Indiana Tribüne, Volume 28, Number 131, Indianapolis, Marion County, 25 January 1905 — Page 6
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Judiana Tribültc, 23. Januar 1905.
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Europäische Nachrichten 'ZrVinz ScvresrVig'Zdcrskein. Altona. Wegen Kindesmordes verhaftet wurde das in der Einsbüttelerstrahe 68 (Waterloohain) wohnende Dienstmädchen Selma Flohr. Das 17jährZge Mädchen hatte mit Mnnern in unerlaubten Beziehungen gestanden, die nicht ohne Folgen blieben. Ascheberg. Ein seltenes Jubiläum feierte Thierarzt Karl Schmidt Hierselbst. Er beging den Tag, an dem er vor 50 Jahren in Kaltenkirchen die thierärztliche Praxis aufnahm. Der Jubilar erfreut sich noch größter Nüstigkcit und Geistesschärfe. .Eckernförde. Heizer und Maschinenmeister Bussen gerieth in das Schwungrad der Dampfmaschine des Geschäftshauses Carl Rathgen und wurde mit herumgeschleudert. Glücklicherweise konnte er von Herbeieilenden so zeitig befreit werden, daß . die Aerzte hoffen, ihn am Leben erhalten zu können. G l ü ck st a d t. Nach kurzer Krankheit verschied einer unserer ältestenEinwohner, der allgemein beliebte und von Jedermann geachtete MitbürgerStadtkassirer a. D. Bleß. Nachdem er viele Jahre sein Amt treu verwaltet, lebte er in den letzten Jahren in stiller Zurückgezogenheit. Husum. Eine Frau Peterson aus Jngwershörn-wurde in der Norderstraße Hierselbst von scheugewordenen Pferden umgerannt, wobei sie so schwere Verletzungen am Kopf erhielt, daß sie ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Kiel. Der CapitänleutnantVreitHaupt war neulich wegen einer falschen dienstlichen Meldung zu drei Monaten Gefängniß und Dienstentlassung verurtheilt worden. Der Kaiser hat jetzt die Gefänaninftrafe in eine Festungshaft umgewandelt; die Dienstentlassung bleibt bestehen. Sundewitt. Eine verheerende Feuersbrunst zerstörte die umfangreiche Käthnerstelle des Landmannes Jürgen Lassen. Die Bewohner kamen nur nothdürftig bekleidet aus dem brennenden Gewese. Der ganze Viehbestand an Pferden Kühen,- Schweinen und Geflügel verbrannte mit. W o h l d e. Lehrer Voß feierte sein 40jährigeS Dienstjubiläum. Frovinz Schkesien. Ares lau. Restaurateur Adolf Ziegler, Ritterplatz 8. stellte sich auf den Fahrdamm und schoß sich mit einem Revolver durch den Mund. Die Verletzung des Kopses war so schwer, daß der Tod bald ein:rat. Kriminal-Wachtmeister Alexander Hammermeister feierte sein LojährigeZ Dienstjubiläum. Zahlreiche Glückwünsche aus den Kreisen seiner College und der Bürgerschaft wurden dem Jubilar zutheil. Arnoldsdorf. Im Elsner'. schen Steinbruch in Arnoldsdorf stürzte kürzlich der 20 Jahre alte Sohn des Besitzers Reinhard Elsner von einer Leiter und brach das eine Bein zweimal. Der Bedauernswerthe war nun wieder so weit hergestellt, daß er im Zimmer auf und ab gehen konnte. Dieser Tage versuchte er, in den Hof zü gehen, glitt dabei aus und brach sich das kranke Bein nochmals. Chwallentzitz. Der 15jährige Sohn des Stellenbesitzers Gaschka gerieth in das Getriebe der Dreschmaschine und erlitt einen Bruch