Indiana Tribüne, Volume 28, Number 134, Indianapolis, Marion County, 28 January 1905 — Page 7
Jndiana Tribüne, 20. Januar lS0S.
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Z Hinter vcrschlossenen 5 v $ x - X Ht H s! lieman von Vcixxi d'Aigremont 7 J 5 ä 1rCrkZicttKicCrktr (Fortsetzung.) llnb was that sie dann damit?" forschte Lemarchand gespannt. Pauline überlegte eine Weile, dann sagte sie: Jetzt fällt es mir wieder ein. Ich hielt gerade das heiße Brenneisen in der Hand, die Frau Marquis konnte also keine Bewegung machen. Sie schob deswegen den zerknitterten Brief in die Tasche ihres Morgenkleides. anstatt ihn in'das Kaminfeuer u werfen, wie sie sonst sicher gethan hben würde." ' Dann müßte er also noch darin stecken?" Das glaube ich ganz bestimmt. Die Toilette nahm an jenem Vormittag ziemlich viel Zeit in Anspruch, und ich glaube nicht, daß die Gnädige nachher noch an den Brief gedacht hat." Wo ist jenes Morgenkleid?" In der Garderobe." , So holen Sie es doch nein, ich werde selbst mitgehen." Das Garderobenzimmer enthielt rings an den Wänden sich hinziehende hohe Schränke. Pauline öffnete einen davon und nahm von einem Kleiner-, Halter ein elegantes Morgenkleid von strohfarbener Seide, mit echten Valenciennesspitzen besetzt. Mit zitternden Händen betastete Lemarchand das ihm hingehaltene Kleidungsstück, dem ein leichter Duft von Iris, dem LieblingsParfüm seiner Tochter, entströmte. Unter seinen Fingern knisterte etwas. Richtig, das war der zusammengeknitterte Brief, den er hastig an sich nahm. Nachdem er Pauline gesagt, daß er ihrer vorderhand nicht mehr bedürfe, kehrte er in sein Zimmer zurück, wo er nun in höchster Erregung das Papier glattstrich, um nach der Handschrift zu sehen. Auf den erfen Blick erkannte er sie: das waren Gratiens Schnftzüge. Einige Sekunden dauerte es, bis der alte Herr seine Aufregung so weit bemeistert hatte, um die Zeilen lesen zu können. Sie lauteten: Meine theure Schwägerin! Heute Abend werde ich auf SaintLuc eintreffen, um Sie noch einmal persönlich zu bitten. Sie halten meine Zukunft in Ihren Händen. Meine Dankbarkeit gegenSie wird unbegrenzt sein, und Sie sollen es wahrlich nie zu bereuen haben, wenn Sie meinen heißen Wunsck erfüllen. Ich beschwöre Sie im Namen Ihres Gatten, der doch mein Bruder ist, nicht unerbittlich zu bleiben. Sie wissen nicht, wozu die Verzweiflung einen Mann von meiner Art zu bringen vermag. Aber ich weiß es, Sie sind gut, und ich hege volles Vertrauen zu Ihnen. Bis heute Abend also, liebe Schwägerin. Ihr im Voraus dankbarer Schwager G r a t i e n. " Das war ein furchtbarer Brief! Trotzdem er formell bittend und anst gehalten war, las man doch aus jeder Zeile die versteckte Drohung heraus, die dann in den Worten: Sie wissen nichk. wozu die Verzweiflung einen Mann von meiner Art zu bringen vermag!" unverhüllt zu Tage trat. Dies ließ darauf schließen, daß der Graf, der sonst die Klugheit und die Diplomatie selbst war, sich bei der Abfassung jenes Schreibens in einem Zustande zornige? Aufwallung befunden haben mußte. Nun blieb noch zweierlei zu ergründen: Wie hatte Laures Bescheid auf diesen Brief gelautet, und wie hatte Gratien diese Antwort aufgenommen? Die erste Frage würde wohl unerledigt bleiben, mußte sich Lemarchand sagen. Die einzige Person, die sie wahrheitsgemäß hätte beantworten können, war iodt. Aber um die zweite Frage stand eZ anders. Es war doch möglich, daß irgend eine darauf bezügliche Aeußerung von Laure oder von Gratien gethan worden war. und daß einer der Anwesenden sie gehört hatte. Das galt es nunmehr zu erforschen. In diesem Augenblick klopfte es. Lemarchand verbarg den Brief in seinem Portefeuille, bevor er Herein rief, und der Pfarrer über die Schwelle trat. Der Geistliche hatte sich von der angreisenden Fahrt nach Paris noch nicht ganz wieder erholt und staunte um so mehr, als der Vater Laures ihn in seiner gewohnten energischen und zielbewußten Haltung empfing und begrüßte. Lemarchand bat ihn. sich zu setzen, und kam dann gleich auf den verhangnißvollen Abend zu sprechen. Wie er erwartet hatte, bestätigte der Pfarr?r, daß er auf der einen Seite neben der Marquise gesessen habe, während der Graf auf der anderen seinen Platz hatte. Sprach Gratien viel mit seiner Schwägerin?" Ziemlich viel. Aber was er sprach, konnte ich nicht 'verstehen. Offen gestanden, habe ich auch nicht sonderlich darauf geachtet, da ich mich vornehmlieh mit Fräulein v. Lacroix unterhielt, die mir an jenem Abend besonders niedergedrückt zu sein schien. Ich suchte sie auf andere Gedanken zu bringen." Der alte Herr nickte. Er kannte ja den Grund jener Niedergeschlagenheit. Aber Sie werden doch trotzdem hin und wieder einiges von der Unterhaltung des Grafen mit meiner Tochter gehört haben. Denken Sie doch einmal genau nach und verhehlen Sie mir nichts!"
