Indiana Tribüne, Volume 28, Number 140, Indianapolis, Marion County, 4 February 1905 — Page 5

Jndkana Tribnno, . Februar ihcm.

Sie unveryciraNjtle Schwadron. Von Elisabeth Goedicke. Wir waren alle in begreiflicher Aufgung, denn der kleine Riese war im Begriff, eine große Dummheit zu machen; er wollte sich verhcirathen. Das war an und für sich schon unerhört. Seit Jahren hatten wir sei nen Ehemann in unserer detachirten Schwadron gehabt. Unser Name Die unverheirathete Schwadron" war fast offiziell geworden, und da die Bevölkerung in unserem lothringischen Garnisonsnest noch sehr preußenfeindlich war, hatten wir auch beim Civil gar sei .n Verkehr. Wir waren eine wilde Reiterschaar von Junggesellen, bekannt wegen unserer tollen Reiterstückchen und unserer häusigen und sehr ausgedehnten Liebesmahle, aber wenig brauchbar im Verkehr mit Damen. Und nun wollte der kleine Riese eine junge Frau in unseren Kreis einführen! Wenn es sich noch um eineVerlobung im gewöhnlichen Sinne gehandelt hätö mit solidem Hintergrund, segnenden Eltern und eitel Glück und Sonnenschein, wohin man sah! Aber hier waren all' die Nebenumstände wenig glänzend und. verlockend. Der kleine Riese war der kleinste von uns allen, und da er auf den Namen Hans von Riesen hörte, nannten wir ihn nur Der kleine Niese". Ein liebes Kerlchen war er; ein bischen beschränkt, aber immer freundlich, gefällig und fidel, mit einem Herzen von Gold. Und nun hatte er sich so fangen lassen! Er hatte sich kürzlich auf einem Gut nicht sehr weit von unserem Nest ein Pferd gekauft von einem knurrigen, bärbeißigen Herrn, mit dem wir gesellschaftlicy gar keinen Verkehr hatten. Der Gaul war, wie sich später herausstellte, Krippensetze und viel zu theuer bezahlt. Pferdekenner war der kleine Riese nie gewesen. Das war ja nicht so schlimm, mit seinem Gaul ist man ja nicht aufLebenszeit verbunden! Doch er wollte sich auch seine Braut dort holen. - Es war uns schon etwas verdächtig vorgekommen, daß er so oft dorthin ritt. Immer noch des Pferdekaufs wegen, wie er sagte. Aber eines Tages gestand er uns, was für ein Magnet ihn dorthin zog. Er wollte sich mit einer Nichte des Bärbeißigen verloben. Wir waren außer uns. Der kleine Riese wollte sich verloben mit einem jungen Mädchen, das keiner von uns vorher gesehen hatte, einer Waise mit wenig Vermögen und einem Onkel, der der Sache geradezu feindlich gegenüberstand. Wir versuchten, es ihm auszureden. Wir stellten ihm vor, was das für ein Leben werden mußte, diese Ehe mit den bekanntenEinschränkungen, was das. für Consequenzen nach sich ziehen könnte, eine Frau zu haben, deren Anhang so preußenfeindlich war.. Und Stachow, der das größte Mundwerk von uns hatte, sprach das aus, was wir alle dachten. Nimm dich in Acht, kleiner Riese." sagte er. Du bist ja ein netter Kerl, aber ein Adonis bist du nicht, und so einer, um den die Frauen Himmel und Hölle in Bewegung setzen, auch nicht. Wenn sich nun eine mit ihrenVerwand-

ten überwirft und sich auf all' diese Kämpfe einläßt Mensch, glaubst du, daß' sie das nur aus Liebe zu dir thut?" ' Es war stark, ihm das zu sagen, aber der kleine Riese lächelte nur freundlich, fast ein bischen, mitleidig, und sagte: Ihr kennt sie nicht." Er war rührend, der kleine Kerl. Wenn sie uns den nun unglücklich machte, die Nichte vom Bärbeißigen, sie sollte es bereuen! Die ganze unverheirathete Schwadron würde ihn rächen! Das Schicksal ging feinen Gang der kleine Riese verlobte sich. Der Onkel wies die Nichte ergrimmt aus dem Hause, und sie ging bis zur Hochzeit zu anderen Verwandten. Dann reiste der kleine Riese zur Hochzeit ab. Da die Reise sehr weit war und die Hochzeit sehr klein sein sollte, kam Niemand von uns mit, aber wir gaben ihm das Geleit .nach dem Bahnhof und am Tage seiner Trauung hatten wir großes Abschiedsliebesmahl, denn von