Indiana Tribüne, Volume 28, Number 130, Indianapolis, Marion County, 24 January 1905 — Page 4

Jttöttma Tribune, Januar isoS.

y P vs A AAA fXVVVVVV AY O öS II n II T lW VV vvwv Zeitigt geharnischte Beschluffe gegen Mucker - Gesehgebung. Theilen des Staates. Begeifterts Botschaften aus allen

Die

kVsO i

NWbes

mm

.

Der große Saal deö Deutschen Hau seS war gestern Abend, der SammelPlatz des liberalen Elementes unserer Stadt. ' C5 galt, Protest zu erheben gegen weitere Knechtung der Einwohnerschaft deö Staates durch die Mucker. Der Präsident des StaatSVerbandeS deutscher Vereine. Herr Joseph Keller, eröffnete die Versammlung mit folgen' den markigen Worten: Geehrte Damen und Mitbürger! Im Namen der Executive des StaatsVerbandes deutscher Vereine von In diana, im Namen des Vorstandes deut scher Vereine von Indianapolis erkläre ich diese Versammlung für eröffnet. . Wiederum beqinnen unheimliche Fin fterlinge zu wühlen und abermals hab:n liberal gesinnte Bürger sich zu weh ren gegen ZwangSmaßregeln, die in der gegenwärtigen Legislatur zum e fetze erhoben werden sollen. Stellung zu nehmen gegen Gesetze, die den freien Umgang deö Bürgers hemmen und die persönliche Freiheit gefährden, ist eine der ersten Pflichten, die sich der Deutsch. Amerikanische Nationalbund gestellt hat. und Pflicht zu üben, haben wir versprochen. . Durch diese heutige Demon? stration vollen wir beweisen, daß wir Stellung nehmen gegen gewisse infame Maßregeln, die gegenwärtig in den Hallen unserer Eesetzgebug vorliegen. Jeder Versuch zur Beschränkung der persönlichen Freiheit ist ein Eingriff in die Grundsätze, welche der Unabhän giSkeitZ . Erklärung unserer Republik zur BasiS dienen. Jeder Sieg der Liebäugle? der Prohibition ist ein wei terer Schlag gegen die persönliche Frei heit, gegen gesunden Menschenverstand und gegen eine von Heuchelei und deren Konsequenzen freies Volksleben; wo

gegen jede Niederlage ein Bahnbrecher freier Lebensanschauung ist. Wenn doch diese Herren das verstehen möchten, oder ehrlich genug wären es zu verstehen, daß jede durch Zwangs gestze geschaffene Mor a l z u r Entsittlichung der Menschen führt.. Meine Herren ! Wir müssen kämpfen gegen Gesetze oder Vorlagen, die alS Monument puritanischer Unduld. samkeit unsere StaatSgesetze verunzieren oder -zu besudeln drohen und die von heuchlerischen Zeloten gebraucht werden, um friedliche Bürger ihrer per. sönlichen Freiheit zu berauben. ' Als Mitglieder des Verbandes Deut scher Vereine, als freie Bürger, ist eS unsere heiligste Aufgabe und Ehren fache, weitererzVerschärfung der Tem perenz.Gesetze energisch Einhalt zu gebieten, wir müssen zeigen, daß wir uns weitere Vergewaltigung nicht gefallen lassen wollen. Der erste Redner wird zuerst über diese brennenden Fragen und zwar in englischer Sprache reden, um die Sentimente dieser Versammlung in die weitesten Schichten der Bevölkerung zu tragen. Nachdem der enthusiastisch? Beifall, welcher der Ansprache folgte, verhallt war, stellte Herr Keller Herrn Philip Rappaport vor, der in englischerSprache eine interessante Ansprache hielt welche vielen Beifall fand. Während der Redner sprach, langten eine große Anzahl von Depeschen aus allen Theilen deö Staates an. Herrn Joseph Keller an, welche Herr Keller unter riesigemZEnthufiaSmuS vorlas. Der nächste Redner war Herr Otto Stechhan. Herr Stechhan fesselte das Publikum, bis zum Schluß'feineS Vor träges, der mit folgenden Worten schloß: Je schwerer der Druck auf den Spiri tuosen Handel, desto höher müssen auch mit ver Zeit die Steuern für öffentliche Schulzwecke werden, und gerade hier ist der wichtige Punkt wo wir den Herrn LegiZlatoren die Augen öffnen müssen. Seitdem das Vereins und ClubWesen solch große Dimensionen, besonders in den großen Städten angenommen, ist es schwierig das intelligente, das sogenannte bsssere Element, welches Eindruck fähig wäre, in der Erörternng von öffentlichen Angelegenheiten zu ge winnen, besonders solche von dem Eharakter wie er unS heute Abend hier zu sammen gebracht.

