Indiana Tribüne, Volume 28, Number 140, Indianapolis, Marion County, 4 February 1905 — Page 3

Jndkana Tribüne, . s?ebruar LgttS.

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Ausstände

Nehmen in polnischen Kohlcngrllbcn und Zuöersabrikcn gclvaltigcn Umfang an.

Scharmützel in der Mandschurei. Zur Wahrung amerikanischer Neutralität in den Philippinen. Kaiser Wilhelm will nach dem Süden. Nach Wladiwostock 4050 Schiff mit Kricgskontrebande unterwcgs. Marim Gorkis Prozeß.

Rußland. Streik. Lodz, 3. Febr. Bei einem Zu. sammenstoße von Militär mit Strei kern bei der Knoutizer-Fabrik wurden 6 Personen getödtet und 43 verwundet. Ausstand im Kohlen, r e v i e r e. Warschau, 3. Febr. In den Kohlengruben zu Dombrowo und Sos novice sind Streiks ausgebrochen. Man befürchtet, daß dieselben die industrielle Lage ungünstig beeinflussen werden, da die Fabriken zu Warschau, Lodz und anderen Industrie Zentren auf die Kohlen aus jenen Distrikten angewiesen sind. Sosnovice, 3. Feb. Etwa 40,000 Arbeiter find am Ausstände. Die Leute verlangen den 8gündigen Arbeitstag, 75 Cents Minimallohn, verschiedene Aenderungen in der Fabrik ordnung und Altersversorgung. Am Nachmittage zertrümmerten die Streiker den Bahnhof zu Strescheme schift und unterbrachen den Bahnver kehr. W a r s ch a u, 3. Feb. Die Arbeiter aller 42 Zuckerfabriken in Polen sind gestern an Streik gegangen. Diese Fa. brlken haben bis jetzt Tag und Nacht für die Truppen in der Mandschurei gearbeitet. Bon RadogoZzez wird berichtet, daß eine BolkSmasse einen Offizier und 2 Soldaten tödtete. Zum ersten Male feit 8 Tagen erschienen heute Abend wieder Zeitungen. Sie werden einer strengen Zensur unterworfen. Die meisten Lüden find wieder offen aber nur wenige Leute kehrten zur Arbeit zurück. Maxim G o r l i. S t. Petersburg, 3. Febr. Die Nachricht von der Freilassung Gorki'S ist unrichtig; drei andere Jour nalisten find vorläufig in Freiheit ge fefcr. S t. Petersburg, 3. Feb. ES ist die Absicht der Regierung Maxim Gorki und andere Schriftsteller wegen politischer Vergehen zu prozesfiren. Ge neralgouverneur Trepoff sagte: Der Fall ist nun in Händen des Justizministeriums, das ihn untersucht. Nach Abschließung der Untersuchung wird der General-Prokurator entscheiden, ob die Gesungenen vor einem Ml litär- oder einem Zivilgericht prozesfirt werden sollen. Die weitverbreitete Meldung, ich habe beschlossen Gorki vor ein Kriegs gericht zu stellen, zeigt von großer Un kennwiß russischer Verhältnisse. Kein Beamter kann über die Form des Pro z:sses bestimmen." Reformarbeit. St. Petersburg, 3. Feb. Offizielle Berichte der Berathungen der Ministerkomites über Garantie für Beobachtung der Gesetze und Verhü tung von Willkür seitens der Beamten rufen allgemeine Befriedigung hervor. Der Vorschlag, den ursprünglichen Charakter deS Senates, als oberster Wächter der Gesetze, wiederherzustellen. wird in manchen Kreisen als der Grundstein des neuen Gebäudes be trachtet, das auf den Trümmern der Bureaukratie errichtet wird. SpezialkomiteS der Ministern deS Innern, der Finanzen und Justiz find eifrig dabei, die Fragen der Gleichbe rechtigung, der Gesetze für die Landbe wohner, der Streiks und der staatlichen Versicherung für Arbeiter zu ftudiren, die durch den kaiserlichen UkuS vom 25. Dezember in Umrissen angedeutet wurde. Petition des Adels. Moskau, 3. Feb. In einer privaten Versammlung des Adels der Provinz wurde beschlossen, eine Pe tition an die Regierung zu richten des Inhalts, der Adel erwarte sehnlichst eine Antwort deS Kaisers, welche an zeige, daß die Bande zwischen Thron und Volk nicht gebrochen seien und daß der Kaiser, wenn er ZeS für. rüthlich halte, erwählte Vertreter des Volkes versammeln werde, um an der Regie rung Theil zu nehmen.

