kanonier Kuher beim hiesigen Fußartillerie - Regiment. Kutzer war ein tüchtiger Soldat und sollte Gefreiter werden. Eines Tages wurden unvermuthet die Spinde revidirt und im Spinde Kutzers fand man Sachen, die er Kameraden entwendet hatte. Jetzt sollte seine Aburtheilung stattfinden; er zog es jedoch vor, freiwillig aus dem Leben zu scheiden und sich auf diese Weise seiner Aburtheilung zu entziehen. Bromberg. In einer letzten Schwurgerichtssitzung wurde der Schiffer Georg König aus Schulitz, der am 25. August zu Schulitz den Arbeiter Jakob Kruszynski durch einen Schlag mit der Hand an den Kopf derartig verletzt hatte, daß Kruszynski an den Folgen dieser Verletzung gesterben ist, zu iy2 Jahren Gefängniß verurtheilt. Die Geschworenen hatten mildernde Umstände, angenommen. Belencin (W o l l st e i n). Letztens begab sich das Arbeiter - Ehepaar Kurtz nach dem Dominium zur Arbeit. Ihren 5 Jahre alten Knaben ließen sie ohne Aussicht in der Stube zurück. Als die Eltern des Abends zurückkehrten, fanden sie den Knaben in der Kammer erstickt vor. Er hatte wahrscheinlich, um das Bett vor dem Schlafengehen zu erwärmen, darunter ein Feuer angezündet, das das Bett alsbald in Brand steckte. K r o t o ch i n. Der Arbeiter Ehwul aus Borcenzice wollte angetrunken auf dem Heimweg einen Graben überspringen und fiel hierbei mit dem Gesicht in's Wasser, sodaß er erstickte. O st r o w o. Kürzlich kam das Gefährt des Wirthes SnZscinski im Grenzdorfe Zbiersk führerlos auf dem Gehöft an. Die Ehefrau des Sniecinski bemerkte auf dem Wagen große Blutlachen, sie fuhr mit dem Wagen einige Kilometer zurück und fand auf der Chaussee ihren Mann mit mehreren Kopfwunden bewußtlos. Kurze Zeit später starb Sniecinski. Nähere Ermittelungen ließen vermuthen, daß der Todte von seinem Vetter Koniusy ermordet worden sei, zumal bei einer Haussuchung an den Kleidern des Letzteren Blutflecken gefunden worden sind. Koniuszy wurde trotz hartnackigen Leugnens verhaftet. W r e s ch e n. Der hiesige Lehrerverein hat seinen bisherigen Vorsitzenden, Kantor Lausch, der den Verein 14 Jahre lang geleitet hat, zu seinem Ehrenmitglied ernannt und ihm in einer Festsitzung das Diplom überreicht. Frovinz Kessen.Zrassau. Kassel. Großfeuer brach im nahen Heckershausen aus und zerstörte die Anwesen des Landwirths Heinrich Homburg und Scheune nebst Stallgebäude'dcs Landwirths und Kaufmanns Bischofs. Altmorschen. Die Wilhelm Becker'schen Eheleute im benachbarten Connefeld feierten ihr 60jährige Ehejubiläum. E h l e n. In seltener Rüstigkeit beging der ich in weiteren Kreisen wohlbekannte Gastwirth Justus Schmelz und dessen Gattin das Fest der goldenen Hochzeit. F r a n k f u r t a. M. Ein schweres Unglück ereignete sich in der Gold- und Silberbronzefabrik vonJulius Schöpflocher in Stierstadt im Taunus. Der Chemiker Lehbach von hier machte Versuche mit Schwefelwasserstoff und als er sah, daß der primitive Verfchluß, den er selbst dem Gefäß gegeben hatte, das Gas durchließ, nahm er zwei Arbeiter, welche den Deckel zuhal ten sollten. Dies gelang natürlich nicht mehr, als der Druck zu stark wurde, und die Arbeiter wurden betäubt. Lehbach wollte ihnen helfen, fiel aber selbst betäubt zu Boden. Als auf Hilferufe der Heizer Sauer herbeisprang und sofort die Thür Lsfnete, war der Chemiker bereits todt und die beiden anderen besinnungslos. Der eine kam wieder zu sich und konnte wieder an die Ärbeit gehen, während der andere. Namens Schäfer, im hiesigen städtischen Krankenhaus darniederliegt. Man hofft aber, ihn am Leben zu erhalten. Gieselwerder (Hofgeism a r). DaZ Haus des auf der Neustadt wohnenden Steinarbeiters WilHelm Gans ist bis auf den Grund abgebrannt. Körle. Im benachbarten LobenHausen