nun an waren wir ja nicht mehr die. unverheirathete Schwadron. Sie machten keine Hochzeitsreise, sondern kamen nach ganz kurzem lufenthalt in Berlin in ihr eigenes, kleines Nest. Wir hatten einen großen Blumenkorb in die Wohnung geschickt und freuten uns, daß der Weg vom BahnHof dorthin am Kasino vorbeiführte. Wir hatten alle am Fenster Posto gefaßt, als sie kamen. Arm in Arm schlenderten sie die Straße hinunter. , Mein Gott, so klein, so jung und so glücklich sahen sie aus, unser kleiner Riese und seine kleine Frau. Er trug den Civilanzug, den er sich von unserem Regimentsschneider hatte bauen" lassen; sie sah in einem braunen Lodencostüm sehr einfach und anspruchslos aus. Sie war genau so groß wie er und hatte ein weiches, rundes Gesicht mit dunklen, sonnigen Augen. AIS sie amKasino vorbeikamen, sagte er etwas zu ihr, und dann sahen sie beide zu unseren Fenstern herauf. Wir wollten erschrocken zurückfahren, denn wir schämten uns doch etwas unserer

Neuzier, aver sie hatten un? schon gesehen und nickten beide lebhaft. Dann schlenderten sie weiter. Vor dem Photographenkasten, in dem uns schon seit einem halben Jahr dieselben Bilder anödeten, blieben sie stehen, und er tippte auf dem Glas berum und sckien ihr zu sagen, wen die Bilder darstellten. An einem langweiligen Schaufenster machten sie wieder Halt und lachten über irgend etwas. Ihm schien wirklich in unserem Nest alles einen neuen Reiz bekommen zu haben. Endlich waren sie unseren Blicken entschwunden. Wir sagten nicht viel. Als die Sache noch nicht unwiderruflich war, hatten wir kein Blatt vor den Mund genommen, dem kleinen Riesen gegenüber nicht, und noch viel weniger, wenn er nicht dabei war. Jetzt war Frau von Riesen eine der unseren und das -änderte natürlich alles. Ich weiß nicht, ob es den anderen ebenso gegangen ist, wie mir, aber ich muß sagen, wie ich sie da unten gehen sah, den kleinen Riesen und seine Frau, aneinander geschmiegt, glücklich, lachend, wie zwei Kinder, da wurde mir ganz seltsam urn's Herz so ein bischen traurig, ein bischen gerührt, und ich glaube beinah' auch ein bischen neidisch. Am nächsten Sonntag machten wir alle Besuch bei Riesens, und von dem Tage an begann ein ganz anderes Leben für uns. Wir waren nun wirklich nicht mehr die unverheirathete Schwadron, sondern eine Frau tvnx in unseren Kreis getreten, die von NUN an UNser Mittelpunkt war. Nichts wurde beschlossen, ohne sie" um 'ihren Rath und ihre Meinung zu fragen. Der kleine Niese war als Ehemann ganz der alte geblieben, freundlich und gefällig, nur, daß wir ihn jetzt natürlich wemger sahen. . Dafür tonnten wir aber auch zu jeder Tageszeit zu ihm kom men, wurden von ihm und seiner Frau herzlich empfangen und mußten, wenn es so paßte, an ihren Mahlzeiten theilnehmen. Ich glaube kaum, daß je ein junges Ehepaar in den Flitterwochen so viel gestört worden ist, wie Riesens, aber sie waren immer freundlich, immer vergnügt, und wenn wir 'mal sehr lange blieben, nahm er seine kleineFrau plötzlich in den Arm und küßte sie. Dann sahen wir solange aus dem Fensier oder vertieften uns in ein Album. Sie war keine blendende. Erscheinung und kein sprühender Geist; aber sie war verständig, vergnügt und herzensgut, und sie hatte ein so liebes, weiches Kindergesicht. Wir wären alle durch's Feuer für sie gegangen. Es war so nett, all' die kleinen Leiden und Freuden ihres Haushaltes mit ihnen zu theilen. Sie hat ein neues Rezept für Napfkuchen ausprobirt," hieß es, und dann gingen wir alle zum Kaffee hin. Einmal setzte ich mich gerade mit dem langen Drewski im Kasino zu einer Partie Schuch zusammen, als Stachow kam. Er setzte sich auf's Sofa, streckte die Beine von sich und sagte: Sie braucht 'ne Waschfrau!" Ich stel.te die Figuren auf's Schachbrett, abei Drewski erhob sich und sagte: Laß man, du, ichmuß nach Hause. Die Schwester von meiner Wirthin wäscht für mich. Die Person ist zuverlässig, ich werde 'mal mit meiner

