Indiana Tribüne, Volume 28, Number 138, Indianapolis, Marion County, 2 February 1905 — Page 6
f i' Jttdiana Tribüllc. 2. Februar 1905 6
-.v-
QASSSKSSSASSSAASSSKAAASo
$ 8 vV I V 5 i ( TRAOC MARK Daß Durchdrlngen ift dir hauptsächtllche SSerth i3i Jakobs 2 m ft V p V in der Behandlung von Ä & Ä ä (h Rheumatismus C? trittst durcd bis aus den Siy der Cttal, wie ttln andere äugerlichtö Mittel noch gethan hat. Tausende bescheinigen eö. Frlc 2S5o und SOc. 3SS Warum nicht Ihr Heim.. ziehend machen, durch den Gebrauch eines Garland Ofen... ....und.... Nange... Dieselben Übertressen alle andern in Schön heit. Dauerhaftigkeit, Heizkraft und Spar samkeit im Kohlen Verbrauche. Dieselben werden mit Vergnügen gczeigt, in WILLIQ'S ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. BesteUen Sie Ihren Anzug oderNcbcrzieher ... .von.. .. TV. G. SCHNEIDER ca erhalten Sie perfektes Passm und die feinste Arbeit zu den med rigsten Preisen, ttnzüge oder Ueberzieher aus Bestellung $15, $18, $20, $23, auKZt.. Hosen 53, 54, 55, 56 38 Monument Platz. M W W. H. BURTON, Rechtsanwalt.1 Z i lFrüherkosul in Deutschlands f. UCUl)G)CT Advokat und Notars i Praktizirt mallen Gerichtshöfen der Ver. Staaten. 613 State Life Gebäude. IME EniE'&WESTERII U. ....Fahrzeit der Züge... - Äblahrt kunf IcUbe, hieagg und Mchigäa ivrei. TM fiaA koledo, Tettoit uad Chicago 2lni : , ..l2.t0 f tJh Vitzau ity, Mnncie u.Lafayettkevk.7 7S0 flO.15 tözlich t aukseuommeu onnal.
WMH IMIWz
XLVllW
Oel
4f rj Vr jr- - Os!?- ivi v VrT"i' j- i 1 CTViyiH'L-A-fv'rjJ 1 'Ttw r s i"" , J?"tei " V ' Z&j$mir?-&5 h rr I j i.r . jfcCV w M M- j M M-'WWM- & . GWQÄ?G-,H y V j -rr--y WÄMM . p i&z?j&J üffl
Europaische Nachrichten.
-Arovinz Sachsen. Magdeburg. Aus Anlaß der Wiedereinweihung der erneuerten mal-lonisch-reformirten Kirche ist dem Direktor und Regierungsbaumeister Joh. A. Duvigneau und dem Prediger Thiele der Nöthe Adler-Ocden, dem Kustos Lampe das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen worden. A l t e r o d e.' Das Gottlieb Hetzer'sche Ehepaar, das sich noch großer Rüstigkeit erfreut, beging das Fest der goldenen Hochzeit. Bismarct bei Stendal. Dem Fleischezgrsellen Audorf wurde kürzlich beim Schlachten eines Rindes non den Hörnern des Thieres die Brust zerfleischt. Der Zustand des Verletzten ist bedenklich. Erfurt. Der Kutscher Becker, der. auf einem schweren Holzfuhrwerk saß, gerieth in der Nähe des BahnHofs in dem Augenblick, als er bremsen loollte, unter seinen eigenen Wagen. Er wurde überfahren und trug so schwere Verletzungen davon, daß er augenblicklich starb. Er war erst 22 Jahre alt. Halle a. S. Eine Verzweiflungsthat beging die Frau des Schuhmachermeisters List in der Brüderstraße. Schon seit längerer Zeit herrschten Zwistigkeiten zwischen den beiden Gatten, so daß der Mann von der Frau getrennt lebte. Letztens warf der Mann seiner Frau vor, sie habe sich einen Ehebruch zu Schulden kommen lassen. Schließlich holte der Mann die Polizei. Als der Beamte die Frau, die sich eingeschlossen hatte, aufforderte, die Thür zu öffnen, rief sie, daß sie lieber zum Fenster hmausfpringen werde, und wenige Augenblicke darauf lag sie