Indiana Tribüne, Volume 28, Number 135, Indianapolis, Marion County, 30 January 1905 — Page 6

Jndiana Tribüne. 30. Januar 1903.

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Sarland Ofen... ....und.. .. Range... Dirfelden übertreffen alle andern in Schön heit. DaerhaftZg?eit. Heizkraft und Spar fts&ix im Kohlen Verbrauche. Dieselben werden mit Vergnüge erzeigt, i WILLIG'S ...Möbel-Handlung... 141 West Washington Straße. k A CtsZM 1663 nimmt jederzeit Sngage tsasü entgegen. Irgendwelche Orchester ZlZssik nd irgend eine Anzahl von Muftier? fctä geliefert. Neue Ausstattung und neu, k!Lifsren. ZU Zl. Miller, Director. Henr, Sprengpfeil, SeschäfUführn. SSI KentuS? Avenue.' Telephon Neu 4SSS. Wie Perfeet Gas Nange wird zum Kostenpreise verkauft, abgeliefert und aufgestellt ohne Unkosten. Der sparsamste Ofen für Kunstgas. Sprechen Sie vor und sehen Sie dieselben im Gebranch. TUE WM GAS G0., 49 S. Pennsylvania Str. Ds. F. MW ...Herrenschneider... ?w. 1020 Süd Meridian Str. ZNeBrigste Preise. uteB Passen garantm. k Die Sehörde sür öffentliche rbetten bestätigt den Bericht der Kommissäre. Du Kommissare, welche von der Stadt nd der 22aff er Compagnie ernannt wurden, beruZtetm nach einer strengen und umfang reich, Prüfung deS städtischen WasserS ftfceahma&en: Wir find einstimmig der Anficht, daß daZ Waffe? welches den Ccnsumenten während der Periode dieser Untersuchung geliefert urde, guten gesundheitlichen Charakters ar ; daß daS Wasser von Privat-Brunnen ein der. wichtigsten Factorm der Ent ftehnngS-Nrsachen dieser (Typhus) Epidemie ,??riede war." Die Kommissäre empfehlen die Condem MRg von Privat'Brunnen und Aborten, und empfehlen, daß Verbindungen mit Ab zuzZkanülen hergestellt werden sollen wo isser sich solche besind?n. Der ganze Be tfcht der Kommissäre ist in Druck und wird f Anfrage abgeliefert oder mit der Post rsandt. Die Qualität deS WasserS, wie solches von dicftr Gesellschaft geliefert wird, und wie d-rch diesen Bericht festgestellt, ist für alle vesohner der Stadt zum Privat-Gebrauch ep fehlenswerth. Indianapolis Wager Co. I U) I ( CGI West Washington Str LeriSufer dS berühmten Quinine :: Whisky )aS oeste Mittel aegen ÜSal&tla anv (Zerältunö Saloon und Reftaurant. IZT Neues Telephon 4048. ent zi nci.