Das Vereins- oder Clubmitglied, komme was da will, seiner Ans i ch t n a ch, sitzt im Trocknen, kann in Frieden sein Gläschen leeren und darf unter dem schirmenden Arm deS Vereins so ungefähr thun und laffen waS er will. Er läßt unseren Herrgott einen guten Mann sein, und ob es Andere giebt welche nicht das Privi legium besitzen was ihm bescheert, und womöglich dafür streiten müssen Ge legenheit zu haben ein Glas Bier zu trinken, ist ihm Einerlei. Er läßt sich nur mit vieler Mühe aus seinem Pfl-gma rütteln und für eine Sache begeistern wenn nicht seine persönlichen Interessen dabei im Spiele sind. Hierin liegt die größte Gefahr, und sollte eS mich nicht wundern, daß in Folge dieser Anthipatie, wir alles dessen verlustig werden, was wir mit großen Opfern und vieler Mühe der einst errungen, besonders wenn wir noch den Umstand in Betracht ziehen, daß wir in diesem Kampfe zum größeren Theil nur auf die Unterstützung der Deutschen angewiesen sind, worunter leider anch noch viele sich befinden, welche absolut keinen Sinn sür unsere Bestrebung haben, und kurzweg bedeuten. wie sie sich ausdrücken, daß die Brauer in welcher Richtnng sie ihre Stimmen abgeben sollen, leider nicht immer im Interesse deS Volkes oder deS Staates, sondern in erster Reihe ob ihre persönlichen politischen Aspira tionen dadurch gefördert werden oder nicht, und ich glaub? mich nicht zu irren, wenn ich annehme, das die Iln terftützung der Temperenzgefetze wie sie eingereicht worden sind, als nicht beson derö vortheilhaft für sie persönlich be trachtet wird. Indem. eS vollständig erwiesen ist, daß die menschliche Natur eineS Stär-

kungsmittels bedarf, dadurch bestätigt, daß selbst; die civilisirtesten Völker sich entweder aus Jrüch!en, Wurzeln oder Pflanzen ein Getränk bereiten, welches diesem Bedürfnisse entspricht, ist eS im möglich in Folge, durch Gesetze diesen natürlichen Drang zu hemmen, oder sogar auszumerzen. ES werden sich immer Mittel und Wege finden, der Natur gerecht zu werden und indem dies nun einmal so ist, trotz der Ausartungen, welcher dieser Trieb zu Folge hat, so müssen wir dies nothwendige Uebel so gut es eben geht, zu controlliren suchen, und unseren Bedürfnissen und alt hergebrachten Gewohnheiten zu gleicher Zeit gerecht zu werden. DieS ist ja auch all.'-, was wir verlangen, und hat eS gewiß schon die Erfahrung, besonders in diesem Lande, gelehrt, daß nur durch eine vernünftige Behandlung dieser Frage, sie richtig gelöst werden kann. Ich glaube, daß die Serbin dung der Deutschen Vereine, nicht allein bloS in dieser Stadt, sondern im gern zen Staate, in der Bekämpfung der Uebergrisse der Mucker und Fanatiker Bedeutendes leisten kannt, denn be kanntlich macht Einigkeit stark, und hoffe ich, daß die sich bietende Gelegen heit, den StockAmerikanern zu zeigen, daß auch mit dem denkenden Contin gent gerechnet werden muß, nicht unbe nützt vorüber gehen wird. Als der Redner geendet hatte, ersuchte Präsident Keller das Legislativ Comite des Staats . Verbandes, die Herren Aug. M. Kühn, Capt. Jacob Vieler, F. Francke. Wm. Rieß und Jacob Loeper geeignete Beschlüsse vor zubereiten. Herr Phil. Rappaport wurde von Herrn Keller ersucht, sich dem Comite anzuschließen. Während sich das Comite an die Ar beit begab, unterhielt Herr Peter Wall rath, der Redacttur deö .Sternenban ner", die Anwesenden mit einer zwar sachlichen, aber humordurchwürzten Rede über TemperenZ'Gesetzgebung.. Als er geendet, erschien das Leglsla tiv.Comite und Herr Jacob Vieler verlas Die officiellen Beschlüsse deSStaatsverbandeS deutscher Vereine. Der StaatSverband deutscher Ber eine von Jndiana nahm in seiner, em gestrigen Tage im Deutschen Hause von Indianapolis abgehaltenen Müssender