bewußtlos auf dem Bürgersteig. Die Frau ist ihren schweren Verletzungen unmittelbar nach Emneferung in die Klinik erlegen. I ü b a r (Salzwedel). Die zwölfjährige Tochter des Mühlenbesitzers Horey wurde auf dem Wege zur Schule bei den Eichen 'der Separationsgemeinde von einem herabfallenden abgebrochenen Aste, der auf einem Baume hängen geblieben war, so schwer getroffen, daß sie einen doppelten Schadelbruch erlitt. O st e r b u r . Bürgermeister Hilliges feierte sein silbernes Amtsjubiläum. Aus diesem Anlaß fand im Goldenen Löwen" ein Festmahl statt, an dem über 150 Personen theilnahmen. Frovinz Kannover. Hannover. In einem Closett im hiesigen Bahnhofsgebäude erschoß sich der Brauereibesitzer Kröner aus Peine. Die Frau des Selbstmörders, die auf telegraphische Nachricht seitens der Bahnverwaltung von Peine hierher geeilt war, konnte sich die Verzweiflungsthat ihres Mannes nicht erklären, da sie keinen Grund dazu kannte. Infolge einer Blutvergiftung gestorben ist im Krankenhause I der Lagermeister König, der lange Jahre bei der Firma Molling & Co., Schneiderberg hierselbst, beschäftigt war. Die Blutvergiftung ist durch eine unbedeutende Rißwunde am Finger entstanden, die der jetzt Verstorbene sich an einer Dornenhecke in seinem Garten zugezogen und zunächst nicht beachtet hatte. Ein schwerer Einbruchdiebstahl wurde in dem Uhrengeschäft von Konrad Latwesen ausgeführt. Die Diebe drangen von einem leerstehenden Zimmer der ersten Etage durch die Decke in den Laden ein und stahlen für mehr als 10,000 Mark Uhren und Goldwaaren. Von den Thätern fehlt jede Spur. A u r i ch. Fräulein Duntzmann, Lehrerin an der hiesigen städtischen VolZsschule, trat nach . 33jähriger Wirksamkeit in den Ruhestand. Baden st edt. Infolge einer erlittcnen schweren Körperverletzung gestorben ist der 27jährige Sohn des Gastwirths Herhorst, der kürzlich zu Grabe getragen worden ist. Der sehr ruhige junge Mann hatte in Linden einen schweren Messerstich erhalten. Einbeck. Ein gewaltiges Feuer brach im nahen Orte Markoldendorf aus. Das Spechtsche Gasthaus nebst Schlächterei, das Anwesen des Landwirths Paulmann und das Wohnhaus des Sattlermeisters Reier mit Nebengebäuden wurden vollständig eingeäschert. Viele Stroh- und Futtervorräthe, Fleischwaaren und zahlreiches Inventar sind mitverbrannt. . Goslar. Der frühere Tischlermeist und jetzige Rentier Nickel feierte mit seiner Ehefrau die goldene Hochzeit. H a m e l n. In seinem Pferdestall hat sich der amOsterthorwall wohnende Bierverleger Barte selbst entleibt. Barte hatte zuerst versucht, sich zu erschießen, da er aber hierbei anscheinend gefehlt hat, griff er zu einer Peitschenschnür und erhängte sich. In einem an seine Mutter hinterlassenen Briefe nimmt er von dieser und seinem Bruder Abschied und theilt ihnen mit, daß er freiwillig aus dem Leben scheide, da er keine Freude am Leben habe. K a k e n st o r f. Die Magd Schröder, die beim Gutsbesitzer Prigge in Diensten stand, stürzte sich in einen Brunnen und ertrank. . Provinz Westkaken. . Münster. Der frühere Kaufmann Fr. Gottfchalk, welcher seit eiNiger Zeit eine Wäscherei und Bleiche an der Werse eröffnet hatte, fuhr.
