Indiana Tribüne, Volume 28, Number 133, Indianapolis, Marion County, 27 January 1905 — Page 4

Judtana Tribüne, 27. Januar 1905.

Jndiana Tribüne. HerauZzetde von Ux Ottttttlctft Indianapolis, Ind. Vnrz O. Thudlum ' Ptaßdcttt VeschäftSloealt S!o. 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 269

n.i tered at the Pot Office oi Indianapolis a, sccond cls matter. Die Gas-Lrdinanz. Der städtische Anwalt Warrum er hob im Bundesgericht während der Ver Handlung des CinhaltSbefehlS-GesucheS gegen die Stadt vor Richter Anderson die ungeheuerliche Beschuldigung, daß der Stadtrath sich einer korrupten Handlung schuldig gemacht, d.h. sich im Einverftändniß mit der GaSgesell schaft befand, als er die 50 Cents Dr dinanz annahm. Herr Warrum mußte zugeben, daß er keine Beweise für diese Beschuldigung habe. Cr mußte ferner zugeben, daß er es war, der die Ordinanz entwarf und vorlegte. Er leugnet auch nicht, daß er dies auf Weisung deS Mayor Holtzman that. ES wird , ferner zugestanden, daß der Preis von 50 Cents von Mayor Holtz. man befürwortet wurde, obwohl eine fachmännische Berechnung vom städti schen Ingenieur Herrn Jeup vorlag, in welcher ein Mindestpreis von 60 Cents befürwortet wurde. Herr Warrum behauptet nun ferner selbst, daß diese 50 Cents Ordinanz deshalb von der Gasgesellschast angefochten wurde, weil s Ieun vermin f Hfl sei. (WaS übrigens die Tribüne bei Einreichung. der Ordinanz energisch behauptete.) Warum verfaßte Herr Warrum eine unvernünftige Ordinanz in seiner Stellung als städtischer Berather? Warum verfügte der Mayor die Einreichung einer Ordinanz, die nun als unvernünftigt gilt? Warum wird nun dem Stadtrathe ein Vorwurf daraus gemacht, daß er eine Ordinanz annahm, welche der Mayor und die News inspirirt und die der städtische Anwalt auf deren Ge heiß entworfen und eingereicht hatte? Die GaS'Gesellschaft bot alleS Mög. liche auf, die Annabme der Ordinanz zu verhindern. Der Stadtrath nahm die Ordinanz, obwohl viele seiner Mitglieder dagegen Protestnoten, an, weil er glaubte, daß eine vom Mayor warm befürwortete u. von dem städtischen RechtZgelehrtenablefaßte.Ordinanz nicht unvernünftig, sondern nur im Interesse der Bürger schaft sein könne. Herr ' Warrum versuchte durch gerichtliche Chikanirung der Gasgesell schaft. diese von ihm nun als unve? nünftig ..gebranntmarkte Orbinanz durchzuführen. Wenn die Ordinanz dazu angethan ist, zu Gunsten derZaZ.Gefellschaft der Bärgerschaft HeizgaZ zu einem vernünf tigen Preise vorzuenthalten, so sind eö die Berfaffer der' Ordinanz welche schuldig sind, und nicht der Stadtrath oder die GaZ-Gesellschaft. Das Verlangen des famosen städti schen Anwalts, der eine von ihm selbst abgefaßte Ordinanz, als gegentheiligen Zwecken dienlich, nun geißelt und verlangt, daß der Rich ter die Zeitungen verhindern soll, die Sache, wie sie in öffentlicher Ge richtZverhandlung vor sich ging, der Oeffentlichkeit mitzutheilen, läßt schlimmen Verdacht auskommen und war eine Unverschämtheit. Durch das Einreichen dieser Ordi nanz, die, wie Herr Warrum nun selbst zugiebt, auf Grund ihrer Unvernünf tigkeit angefochten und ungültig ge macht -wird, habender Mayor und Warrum die Lieferungen Heizgas zu einem vernünftig reducirten Preise in weite Feme gerückt. . , Wir haben die famose Ordinanz seit ihrer Einreichung Schritt für Schritt im Interesse des Publikums bekümpst, weil eS auf der Hand lag, daß dieselbe die Erlangung eine reducirten GasPreises für Heizzwecke in unabsehbare Ferne rücken würbe. Weder die GaS. Gesellschaft, noch den Stadtrath kann der Vorwurf treffen, für die Existenz dieser nun angeblich corrupten Zwecken dienenden Vorlage verantwortlich zu sein, welche der städtische Anwalt auf Weisung deS Mayor einreichte. Die Anregung des deutschen Kai serS, daß Amerika und Deutschland einen gewissen Austausch Wissenschaft.