Zar empfängt Arbeiter. St.Petersburg. 3. Feb. Kai ser Nikolaus empsing heute eine Depu tation von 5 Arbeitern aus der Stern drucke! in TfarSkoje Selo und erkun digte sich eingehend nach ihren Arbeits Verhältnissen. Fürst Schitzine, der Leiter der Druckerei war anwesend. Japan. Scharmützel. Tokio, 3. Febr. Depeschen aus dem Hauptquartiere melden, daß es gestern auf der ganzen Linie am Hun Flusse zu Scharmützeln und gelegentli chem Artilleriefeuer kam. Von früher Stunde an beschossen die Russen Lang scheng und Pulsaowo. Die russische Infanterie schloß Fangscheng ein, wurde aber zurückgeschlagen. Die feindliche Artillerie richtete ihr Feuer hauptsächlich gegen Tschenghiehpao. Angriff vorbereitet. General Oku's Haupt quartier, 3. Februar. (Ueber Fusan.) Eine russische Abtheilung griff Heikutai an. wurde aber zurückae trieben; sie verlor 160 Todte. Das Bombardement deS linken Flügels dauert fort. Man glaubt, daß die

Russen einen Angriff auf Schengtan und Lelaiyetun vorbereiten. Oyama'S Bericht. Tokio, 3 Febr. Feldmarschall Oyama berichtet von gestern, daß der äußerste linke Flügel der Japaner eine Linie längs des HunFlusseS besetzt hält und sich mit dem äußersten Ende an das rechte Ufer des Hun Flusses anlehnt. Die Hauptmacht der Russen zog sich nach ihrer Niederlage bei Heikutai über den Hun Fluß zurück und besetzte Niuyupao, Schufangtai und einen Theil von Tschangtan. Am Mittwoch begannen die Russen Befestigungen in der Nachbarschaft von Schufangtai. Tschungtschiawopeng und Tschangton anzulegen.. Russische KavalleriePatrouillen wur den am Mittwoch längs der Linie Tzuyuto, Pinpaotzu und Yuhpaotazu bemerkt. Die Russen begannen Befestizungen anzulegen. Sie machten eine Anzahl kleinerer Angriffe auf den rechten Flügel und die linke Flanke des linken Flügels ohne Erfolg. Der Bericht zeigt, daß die Kämpfe vom 25.-29. Jan. größer waren, als man zuerst annahm. Die Verluste der Japaner waren 7000, der der Russen wird auf über 10.000 geschätzt. Oesterreich'Ungarn.. Die MinifterkrisiS. Wien, 3. Feb. Der ungarische Liberale Graf Andrassy hatte heute mit dem Kaiser eine zweistündige Kon ferenz. Er wurde nicht formell mit Bildung eines neuen Ministeriums be auftragt, erhielt aber den Auftrag in der Angelegenheit sich mit ungarischen Parteiführern in Verbindung zu setzen und dem Kaiser in einigen Tagen zu berichten. . Vorher hatte Graf Andrassy mit dem Minister deS Aeußeren Grafen Golu chowskv eine Konferenz gehabt und be suchte dann den zurücktretenden Pre mierminister TiSza. Belgien. Kohle ngräb er Streik. M o n S , 3. Febr. Etwa 14,000 Kohlengrüber find ausgestanden. Der National'Congreß der Kohlengräber wird in nächster Zeit zusammentreten und einen allgemeinen Streik in Erwä gung Ziehen. Afrika. 2. russisches. Geschwader. I i b u t i l, Somaliland, 3. Feb. Die Abtheilung deS 2. russischen Paci sic.Geschwaders, welche von Kontre Admiral BotrovenSky tommandlrt wird und aus 4 Kreuzern, sowie 3 Torpedo boot'Zerftörern besteht, ist gestern von hier abgesegelt um sich mit dem Ge schwader unter Vice.Admiral Rojeft venSky zu vereinigen. Letzteres liegt bei MadagaScar. Fünfzehn deutsche KohlenDampfer werden RojastvenSky'S Geschwader fol gen.