der Schä deldecke, eine GeHirnverletzung und einen Bruch des rechten Oberschenkels. Er wurde in das Juliuskrankenhaus in Rybnik gebracht, wo er den Verletzungen erlag. Friedrichshain. Das Häusler Friedrich Mose'sche Ehevaar feierte das Fest der goldenen Hochzeit. Bei der Einsegnung in der evangelischen Kirche zu Steinseifersdorf wurde dem Jubelpaare das kaiserliche Gnadengeschenk überreicht. H a y n a u. Von einem furchtbaren Unfall betroffen wurde der 77jährige Vater des Vorwerksbesitzers Hauptmann von hier. Mit dem Einfahren von Rüben beschäftigt, gingen diePferde durch, und der betagte Mann gerieth unter die Räder, so daß er überfahren und ihm ein Bein vollständig zersplittert wurde. Laurahütte. Zu .ode verunglückt ist der Schlepper Karl Sowa von hier. Er wurde auf dem Knopfschacht durch einen stürzenden Stempel erschlagen. Mihulschütz. Der 25iährige Grubenarbeiter Beih aerieth mit seinem Vater in Streit und erschlug ihn mit der Axt. Der Mörder wurde verhaftet. R a t i b o r. Auf Schloß Tworkau bei Grafen Saurma - Jeltsch erstickten seine zum Besuch weilende Verwandte Maria von Michalowitsch und ihre Vegleiterin, beides Franziskanerinnen aus dem Annunziatenkloster bei Eichgraben Zn Niedervstreich, in ihrem Schlafzimmer durchAustritt von Kohlenoxydgas aus der kürzlich neu eingerichteten Heizanlage. S a g a n. Sein 50jähriges Dienstjubiläum feierteHauptsteueramts-Ren-dant, Rechnungsrath Köhler. Aus diesem Anlaß wurde ihm der Rothe Adlerorden mit der Zahl 50 verliehen. Provinz Fosen. P o s e n. Zu seinem 104. Geburtstage, den der hiesige Arbeiter Andreas Suwiczak beging, empfing derselbe vom Kaiser ein Gnadengeschenk von
j-'ou 'jjtaxi. 50a3 Geschenk wurde dem 1800 geborenen Manne, der also in drei Jahrhunderten gelebt hat, sammt einem Anschreiben durch den zuständigen Revierkommissär überreicht. Der Eisenbahnunterbeamter Meckert aus Dembsen bei Posen wurde auf der Kreuzburaer Strecke am Eichwalde von einem Zuge überfahren uno getödtet. Die Leiche wurde arg verstümmelt vorgefunden. B r o m b e r g. DerRaubmörderCegielski, der von dem hiesigen Schwurgericht zum Tode verurtheilt worden war, ist vom Kaiser zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt worden. I a n o w i tz. Kürzlich wurde der 22 Jahre alte Sohn des Landwirths Magenheimer aus Werkowo, als er nach Hause fuhr; von einem Vorarbeiter aus Nombtschin überfallen und mit einem Messer gestochen. Der junge Mann ist infolge des Stiches gestarben. Der Thäter ist ermittelt und verhaftet. L a b i s ch i n. Im gräflichen Walde in der Nähe des Wasserthurms entleibte sich der Arbeiter Michael Wierzchucki von hier. Er soll die That im Rausche aus Aerger über eine verlorene Axt ausgeführt haben. Frau und fünf kleine Kinder haben dadurch ihren Ernährer verloren. O st r o w o. Der vierzehnjäbriae Häuslersohn Joh. Wdowczyr aus dem Nachbardorfe Wiurek wurde dafür, daß er neulich seinen gleichaltrigen Freund Szymoniak mit einem Terzerol erschossen hat, wegen fahrlässiger Tödtung 'zu drei Wochen Gefängniß verurtheilt. T r e m e s s e n. Bei dem GutsverWalter Bräuer kam