Wirthin reden. Wenn wir Morgens zur Uebung ausritten, mußten wir an ihrem Hause vorbei. Dann stand sie auf dem Balkon und winkte uns zu, und wenn wir Mittags zurückkamen, saß sie mit einer Handarbeit dort oben und nickte wieder. Eines Tages sagte unser Rittmeister, wir hätten ihre Gastfreundschaft nun so oft in Anspruch genommen, daß sie uns die Freude machen müsse, auch einmal im Kasino unser Gast zu sein. Sie sagte zu. Wir hatten ihren Platz mit Blumen geschmückt und überreichten ihr einen Ehrenbecher mit den Initialen des Regiments. Wie reizend das war, wie sie nun an unserem Tische präsidirte mit glänzenden Augen und rothen Backen. Von nun an kam sie öfter. Wir hatten uns die Liebesmahle ganz abgewöhnt. Wenn davon die Rede war, stimmten wir alle für einen gemüthlichen kleinen Riesenabend". Sie gehörte nun einmal so zu uns, daß es uns unnatürlich vorgekommen wäre, ohne sie zusammenzukommen. Sie plauderte kameradschaftlich mit uns und sang uns nach Tisch mit ihrer wcichen, hübschen Stimme unsere Lieblingslieder vor. Zwischen elf und zwölf ging das kleine Riesenpaar nach Haus. Länger blieb si? nie' darin war sie unerbittlich. Als der Winter gekommen, lud der Regimentscommandeur uns alle zum Vall nach S. ein. Er that das jedes Jahr, und sonst waren wir immer alle bestrebt gewesen, uns nach Möglichkeit davon zu drücken. Aber diesmal war es etwas anderes. Riesens hatten zugesagt, und nun wollten wir alle hin, um zu sehen, wie sie dort gefiel. Wir fuhren alle zusammen hin und stiegen in dems elben Hotel ab. Sie hatte schon ihre ganze Tanzkarte besetzt, ehe sie in S. war. Als wir den Vallsaal betraten. Niesens voran und wir alle in geschlossener Reihe hinterher, wurden wir mit Jubel empfangen. Ah, die dritte Schwadron mit ihrer Dame. Endlich nicht n.ehr die unverheirathete. Schwadron." Der Commandeur küßte ihr die and und sagte:- Ich freue mich unenNich, gnädige Frau, Sie als jüngste Reglmentsdame begrüßen zu können. Aber suhlen Sie sich nicht doch manch-

mal ein bischen einsam, so als einzig Dame in der Schwadron?"

Sie sah uns alle der Reihe nach mit einem sonnigen Blick an, dann sagte sie: Nein, wie sollte ich. Ich habe ja meinen Mann und viele treue Kameraden." - Wir haben sie beinahe todtgetanzt den Abend und sie beim Cotillon mit Blumen überschüttet. Unsere Regimentskameraden waren gar nicht so sehr begeistert und entzückt von ihr, wie wir es eigentlich erwartet, hätten. Sie ist ja niedlich und frisch und jung," meinten sie, aber daß Ihr solcyen bumms um ne macy:, oegreisen wir nicht." Da sah sie Stachow ganz ernst an und sagte: Ihr kennt sie nicht. ' Es war kurz vor Weihnachten und wir hatten kurze, trübe Tage. Wir saßen bei Tisch und waren schon beim Braten. Drewski und der Assistenzarzt waren nicht da. Sie hatten sich mcht entschuldigen lassen und keiner wußte. wo sie eigentlich steckten. Wir hatten ausgerechnet, welche Strafe sie bezahlen müßten, als Drewski eintrat. Er sah blaß und verstört aus, trat zum Rittmeister und sagte: Ich bitte um Verzeihung, daß ich zu spät komme, Herr Rittmeister, Frau von Riesen ist eben im Hause des Wachtmeisters, dessen kranke Frau sie besucbt hat, die Treppe hinuntergestürzt. Wir haben sie mit einer Bahre nach Hause bringen müssen." Unsere Tafelrunde war plötzlich ausgelöst, wir umringten Drewski. Sprechen Sie doch Mensch, hat )t sich 'was gethan? Ist ein Arzt da? Ist 'was gebrochen?" Santen ist da, und der Sanitätsrath kam, als ich ging," sagte Drewski. -Und was meinte Santen?" fragten wir und schüttelten Drewski. Mensch, laß dir doch nicht alles so abfragen." Er sah keinen von uns an. . Sie hätte schwere innere Verletzungen es wäre sehr ernst es sind da Hoffnungen vernichtet " Wn fragten nicht mehr, wir