einem leichten Wägelchen zu einem hier
eintreffenden Zuge, um seinen Bruder abzuholen. Ein Bahnwärter fand den Wagen kurz vor dem Hause des Gottschalk im Graben liegen; er wurd: aufmerksam durch das ängstliche Wiehern des Pferdes. Als er mit üülfe von Nachbarn den Waaen aufgerichtet hatte, fanden sie die beiden prüder als Leichen unter dem Wagen vor. Die Verunglückten standen im Alter von 30 bezw. 31 Jahren und waren verheirathet. Altena. In der Drogerie der Wittwe Rahmede entstand eine Benzin - Explosion, die Fenster wurden zertrümmert, und die Frau erlitt so schwere Verletzungen daß sie in das Krankenhaus verbracht werden mußte. V o ch o l t. Ein gräflicher Unglllcksfall ereignete sich auf dem hiestgen Bahnhofe. Der Hilfsweichensteller Joormann von hier gerieth so unglücklich unter einen Güterzug, daß ihm der Kopf vollständig vom Rumpfe getrennt wurde. Der Verunglückte ist verheirathet und Vater von sechs Kindern. 'Vheinprovinz. Köln. Der Inhaber der weltbekannten Auktionsfirma und KunstHandlung I. M. Heberle (H. Lempertz r ? . c . i .n r tsoqnz), Heinrill) empery, xx vier an Lungenentzündung gestorben. B a a l. In einem Bache todt aufgefunden wurde der 84 Jahre alte Heinrich Sommer. Barmen. Die Ehefrau Gustav Kampf ist, nachdem si von ihrem Manne mißhandelt worden ist, aus der Mansardenwohnung heruntergesprungen. Sie erlitt inner5 Verletzungen und brach beide Beine. Im Krankenhause, wohin sie gebracht worden war, ist die Frau ihren Verletzungen erlegen. Der Ehemann ist verhaftet worden. Düsseldorf. Auf Posten erschössen hat sich hier der Füsilier Jerschke vom 39. Regiment. Elberfeld. Wegen GiftmordVersuchs wurde die erst 15jährige Hermine Kropp von der Polizei verhaftet. 'Das Mädchen hatte feinem Vater vergifteten Mäuseweizen unter das Essen gemischt, was dieser jedoch sofort bemerkte. Die Ursache zu der That ist in Furcht vor Strafe zu suchen. Grafrath. Das Fest der goldenen Hochzeit begingen die hier wohnenden Eheleute Josef Schmalz. Der Jubilar ist 78 und die Jubilarin 75 Jahre alt, beide sind körperlich und geistig noch sehr rüstig. Münster a. St. Eine Frau Strauß, deren Sohn nach 16jähriger Abwesenheit mit Weib und Kind aus Amerika zum Besuche eintraf, erlitt vor Freude einen Schlaganfall, der den Tod de? Frau herbeiführte. - Ohligs. Unter sehr zahlreicher Betheiligung wurde im Bender'schen Saale die goldene Hochzeit der Eheleute Wilhelm Engels von der Kölnerstraße gefeiert. Am gemeinschaftlichen Kaffeetrinken nahmen 400 Evastöchter theil. Pfarrer Ackva vollzog die Trauung des Jubelpaares, worauf Bürgermeister Czettritz ein Hoch auf das ehrwürdige Paar aus brachte. Rektor Rehorn feierte in seinem Trinkspruch das deutsche Familienleben. Wetzlar. Hier erschoß der 15jährige Gymnasiast Amand aus Fahrlässigkeit seinen gleichaltrigen Mitschüler Kloos aus Rombach. Provinz Kcsscn-assnu. Kassel. Nach Vcrübung von großen Unterschlagungen, man spricht hier von 80,000 bis 100.000 Mark, ist der Inhaber der Schieferplattenund Steingroßhandlung, GrünerWeg 41 hier, G. Vartholomäus entflohen, vermuthlich nach Holland. Bartholom'äus soll