Indiana Tribüne, Volume 28, Number 134, Indianapolis, Marion County, 28 January 1905 — Page 3

Jndlana Tribüne, 2O. Januar ZOOS.

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Merzte.

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chlacht im Gange.

Gen. Kmopatkin's Erfolg in doppelter Hinsicht froh begrüßt.

Die Negierung erleidet bei den Wahlen

in Nürnberg. Tas nenc sparnsche Kavmet. Nouvler's Programm. Kulis nach Samoa. Niescndiamant in Transvaal gefunden.

Doppelter Sieg. St. Petersburg. 27. Jan. Die Nachricht von Gen. K.uropatkin'S Erfolg gegen die Japaner kommt sehr gelegen. Man glaubt, daß Feldmarschall Oyama annahm, die russischen Trup. pen seien durch die Nachrichten auS der Heimath niedergedrückt und daß er auS dieser Stimmung Vortheil schlagen wollte. Er griff Kuropatkin's rechten Flügel an, wurde aber mit Verlust zurückgeschlagen und verlor am Donnerstag mehrere Stellungen westlich, längs des Hun-Flusses. Offenbar verfolgt General Kuropat kin seinen Sieg. Nach den letzten De peschen, datirt vom 27. Januar, 6 Uhr Abends, welche die Associirte Presse von der Front erhielt, ist ein Kampf im Centrum im Gange, der immer hefti ger wird, doch scheint er sich auf Geschützfeuer zu beschränken. Wenn eS einem allgemeinen Kampfe kommt, muß er sich, nach Ansicht hiesiger Militärs, auf die Flanken ausdehnen, da ein An griff in der Front unter den gegenwär tigert Umständen von beiden Seiten im möglich ist. Die Behörden haben die Nachricht von der Front mit großer Befriedigung aufgenommen, da sie überzeugt sind. daß sie die Aufmerksamkeit wenigstens theilweise von der inneren Lage ablenken wird. Es herrscht hier kein Zweifel mehr. daß der Streik gebrochen ist. Vierzehn große Fabriken haben den Betrieb wie. der aufgenommen und andere werden am Montag folgen. Auffallend ist, daß die zurückkehren den Arbeiter gar nicht nach den Bedingungen fragen. Sie haben sich offenbar vom Einfluffe politischer Agitatoren frei gemacht und verlassen sich auf die Versprechungen der Regiernng. Einer Deputation von Fabrik - Besitzern hat Finanzminifter Kokosow er klärt, die Regierung werde beide Par teien hören und den Geist und Buchstaöen der Pzoklamation vom 25. Jan. ausführen. Die Fabrikbesitzer find sich nicht im Unklaren darüber, daß sie die Koster werden bezahlen müssen. Ein bekannter Liberaler sagte: ES ist geradezu wunderbar, mit welcher Geschicklichkeit die Regierung die Verhältnisse zu ihren Gunsten ge dreht hat, mit denselben Leuten, die gelitten haben und dte'vor einigen Tagen in offene Revolution ausgebrochen wären, wenn sie Waffen gehabt hätien." Kuropatkin berichtet. St. Petersburg, 27. Jan. General Kuropatkin meldet vom 25. Januar an Kaiser Nikolaus: Der Angriff auf den Feind hat auf unserer rechten Flanke begonnen. Wir haben Khailatosa und Khaiyutaya be setzt. Ueber die Verluste daselbst find keine Nachrichten eingelaufen. Wir nahmen Khailatosa mit dem Bojonett um 10 Uhr AbendS, trotzdem es tapfer vertheidigt wurde. Unsere Cavallerie verfolgte zwei japanische Dragoner Regimenter, die in südöstlicher Rich tung flohen. Auf unserer linken Flanke schlug eine Abtheilung die Ja paner zurück und besetzte ein Desilee zwischen Khandiesan und Expansan. H a y ' S Note. St. Petersburg, 27. Jan. Im auswärtigen Amte wird der fichert, Rußland habe eine Note Hay's, in welcher derselbe vorschlage die Be schwerden Rußlands über China'S NeutralitätSverletzung einer Konferenz der Mächte vorzulegen, nicht erhalten. UebrigenS fei es schwer einzusehen wie eine solche Frage unter den gegenwärtigen Umständen durch solche Mittel gelost werden könne. Krawalle. Warschau. 27. Jan. Ein Zusammenstoß von Truppen und Streikern erfolgte in der Lesznostraße, bei dem das Militär von der Waffe Gebrauch machte. Die Verluste auf beiden Seiten find unbekannt. . Die Streiker drangen in die Wolskl-