der Neffe desselden zu Tode, indem er während der Arbeit beim Oelen de? Dreschmaschine mit seinem Halstuch Zn die Klaue gerieth. Provinz Scrchfen. Magdeburg. Der Sckisfseigner Klar, der seit einiger Zeit verfchwunden war, ist am rechten Ufer der Elbe, etwa 300 Meter südlich der Berlin - Potsdam - Magdeburger Eifenbahnbrücke, als Leiche us dem Strom gezogen worden. Da Portemonnaie mit Inhalt, sowie Uhr mit Kette bei der Leiche vorgefunden, an der letzteren auch keine Verletzungen wahrzunehmen sind, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß er verunglückt ist. Alsleben. Der ' 53jährige Schiffseigner Heinrich Schreier, der mit seinem Kahne im Plauer Kanal gegenüber Neuwoltersdorf lag. wollte, nachdem er Einkäufe gemacht hatte, nach seinem Fahrzeug zurückkehren, rutschte öber, als er den Handkahn ergreifen wollte, aus und stürzte köpfüber in die Fluthen, aus denen er als Leiche herausgezogen wurde. E i s l e b e n. Die beiden Kinder des Arbeiters Böhme, dessen Frau sich kürzlich zu ertränken suchte, sind als Leichen aus der Saale gezogen worden. Die Frau, die bei ihrer Vernehmung angab, sie sei von ihrem Manne fortgesetzt mißhandelt worden, hatte die Kleinen in den Fluß geworfen, ehe sie den Selbstmordversuch verübte. Gr. - Ottersleben. In der Zichoriendarre des Oekonomen Reinhardt brach Feuer aus. Das Gebäude brannte gänzlich aus. Der Schaden ist beträchtlich. Halle. Vor' den Augen ihres Bräutigams, eines Architekten, ha! sirä die zwanzigjährige Tochter des Sparkassenrendanten Hallstadt auf offener Straße durch einen Schuß in den Mund getödtet. Korb et ha. Der Rangirer Hartung wurde überfahren und starb bereits auf dem Transport nach der Klinik in Halle. Mühlberg a. E. In der hiessgen Zuckerfabrik fiel ein schadhaft gewordenes Saugrohr, das entfernt werden sollte, mehrere Meter tief herab und traf den Arbeiter Wenzel aus Koßdorf so schwer, daß er erhebliche Verletzungen erlitt und ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Straßfurt. Auf dem hiesigen Verlepschacht verunglückte der Heuer Linsegang dadurch, daß er von herabfallenden Salzmassen am Kopf und an der Brust getroffen und so schwer verletzt wurde, daß er nach dem Krankenhause gebracht werden mußte. Sein Zustand ist sehr ernst. W i t t e r d a. Das Landwirth Frankesche Ehepaar feierte das Fest der goldenen Hochzeit; der Landesherr ließ dem Jubelpaar durch den OrtsPfarrer die goldene Ehejubiläums-Me-daille überreichen. Zeitz. Rangirer Paul Fiebig wurde beim Rangiren von einem Rangirzuge erfaßt, umgeworfen und überfahren. Der Tod trat auf der Stelle ein. ,
G edankensplitter. Eins hat die Häßlichkeit vor der Schönheit voraus, daß sie sich nämlich leichter conserviren läßt.' Einwand. Mutter: Glaub' mir, liebes Kind, gerade als junge Frau mußt Du öfters nach dem Rechten sehen... Junge Frau: Wozu ich habe ja jetzt schon den Rechten?! Großartig. Das war wohl eine großartigeHochzeit, die der Kreuzhofbauer abgehalten hat?" Na, ich sag' Ihnen, drei Tag' hat sie gedauert, und in der guten Stube hat extra ein Spezialarzt für Mogenkrankheiten ge-sessen!"