stürzte der in den vierziger Jahren stehende Landwirth Julius Möller durch die Scheunenluke auf einen Haufen Holzwellen und trug schwere Wunden am Kopf, Arm und den Füßen davon. Erst später fand man ihn blutüberströmt auf und brachte ihn in die Wohnung. Niedervorschütz. Die hiesige Einwohnerin Frau Nachbar, geb. Sauer, stieg auf einen Stuhl, um Arbeiten an der Wand zu verrichten. Sie kam zu Fall und fiel so unglücklich aus die hintere, srühcr schon gesprungene bezw. zugespitzte Stolle, welche ihr den ganzen Leib aufriß. Die Frau liegt schwer krank darnieder. Wiesbaden. Die achtjährige Tochter des Rektors Wewer am Kaiser Friedrich-Ring wurde von einem mit Sand beladenen Lastfuhrwerk überfahren und getödtet. Das Kind hatte der elektrischen Bahn ausweichen Utn und dabei denSandwagen nicht
bemerkt. Den Fuhrmann soll keine
Schuld treffen. Itttekdeulsche Staaten. A l t e n b u r g. Der Oberhofmarschall a. D. des Herzogs, Oberst a. D. v. Sydow, ist nach längerem Leiden im Alter von 84 Jahren hier gestorben. In den Diensten des Herzogs stand V. Sydow in der Zeit vom 1. Januar 1866 bis 1. Juli 1885. B e r n b u r g. Nach kurzem Krankenlagec ist der Direktor der hiesigen herzoglichen landwirthschaftlichen Versuchsjtation, Professor Dr. Wilfahrt, an Herzlähmung gestorben. Braunschweig. Auf dem Nordbahnhose verunglückte der Rangirer Heinrich Kalthammer. Er wollte zwei Wagen zusammenkoppeln und ging aufrecht zwischen ihnen durch. In diesem Augenblick stießen die Wagen aneinander und Kalthammer gerieth zwischen die beider Puffer, wobei er innere Verletzungen erlitt. Der Verunglückte wurde durch die Sanitätswache nach dem Herzog.. Krankenhaus gebracht, wo er starb. Gera. Dem Postsekretär Nottorf wurde beim Ausscheiden aus demPostdienst in feierlicher Weise der Kronenorden 4. Klasse vom Postdirektor LLscher überreicht. Helmstedt. In der Grube Trendelbusch ist durch Hinabstürzen in den Förderschacht der Häuer Fingas aus Runstedt verunglückt; er schlug auf die Förderschale auf und erlitt sehr schwere Verletzungen, denen er im Krankenhause St. Marienberg erlegen ist. Fingas war verheirathet und Vater mehrerer Kinder. Jena. Der 27jährige Klempner Paul Messinger aus Löbstedt stürzte vom Neubau der Frauenklinik ab. Der Vedauernswerthe, ein braver, tüchtiger Mensch, der sich demnächst verheirathen wollte, ist seinen schrecklichen Verletzungen in kurzer Zeit erlegen. K o b u r g. Zwei Lehrlinge . einer hiesigen Colonialwaarenhandlung hantirten mit einem Tesching. Plötzlich entlud sich dasselbe, und die Kugel drang dem Lehrling Posnel aus Oslau in den Hals und verletzte ihn so schwer, daß er in's Krankenhaus überführt werden mußte. Könislutter. Hier versuchte der Handlungsgehilfe Tiemann feinem Leben durch Erschießen ein Ende zu machen. Er hatte sich an einem Vereinsvergnügen betheiligt und begab sich in dem Lokal zum Abort, wo er sich einen Schuß in die rechte Schläfe beibrachte. Krakau. Hier wurde der beim Ackerwirth Bläh bedienstete Knecht Bais in einer Sandgrube durch niedergehende Sandmassen verschüttet. Als er hervorgeholt wurde, war er bereits todt. M e i n i n g e n. Ueberfahren wurde bei Station Wasungen der BahnWärter Krieg. Der Beamte erlitt so schwere Verletzungen, daß er auf dem Transport nach hier starb. gbefletx'gavmftabU Darm stadt. Goldene Hochzeit feierten Geh. Oberdomänenrath i. P. Friedrich Schenck und Gemahlin. - Daö Jubelpaar, das sich in weiten Kreisen des höchsten Ansehens , erfreut, wurde vielfach gefeiert. E b e r b a ch. Der in den 70er Jahren stehende Landwirih Diemer von Oberdielbach wurde in Strümpfelbrunn von einem Radfahrer umgefahren, wobei er tödtliche Verletzungen erlitt. . Friedrichsfeld. Infolge von Brandstiftung