in Ungarn eine Schlavpe. Ausstellung

Vorstadt und erbrachen Schnapsläden. ES kam zu einem scharfen Conflicte mit der Polizei. Riga, 27. Jan. Während des gestrigen Aufruhrs wurden 29 Mann und 2 Frauen getödtet, 37 Zivilisten und 3 Soldaten verwundet. Auf Wunsch der Arbeiter wurden die Theater geschlossen. Streik. M i t a u, 27. Januar. ArbeiterAgenten von Riga organifirten hier heute einen Streik. Ausstündige mar schirten nach Fabriken und Werkstätten und zwangen die Arbeitenden, ihre Plätze zu verlassen. ES sind Truppen nach dem Schauplatze der Störungen virigirt worden. Die Streiker zerstreu ten sich schließlich friedlich. K o w n o, 27. Jan. Eine Konferenz der Arbeitgeber beschloß nach Wiederaufnahme der Arbeit die Löhne zu erhöhen und unter dem Vorsitz deS Gouverneurs ein Komite von gabrikanten und Arbeitern zu bilden, welches Verbesserungen in der Lage der Arbeiter berathen solle. Vorsichtsmaßregeln. Moskau, 27. Jan. Der Tag ging ruhig vorüber. Allem Anscheine nach verläuft sich die Streikbewegung in der Stadt und Umgebung. Die Schriftsetzer kehrten während deS Nach mittags zur Arbeit zurück. Schon am Morgen waren wieder drei Zeitungen erschienen. Eine Anzahl Fabriken süd lich vom Flusse haben den Betrieb wie der aufgenommen. . Die Duma hat heute Abend in einer Extra-Sitzung beschlossen, VorsichtS maßregeln zu treffen, um im Falle eines Aufruhrs die Wasser-, GaS- und elektrischen Werke zu schützen, und hat auch ein SpezialComite ernannt, um die Ursachen der gegenwärtigen Bewe gung zu untersuchen. Vielleicht über nimmt diese Comite auch die Vermittelung zwischen den Arbeitgebern und ihren Leuten. Beunruhigende Nachrichten kommen von JwanoWesnesensk, dem russischen Manchester. Dort sind 200.000 Fabrikarbeiter, aber nur wenige Truppen. ES werden sofort Verstärkungen dorthin geschickt werden. Die Berichte von ernstlichen Ruhestörungen daselbst haden bis jetzt keine Bestätigung gefunden. Deputation der Presse. S t. Petersburg, 27. Jan. Eine Deputation der St. Petersburger Presse stellte dsm Minister des Innern Fürst Swiatopolk . Mirsky vor und überreichte ihm eine Petition fämmtlicher Redakteure der Stadt. Alle unterschrieben die von M. Souvorin, sr., dem Redakteur der Nowoe Wremja", erlassene Erklärung, daß das einzige Mittel der Wiederherstellung des öffent lichen Vertrauens in die Regierung die Gewährung der Preßfreiheit und die Einberufung eines Kongresses der SemftwoS fei. Wäre die Presse frei gewesen, so hätte das Massakre sich nicht ereignen können. Der Minister erklärte seufzend, daß daß die Petition erwogen werden solle, doch müsse er zuerst mit dem Polizeidirektor Trepoff konseriren. Die Regierung hat eben nichts vergessen und nichts gelernt. Sie will unter allen Umständen die sogenannte Ordnung" wieder herstellen und würde eventuell ganz Petersburg zusammenschießen, wenn Petersäurg nicht die Oberhand gewinnen würde. Offiziere entrüstet. Russisches Hauptquartier, Hu an Berg, 27. Jan. Die große Masse de Heeres ist noch nicht von den Unruhen zu St. Petersbürg und anderen Städten unterrichtet. Die höheren Offiziere sind verstimmt und entrüstet. Die Zeit innere frei tigkeiten auözufechten, sei . nach dem Kriege und nicht, wenn die Armee die volle Unterstützung deS Landes brauche. Oesterreich'Ungarn. Wahl.Resultat. Budapest. 27. Januar. Die Niederlage der Regierung bei den Wahlen scheint eine vollständige zu sein.