Thüren
Hm," meinte der Abbe, Hen.v.! Plessis schien seine Schwägerin um et-! was zu bitten. Ich vernahm, wie er!
zwelmal zu lhr sagte: Ich flehe Sie darum an." Was antwortete meine Tochter darauf?" Das erste Mal schüttelte sie blos den Kopf, ohne ein Wort zu sprechen. Das zweite Mal aber hörte ich sie sagen: Geben Sie sich keine Mühe weiter, Sie werden niemals meine Zustimmung erhalten. Also genug davon." Und was erwiderte Gratien darauf?" Es däuchte mir, als wenn er zwifchen den Zähnen gemurmelt hätte: Nehmen Sie sich in acht!" Dem Abbe entging der gewaltige Eindruck nicht, den feine Aeußerung gemacht hatte. In der Angst, er könne zu viel gesagt haben, beeilte er sich, hinzuzufügen: Ich kann es aber keinesWegs verbürgen, daß der. Graf jene Worte gesprochen hat es kam mir nur so vor. Und da sich die Marquise in demselben Augenblick etwas vorbeugte, um auf eme Frage ihres Gemahls zu antworten, wodurch der Graf meinen Blicken entzogen wurde, so kann ich mich recht wohl getäuscht haben." Sie konnten sein Gesicht also nicht sehen?" Nein." Und hat Gratien nach Tisch nicht noch mit meiner Tochter geredet?" Während der Kaffee herumgereicht wurde, standen Beide am Kamin. Der Graf schien eifrig auf die Frau Marquise einzureden, sie jedoch antwortete ihm nicht und bewahrte eine abweisende Haltung, wie mir schien." Und er, was machte er dabei für ein Gesicht?" Der Pfarrer zögerte mit der Antwort. Da sagte der, alte Herr kurz und energisch: Sie sind Priester und Ehrenmann. Ich beschwöre Sie, mir alles zu sagen, was Sie wissen!" Unter dem Einfluß dieser überlegenen Willenskraft entgegnete der Abbe: Ich bemerkte allerdings, daß der Gras seiner Schwägerin recht böse Blicke zuwarf. Wenn Sie mich auf mein Gewissen fragen, so muß ich das sagen, denn es ist die Wahrheit." Weiter wußte der geistliche Herr augenscheinlich nichts, und Lemarchand hielt es für überflüssig, noch ferner mit Fragen in ihn zu dringen. Es war auch.bereitsgenügend, was er vernommen hatte. Ich danke Ihnen," sagte er. Aber, nicht wahr, ich kann mich darauf verlassen, daß Sie Niemand von unserer Unterredung etwas mittheilen?" Sie können deswegen ganz ruhig sein." Lemarchand weilte, als er wieder allein . war, noch geraume Zeit in dem Zimmer, ernstlich darüber nachdenkend. wie er es anzustellen habe, um auf Grund des bisher Ermittelten vielleickt Licht in das düstere Geheimniß zu brirgen. Bevor er jedoch einen entscheidenden Entschluß faßte, wollte er erst hö. ren, was der Staatsanwalt und iy Untersuchungsrichter inzwischen etwa erkundet hätten. Die beiden Herren hatten ihre Zeit nicht 'verloren, sondern waren nc ") einem gemeinsam festgestellten Pla vorgegangen. Wie Lemarchand, hegte auch der Untersuchungsrichter, der die beiden Brüder von Jugend auf kannte, den Verdacht, daß der jüngere Plessis dem an seiner Schwägerin ve'--übten Verbrechen nicht fern stehe. Wc . rend der Polizeikommissar und der von Paris gekommene Agent ihre Nachf5 schungen im Schloß und in dessen ner ster Umgebung fortsetzten, hatte er sei c Aufmerksamkeit auf 'einen anderen Punkt gerichtet. Es war ihm fcarun1 zu thun, zu ermitteln, oö nicht etwa Gratien. nachdem er Abbeville mit dem Neunuhrzuge verlassen, in Amiens oder einer anderen Zwischenstation ausgestiegen und heimlich nach Saint-Luc zurückgekehrt sei. Die Sektion hatte nachgewiesen, daß Izuzt sechs bis sieben Stunden nach angenommener Mahlzeit getödtet worden war. Ter Zug. mit dem der Graf von Abbeville abgefahren war und der um halb zwölf Uhr in Paris eintraf, hielt unterwegs erst in Amiens wieder an. Dort konnte Gratien ausgestiegen und