entstand in der Hosreite des Kaufmanns Dehoust ein verheerendes Schadenfeuer. Das Feuer brach in einem Getreidelager über dem Stall: aus und richtete einen Gesammtschaden von etwa 4000 Mark an. Wegen Verdachts der Brandstiftung wurde der Knecht des Hauses verhaftet. Heldenbergen. Der wegen zweier Einbruchsdiebstähle und wegen des Verdachts, an dem hiesigen Pfarrer Thoebes einen Raubmord begangen zu haben, von der Staatsanwaltschaft Gießen steckbrieflich verfolgte Metzgergeselle Oskar Hudde aus Schalke in Westfalen wurde in einer Wirthschaft in St. Wendel erkannt und auf dem Bahnhof in Kirn (Rheinland) verhaftet. Neu - Jsen bürg. Hier gerieth der Arbeiter Adam Knös mit seinem Schwager in Streit, wobei dieser ihm einen furchtbaren Stich in die Schläfe beibrachte. Knös verfiel alsbald in Bewußtlosigkeit und isTim Frankfurter Krankenhaus gestorben. Der Thater wurde verhaftet. W o r m s. Hie? fand die Enthüllung des dem früheren Oberbürgermeister und späteren Finanzminister Küchler von der Bürgerschaft der Stadt gesetzten Denkmals statt. Die Festrede im Namen des Denkmalcomites hielt der Stadtverordnete Rauch. 'ZScryern. München. Gelegentlich des Rangirens im Ladebahnhof des Ostbahnhofes,' unweit der städ'tischenGasanstalt am Kirchstein, ist der nahezu 28jährige ledige StationsgehilfeFranz Baue? aus Etzgersrieth, B-A. Vohenstrauß, dadurch tödtlich verunglückt, daß er während des Aufstoßens einer Lokomotive auf eine Wagengruppe innerhalb der letzteren einen Waggon ankuppeln wollte und dabei zwischen die Puffer gerieth. Infolge der inneren Brustverletzungen trat der Tod nach einigen Minuten ein.
A r n st o r f. Der gräflich Deym-
sche Förster Schnitzer hier konnte auf eine fünfzigjährige Dienstzeit als gräflich Deymscher Angestellter zurückblicken. Schnitzer ist ein in weitesten Kreisen bekannter Nimrod. Bad Reichenhall. Seifensieder und Privatier Max Puchner hierselbst ist an feinem 80. Geburtstage gestorben. Puchner, einer der angesehensten und populärsten hiesigen Bürger, hate 7 Jahre lung als Mastratsrath und Gemeinebevollmächtigter die Interessen seiner Mitbürger vertreten. Gergweis beiBilshofen Die 84jährige Ortsarme Therese Harpinger kam dem brennenden Zimmerofen zu nahe, wobei ihre Kleider Feuer fingen. Da keine Hilfe in der Nähe war, erlitt die bedauernswerthe Frau so schwere Brandwunden, daß siekurz darauf verschied. Kipfenberg. Die 17jährige PostexpeditionZtochter Elise Weißenberger von hier ist im Bette todt aufgefunden worden. Ein Schlagfluß hatte dem jugendlichen Leben ein jähes Ende bereitet. Regensburg. Oberconsistorialrath a. D. Dr. Schick, früher StadtPfarrer in München, dann Consistorialrath in Bayreuth, berühmt als Prediger, beging letztens in geistiger u. körperlicher Rüstigkeit feinen 80. Geburtstag. S t o ck h e i m. Frau MarieSpindler aus Neukenroth wurde von der Eisenbahn überfahren und getödtet. . Weißenburg i. Bayern. Die Lang'fche Dampfziegelei in der- Nähe vom Bahnhof ging in Flammen auf. Der große Bau über dem Brennofen fiel dem Feuer zum Opfer. Die übrigen Trockenräume konnten gerettet werden. Würzbure. Fuhrmann Johann Hirsch erstach im Güterbahnhof im Verlauf eines Wortwechsels seinen Dienstherrn, den Fuhrwerksbesitzer Michael Schierling. Württemberg. Stuttgart. Die Klage des Freiherrn v. Münch gegen den würtembergischen Fiskus auf Zahlung von 10,000 Mark Entschädigung wegen Einlieferung in eine Irrenanstalt wurde vom ersten Civilsenat des Oberlandesgerichts durch Versäumnißurtheil kostenpflichtig abgewiesen. Bönnigheim. Die Nähseidefabrik Amann und Söhne feierte das Jubiläums ihres 50jährigen Bestehens. B i b e r a ch. Am Hotelneubau im Jordanbad wurden durch herabfallende eiserne Tragbalken