gingen alle hinaus und zogen uns an. . Ihr müßt aber stark, sein.., sagte Drewski auf der Straße, sie. hatte furchtbare Schmerzen . So leise wir konnten, gingen wir die Treppe zu Riesens Wohnung hinauf und traten in das Wohnzimmer ein. Der Bursche stand verstört ,.auf. dem Flur und sagte uns, der Sanitätsrath und Assistenzarzt Santen seien noch da. Wir warteten . eine lange, lange. Zeit. Man hörte gedämpftes Sprechen aus dem Nebenzimmer, ab und zu ein Stuhlrücken oder einen Schritt. Endlich kamen sie beide. Der Sa-, nitätsrath. ging mit- ernstem Gesicht grüßend an uns vorüber. - Santen fetzte sich an den Tisch und stützte den Kopf in beide Hände. Wir umrmgten ihn. Was ist? Wie steht's? Sprechen Sie doch!" . Nun sagte er ganz langsam, als wenn ihm jedes Wort Mühe machte: Schwere, innere Verletzungen. Wir haben ihr eine Morphiumeinspritzung gemacht. Es ist keine Hoffnung!" Dann legte er den Kopf auf seine verschränkten Arme auf der Tischplatte. Die Thür zum Schlafzimmer war aufgeblieben. Sie" lag in den weißen Kissen, , das Gesicht blaß und schmal, die Augen geschlossen, als ob sie schliefe. Der kleine Riese saß am Bett und hielt ihre Hand. Er war fast noch blasser als sie. Unter feinen Augen, lagen schwarze Ringe, und in das junge Gesieht hatte sich ein tiefer Leidenszug'eingegraben. Als er uns sah, nickte er uns zu; es war ihm so selbstverständlich wie uns, daß wir auch in dieser Stunde da wären. Einige traten leise heran und drückten ihm die Hand, dann gingen wir in's Wohnzimmer zurück. Wir saßen stumm an den Wänden herum, und das Schweigen lastete auf uns. .Die Uhr tickte laut, als wenn die Zeit unerbittlich mit gleichmaßigen, horbaren Schritten weiterginge. Stachow besah seinen rechten Stiefel, erst die Spitze, dann die Sohle. Ich sah, daß er dort eine schadhafte Stelle entdeckte, und hatte dasGefühl, als ob das etwas sehr Wichtiges wäre. Unser Fahnenjunker hatte sich auf den Stuhl zwischen Sofa und Rand gesetzt und zog sich alle Augenblicke den Rock gerade. Er war ein halbes Jahr jünger als Frau von Riesen und sie hatte sich immer seine Vizemama" genannt ur.d ihn mütterlich behandelt. Als Renteburg jetzt aam aedankenlss die Decke von ihrem Nähkorb abhob ur.o em Knauel rothes Garn ln die Hand nahm, stand der Fahnenjunker auf und ging hinaus. Er hatte ihr das Garn zu dem Knäuel vor ein paar Tagen halten dürfen. Als loir ihn später suchten, saß er in der Küche und weinte wie ein Kind. Santen ging wieder hinein. Sie war erwacht. Dann fianden wir alle an ihrem Bett und sie reichte jedem noch einmal die Hand. Ihr Mund blieb stumm, aber ihre Augen sagten jedem einen letzten Gruß. Wir ließen nun das kleine Riesenpaar allein, jetzt wenigstens wollten wir sie ; t ri" rrr r . ... nii liicyl nvl?n. juhc iange oi noco gewartet haben, weiß ich nicht. Ich weiß nur, daß der Augenblick kam. wo die Thür aufging und der kleine Riese zu uns trat. Sie ist todt sagte er in unsere mi fi. r.r V r r . !r n vnuc unu jani oem Vunaqn stehenden in die Arme.

Zum Vegrädnt Tarnen em paar Kameraden von den anderen Schwadronen herüber. - Als wir mit ihnen im Kasino saßen, sprachen sie ein paar Worte über den traurigen Fall und wollten dann zur Tagesordnung übergehen, aher sie. bekamen nur einsilbige

Antworten. Wir konnten heute wirklich Nicht über Rennpferde und Avancementsverhältnisse sprechen. Schließlich sagte emer von ihnen: Die Sache ist ja furchtbar traurig und der kleine Riese thut mir schrecklich leid. aber zeder einzelne von Euch thut ja wirklich, als wäre er der Wittwer." Ihr habt sie nicht gekannt," mx wieder Stachows Antwort, aber wir wir haben sie alle sehr lieb gehabt. S war uns ein Freund und Kamerad und jeder durfte zu ihr kommen wie ein Bruder. Wir haben unser Bestes mit ibr verloren." Ja, die Empfindung hatten wir alle. als wir später an ihrem