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Europäische Nachrichten

ßlsaß'Lothringen. Diedenhofen. Die im Neubau begriffene katholische Kirche ist eingestürzt. Blättermeldungen, daß. ein Dynamitanschlag auf die Kirche vorliege, haben veranlaßt, daß die Beh'örden die Auftäumungsarbeiten mit möglichster Vorsicht ausführen lassen; jedoch nimmt man an, daß ein Conftruktionsfehler vorliegt, da für einen Dynamitanschlag keine triftigen AnHaltspunkte vorhanden sind. Großweiler. Eine Grabschändung beging der irrsinnige 35jährige Taglöhner Franz Leiser, indem er den Leichnam seines vor 4 Jahren verstorbenen Stiefbruders Joseph ausgrub, die untere Kinnlade losbrach und seiner Mutter brachte. Ob des grausigen Anblicks zum Tod erschrocken, forSerie sie den Grabfchänder auf, den unheimlichen Raub dahin zu bringen, wo er ihn entnommen, was Leiser auch that. Kolmar. Bildhauer Böhm, der am 19. Juni v. I. den Briefträger Ehret in Schlettstadt ermordet hatte, wurde vom hiesigenSchwurgericht zum Tode verurtheilt. Mörchingen. Hauptmann Hellriegcl der 7. Compagnie des knf.Regts. Graf Barfuß No. 17 hat sich in seiner Wohnung erschossen. Er war unverheirathet und der jüngste Hauptmann des Regiments. Weißenburg. Das seltene Fest der Eisernen Hochzeit feierte der Hegemeister v. d. Heyden auf Forsthaus Hardt. Zu dem Feste erhielt der Jubilar ein Telegramm auS dem Civilkabinett des Kaisers. Zlreckrenburg. Schwerin. Sein 25jähriges Dienstjubiläum beging der Amtsprotokollist Schmell Hierselbst. 1879 trat er in den Verwaltungsdienst beim hiesigen Großherzcglichen Amte ein, bei dem er bisher ununterbrochen thätig gewesen. Dem Jubilar wurden aus Anlaß seines Ehrentages mancherlei Ehrungen zutheil. Von dem Großherzog ist der wegen Mordes zum Tode verurtheilte Kuhknecht Robert Baumert aus Beerberg zu lebenslanglicher Zuchthausstrafe begnadigt wor den. B ü tz o w. Der zweijährige Sohn des Kaufmanns Werner Hierselbst fiel in einen mit siedend heißem Wasser gefüllten Scheuereimer und verbrühte sich den Körper bis zur Brust hinauf. Der Tod erlöste das Kind, von seinen Qualen. Fried land. Tagelöhner Fritz Salow im nahen Dorfe Klokow, der kürzlich beim Aufzäumen der KutschPferde von einem der Pferde lebensgefährlich vor den Kopf geschlagen und in die Königl. Klinik nach Greifswald überführt wurde, ist dort seinen schweren Verletzungen erlegen. Er hinterläßt eine Wittwe und sieben Kinder. G ü st r o w. Pastor Albrecht-Reck-nitz feierte sein LZjähriges Jubiläum als Seelsorger. Dem Jubilar wurden aus diesem Anlaß mancherlei Ehrungen zutheil. N e u st r e l i tz. Lehrer Kreienbrink und seiner Gattin in Kakeldütt war es vergönnt, das Fest der goldenen Hochzeit zu feiern, nachdem der verdiente Lehrer erst kürzlich sein SOjähriges Dienstjubiläum hatte festlich It gehen können. Hköenburg. . A p e n. Ein schwerer Unfall hat sich auf der Chaussee Apen - Varßel ereignet. Ein vor den Wagen des Landwirths Ernst gespanntes Pferd war scheu geworden und raste die Chaussee entlang. Das Gespann überholte einen Motorradfahrer, der gerade langsam fuhr, um an einem ihm begegnenden Wagen vorbeizufahren. Der Motorfahrer wurde vom Rad geschleudert und das Rad vollständig zertrümmert; der Radfahrer erlitt erhebliche Verletzungen. Durch den Zusammenstoß wurde ferner der Landwirth Ernst vom Wagen geschleudert und so sckwer verletzt, daß an seinem-Auskommen gezweifelt wird. Heppens. Das Jubiläum der 