Deutschland. 5? r i e g s k o n t r e b a n d e. Berlin, 3. Febr. Hamburger Nheoer sind durch die Auslegung deS internationalen Rechtes beunruhigt, die Japan letzthin bei der Wegnahme von Schiffen gab, die nach Wladiwostock bestimmt waren. Nachdem japanische Schiffe durch den Fall Port Artbur'S frei geworden, ist cS sehr schwer Kriegs kontrebande nach Wladiwostock zu brin gen. ES sollen 40 bis 50 Schiffe, darunter viele britische und die Ham burger Kohlendampfer für RojegvenS ty'S Geschwader, auf dem Wege nach Ostasien sein. BeimKaiserzuGafte. Berlin, 3. Febr. Botschafter Tower und A. V. Armour von New York waren gestern Abend von Kaiser Wilhelm zum Dinner in kleinem Kreise eingeladen. Sie blieben in lebhafter Unterhaltung bis Mitternacht. Nachdem Süden. Berlin, 3. Febr. Das Tage blatt meldet, im Frühjahr würde der Kaiser, die Kaiserin, Kronprinz und Prinz Eitel Fritz nach dem südlichen Europa gehen. P r i n z E i t e l F r i tz. B e r l i n. 3. Febr. DaS Befinden des Prinzen Eitel Fritz hat sich soweit gebessert, daß er als außer Gefahr be trachtet wird. Verstaatlichung der Kohlengruben. Berlin, 3. Februar. Handels minister Möller erklärte, die preußische Regierung beabsichtige nicht, die Koh lengruben in Rheinland, Westphalen und Schlesien zu . kaufen. Er nehme

fnoch dieselbe Stellung zur Verstaatli

chung der Gruben ein, wie zur Zeit, als die Verhandlungen über den Ankauf der Hibernia-Aktien im Gange waren: die Regierung solle einen Sitz im Kohlensyndikate haben. Die Pawlawk wurde zum Tode derurtheilt, Kostenski zu drei Jahren Ge süngniß und die Dienstmagd wegen Beihülfe zu vier Jahren Zuchthaus. ES waren zu den sensationellen Ver Handlungen einhundert Zeugen und Sachverständige geladen worden. Neue Uniform. Berlin, 3. Feb. Verschiedene Truppentheile machen gegenwärtig Ver suche mit einer neuen Uniform aus grauem Tuche ohne sichtbare Knöpfe. Der Zweck der Tracht ist natürlich, im Gelände möglichst wenig aufzufallen. t Kapitän Leithäuser. Berlin, 3. Feb. Kapitän Leit Häuser von der Hamburg Amerika Linie" ist in seiner Wohnung zu Ham bürg todt aufgefunden worden. Er erstickte infolge ausströmenden Gases. Der Gummischlauch war von der Stu dirlampe losgelöst. Kapitän Leithäuser war mit vielen Amerikanern wohlbekannt. Er hatte von der Picke auf gttient. Als Ma trose guf einem Segelschiffe gerieth er während deS deutsch-französischen Krie ges in französische Kriegsgefangenschaft. Ende der siebziger Jahre trat Leit Häuser als Offizier in die Dienste der Hamburg.Amerika-Linie und nach verhältnißmäßig kurzer Zeit übernahm er die Führung eines Dampfers. Im Laufe der Jahre war er Kapitän der Dampfer Phoenicia". Patricia", Fürst BiSmarck" und Moltke. Kapitän Leithäuser gehörte auch der deutschen Kriegrmarine als Reserve Offizier an und war zur Führung der Kriegsflagge über dem von ihm be fehligten Handelsdampfer berechtigt. Scherereien von Adven t i st e n. Hannover, 3. Feb. Hier ver suchen die Adventisten den Behörden abermals große Scherereien. Sie hat ten neuerdings ihren Kindern verboten, Samstags die Schule zu besuchen, weil sie als Seventh-Day Adventiftö" oder Sabbotharier den Sabbath feiern Daraufhin befahl die Regierung, daß die Kinder an diesem Tage zum Ersatz Privatunterricht erhalten müßten, uno eS soll streng darauf gesehen werden, daß der Anordnung Folge gegeben wird. Die Adventisten hatten fich eine Zeitlang ziemlich still Verhalten, weil die Kirchenbehörden ihrer Propaganda vor Jahresfrist energisch entgegen traten. Aber das in Rede stehende Verbot an die Kinder beweist, daß ihnen die Rolle nicht recht zusagt, fich zu ducken. Japan nicht auf Besitz in China und Sibirien au s. Berlin, 3. Febr. In der hie

