Indiana Tribüne, Volume 28, Number 136, Indianapolis, Marion County, 31 January 1905 — Page 7

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Hinter verschlossenen f -- X Iloman von Paul d'Aigremont j 5 5i55555555555i (Fortsetzung.) In diesem Augenblick ertönte aus dem zweiten der anstoßenden Gemächer, deren Thüren halb offen standen, die Stimme Reines, die nach ihrem GroßVater rief. Dieser beeilte sich, dem Wunsche der geliebten Enkelin nachzukommen. Violette wollte sich gleichfalls erheben, allein ihr Vetter hielt sie an seine? Seite fest. Er ergriff ihre Hände und schaute ihr lange durchbohrend in die Augen. Dann ließ er ihre Hände los und machte mit den seinen Bewegungen von oben nach unten an ihrem Oberkörper entlang, jedoch ohne diesen zu berühren. Sie flüsterte angstvoll: Laß mich! Ich beschwöre Dich laß mich!" Nicht eher," entgegnete er gleichfalls leise, aber mit einer Stimme, die jetzt zischend wie ein Peitschenhieb klang, bis Du mir versprochen hast, ruhig und stark zu werden. Ich will es hörst Du wohl: ich will es!" Ihr Kopf sank auf die Seite, die Augen nahmen eine eigenthümliche Starrheit an, und das Gesicht wurde so bleich. als ob alles Leben aus ihr entfliegen wolle. Sie war augenscheinlich bewußtlos. Erhebe Dich jetzt und sei ruhig es muß sein!" gebot er nach einer Weile, indem er einige Handbewegungen von unten nach oben machte. Leise wie ein Hauch kam es über ihre Lippen: Ich werde gehorchen." Dann öffnete sie die Augen und erhob sich. Ertheile Deine Befehle und übernimm -die Leitung des Hauswesens wieder. Du hast vorläufig hier zu gebieten: thue es und zeige, wessen Du fähig bist!" Sofort kam sie dieser Weisung nach und verließ das Zimmer, in ihrem, ganzen Wesen lag dabei etwas FurchtsamScheues, das ihr sonst ganzlich fremd war. Gleich darauf erschien Pauline, um Lemarchand zu rufen, von dem der Staatsanwalt sich zu verabschieden wünschte. Es konnte kaum noch einen Zweck haben, auf Schloß Saint-Luc weitere gerichtliche Nachforschungen anzustellen; was möglich, war geschehen freilich war das düstere Drama aerade so geheimnißvoll geblieben wie vorher. Weder der Pariser Polizeiagcni neen cer nominier zuerm yai1 . . . P ' ST I I ten aufzuklaren vermocht, wie es dem Mörder möglich gewesen sei, in das verschlossene Schlafzimmer der Marquise zu gelangen und ebenso spurlos wieder daraus zu verschwinden. Trotz der gegentheiligen Versicherungen es Doktors Bordier und seines Kollegen aus Amiens, der gleichfalls sein Gutachten abgegeben hatte, waren Beide im Stillen zu der Ueberzeugung gelangt, daß dennoch ein Selbstmord vorliege, und daß man nur aus Rücksicht auf die vornehme Familie das nicht laut werden lassen wolle. Der Staatsanwalt hielt es für geboten, sich persönlich nach Paris zu i geben, um bei der Untersuchung des Gerichtshofes der Seine in der An?legenheit des Grafen Gratien zugegen zu sein. Diese begann auch unmittelbar nach seinem Eintreffen und bestätige in der That alle Angaben des Grafen. Daß er persönlich die That ausgeführt hatte, war nach ihrem Ergebniß von vornherein unmöglich. Er hatte d'e Nacht vom 1. zum 2. November in einem Klub in der Rue Malignon zugebracht; das bezeugten mindestens fünfzig Mitglieder, die dort zugegen geWesen waren. Ein Dutzend von ihnen Zonnte ferner bekräftigen, daß er erst als einer der letzten aufgebrochen war, um nach Hause zu gehen keinenfalls vor halb sieben Uhr Morgens. Ein Umstand dabei fiel freilich dem Staatsanwalt auf. Gratien, der sonst mit peinlicher Sorgfalt darauf hielt, stets korrekt" gekleidet zu erschein:, hatte sich in dem Neiseanzug in den Klub verfügt, wo er sich sonst immer nur in tadellosem Gesellschaftskostüm zu zeigen pflegte. Weshalb war er von der Bahn nicht erst nach Hause gefahren, um seinen Anzug zu wechseln? War es ihm nicht dennoch darum zu thun gewesen, sich ein Alibi zu schaffen und zwar so rasch und so frühzeitig wie nur möglich? Der Argwohn, den Jeantel im Einvernehmen mit seinem Kollegen Servian gegen Gratien hegte, wurde dadurch noch vermehrt, und er empfand ein tiefes Unbehagen -darüber, daß es ihm nicht gelingen wollte, auch nur den leisesten Lichtschimmer in diese dunkle Angelegenheit zu bringen. Es erschien ihm daher geboten, zu erforschen, ob auch die Angaben des Grafen darüber, wo er den 2. November und den Vormittag des 3. zugebracht hatte, aus Wahrheit beruhten, wenngleich das ja mit dem Drama von Saint-Luc direkt nichts mehr zu thun hatte. Madame Satores, auf die sich jene Angaben bezogen hatten, bewohnte in der Rue Ampere das Haus Numme? 180. Die Pariser Polizei, bei der Jeantel zunächst Erkundigungen einzog, bestätigte auch in dieser Beziehung die AussagenGratiens. Die Dame stammte aus dem Elsaß und hieß ursprünglich Vertha Ferdenbach. Sie war lange Zeit hindurch an Variser Vübnen auf-