25jährigen Dienstzeit beging Bohrer W. Kahlen in der Tonndeichstraße. N ü st e r f i e l. Silberne Hochzeit feierte das Ehepaar Heinrich Otten. Jade. Ein grausiges Unglück ereignete sich in Jaderkreuzmoor. Brandiger Geruch und gewaltige Rauchwölken verkündeten kürzlich weit über's Feld, daß ein größeres Schadenfeuer ausgebrochen war. ' Es brannte das Anwesen des Landmannes G. Frels zu Jaderkreuzmoor. Als die Löschmannschaften, welche das brennende Heu ausgefahren hatten, auf der Brandstätte noch mit Löschen beschäftigt waren, stürzte plötzlich eine Giebelmaucr nieder, welche durch den Brand in schräge Richtung gekommen war, und begrub unter ihren Trümmern FrelZ, seine Frau, seinen Vater und seine Schwägerin. Frels Vater war sofort eine Leiche, Frels jr., seine Frau und seine' Schwagerin sind schwer verletzt. Ireie Städte. Hamburg. Einen : qualvollen Tod erlitt der 10jährige Schulknabe Carl Mohr aus Eidelestdt. Das Kind mußte wegen einer Blutvergiftung im Krankenhause operirt werden. Die Vergiftung war dadurch entstanden, daß das Kind sich sogenannte Abziehbilder auf den Arm geklebt hatte. L)adurch war der Arm angeschwollen, so

daß der Knabe ärztliche Hülfe in Anri- ' -

Zpruq neymen munie, oie :eioer leinen Erfolg mehr hatte. Ihr 25jähriges Dienstjubiläum als Cuxhavener Staatslootsen begingen die Lootsen Amandus Eibs, Wilh. Holm und Wilh. Döscher. - B r e m4e n. Cigarrenarbeiter Hermann Meyer und dessen Ehefrau, Kl. Annenstraße 13, feierten die goldene Hochzeit. Meyer, der seit seiner Geburt lahm ist, hatte vor drei Jahren das Unglück, überfahren zu werden, und ist auch sonst kränklich. Die achte Klasse des. Japanischen Verdienstordens der aufgehenden Sonne wurde dem Gefreiten Niekerke im hiesigen Infanterie - Regiment Bremen verliehen. An Stelle des verstorbenen Kommerzienrathes F. L. Biermann - Bremen ist Cigarrenfabrikant Geheimer Kommerzienrath Edmund t Schmidt - Altenburg zum Vorsitzenden der Tabakberufsgenossenschaft erwählt worden. Zur letzten Ruhe gebettet wurde unter dem Geleite zahlreicher Freunde Friedhofsinspektor a. D. Carl Christian Beyer. Mehr als 80 Jahre alt ist er geworden. Lange Jahre hindurch hat er das Inspektoramt für die Friedh'öfe geführt. Schweiz. ' F r e i b u r g. Der Postillon von Bulle stieß bei der Biegung der Straße vor Corbiöres (Freiburg) auf einen im Schnee ausgestreckten Menschen. Es war ein gewisser Calderara, der gänzlich durchfroren zu fein schien. Man schaffte ihn in das Gasthaus zur Brücke, wo er trotz aller Belebungsbemühungen bald seinen Geist aufgab. Er hatte eben dieses Gasthaus zuvor in stark angetrunkenem Zustande verlassen. Calderara war 40 Jahre alt, Vater einer zahlreichen Familie und einer der besten Steinmetze der Gegend. Genf. Verbrannt ist hier eine 19jährige Schneiderin Albertine Bertha. Sie wollte, als sie zu Bette ging, ihre Lampe auslöschen. Dazu blies sie von oben in den Cylinder. Der Schirm sing Feuer. Die Flammen ergriffen Haar und Gewand des Mädchens. ' H e r i s a u. Im Alter von 74 Iahren starb nach langer Krankheit Emil Fisch, früher ein gesuchter Arzt und in den siebziger Jahren Hauptförderer und eigentlicher Gründer der appenzellischen Bezirkskrankcnhäuser, speziell des hiesigen hinterländischen Kranken-' Hauses. Lenk (Wallis). Das eine Meile von hier gelegene, fast völlig aus Holz erbaute Dorf Feschel, das etwa 220 Einwohner zählte, ist niedergebrannt. Die Ursache des Brandes ist nicht festgestellt. W i l l l s a u (L u z e r n). fiier brannte die Scheune der Gebrüder Kurmann auf dem Lindenhof nieder. Dabei kamen 29 Stück Vieh um, worunter 38 Kühe. Der Gesammtschaden beträgt 44,000 Francs. Oesterreich -Ungarn. W i e n. Im Hofe des Hauses Ottakring.Wilhelminestr. 