dre! Arbeiter schwer verletzt. Göppingen. Der im Gasthaus ijxm Goldenen Löwen" beschäftigte schankkellner Johann Wörle stürzte beim Kammerfensterln von einem Dachfenster des Gasthofes herab und blieb bewußtlos liegen. Arbeiter fanden ihn bewußtlos im Hofraum und brachten ihn ins Krankenhaus. Unterwegs erlag er seinen schweren inneren Verletzungen. Kirchheim u. T. Bei den ErWeiterungsbauten an der Faber'schen Fabrik stürzten drei Zimmerleute, die sich beim Herablassen eines Reservoirs mtt diesem herunterließen, infolge Bruchs einer Kette aus beträchtlicher Höhe in die Tiefe. Einer der Verunglückten, Zimmermann Elsässer, erlag im Spital den erlittenen Verletzungen; die anderen werden mit dem Leben davonkommen. M ö s s i n g e n. Im Staatswald zwischen hier und Bodelshausen verun glückte der Holzhauer G. Jetter, der Ernährer einer zahlreichen Familie, beim Holzhauen. Er konnte den Aesien einer fallenden Tanne nicht mehr schnell'genug ausweichen und wurde so schwer getroffen, daß er auf dem Transport starb. P l o ch i n g e n. Pfarrer Esenwein, der nach IZjähriger hiesiger Thätigkeit nach Tübingen zog, um dort den Ruhestand zu genießen, ist im 76sten Lebensjahre daselbst gestorben. Reutlingen. In der unteren Ziegelei ist der 70jährige Arbeiter Johannes Vöbel im Schiefermehl erstickt. Er fiel im Schiefermahlkasten von der Leiter in das Mehl und gerieth trotz alsbaldiger Hilfe zu tief in die Masse. Humoristisches. Stoßseufzer. Wuth: Jetzt ist das Fleisch schon wieder theurer geworden und man weiß schon so nicht, wie klein man die Portionen geben oll! A nerkennung. Bauer (zum Arzt): 's is wie's g'sagt hoben. He Dukter! Richtig h die Nacht meZ Alte 'storben!... Dös hoben's feingemacht. Schlechtes Gewissen. Gattin: Meine Mama schrieb mir, sie wird uns nächste Woche besuchen! Gatte: So? Was hab' ich denn wieder angestellt?! Vorbei. Tochter von Commercienrath Greulich soll phanomenale Schönheit sein?" Gewesen, Herr Kamerad Vater vorgestern Pleite gegangen - Unverschämt. Gläubiger: Gestern war ich dreimal mit der Rechnung hier!" Schuldner (entrüstet): Was?!... Und da kommen Sie beute schon wieder?!" Trinker -Seufzer. Hab' ich heute wieder ein Pech!.... Wo ich hinkomm' is das Bier gut!-
Maxim Sorki. Tle Berhastung. LebenSschicksale und Cr folge des Schriftstellers. Unter den Verhaftungen, welche in jüngster Zeit aus politischen Gründen in Rußland vorgenommen wurden, hat keine so großes Aufsehen erregt, als diejenige des Schriftstellers Maxim Gorst. Verständlich wird einem allerdings das Vorgehen der russischen Behörden, wenn man bedenkt, daß Keiner der Bewegung, die heute die russische Nation ergriffen hat, so nahe steht, als Gor!!. Das Streben des russischen Volkcs, sich aus der Zeit der Rückständigkeit und der Unterdrückung herauszuarbeiten, hat in Gorki stets einen geistigen Vorkämpfer gefunden. Schon einmal hat der geistvolle Schriftsteller ein Jahr administrativer Verschickung" kosten müssen. Maxim Gorki wurde 1868 als Sohn eines armenTapezirers Namens Pjeschkow in Nischnij-Nowgorod geboren. Sein eigentlicher Name ist Alexej Maximwowitsch Pjeschkow. Maxim ist der Vorname des Vaters Eorkis, das Pseudonym Gorki (bitter) wählte er offenbar mit Bezug auf seine herben Lebensschicksale. Mit .seinem fünften Lebensjahrs vollständig verwaist, wurde Gorki von seinem Großvater, einem Färber, aufgenommen, der den Knaben, nachdem dieser kaum nothdürftig lesen gelernt-hatte, m ein Schuhwaarengeschäft gab, aus dem Gorki zu einem Plänezeichner und von diesem zu einem Heiligenbildmaler entlief. Dann war er längere Zeit Küchenjunge auf einem Wolgadampfschiffe, arbe'tteie auch als Schuhmachergeselle und las zugleich alles, was ihm in feine Hände gerieth.