Thüren

getreten rmd von den Lebemännern

stark- gefeiert worden. Ein steinreicher, alleinstehender Brasilianer hatte sie dann geheirathet und bei seinem bald darauf erfolgten Tode ihr sein ganzes Vermögen vermacht. Erwiesenermaßen verfügte sie über sehr bedeutende Geld ,, e .i r 'iv r v cn::c Mittel und lebte, seitdem sie dem Bühnenleben entsagt, ganz zurückgezogen, so daß die Polizei keinen Anlaß hatte, sich von Amts wegen mit ihr zu befassen. Als Jeantel an dem einstöckigen, außerlich recht eleganten Hause schellte. öffnete ihm ein Diener in dunkler Livms i ; . i . ... 1 1 ! xtt, oem er lerne narre einoanoigie mil dem Hinzufügen, daß er seine Herrin in dringender Angelegenheit um eine kurze Unterredung ersuchen lasse.' Er wurde in einen Salon im Erdgeschoß geführt, der mit vornehmem Geschmack einaerichtet war. Der Diener kam gleich darauf zurück mit der Meldung, feine Gebieterin bedaure, weil sie kaum von emer Krankheit wiedererstanden sei, noch Niemand empfangen zu können. Der Staatsanwalt setzte sich an einen Tisch und schrieb nun auf die Rückseite r v i I Cincr ane: Madame, ich bin der Staatsanwalt von Abbeville und komme in einer dienstlichen Angelegenheit. Durch eine kurze Rücksprache mit mir werden Sie sich eine Menge lästiger Förmlichkeiten ersparen, ich bitte Sie daher in Ihrem eigenen Interesse, mich empfangen zu wollen." Damit schickte er den Diener abermals fort. Es blieb ihm jetzt Zeit, sich etwas näher in dem Salon umzuschauen, und dabei fielen seine Blicke auf ein lebensgroßes Porträt, das an der Wand hing. Es stellte offenbar die Herrin des Hauses dar, aber wohl noch in etwas jüngeren Jahren. Wenn dies Bildnniß nicht allzusehr geschmeichelt war, dann erschienen die Erfolge, welche Madame Satores einst als darstellende Künstlerin gehabt batte, sehr begreiflich. (cZkn2.nnYnn fi.T nrh cto .an Tem PortS auf. Wo hatte er doch diese Züge schon gchatte er doch diese Züge schon gcsehen dies feingezeichnete längliche Gesicht mit den blauen Augen, die so auffallend lange Wimpern hatten? Er sann noch darüber nach, als der Diener zurückkehrte, um ihn in ein behaglich durchwärmtes und mit einer geradez? raffinirten Eleganz eingerichtetes Gemach im ersten Stock zu geleiten. Gleich darauf trat die Herrin des Haus.s f-m i Man sah auf den ersten Blick, daß dit ngate, sis,rs. eben dn emer schwe(in iik;uiuiu n iuiiki.ii, hui vnvi Vorgeben war. Die Blässe ihres Eer Urnnfhtit HtAnnn fr rs. sichts kam der Farbe ihres Morgen aewandes aus dickem weißem Flanell gleich, unter dem sie ein lang HerabreiiMMiva iiitv uus? tuti niiii juiuiiti.il cvc cv r.iwiJ k 2,iÄaÄ 4-rr2 CTV Ait2 weißem Mussel.n tadellos gewachsen. Von bemerkenswerther Feinheit der Formen waren die Hände, an denen zahlreiche Ringe mit Diamanten funkelten. Der Staatsanwalt stand im fttn w fe..