112, kam es zwischen den Gästen des in diesem Hause befindlichen Wirthshauses Ludwig Wurst zu einer Rauferei. Messer wurden gezogen und plötzlich stürzte der in Ottakring, Wurlitzergasse 9 wohnhafte Hilfsarbeiter Anton Herzberger mit einem Aufschrei zusammen. Ein Stich hatte ihm den Bauch aufgeschlitzt. Die Thäter ergriffen die Flucht, doch gelang es, den, der den Stich geführt, festzunehmen. Es ist dies der 28jährige Vronzearbeiter Rudolf Loetz Treuenhort, Ottakring, Panikengasse 41 wohnhaft. Herzberger ist sofort ins Stephaniehospital gebracht worden. Rudolf Loetz v. Treuenhort wurde dem Landesgerichte eingeliefert. Er stellt seine Thäterschaft in Abrede. Auf dem Praterstern hat sich ein schwerer Unfall ereignet. Der 57jahrige Reisende Hermann Beinhacker, Alsergründ, Porzellangasse 58 wohnhaft, war in einen falschen Wagen der Straßenbahn eingestiegen. Als er feinen Irrthum bemerkte, sprang er während der Fahct ab und wollte hinter dem Wagen die Geleise übersetzen. Dabei wurde' er von einem in entgegengesetzterRichtung verkehrenden Motorwagen erfaßt. und zu Boden geworfen. BeinHacker gerieth unter das Trittbrett deÄ Wagens und erlitt eine Rervenerschütterung, einen Beckenbruch, einen Bruch des linken Beins und Quetschungen an der linken Händ. B r ü n n. Der Steuereinnehmer August Greusler stürzte sich vom Fenster seines Bureaus im zweiten Stockwerk herab und blieb im Hofraum mit zerschmetterten Gliedern todt liegen. Das Motiv der That ist unbekannt. Greusler hinterläßt fünf Kinder. P r o ß n i tz. In aller Stille feierte der hiesige Bürger Karl Schmida sein fünfzigjähriges Kaufmannsjubiläum. Von den kleinsten Anfängen hatte er sich, später in Gememschaft mit feinem Bruder, durch unermüdlichen Fleiß und anerkannte Ehrenhaftigkeit zu einer angesehenen Stellung in der kaufmännifchen Welt emporgearbeitet. Schebetein. Im Walde wurde ein etwa 8jähriger, ländlich gekleideter Mann erschossen aufgefunden. In dem Erschossenen wurde der Raubschütze Johann Fischer aus Schebetein erkannt. Neben ihm lag ein scharf geladenes Gewehr. . Salzburg. Spengler Eßl hat sich- im Karser-Franz-Joseph-Park aus unbekannten Gründen mit einem Küchenmesser den Hals durchschnitten. Als man ihn auffand, war er bereits todt.

Iapantsaics. , Dir Welt hat sich allmählich' daran gewöhnt, an den Japanern eme Gründlichkeit zu erkennen, die man früher kaum für möglich hielt. Die Militärverwaltung hat offenbar für alles Sorge getragen, was nur denkbar war, . und die Heeresleitung im Felde steht hinter der Heeresverwaltung in der Hcimath in keiner Weise zurück. Selbst die japanischen Soloaten werden, trotzdem sie von der großen Sorgfalt ihrer Verwaltung überzeugt sind, hier und da überrascht. Dies war bel.pielswcise ter Fall, als die Armeererwaltung bei Eintritt des kalten Winters Hunretttausende von warmen Ohrenklappen zur Veitl,eilung gelangen ließ. Derartige Ohrentlappen waren in der japanische Armee etwas vollständig Neues, wobei man freilich nicht übersehen darf, daß sie im fernen Osten, und auck bei der Zivilbevö.kerung Japans, in Winter keine Seltenheit sind. Die militärischen Ohrenklappen, die