Vom Jnlande. Einer Statistik zufolge sind nicht weniger als 10.000 'geschickte Handwerker (3000 Zimmerleute,. 1800 Elektriker, 2000 Dekorateure, 500 Mosaikleger und 1000 Steinmetzen) in New Fork außer Arbeit. Es sind dies diejenigen, welche aus den Streiks übrig geblieben" sind. Ihre Plätze stnd durch Zuzug aus anderen Orten besetzt worden. Ein märchenhaftes Wachsihum hatte .kürzlich die Ortschaft Humble in Texas in Folge von OelEntdeckung. Ihre Einwohnerzahl stieg von zehn Menschen, welche vorher dort wohnten, auf die Höhe von 3.000. Vor wenigen Wochen wurdean dem Orte das erste Oel entdeckt, und mit Blitzesschnelle wanderten sofort 3,000 Menschen zur Niederlassung an die Fundstelle. Ein gewisser Chas. Prem o n t, - der Leiter der Galveston Ranch bei Alice Tex., hat dem General Stössel, dem Vertheidiger von Port Arthur, ein fettes Schwein als Weihnachtsgeschenk gesandt. Seine frühere Ueberzeugung, daß das Schwein seinen Bestimmungsort erreichen werde, hat. nachdem Gen. Stössel nach der Uebergabe Port Arthur's auf Ehrenwort nach Rußland zurückgekehrt ist, einen schweren Stoß erlitten. Auf den Vorschlag des General - Proviantkommissärs Gen. Weston hat der Kriegsminister Taft die Errichtung einer Schule für Bäckerei in Fort Riley in Kansas verfügt, in welcher mehrere Lehrlingsklassen der Reihe nach je vier Monate in der Kunst der Brodbereitung unterrichtet werden sollen. Jede Klasse wird aus achtzehn Mann, vier von der Cavallerie, vier von der Artillerie und zehn von der Jnfanteerie, bestehen. Nach Vollendung ihrer Lehrzeit werden die Bäcker verschiedenen Regimentern zugetheilt werden. Das Gesetz des Staates New Fork über Arbeitszeit von Väckern schwebt. jetzt . vor dem Oberbundesgericht.' Es handelt sich darum, ob das New Jorker Staatsgesetz, welches die wöchentliche Arbeitszeit der Bäcker - Arbeiter auf sechzig Stunden festsetzt, verfassungsmäßig ist oder nicht. Das Gesetz wurde von dem Nem Jorker obersten Appellhof mit vier gegen drei Stimmen für verfassungsmäßig erklärt, und unter den vier bejahenden Stimmen befand sich auch Oberrichter Parker, der spätere demokratische Präsidentschafts - Candidat. Gegen diese Entscheidung wurde von Gegnern dieses Gesetzes an's Oberbundesgericht appellirt. Mit großer Strenge wird neuerdings in New Jork die Verordnung gegen das Ausspucken durchgeführt. Dieser Tage hatte der Polizeirichter Crane über fünfzehn Spucker zu Gericht zu sitzen, die in einem Tunnel und am Eingang einer Brücke abgefaßt worden waren, als sie dort ausspuckten. Die meisten demselben waren gut gekleidet. Ihre verschiedenen Entschuldigungen, wie Unkenntniß, Erkältung, Gedankenlosigkeit u. s. w., schützten sie nicht vor Strafe; sie mußten alle je $2 blechen, bis auf Einen, der dem Richter . in klagendem Tone erzählte, er sei beschäftigungslos und habe Frau und Kinder zu ernähren, und dem daher die Strafe erlassen wurde. Die Anderen bezahlten die auferlegte Buße aus der Stelle. Eine unfreundliche Aufnähme wurde in Port Huron, Mich., dem 63 Jahre alten Matthew Jones zu Theil. Er wurde am letzten Weihnachtstage, nachdem er 19 Jahre wegen Brandstiftung in dem canadifcben Zuchthause zu Kingston, Ont., verbüßt hatte, begnadigt und in Freiheit gesetzt. Bei seiner Familie, die inzwischen nach Port Huron gezogen war, fand der entlassene Zuchthäusler aber wenig Sympathie. Seine Frau hatte sicb wieder verheirathet, und feine erwachsenen Kinder wollten von ihm Nichts wissen. Von der Noth getrieben, wendete er sich an den Armenhaus-Com-missär, und die Einwanderungs - Behörden, die auf den Fall aufmerksam gemacht wurden, ordneten die Zurückschickung des Mannes nach Canada an. EinevomVellevueHospit a l in New Fort nach der Morgue gebrachte Leiche, eines von No. 265 Bowery in sterbendem Zustande dem Hospital überwiesenen unbekannten Ätannes, der dort gestorben war, ohne Angaben über seine Person machen zu können, sollte kürzlich, nachdem sie inzwischen von Frau Beckie Simmons als die ihres seit einiger Zeit schon von ihr gesuchten 64 Jahre alten Mannes, des Dachdeckers Bernett Simmons, identificirt worden war, beerdigt werden. Die Jdentificirung war auch von dem Arbeitgeber des Dachdeckers bestätigt worden. Josie Simmons, die Tochter des Dachdeckers, bestand darauf, noch einmal einen letzten Blick auf den Todten zu werfen, und als sie nun, von ihrer Mutter begleitet, vor dem Sarge' in der Morgue stand und der Deckel zu Häupten der Leiche entfernt wurde, rief sie aus: Das ist nicht mein Papa." Sie blieb so unerschütterlich bei der Behauptung, daß das Begräbniß unterblieb. Die Tochter sagte, sie hätte einen aus Zelle No. 74, Blackwell's Island an sie gerichteten Brief von ihrem Vater, worin halb englisch, halb polnisch mitgetheilt wird, dafc er sich wohl befinde. '
Nleik Fabersack's Schreibebrief.