Die Opposition siegte in 171 der 313

Wahlbezirke. Die Kossuth.Partei hat 118 Abgeordnete erwählt. Budapest. 27. Jan. Die Nie derlage der Regierung ist größer, als erwartet wurde, dagegen haben die An bänger von Kossuth mehr gewonnen, als Freund und Feind erwarteten. Mann nimmt an, daß Tisza nach dem letzten Wahltage nach Wien kommen und dem Kaiser seine Demission einreichen wird. Die Liberalen haben ihre erste Niederlage nach dem Jahre 1867 erlitten. Sowohl Kyssuth wie Apponyi wollen sich vorläufig abwartend verhalten. Allgemein ist die Anficht, daß die.Wah. len großen Einfluß auf die DoppelMonarchie, besonders in der Militärfrage und in den Handelsbeziehungen haben wird. Frankreich. Rouvier's Programm. Paris, 27. Jan. Das Rouvier Ministerium hielt heute im Elysee-Pa-laste seine erste formelle Sitzung. Premier Rouvier legte sein politisches Pro gramm vor, dem fich die übrigen Minister anscholssen. Spätermachte der Pre mier dem Parlament di5 gleiche Mittheilung. Die Politik deS Ministeriums Combes wird fortgesetzt werden, deren Hauptziel die Einführung einer Ein kommensteuer, Trennung von Kirche und Staat, Altersversorgung sür Arbeiter und Abkürzung der militärischen Dienstzeit war. Rouvier's Programm verwirst die geheime Ueberwachung der Lebensweise der Offiziere, welche den Sturz des Ministeriums Combes verursachte. Weltausstellung. Paris, 27. Jan. In der Deputirtenkammer berichtete das Handels Komite einen Vorschlag, im Jahre 1920 in Paris eine Weltausstellung zu veranstalten. Russische Demonstration. Darmstadt, 27. Jan. Dreihundert (?) russische Studenten mar schirten vor die Wohnung deS russischen Gesandten Fürsten Kudatscheff. Der Wortführer sagte, sie wünschten gegen Absolutismus, den Krieg mit Japan und die jüngsten Vorgänge in St. Petersburg zu prolestiren. Der Gesandte erwiderte, der letzte Sonntag sei ein Tag tiefster Trauer, weil Massen von Arbeitern durch Agitatoren irre geführt worden seien. Deutschland. KuliS nach Samoa. Köln. 27. Jan. Wie die KölNische Zeitung" meldet führt Deutschland KuliS auf Samoa ein. Zu Swatau. China, sollen 600 KuliS ver sammelt sein, um nach Samoa verschifft zu werden. Die deutsche Regierung bezahlt die Hülste der Transport kosten. ' D e k o r i r t. Berlin, 27. Jan. Unter Denjenigen, welche am Geburtstage deS Kaisers dekorirt wurden, befinden sich auch Prinz SolmSBaruth, Admiral Holmann, Graf Hülsen-Haesseler, Baron von R?einbabm und Herr von Hülsen, Intendant der königl. Theater. Graf Baudifsin, welcher die kaifer liche Jacht Hohmzollern" kommandirte, als Prinz Heinrich die Ver. Staaten besuchte, wurde zum ViceAdmiral befördert und Capt. v. Müller, der auch den Prinzen begleitete, zum ContreAdmiral. S ch w a r z e" Lotterie. Berlin, 27. Jan. Der Deutschen Kolonialgesellschaft in Berlin ist von der Regierung die Erlaubniß er theilt worden, eine Geldlotterie für die deutschen Schutzgebiete mit einem Reinertrage von 2j- Millionen Mark zu ver anstalten und die Loose im ganzen Be reiche der deutschen Monarchie zu ver treiben. - Die Grubenbesitzer l a v l r e ri Essen, 27. Jan. Die Grubenbesitze? pzoteftiren dagegen, daß ihre gestrige Erklärung, sie seien bereit, sich dem Urtheil einer. Regierungskommission über die Beschwerden der Arbeiter zu unterwerfen. da5 Zugeftändniß bedeute, die Arbeiter feien im Recht. Die Grubenbesitzer wollten mit ihrer Er klürung. nur Mißverständnisse, die im Publikum herrschten, richtig stellen. Trotzdem ist eS wohl bekannt, daß die Grubenbesitzer zur Erkenntniß gebracht find, daß ihre Abstoßende Haltung ge gen die öffentliche Meinung und die der Regierung nicht zu bewahren ist. Frei lich wird es noch geraume Zeit dauern, biS eine thatsächliche Vereinbarung erreicht wird.