äugenblicklich in ter Mandschurei gute Dienste thun, haben jedcch. wie aus TotiI mitgetheilt wird, eine ganz besondere und originelle Geschichte. V:r zwei Jahren machte sich an der Küste von China die Pest bemerkbar und die Quarantänebehör?en in Japan beschlössen, alles zu thun, was in ihrer Macht stand, um die furchtbare Krankheit aus Japan fernzuhalten. Zu den Vorbeugungsmaßrcgeln gehörte ;in erbarmungslo'er Vernichtungskrieg gegen die in Japan nur zu zablreichcn Ratten. In allen Seestädten und größeren Orten wurden Preise ausgesetzt, die ihrerseits nicht nur durch den Geldwerth zur Rattenjagd trieben, sondern dieser Jagd einen ganz besonderen Charakter verliehen. Die Rattenfänger erhielten nämlich neben einem geringen Geldpreis ein Lotteriebillet und konnten auf dieses Billet am Ende des Monats 10 bis 100 Jen gewinnen. Dadurch wurde das Rat"tenfangen ein reiner Sport. Die Gründlichkeit der Behörden zeigte sich wieder darin, daß diese genau registrirten, an welcher Stelle die Ratten gefangen waren. Fand man bei Untersuchung des Thieres, daß dieses verdächtige Krankheitserscheinungen zeigte, so wurde das Haus, aus dem die Ratte kam, sofort des infizirt. So hielt sich Japan die Pest aus dem Lande, dieMilitärbehördcn aber machten aus den vielen Millionen Rattenfellen Ohrenklappen, denn sie wußten wohl, daß der Krieg mit Rußland be vorstand und daß die Winter in der Mandschurei recht kalt fein könnten. Von der Findigkeit des japanischen Militärs legt noch eine weitere Mittheilung vom Kiegsschauplatze Zeugniß ab. In der Stellung vor Mukden haben die Japaner,, um ihre Schanzen für den Feind unzugänglich und für das Auge des feindlichen Artilleristen schwer erkennbar zu machen, die Wälle der Schanzen mit Wasser Übergossen. Dieses Wasser hat sich tn eine Eisschicht verwandelt und wenn die Sonne auf diese Eisschicht scheint, was sie bei dem klaren Wintcrhimmel des fernen Ostens während des gan zen Tages thut, so blenden diese Eisflächen in solchem Maße, daß es für den Feind unmöglich ist, die genaue Entfernung festzustellen.

Die Anarchisten in JZußland. Als die ersten Nachrichten über ein ziemlich starkes Hervorbrechen ' der anarchistischen Bewegung in Rußland bekannt wurden, setzte man in Paris in den Redaktionen der anarchisti.chen Blätter lrue Broca 4 und rue d'Oise; 15) fofort eine Agitation ins Werk, um eine russische Gruppe Anarchie" mit Geldmitteln zu unterstützen. Es ist wunderbar, daß die Anarchisten noch niemals über soviel Geldmittel verfügt haben wie jetzt. Die anarchistische Vewesiung, die gerade jetzt an Ausdek.'nuna und Anhangerschaft in Nuland gewinnt, soll von den Änarchisten in der Welt mit allen Mitteln gefördert werden. Ein Zeichen des stark anwachsenden Anarchismus ist es zweifellcs, daß überall neue anar. chistische Blätter erscheinen. Bo haken die böhmi-chen Anarchisten in Bruch sceben ein anarchistisches Blatt in deutscher Sprache herausgegeben, das sich Generalstreik" nennt und speziell für die Bergarbeiter berechnet ist. Die jüdischen Anarchisten in London haben das in hebräischer Sprache erschienene Monatsblatt Germinal wieder aufleben lassen. In Deutschland e.f seinen die anarchistischen Blätter Freie Arbeiter" und Anarchist" usw. jetzt Unregelmäßig; die Klagen, daß man w:gen Mangel an Munition" eingehen iüsse. sind ganz verstummt. Das OberverwaltungsgerZchtsurtheil. d?s das Verbot einer anarchistischen V:rsammlung. in