Indiana Tribüne, Volume 28, Number 139, Indianapolis, Marion County, 3 February 1905 — Page 3
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Polen
Suchen dem russischen Arbeitcr-Streil ein politisches Gepräge zu geben. Amerikanische Gefahr für Frankreich. Evig unzufriedene deutsche AgrarierWarschau noch immer das Zeutrum des russischen Streikes. Minister Möller im Streikgebiet. Verstaatlichung der Kohlengruben in Erwagnng. Kossnth wird zahmer.
Nukland. Polnischer Krawall. Wien. 2. Feb. Ernstliche Ruhe. görungen werden von Krakau berichtet. Am Monument des Dichters Wicziewicz hiel der Sozialistenführer DaSzinSki eine aufreizende Nede an die Volksmenge. Das Bild des Zaren wurde unter Verwünschungen zerrissen. Die Polizei schritt ein. 15 Personen wurden verwundet, viele verhaftet. L e m b e rg, Galizien, 2. Februar. Tausende von Arbeitern durchzogen heute die Straßen mit dem Rufe hurrah für die polnische Revolution!" Nieder mit dem Zaren!" Dem rufst- . schen Konsul wurde eine Katzenmusik gebracht. Die Polizei zerstreute die Demon stranten und verhaftete viele. Streik. - Warschau, 2. Feb. Die Fabrikdiftrikte werden streng bewacht. Die Stadt bleibt in einer Art Belagerungs zustand. Odessa. 2. Feb. Der Mann, welcher gestern den Poltzeichef Galovine in die Schulter schoß, ist als der Hand, werker Abraham Stillmann aus Berdi cheff identizirt worden. Galovine besin det stch den Verhältnissen entsprechend wohl, doch ist die Kugel noch nicht aus der Wunde entfernt worden. Warschau, 2. Feb. Die Leichen der bei den Krawallen Getödteten wur den aus den Wohnungen nach den Po. lizeiftationen gebracht. Den Angehört gen wurde nicht gestattet ste zu beerdl' gen, sie wurden vielmehr nach den lu iberischen, katholischen und jüdischen Friedhöfen zur JdenUstzirung gebracht und beerdigt. Die streikenden Arbeiter haben nun selbst Matzregeln gegen das plündernde (Befinde! ergriffen und demselben Übel mitgespielt. L i b a u, 2. Feb. Die Hafenarbeiter find theilweise auf ihre Plätze zurück gekehrt, dagegen dauert der Streik in den großen Fabriken fort. Die Stadt ist ruhig und die Zeitungen erscheinen wieder. B a t u m. Kaukafien, 2. Feb. Der Streik der gestern auSbrach, wird all gemein. Die Straßen find mit Menschen angefüllt, dagegen find die Quais und Docks verlassen. Militärpatrouillen durchziehen die Stadt. Warschau, 2. Feb. In Folge der umfassenden Vorsichtsmaßregeln der Polizei kamen heute Abend keine Ruhestörungen vor. Bäcker und Schriftseger nehmen die Arbeit wieder auf. ES herrscht große Stille in der Stadt. Die Schüler vieler öffentlichen und Privatschulen versammelten sich heute und verlangten die Einsöhrung der polnischen Sprache als Unterrichts gegenftand. Dies wird als ein An Zeichen betrachtet, daß die nationale Agitation stch mit der industriellen ver . hel. - . ' A 00x11 frei. " S t. P e t e r S b u r g, 2. Feb. Der Schristgeller Maxim Gorki. ist auS der Haft entlassen worden. St. Petersburg, 2. Feb. Die Nachricht von der Freilassung Gorki's ist entweder nicht richtig oder demselben wurde zur Bedingung gemacht, unge säumt St. Petersburg zu verlassen; denn er war bis zur Stunde nicht in seine Wohnung zurückgekehrt. Der Freund, bei dem er wohnte, sah ihn gestern Nachmittag in der Peter und PaulZ.Festung. Damals hatte Gorki noch keine Anhung, was mit ihm ge schehen werde. Neue SchiffSbauhöfe. St. P e t e r S b u r g, 2. Feb. Nachdem die Schaffung einer neuen Flotte beschlossene Sache ist. wird die Admiralität von Agenten ausländischer Gesellschaften belagert, die Schiffe für Rußland bauen wollen. Bis jetzt aber hat nur eine französische Firma einen ffontralt für ein großes Schiff erlangt. Die Admiralität will versuchen, auö wärtige Kapitalisten zu veranlassen, SchiffSbauhöfe in Rußland zu-errichten. um dadurch Rußland eine große Jndu