sammlung -einstimmig die folgenden Beschlüsse an, die der 64. Versamm lung der StaatS'LegiSlatur von In diana, die jetzt im StaatSgebäude tagt, unterbreitet werden sollen: Da eS uns durch diePresse des Lan deS bekannt gemacht wurde, daß von verschiedenen Ssiten verZucht wird, eine weitere Temperenz-Gesetzgebung zu veranlassen, erklären wir hiermit, daß das Zustandekommen einer solchen a gen den Willen von vielen Bürgern verstoßen würde und schwer die persön liche Freiheit, die jedem Bürger durch die Constitution deS Landes verbürgt wird, bedrohen würde. Als deutsch amerikanische Bürger deS Staates stehen wir keinem nach, in der Billigung und dem Verlangen nach guten Temperenz Gesetzen, die die Heiligkeit und Reinheit unserer Fami lien mit Decenz und Ordnung im Staate aufrechterhalten, aber bitter lichst bekämpfen wir die Annahme eines Gesetzes, das die Rechte unserer persönlichen Freiheit zerstört. Zur Sicherung dieser Rechte haben wir uns zusammengeschaart und stehen fest verbunden als ein einiges Gan zes da. ES erscheint uns, daß ein Element unserer Bürger, so stark äu Mitglie derzahl, wie die deutschamerikanische Vereinigung von Jndiana, mit einer Mitgliederzahl von50,000 und darüber, berechtigt ist, vor der Gesetzgebenden Körperschaft zu erscheinen um die Ge fühle, welche wir bezüglich dieser Vor lagen hegen, bekannt zu. geben, ehe dieselben als Gesetze angenommen wer den. Wir sind der Ueberzeugung, ein

Eingriff in die Rechte ist und wir 6e streiten selbst daS Recht der Majorität der Bürger der Minderheit in aus schließlich persönlichen undPrivatsachen, Nnrffri Ftt in mnrhen - WVylll jJH .IMMffc... jj, In anderen Worten, während Jeder mann zugesteht, daß in Sachen, welche die Wohlfahrt des Landes im allgemei nen angehen, die Mehrheit entscheiden soll, hat die Mehrheit doch kein Recht, der Minderheit bezüglich ihreS EssenS und Trinkens Vorschriften zu machen noch derselben bezüglich der Ausübung ausschließlich persönlicher Rechte zu dik tiren. Diese Sorte Gesztzgedung ist unserer Meinung nach zuweitgehend und, wie eS mit derartigen Gesetzen, für welche dieselbe ein Vorläufer ist, meist geschieht, würden dieselben nie malS zur Durchführung gelangen. Aus diesem Grunde glauben wir, daß ein Gesetz, welches nicht scharf durchgeführt werden kann und welches zur Mißachtung 'der Gesetze und zur Verletzung der Regeli der Regierung führt, nicht zur Besserung der Bürger berechnet ist und durch sich selbst die Znucke der Gesetzgebung zerstört. Derartige Vorlagen sind anstößig, weil dieselben eine Verkürzung der per sönlichen Freiheit bedeuten. Wir wa ren ssetS der Anficht, daß derartige moralische Reformen sich am besten durch Bildung und andere veredelnde Ein flösse erreichen' lassen. Wir Deutsch Amerikaner erlaubten unserer Liebe zum Essen und Trinken niemals, in Unmäßigkeit auszuarten, noch sich dem Gemeinwohle hindernd in den Weg zu stellen, und wir erachten die schwebenden Gesetzesvoxlagen als einen unge rechten. Eingriff in unsere ManneS rechte und in der Menschen Freiheiten, und als die am meisten irreleiteuden und ungerechtesten Maßnahmen, die je der Legislatur vorlagen. Daher sei eS beschlossen, daß die deutschamerikanlsche Vereinigung von Jndiana die Mitglieder deS 64. Reprä fentantenhaufes ersucht, nicht für diese Maßnahmen zu stimmen und ihren be sten Einfluß zur Geltung zu bringen, die Vorlagen zu verwersen." Joseph Keller, Präsident deS Staatsverbandes von Jndiana. Häufiger Applaus unterbrach die Verlesung der Beschlüsse, dann wurden aus Antrag aus der Mitte deö Publi kmnS die Beschlüsse enthusiastisch und einstimmig angenommen und bestimmt, daß je eine Abschrift heute den beiden Zweigen der Legislatur überreicht wer dm sollen.