der sür den Generalstreik" Propaganda gemacht werden sollte, für ungerecht'ertigt erklärt, wird in allen anarchiliischen Kreisen lehhaft erörtert; in anarchistischen Versammjungen wird unausgesetzt beiont. daß die 'eneralstreik-A7itati''n sich nun mit Macht entfalten müsse. Unfall beim Simplont u n n e l. Auf der italienischen Zufahrtslinie zum Simplontunnel ging eine Erdlawine von der westlichen Einfahrt des Borgomanerotunnels nieder. Zahlreiche der daselbst beschäftigten Arbeiter konnten sich nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringe und wurden von den herabstürzenden Felsblöcken und dem Schütte getroffen. Zwei Arbeiter wurden -getödtet, viele erlitten schwere Verletzungen. . . '

Vom Jnlande. Der Staat Iowa hat die Herstellung und den Verkauf von Cigaretten verboten. Nun suchten, die Fabrikanten das Gesetz in der Weise zu umgehen, daß sie ihre 10Stück enthaltenden Packetchen Original"-Pa-ckete nannten und sie auf diese Weise nach Iowa schmuggelten. Das Bundesobergericht hat aber nun erkannt, daß als Original"-Packete nur solche anzusehen seien, wie sie gewöhnlich versandt werden, d. h. große, kaufmännisch verpackte Sendungen. Uebereinenhöch st sonderbaren Schadenanspruch werden die Kommissäre von Hamlin County, S. D., zu beschließen haben. Ein gewisser Robert H. Walls war 180 Tage lang im Countygefängniß eingelocht, und in seiner Veschwerdeschrift wird angegeben, daß das Gefängniß unsicher, unpassend, schlecht ventilirt, unfläthig und ungesund" gewesen sei, wodurch seine Gesundheit und .fein körperliches Wohl um wenigstens Z1,000 geschädigt worden sei. Walls war wegen Diebstahls verhaftet, aber im Gericht unschuldig' befunden und freigesprochen worden. Ob sich die Sache wirklich so verhält, muß die Untersuchung lehren; einstweilen wird angenommen, daß Walls sein Schafchen scheeren" möchte. Unter den Entscheid ngen des Staats -Obergerichts von Wisconsin ist der Fall von Robert Körber geaen Dr. Arthur Patek interessant. Dr. Patek nahm eine Obduktion an der Leiche der Mutter Körbers vor und entfernte den Magen. Körber verlangte denMagen, um denselben zu beerdigen, doch der Doktor weigerte sich, ihn herauszugeben, worauf Körber eine Klage anhängig machte, in der er 5.000 Schadenersatz verlangte. Dr. Patek machte die Gegenerklärung, daß ein Besitzrecht auf einen todten Körper nicht existire, und das Kreisgericht hielt den Einwand für berechtigt. Das Oberstaatsgericht erkannte jedoch das Besitzrecht von Verwandten auf- den Kö'rpertheil an und verwies den Fall zur VerHandlung. Ueber theures Saatkorn wird aus Sioux City, Ja., berichtet: Einhundert Maisähren zu ZI daZ Stück, ist der letzte Record in der Iowa Samenkorn-Schule zu Ames. Es waren dies die Maiskolben, welche in dem Contest den Preis davon trugen. Die Käuser sind Sachverständige, die Pflanzversuche damit anstellen wollen. Der Eifer, mit welchem die Maiskultivirung nach neuenMethoden undAuswahl der Saat verfolgt wird, ist geradezu merkwürdig. Alle Eisenbahnen in Iowa, Nebraska, Süd-Da-kota und Minnesota lassen Spezialzüge durch diese Staaten fahren, wo von der Hinteren Platform den Farmern Belehrungen über Maispflanzen und . Saatfrucht ertheilt werden. Die letzte Welschkornernte betrug 20 Prozent mehr als im Jahre vorher, und es liegt im Interesse der Eisenbahnen, diesen Ertrag noch zu erhöhen. Das häufige Auftreten der Pocken in den Holzdistritten Minnesota's erregt