ftrie zu verschaffen, die eS vom Auslande unabhängig macht. Man glaubt, daß die Admiralität bereits von amerikanischen Kapitalisten drei diesbezügliche Offerten erhalten hat unter der Bedin gung, daß fie genügende Kontrakte er halten. Swialopolk.MirSky. S t. P e t e r 5 b u r g, 2. Feb. Dem
Fürsten Swialopolt.DttrSky wurde für 11 Monate Urlaub nach dem AuS lande gewährt. Neuer Justizminister. St. Petersburg, 2. gebr. Der Zar hat den seitherigen Justiz Minister Murawiew zum Botschaft' für Italien ernannt. Justizminister wird der seitherige Assistent Mura. wiew'S, Manukhin. Brückeneinsturz. St. Petersburg. 2. Febr. Die Hängebrücke über den Fontonna. Fluß brach an beiden Enden, während eine Abtheilung Dragoner über die selbe ritt, und stürzte mit Allem, was sich darauf befand, auf die Eisdecke, des Flusse, die ebenfalls brach. Da Hilfe rasch zur Hand war. wurden alle Personen, bis auf einen Dragoner, ge rettet. Der Einsturz war eine Folge der Kälte. Gefangene Japaner. St. Petersburg. 2. Feb. Vize.Konsul ThoS. Smith von MoSkau hat auf Anweisung der amerikani schen Botschaft die japanischen Gefan genen zu Medved besucht. Er fand, daß dieselben gut untergebracht und bekö ftigt waren. Beschwerde führten die Japaner nur über die Beförderung ih rer Post. Prof. MartenS, der Chef deS Gefängnißbureau'S, versprach die Beschwerde zu untersuchen. Der Besuch in Medved erfolgte auf Ersuchen der japanischen Regierung. Oefterreich'Ungarn. Kossuth auf keinen Um stürz aus. Wien, 2. Februar. Wie aus Budapest verlautet, scheint Franz Kos suth, der vordem angeblich Unversühn iiche, plötzlich einzulenken. Er hat so. eben erklärt, das Programm seiner Partei sei nicht anti'dynastisch, und fie beabsichtige keinen Umsturz. Diese Er klärung Koffuth'S am Vorabende deS Besuches deS Kaisers Franz Joseph in Budapest hat natürlich eine große Be deutung. ES wiro behauptet, daß die Frage, ob der Kaiser Koffuth empfan gen wird oder nicht, thatsächlich den Schlüssel der neuen politischen Lage Ungarns bildet. Deutschland. Nie zufrieden. Berlin, 2. Feb. Die Blätter der Rechten äußern sich befriedigt Über die neuen Handelsverträge, welche die deutsche Regierung mit Italien, Bel glen, Rußland,Rumänien, derSchweiz, Serbien und Oesterreich - Ungarn ab geschlossen bat. Nur die Deutsche Tageszeitung-, das Organ der Ultra Agrarier, dringt es fertig, über unzu reichenden Schutz der Landwirthschaft zu klagen, trotzdem die Regierung bei den VertragS'Verhandlvngen die mög lichfte Steigerung des Schutzes der landwlrthschaftlichen Produkte als ober, sten Grundsatz unentwegt festgehalten hat, wie jeder Unbefangene zugiebt. Bon offiziöser Weise wird nachdrück, lich erklärt: Die etwaige Annahme, der Reichstag könne den einen oder an deren Vertrag genehmigen und die übrigen ablehnen, ist durchaus irrig. Die Verträge find ein unlösbares anzeö. Der Reichstag muß sich entschließen, entweder Alles oder Nichts zu ge währen." Gorki 'S Leben nicht b e droht. Berlin, 2. Feb. In der rusfl. schen Botschaft wurde betreffs deS Schicksals des in Riga am Kranken lager seiner Frau verhafteten Schrift ftellerö Maxim Gorki der nachstehende Bescheid ertheilt: Die Herren, welche einen flammen-