&T::rCl V cvi,il 2ÄÄU.Ä s;. 5TTAAm. (Z.lY03. Vrr irk-l i iv v v -y v v w f r I SS" Äst 5 ?!abre mebr zäblte. daZ lebendiae EbenV ' ' y i ' j I bild von Fräulein Violette v. Lacroiz- . I Marboura. Gesicht. Gestalt und Bewnnn mmm KtMhtrx nur der Ausdruck des Mundes und der Auaen war e n anderer. Be Violette laa e n ......... . schmerzlicher .Zug um die Lippen, der dem Kundiaen erhalte, was sie in ibrem iunaen Leben schon alles batie durchmachen müssen. Ihre Augen blickten sanft und drückten eine unbewukte. aerade dadurch überaus anziehende Naivetät aus. Bei der ehemaligen Schauspielerin lächelte der Mund gewohnheitsmäßig, was jedoch nicht ausschloß, daß er auf Momente etwas Scharfes. Schneidendes annahm. Der Ausdruck ihrer Augen, d': noch länaere W mvern ze a en. a s d e Violettes, war katzenartig schmeichelnd, Ich bitte um Entschuldigung. Sie belästigt zu haben." begann Jeantel mit einer Verbeugung, allein, wie ich schon mittheilte, es ist eine amtliche Any i . y r i 11 geiegenyeil, oie micn lzersuvri. Eben deswegen habe ich auch eingewilligt, Sie zu empfangen," cntgegnete die Dame, obwohl ich noch sehr schwach und anaeariffen bin " Sie setzte sich, indem sie durch eine HandbeIV ' .."..1

wegung den Staatsanwalt einlud, yeiinayme sur oie )inge oer ÄUenebenfalls Vlan zu nebmen. 5ick war Welt, richtete das Wort an die an sei-

dem Tode nahe und wurde ohne das eneraische Einareifen eines freundes . . ' . ' ... "f ' . diesen heimtückischen Anfall kaum über- . ' - ' standen haben. ..Dieser ??reund war der Graf v. Plessis?" Etwas beunrubiat sah Madame Sa- . tores ihn an. indem sie fragte: Warum erkundigen Sie sich danach?" Weil d-s Gericht ein Interesse daran hat. dies zu erfahren, Madame.", Das Gericht? Was habe ich mit dem zu schaffen?" rief sie unwillig mit einem so unverkennbaren Ausdruck des . 1 .... .. c Erstaunens, daß der ?taatsanwatt die Ueberzeugung gewann sie wisse zweifellos nichts von einÄ Verbrechen mochte immerhin Gratien ein solos begangen oder angestiftet haben. Das Gericht hegt nicht den gerinfien Argwohn gegen Sie." versetzte er höflich, sondern es handelt sich um andere Versonen." Unter denen sich der Graf v. Plesf ' . 1 . .' .