DaS folgende von Phil. Rappaport abgefaßte Memorial wurde sodann der Versammlung vorgelegt und ange nommen. An die Majoritäts-Mitglieder der 64. General'Versammlung deS Staa teS Jndiana. Geehrte Herren! Der Verband Deutscher Vereine ist eine Organisation, welche den Zweck hat. die besonderen Interessen der Deut schen zu wahren. ES ist lkeine politi sche Organisation. Er besteht auS Ge sangvereinen, Turnvereinen, Wohl thätigkeits.Vereinen u. s. w. Diese Vereine handeln durch Delegaten, welche von Zeit zu Zeit zusammenkom men und die Körperschaft des .Bundes bilden. ES giebt wenig deutsche Ver eine im Staate, die nicht dazu gehören und von den zahlreichen Vereine der Stadt Indianapolis steht nicht einer außerhalb desselben. Wir sind des halb vollauf berechtigt zu sagen, daß dieser Bund die Ansichten der Deut schen des Staates vertritt und berech tigt ist, im Namen der starken deutschn

Bevölkerung des Staates zu sprechen. ES ist allgemein bekannt, daß die Deutschen unsere eigenen Ansichten in Bezug auf Temperenz Gesetzgebung haben und daß sie Gegner jeder Ein Mischung des. Gesetzes in Sachen priva ter Natur, aus ethischen wie auS pra! tischen Gründen sind. ES kann im Allgemeinen gesagt werden, daß Temperenzgefetzgebung so weit praktisch mehr die Unmäßigkeit a!S die Mäßigkeit gefördert hat. Indeß, eS ist nicht unsere. Absicht. Ihnen einen Vortrag über Temperenz gesetzgebung zu halten, wir wollen Ihnen lediglich zu wissen thun, daß wir mit großem Mißtrauen die Bewegung zu-Gunften weiterer Verschärfung der Temperenzgefetze betrachten, und . wir wollen Sie keinen Augenblick darüber in Zweifel lassen, daß 'wir von Grund aus dagegen sind. Bei der letzten Versammlung der De legaten zum Verbände, wurde ein Be schluß gegen weitere Temperenzgesetz gebung angenommen und ein Comite ernannt, um diesem Beschlusse Wirkung zu verleihen. v Diese Adresse ist das Resultat eines Berichtes des Comites an eine am letz ten Montage ' stattgefundene Massenversammlung und von dieser gutge heißen. Zugleich mit unserer Ansicht wollen wir Ihnen Mittheilungen über die Be fürchtungen machen, die wir hegen und Sie an einige Begebenheiten erinnern, die sich vor dreißig Jahren ereigneten. Im Jahre 1873 passirte die LegiS latur ein Gesetz, unter welchem daS Ge such um Erlaubniß zum Verkaufe von Getränken von einer Mehrheit der Stimmgeber der Ward oder des Town fhips unterzeichnet fein mußte. ES wird jetzt versucht, ein ähnliches Gesetz einzuführen. .DaS Gesetz von 1873 ist unter dem Namen deS BaxterGesetzeS bekannt. ES war den Deutschen so widerwärtig, daß sie sich, kaum nachdem es in Kraft ge treten.war, über den ganzen Staat hin organifirten und den Bund für Freiheit und Recht , gründeten, um den Wider ruf deö Gesetzes herbeizuführen. 'Die Legislatur von 1873 hatte eine republikanische Mehrheit, der Verfasser dep ' Baxter Gesetzes war ein Re publikaner.' Was folgte? In der Wahl von 1874 unterstützten die wohlrganifirten Deut schen die Demokraten und ein riesiger Sieg war die Folge. DaS Erste, was darauf die Legislatur von 1875 that, war der Widerruf des Baxter Ge fetzeS und Pafsirung eines vernünftigen LizinS.GefetzeS. Darnach ruhte die Temperenzagitatlon eine Weile, bald aber lieben unsere Gesetzgeber den Tem perenzlern wieder ein williges Ohr und verschärften daS Gesetz mehrere Male, bis schließlich daS NicholsonGesetz ein geführt wurde. Obwohl daS deutsche Element daS Nicholson'Gesetz mit sehr ungünstigen Augen ansah, verhielt eS sich doch ruhig. Nun . aber, da wir sehen, daß die Temperenzler um so mehr verlan

