Indiana Tribüne, Volume 28, Number 140, Indianapolis, Marion County, 4 February 1905 — Page 7
Jnditmä Tribüne, Februar 1005
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I Hinter ucrschlojstnen Chtirrn lioiiuu von Paul d'AZgremont 5 sS Gortfetzung.) JDarnit endete diese Unterredung, und Gratien verließ das Zimmer, kaum noch fähig, sein: Enttäuschung zu verbergen. Das letzte Versprechen, das ihm Learchand gegeben, tröstete ihn zn?ar einigermaßen, denn Andres Aufnähme in die Fabrik und die sichtliche Vorliebe, die der Großindustrielle für diesen hegte, hatte schon seine Eifersucht und seinen Neid mächtig erregt. Nun !var er wenigstens darüber beruhigt, daß ihm Kiefer Neuling nicht jenen so heiß ersehnten Posten wegschnappen würde. Aber jedesmal versetzte ihn Lemarchands Zaudern, dies hinhaltende Vertrösten von Neuem in Aufregung. Er nahm feinen Hut, ließ sich eine Droschke holen, und fuhr zum Bahnhof, wo gerade ein Zug nach Paris abging. Vom Nordbahnhof ließ er sich nach der Nue Ampere fahren, wo er an der Thür des Hauses Numero 180 schellte. Madame zu Hause?" fragte er den öffnenden Diener. Jawohl, Herr Graf." wurde ihm geantwortet. Die gnädige Frau will gerade zu Tische gehen." So sagen Sie in der Küche, daß ich mit ihr spe!'en werde," befahl er, stieg die Treppe hinauf und trat ohne Weiteres in das Zimmer, in das seiner Zeit auch der Staatsanwalt Jeantel geführt worden war. Madame Satores sah in dem Hauskleide von rosa Seide, das sie heute, trug, frisch und jugendlich aus'. Die Spuren des schlimmen Jnfluenzaanfalles waten vollständig überwunden, und das Feuer ihrer dunkelblauen Augen ließ keinen Zweifel an ih:er völligen Genesung. Ah. mein lieber Graf, welchem glücklichen Umstände verdanke ich das Vergnügen- Sie schon so bald wiederzusehen? Werden Sie mit mir speisen?" Jawohl, meine Theure. Und da ich von vornherein einer so liebenswürdigen Aufnahme sicher war, so habe ich mir bereits erlaubt, das in der Küche sagen zu lassen." Die feinen Brauen der Dame zogen sich unmerklich zusammen. Sie liebte solche Eigenmächtigkeiten in ihrem Hause nicht. Allein sie verstand zur rechten Zeit zu schweigen und fragte blos in einem kühleren Tone: Also was ist gesehen?" Horcce hat jeglichen Argwohn Lemarchands gegen mich beseitigt. Der Alte hat mich um Verzeihung gebeten." Du wirst also sein Bevollmächtigter?" fragte Madame Satores, vor freudiger Erregung die Farbe wechselnd. Du wirst reicy, frei und unabhängig werden?" Vorläufig noch immer nicht. Das ist's ja eben, was mich so in Wuth bringt. Stets brmgt er neue Ausflüchte vor." Und welchen Posten sollst Du dann bekommen?" Allerdings den von mir verlangten, aber ich argwöhne immer einen Hintergedanken bei dem alten Schleicher. Nathe mir, was zch thun soll!" Weshalb glaubst Du denn, daß er Dir gegenüber nicht ehrlich ist?" Ich weiß es nicht, aber es scheint mir so. Mit seinem ewigen Hinhalten bringt er mich zur Verzweiflung, und oft genug fühle ich mich versucht, ihm die ganze Geschichte vor die Füße zu werfen. Freilich sage ich mir dann lvieder, daß er ja nicht ewig leben kann. Ter Tod seiner Tochter hat ihn stark mltqenommen. Er würde einen Anfall, wie Du ihn hattest, sicherlich nicht überstehen; schon eine gehörige Erkäliung kann ihm den Rest geben. Dann wird mein Bruder der unumschränkte Besitzer semer Millionen, und mit Ho race habe ich leichtes Spiel. Dann werde ich der Herr und Meister der Fabrik fern. Madame Satores war nachdenklich geworden. Sie ließ sich von Graticn seine ganze Unterredung rnü Lemarchand genau wiederholen und meinte dann: Ich glaube, daß Du Dich ohne Grund aufregst. Was wäre denn schlimmsten Falles dabei, wenn wir auch noch ein oder zwei Jahre wa?:m müßten? Wir sind ja Beide noch jung. Nur muß ich sicher sein, daß Deine Gesinnung gegen mich unverändert bleibt." Kannst Du daran zweifeln?" Es liegt in meiner Natur, an allein und an allen zu zweifeln. Aber daö lasse Dir gesagt sein: wenn Du mich nicht zur Gräfin v. Plessis Saint-Luc machst, wie Du mir feierlich versprocben hast, so könnte Dir das theuer zu stehen kommen." Soll das eine Drohung sein?" Nein, blos ein freundschaftlicher Wink vorher, das ist hesser." Doch nun komm, ich sterbe vor Hunger." In dem Speisesaale wurde ein gewähltes Mahl aufgetragen. Die HausHerrin war gegen ihren Gast sehr liebenswürdig, aber trotzdem blieb der Graf einsilbig und zerstreut. Sie fragte ihn nicht nach dem Grunde, da sie keine derartigen Erörterungen in Geaenwart der Dienerschaft liebte.