Grabe standen und der blumengeschmückte Sarg unseren Blicken entschwand wir hatten unser Bestes verloren. Mem Gott, es war ja etwas so Emaches, Alltägliches, was sich da vor uneren Augen abgespielt hatte, zwei chlichte, gute Menschen hatten sich gefunden und sehr lieb gehabt. Aber weil wir so nah' dabei stehen durften, daß ein Strahl ihres Herdseuers auch uns erwärmte, hatten wir erkannt und gefühlt, was für eine Größe in diesem Alltäglichen liegt, in diesem Füreinanderleben und Jneinanderaufgehen. Die Frau, die in unsere Mitte getreten war, so liebreizend in ihrer schlichten Einfachheit, sie hatte uns gezeigt, daß es Höheres, Größeres gab, als das, was unser Leben bis jetzt ausgefüllt hatte, und sie hatte die Sehnsucht danach in uns erweckt, nach dem, was sie dem kleinen Riesen gab, nach einem tiefen, großen Glück. Nun war sie wieder von uns gegangen, aber was sie in uns erweckt hat. das ist iN'UNs lebendig geblieben und hat unserem Leben , seinen Inhalt gegeben. Wir waren jetzt wieder die unberheirathete Schwadron. Wenn-wir zur Uebung ausrittcn, machten wir einen Umweg, um nicht an ihrem Hause vorbei zu müssen. Nach .und nach strebten wir alle fort wir konnten , uns in das alte Leben nicht mehr finden. . Nur- der, kleine Riese blieb. Er mochte sich wohl nicht von ihrem Grabe trennen. Wir nannten ihn nicht mehr beschränkt uno lächelten nicht mehr Lber.jhn, bernr er hatte uns wahres Glück und wahren Schmerz gezeigt und zu beidem gehört Größe. . Vurschengeschichten. Folgende hübsche Burschengeschichten erzählt die Frau eines deutschen Offiziers: Mein Mann und ich wollten' beim. Oberstleutnant von P. unseren Gegenbesuch machen. Der öffnende Bursche sagt, die Herrschaften seien nicht! zu Hause. Hier," sagt mein Mann, geben Sie unsere Karten ab und bestellen Sie, wir hätten unseren Gegenbesuch machen wollen." Da sagt der Bursche, stramm stehend, wie ejngekrnt: Die Herrschaften sind sehr zu'de'oauern, sie machen selber Besuch!" . I . Wieder einmal ' hatten wir einen neuen Burschen bekommen, der mir sofort, als ich ihn sah, als hoffnungslos" mein Gemüth beschwerte. Bald sollte ich einsehen, wie richtig' ich ihn taxirt hatte. Es klingelt draußen, der Bursche erscheint im Zimmer: ,s is e Mensch draußen un will zur gnädigen Frau." , Wie heißt' er denn, was will er denn?" Ach nee, 's is e Mensch." Na ja doch, wie heißt er denn?" Ich wecß nich." Seufzend gehe ich selbst nachsehen und finde eine Dame, die mich besuchen will, ijorn Burschen harmlos ländlich sittlich als das Mensch" bezeichnet. . Nun versuchte ich mich an der Dressur dieses Bären, und wir übten unermüdlich Besuch empfangen" und fragen: Wen hab' ich die Ehre, zu melden?" bis Wilhelm erklärte, nun könne er' die Geschichte so sicher, daß er's im Schlafen richtig machen würde. Am nächsten Tage gab er die Probe seines Könnens. Es klingelte wieder draußen. WilHelm erscheint, stellt sich vor meinem Mann stramm, Hände an der Hosennaht und sagt strahlend: Ich habe die Ehre, eine Sandfrau zu melden!" Warum die Japaner so kräftig sind. - Obwohl klein von Gestalt, sind die Japaner doch körperlich und geistig eine gut ausgestattete Rasse. .Das leitet man von ihrer Lebensweise her. Sie betreiben fleißig Körperübungen und ehalten aus eine recht frugale Diät. Der japanische Soldat hat Muskeln wie Peitschenschnuren und erfreut sich eines vortrefflichen Geda'chtnisses. Eines der Geheimnisse der hohen Entwicklung der , Japaner soll in dem vielfachen innerlichen und äußerlichen Gebrauche des. Wasfers liegen. . Sie trinken täglich oft ?ier Quart davon und sind eifrige Liebhaber, sehr warmer Bäder mit nachfolgender kalter Dusche. Krankheiten wie Rheumatismus und dergleichen sind in Japan angeblich ganz unbegannt. Dabei lieben die Leute die freie Luft und sind sehr mäßig im Genusse des Alkohols und des Tadakö.