siö doch wohl unmöglich befinden ouie oayer, serneryln rn;i leikgnn!" nem Wort mehr darauf zurückzukom-

wis hcibt trti mim mmi oenaumei. f .i.i i

Beantworten Sie mir, bitte, jetzt einige

Fragen. Sie hatten dem Grasen mittheilen lassen, daß Sie erkrankt seien. Wann ist er dann zu7Jhnen gekommen?" 3n den ersten Nachmittagsstunden des Allerseelentages. Er traf mich beras in einem sehr bedenklichen Zusta..de an, holte einen Arzt und eme Pflegerin herbei und ordnete alles an, was geschehen konnte, um die Gefah? zu beseitigen. Auf mein Bitten hat er mein Haus auch wahrend der folgenden Nacht und des nächsten Tages nicht verlassen, sondern ist erst wieder fortge- ........ . i-L c . er . i r t : r". ? m . gangen, ais oer Arzl ncn für meine ?enefung verbürgte." Und dann fügte sie selbstbewußt hinzu: Ich bemerke noch, daß Herr v. Plessis mein Verlobter ist, wenngleich noch nicht öffentlich. Seine Stellung in der Fabrik des Herrn Lemarchand hat bisher die Bekanntmachung verhindert." Der Staatsanwalt machte bei dieser unvermutheten Erklärung ein ziemlich verdutztes Gesicht. Weshalb denn das?" fragte er. Ich verstehe das nicht." . . Ei nun." entgegenete sie nervös und II Ci--3C 4 C . VY . (W. mir einem nusoru, oer in? auc man lichkeit mit Violett? benahm, der Alte ist ja riesig hochmüthiz, seitdem er sich den hochadeligen Schwiegersohn gekaust hat. Gratien fürchtet seinen Widerstand, wenn es sich darum handelt, einer ehemaligen Schauspielerin denselben Namen zu geben, den seine Toch ter trägt." Immer erregter werdend fuhr sie fort: Aber nur Geduld: ich kann warten. Und der alte Mann mag wollen oder nicht: ich werde trotz allem die rechte Tante seiner Enkelin und die Schwägerin dieser Marquise werden, die so stolz sein soll." Sie wußt offw nichts von dem Tode der Marquise. Man merkte es ihr deutlich an, daß sie noch leidend und angegriffen war, und dieser Zustand hatte es wohl veranlaßt, daß bisher noch Niemand aus ihrer Umgebung tyx das tragische Ende der Schloßherrm von Saint-Luc mitgetheilt hatte. Unter, der Nachwirkung der noch nicht ganz überwundenen Krankheit hatte sie sich dem Staatsanwalt gegenüber gezeigt, wie sie war, und chren leidenschaftlichen Ehrgeiz offenbart. Welchen Einfluß mochte dieser auf Gratien geübt haben? Und von welcher Art war yt"s"ng ,fxau mtt a?. ?cr Staatsanwalt hatte gern J'J VI- rn.; t - - mr ? t r "V1"1 W VUir ""'j. " geguu, aucin et jag es uucaoarne aioI ftr riA fr tr lVrVi CT 1" .,7' " " .