Ucher Lehrkräfte in die Wege leiten sollten, hat allgemein Interesse und Beachtung gefunden. Jft die Wissen, schast selbst schon längst international, so ist eS ein ganz gesunder Gedanke, auch den wissenschaftlichen Lehrbetrieb in daS Zeichen deS Verkehrs treten zu lassen und ihn nicht mehr streng durch die nationalen Grenzen einzuschränken. Die Verschiedenheit der Sprachen bildet heute kein Hinderniß mehr, da nglish sowohl wie Deutsch Weltsprachen sind, und das ganz besonders auch für die Welt der Wissenschaft gilt. Nun . ist ja dieser Austausch von Lehrkräften insofern bereits in die Wege geleitet, als Deutschland schon so manchen be deutenden Gelehrten den amerikanischen Universitäten geliefert hat. Wir erin nern an Professor Holst, den Geschichtö. schreiber der amerikanischen Verfassung, an die Professoren Franke, Münster, berg u. f. w. Auch darf daran erin nert werden, daß große deutsche und amerikanische Betriebe auf dem Gebiete der Elektrizität bereits seit einigen Iah. ren ihre wissenschaftlichen Berather her über, und hinübersenden und so einen Austausch der wissenschaftlichen Ersah, rungen herbeiführen. Dagegen haben amerikanische Gelehrte bisher unseres Wissens noch nicht an deutschen Hoch, schulen eine Lehrthätigkeit 'ausgeübt. Nun ist eS zweifellos, daß eS,in den Vereinigten Staaten eine erhebliche An zahl von Forschern gibt,- von denen die deutschen Studenten viele werthvolle Dinge lernen könnten, ganz besonders z. B. der Technika Da aber die Wis senschaft durch d1 Bekanntmachung ihrer Ereignisse öffentlich ist. so wäre hierin doch noch, nicht der entscheidende Werth des Austausches von Lehrkräften für Deutschland zu erblicken. Zwei andere Umstünde aber würden auch den Deutschen bei all ihrer hochentwickelten wissenschaftlichen Kultur die engere Berührung mit amerikanischen Gelehrten in hohem Grade werthvoll machen. Erstlich würde sür die deutschen Sludi. renden der persönliche Eindruck bedeu tender, im geistigen Leben Amerika'S führender Persönlichkeiten von unschütz. barem Vortheile sein; sie würden die besten und edelsten Persönlichkeiten und Kräfte deS amerikanischen LebenS unmittelbar kennen lernen. Zweitens be ginnt sich in Amerita allmälich eine spezifisch amerikanische Methode des Denkens herauszubilden, die in ihren Voraussetzungen wie in ihren Ergeb nissen vielfach von der deutschen Denk weise abweicht und die vielleicht über. Haupt daS interessanteste Etudienobjekt im ganzen Bereiche der amerikanischen Kultur bildet. Diese Methode genau kennen zu lernen, ist sür Deutschland von großer Bedeutung.. , . Vielleicht werden wir dieses oder jenes von ihr acceptieren und manches schwerfällige gewordene Glied unseres DenkorganiSmuS : mit ihrer Hilfe elek tristeren können. Gewiß