figen japanischen Gesandtschaft wurde erklärt, daß die kürzliche Behauptung deS russischen GeneralconfulS in New York. Japan strebe auch Besitz in China und Sibirien an, absolut unbegrün det sei. . Dem grausamsten Schick s al e p r e i g e g e b e n. B r e m e n . 3. Febr. Hiesige und Hamburger Blätter protstiren gegen die verschärfte Handhabung der Ein wanderer.Controlle im New Jorker Hafen. Sie machen geltend, daß da durch Tausende russischer Flüchtlinge, welche von den amerikanischen Behörden zurückgeschickt werden, dem grau samsten Schicksale preisgegeben würden. Handelsverträge. Berlin, 3. Febr. Fachleute sa gen. die neuen Handelsverträge seien für die Tertil- und Konfektionsbranche höchst ungünstig. Die Zeitschrift Kon fektionär" beklagt sich über die Ver träge, fügt jedoch hinzu, es fei erfreu lich,.daß wenigstens lästige und chika nöfe Zoll und Grenzplackereien auSgemerzt worden seien. Solche seien unter Umständen schlimmer als leichte Zoller höhungen. 200. Todestag. Berlin. 3. Feb. Die Blätter gedenken des 200.- Todestages der Kö nigin Sophie Charlotte von Preußen, der Philophin auf dem Thron. Giftmischerin szum Tode verurtheilt. P o s e n , 3. Febr. Vor dem hie figen Schwurgerichte fandj der'IProzeß gegen die Gutöbefitzerin Pelagia Paw lawk, ihren Geliebten, den Müllergesel, len KoftenSki, und ihreZjDienstmagd, welche alle Drei angeklagt waren, den Gatten der Ersteren, Rittergutsbesitzer Pawlawk, vergiftet zu haben, sein Ende. Frankreich. Amerikanische Neutra lität. Paris, 3. Feb. Eine offizielle Depesche von Manila sagt, idaß ein amerikanisches Geschwader, bestehend aus 15 Kriegsschiffen, heute von Luzon nach südlichen Gewässern zabgegangen ist, um die amerikanische Neutralität gegen russische wie japanische Kriegsschiffe aufrecht zu erhalten. . Schiffsnachrichten. New York: Ultonia" nach Triest; Lucania" von Liverpool. Queenstown: Campania" nach New York. Moville: Corinthian" nach Halifax. Liverpool: Georgic" nach New Dork. Hongkong: Mongolia" nach San Francisco.