Kampfin. derMand . schüre i.' Berlin, 27. Jan. 'Eine Depe sche.an den Lokal.Zlnzeige'r" von Muk den sagt: Ein ollgemeiner Kampf begann ge stern und dauertheute fort. Dle Äerluste auf beiden" Seiten sind schon be trüchtlich. Der Kampf ist beso)ides heftig im Zentrum." Hamburg" an Japan verkauft. H a m b u r ss, 27. Januar. Der Dampfer Hamburg" von der Ham-burg-AmerikaLinie" ist an Japan verkauft worden und wird vermuthlich in ein Hospitalschiff umgewandelt werden. Deutsche Oelgemälde in geringerem Begehr. B e r l i n, 27. Jan. Die hiesigen Blätter weiseu darauf hin, daß der ExPort deutscher Oelgemälde nach den Ver. Staaten im letzten Jahee bedenklich zurückgegangen ist. Jan Kubelik's Konzert-

t o ur. Berlin, 27. Jan. Der ViolinVirtuose Jan Kubelik unternimmt im Mai eine überseeische Konzerttournee, welche auf anderthalb Jahre berechnet ist. Der Künstler beginnt in Brasilien, bereist dann Nordamerika und besucht später Australien. Amerikanisch die Parole. Heidelberg, 27. Jan. - Der Nationalsoziale Verein" hat einen DiskussionSabend mit ausschließlich amerikanischen Vortrügen namhafter Fachleute veranstaltet. NachNewJork unterwegs. B r e m e n, 27. Jan. An Bord deS Nordd. LloyddampferS Kaiser Wil' Helm der Große", dessen Eintreffen in New Jork am 31. Januar zu erwarten ist, befinden sich: Der deutsche Botschaster in Washington, Freiherr Speck von Sternburg; der Dirigent Felix Weingartner und Graf Joseph von Wenckheim Attache bei der österreichisch ungarischen Botschaft in St. PeterS bürg. Jubiläums-Ausitellung. München, 27. Jan. Die Stadt Nürnberg wird im nächsten Jahre die Hundertjahrfeier mit Bayem und zu gleich dessen Erhebung zum König reiche in äußerst festlicher Weife begehen. Zur Feier des Doppeljubiläums ist heute ein Komite gebildet worden, dem die hervorragendsten Bürger Nümbergs und Bayerns überhaupt angehören. . ' Bayerns Regierung wird, soweit ihr eigene Betriebe unterstehen, in reichstem Maße auf der Landesausstellung vertreten sein und deS Landes Künstler werden in ihren Werken miteinander wetteifern. DaS Gebäude der Ausstellung, reizvoll an einem großen, waldumgrünten Weiher und zu einem beträchtlichen Theile im Walde selbst gelegen, wird an sich schon zweifellos sehr anziehend wirken. Spanien. Neues Ministerium. Madrid, 27. Jan. Das von Villaverde gebildete Ministerium ist wie folgt zusammengesetzt: Premier. Marquis Villaverde; Finanz.Minister, Garcia Alix; Minister des Innern, Senor Besada; Minister deS Aeußern, Senor Villa Urrutia; JuftizMinifter, Senor Ugarte; Unter richts-Minister, Senor Lacierva; MarineMinifter, Senor Gobian; KriegsMinister, Senor Montitegui; AckerbauMinister, Senor Vadille. Transvaal. Riesen - Diamant ge funden. Johannesburg, 27. Jan. Der größte Diamant, der je entdeckt wurde, ist nahe .Pretoria gefunden wor den. Der Stein wiegt 3032 Karat; es soll ein reiner weißer Stein von guter Qualität scin und wird hier auf 34 Millionen Dollar? geschätzt. Der Diamant Kohinoor, der auf S600,000 geschützt wird, wiegt 123 Karat, vor dem Schleife wog er 900 Karat. In Folge des Fundes herrscht zu Pretoria und hier große Aufregung. Aegypten. Russischer Kreuzer. Port Said, 27. Jan. Dir russische Kreuzer Jrtish" mit 10 Geschützen und 223 Mann kam heute von Libau hier an.

Ein Münchener -Original. Fkapitän HodgeS Tod und seine gesellschast liche Aethätigung ,u Lebzelten.' .In München ist neulich Kapitän Hodges im Alter von 74 Jahren aus -dem Leben geschieden. Er war der Sohn eines der größten Brennereibesitzer in London-und halte schon im jugendlichen Alter die bayrische Hauptstadt kennen gelernt. Als er m die englische Heimath zurückgekehrt war, starb bald darauf sein Vater, und er trat eine große Erbschaft an. Seinen eignen Neigungen lebend,' gewann er für das Feuerwesen Interesse. ' Die englische Feuerwehr war damals nichts weniger als mustergiltig, und Hodges beschloß, sie zu organisiren. Zuvor begann er eine Studienreise in alle bedeu-