aber werden wir durch ihr Studium in die. innerste Werkstatt des amerikanischen Geistes ge führt und lernen Amerika ?iinb die Amerikaner tiefer verstehen. ' WaS also die Deutschen ihrerseits bei diesem Austausche von Lehrkrüsten erwarten und wünschen würden, daS wäre die Bekanntschaft mit großen Persönlich ketten amerikanischen LebenS und ein Einblick , in' die amerikanische Denk, und Forschungsmethode. Dies wäre zu erreichen, wenn, amerikanische Ge lehrte mehr oder weniger regelmüßig nach Deutschland kämen, um hier ge schlossene VorlesungSserien zu halten; und sicherlich würde die engere persön llch-geiftige Berührung beider Völker, die durch einen solchen Austausch her über und hinüber erreicht würde, zu ihrem gegenseitigen' Verständnisse, zu ihrer gegenseitigen Achtung' und Shm pathie, und somit zu den wahrhaften Grundlagen deS Völkerfriedens mehr beitragen als manche prätentiöse diplomatische Aktion. (Inzwischen - haben die Harvard.Universität und die Ber. liner Universität die Organisation die. seS Austausches bereits in die Hand ge. nommen.) . . , U n f r e undliche Aufnähme. Nachdem er 19 Jahre wegen Brandstiftung im Zuchthaus derbüßt hatte, wurde letzthin der 63 Jahre alte Matthew Jones in Kingston, Ont., begnadigt und in Freiheit gesetzt. Bei seiner Familie, die ' inzwischen nach Port Huron, Mich., gezogen war, fand der entlassene Zuchthäusler aber keine freundliche Aufnahme. .Seine Frau hatte sich wieder verheirathet, und seine erwachsenen Kinder wollten von ihm nichts wissen. Von der Noth getrieben, wendete er sich an den ArmenbausKommissär, und die EinwandernngsBehörden, die auf den Fall aufmerksam gemacht wurden, ordneten die Zurückschickung des Mannes nach Kanada an. " '

Aus den Gerichten.' Bundesgericht. - Milton Cooper, der vor einigen Te gen in Brazil unter der Anklage ge fülschteS Geld verausgabt zu "haben, verhaftet wurde, erschien gestern vor BundeSrichter Anderson und bekannte sich für nichtschuldig." Der Richter hielt Cooper darauf zum Prozesse fest und stellte ihn unter $300 Bürgschaft. Superior-Gericht. Frau Turpie Rowan, deren Mann am 15. Juli gelegentlich der Collision zwischen der Big Four Eisenbahn und Straßenbahn getödtet wurde, wurde gestern ein Urtheil von $5050 gegen die Straßenbahn Co. gegeben. . ' Die von der Frau Eleonore Wlls gegen die . JndianapaliS Traction & Terminal Co. eingereichte .$5000 Schadenersatzklage, wurde gestern in Verhandlung genommen. S t a a t 5 O b e r g e r i ch t. In den nächsten Tagen wird im StaatS-Obergerichte ein Gesuch um Neuprocessirung von Haley SyreS ein. gereicht werden,' der wegen Tödtung der Frau Wm. Starbuck und ihres Kindes in GreenSboro auf zwei bis ein. undzwanzig Jahre in die Reformanstalt jiaä) Jefferfonville gesandt wurde.