Ko. S76 EeLhrter Mister Edithorl So, jetzt sin mer Widder heim -in Appel Jack, Holie.Terrer Kauntie, un mir fühle tipp tapp. Ei tell juh, mer hen alle beide, das meint der Mister Mehr un mich, so e kleine Feckehschen arig nöthig gehabt; mer Ware so, was mer uff deutsch nenne duht: ganz daungeronnt. Un es war e feine Eidie, datz mer nach Neu - Jork sin. Was mer do alles gesehn hen, das duht einiges biete. Ich kann Jhne off Kohrs nit alles verzähle, was mer gesehn hen, bikahs das wär telling, awwer ich will Jhne doch noch eine Eckspierienz verzähle, wo Se" draus sehn könne, daß mer auch in Trubel komme kann, mitaus die geringste Jntenschen. Unser Ländlord Hot uns verschiedene Sache ausgepeunt, wo mer nit misse sollte, un schließlich Hot er auch gesagt, mer sollte emol nach den Platz gehn, wo die Emmigränts ankomme dehte; das wär arig interesting un wann ich e Buch an Neu - Jork schreiwe wollt, dann derft ich das nit misse; bikahs was ich dort in e Stund sehn dehr, das könnt ich an en annere Platz noch nit in acht Dag sehn. Sell misse mer sehn, Hot der Mister Mehr gesagt un mer sin denn auch hin. Der Ländlord Hot uns en Permitt verschafft, so daß mer an Vohrd von den Stiemer gedorft hen und den Weg hen mer alles ganz klohs sehn könne. Well, an den Boot sin so ebaut zwölf Hunnert Emmigr'änts gewese, wo ungefähr acht Hunnert viehmehle Persens wäre. Am mehrfchte hen mich die Eitelljiens interestet. Ei tell juh, die wäre all uffgefickst grad wie in die kammick Appereh; das Hot arig gut geguckt. Mir hen uns mit die Emmigränts uffgemickst un wann ich auch' die eitelljien Lengwitsch nit hen tahke könne, do hen ich mich doch ganz gut ausdrücke könne. Ich hen e ganze Latt Tschehnsch in mei Packet gehabt un do hen ich die gutguckigste Meedercher von gewwe. Ich hen for die Armuth immer ebbes iwwrig gehabt. Ich muß sage, ich hen for die arme junge Dinger arig viel Simmpethie gehabt, bikahs mer kann doch nie nit wisse, in was for Händ se komme un Neu-Jork is in die Lein arig wicked. Well, das Hot so ebaut e Stund un e halb genomme, do is einer von die Affissersch komme un Hot die Leut vor sich hin gedriwwe grad so wie e Heerd Kättel. Ich hen mich jetzt drücke wolle, awwer der Affisser Hot gesagt, es derft Niemand fortschnieke, ich müßt mitgehn. All mei Kicke Hot nnich kein' Gut gedahn UN do sin ich dann mit. Mer sin von den Boot errunner in e große Bilding geführt morde un dann is eins nach den annere in e Ruhm genomme worde un dann is immer die Diehr zugemacht . worde. Eine von die eitelljien Gehrls Hot sich immer bei mich gehalte un Hot mich ebbes zugewischpert: Sia il mio padre, la pregho. Ich hätt ja nit ausmache könne, was se gesagt Hot, awwer se Hot mich's uff en Schlipp Papier geschriwwe. Was es gemeint Hot, hen ich nit gewißt, awwer als en.poleiter Mann hen ich gesagt: Schuhr Ding! Wisse Se, ich hen gedenkt, se hätt Dorscht un ich sollt emol uffsetze. Well so bei un bei is das Meedche in den Ruhm gelosse worde un