Auch duzte sie ihren Verlobten niemals in deren Gegenwart. Wir wollen auf der Terrasse den Kaffee trinken. Dort können Sie auch Ihre Cigarre rauchen." sagte sie nach Beendigung des Mahles. Sie nannte einen kleinen Raum hinter dem zweiten Salon die Terrasse." Von dort führte eine schmale Treppe in ein noch winzigeres Gärtchen hinab. Als sie dort saßen und Niemand sie mehr stören konnte, fragte sie: Willst Du mir jetzt endlich anvertrauen, was Du auf dem Herzen hast, oder soll ich
rathen?" Hm, eine fatale Geschichte," erwiderte der Graf mit einem Zucken um die Mundwinkel, daö der Herrin des Hauses genug zu sagen schien. Du hast naturlich wieder gespielt und verloren," sagte .sie, in heftigen Zorn gerathend. Gratien spielte Nicht regelmäßig. aber von Zeit zu Zeit wurde die Versuchung, sein Gluck zu versuchen, so übermächtig in ihm, daß er ihr erlag. Selbst der Gedanke, Lemarchand könnte davon erfahren, der oft genug erklärt hatte, er werde nie einen Spieler in einer Vertrauensstellung dulden, vermochte ihn nicht davon abzuhalten. Er spielte dann wie toll darauf los. Nur wenn er gleich zu Anfang stark verlor, kam er wieder zur Besinnung und hörte auf. Hatte er dagegen zunächst Glück. so war er auch bei spateren Verlusten nicht mehr zu öändigen. Madame Satores war ihm in solchen Fällen schon mehrfach beigesprunqen, denn trotz seiner bohen Einnabmen hatte er noch keine Ersparnisse gemacht. Sie selbst hielt ihr Vermögen sehr haushälterisch zusammen und gab ihm daher immer erst nach erregten Szenen und den heiligsten Versprechungen seinerseits die erbetene Summe. Diesmal schien sie zunächst ganz unerbitt lich bleiben zu wollen. Nun, wie Du willst," sagte endlich der Graf. Wenn Du mir diese fünfzigtausend Fran.i verweigerst, so kann ich sie eben nicht bezahlen, und dann wird mein -Name im Klub angeschlagen. Lemarchand wird das natürlich erfahren und dadurch die ihm vielleicht schon längst erwünschte Gelegenheit erhalten, mir den Laufpaß zu geben. Dann ist es aus mit unseren Plänen, mit der Heirath und allem anderen. Wie kannst Du Dich auch nur immer so kopslos dieser unsinnigen Leidenschaft hingeben!" schalt sie, noch immer aufgebracht. Du thust gerade, als ob ich die Besitzerin der Mmen v?n Golkonda wäre, aus den:n man immerfort schöpfen könne, ohne wieder etwas hineinzuthun." Stelle Dich doch nicht an, als ob Du wer weiß wie arm wärest. Du hast dreimalhunderttausend Franken jährliche Rente, was kann Dir also eine solche Bagatelle ausmachen? Außedem werde ich Dir die ganze Summe unverkürzt zurückerstatten." Gar nichts wirst Du zurückerstatten, das kenne ich." Für eine zukünftige Gräfin bist Du wirklich etwas schäbig." Das ist mir einerlei jedenfalls werde ich diesmal meine Vorsichtsmaßregeln treffen." Thue das immerhin, nur gib mh das Geld." Sehr schlechter Laune ging sie endlich, um nach fünf Minuten zurückzukehren. Sie brachte einen auf die So ciete Generale" ausgestellten Check und ein offenbar schon vorbereitetes Schriftstück mit, das sie mit den Worten vor ihn hinlegte: Lies und unterschreibe, dann erhältst Du den Check sonst nicht." Es war ein in aller Form ausgestellter Schuldschein über fünfzigtausend Franken, erhalten zur Deckung einer Spielschuld. Noch nie