den Protest nach St. Petersburg richten wollen, ereifern fich unnöthig. Gorkl'S Leben ist nicht bedroht. Gegen ihn liegt nichts TodeSmürdigeS vor. Er verlieh aber den Unruhestiftern einen gewiffen moralischen Beistand, waS jeder Staat ahnden würde und ahnden muß. Doch dachte die Regierung niemalS an Hinrichtung". Aehnlich äußerte fich der russische Ge. sandte in Darmftadt, Fürst Kudaschew, einem Vertreter der Frankfurter Zei tung" gegenüber. (Siehe Depesche auS Petersburg.) Polnische Befürchtungen. BreSlau. 2. Feb. Nach Be. richten der Schlefischen Zeitung aus Russisch Polen befürchtet man dort.
daß im Falle eines Ausftandes daselbst preußische Truppen einwirken würden. Zu Kattowitz. KreiS Oppeln, hat die Polizei eine Verschwörung entdeckt, welche bezweckte, die dortige Eisenbahn Brücke zu sprengen, um die Besörderung deutscher Truppen zu verzögern. Die Brücke wird jetzt bewacht. Handels.Minifterim Streikgebiet. Berlin. 2. Feb. Handels, minister Möller ist von hier nach dem Kohlengebiet abgereist, da die Nachricht eingetroffen ist, daß verschiedene Gruben in Gefahr stehen, überschwemmt zu werden, wenn der Streik anhält, was die Bearbeitung derselben für lange Zeit unmöglich machen würde. Essen. 2. Feb. Minister Möller hatte heute Abend eine Konferenz mit den Grubenbesitzern. Im ganzen Streik-Distrikt herrsch gut Ordnung. Unter den Stre" 'n soll eine pessimistische Stimmung h ) schen, da sie glauben, daß ihre Fore rungen nur zum geringsten Theile durchgehen werden. Ihr Siebener Komite hält täglich Sitzung. Man glaubt, daß' in wenigen Tagen eine Entscheidung über Fortsetzung des Streiks sällt. DaS Komite wartet noch auf eine Entscheidung der Regie rung über die Dauer der täglichen Schicht. Der Kaiser reist nicht nach Darmstadt. Berlin, 2. Feb. Wegen der andauernd ernsten Krankheit des Prtn zen Eitel Friedrich hat der Kaiser adge sagt, der Vermählung deS Großherzogs Ernst Ludwig vonHessen mit der Prin zelsin von SolmS'HohensolmS-Lich in Darmstadt beizuwohnen. Der Kaiser hatte ursprünglich beabsichtigt mittelst Sonderzuges in Darmstadt einzutref fen und sofort nach der Hochzeitstafel wieder abzureisen. Verstaatlichung der Gruben. Berlin, 2. Feb. Die prenßische Regierung hat einer Gruppe von Jinanzinftituten die Frage vorgelegt, ob eS Schwierigkeiten machen werde, genügende Anleihen zu machen, um die Kohlengruben der Rheinlande, West, phalenö und Schlesiens zu übernehmen, falls die Regierung ein folcheö Projekt in Erwägung ziehen sollte. Die In stitute, an deren Spitze die Dresdener Bank und die Bank für Handel und Industrie stehen, erklären, alle Wünsche der Regierung könnten leicht befriedigt werden. Für Ausführung des Pro jekteS wären etwa $250, 000, 000 noth, wendig. China. VonPortArthur. T f ch i f u. 2. Feb. Zwei Dampfer mit 800 Ruffen aus Port Arthur find heute hier angekommen. , Panama. S a n i r u n g, Panama, 2. Feb. Die Sani tätsbehörden der Panama Kanalzone haben die Sanirung der Städte Pa nama und Colon unternommen. Häu