Indiana Tribüne, Volume 28, Number 141, Indianapolis, Marion County, 6 February 1905 — Page 7
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trotzdem erkannte er in einem Füßgän-i
ger, der soeben stehen blieb, um das Fuhrwerk vorüberfahren zu lassen, Herrn v. Merizolles. Dieser hatte in Condy zu' thun gehabt und befand sico nun auf dem Heimwege. Der Großindustrielle ließ sofort lau ten und lud den Bekannten ein, zu ihm einzusteigen. Ich bringe Sie heim," sagte er, unser Weg ist ja derselbe, und ich habe die Annehmlichkeit, mit Ihnen plaudern zu können." Merizolles folgte der liebenswurdigen Aufforderung und der Wagen setzte sich wieder in Bewegung. Sie wollen die Ihrigen wohl wieder einmal überraschen, Herr Lemarchand? . Ihre Enkelin wenigstens, die erst heute Vormittag bei meiner Tochter war. wußte offenbar noch nichts von Ihrem Kommcn. Das konnte sie auch nicht. Es lag in meinem Plane, erst später nach TauZia zu gehen, allein ich erhielt einen Brief von Fräulein v. Lacroi?, der mich beunruhigte, und so entschloß ich mich denn, sofort abzureisen, ohne mich erst anzumelden. Wie geht es auf Tauzia?" Alles im besten Wohlsein, rn dieser Beziehung dürfen Sie ganz beruhigt sein." Sollten etwaReine und Violette" Rein, nein, es herrscht zwischen ihnen das allerbeste Einvernehmen," fiel Herr v. Merizolles ihm in'S Wort. Die Sache, um die es sich m dem Schreiben von Fräulein v. Lacroix an Sie zweifellos gehandelt haben wnd, betrifft nur sie persönlich. Da ich die junge Dame ganz ungemein hoch schätze, so ist es mn lieb, daß ich mit Ihnen darüber sprechen und Ihnen die erforderlichen Aufklärungen geben kann, bevor Sie auf dem Schlosse eintreffen." Ich bitte Sie dringend darum, ganz offen und rückhaltlos zu fein. Violette deutet mn an, daß sie sich mit dem Gedanken trägt, das Haus meines Schwiegersohnes zu verlassen. Sie können sich denken, wie betroffen mich das gemacht hat. Ich weiß, wie inmg Violette an Reine hängt, wie sehr sie ihrem Vetter Horace zugethan ist, und so konnte ich mir trotz allen Nachgrubelns durchaus keinen Vers darauf machen. Also, bitte, klären Sie mich auf, wie das zusammenhängt!" Es handelt sich ganz einfach um einen boshaften Klatsch, der sich in der Gegend verbreitet bat, oder der vielmehr, wie ich fest überzeugt bin, in böswilliger Absicht geflissentlich ver breitet worden ist. Ihr Schwiegersohn ist e:n veryaltnißmaßm noch mnaer Mann, und nun hält man sich darüber auf, daß Fraulern v. Lacroix als unverheiratete junge Dame in seinem Hause lebt." Empört fuhr Lemarchand auf. Aber das ist ja eine Infamie, da soll doch gleich" Beschwichtigend legte Herr v. MeriZolles eine Hand auf seinen Arm. Ereifern Sie sich nicht, mein Herr. Alle anständigen und wohlmeinenden Leute der ganzen Gegend sind mit uns beiden derselben Ansicht, daß ein solches Ge schwätz die tiefste Verachtung verdient. Es ist eine Schande, daß nicht einmal eine so edle und vortreffliche Dame wie Fräulein Violette, und ein so fleckenloser Charakter wie Ihr Schwieaersöhn, vor bösen Mäulern gesichert fir Allein enes Gemunkel besteht thatsämlich. Es ist mir, wie dem -Abbe Pcrrin, dem Doktor Bordier und vielen anderen Personen zugetragen worden; wir alle haben mit tiefster Entrüstung dagegen protestirt, es aber nicht todt machen tonnen. Die Leute sind eben auf dem Lande noch empfänglicher für dergleichen Klatsch als die Städter, und übel, wollende und schadenfrohe Menschen gibt es überall. Wir haben dann wcnigstens den Urheber jenes Geredes zu ermitteln gesucht, und das ist uns auch gelungen, der alte Ducrucq ist es." Jener alte Wucherer, von dem Sie uns damals auf Tauzia erzählten?" Eben dieser. Ich zählte damals