hatte sie dergleichen von ihm verlangt, und es erschien dem Grafen mit Recht als geradezu schimpflich, ein derartiges Anerkenntniß zu unterzeichnen. Es kam daher zunächst auf's Neue zu einer erregten Auseinandersetzung. Schließlich aber unterzeichnete Graf Gratis dennoch, nahm den Check und ging ziemlich niedergedrückt von bannen Wenige Tage darauf sollte er eine Wahrnehmung machen, die ihn noch viel mehr verdroß. Als er in der Fabrik behufs einer geschäftlichen Auskunft in das Arbeitszimmer des alten Herrn Lemarchand trat, fand er dort Andre auf dem Platze, wo immer dessen Sekretär zu sitzen pflegte. Der Posten war seit dem Tode des früheren InHabers noch nicht wieder besetzt ixioi den. Wie, Du bist hier?" sagte er, seinem Vetter einen bösen Blick zuwersend. Jawohl," antwortete der Fabrikbesitze? statt Andres ganz gelassen, ich bedarf einer jüngeren Krast für allerlei Besorgungen, mit denen ich selbst mich nicht befassen kann. Einem Manne Ihres Alters und von Ihrer Stellung im Geschäft kann ich dergleichen nicht zumuthen. Was ich Ihnen versprach-n habe,' wird von dieser Anordnung selbstredend in keiner Weise berührt. Als Gratien sich wieder entfernt hatte, sagte Lemarchand zu dem jungen Herzog: Hüte Dich vor ihm, Andre. Er meint es nichi gut mit Dir, wie mit keinem Menschen. Wenn er Dich auszufraaen sucht, so gib lhm ausweichende Antworten, denn er wird Dir nur Fallen zu stellen suchen. Ehe Du Dich auf irgend etwas einlässest, das er Dir vorschlägt, mußt Du mir stets vorher Mittheilung davon mache-.i. Versprichst Du Mir das mit Deinem Ehrenwort?"
Andre schaute den alten Herrn zwar ziemlich verdutzt an, aber er wußte ja, wie gut dieser es mit ihm meinte. DeS-
wegen schlug er ohne weiteres Besinnen tn dessen ihm entgegengestreckte Necyte ein und erklärte: Mein Wort darauf: ich werde Ihnen gehorchen." So, dann ist es gut. Wir sind hier für heute fertig: Du hast Deine Sache ganz vortrefflich gemacht, wie ich auch nicht anders erwartet habe, und kannst nun wieder zu Deinen Arbeiten im Laboratorium zurückkehren. Wie sieht es dort?" Ich bin augenblicklich damit beschäftigt, ein Verfahren ausfindig zu machen, um Phosphor in größeren Mengen im elektrischen Ofen herzuflellen, und glaube, daß mir das gelungen ist. Auch Herr Dubois ist sehr zufrieden," berichtete, der junge Mann ohne jede Selbstgefälligkeit. Ganz ausgezeichnet," lobte ihn der Fabrikbesitzer, indem seine Augen mit herzlichem Wohlgefallen auf seinem Schützling ruhten. Halte aber immer Dein Hauptaugenmerk auf das Gebiet der Diazofarbstoffe gerichtet, um die es mir in geschäftlicher Hinsicht augenblicklich zu thun ist. Die Konkurrenz ist uns auf br'em Felde entschieden über, und wir haben viel zu thun, um sie wieder einzuholen." Wi? sind auf dem Wcae dazu, err Lemarchand. Ich hoffe 'Ihnen demnächst ein Kongoroth vorzuführen, mit dem wir ein brillantes Geschäft machen werden." Du wirst auch noch ein Fürst der Chemie werden, mein junger Herzog," versetzte lächelnd der Großindustrielle, indem er Andre beifällig auf die Schulter klopfte. - 12. K a p i t e l. er Herr Marquis hat sich prächtig erholt," sagte Abbe Perrin zu Violette, der er in dem kleinen Gartensalon gegenübersaß, und es ist zumeist Ihr Verdienst, mein