fer werden gründlich auSgeräuchert.Ver befferungen am Kanalsyftem und der Wafferleitung werden beschleunigt. Onkel Sam als Aktionär. Washington, 2. Februar. Sekretär Taft erhielt heute vom Schatz meifter der Panama.Bahn einen Check über H344.435 als Dividende auf die 53,883 Aktien Onkel Sam'S. Italien. S ch w e f e l h a n d e l. Rom, 2. Februar. Auf Anfragen bezüglich Schwefels aus Louijiana, der auf europäischen Märkten billiger verkauft werde wie. solcher auS Sizilien. erklärte Flnanzminister Luzzotti. daß die Regierung bereits die Frage ftudire und auch Maßregeln ergriffen habe, um der Concurrenz Einhalt zu thun. Die Natur dieser Maßregeln wollte der Minister nicht angeben.
Frankreich. Staat und Kirche. Paris, 2. Feb. Bei Uebernahme dcS Präsidiums über die republikani schen Gruppen im Senate sagte der frühere Premierminister ComdeS, die Aenderung im Ministerium dürfe die Trennung von Kirche und Staat nicht verzögern. DieOpposition, welche er so lange be kämpft habe, schmeichle sich jctzt.daß der Plan auf unbestimmte Zeit verschoben sei. Deßhalb sei eS nothwendig. daS Kabinet zu ersuchen eine Erklärung abzugeben, welche allen Zweifeln ein Ende mache. Intern. Kommission. Paris. 2. Feb. Vor der inter nationalen Kommission wurden heute hauplsächlich Zeugen darüber vernom men, ob andere Schiffe mit TorpedoBooten verwechselt werden konnten. Amerikanische Gefahr. Paris, 2. Feb. In der Depu. tirtenkammer wurde darauf aufmerksam gemacht, daß Amerika im Begriffe stehe die Baumwollmärkte der Welt un ter seine Kontrolle zu bringen. Der Deputirte FayelleS drang darauf, Frankreich solle die Baumwollproduk tion im Sudan und in Dahomey entwickeln, um der Konkurrenz Trotz bieten zu können. Der Kolonialminister Elemente! versprach diesbezügliche Projekte zu unterstützen. Philippinen, W r i g h t in Eavite. Manila, 2. Febr. GeneralGouverneur Wrigbt besuchte heute in Begleitung der eingeborenen Mitglieder der Philippinen-Eommisston Eavite, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. und hatte eine Conferenz mit den versammelten Präsidenten Der General'Gouverneur kündigte an, daß die regulären Truppen in dem unruhigen Distrikte bleiben würden, bis alle räu berischen Ladronen gefangen feien. Cuba. CabinetS. Krisis. H a v a n a , 2. Febr. Sämmtliche fünf Mitglieder deS CabinetS reichten heute dem Präsidenten Palma ihre Resignation ein, weil fie, wie sie sagten, dem Präsidenten Gelegenheit geben wollten, die CabinetSmitglieder auszuwählen, nachdem er -sich der ge mäßigten Partei angeschloffen habe. Präsident Palma lehnte eS energisch ab, die Resignationen anzunehmen; sein Anschluß an die gemäßigte Partei, sagte er, sei nur eine Privatsache und berühre daS Cabinet nicht. Die Mi. nifter wissen jedoch, daß Veränderungen eintreten werden, nachdem Palma mit den Führern der gemäßigten Partei berathen hat. Besuch auS Chicago. Havana. 2. Feb. Der Com-mercial-Club von Chicago lau heute hier an und wurde mit großer Zuvorkommenheit behandelt. Er wird Santiago besuchen und eine Tour durch die Insel machen. Großbritannien. Nette Polizei. London,' 2. Feb. Der Daily Mail" wird aus Warschau gemeldet, daß die Polizei von Passanten auf der Straß durch Androhung von Berhaftung Geld erpresse. In den Gefüngnissen sollen Hunderte von Personen in kleinen Räumen zusammengepfercht sein.