auch Wechsel- und Urkundenfälschungen verübt und hierdurch zwei Verwandte um über 50,000 mi. gebracht haben. Borken. Stadtkämmerer Müller hie? beging sein 25jähriges Jubiläum als Kämmerer und Rendant der städtischen Sparkasse, um die er sich viele Verdienste erworben hat. Eine' Deputation des Magistrats und der Stadtverordneten überreichte als Angebinde der Stadt ein kostbares Gemälde. Ehrsten (Hofgeismar). Lehrer Weiderich konnte hier fein 25jähriges Dienstjubiläum begehen. Die dankba."e Gemeinde brachte ihm am Vorabend des Jubiläumstagi.L einen Fackelzug. F r a n k f u r t a. M. Der Kaufmann Adolf LUtzenberg wurde in seinem Bureau todt aufgefunden. Er hatte sich vergiftet. Gelnhausen. Auf der hiesigen Station wurde der Rangirmeister Rinkenberger von einem Eisenbahnzug überfahren und getödtet. Seine Leiche wurde auf der Strecke gefunden. Der Verunglückte hinterläßt eine Frau und mehrere kleine Kinder. Hersfeld. Hier verschied der frühere langjährige Leiter der hiesigen Bürgerschule, Rektor Julius Bachmann, im 67. Lebensjahre;. 44 Jahre hat er seine ganze Kraft in den Dienst der hiesigen Stadt gestellt, mit seltener Treue und außerordentlichem Fleiß die Pflichten seines Berufes erfüllt. W e t t m a r. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten hier die Abbauer Hcuerschen Ehcleute. Anläßlich derselben hat der Kaiser dem Jubelpaar tue Ehejubiläumsmedaille verlieben.
Japanische Einbrecher. Cttft Ost" srählicki, Blutrbett-Trel sacher Mord. Wie überall in der Welt wird auch in Japan viel gestohlen. Nirgends aber sind die Einbrecher so ungemüthlich wie dort, da sie stets ein haarscharf geschliffenes japanisches Schwert bei sich führeu. In den wenigsten Fällen wohl dringt der Dieb in ein Haus ein mit der Absicht, zu morden. Sieht er sii aber in Gefahr, entdeckt zu werden, so macht er skrupellos von seiner Waffe Gebrauch. Das wissen dort alle Leute und deshalb ist bei einem nächtlichen Tiebstahle absolut kein Verlaß auf Dienstboten. Diese stellen sich nämlich schlafend oder wenden sogar ihr Gesicht absichtlich in die Kissen, da sie wissen, daß jede verdächtige Bewegung und jeder Laut ihnen ihr Leben kostet. Auch fremde haben sich schon in gleicher Lage befunden und wenn sie Geistesgegenwart genug hatten, ebenfalls Schlaf geheuchelt, wenn eine Waffe nicht zur Hand war. Aber wenige nur vermögen bei einer solchen nächtlichen Ueberrafchung ihre Schreckenslaute zu ersticken und dann ist es um sie geschehen.' Da die Raubmörder meist vermummt sind, werden sie schwer entdeckt. So fahndet man heute noch auf den Mörder eines englischen Ehepaares, das auf diese Weise in Tokio vor einigen Jahren um's Leben kam. In Tarumi bei Kobe drang kürzlich ein Dieb in das Haus eines Spezereiwaarenhändlers Namens Joshikawa ein. Im Laden beraubte er die Kasse. Da er darin aber nur etwa $1.25 fand, war er noch nicht zufrieden und setzte seine Nachforfchungen fort. Währenddessen erwachte der Kaufmann und rief erschreckt: Wer ist da?" Als Antwort spaltete ihm der Räuber den Kopf. Dann tödtete der Mörder auch die Frau des Kaufmannes und ein Kind, das in