tenoen Städte. In Paris konnte er für seine Zwecke nicht viel lernen, desto mehr aber in Berlin und Wien, wo bereits ein gut ausgebildetes Telegra-' phenwesen zur Signalisirung von Bränden existirte. In München veranstaltete das Stadtbauamt Hodges zu Ehren eine Feuerwehrübung. Der Engländer zollte damals der Einrichtung und Ausstattung der Feuerweh? von Jsarathen" das höchste Lob, fand aber die Mannschaft nicht genügend exerzirt. Die Münchner Einrichtungen benutzte er in der Hauptsache als Grundlage zur Gründung eines eigenen Feuerwehrkorps in London und gab damit den erfolgreichen. Anstoß zur Ausgestaltung der heute als mustergiltig berühmten Londoner Feuerwehr. Zu Beginn der. 70er Jahre sagte Hodges dem nebligen London Valet und zog in's feuchtfröhliche München, wo es ihm früher schon so gut gefallen hatte. Lange Jahre war Hodges eine bekannte Münchner Stratzenfigur. Er war ein sehr großer Mensch, dabei sehr breit und korpulent. Auf dem großen Körper saß ein großer, von einem Vollbart eingefaßter Kopf mit einem gutmüthigen Gesicht. Diesem Ausdruck entsprach auch sein Wesen. Er hatte den Wahlspruch, er sei im Golde geboren, und das Gold müsse unter' die Leute kommen. Daher geizte er nicht mit seinen Mitteln und gab oft mit vollen Händen. In München faßte er feine Privatierpflichten von der angenehmsten Seite auf. Er machte gern beim Bock- und Salvatorausschank mit; beim Karneval umgab er sich mit lustiger Gesellschaft und trug die Kosten der Unterhaltung. Gutmütigkeit und Freigebigkeit waren die schönsten Zierden des originellen Menschen, de? nach dem alten Münchner Prinzip Leben und leben lassen" handelte.. Er war im Stillen ein großer Wohlthäter der Armen. Bekannt war seine Vorliebe für aparte Gebrauchsgegenstände. Namentlich liebte er große Spazierstöcke. So hatte er bäufia einen kolossalen Onrttattftnrl Vin r mtst mW Yir CnVi iniviniivu, vitt vt, tun vvv yutiv in der Tasche, den Griff nach oben, trug. Einer seiner Stöcke war mit filbernen, laufenden Mäusen geziert. Mit diesen Stöcken hat er auch Mode gemacht; außergewöhnlich große Spazierftöcke Pflegte man in Geschäften als Hodgesstöcke" zu bezeichnen. Die