auch, wenn ich nicht irre, daß der Alte um jeden Preis seinen liederlichen Sohn verheirathen will. Run hat er es zvr Abwechslung einmal auf Fräulein Jeannre abgesehen gehabt, deren hub sches Gesicht dem Burschen gefallen zu haben scheint, und deren Verlobung mit DoktorVordier ja noch nicht Lffentlich bekannt gegeben ist. Der Alte hatte die Unverschämtheit, feine Werbung ohne alle Umsta.ide bei Ihrem Schwie gersohn anzubringender ihm sehr energlsch die Tyure -ftnes. Um sich zu xa chen, hat er jenes Gerede ausgestreut und überall verbreitet, da er recht gut weiß, wie pfinblidk) er den Marquis trifft, wenn es ihm gelingt, auch nur den leisesten Schatten aus Fraulem v Lacroix zu werfen." .Das ist ja eine Schurkerei schwärzester Sorte!" versetzte Lemarchand, ingrimmig die Fäuste ballend. Das Infamste kommt noch," fuhr Herr v. Merizolles fort. Ihr Schwiegersohn, der wiederum mit geradezu let denschaftlichem Eifer in seine Studien vertieft ist, ahnt von dem ganzen Ge rede bisher nicht das allermindesie. Fräulein -v. Lacroix dagegen hat ein anonymer Brief davon in Kenntniß ae i setzt. Ueber seinen Urheber kann kein Zweifel bestehen,, wenn der Brief na türlich auch mit verstellter Schrift oder durch einen Helfershelfer abgefaßt sein wird. Run haben Sie die Erklärung für den Brief, den Ihnen Fräulein Violette geschrieben hat." Der alte Herr gerieth in furchtbaren Zorn. Bis sie bei -dem Landsitze des Herrn v. Merizolles angelangt waren, wurde der Fall erörtert in dem ein je
richtliches Einschreiten, selbst wenn söl-
ches Aussicht aus Erfolg geboten hatte, natürlich schon aus Rücksicht für Violette ausgeschlossen war. Dann fuhr Lemarchand ullein weiter nach Tauzia,' wo fern überraschendes Erscheinen lebhafte Freude verursachte. Nur Violette, die leidend aussah, verhielt sich schweigsam und zurückhaltend. Nach Tische bat sie den alten Herrn leise, ihr am anderen Morgen eine Unterredung unter vier Augen zu gestatten. Lieber sogleich, gab er zur Antwort. Wollen Sie?" Sie warf txnin traurigen Blick auf Horace, der sich mit Bissus unterhielt. und entgegnete dann, ihren Muth ersichtlich zusammenraffend: Jawohl, am besten sogleich!" Sie ging voraus, um sich in ihr Zimmer zu begeben, wohin ihr der Fabrikbesitze? folgen wollte. Auf der Schwelle noch hielt ihn seme Enkelin einen Augenblick zurück und flüsterte ihm zu: Tantchen leidet seit einigen Taen sehr. Troste Du sie und mache sie wieder gesund. Großpapa!" Habe ich Deine Ermächtigung dazu. Kind?" awoyl. Wle Au es machst, i dird es am besten sein." Du billigst also im Boraus alles. was ich thun werde?" Auch sie blickte nach ihrem Vater ym und entgegnete dann fest und entfchieden: Alles!" Nachdem Lemarchand bei Violette eingetreten war und die Thür -hinter sich geschlossen hatte, begann er ohne Umschweife: So, nun erklaren Sie mir einmal Ihren Brief, der mich zu der schnellen Reise hierher veranlaßt. hat." Ich muß leider dies mir so theure Haus verlassen, Herr Lemarchand." Und weshalb das, meme liebe Violette?" Weil man, wie es scheint, in hiesiger Gegend daran Anstoß nimmt, daß ich, die Unvermählte, unter einem Dache mit meinem verwittweten Vetter wohne." Nichtiger: weil es einem Schurken beliebt hat, ein albernes Geschwä in Umlauf zu bringen, das weder Su noch Horace berühren kann. Sie sehen, ich bm über die Angelegenheit bereits unterrichtet." Wer es ist, der ienes Gerede in Umlauf gesetzt hat," versetzte Violette mit zuckenden Lippen, darauf kommt es wohl nicht an. Ich habe nichts als meinen guten Ruf, und muß alles aufbieten, um ihn fleckenlos zu erhalten. Lange habe ich blutenden Herzens hin und her überlegt, allein ich fand keinen anderen Ausweg, als von