Äon Vriganten gefolt e r t. Vnganten drangen Nachts in das Haus deZ Schmiedes Lopez in Amroga, Spanien, ein, weil sie vermutheten, daß eine größere Summe Geldes im Hause sei. . Lopez gestand den Räubern, wo er 1000 Neals (1 Neal etwa 5 Cents) versteckt habe, aber sie verlangten von ihm die ganze Summe und drohten ihm mit einer furchtbaren Strafe, -wenn er nicht sage, wo das übrige Geld sei. Als Lopez dabei blieb, daß der andere Theil des Geldes bereits auf der Bank sei, schleppten ihn die Briganten in die Schmiede, legten ihn nackt auf die Kohlen der Schmiedesse und begannen den Blasbalg zu ziehen. Lopez, von furchtbaren Schmerzen gequält, schwor, daß er die Wahrheit gesagt habe und bat flehentlich, ihn nicht zu tödten. Aber die Räuber setzten ihre Tortur fort, und sie ließen schließlich Lopez auf den glühenden Kohlen liegen, während sie sich der vorhandenen Weinvorräthe bemächtigten und vor den Augen des vor Schmerzen wimmernden Lopez, der einen Knebel im Mund hatte, ein Trinkgelage veranstalteten. Am nachsten Morgen fand man die vollständig verkohlte Leiche des Schmiedes und die von den Räubern geleerten Weinfla-schen.
Deutsche Kolonial-Aufstande seit 1903. Abgesehen von dem großen Aufstand in Südwestafrika ist in den letzten Jahren die Ruhe in den deutschen Kolernen nicht allzu sehr gestört worden; meistens waren es kleinere Unbotmäßigkeiten der Eingeborenen, die bald mit geringer Waffenmacht, oft auch durch die Polizei, unterdrückt wurden. In den beiden letzten Jahren fanden folgende Unruben statt: In Ostafrika: Zusammenstoß mit dem Herrscher von Urundi, Kisabo, kleiner Aufstand der Wahemba am Victorra-See. Kamerun: Expedition zur Bestrafung der UdsimuHäuptlinae wegen ihrer kannibalischen Gelüste (September 1903, Wiedert.olung Januar 1904), gleichzeitig Niederwerfung der benachbarten Ujemstämme durch Oberleutnant Scheunemann; größerer Aufstand der Anings und Vadsamaleute im Vezirt Ossidinge im Januor 1904. Der (3tat!onsleiter von Ojsidinge fiel mit seinen 30 Leuten in den Hinterhal; und er selbst (Graf Pückler) wurde ge tödtet. Die von elf Soldaten verth:idigte Station mußte nach scchstägige Gegenwehr aufgegeben werden. Ossi dinge wurde zerstört. Eine Expeditio: (2 Offiziere, 2 Unteroffiziere, 5", Mann, später noch eine Kompagnie) wurde zur Unterdrückung ausgerüstet Bacho, der Hauptsttz der Ausstände schen, wurde genommen, das Gebier wurde militärisch besetzt. In Togo kamen nur kleine UnbotMäßigkeiten vor; die Togoneger sind unkriegerisch und schlecht bewaffnet. Südwestafrika: Bondelzwarts-, Ht-rero-und Witboi-Aufstände, die jetzt noch andauern. Neu-Guinea: Unruhen in der Hansabucht, infolge dessen Einziehen der Außenposten der Station Toma. Die kleine hier stationirte Truppe konnte wegen ihrer Schwachheit nicht eingreifen; Züchtigung der Eingeborenen der Frenchinseln und Admiralitätsinseln wegen Wegnahme von Schiffen, Ueberfall der Missionsstation St. Paul (Gazellen-Halbinsel), Ermordung von zehn Missionsmitgliedern. Die Niederwerfung der Stämme auf den Admiralitätswseln hatte keinen durchschlagenden Erfolg; Ermordung eines einsamen Händlers auf der Insel Ducour. Der Stamm flüchtete aus Furcht vor Strafe auf die hohe See und kam dort größtentheils um. . Auf den Karolinen und Marianen, Marschall-Jnseln sowie auf Samoa kam nichts vor. In Siamoa hat man es mit meist intelligenten Farbigen zu thun, die in der deutschen Herrschaft keine Unterdrückung, sondern einen Fortschritt erblicken.