demselben Raume - mit den Eltern schlief. Die Anwesenheit eines zweiten Kindes, eines kleinen Mädchens, das sich unter die Decke versteckt hatte,' entging ihm. Nach dem dreifachen Morde suchte der Mann das Haus ab und verließ es dann. Fälle wie der vorstehende sind in Japan so alltäglich, daß die Japaner ein eigenes kurzes Wort für emen mit einem Schwerte bewaffneten Einbrecher haben. Er heißt Goto." Kommt ein Mord vor, so spricht man in der Nachbarschaft ein paar Tage darüber, und dann ist er vergessen. Die Berliner Natbhausuhr. Eine Seltenheit, die in der ganzen Welt ihres Gleichen sucht, besitzen die Berliner in ihrer Rathhausuhr. Ihr Minutenzeiger hat eine Länge von 8.25 Fuß und die vier Zifferblätter messen im Durchschnitt 10.5 Fuß. Dieses Meisterwerk kostete im Ganzen etwa $3000. Auch der Humor ist bei der Einrichtung der Uhr nicht zu kurz gekommen. Mannhardt, ihr Erbauer, hat dem Antriebsgewicht die Form eines Stiefels gegeben. Als endlich das Werk 1870 nach fünfjähriger Bauz:it vollendet war, und Mannhardt die Uhr übergab, hat er auf dem kleinen Stiefel das Bild des Architekten des Rathhauses, Geheimen Vauraths Wäsemann und auf dem Bügel sein eigenes befestigt. Der Stiefel gab alle zwei Sekunden dem Bilde einen Tritt, während Mannhardt auf dem Bilde eine Verbeugung macht. Es wurde hierdurch angedeutet, daß Baurath W'asemann den Meister öfters getreten," das heißt, um Beschleunigung ersucht hatte, wofür Mannhardt dann mit einer stummen Verbeugung geantwortet hatte. D i e erste deutsche Kuran st alt auf Madeira, einer zu Portugal gehörigen Insel im Atlantischen Ozean, die vom Prinzen Friedrich Karl zu Hohenlohe bei Funchal begründet worden ist, wurde jüngst eröffnet. Sie liegt etwa 890 Fuß hoch. Das Kurhaus Santa Anna in dem durch feine Schönheit berühmten Park gleichen Namens umfaßt eine Anzahl getrennte? Häuser und hat Einrichtungen zu der Aufnahme von Erholungsbedürftigen und Kranken aller Art. Die Anstalt ist von Professor Pannwitz eingerichtet, hat Raum für 60 Kurgäste und wird demnächst durch Höhenstationen bis zu 5280 Fuß Höhenlage erweitert werden. Beim Frisiren erdross e l t. In Reichenberg, Böhmen, rourde die 16jährige Marie Hradetz verhaftet, weil gegen sie der dringende Verdacht vorlag, die 30jährige Arbeiterin Diwok, bei der sie längere Zeit , gewohnt hatte, ermordet und derselben ein auf 400 Kronen (1 Krone gleich 20.3 Cents) lautendes Sparkassenbuch geraubt zu haben. Das Mädchen gestand, die Diwok beim Frisiren von rückwärts mit einem Stricke erdrosselt zu haben. Das Ohr als Verräther. In einem Walde bei Poppenreuth, Mittelfranken, kam es zwischen einem Wilderer und einem Jäger zu einem Faustkampf, in- dessen Verlauf dem Wilderer ein Ohr ausgerissen wurde. Diese Verletzung führte zur Ermittlung des Wilderers. Beim Mittagsmahl g'tt ö d t e t. An der zürcherisch-badi-sehen Grenze wurden vier Holzfäller, während sie um ein Feuer beim Mittagsbrot saßen, von einer fallenden ? söhre, die der.Sturm entwurzelt hatte, ö unglücklich getroffen, daß zwei todt auf dem Platze blieben, der drit!e schwer verletzt wurde. '.