hier zu scheu den." Länge? vermochte sie sich nicht zu beherrschen, sondern brach m heftiges Weinen aus. Lemarchand empfand ein tiefes Mitleid mit dem edlen Mädchen. Und wohin gedachten Sie dann zu gehen?" fragte er. Ich habe mich entschlossen, in den Orden der barmherzigen Schwestern einzutreten und mein Leben den Werken der Nächstenliebe zu widmen." Als ob Sie nicht bisher bewiesen hätten, daß man keine Nonne zu sein braucht, um das zu thun, meine liebe Violette. Haben Sie denn gar nicht an den alten Papa Lemarchand gedacht. der Ihnen in seinem Hause eine Zufluchtsstätte bieten kann, ohne daß irgend Jemand das zu bekritteln wagen wird? Oder daß Sie sich mit Andre einen eigenen Haushalt gründen könnten? Er verdient jetzt .Geld genug, um das zu ermöglichen, und wird sehr bald noch viel mehr verdienen. Andre ,at bei Ihnen ein Heim ae funden," versetzte sie zögernd, und dann wird er doch auch einmal helrathen Das will ich hoffen," warf Lemarchand ein. Und in solchem Falle pflegt eine unverheirathete Schwägerin meist keine willkommene Zugabe zu sein. Das scheint mir doch noch sehr die Frage," wendete er ein, um dann fortzufahren: Doch zunächst sagen Sie mir altem Manne einmal offen und ehrlich: haben Sie selbst denn noch nie daran gedacht, sich zu verheirathen?" Ein zartes Roth überflog ihre blas sen Wangen. Welches Mädchen hätte wohl nicht einen solchen Traum gehegt? Auch ich hatte ihn, schon in ganz jungen Jahren. Dann aber sah ich, daß es eben nur ein schöner Traum gewesen war und auch ein solcher bleiben müsse. Sie sind abgespannt und angegrifsen, mein liebes Kind," antwortete er mit einem warmen Händedruck. Wir reden, morgen weiter darüber. Inzwischen beruhigen Sie sich und verges sen Sie vor allem nicht, daß .Sie an mir einen treuen Freund haben, auf den Sie unter allen Umständen zählen oursen. Er verließ sie, um seinen Schwieqer söhn aufzusuchen, den er im ArbeitsZimmer mit Bissus m das Studium eines dicken, mit Schweinsleder gebundenen Folianten vertieft fand. Können Sie Ihre Scharteken einige Zeit trn Stiche lassen, Horace, um Mi Mir etwas zu besprechen?" rief er ihm ZU. Natürlich, lieber Vater," entgegnete ver Marams zuvorkommend. Dann reichte er seinem getreuen Sekretär die Hand und verabschiedete ihn. Als dieser das Gemach verlassen hatte, begann Lemarchand ohne weitere Einleitung: is handelt sich um eme ernste Ange legenheit, Violette betreffend." , Es zuckte in dem Antlitz des Mar
quiS, und seine Augen richteten sich mit dem Ausdruck bange? Besoraniß auf
seinen Schwiegervater. Dieser berichtete nun in kurzen Worten seme Unterredung mit Herrn v. Merizolles und das mit Violette geführte Gespräch. Horace war außer sich vor Entrüstunq. Wiederholt unterbrach er durch zornige AuZrusungen den Bericht des alten Herrn. Als dieser aber mit den Worten endigte: Was soll- man da machen? Ich habe ihre Idee, in's Kloster zu gehen, natürlich rundweg zurückgewiesen, ihr vielmehr vorgeschlagen, sich doch zu verheirathen," wechselte er plötzlich die Farbe und starrte semen Schwiegervater wie Jemand an. der eine ganz unerhörte und ihn aleichzeitia zur Verzweiflung bringende Kunde verNimmt. Daß Horace der Geaenstand jenes schönen Traumes" gewesen war. den Violette m ihrem verschwiegenc.. Herzen gehegt, darüber bestand für den scharfblickenden alten Herrn lanast kein Zweifel; jetzt war er aber auch gewiß. daß sem Scowieaersohn ihre Gefühle erwidere, wenngleich dieser sich das auch bisher wohl noch nie selbst klar gemacht haben mochte. Ja. mem Gott." stammelte der Marquis endlich, indem er sich vergeblich zu fassen suchte, Sie haben iedenfalls recht. Aber das kommt für mich so überraschend ich habe daran