Von den Schwestern deö Papstes Im Giornale d'Jtalia wird von E. Monnosi ein Besuch bei den Sch'.vestcrn des Papstes folgendermaßen geschildert: Von Pius' X. Geschwistern folgten ihm bekanntlich Rosa und Maria, die ihm als Kardinal Haus hielten, nach Rom, die übrigen Brüder und Schwestern blieben fern und betreiben nach wie vor ihr altes Geschäft; die eine Schwester ist Wirthin in Riese, eine andere Schneiderin in Talzano, eine dritte hat einen Kramladen, ein Bruder ist Postbeamter unweit Mantua Die in Rom lebenden Schwestern wohnen nicht etwa im Vatikan, fondern im dritten Stock eines einfachen Hauses am Petersplatz Der Salon, wo die Besuche empfangen werden, ist blau tapczirt, die Fenster und Thüren haben grüne Portieren, und an den Wänden hängen allerlei Oelbilder und Photographien Pius' X. aus der venezianischen Zeit. Auf dem runden Tisch inmitten des Salons steht eine Glasschale mit Visitenkarten und ein Stereoskop, nud in einer Ecke ein großer Phonograph ,der den alten Damen zuweilen Abwechselung in ihr einsames Dasein bringt. Denn Maria und Rosa Sarto 50 bis 60-jährige rüstige Frauen in einfacher, schwarzer Kleidung führen ein überaus zurückgezogenes Leben und gehen fast nie aus, es sei denn zur Messe oder zum Bruder in den Vatikan. Sie müssen entschuldigen, daß ichSie warten ließ," sagte die eine zu ihrem Besucher, aber ich war aus der Terrasse, um nach der Wäsche zu schen. In der ersten Zeit," erzählte ste späterhin, gingen wir mitunter in der Stadt herum, aber jetzt fürchten wir immer, daß man uns erkennt. Wir leben wie die Nonnen . . . Den Papst sehen die Schwestern nur selten, denn dessen Zeit ist Lberaus.beschränkt. Seit vorletzten Sonntag waren wir mit dem Bruder nicht mehl zusammen, aber wir haben ihm telephonirt, daß wir ihm heute Abend zu Weihnachten gratuliren wollen." Natürlich babenSie immer freien Zu. tritt im Vatikan?" Gewiß, ahn vorher müssen wir immer Monsignoi Bisleti (den Maestro di Casa) ver. ständigen." In Rom fühlen sich die alten Damen nicht übermäßig wohl; die Lebensmittel seien allzu theucr, nur das milde Klima bekomme ihnen. Die große mechanische Schreinerei von Meyerhofer in Gelsenkirchen wurde sammt einem kolossalen Holzlager durch eine Feuersbrunst vollständig zerstört. Der Neujahrstag 'war für die Deutschen der Nordmark e!n bedeutsamer Gedenktag. Vor 100 Iah ren wurde die Leibeigenschaft inSchle. Ivig-Holstein aufgehoben. Damit begann der materielle und geistige Aufschwung der dortigen Bauernschaft.
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