Ella. Eine Warnung sur Manner. Von Mr Hertz. Ella ist Buchhalterin in einem Geschüft. Sie können sie jeden Morgen zwischen acht und neun Uhr mit einem Butterbrotpäckchen in der Hand in der Oststraße treffen. Sie kennen sie sicherlich von Ansehen, , denn sie ist sehr kokett und auf Augenbekanntschaft mit halb Kopenhagen. Sie ist blond; ihr goldenes Haar spielt etwas in's RLthliche und mit ihrer biegsamen Figur und ihrem wiegenden graziösen Gang pflegt sie allgemein Aufsehen zu erregen. Gehen Sie hinter ihr her, so können Sie nicht umhin, ihren weißen aristokratischen Nacken zu bewundern, der zu brennenden Küssen einlädt, und fangen Sie den flüchtigen, aber sprechenden Blick auf, den sie hnen sendet, wenn Sie an ihr vorbeigehen, dann werden S'e versucht, umzukehren und ihr zu folgen. Thun Sie es ruhig; lüften Sie Ihren Hut und sagen Sie ohne Bedenken: Guten Tag, mein Fräulein!" sie ist daran gewöhnt und nimmt es durchaus nicht übel. Wahrscheinlich wird sie Sie zu Ihrer größten Ueberraschung beim Namen nennen, denn es ist ihre Spezialität, alle Welt zu kennen. Dann begleiten Sie sie ein gutes Stück die Große Königsstraße hinauf, bis sie plötzlich stehen bleibt und kurz sagt: Adieu, hier muß ich hinein," und ehe sie ein Wort sagen können, ist sie leicht und behende durch die Hausthür geschlüpft. Sie ärgern sich, daß Sie nichts mit ihr verabredet haben, Ihr Aerger aber geht in stummes Entzücken über, wenn Sie am Nachmittage einen veilchenduftenden Brief auf Ihrem Schreibtisch finden, folgenden Inhalts: Wenn Sie Ihre erste Ueberraschung überwunden haben, bitte ich um zwei Minuten Aufmerksamkeit. Sie können sich denken, daß das heut Morgen Vorgefallene mir etwas seltsam vorkommt, und es wird Sie nicht wundern, wenn ich ängstlich bin, was es für Folgen haben könnte. Darum bitte ich Sie: kompromittiren Sie mich nicht; es ist za nicht unmöglich, daß wir uns mal irgendwo treffen, oder daß Sie ersahren, wer ich bin. Ein einziges Wort, eine leichtsinnige Aeußerung Ihrerseits würde genügen, mich eventuellen gemeinsamen Bekannten gegenüber in ein schiefes Licht zu stellen. Darum hoffe ich, daß Sie stumm sein werden wie das Grab. Sollten Sie mir auf der Straße begegnen wenn Sie mit jemand anders gehen bitte ich Sie, mich nicht zu grüßen, nicht wahr, das ist abgemacht? Damit habe ich, glaube ich, alles gesagt, was in der Eile gesagt werden müßte, und empfehle mich zum Schluß nur noch Ihrem ,Edelmuth.' E l l a. P. S. Ich bin leichtsinnig genüg, mit meinem Namen zu unterzeichnen, weil ich es als selbstverständlich betrachte, daß dieser Brief verbrannt wird, fast ehe er gelesen ist." Ein schelmisches Lächeln kräuselt Ihre Lippen. Sie werden nervös und drehen aufgeregt an Ihrem Schnurrbart, greifen rein mechanisch nach Ihrem Hut und Stock, gehen ganz unmotivirt auf die Straße hinunter, schreiten schneller aus, als es sonst Ihre Gewohnheit ist, und stehen, ehe Sie sioh's versehen, vor der Hausthür in der Großen Königsstraße. Sie mustern das Haus, Ihr Herz klopft jedesmal, wenn die Thür sich öffnet; Sie gehen zu dem Krämer nebenan, bitten um das Adreßbuch, lesen viermal, wer im Hause wohnt, ohne dadurch klüger geworden zu sein, gehen dreimal bis zum Königsneumarkt und wieder zurück, geloben