J m r41
Maxim Gorki. In seinem 15. Jahre trieb ihn seine Lernbegierde nach Kasan. Da ihm-aber gänzlicher Geldmangel den Eintritt in irgend ein Lehrinstitut unmöglich machte, suchte er sich seinen Unterhalt als Arbeiter an der Wolga, als Holzsäger und Lastenträger zu erwerben. Gorki war sodann Bahnwärter und hierauf Schriftführer bei einem Advokaten in Nischni. Aber auch hier hielt er es nicht lange aus. Aus Liebe zum Umherstreifen durchzog er nach und nach ganz Rußland und versuchte sich in allem Möglichen, bis ihn endlich Jemand auf die Idee brachte, etwas zu schreiben. Sein Erstlingswerk war die Erzählung Makar Cudra" in der Zeitung Kavkaz" 1892. Nachdem er dann längere Zeit in Tiflis in Eisenbahnwerkstätten gearbeitet hatte, kehrte er an die Wolga zurück und veröffentlichte allerlei Skizzen in den Wolgazeitungen. Im Jahre 1893 wurde Gorki in Nischni mit Korolenko bekannt, durch dessen Vermittelung seine Erzählung Celkas" im Rußkoje Vogatstvo" gedruckt, wurde. .Seine. Schilderungen des Lebens der Heruntergekommenen. Herumtreiber und Obdachlosen waren so meisterhaft, daß er seitdem in ersiaunlich kurzer Zeit zu einem der populärsten russischen Schriftsteller geworden ist. Der moderne Blaubart" Hoch. I Teutschland geboren und seiner Zeit iilctt bei dem Mörder Holmes. Johann Hoch, der in New Jork unter dem Verdacht verhastet ward, ungefähr 20 Frauen geheirathet und eine derselben ermordet zu haben, soll seiner Zeit in Chicago Clerk in der DroguenJohann Hoch. Handlung von H. H. Holmes, gewesen sein, der wegen Ermordung von mehreren seiner Gattinnen in Philadelphia hingerichtet wurde. - Der moderne Blaubart" wurde m Deutschland geboren. Wen. gerFre im aurer aibt. es unter den Anwälten als in irgend einem anderen Berufe.
.y i 's' ffe2y JMSM ! WHHA . WSZ ytyh jPv k UGNV? 'Blw M M " v-a "
.----.- .--.---. - T I N ! il n ö 5 V.V.T.T.'.Viit.T.'. i t i I i i i i i i l i i ?-h4 Die älteste Einwohnerin von Beloit, Wis., Frau Mary A. Hunt, feierte unlängst ihren 103. Eeburtstag. Sie befindet sich in ausgezeichnete? Gesundheit und liest und schreibt und unterhält sich wie eine Frau in bester Jugendkraft. Sie stamnit aus Connecticut und erinnert sich der Niederbrennung von Buffalo durch die Indianer und anderer Ereignisse aus New Yorks Kindheit. Ein Post-Kuriosum erregte in Moorhead, Minn., großes Aufsehen. Vor 31 Jahren, in 1874 schrieb James McGowan, welcher damals eine Wirthschaft in genanntem Orte betrieb, einen Brief an seine m Winchester, Mass.. lebende Schwester. Der Postmeister von. Moorhead hat nun dieser Tage ein Schreiben von derselben erhalten, in welchem sie AuSkunft über ihren Bruder verlangt und angibt, der damalige Brief fei erst jetzt in ihre Hände gelangt. Was aber unterdessen aus James McGowan geworden ist, das weiß dort Niemand. Schre.ckensthat eines F .a r m e r s. Ein in der Nähe von McPherson, Ky., ansässiger Farmer tödtete feine zwei Söhne im Alter von zehn, respektive sechs Jahren, zündete sein Haus und seine Scheune an und beging dann Selbstmord durch Erschießen. Er hatte die zwei Knaben mit Kissen zum Ersticken gebracht und brachte sie in den Obstgarten eines Nachbars, eine halbe Meile entfernt, wo er sie niederlegte. Dann kehrte er zurück, zündete fein Eigenthum an und erschoß sich. Er war 40 Jahre alt und sollte