. Allerlei,fi!r's Hauö. ' Rost aneisernenVlumentischen entsteht da, wo der Lackoder Farbanstrich gelitten hat. . Man bestreicht diese Stellen mit Petroleum und läßt das einige Zeit wirken, dann kann 'man den Rost mit alten Lappen abwischen. Nachher wird -noch mit Schmirgelleinwand nachgerieben und schließlich den so behandelten Stellen ein neuer Anstrich gegeben. Dieser verhindert, daß sich wieder neuer Rost ansetzt. Frisch gerollte oder geplätteie Wäsche soll man bekanntlich im Herbst und Winter, namentlich bei naßkaltem Wetter, nicht gleich in den Wäscheschrank bringen, fondern sie erst einige Zeit in einem erwärmten Raum ausgebreitet vollständig trocknen lassen. Das ist nicht nur in sanitärer Hinsicht von Wichtigkeit, da bei empfindlichen Personen leicht Erkältungserscheinungen durch Anlegen ftuchter Wäsche herbeigeführt werden, die Wäsche selbst kann dadurch leiden. Feucht zusammengelegte Lei-nen-und Baumwollenstoffe, unter Luftabschluß gebracht, bekommen bekanntlich leicht Stockflecke. Modergeruch, sowie den Geruch frisch getünchter und neu tapezierter Räume kann man auf folgende Art beseitigen: Man schließe zunächst sorgfältig alle Thüren und Fenster, sowie die etwa vorhandenen Ventilationsöffnungen. Dann wird eine Schaufel mit glühenden Kohlen auf feuersicherer Unterlage in den Raum gestellt und einige Hand voll frischer, gequetschter Wacholderbeeren nach und nach darauf geschüttet. Den dicken, aromatischen Qualm, der sich entwickelt, läßt man 10 bis 12 Stunden einwirken. Durch Zugluft ist hierauf frische Luft herzustellen. Der üble Geruch ist dann beseitigt. Messinggefäße zu putzen. Die kupfernen und Messinggesäße werden wöchentlich einmal am besten mit wollenem Lappen, welchen man zuerst in Stearinöl und dann in fein pulverisirten ' Wiener Kalk getaucht hat, geputzt. Dann reibe mit einem trockenen Lappen und Pulver . die Stücke solange, bis die Politur zum Vorschein kommt. Das Putzpulver kann man sich selbst aus einer Mischung von Kreide, Branntwein und Seife herstellen. Um Bierflecke aus. Büch e r n zu entfernen, versuche man zunächst auf trockenemWege Abreiben mit Brotkrume. Genügt das nicht, dann taucht man ein reines Würstchen in Spiritus und Wasser, je zur Hälfte, und bürstet damit über die Flecken, die entstehende Feuchtigkeit mit einem reinen Löschblatt ablöschend. Naß. gewordenes Pelzwerk darf nicht am heißen Ofen getrocknet werden, das Leder wird sonst hart und die Haare brechen. Bei Muffen, Umhängen und Besätzen streicht man die Haare nach dem Naßwerden mit der Bürste glatt und laßt das Pelzwerk an der Luft trocknen. Den nächsten Tag muß das betreffende Pelzwerk vorsichtig mit einem Rohrstock geklopft und dann mit weitem Kamm erst nach dem Strich, dann dagegen, gekämmt werden. Der Pelz erlangt dadurch fein, frisches, lockeres Ausfehen wieder. Um Gummiwaaren lange gebrauchsfähig zu erhalten ist es zweckmäßig. sie in einem nicht zu kühlen,' das ganze Jahr gleichmäßig warmen Ort hängend oder frei liegend aufzubewahren. Von Wichtigkeit ist weiter, daß die Luft des Raumes feucht erhalten wird. Es ist vortheilhaft, dazu einen verschließbaren Blechbehälter zu benutzen, auf dessen Boden man ein flaches, offenes Gefäß mit Wasser stellt. Auch wiederholtes Einreiben mit verdünntem Glyzerin ist für die Gummisachen' von Nutzen. Sollte ein Gegenstand hart geworden sein, so lege man ihn in Wasser, dem 3 Prozent Salmiakgeist und twas Gltzzerin zugesetzt worden und das auf 7080 Grad erwärmt ist. Mit dieser Flüssigkeit wasche man den Gegenstand und knete in ihr den Gummi mit den Händen gut durch. Je besser der Gummi und je reiner er ist, je -länger erhält sich seine Lagerfähigkeit. Beim Ankauf von Gebrauchsgcgenständen, die jahrelang benutzt werden sollen, wähle man daher nur den besten Para-Gummi.

llMs?N .. oooy Kyw vu w wo o o preise geliefert von . B. MEYER & CO. Pennsylvania Anthracits. ............ $7.50 Pocahontas Lump .... 5.50 Smokeleß Lump. 5.50 Ohio Cannel Lump. 5.50 Ohio Cannel Egg.... 5. 50 Kanatvha Lump 4.50 Pittsburg Lump .... .. 4.50 BrazU Block 4.25 hocking Balle? 4.25 Straight Creek Lump 4.50 Straight Creek Egg 4.25 Greene County, No. 4, Bein Lump .'. . . 3.50 Greene Counry, No. 4. Dein Egg 3.50 Jackson Ohio Lump .'. . . . . 5.00 Oven Coke Egg. .............. . ... .. 5.50 SaS.tzouse Lump Coke 5.50 38 House Crushed Coke ........ . . .'. 6.C0 C3xaCtx3s3 v, tlü,t gtttx tettltn n&ffe

V

.seuer Signale.