Vor ungefähr zwei Iah ren w'irde im Walde bei dem sächsischen Oybin die Leiche eines Mannes gefunden und als die "des ehemaligen Sägewerksbesitzers Buttrig beerdigt. Kürzlich nun ist der todtgeglaubte Buttrig plötzlich wieder aufgetaucht; er hat sich inzwischen die Welt angesehen, wobei es ihm gar nicht schlecht ge gangen sein soll. Wer der damals aufgefundene Todte gewesen ist, weiß nun niemand. Ein eifriger Schmetterlingsjäger in Nordhausen hatte sich auf Grund eines Gutscheines eine geringe Menge starken Giftes zum Tödten und Zurichten von Schmeterlingen verschafft; er bewahrte das Gift vorschriftsmäßig -auf. Als er sich eines Abends wieder bei seiner Schmetterlingssammlung zu schaffen gemacht und dabei auch wieder das Gift gebraucht hatte, ließ er die Schmetterlinge auf dem Tische liegen und verschloß nur das Gift. Am andern Morgen spielte sein dreijähriges Töchterchen mit den gifthaltigen Schmetterlingen; es erkrankte und starb nach kurzer Zeit. Ein drolliger Kleinbahn - Scherz wird aus Westfalen. von der Nebenbahn Haspe - Vörde erzählt. Der gegen 8 Uhr fällige Zug wurde an der Haltestelle in Haspe von einer großen Menge Personen aus Vörde erwartet, die nach Hause zurückkehren wollten. Die Viertelstunden vergingen, ohne daß sich der Zug sehen ließ, so daß man von Vörde aus durch Fernsprecher nach dem Bleiben des Zuges sich erkundigte; nach etwa dreiviertelstündigemWarten begaben sich einige Personen zum Hauptbahnhof", um nach dem Schicksal des Zuges zu forschen. Was fanden .sie? Einenvollständig verlassenen Kleinbahnzug, von dem Begleitpersonal war' kein Mensch zu sehen. Die Ursache klärte sich bald auf. Von vier Schweinen, die ebenfalls nach Vorde geschasst werden sollten, hatte eines die Flucht ergriffen, und das ganze Personal war auf der Jagd nach dem Ausreißer. Endlich gelang es, den Vierfüßler zu fassen, und nach fast einstündiger Verspätung schnaubte dann das Dampfroß" gen Vörde. '

Von Berliner Hosbülltn. Vor mehreren Tagen ist eine Bekanntmachuna des Kgl. Oberzeremonienamts zu Berlin erschienen, die die Auszählunz der kommenden W'.ntersestl:chleiten bei Hose enthält. Nach dem Fest des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler, der großen Cour für das diplomatische Corps, dem Krönungs- und- drdensfest und der Militärcour, 'wird, nachdem der Geburtstag des Kaisers am. 27. festlich begangen sein wird, am 31. re? erste Vall im Kömglichen Schloß siaitfinden, dem eine Reihe weiterer Ho bälle folgen soll. Man weiß, mit we ch:? geschmackvcllen Prachtentfaltunz diese Feste veransialtet zu wd' pf ezen, und daß der kaiserliche Gastg'ber sein Interesse auch deren choreographischm Theil zuzuwenden liebt. So wurden für einen früheren Hoföall die alten Tänze von 1797 geübt, die alte Fran--gaise, das Menuett ä la reine aus Don Juan" und der Di!tersdorfsche Schlukreiqen. der bereits am 16. Hoch-