es Hot e lange Zeit genomme, bis se durch mit se wäre. Uff eemol is en Affisser eraus fomme un Hot mich gefrogt, ob ich der Pa von den junge Meedche wär, wo jetzt ecksämmind deht wer'n. Do hen ich gesagt, ei geß ei dont tink so. Er Hot awwer gesagt, das Meedche deht klehme, ich wär ihr Pa un do is mich erscht e Licht uffgange, was se zu mich gesagt Hot. Ich hen se doch kein Trubel mache wolle , un do hen ich gesagt: Das is so, das hätt ich puttienier vergesse. So ebbes kann eim ' fein Meind schlippe. Well, Hot der Feller gesagt, wann mer mit Jhne dorch sin, dann könne Se Ihre Dochter mitnemme. Ich hen mich gar nit genug wunnere könne, daß ich jetzt mit einmol e Dochter hen sollt, awwer Watts die Differenz, hen ich gedenkt, ich kann se ja Widder, verliere. Jetzt sin ich gerufe worde. In den Ruhm hen hinner en lange Tehbel so ebaut siwwe alte Fellersck gesosse un all hen se arig impohrtente Fehses gemacht. Einer is zu mich komme un Hot gesagt, ich sollt emol die Zung eraus strecke. Sell hen ich gedahn un er Hot mich dann den Pols gefühlt; en annere Hot alles uffgefchriwwe un ich wußt gar nit, was das meine duht. Dann Hot er gesagt, ich soll mich ondresse un do hen ich gekickt. Awwer in e Seckend sin vier Fellersch uff mich losgetschumpt un h:n mich mei Gelumps von mich gerisse. Dann hen se mich gemehschert un hen mich, gefühlt als wann ich e Rindvieh wär, wo an den Butscher
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verkauft sollt wer'n. Ich sin so mahd geworde, wie alles, awwer se hen mich gesagt, wann ich mich it behehfe deht, dann dehte se mich einronne. Ich hen' schuhr gedenkt, daß ich in en KrehsteHaus wär. Wie ich mich Widder andresse gedorft hen, do sin ich gefragt worde, wo ich hinwollt, un do hen ich gesagt, nach Appel Jack, Holie Terrer Kauntie. Was is Jhne Ihr Vißneß? sin ich gefragt worde un do hen ich gesagt: Ich sin der Scherriff von Holie Terrer Kauntie. Do is der Affisser awwer mähd geworde. Warum hen Se dann das nit reiteweg gesagt? Hot er mich gefragt. Wei, hen ich gesagt, Sie hen mich ja erscht diese Minnit nach gefragt. Was hen Sie denn ennihau for Bißneß bei die Emmigränts? Hot er mich gefragt un do hen ich ihn emol e Pics von mein Meind gewwe. Ich sin von den Gowwerment hierhergeschickt, worz, hen ich gesagt, for auszufinne, wie Sie die Piebels hier triete und jubettschuhr Buhts, ich mache en Riepohrt, daß Se sich all nach en annere Schapp umgucke könne. Do hätte Se awwer emol sehn solle, wie se do uff eemol so poleit gewese sin! Se hen einiges for mich gedahn, awwer ich sin stolz wie en Spanier autseit gange un hen se gar nit mehr angeguckt. Autseit Hot der Mister Mehr for mich gewart un mer sin so schnell wie möglich fort. Zwische Jhne un mich, ich sin froh gewese, wie mer Widder in die Trehn gesosse hen, bikahs es is doch kein Platz leik Hohm. Mit allerhand Riegards Juhrs Trulie, Meik Habersack, Eökweier un Scheriff von Apple JaS Holie Terrer Kauntie. Die Tücke deSObjektS.