Neue Klagen. Nach 29.jähriger Ehe sieht sich Fannie ReeS veranlaßt gegen ihren Gatten ReeS die Scheidungsklage anhängig zu machen. Ihrer Klageschrist nach trenn ten sie sich schon früher wiederholt. Die Frau klagt ihn an, . . sie geschlagen zu haben und sagt zugleich, daß er sie der ehelichen Untreue zieh. Fünf Kinder, das jüngste derselben 20 Jahre alt, entsprossen der Ehe. ' ' Irene Hurt- sucht Scheidung von Wm. C. Hurt. Trunkenheit giebt sie als Scheidungsgrund an. . . Rodelt P. Brswn reichte gegen die Indianapolis Traction 'Terminal Co. eine'-Klage auf $20Ö0 Schaden. ersatz ein, am 14. Dezember ' giebt er an, kam seine Gattin durch Verschulden der Verklagten zu Falle und wurde schwer verletzt.' - Josephine McCandle! .wurde von Richard McCandleS geschieden Grau same Behandlung hatte sie" gegen ihn als ScheidungSgrund vorgebracht. - Wm. I. JenningS, Cora JenningS und Homer Bradley reichten ein Ge such um Einsetzung eines Vormundes für Mary Pradley ein, da Letztere ihrer Ansicht nach nicht fähig sei., ihr Ver. mögen von $1800 zu verwaltend' -Der Richter entschied - abschlägig, empfahl aber der Frau, sich einem Trust an zuvertrauen. :-.. v Tillie Crentler, 18 Iahte alt, reichte gegen die BemiS Bäg Cö eine Scha. denersatzklage ein. .Am 24. September gerieth sie mit der Hand in eine Presse und zog sich derartige Verletzungen zu, daß ihr das Glied oberhalb des Ellen. bogenS abgenommen werden mußte. Nachlässigkeit in der Regulirung der KrafttranSmission, sowie auch das Feh. len von Schutzwehren macht sie der Compagnie zum Vorwurfe. Sie der. langt $25,000. ..' , . Eleanore Miller verlangt von der Indianapolis Street Railway $12.000 Schadenersatz. Im September 1902, sagt sie, wurde ihr Buggy an der Cen tral Ave. und 11. Straße von einem Straßenbahnwagen getroffen und um. geworfen, bei welcher Gelegenheit sie am Kreuze schwer verletzt wurde. Mardi Gras, Florida, der Süden. Cpezial Ausflug für Nudiana Touri ften über die yennsylvanka Linkeu. Zu sehr angenehmer Zeit für eine Reise nach dem Süden kommt der spezielle Mit! Winter AuSttug für Jndiana Touristen, eine nicht kostspielige Reise für GesundheitSuchende nach den berühmten Ausflugsorten von Florida und des Südens, einschließlich zweier Vergnügungstage der oekannten Mardl GraS Festlichkeiten zu New Orleans. Ein massiver Pullman Zug verläßt den Jndiana polis Union Bahnhof am 27. Februar um 7 Uhr Abends über die . Pennsylvania Linien. Punkte von Interesse der Route entlang schließen in sich die berühmten Schlachtfelder Lookout Mountain, Chickamauga, Atlanta, Savannah, die Marschroute von Sherman nach dem Meer. - - . Die Tour umfaßt Ormond, der berühmte Winteraufenthaltsort ; St. Augustine mit seinen altertümlichen spanischen Bastionen: Pensacola, von Marine 'Interesse; Paß Christian, daS Newpört des Süden, Mobile, Birmingham, NashviUe, mit genügend Zeit zur Umschau. Zwei Tage Aufenthalt in New Orleans wäbrend des Mardi GraS. Elf Tage in dem sonnigen Süden, entfernt von dem Eis und Schnee des Nordens und der Kostenpunkt einschließlich Pullmans nur 555. Da die Schlafstellen zeitigst im Vor aus bestellt werden sollten so sprechen Sie bald vor oder schreiben Sie an W.W Richardson, Assistant General Passagier. Agent. Indianapolis, er wird alle Fräsen bereitwilligst beantworten. "

Ein kommender Mann.