Älw Sie erklären, dak der err " . . a Graf v. Plessis Ihr Haus in der Nacht vom zweiten zum dritten November und am Vormittag des dritten nicht verlassen hat? fragte er, sich erhebend. So ist es, mem Herr. Wenn Sie rrs ri. r r . mem Dienstpersonal befragen wollen. l werden Sie meine Aussage bestätig, finden. Jeantel hielt das nicht mehr für erforderlich. Er verabschiedete sich und " ÖS nahm die feste Ueoerzeugung Mit, daß iauuumc vsmuu uu9 icuic Xau schuldige des Grafen sii. und daß sie . -r r y r i nntt II 0TTt Vr t 5 tlt seimigst frZ. it VV4i wwö uuuui s'ch sne, h,,e. keine Ahnung habe. rtv m r . i t mri ?r . u. ei,enung oer carquiie yane rn t rr - f . ln oer rm Parr oes cyiones oennollchen alten Familiengruft in aller Stille stattgefunden. Gratien wa I fjf. fV . . C rYA qo aae oanaco naco Paris zu rückgereist, um seine Thätigkeit in der Fabrik wieder aufzunehmen, während Lemarchand- und Andre noch auf Schloß Samt-Luc blieben. Der Zu. Mno oes carqms yaiie m 0 wen gebessert, daß keine unmittelbare Gefahr mehr vorhanden war. Aber er lag fortwährend wie stumpfsinnig da, brüic meigeno vor lieg rnn uno iqrn nichts von dem wahrzunehmen, was um ibn herum geschah. Unter diesen Umständen hatte bisher von einer gericuiucnen Äerneomuna noch seine Rede sein können. Man hatte cm eneraiiaaisanmaii in Paris Mittheilung davon gemacht, und es erfolgte darauf der Bescheid, daß es drn Untersuchungsrichter anheimgegeben wSui Sst CY) M ft. 1 V. . wuu, wie cwhvi"b "i m vzm im geeignet scheinenden Augenblick stattfinden zu lassen. , t Endlich ' schien der lahmende Bann zu weichen, der den K' anken bisher aefesselt hielt. Er zeigt, allmälig wieder f f c . t r I c cm c ... C C . . nem ager zeiienocn uno oanne iynen für ihre treue Pflege und Sorgsamkeit. Nun hielt auch Andre den Augenblick I r? .. . . v -. 4 r sur gekommen, naaz Paris zuruazureoren, um seine Studien zu Ende zu führen, und auch Lemarchand wollte irrn m w w w t t a w w i veglenen, oa ivn ormgenve Ge cya l? zurückriefen. Er hatte noch eine lange. ernste Unterredung mit Servlan, dann reiste er nach zärtlichem Abschiede von dem Marquis, von Reine - Marie und Violette ab. Als der Großindustrielle am anderen Morgen sein riesiges Fabriketablissement in Saint-Denis betrat, eilten die m-ric. : r vh vzi cijcii -aoicuungcn und die leitenden Jngenieitte herbei, um ihn zu begrüßen und ihm ihre Theilnähme an dem harten Schicksalsschkage, der ihn getroffen, auszudrücken. Ich danke Ihnen, meine Herren, und bin von der Aufrichtigkeit Ihrer Gesinnungen überzeugt," entgegnete darauf der alte Herr. Allein das liegt jetzt hinter mir und muß abgethan fein. INi!!!. 5 r. 5 ! mm,