eigens für ihn aus Perlmutter gefertigten Rockknöpfe hatten die Gröe von Fünfmarkstücken. In späteren Jahren zog fich Hodges mehr und mehr von der Gesellschaft zurück, da fich bei ihm die Beschwerden des Alters geltend machten. Vor Jahren, in der Zeit, da er noch mitmachte, galt Hodges als' ein sogenanntes Urviech," eine B'.Zeichnung, die der Münchner bekanntlich m lobendem Sinne gebraucht. Sehr komisch wirkte auch seine Sprechweise, ein Münchnerisch mit englischem Accent. Er revanchirt sich. Vor Kurzem hatte sich der Taglöhner Pazka in Wien vor dem Strafrichter wegen Wachebeleidigung zu verantWorten, weil er einem Wachmanne höhnisch zugerufen haben soll: Das ist der Dienst der Wache!" Der Angeklagte gab zu, diese Worte dem Wachmanne zugerufen zu haben. N i ch -ter: Aus welchem Grunde?" A n geklagter: Ich hab' mich geärgert, denn ich hab' dem Wachmanne eine halbe Stunde zugesehen, wie er sich mit einem Mädchen, das hinter einem Hausthor versteckt war, unterhielt." Richter: Warum haben Sie sich denn geärgert?" A n g e k l a g t e r : Ich bin auch einmal mit einem Mädchen in der Nacht öci einem Hausthor gestanden, und da hat man mir das Mädchen wegarretirt. Seither hab' ich es scharf auf die Wache." Der Richter sprach den Angeklagten voirder Anklage mit der Begründung frei, daß ein Wachmann, der sich in Ausübung seines Dienstes eine halbe Stunde unterhält, seinen Dienst vernachlässigt und keinen Grund habe, denjenigen, der ihn darauf aufmerksam machte, sofort für arretirt zu erklären. U gewöhnliche. Verk e h r s st ö r u n g. Als in Berlin ein junges Mädchen an einer Straßenecke den Fahrdamm überschreiten wollte, gerieth sie mit dem hohen spitzen Absatz ihres Schuhes in eine Weichenzunge der Straßenbahn. Der Schuh klemmte sich so fest, daß das Mädchen sich nicht von der Stelle zu rühren vermochte. Es mußte sich infolgedessen der Fußbekleidung entledigen. Die Versuche des Straßenbahn-Personals, den Schuh herauszuziehen, waren vergeblich; er mußte buchstäblich aus der Schiene herausgestemmt werden. Für die Dauer dieser Zeit, etwa eine Viertelstunde, war der gesammte Verkehr für die betreffende Straßenbahnlinie gesperrt.