31 Bedeutnng des LSechselS im fzanzösisch,, Kammerpräsidium. . An Stelle des alten Römers" Henri Brisson hat diesmal die französische Deputirtenlammer mit einer Mehrheit von nur 26 Stimmen (265 gegen 240) den Führer der radikalen -Dissidenten, Paul Doumer, zum Vorsitzenden gewählt ein Vorgehen, das sich nicht so sehr gegen Brisson, als gegen das bisherige Ministerium Combes richlele, dessen Hauptstütze die in Vrisson verkörperte Majorität gebildet hatte. Doumer, der erst Boulangist, dann radikaler Finanzminister im Kabinett Bourgeois war und hierauf wieder die Radikalen verl-eß, als ihm das Ministerium Meline den reich bezahlten Generalgouverneursposten : in Jndochina verlieh, wird von den Einen als Muster republikanischer Tugenden geschildert, von den Andern als lächelnder Jntriguant und talentvoller Streber charakterisirt. Allgemein aber bezeichnet ihn die öffentliche Meinung als einen kommenden Mann," dessen Chancen für die Befriedigung seines Ehrgeizes umso höher bewerthet werden, als er es verstanden hat, in den leidenschaftlichen a ' : - Paul Tounier. politischen Kämpfen der letzten Jahre persönliches Odium zu vermeiden und die aufbrauchende Arbeit Andern zu Überlassen.. Dabei hat er sich in seiner Kolonialstellung als ein außerordentlich fähiger Administrator erwiesen. Der Aufschwung des französischen Handels mit Cochinchina ist zum großen Theil seiner Thätigkeit zu rerdanken. ' ".. Doumer steht im 48. Lebensjahre und begann seine Laufbahn als Advokat und Journalist. In der Kammer war er zuletzt Präsident der Budgetkommission. GrundeZgenthums Übertragungen. Robert Hiatt an Livedön H.' Hiatt, Lot 4, Walker u. A. Subd. Central Ave. Add., 43 bei 124 Fuß, verbessert, Westseite der Central Ave. südlich von 13. Straße. $3,300. - Helen L. Johnson an Herman C. Tuttle u. -A., Block. 3 und 6 und Theil 2. Star Add. südlich von English Ave. südwestlich von Jrvington. 82,175. , Helm L .. Johnson an Herman C. Tuttle, 315 Lots in der 2. Star. Add. südlich von English Ave. zwischen Star Ave. und Worcester Ave. S7.875. JameS Collier an George M. Hord. Lot 102, Tälbott'S rev. Subd., 40 bei 120 Fuß, verb., Ostseite Pennsylvania Str., 2. südlich von 18. Str. $6000. . Marie E. Reynolds an Samuel L. Hadley. Lot 115 und Theil 116. Mor. ton Place. 50 bei 153.6 Fuß, vac., Westseite Alabama Str., südlich von 22. Str. S3100. Albert B. Carter an Harry M. Wright. Lot 11, Carter's 1. Add., 100 bei 296.94 Fuß, vac., Westseite Meridian Str., südlich von 54. Str81000. Rachel S. Bridenbucker an JameS A. Boyd u. A. Lot 2. Berlin u. A. Subd. Bruce Place Add.. 39 bei 133 ß, Westseite von ttshland Ave., nördlich von 22. Str., verbessert. 84,. 000. . Staat Jndiana an Joseph I. Kre ber, Theil westliche Hälfte nordöstliche Vierter. See. 7. Township 15, Range 4, 33.13 AZer, Center Township. 839,816. Henry Kothe an William Wellman, Lot 10. Ridenour'S Subd.. 44 bei 165.7 Fuß, verbessert, Nordseite der Washington Str., westlich von State Ave. 811.000. John Power an Profpect Saving & Loan Association, LotS 25 und 26 in Hogshire Pleasant Run Add.,'. 70 bei 130 Fuß, verbessert, Ostfeite von Nel. son Straße, östlich von Woodlawn Ave. 81000. . William MathewS an ChaS. Hend. rickS,. LotS 42 in Ferguson Hill Place Abd.. 30 bei 120.45 Fuß, verbessert. Oftfeite von Arsenal Ave., nördlich von BateS Str. 81400. Noah Harvey an John Harvey, ein Theil der Sectioq,20. Township 14, Range 5; 50 Acker zu - Franklln Tsh. 8500.