: BnmHW nrA Vtaxttt , Tnglist'kOpn,Hau i East und S!o Fort Noble und Mchizan tt. 3 u. 53ctfl 3Ux . Pine und Äorth Market und Pine I Vermont nahe Saft No. 8 Spritzend.,,? Naff. Zlvc nahe Tslu t Detoareund SEalnui .Jersey Zentral o S?afi und em F 2U 5d m d 11. Straße t Zazl Lre und 12 St, Cclurnita u,HIsid fc Highland Lve u. Pratt , JllinoiS und Et. I .3 Peimsylv. und Pratt Meridian und 11. S tr t No.5EprisN!hauZ Ui, a? Jllinoii Senate Ave u. EtTIaik ? JUWeiS undVkichigan Veshlvnia und 14. 3 Senate Ave. und ix. 1 No. 1 Cpritzenhao Zno AvenaheRichiga t Neridia und Walnut - California u Vermont h üialt und New Fort Znd. Av. u. 6t Clafc a Sity Hospital L Bkke und NortH S Michigan und LJnes a No. Spritzenbau Washington nahe Weft ;2 Gsendors u Wash. Visuri u New Fort '5 Meridian Wash Jlknois und Ohi, 17 Eapitol Av. u Was!) 18 mgan'S Porkhau Lttsßmdahn etm 33. Washington t No. 10 CVntzmbauS JllinoUuSKenill JllinoiS n Louisiana WeÜ und Couch t Ekft und VcTarty M ecnali Xh, u Henry Vt Meridian und Sky SZo.4 SprHendau Vladisen Lv.uVorrit rZadiion Slv. u Dunlop N NoHckn Leunhaui South nah Delawar k Pm.u Merrill lÜßSOCBt tLZÜ&OBfä M aitunfcSfcCarlt 35to3erftn.3mta 7 Birg. Lv. a Lradssa Saft und Prospekt vickmg und High fl . 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Hur, ff Last und Georgs r dar und Ehn fl Davidson u Seorgia , EnglishAv.Pine s Shelöy und Bäte 8 No. I Spritzenhaus Prospekt nah Shelby Fletcher Av. Shelby 31 Market u. New Zersch 52 Delawan und Waff. 3 Eaft u Washington 34 New Dork u. Davids $5 Taubstummen Anstalt 53 er. Staaten Arsenal Z7 Orient! und Waff. 3 FrauenrResormat. 91 No. 13 Spritzenhaus MsrylLnd nah Wer. 42 Meridian u. Veorqla. 98 Meridian und South 34 Pennshl) u. Louisiana SS Virginia Av. Llab. 96 Haqltquartier. 97 Grand Hotel. 98 Capital Av und hi 23 No. 16 Epritzenhauk 16. und Ash. II Alabama und 16. .25 Central Av und IS. ' 126 JandkS und 15. 127 Brooksid und Achtt 123 Centra! Av und 17. 129 Delawan und 19. l Alabama und 11. ZZ2 Bellesontawe undV. i34 College Av und 4. 15 Delawar und 13. '36 Alabama und North 37 Nevmann und 19. (38 College Av und 14. U9 Cornell Av und 13. 41 Fände und 1. 142 Highland Lve und 10, .4 Teeumseh und 10. US New Jersey und 23. 46 lvrrd und 17. 47 No. t Spritzenhaus HiKsid Av und 16. 4S College Av und Sx. 19 College Av und 27. .62 Park Vv und 22. 53 L E u. W Bahn u. 22. 54 Ramsey Av und lg. .5S Stoughton u Newma .57 Ltla und Pike. L8Blehd und Pawvaw. .öS No. 21 Spritzenhaus Lrightwood Ai Arden und Depot 163 Brigytvood und 25. 64 Rural und Blohd 6 St. Clair u. Keystsne .7 Arsenal Av xuO 23. '68 ellesontatn und 169 Park Sd und it 212 Capital tot und i'..513 Pcnnsdlö. . S&hta 214 Jllinoi nd 0. 215 Senat Av und 21. 16 Pennsvlvania und Z tn Meridian und 16 N? Capital Ave und 2 l9 Broadway und 10. 31 Jllinoi und Mtt.'en 31 No. 14 Spritzenhaus Kenwrod und 30, 35 Jllinoi und 33. 2-56 Annetta und 30 tn,3lt. 9. Spritzenhius Ld?ll und Staic? 38 Udell Ladl sEarfl 239 Jsabel und 97. 241 Meridian ur.d 2. 242 Jllinoi U St. Clan. 24Z lirii&e und 23. 312 West uud WaKmt 13 West und 12. 314 Howard und 16, 815 Zo-itet und Pa 316 Capital Ave und 2 317 Northwestern 35x cfl 818 Gent und 18. ' 819 Canül und 10. 