Die übrigen verabschiedend, winkte

er darauf den Ingenieur Montbrisson an seine Seite. Was machen die Geschäfte?" fragte er kurz. Sie werden, wie ich hoffe, alles m bester Ordnung finden, Herr Lemarchand," lautete die Entgegnung. Es sind sehr beträchtliche Neubestellungen eingelaufen und gleich.den noch vorhandenen Aufträgen prompt erledigt worden." Er gab dann eine kurze zusammenfassende Darstellung von dem Gange der einzelnen Geschäftszweige und führte die betreffenden Zahlen an, wozu Lemarchand befriedigt mit dem Kopfe nickte. Wer hat die obere Leitung geführt?" Zuerst ich, da ich in der letzten Zeit als Ihr Bevollmächtigter fungirt hatte, dann der Herr Graf v. Plessis. seitdem er von Samt-Luc zurückgekehrt ist. Wir nahmen an, daß es in Ihrem Auftrage geschahe. Und wie hat er seine Sache gewacht?" Ganz vortrefflich." Besser als Sie?" Der Ingenieur wurde roth, aber er entgegnete ohne Zögern: Jedenfalls ebenso gut, Herr Lemarchand." Der Fabrikbesitzer nickte abermals mit dem Kopfe. Dann fragte er. wie beiläufig: Wo finde ich Herrn v. Plessis?" In Ihrem Privatkabinett." Gut. Dann danke ich Ihnen vorläufig." Während der alte Herr sich nach seinem Arbeitszimmer verfügte, schien er so ruhig und gelassen, wie man ihn stets zu sehen gewohnt war. In feinem Innern aber gährte es gewaltig, denn NUN bot sich ihm ja gleich Gelegenheit, das ihm von Servian dem Grafen gegenüber empfohlene Verfahren zur AnWendung zu bringen, wodurch dieser allmälig dahin gebracht werden sollte, sich eines Tages trotz all seiner Kaltblütigkeit selbst zu verrathen. Er wollte ihm anscheinend Vertrauen schenken und ihn dadurch sicher machen, ihn stets von Neuem hoffen lassen, daß er das erstrebte Ziel erreichen werde, um das vermeintlich schon erfaßte dann plötzlich wieder weiter zu rucken. Eme peinliche und vor allem schwierige Ausgabe. Be: semem Anblick erhob der Graf sich von dem mit Papieren bedeckten Schreibtische, an dem er saß. Er wechselte für emen Augenblick die Farbe, wußte aber seine Erregung geschickt zu verdecken, indem er sich angelegentlich nach dem Stande der Dinge auf SamtLuc, insbesondere nach dem Ergehen seines Bruders erkundigte. Lemarchand qab die erforderliche Auskunft, ging dann aber sofort zu den geschäftlichen Angelegenheiten über. indem er m dem vor seinem gewohnten Platze stehenden Lehnstuhle sich niederließ. Gratien legte ihm ein Schriftstück nach dem anderen vor. in knapper, stcherer Weise dazu die nöthigen mündlichen ! Aufklärungen ertheilend. Nach emer Stunde etwa waren , sie fertig. Der Graf hatte während seiner Berichterstattung den alten Herrn fortgesetzt scharf beobachtet und m semen verschlossenen Zügen zu lesen versucht. Man konnte es ihm deutlich anmerken, daß er darauf brannte, ein Wort des Lobes und der Anerkennung seiner Thätigkeit zu vernehmen. Um so grimmiger war daher seine Enttäuschung, als dieser schließlich, da Gratien Miene machte, sich auf den für den Sekretär oder den Bevollmächtigten des Besitzers bestimmten Platz am anderen Ende des mächtigen Arbeitstisches zu setzen, 'urz und bestimmt zu ihm sagte: So. nun bitte ich Sie, Herr v. Plessis, mich allein zu lassen und wieder in Ihr früheres Bureau zurückzukehren, bis ich eine anderweitige Anordnung treffe." Die Lippen des Grafen zitterten, seine Züge verzerrten sich, und für einen Augenblick schien eine unbezähmbare Wuth den Sieg über seine Selbstherrschaft davontragen zu wollen. . Lemarchand las ruhig in einem Briefe und schien nichts davon zu gewahren. Ich möchte Sie um eine Aufklärung ersuchen, Herr Lemarchand brach Gratien endlich los. Können wir das nicht bis zu gelegenerer Zeit verschieben?" Ich bitte jetzt gleich darum." Nun. wie Sie wollen." Der Graf trat an einen Seitentisch, auf dem eine Flasche mit Wasser und mehrere Gläser standen, füllte eines der letzteren und stürzte es auf- einen Zug hinunter. Dann setzte er sich Lemarchand gegenüber, ohne daß dieser ihn dazu aufgefordert hatte, und begann: In jener letzten Unterredung, die ich am Abend des ersten November auf Saint-Luc mit meiner theuren, unvergeßlichen Schwägerin hatte, gab sie mir das förmliche Versprechen, daß ich Ihr Bevollmächtigter werden solle, Herr Lemarchand. Ich habe diese Funktion auch thatsächlich während Ihrer AbWesenheit ausgeübt. Ist es nicht zu Ihrer Zufriedenheit ausgefallen, was ich inzwischen angeordnet habe?" Das kann ich in diesem Augenblick noch nicht sagen," antwortete der Fabrikbesitzer in seiner gemessenen Weise. Dazu bedarf es vorher meiner NaaPrüfung im einzelnen." Gratien athmete auf; dann blieb ihm also doch noch Hoffnung. Und wenn das Ergebniß dieser Prüfung, die ich wahrlich nicht zu scheuen brauche, ein gutes ist werden Sie dann das Versprechen halten, das Ihre Tochter mir gegeben hat?" Haben Sie einen Beweis dafür,