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falsches yeld! (Aus den Erfahrunaen eines Berliner Polizetteutnantö. Falsche Zwei- und Fünf - Markftüae tursirten in Berlin. Fast jeden Tag kamen Leute in unser Bureau mit solchen Falsifikaten, fluchten, schimpften und waren natürlich sehr geneigt, die Schuld an ihrem Verluste der. Polizei zu geben. Die Polizei entfaltete eine fieberhafte Thätigkeit, aber die Stücke waren so ausgezeichnet imitirt, daß wir-sie inner erst aus fünfter, sechster Hand ??ielten; natürlich zu spät, um genaue Recherchen nach dem ersten Abgebe? anzustellen. Dabei waren die Hallunken noch gerissen genug, ihr Domizil gelegentllch zu wechseln, jo daß wir nach und nach aus Brcslau, Posen, Hambürg und anderen Städten die verwünschten. Kunstwerke beziehen konnten. Die Sache wurde fast unheimlich. Falschmünzer können der Natur der Sache nach ihr Handwerk sehr selten lange Zeit unentdeckt betreiben. Hier aber schienen alle Hilfsmittel zu versagen. Da erhielt ich eines Tages einen anonymen, anscheinend von FrauenHand geschriebenen Brief, etwa folgenden Inhalts: Sehr geehrter Herr Leutnant! . Bei uns im Hinterhause geht es nicht geheuer zu, jede Nacht ist da bei die Schneiderin Schmidtke eine furchtbare Skandal und ein solches Geklopfe, das kein vernünftiger Mensch nich schlafen kann, denn is auch dort ein junges Mädel, die wohl noch nich großjährig is, die kommt jede Nacht um elfe hin .und jeht früh morjens wieder fort. Ehrfurchsvoll eine Bewohnerin des Hauses." Die ehrfurchtsvolle Bewohnerin des Hauses empfing unseren stillen, aber un: )o innigerenDank für ihre Anzeige, der sofort Folge gegeben wurde. Ueber die mysteriöse Näherin wurde aus den Nevierbüchern Folgendes festgestellt: Maria Schmidtke, Näherin; seit etwa drei Monaten dort wohnhaft, fremd von Posen zugezogen, unbestraft. Sie wurde nun vorsichtig beobachtet, verschwand aber schon am zweiten Tage spurlos. Der SchmZeredienst" dieser eigenartigen jungen Dame und ihrer Freunde mußte also ganz äusgezeichnet funktioniren. Ich ging an dem betreffenden Tage sofort selbst zu dem Verwalter des Hauses und befragte ihn .eingehend über die verschwundene Mietherin. Sein Vortrag war recht interessant und erstreckte sich bis auf die Masern seines jüngsten Kindes Emmy; zur Sache wußte er natürlich nichts. Das Einzige, was ihm, wie er sagte, jemeinjefährlich" vorgekommen wckr, wären einige große, sehr schwere Kisten, die die p. Schmidtke in ihre Wohnung transportirt habe.' Nun, und haben Sie keine Ahnung was in diesen Kisten gewesen fein kann?" Nee, det weeß ick'nich. Sie sagte, da wären ihre Kurbelmaschinen drin, aber det jloobe.ick nich, die Dinger sahen unheimlich aus!" In der verlassenen Wohnung fanden wir nur noch Filzunterlagen, um das Geräusch der Maschinen zu dämpfen, sonst nichts. .... . . Die werthvölle Spur war wieder verloren; wieder 'und wieder kamen neue Falschstücke auf den Markt und wieder begann die rastlose, nervösmachende Sucherei nach den Fabrikanten. . 