die Besorgniß der Eisenbahnen, wo die kranken Leute aus den Holzlagern kommen und die Züge besteigen, um nach den Städten zu fahren. In den Holzschlägerlagern ist man froh, die Kranken loszuwerden, um weitere Ansteckungen zu verhüten. Die Tuluth & Jron Range-Bahn ist nun auf den Plan verfallen, daß auf jedem Zug ein Arzt mitfäbrt, der die aus dem Walde kommenden Holzleute genau Überwacht, ob sich Kranke darunter befinden. Ist dieses der Fall, so werden sie an der nächsten Station abgesetzt, unter Quarantäne gestellt und isolirt. Der Wagen wird sofort vom Zuge abgekoppelt und eine gründliche Desinfektion vorgenommen. Es wird alles Mögliche gethan, um zu verhüten, daß die Seuche in die gr'ößeren Städte geschleppt wird. Auch die anderen Bahnen im oberen Wisconsin und Michigan werden dem Beispiel folgen. Einer der bedeutendsten Künstler auf der Flöte, Carl Motf, ein Elsässer, ist in New York in seiner Wohnung plötzlich am Herzschlag gestorben. Noch wenige Stunden vorher hatte er im Concert des Damrosch-Symphonie-Orchesters mitgespielt. Er war vor 52 Jahren in Mühlhausen im Elsaß geboren, besuchte das Conservatorium in Berlin und kam, nachdem er in verschiedenen Orten gastirt, anfangs der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts wieder nach Berlin, wo er bis 1883. im Bilse'schen Orchester wirkte. Von dort aus siedelte er nach Amerika über und fand bald eine Anstellung als erster Flötist im Bostoner Symphonie -Or-ehester. Später schloß er sich verschiedenen Orchestern an, zuletzt dem von Walter Damrosch dirigirten; auch trat er öfters mit großem Erfolg als Flöten - Solist auf. Seine Compositionen fanden gleichfalls Beachtung. So hat er eine komische Oper verfaßt, die, von ihm selbst dirigirt, vor vier Jahren in Monte Carlo, sowie in Nizza viel Anklang fand. Während des letzten Sommers spielte er im Orchester der Tiroler Alpen in St. Louis. Der allseitig geachtete, wegen seiner liebenswürdigen Umgangsformen beliebte und als Virtuose hochgeschätzte Mann wirb von einer Wittwe und einem erwachsenen Sohne betrauert.

Allerlei sür's Hauö. Ein guter Kitt für Bernst e i n besteht in einer dickflüssigen Lösung von Copal in Schwefeläther. Das erste Erforderniß.ist, daß die zu kittenden Gegenstände recht sorgfältig mit gutem Spiritus gereinigt werden und man alle Vorbereitungen trifft, damit das Kitten recht schnell verläuft, denn der Schweseläther verdunstet schnell. Nach dem Reinigen werden die Bruchstellen mit dem Kitt bestrichen, dicht und genau aneinander gedrückt und noch einige Tage mit einem Bindfaden zusammengehalten. Solange der Kitt noch weich ist, muß die überflüssige, hervorquellende Masse mit einem Tuch oder einer Feder entfcrnt werden. Reinheit des Wassers zu erproben. Man fülle ein Glas mit dem Wasser, das wir im Verdacht haben, thue ein Stück Würfelzucker hinein und lasse es über Nacht an einem nicht zu kühlen Ort stehen. Ist das Wasser rein und frei von gesundheitsschädlichen Substanzen, so ist es am Morgen ganz klar; ist e aber milchig, so thut man am besten, solches Wasser nicht zu trinken. GebrannteMagnesia. Diefes Mittel wird Messerspitzen- bis kaffeelöffelweise. . mit Wasser umgerührt, als ein leichtes Abführmittel benutzt, z. V. kleinen Kindern bei Verstopfung messerfpitzenweise in der Milch gegeben. Wirkt sie zu schwach abführend, so kann man sie noch mit einem Drittel oder zur Hälfte mit Rhabarberpulver vermischen. Schmeckt