824 Cerealine Worti 824 Vermont und $r 825 BiZma,cku Erandvik5 826 No. 20 Spntzenhau Haughville. 827 Michigan u. Irne 828 Michigan u. Concor 841 West und McJntt? 41 Missouri u. Marvlan US Missouri und Nhio 415 Capital Av seorgia 416 Missouri u KentuShA. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und E nunfeNai 53. Washington. 4X3 Irren-Hospital. 24 Miley Avu.JDnjK 425 Wash and Hatt , 426 No. 18 SpritzenhaH SB. Washiigte 427 Olkver und Lirch 23 Olwer und Ogood 424 Nordyke und Fork 431 Hadley Av . orr Riva Lre u. JteNl 434 Riv Av nd atz 455 Harding u.BigR Z? 436 Harbins und D3bft 437 Ns. 19 LvritzmhqI Storni Nd ctßttftr 9 tkytt 451 Rettn 5 15 Howard in L 451 Bot in tsa 45 Zombtxi und Bete?. 457 Nordyse AM 2. Stet u Stoff 612 fSeft und Ray 613 NtuHVU.ÄL75 614 Meridian und Morr? Kl Illinois nd fcml 617 MorriS nd DaKta 18 MorriS und Church 19 kapital A. n MCar 621 Meridian und Pal , 5 Pine und Lord 24 Madisor.Av u &KCifr 424 Meridian und Veit RV (27 Carlo und Rah 28 Meridian und Ariz 2 &ridum. Radnond 631 Meridian u. W.Tak. i 6Z2 No. 17 Spritzen! auZ Morri nah We?t 612 McKeraanund Teu,H. 18 Cast . Lincoln in 14 Cast und Such 61 Wright uno SarKri 17 McCarty und Lraty 1 New Jersey u 'x X 71 Spruc nd Prsspeek Yi Kglish2lve.u.La 714 State ve u.S'eU V S 716 Shelby und Bch 716 Statt Av kA DrariC 718 Orange und Caux! 71g eeUy u.lÄ.takSi 71 L erington A. ckK 723 FletchaAv. 724 Siote Av u. Pleasan? TW Prospekt und TKas 72 Ctanct und H!a? 728 Liberty nd Rm 729 Noble und 8lt No. 16 Spritzenhaus Oft Vashinzton ttl 3to!ctinu3to$ ei4 Ohio u. Highland Kv L16 ZNichigan u. Highlmr 816 Märtet u Arsenal ZLH 8,7 Oft Clair und Union Bahn Slkise. L21 Pan Handle Shop k5 Vermont unv LLalutk 824 Wash. und tat Atz. L26 Vaddn'LsungFd LZ Tucker und Dorsev 827 Wash. und BeviUe Adt U, No.12 Eprinh eville nah?tZ, 31 Southeasta Ar vxJL Woodstde. 838 WaZ. und SCearictT 834 Southeaster rnd Arsenal Ave. 88 New Z)ork und ZcsOtU 1 JllinoiS nd Martzl. i' JllwoiS und Vartt 14 Pn. und i52ünssre nn) tsäs Spezial-Oizuale. trsten Schläge, zweiter Alarm, Anleiten 2 SchUg, dritter Alarm, Dritten Schlage, vierter Alarm. 1-s-l, Feuer au und Schlauch fgenS. k Schlag, Wasserdruck ab. Schlagt, 15 UhrMittagk, Di so bezeichnet Signale wd vwc ttm ryur Ichtcr cngg6m da 4 dm betrrgend: VtraZ ?reupmge Kdu larncköst mabnt stLd. Die Hyäne ist kein g t fährliches Thier so entschied dieser Tage das Schöffengericht in Bonn. Die Inhaberin des inzwischen eingegangenen Bonner Thiergartens hatte ein Strafmandat erhalten, weil sich unter ihren Thierbeständen eine Hyäne befand, deren polizeiliche AnMeldung sie unterlassen hatt?. In. folge Einspruchs unterlag dieser Fall der Entscheidung des Schöffengerichts. Hier führte die ehemalige Thiergarten-' besitzerin zu ihrer Rechtfertigung an, daß nach ihrer Ansicht die Hyäne kein gefährliches Thier sei; sie. falle Menschen nicht an und lasse sich sogar streicheln. Diese Behauptung, fand ihre Bestätigung durch ein Gutachten, daß der Direktor des Zoologischen GarkenS ifl Köln a. Rh. abgegeben hatte. Das Gericht erkannte demgemäß auf kostenfreie Freisprechung.