Nichts steht so auf des Messers Schneide als die Aufrechterhaltung der Theater - Illusion beim Publikum. Die geringste Ursache, wie das 5erunterfallen eines Gegenstandes, der Fehltritt eines Schauspielers natürlich nur im wörtlichen, nicht im übertragenen Sinne kann denZuschauer im Nu aus der Stimmung 'reißen. Daß aber auch praktische Errungenschaften auf dem Gebiete der Bühnentechnik der Illusion zum Verderben werden können, das sollte der jugendliche Held und Liebhaber des Stadttheaters in Hagen zu seinem, des Regisseurs und Direktors nicht geringen Schrecken - erfahren. Das Corpus delicti war ein fogenannterVerwandlungsfchreibtifch. ein raffinirt construirtes Bühnenmöbel, das sich durch einen einfachen Druck auf einen Knopf in drei verschiedene Stilarten verwandein läßt. Man ist so in der Lage, innerhalb weniger Sekunden eine mit Möbeln versehene stabile Wohnungseinrichtung zu verwandeln. Man gab ein ziemlich verstaubtes bürgerliches Schauspiel, und das Milieu bildete ein Herrenzimmer im Barockstile. Die Scene zeigte einen erregten Disput zwischen dem Helden und seiner Braut im Hause des Brautvaters. Der Liebhaber oeräth in immer größere Erregung. er scblät im Eifer des Dialogs auf den Schreibtisch und trifft unglücklicherweise mit voller Wucht den ominösen Druckknopf. Sofort nahmen die Wände und Außentheile der Schiebladen eine seltsame Drehung vor, und da, wo vorher das ehrwürdige Barock - Möbel stand, prangte plötzlich ein Schreibtisch in schönstem Empire. Der Schauspieler bemühte sich nun, so diskret wie möglich mit Zuhilfenahme seiner Knie den tatns quo ante herzustellen. Im Publikum hatte man aber das Mißgeschick bald entdeckt, lachte unbändig, und mit dem Ernst des Schauspiels war es für diesen Abend . vorbei. Der betreffende Mime soll aber jetzt einen heillosen Schrecken vor Verwandlungsmöbeln haben. Russische Spielkartenstatistir. Der Spielteufel scheint alle Klassen in Rußland zu beherrschen. Nach einer offiziellen' Statistik werden im Reiche des Zaren über 2.000.000 Rubel jährlich für Spielkarten ausgegeben. Das Monopol für die Fabrik-, tion von Spielkarten gehört den Wohlthätigkeitsanstalten der Zarin Maria, die dadurch ein jährliches Einkommen von 1,700.000 Rubel haben, da die Kosten der Herstellung nur 300.000 Rubel betragen. EinVerein gegen Klatschsucht hat sich in Jnsterburg gebildet. Die Ziele desselben gehen dahin, der Klatsch- und Verleumdungssucht, die in der dortigen Stadt herrscht, entgegenzutreten und die gerichtliche Bestrafung verleumderischerElemente zu veranlassen. Zu diesem Zweck wird jede gehässige, verleumderische und achtungverletzende Aeußerung, von . der ein Mitglied' Kenntniß erhält, der betroffenen Person zur gerichtlichen Verfolgung mitgetheilt, wobei die Namen des Urhebers der Verleumdung bezw. des Verbrechers sowie die Zeugen genau bezeichnet werden. Die Mitglieder sind naturgemäß -verpflichtet, ihre Zugehörigkeit zum Verein streng geheim zu halten. Der Verein ist auch bereit, durch Gewährung von ProzeßkostenVorschüssen die Verleumdeten zu unterstützen. Maliziös. Während der Premiere meines neuesten Dramas kreischte plötzlich eine Dame: Feuer"! ... Glücklicherweise entstand aber keine Panik!" .So fest schlief alles?!"