wegen Mißhandlung seiner Frau und Kinder vor Gericht erscheinen. Rasende M or d l u st. Eine schreckliche Tragödie spielte sich letzthin im Jrrenasyl zu Concord, N. H., ab. Mit einem Beil bewaffnet, fiel die Irrsinnige, Frau Mignonette Seavey, über die anderen Patientinnen in dem Krankenzimmer her und verrichtete grauenvolles Werk. Zwei Geisteskranke, Frau Jsabel Merrill und Ophelia Cosseit, wurden von dem wahnsinnigen Weibe durch Schläge auf den Kopf getödtet, eine andere Frau trug ernste Verletzungen davon. Eine Wärterin, Frl. Fiske, erlitt in dem Kampfe mit der Rasenden leichte Verletzungen. Hungriger Einbrecher. Sehr überrascht war neulich ein Polizist in St. Paul, Minn., als ein Mann auf ihn zutrat und ihn bat, ihn zu verhaften, da er in eine Bäckerei eingebrochen sei. Wie sich herausstellte, hatte der Mann, der seinen Namen als Sigord Koboda angab, einer Bäckerei einen Besuch abgestattet und sich den Magen angefüllt mit Pies und anderen Delikatessen. Ein Polizist sah die Thüre der Bäckerei offen und schaute hinein, doch hatte sich Koboda hinter einen Tisch versteckt und wurde nicht bemerkt. Als der Polizist gegangen war, befriedigte der Einbrecher seinen Hunger und ging dann dem Sicherheitswächter nach. Sonderbarer Fall. Vor nahezu zwei Jahren vermißte Frau William Ward in Galesburg, Mich., einen kostbaren Diamantring. Des Diebstahls beschuldigt wurde damals ein gewisser Wm. Henderson, der auf Umstandsbeweise hin zu zwei Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde. Dieser Tage war ein Besucher im Hause der Familie Ward und streichelte die schöne Hauskatze, da fühlte er etwas hartes an ihrem Schwanz und bei näherer Untersuchung entdeckte er den verfchwundenen Diamantring. Wie man vermuthe hatte damals eines der Kinder mit der Katze gespielt und ihr den Ring an den Schwanz geschoben, wo er seitdem fest eingewachsen war. Seltsame Veschädigungen. Der britische Dampfer Albuera." welcher jüngst auf das Trockendock in Baltimore, Md., gebracht wurde, um reparirt zu werden, weist seltsame Beschädigungen auf, die er dadurch davontrug, daß er in der Magel-lan-Straße auf Riffen auflief. Auf der Fahr: von Nehoue, Neu-Kaledo-nien, mit einer Ladung Chromerz an Bord, rannte der Dampfer gegen einen der vielen Felsen, welche nicht auf der Karte angegeben sind, wobei der Kiel 40 Fuß breit beschädigt wurde. Die Platten waren nach Außen gebogen, gerade wie bei Torpedobooten für die Zulassung des Torpedorohres. In dem Loche befand sich ein Felssiück, welches von dem Dampfer losgerissen wurde und über 500 Tonnen wiegen soll. Wirksames Plaidoyer eines Kindes. Vor dem Kriminalgericht in Jersey City, N. I., erschien dieser Tage Marie Harnisch, das elfjährige Töchterlein einer Polin, um als Anwalt seiner Mutter zu plaidiren. Sehen Sie, Herr Richter," sagte die Kleine, wir wohnen in Gammentown und wenn Sie wissen, was das für eine Gegend ist, so wissen Sie auch, daß die Leute daselbst kein Geld für .Lawyers' haben. Meine Mutter spricht kein Englisch, ich aber bin Amerikanerkn durch und durch. Da hab' ich's aufgeschrieben, wie alles sich zugetragen. Mutier ist unschuldig." Und Mütterchen wurde freigesprochen. Der kleine Anwalt, der für sie plaidirte, appelllrte mit der Treuherzigkeit eines Kindes an das Herz, nicht den Verstand des Richters.