mit einem späteren Zuge in entgegengesetzter Richtung zurückgefahren sein. Der erste von den dabei in Betracht kommenden Zügen war ebenfalls ein Schnellzug und hielt nach dem Abgange von Amiens erst wieder m Abbevllle. Zwei andere machten auch in Longpre, der am nächsten bei SaintLuc gelegenen Station,. Halt. Der erste passirte diese Station um halb elf, der andere dagegen erst um vier Uhr Morqens. Der letztere konnte somit außer Frage bleiben, denn um iriejV Stunde war das Verbrechen vereus begangen worden. Eine fernere Möglichkeit war, daß Gratien in Amiens einen Wagen gemiethet hatte, um sich wenigstens eine Strecke weit zurückfahren zu lassen. Wenn er das aStr, um der Gefahr einer Entdeckung . vorzubeugen, vermieden hatte, so konnte er als rüstiger Wanderer auch den Weg von dort bis Samt Luc wohl zu ??uß zurückgelegt haben. Diese verschiedenen Möglichkeiten hatte sich Servian während der beinahe schlaflos zugebrachten Nacht genau klar macht. Nachdem er sich dann aus Schloß Sait-Luc mit seinem Kollegen zuvor darüber ausgesprochen. ließ er sich einen Wagen geben und fuhr nach Longpre, Amiens und Abbeville, um dort persönlich durch Vernehmung der Bahnbeamtendie nöthigen Erhebungen
anzustellen. Ihr Ergebniß war indessen durchaus negativ. Der Verkehr auf allen drei Stationen . war am Sp'ätabend und in der Nacht nur sehr gering, und die betreffenden Beamten vermochten sich infolge dessen genau zu erinnern, welche Personen an dem verhängnißvollen Abend auf einer jener Stationen ausgestiegen waren oder Fahrkarten in der entgegengesetzten Richtung gelöst hatten. Dann beauftragte Servian den Polizeikommissar in Amiens, sofort feststellen zu lassen, ob am Abend des Allerheiligenfestes in der Stadt ein Wagen zu einer Fahrt nach auswärts vermiethet worden sei. Als er gegen Abend nach Saint-Luc zurückkehrte, fand er dort bereits eine Depesche des Beamten vor, welche ihm meldete, daß dies nicht der Fall gewesen wäre. Auch der Kommissar Guerin und oer Panier Ägenk waren mcyt glücklicher in ihren Nachforschungen geWesen. Als Servian, Jeantel und Lemarchand gemeinsam darüber berathschlagten, was uWer solchen Umstünden weiter zu thun .sei, fragte der Untersuchungsricer plötzlich: Hat denn der Graf noch nichts von sich hören lassend Die Pariser Zeitungen haben doch längst die Kunde von dem Tode der Marquise gebracht. Es wäre im höchsten Grade auffallend, wenn er nich! einmal telegraphisch sein Beileid zu erkennen gegeben hätte." Der Seetär wurde herbeigerufen und legte oie eingegangenen Sachen vor: es war eine ganze Menge von Kondolenzbriefen und Telegrammen, vom Grafen v. Plessis Saint-Luc aber fand sich nichts darunter. Nachdem Bissus sich wieder entfernt hatte, meinte Servian: Das gibt jedenfalls zu denken!" Sollte er sich - bereits aus dem Staube gemacht haben?" fragte der Staatsanwalt. )' nein," versicherte Lemarchand kopfschüttelnd, dann wäre das Verbrechen ja umsonst begangen worden." Während sie noch hin und her redeten, klopfte es. Ein Diener bracht eine Depesche, die soeben für den Herrn Marquis eingelaufen sei. Der Staatsanwalt überreichte das Telegramm Herrn Lemarchand, der es öffnete und durchflog. Er kommt!" sagte er dann, blaß vor Erregung. Ohne daß ein Name genannt wurde, wußten die beiden anderen Herren, von wem die Rede war. In der That lautete die Depesche: Bin außer mir vor Verzweiflung. Werde um halb Neun in Longpre eintreffen. Bitte Wagen zu senden. Gratien." ..Wir dürfen ihm keine Gelegenheit geben, von einem der Dienstboten Er kundigungen darüber einzuziehen, wik die Sachen hier stehen," meinte der Millionär. Einer