sich selbst, daß wenn sie nicht gekommen ist, bis Sie bis Hundert gezählt haben, Sie keine Minute länger in dieser Hundekälte herumstehen wollen, werden mit sich selbst handelseins, daß Sie bis Fünfhundert zählen wollen, zählen bis Sechshundert und gehen dann müde und mißmuthig in ein Restaurant, setzen sich an's Fenster, trinken einen Absinth und sehen mit etwas größerer Gemüthsruhe auf den hin- und herwogenden Menschenström herab. Plötzlich fahren Sie in die Höhe, werfen dem Kellner auf gut Glück eine Handvoll Kleingeld hin, lassen sich keine Zeit, den Paletot ordentlich anzuziehen, stürzen auf die Straße hinaus, rennen eine alte Frau über den Haufen, stoßen einem ehrwürdigen Herrn mit Ihrem Stock in den Magen, gerathen außer sich, weil ein vorüberfahrender Wagen Sie eine Ewigkeit aufhält und stürzen dann athemlos auf die Schöne zu, die Sie vom Fenster aus für Ella gehalten haben, entdecken, daß Sie sich geirrt' kehren mit einem unterdrückten Fluch um, gehen nach Hause, lesen den Brief noch einmal durch, dann noch einmal, legen ihn in ein zierliches Fach - Ihres Schreibtisches, gehen früh zu Bett und träumen die ganze Nacht von Ella und von Veilchen. Am nächsten Morgen finden Sie sich zwischen acht und neun Uhr in der Oststraße ein; Sie gehen die Straße einmal entlang, noch einmal, aber begegnen ihr nicht, stellen sich resignirt mit Ihrer Cigarette im Munde an einer Ecke auf und mustern alle Vorübergehenden scharf. Aber Sie haben kein.
Glück an. diesem Tage, ebenso wenig am folgenden, aber dann am dritten laufen Sie ihr direkt in oie Arme. Sie begrüßt Sie leicht und ungezwungen, berührt mit keiner Silbe den Brief, vertraut Ihnen oder en passant an.
daß sie Abends zwischen sieben und
acht Uhr nach Hause aeht. und schlüpft I
ebenso behende wi: das letz'en.al durch die Hausthür, bevor Sie ihr ordentlich Adieu gesagt haben. Bald sind Sie gut Freund mit Ella geworden, treffen sie haufia. korresponViren mit ihr; sie interessirt Sie, Sie ertappen sich darauf, daß Sie zu den unmöglichsten Tageszeiten an sie denken müssen, sehnen sich nach ihr, wenn Sie sie einen Tag nicht gesehen haben kurz, sind auf dem besten Wege, sich regelrecht in Ella zu verliefen. Da, eines schönen Tages, bekommen Sie einen veilchenduftenden Brief, in dem Ella Sie bittet, nicht böse zu werden über das, was sie schreibt; aber sie kann nicht anders, sie muß unterstrichen schreiben, denn sie sehnt sich heut so sehr und hat eine Entdeckung gemacht, die sie ernstlich auch unterstrichen beunruhigt; sie will, daß eine lange Zeit vergehen soll, bevor Sie sie wiedersehen; am besten wäre es sicherlich gewesen, Sie wären ihr nie begegnet, sie kann nicht umhin, es zu schreiben, obgleich sie sich so schrecklich nach Ihnen sehnt. Sie sind ganz blaß geworden beim Lesen, und dann wird es Ihnen zum erstenmal furchtbar klar, daß Sie Ella lieben. Sie schreiben einen langen, rührenden Brief, beschwören sie um alles in der Welt, barmherzig zu sein und sich am nächsten Tag an der gewohnten Stelle in den Anlagen einzufinden. Sie kommt am nächsten Tag, und klopfenden Herzens eilen Sie ihr entgegen, führen sie zu Ihrer Lieblingsbank, wollen sprechen, können keine Worte finden, zeichnen mit Ihrem Stock in den Sand, rücken ihr