liebes Kind, daß er so rasch und so vollständig genesen ist. Um so weniger will mir Reine gefallen." Der Abbe war am Tage vorher auf Schloß Tauzia eingetroffen, obwohl seine Erne'.nung zum Pfarrer von Carrere noch nicht erfolgt war. Er wohnte daher vorläufig in einem eh?maligen kleinen Jagdschlößchen im Park von Tauzia, dessen Oberstock zur Aufnahme im Gästen eingerichtet war. Seine alte. Haushälterin sollte erst später mit dem nicht allzu umfangreichen Hausrath nachkommen. Ich kann Ihnen nicht sagen, Herr Abbe, welchen Kummer' Reine mir macht," entgegnete Violette. Sie steht mir jetzt geradezu feindselig gegenüber. Wiederholt bereits bin ich mit mir zu Rathe gegangen, ob ich mich nicht er -schließen solle, dies Haus zu verlassen und einem so unerträglich gewordenen Verhältniß ein Ende zu machen." O nein, das dürfen Sie nicht! Denken Sie doch an den Kummer, den das dem Marquis verursachen würde. Geduld und Nachsicht! Es ist jene entsetzliche Katastrophe, die noch immer in Reine nachwirkt. Wir Beide wissen ja, daß Laure ihr keineswegs eine so zärtliche und liebevolle Mutter gewesen ist, wie sie wohl hätte sein können. Aber die Zeit hat eine wunderbar verklärende Wirkung. Reine erinnert sich jetzt gar nicht mehr an alle schwachen Seiten und an das oft so abstoßende Wesen der Mutter: vor ihrem Geiste steht eine ideale Mutter, um deren tragischen Tod sie jammert und klagt, ohne sich trösten lassen zu wollen. Es ist nicht das allein, Herr Abbe." entgegnete Violette. Schwester Gabrielle .in Condy machte dieselbe Bemerkung. ' Es ist nicht der Schmerz um den Tod der Mutter allem, der ihrem so durchaus veränderten Wesen z Grunde lieg. Ein Geheimniß steckt dahinter, das wir alle nicht kennen." Sorgenvoll schüttelte der alte Seelsorger den Kopf. Sie hatte immer so viel Vertrauen zu mir. Wenn es mir doch gelänge, die eigentliche Ursache ihres Kummers zu ergrunden! Dann Ware eher Aussicht, ihr helfen zu können und sie auf andere Gedanken zu bringen. Wo ist sie jetzt?" Sie ist in den Park gegangen." Dann will ich sie dort suchen. Ich kann mich bereits ganz gut dann zurechtfinden. Wenn sie sich erst wieder an mich gewöhnt hat, bringe ich sie vielleicht dcch dazu, mir ihr Herz zu erschließen. Der Abbe fand Reine-Marie auf ihrem Lieblrngsplatzchen unter der Edelkastanie. Er sah es an ihren gerötheten Augenlidern, daß sie wieder geweint hatte. Sich neben sie auf die Bank setzend, sagte er im Tone milden Vorwurfs: Mein liebes Kind. Sie sollten sich doch nicht so willenlos einem Schmerz überlassen, der Sie krank macht und in einen Zustand verfetzt, der alle, die Sie lieb haben, tief bekümmert." - Sie wissen nicht, wie unglücklich ich bm! Ich mochte am liebsten sterben! Aber Reine, es ist ja fündhaft, was Sie da sagen. Sie haben doch kein anderes Leid zu tragen,-wie Ihr Vater t. C - - ... " k? . rr aucy, uno oas muen vste mn zrgebung thun. Oder lastet noch etwas anderes auf Ihnen, das Sie verbergen? r Y. m i yaoen iem Aenrauen meyr zu Ihrem alten Freunde, Ihrem Beichtvater?" Es ist nichts, was ich selbst beaangen hätte. Also brauche ich es Ihnen aucy man zu sagen." Also Du hast kein Vertrauen mehr zu mir, sagte er, sie wieder duzend, wie er früher a.ethan, Suh, Reinette.