noch nie gedacht." Es war ihm äugenfchelnlich em furchtbar peinigender Gedanke, sich Violette als Gattin eines anderen vorzustellen. Und wen soll Violette denn nach Ihrer Ansicht heirathen?" fragte er dann zögernd. Nun Sie naturlich," versetzte Lemarchand, das ist doch das einfachste und beste Mittel, alle Lästermäuler zu stopfen. Oder halten Sie sie etwa nicht für würdig, Marquise v.Plessts SamtLuc zu werden?" Horace fuhr heftig zusammen, dann aber sprang er auf, eilte mit weit ausgebreiteten Armen auf seinen Schwiegervater zu und druckte ihn sturmisch an seine Brust. Sie sind der beste, der gütigste aller Menschen!" rief er tiefbewegt. Das bin ich nicht." wehrte dieser !ächelnd ab, aber ich möchte Sie gern glücklich sehen, mein Sohn. Ich habe Ihnen oft gesagt: ich werde es Ihnen i . r- . Nie vergeben, weicy ein vorlressiicyer Gatte Sie meiner Laure waren. Das suche ich jetzt zu bewahrheiten, indem ich Ihr Glück zu begründen bemüht bin." Aber wurde das nicht eine Beleungung des Angedenkens der Todten sein?" warf der Marquis em, indem sich eine Wolke über seine offenen Züge breitete. Sie ist Reines Mutter, und es ist mir, als ob ihr Schatten zürnen müsse, .venn ich ihr eine Nachfolgerin geben wollte." Ihr Zartgefühl ehrt Sie, Horace, allein ich sage Ihnen, daß Sie ein so!ches Bedenken nicht zu hegen brauchen. Sie werden das Andenken der armen Laure immer in Ehren halten, davon bin ich überzeugt, aber Sie dürfen unbedenklich thun, wozu Ihr Herz Sie jetzt treibt, und zugleich Violette ein Glück geben, worauf sie vollen Anspruch hat." , , Ja. ich liebe Violette. Wie sehr das ist mir erst bei Ihren Worten von vorhin klar geworden. Aber was wird Reine dazu sagen, wenn sie ersährt, daß ich mich wieder zu vermählen gedenke?" Nun, das können wir ja bald ersahren," meinte Lemarchand in seiner gewohnten, entschiedenen Weise. Ich will Reine rufen, und dann wollen wir sie um ihre Ansicht fragen." Das junge Mädchen mußte wohl verstanden haben, ihren Großvater schon unterwegs au'-znhorchen, denn als sie in das Zimmer des Marquis eingetreten war, fiel sie diesem ohne Weiteres um den Hals und herzte und küßte ihn. Jch wußt es ja, Großpapa," sagte sie dann lächelnd zu dem alten Herrn, daß Du es schon fertig bringen, wur best. Violette zu trösten. Du hast das rechte Mittel getroffen. Und Du bist einverstanden damit. daß Violette Deine zweite Mutter werden soll?" fragte der Marquis. Ja. das bin ich." erklärte Reine. - Wo ist Violette?" erkundigte sich Lemarchand. Sie sitzt in ihrem Zimmer und weint." aab Reine Auskunft. Nun, dann wollen wir alle drei gemeinschaftlich sie zu trösten versuchen." , Der Fabrikbesitzer trat zuerst in ihr Gemach, hinter ihm kam der Marquis, der Reine an der Hand führte. Verwirrt und erröthend fuhr Fräulein v. Lacroix bei diesem Anblick von ihrem Stuhle auf. . 'Mein liebes Kind," nahm Lemarchand das Wort, es'schemt mir am Platze, unsere Unterredung von vorhm noch einmal aufzunehmen und zu einem befriedigenden Abschluß zu bringen. Ich verstehe, etwas m den Her zen zu lesen, und alaube den Traum, von dem Sie mir erzählten, errathen zu haben. Oder wollen Sie sich weigern, wenn ich Sie bitte, meine Tochter zu werden und meinem Schwiegersöhne tXhxt Hand zum Ehebunde zu reichen?" In Worten vermochte Violette keine Antwort zu geben, aber Horace mußte eine solche wohl in ihren Augen gelesen haben, denn er eilte auf sie zu und druckte sie innig an sem Herz. (Fortsetzung folg?.? Die erste Handelsschule W r iv tM . . " ivaro iö ö in 20llv, apan, gegründet, der bald andere, ähnliche Anstalten i i r v c l - - in eryieoenen A.yeuen oes anoes
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