von uns muß ihn an der Bahn in Empfang nehmen," entschied Servian in ftiner ruhigen Weise. Lassen Sie mich das thun," schlug dann Herr Lemarchand vor. Nicht doch, es würde Sie zu sehr angreifen." wehrte der Untersuchungsrichter ab. Ich kerme Gratien, wie Sie wissen, seit frühester Jugend, und mir wird nichts in seinem Mienenspiel entgehen. Ich werde selbst zur Bahn fahren." Lemarchand ließ sich überzeugen und gab Befehl, daß angespannt werde. Vor zehn Uhr konnte der Erwartete nicht auf dem S' .losse eintreffen. Nachdem Servian fortgefahren war. verfügten sich Lemarchand und Jeantel daher .natf den Gemächern des Marquis, um zu sehen, wie es ihm gehe. Sein Zustano schien sich etwas gebessert zu haben, das Fieber war zurückgegangen, aber das klare Bewußtsein noch immer nicht zurückgekehrt. Meist lag er regungslos, mit geschlossenen Augen da. die sich mr selten auf einen kurzen Moment öfineten. ohne daß aber eine Bewegunz des Körpers damit verbunden gewesen wäre. Doktor Bordier hoffte jedoch, das; der Kranke am folgenden Tage wie der in den vollen Besitz seiner Sinne gelangen würde, falls nicht wider Erwarten eine neue Komplikation einträte. Im Krankenzimmer befanden sich noch Reine-Marie, Violette und Andre. Der alte Herr betrachtete seinen Schwiegersohn mit tiefer Theilnahme; er strich ihm über die Stirn, fühlte ihm den Puls wie ein Arzt und sagte dann leise: Bordier hat recht. Das Schlimmste ist offenbar überstanden. Nun ist aber an Euch Beiden, Ncine und Violette, die Reihe, Euch niederzulegen, und gehörig auszuruhen. Ihr habt Uebermenschliches geleistet, meine Lieben, und es ist . Niemand damit gedient, wenn Ihr ebenfalls krank werdet. Vorderhand seid Ihr hier entbehrlich; Andre undich werden abwechselnd wachen, später mag Jeannie uns ablösen." Beide erhoben Einwände, allein Lemarchand duldete keinen Widerspruch, und schließlich entfernten sie sich auch, nachdem Andre ihnen fest versprochen
atte. daß man sie sofort wecken wurde. alls eine' ungünstige Aenderuna eintreten sollte. .Gehe Mit ihnen." sagte Lemarchand zu Andre, und sieh zu, daß sie auch etwas zu sich nehmen." Nachdem der junge Mann gehorsam das Zimmer verlassen hatte, setzte sich Lemarchand an das Fußende des Beties, wo auch der Staatsanwalt neben ihm Platz nahm, und dann besprachen sich Beide mit gedämpfter Stimme. Sie kehrten dabei dem Kranken den Rücken zu und konnten daher nicht gewahren, daß Horace nach einer kleinen Weile
abermals die Augen aufschlug. So
leise lern Schwiegervater auch sprach, so vernahm er doch deutlich dessen Worte: Dies vergebliche Suchen und Forschen könnte einen wirklich um den Verstand bringen! Das einzige, was wir trotz unsäglicher Mühe bisher haben feststellen können, ist und bleibt nur, daß meine arme Tochter eben todt ist!" Horace suchte seine Gedanken zu sammeln. Lemarchands Tochter war ja seine Frau, die Marquise v. Plessis. und nun kehrte ihm die Erinnerung zurück, daß er Laure todt und von Blut überströmt in ihrem Bette gesehen hatte. Sie hatte sich getödtet. die Unglückliche aber aus welchem Grunde? Kalter Schweiß trat auf seine Stirn. Die Stimme, die er hörte, berührte soeben auch diesen Punkt. Wenn wir fragen: wie ist s.e gestorben? so beginnen bereits die Zweifel," grübelte der alte Herr ' Lemarchand weiter. Nun, Selbstmord kann doch wohl als ausgeschlossen gelten," versetzte eine andere Stimme, die dem Patienten fremd war. in demselben gedämpften one. Doktor Boroier hat lyn ja für ganz unmöglich erklärt." Für unr öglich halte ich ihn trotzdem nicht," behc. rte Lemarchand, obwohl für sehr schwierig in solcher Weise