ich habe Dich getauft. Dich auf meinen
Armen getragen, als Du noch nicht laufen konntest, und Du warst immer o sroy uns yeiler, vie tfreuDe uuc der Sonnenstrahl des Hauses. Unl nun gehst Du, von einem geheimen Kummer gequält, umher, weinst den ganzen Tag und verschließest Dein Herz selbst vor mir, der ich sonst immer darin lesen surfte wie in einem offenen Buche. Das, mein Kind, schmerzt mich sehr!" Diese Klage des von Reine aufrichtig verehrten Mannes griff ihr an's Herz. Schon halb überwunden meinte sie aber: Wir sind hier nicht im Beichtstuhl Sie könnten also vielleicht welter erzählen, was ich Jhnm gesagt habe." Dieser Vesorgniß kann ich Dich entheben, indem ich Dir erkläre, daß ich alles als Beichtgehcimniß betrachten werde, was Du mir anvertraust. Sprich also ganz ungescheui, mein Kind!". Es ist etwas so Gräßliches, so Furchtbares!" Vielleicht wird mir der liebe Gott Worte eingeben, um Dich zu trösten und zu beruhigen." So will ich Ihnen denn sagen, was so schwer auf mir lastet und mich fast zur Verzweiflung bringt. Man weiß noch immer nicht, wer meine Mutter umgebracht hat. Ich aber weiß es!" Der greise Pfarrer fuhr entsetzt zusammen, und es bedürfte einiger Zeit, bis er' sich nach dieser unerwarteten Enthüllung so weit gesammelt hatte, um entgegnen zu können: Mein liebes Kind, das ist offenbar nur eine krankkalte Einbildung." Ich fasr Ihnen aber: nein. Ich war wach und habe sie deutlich gesehen." Was? Wen hast Du denn gesehen?" Violette!" Der Abbe stieß einen dumpfen Schreckensscbrei aus und schlug die Hände zusammen. Violette?" wiederholte er außer sich. Du willst gesehen haben, daß Violette Deine Mutter getödtet hat? Aber. Du armes Kind, das ist ja unsinnig, der Schmerz hat Dir den Verstand geraubt!" Ich bin bei ganz klarem Verstände und ich sage Ihnen nochmals: ich hc : sie gesehen!" Alle Thüren waren ja verschlossen und verriegelt. Wie hättest Du also hineingelangen und wieder herauskommen können?" Das bin ich auch nicht, aber ich habe sie doch gesehen!" Der Abbe Perrin war jetzt noch mehr als vorher davon überzeugt, daß es sich um ein: Hallucination handele, die Reine für Wirklichkeit hielt. Nachdem er selbst wieder etwas ruhiger g--worden war, sagte er: Erzähle mir einmal alles ganz ausführlich, und der Reihe nach, mein Kind." Ich weiß nicht, wie lange ich an jenem Abend schon geschlafen hatte und wie spät es in der Nacht war. Ich wurde wach und sah Violette in ihrem Nachtkleide an meinem Bette vorüberkommen und wieder in ihr eigenes Zimmer gehen. Sie bielt ein brennendes Licht in der Hand. Ihre Augen wareil 'offen, das Gesicht war bleich, sie sah aus wie eine Todte. Mich befiel eine entsetzliche Furcht ich rief sie an. aber sie gab keine Antwort. Und dann?" Das ist alles. Aber ich bin überzeugt: sie hat meine Mutter getodtet." Sonst hast Du nichts gehört oder gesehen?" Nein, sonst nichts. Aber hinterher hat sie geloczen. Wer? . Violette? Das ist nicht möglich!" Doch. Am anderen Morgen fragte ich sie in Papas Gegenwart: ,Du bist dlese Nacht aufgestanden und an mel nem Bett vorübergegangen, nicht wahr?' Darauf hat sie geantwortet: ,Nein.' Da ich sie ganz deutlich gesehen habe, so wußte ich, daß sie die UnWahrheit spricht. Sie hat gelogen, um ihre furchtbare Unthat zu verheimlichen!" Und Du könntest Violette, diesem M 1 f m - rw M jeiostio en. engelsguten M en, im Ernste einen Mord zutrauen. Reine? Das ist ja ganz undenkbar es ist unmöglich!" . Der Abbe sagte dies mit einer so felsenfesten Ueberzeugung, daß seine Worte einen tiefen Eindruck auf seme Zuhorerm machten. Mem uebes Kind," fuhr er dann väterlich fort. Du bist inzwischen älter und gereifter geworden. Man kann Dir letzt manches anvertrauen, was vor Dir früher sorgfaltig geheim gehalten worden ist. Deine arme Mutter, die ietzt nx Frie den ruht, war nicht immer gut gegen Violette. Diese hat manches zu leiden gehabt, aber niemals ist ein Wort der Klage oder gar des Vorwurfes über ihre Lippen aekommen. Welßt Du, was ihr die Kraft, alles schweigend zu dulden, verlieh?" Mit bleichen Wangen und gesenkten Augen, aus denen Thränen hervor quollen, hörte Reine zu. Sagen Sie es mir," bat sie flüsternd, (Fortsetzung folgt.) Unter Gaunern. Was käst Da "??r Vw nitr 1Tfcit tirt&rtf).u UV vm illUlil UlWljlVtl IJlJJlVVitl Kiemen alten. D e r Sultan der Türk e i schläft täglich nur. zwei oder drei Stunden und kommt nur zum Ein schlafen, wenn ihm Jemand vorliest oder wenn in einem angrenzenden Raume musizirt wird. Diese chronisch gewordene Schlaflosigkeit soll daher rühren, daß er so lange befürchtet hat, ermordet zu werden.
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