näher, nehmen ihr? Hand, die sie ruhig in der Ihren laßt, fassen Sie um die Taille, flüstern ihr ein furchtsam bebendes: Wollen Sie " in's Ohr, kommen nicht weiier, fühlen ihren Kopf auf Ihrer Schulter ruhen, hören sie ein leise Ja!" - stammeln, fühlen ihre Lippen auf Ihrem Hals, beugen sich dann zu ihr herab und bedecken ihren Mund, ihre Augen, ihre Ohren, ihren Hals und ihre Hände mit Küssen. Und dann, sind Sie mit Ella verlobt. Sie Aermster! Der Schal; in der Z'laschr. Am 21. Juni 1895 wurde der Nordostseekanal dem Verkehr übergeben. An diesem für die Schifffahrt und gesammte Geschäftswelt so wichtigen Tage fand sich in einem dicht am Strande gelegenen Hotel eine fröhliche Gesellschaft von Geschäftsleuten und Inhabern größerer Handelshäuser zusammen. Als die Stimmung den Höhepunkt erreicht hatte, machte ein Herr folgenden Vorschlag: Wie wäre es, wenn jeder von uns zur Feier dieses denkwürdigen Tages eine Waarenanweisung auf seine Firma ausschriebe, sie den Wassernixen überantwortete und dann abwartete, was diese damit anfangen?" Der Vorschlag fand jubelnden Beifall, und Anweisungen auf die verschiedensien, nach Güte und Werth nicht " schlecht bemessenen Sachen wurden auf Papierstreifen verzeichnet und in einer gut verschlossenen Flasche unter heiteren Scherzen, in die See geworfen. Wochen waren vergangen, da findet eine arme Wittwe an der Insel Nordstrand eine Flasche verkorkt und versiegelt, und sie meint, sie rühre von irgend einem verunglückten Schiffe her. Sie hält sie gegen das Licht und bemerkt darin eine größere Anzahl von Papierstreifen. Gespannt öffnet sie die Flasche und zieht einen von den wunderlichen Papierstreifen heraus. Darauf. steht geschrieben: Dem Inhaber dieser Anweisung verabfolgt N. N. zu N. einen Sack Kaffee." Streifen auf Streifen zieht die Frau aus der Flasche hervor, so daß ihr kleiner Tisch davon bedeckt ist. Kopfschüttelnd steht sie da, aber-warum soll sie den Versuch nicht einmal wagen? Sie schickt den ersten Papierstreifen an die bezeichnete Adresse, und siehe, nach einigen Tagen wird ein Sack des schönsten Kaffees ib? in's Haus geschickt. Ihr Herz klopft freudig, sie sendet einen zweiten Streifen aus und nach einigen Tagen wandert ein Sack Reis in ihre Wohnung, es folgt ein Wück Tuch u. f. w. Die arme Frau, , welcher das alles märchenhaft vorkam, wurde durch die wohlthätige Flasche in eine Art von Wohlstand versetzt., wie sie ihn sich nie hatte träumen lassen. Serltnor Klänge,,. Fritze: Und doch, Mutter sagt uns alle hat der Storch durch den Schornstein gebracht!" E r n a : Bei uns nischt zu machen, wir haben Dampfheizung!" Gkdankrnspttitcr. Wie wenig wir wissen, merken wir oft erst, wenn wir die Wibbegierde eines aufgeweckten Kindes befriedigen sollen. Nichts labt so in 5)itze gerathen, als Kälte deS Gegners. Unsere Ansicht von den Menschen hängt davon ab, wie sie uns ansahen. ' Mancher Dichter gleicht einem Äutematen. der rasch gibt, aber bald geleert ift. Es gibt Menschen, die ihr ganzes Leben hindurch rechnen, und doch nie zu einem Re, sultat kommeu. Mancher hält sich für einen Märtyrer der Wahrheit und ist doch nur ein Opfer seine? Irrthümer. - Wer sein Licht nicht leuchten lassen kann, läht gern seine Brillanten glänzen.
t
- U