sie widerlich, so nehme man sie in Kaffee oder mit etwas Citronensaft. Ferner wird die gebrannte, sowie auch die kohlensaure Magnesia als StreuPulver und als Zahnpulver benutzt. Die gebrannte Magnesia wird ferner in zwei wichtigen Fällen als Heilmittel angewendet und muß deshalb stets in der Hausapotheke vorräthig sein, erstens bei Arsenikvergiftung, hier ist sie (1 Eßlöffel in 1 Pint Wasser) tassenweise zu trinken oder, in Zwischenräumen von je 15 Minuten, 4 6 Eßlöffel von dieser Mischung zu nehmen. Zweitens ist von dieser Mischung (1 Eßlöffel Maanesia auf 1 Pint Wasser) bei Vergiftung mit Schwefelsäure (Vitriolöl) tassenweise zu trinken. - Ein Universalfleckwasser, das fast alle Flecke entfernt, ohne Stoff und Farbe anzugreifen, bereitet man durch Zusammenmischen vonSpiritus, Benzin undSalmiakgeist zu gleichen Theilen. Die Flüssigkeit ist vor dem Gebrauch umzuschütteln. Kreolin eignet sich besonder aiö Badezufatz vei Hunden, die an Ungeziefer und dadurcy entständenen tielnen Hautwunden leiden. Je nach der Groe des Hundes nimmt man mehr oder weniger Kreolinzufatz, 20 bis 75 Gramm auf einen Eimer Wasser. Es ist besser, diesen Zusatz öfters in schwachen Lösungen anzuwenden. , Reinigung von Gypsfig u r e n. Unsauber gewordene Gypsfiguren bestreicht man, um sie zu reinigen, am besten mit Stärkewasser und jremnitzer Weiß oder PergamentWeiß. Letzteres verschmiert die feinsten Vertiefungen nicht und -ist deshalb besonders zu empfehlen.' - Nach einem anderen Verfahren kocht man von Stärke einen sehr dicken Kleister und streicht diesen auf die Gypsoberfläche, welche vorher durch Abblasen und mittelst eines " zarten Federbesens von lose anhängendem Staube befreit ist. Der Anstrich wird mittelst eines weichen Borstenpinsels aufgetragen und mehrmals wiederholt. Nach vollstendigem Trocknen löst er sich von selbst, der Kleister blättert ab und die Reste können nöthigenfalls durch leichte Nachhilfe entfernt werden. Die Schmutztheile werden dabei von dem Kleister, an welchem sie festgeklebt sind. mit fortgenommen. Schlachten von Hühnern. Hühner werden zweckmäßig nach Beendigung der dritten Legeperiode im Herbst oder Winter geschlachtet. Nach dieser Zeit gehen sie nämlich im Eierlegen bedeutend zurück, so daß sie das Futter nicht mehr lohnen. Außerdem wird auch dann ihr Fleisch zähe, also auch ihr Schlachtwerth ein geringerer. Cider süß erhalten kann man auf zweierlei Art: Man thue entweder in ein Faß, das 32 Gallonen Cider enthält, ein Pint geschabten Meerrettig. Dadurch wird jede Gährung des Mostes verhindert. Wird der Meerrettig hinzugethan, wenn der Cider bereits in Währung ist, so hört jede weitere Gährung auf. Oder man seihe den Cider; fülle ein reines Faß bis auf 10 Gallonen voll. Dann werden 6 rohe Eier, 4 Unzen gemahlener Senf, 4. Unzen Alaun mit etwas von demselben Most in einem Eimer bis zur Auflösung durchgerührt und nebst einer Gallone Whiskey oder Brandy hineingegossen. Hierauf wird es verspundet und in den Spund ein Vier telzoll-Löchlein gebohrt. Nun wird der Most noch 810 Tage täglich einmal tüchtig durcheinander gearbeitet. Kochtöpfe, indenen Speisen angebrannt sind, lassen sich leicht und ohne Schaden zu erleiden säubern, wenn man ein feuchtes Wollläppchen in Asche taucht und damit die Stellen so lange unter wiederholtem Gebrauch von Asche und Wasser reibt, bis alles entfernt ist.

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