daß dieses Versprechen wirklich gegeben wurde?" Keinen anderen als mein Wort." , Ein peinliches Schweigen folgte, wahrend dessen sich der Graf auf die Lippen biß. Endlich entgegnete Lemarchand: In keinem Falle werden Sie etwas dagegen einwenden können, wenn auch ich erst jene Art von Probezeit verstreichen lassen will, die Laure nach Ihrer eigenen Angabe als unerläßlich bezeichnet hat." Gratien sah sich zu seinem-lebhaften Verdruß mit der eigenen Waffe geschla-, gen. Er hatte ja selbst jene Angabe in Saint-Luc gemacht. Forschend und mißtrauisch betrachtete er den alten Herrn, um aus seinen Zügen zu errathen, ob er nicht irgend einen Hintergedanken gegen ihn hege; allein dies Gesicht war unbeweglich wie Marmor. Werden Sie dann das mir von Ihrer Tochter gegebene Wort einlösen?" fragte er. Darüber kann ich Ihnen in diesem Augenblick noch kein bindendes Versprechen ertheilen. Die Entscheidung ist zu schwerwiegend, als daß ich sie so lange vorlzer treffen könnte. Seien Sie erst einmal in dem für Sie neuen Wirkungskreise mit allem Eifer thätig. Unsere Interessen gehen dabei ja Hand in Hand. Wenn Sie mir wirklich gute Dienste leisten, dann dürfen Sie von mir das Beste hoffen." (Fortsetzung ftM

Gegenüber der Meldung. daß Andrö Giron, der ehemalige öe. liebte der Gräsin Montignoso, je Beamter in einem Brüsseler Ka ; mannshause sei, erfahren wir. d?' r ron nach wie vor dort mit der ' Vierung technischer Studien l tigist. Schatzfund zu Weihnacht e n. Der Taglöhner Esterer in Möggendorf, Oberpfalz, grub am Tage vor Weihnachten neben seinem Häuschen eine Baumgrube, um einen Obstbaum zu pflanzen, und fand nur etwa einen Fuß unter der Erde etwa 200 alte, noch sehr gut erhaltene Silberthaler. Sie stammen aus Bayern, Sachsen und Tirol und tragen die Jahreszahlen 1370, 1593. 1616 bis 1620. Eiisniit terrible. Du, Tante, der Papa hat g'sagt. daß Du ein Vogel bist!" Wirklich! Ja, was für ein Vogel denn?" Er hat g'sagt. Du schaust aus wie ein aus 'm Nest g'fallener Spatz!" A5 dc,n Sci:nwcg. W fVv - x. n r"Um Himmelswillen, Herr Nachbar, was machen Sie denn da oben?" Ja wissen S , ich hab meinen Hausschlüs sel vergessen da müßt' ich meine Frau wecken, und das ist mir zu gefahrlich!

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Werthe von mehreren hunderttausend Francs enthielten, wurden aus der Ambulanz eines Postzuges zwischen Clermont und Nimes geraubt. Der AmbulanzWaggon besteht auö zweiAbtheilungen. Während der Beamte in einem der Abtheile arbeitete, operirten die Raube? in dem anderen, warfen die Sacke zum Fenster hinaus und sprangen ab, vor der Zug hielt. . Schlechtes GewissenBuchhalter (zum Weinh'andler): Da ist auch von einem Chemiker eine Befiellung auf 25 Liter Wein eingelaufen!" . Chef: Von einem Chemiker?.. Da sollten wir lieber den Wein von wo anders her besorgen!" ,