'Mehrere Wochen waren vergangen, da kam eines Abends ein angesehener Kaufmann aus unserem Revier in's Bureau und meldete, daß sein Dienstmädchen plötzlich verschwunden sei. Dieselbe sei am Abend vorher fortgegangen, um Besorgungen zu machen, und seitdem noch nicht wiedergekehrt. Was war das für ein Mädchen?' Leichtsinniges Geschöpf, he?" Durchaus nicht, Herr Leutnant, ein wahres Mustercxemplar, mit deren Leistungen und Betragen wir durchaus zufrieden waren. An ein böswilliges Verlassen kann ich absolut nicht glauben, bin vielmehr der festen Ueberzeugung, daß ihr irgend ein Unglück Passirt sein muß." - Sofort ließ ich von meinem Telegraphisten Depeschen an alle Reviere geben, daß das Mädchen mit beifolgendem Nationale und Signalement vermißt werde. Nach kaum einer Stunde kam Nachricht, daß ein Mädchen, auf die die Beschreibung passe, die sich aber weigere, ihren' Namen zu nennen, im Revier auf Veranlassung' einer anderen Frauensperson festgenommen fei. Grund: Verbrechen gegen das keimende Leben. Sofort wurde der' Kaufmann benachrichtigt, und wir gingen zusammen nach dem Revi:r,' wo er. auch das Mädchen als die Verschwundene wiedererkannte.' Nach langem Drängen bequemte sie sich endlich dazu, ein" Geständniß abzulegen: Sie sei die verlobte Braut" des Graveurs Werner und werde von einem früheren Verhältniß ihres Bräutigams aus Eifersucht hartnäckig verfolgt und sei jetzt sogar auf deren Anzeige hin verhaftet vorden. Unker Thränen betheuerte sie, daß die schwere gegen sie erhobene AnSchuldigung vollkommen grundlos sei. Zach einigen Feststellungen, die thatsächlich die Grundlosigkeit der Denunziation ergaben, wurde das Mädchen wieder freigelassen und kehrte anscheinend ganz glücklich zu ihrem Herrn zurück. Damit schien die, Angelegenheit erledigt, obwohl mir persönlich das

Benehmen des Mädchens absolut nicht gefallen hatte. Aber persönliche Eindrücke spielen im Dienste keine Rolle. Es dauerte aber kaum acht Tage, als sich die Polizei schon wieder mit diesem selben Mädchen zu befassen hatte. Ich erhielt die Meldung, daß ein siÄ Nachts umhertreibendes Mädchen unter auffallenden Umständen festgenommen sei und sich tveigere, ihren Namen anzugeben. Die Personalbeschreibung paßte genau auf das unschuldig verdächtigte Dienstmädchen des Kiufman-' nes. Ich telephonirte sofort selbst an den Herrn, ob ihm die Maid vielleicht wieder einmal abhanden gekommen sei, was mir sofort bestätigt wurde. Ich ließ mir nun das Mädchen vorführen und nahm sie selbst in's Verhör. Was machen Sie denn des Nachts immer auf der Straße?" Ich ich gehe spazieren." Unsinn! Lügen Sie uns nicht wie--iiJp i rn i.-w rc,!

vzt cuirn uvt, uui juciicu vic vvk eingesperrt. Sie sind mehrfach beobachtet worden, wie Sie in 'einem Hause verschwanden und erst des Morgens' wiederkamen. Zu wem gingen Sie Wt2" , . . Zu meinem Bräutigam." Hm... zu dem Graveur Werner, von dem Sie sprachen? Ein ' solcher Mann ist aber in dem Hause nicht gemeldet." Die Angst' des Mädchens wuchs anscheinend immer znehr, sie zitterte so heftig, daß sie kaum sprechen konnte. ' 'Er. . . er kann sich nicht melden lassen," stieß sie endlich hervor. Kann nicht? Warum kann er nicht? Bei wem wohnt er denn da?" Er hat eine eigene Wohnung auf dem Boden mit noch zwei anderen jungen Leuten zusammen und der : Braut des einen, der Schmidtke. Was?! Schmidtke? Und was.treiM WTa 0aIa V itk9 ' UKU VKlUl VIC C(Ult uu vvius Die Angst preßte dem Mädchen die. Kehle zu, aber endlich brachte sie doch anscheinend erleichtert, das furchtbare rT . i . : : r. t