auZzuführen. Wenn wir aber einen Mord annehmen, so wird die Sache noch viel räthselhafter. Wer hat ihn verübt, und wie ist das hinter verschlossenen Thrren möglich gewesen? Da' bleibt zur Erklärung eben nur eine geheime Berbindung, die wir aber durchaus nicht entdecken körnen." Die Augen des Kranken waren jetzt weit aufgerissen und drückten Entsetzen aus. Ein tiefer Seufzer kam über seine Lippen, bei Lemarchand und Jeantel aufmerksam machte. Beide befanden sich im nächsten Moment an der Seite des Kranken, doch dessen Augen waren bereits wieder geschlossen. Als dann Andre zurückkehrte, verließen Lemarchand und 5 'antel das Krankenzimmer und begabei. sich in den Empfangssälen zu ebener Crbe, um Gratiens Ankunft zu erwarten. 6. K a p i t e l. wei Stunden waren vergangen. Da vernahm man bei der im Schlosse herrschenden Stille deutlich das Geräusch eines aus der Ferne heranrollenden Wagens. Da kommen sie," sagte der Staatsanwalt, sich von seinem Stuhl erhebend. Ja, da kommen sie," wiederholte bet alte Herr und schloß auf eine Minute die Augen, wie um seine ganze geistige Kraft zu sammeln. Dann näherten sich draußen Schritte, und nun erhob er den Kopf und blickte mit kalter Ruhe auf die Thür. Diese wurde im nächsten Moment hastig geöffnet, und Gratien v. Plessis stürzte in den Salon, während hinter ihm der Untersuchungsrichter über die Schwelle trat. O, Herr Lemarchand, welch ein ent fetzliches Unglück!" rief der Graf, die Arme erregt zum Himmel emporhebend. Als er auf diese Worte keine Antwort erhielt, fuhr er fort: Ich bin heute gar nicht in der Fabrik gewesen, da ich drin gend anderweitig in Anspruch genommen wurde. Erst als ich nach Tisch in meine Wohnung kam, erfuhr ich die furchtbare Katastrophe!" Hatten Sie denn bis dahin keine Zeitungen gelesen?" fragte der Staatsanwalt. Oder sprach in Ihrem Klvb Niemand von dem Tode Ihrer Schwägerin?" Gratien zuckte einen Augenblick zusammen. Was wollte denn dieser Staatsanwalt? Dann aber erwiderte er ganz gelassen: Eine Persönlichkeit, für die ich mich lebhaft intcresstre, war lebensgefährlich erkrankt. Ihr Dienstpersonal hatte den Kopf verloren, deshalb sah ich mich veranlaßt, alles Nöthige anzuordnen und zu besorgen. Aus diesem Grunde kam ich nicht dazu, eine Jkitung'eyer in die Hand zu nehmen oder in den Klub zu gehen." . Seit Ihrer Abreise von hier sind Sie also gar nicht in Ihrem Klub gcwesen. Herr Graf?" Doch. Ich kam am Abend des 1. November um halb zwölf Uhr in Paris an und fuhr vom Bahnhof direkt dorthin, da ich noch nicht heimgehen wollte. Dort habe ich dann mit ein paar Freunden Ecarte gespielt, was fast bis zum Morgen währte. Ich war schlechter Laune und hätte doch nicht schlafen können." Bei sich dachte der Staatsanwalt: Das Alibi im Klub ist vorzüglich arrangirt. Dagegen werden wir schwer etwas machen können." Dann sagte er laut: Weshalb waren Sie denn so schlecht gelaunt, Herr Graf?" Aber das ist ja ein förmliches .Berhör, das Sie mit mir anstellen!" fuhr Gratien auf. Ich muß bitten" Natürlich geschieht es nur in meiner amtlichen Eigenschaft als Staatsanwalt, wenn ich einige Fragen an Sie zu richten mich veranlaßt sehe" erwiderte Jeantel verbindlich und doch entschieden. ,,ch muß Sie ersuchen, sie der Wahrheit gemäß zu beantworten." ' (Fortsetzung folg?? ' Chinesische Studentinnen. Seit einigen Jahren haben junge Chinesinnen begonnen, europäische Wissenschaften an japanischen Schulen zu lernen. Eine Anzahl Studentinnen sind neuerdings in Tokio eingetrofsen, und viele sind an den Töchterschulen Japans angenommen worden.
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