zeitsiage des Kaiserpaares im Königlichen Schloss getanzt wurde. Doppelt interessant berührt es. zu erfahre n w'e diese Bälle sich vor unge'ähr 36 J3H' ren am Hose Will.elms 1. abspielten. Aus den Lebcnserinnerungen des einstiren tapferen Generalleutnant Hermann von Chappuis. der nebenbei ein vortrefflicher Tänzer gewe'en, kann man entnehmen, daß er anläßli e'nes Maskenballes bei Hofe (am 6 Februar 1869) vom Kronprinzen, dem nchma-. ligen Kaiser Friedlich, beauftrag! worden sei, die im ersten Moment e!was steife Gesellschaft zu animiren." Herr v. Kfrabbrns fand, baft Ztrei siuftsrordentlich elczant kostümirte Damen sich einer Zurückhaltung befleißigten. de ihm selbst für ein im Königs schloß abgehaltenes Maskensest zu rigoros erschien, und so nahm er zwischen den Beiden Platz, um sie, entspreend der Weisung seines Herrn, zu ammiren". Sein Schreck war nicht gering, als er nach der ihm gewordenen Antwort die Stimme der Königin AuMsta und i rer Palastdame, der Gräfin Hacke erkannte. Herr v. Chapuis verflüchtigte sich eilinst, um in der Garderobe seinen Domino mit einem anderen zu vertäuschen und dadurch die Spur dessenigen zu verwischen, der seine Kömgin zu animiren" im Begriffe gewe.en war. Zu einem eigenartigen Intermezzo kam es auch, als der bekannte Kapellmeiste? Bilse um die Erlaubn! bat, auch einmal mit seiner Kapelle im Palais spielen zu dürfen, während die Tanzmusik gewöhnlich durch die Kapelle des Alexander-Regiments unter Leitung ihres Dirigenten Liebig bestritten wurde. Dies wurde gestattet, doch hatte man vergessen. Bilse zu instruiren, daß beiHosbällen die schwungvollen Walzer-Jntroduktiotten n'cht Sitte waren und das Tempo des Wilzers ein äußerst gemäßigtes sein müsse. Bilse. der von allen diesenDingen keine Ahnung hatte, legte los", die Tempi wurden immer schneller und schneller, die Paare slogen durch denSaal. Wangen glühten und Volants wurden abgetreten. Da kam König Wilhelm, der sehr darauf hielt, daß mit weiser Mäßigung getanzt wurde, zu Herrn von Chappuis und sagte in erregtem Tone: Was ist denn das für eine Zucht? Man tanzt ja heute bei mir wie beim Erntekranz. Sorten Sie dafür, daß anständiger getanzt wird!" . In diesem Augenblicke Äegann Bilse, ohne Kenntniß des Unheils, das er da angerichtet, zart und mit weiser Mäßigung" den richtigen" Wzlze? zu dirigiren, denn dieses Bacchanale, das er mit leidenschaftlicher Hingibe mit seinem Taktstcck angeführt hatte, war gar nicht der Tanz geloesen, sondern die von 'ihm erdachte Introduktion." Vom St. Bernhard und dem Nettun5.swerk der Vernbardinerhunde wird berichtet: lm Italiener kehrte mit seiner Frau nach Mailand zurück. Beide hatten die Paßhöhe noch lange nicht erreicht, als die Frau im Schnee zusammenbrach und nicht mehr weiter konnte. Der Mann versuch!: durch lautes Schreien Hülfe herbeizuholen. Sein Rufen wurde im Ho'piz von dem wachsamen Hund Fritz vernommen. Rasch war der Hund zur Stelle,' und sobald er die Lage richtig erkannt hatte, kehrte er mit mächtigen Sätzen in's Hospiz zurück, rief durch lautes Bellen die Mönch: heraus und führte sie zur Stelle. Der. Italiener gelangte mit einiger Beihülfe auf eigenen Füßen bis zum Hospiz. Die Frau mußte dagegen auf einer Bahre von den Mönchen dorthin getragen werden; ihr wa?en bereits Hände und Füße erfroren. Es war die erste Rettungsthat, die der Bernhardiner ,.Fritz" in diesem Winter vollbracht?.Im vorigen Jahre hatte er auf ähnliche Weise mehreren Menschen das Leben gerettet. Bei denWahlen der Beisitzer für das Gewerbegericht in Larmen wurden aus den Kreisen de? . Handlungsgehülfen 17 Kandidaten der vereinigten kaufmännischen Vereine und ein Kandidat des sozialdemokratischen Zentralverbandes deutscher Kauf- , . . ... vcn v cm-cr i leuie geivauil. un ver üuui uuyaicu 1354 wahlberechtigte Personen the'rl. Außerordentlich schwach war die Betheiligung der selbständigen Kaufleute. Von 1600 eingetragenen Wahlberechtigten erschienen nur 19 am Wählt!sche. Da von den Kaufleuten nur eine Liste aufgestellt worden war, wurden die Kandidaten glatt gewählt.