t ... r.: f:r diS leelllittlH tv $u iciu, u. Sie machen falsches Geld " Ich sah sie strenge an, wäre ihr aber am liebsten 'vor Freude um den Hals? gefallen. . Jetzt hielten wir uns nicht mehr lange mit Beobachtungen aussondern umstellten sofort mit peinlicher . Sorgfalt das Haus und drangen dann in die verdächtige Wohnung ein. Wir hatten das Glück und das qlück, die Verbrecher mitten in der Arb?it zu überraschen. -Das Glück, denn damit war jeder weitere Beweis überzxy. m 1.. - Vr? 1??!H IU IU UtlUUlVtll, uuv VUS- Mutuuji ... . . r - k . ? . denn die drel tqx kräftigen jungen Leute griffen sofort nach ihren eisernen Werkzeugen und schlugen blindlings auf die Beamten ein Am rasendsten gebärdete sich der Graveur Werner, ' offenbar der Leiter der Kunstanstalt. Er riß schließlich sogar einen Revolver aus der Tasche und wollte auf mich feuern; ein kräftiger Hieb mit .dem Gummiknüttel lähmte indessen seinen Arm und rettete mir vielleicht das Leben. Sie hatten wohl Grund gehabt,, so ( i n c wulyenoen ÄZloerttano zu leluenvenn eine achtjährige Zuchthausstrafe machte auf lange Zeit ihrem gefährlichen Handwerk ein Ende. Schiefe Bauten Durchweg gilt es-für eine Grundregel der Baukunst, daß bei einem Ge.1.. ---'-"r ' r i?jc. iy " vuuuz uui uuciii urnrnuiuc cuc im 9nlft unS in TOtrtrt fhfxstri unS f t ihrer Anordnung zum Ganzen in den Maßen übereinstimme". Ein Brüsse, ler Fachmann, L. Cloquet, zeigk aber, daß zahlreiche berühmte Gebäude ohne Scheu gegen diese geheiligten Gesetze derRegelmäßigkeit verstoßen und kühne Abweichungen vom Winkelmaß e und von der Symmetrie ausweisen, die dem Beobachter häufig entgehen. Die Alten setzten sich eben über örtliche. Schwieg rigkeiten bei Bauten leicht hinweg, indem sie entweder auf die geometrische Genauigkeit wenigerWerth legten oder auf die Mänqel des menschlichen Gesichts rechneten. Unregelmäßigkeiten, die wir als Unbeholfenheit oder Nacklässigkeit betrachten, sind zuweilen absichtliche Kunstgriffe und finden sich in den größten Werken jeden Stils von .2 t HnTiM OiU (ta Vtll ityiflfc V4i U19 UU Ull(.i.t p)tit. z?w lr.jC A Im A 03 fj 4.. Cm it'ciucu yciüic ouuiuucii jui viiclung einer besseren perspektivischen Wirkung von der Wagerechten, andere,, optischen Täuschungen nachgehend, von der Senkrechten ab, und wieder andere sind, um dem Auge gerader zu erschei- . npn Tf Hhf stfriimmt. PTstTtm? N1,.V., . V . VV. WM' tllnsteleien finden sich selbst am Varthenon zu Athen. Keinem Bildhauer wird es einfallen, ein Standbild völlig symmetrisch , zu gestalten, denn eö ' würde kalt und steis wirken; ebenso belebt der erfahrene Architekt absichtlich seinen Bau durch Abwechselung. Auch die steine haben ihren persönlichen Charakter, und wenn auch die Wandflächen eines Gebäudes gleich sind, so hat doch jede ihr eigenes Gesicht. Schlimme. Erfahrung. Nun, Huber! Wie. ist's denn gewesen beim Barbier in der Stadt?" Huber: Na, mit dem laß mi aus. Allweil, wie i drin g'sess'n bin zum Rasir'n, hlt er mir a G'schicht'n erzählt, daß mir d' Haar zu Berg g'stand'n . häb'n, da hat er g'sagt, sie möcht'n zu lang san und hat mi gleich' no g'schoren, un nachher, wie i zohl'n soll und' über dös viele Geld 's Maul uffsperren thät, moant er,'i hätt' g'wiß a Reißen,und hat mir no schnell an' Zahn 'zog'!-