gen, je mehr man ihnen giebt, weil ihre Gesetze stets um so unwirksamer sind, je strenger sie sind, sind wir ert schieden der Meinung, daß eS genug ist. und daß keine weitere Temperenzgesetz gebung erfolgen sollte. Wir deabsich. tigen jeder Gesetzgebung zu opponiren, die keine weite Wirkung haben kann, alS die Zahl der Plätze zu vergrößern, an welchen berauschende Getränke im Geheimen verkauft werden. Zwanzig Jahre lang haben wir schweigend zugesehen, wie unsere Gesetz' gebe? die stetigen Forderungen deS TemperenzelementeS bewilligten. Jetzt ersuchen wir, auch die Ansichten einer Klasse von Bürgern zu berücksichtigen, die anderer Ansicht find, als die Tem perenzler. Die Deutschen find geseVliebende Bür ger, deren Ansichten berücksichtigens werth sind und- die sich für bessere Freunde der Mäßigkeit halten, als Die jenigen, welche glauben, diß Gebräuche und Sitten durch daS Gesetz beherrscht werden können. Wir sind entschieden gegen jedes Ge setz, daS die Heimlichkeit und Heuchelei

fordert. Was wir thun werden, falls dem Staate weitere Temperenzgefetze aufge bürdet wird, das haben wir noch nicht erwogen. Indeß wir wollen Sie da rauf aufmerksam machen, daß eö in Ihrer Macht liegt, durch Ihr Verfah ren eine Wiederholung der Vorgänge von 1874, und die Möglichkeit der Aufhebung des Nicholson Gesetzes her beizuführen oder zu vermeiden. Vielleicht erinnern Sie sich, daß es in den Siebziger Jahren waren, daß die Deutschen anfingen, die republika nische Partei in Masse zu verlassen. und zwar in Folge ihrer Tendenz in der Richtung ihnen widerwärtiger Temperenzgesetzgebung. Wir hegen die Befürchtung daß die Partei wieder die alten Wege einschlägt. Ist eö nöthig für unS, . Sie an die Folgen zu erinnern, welche die Passi rung eines ProhibitionSAmendementö jm Jahre 1831 durch eine republikani sche Legislatur hatte? Jm gewöhnlichen Laufe der Dinge der Politik außerhalb der Thätigkeit dieser Verbindung, denn politisch find wir nicht Deutsche, sondern amenkamsche Bürger, Jeder mit seiner eigenen politischen Meinung. Hier aber ist eine Sache, in welcher wir gleich fühlen und denken und bereit find, einstimmig zu handeln. Nun hielt noch Herr Leo Rappaport eine interessante Ansprache, die bewies. daß er der vorliegenden Frage viel Studium gewidmet hatte. Er wurde durch reichen Beifall belohnt. Die Versammlung kam nun zum packenden Schluß als auf Ersuchen des Vorsitzer, Herr Rieß die Anwesenden aufforderte, mit lautem Protestruf die denkwürdige Versammlung zu schlie ßen. Donnernd erscholl der Protest und sein Echo wird zu den Ohren der Mucker dringen. Die Telegramme. Ein Theil der Telegramme, welche neben einer SympathieAdresse von 150 Bürgern von New Albany an die Vev sammlung gelangten, lassen wir im Wortlaut folgen weil sie am markante sten der Stimmung im Staate AuS druck verleihen. E v a n S v 1 1 1 1. Ein kräftiger Protest gegen das vor geschlagene Temperenzgesetz wird den herzlichen Beifall der Deutschen im gan zen Staate finden. L. Hermann. ES wurde unS von hervorragenden Parteiführern versichert, eS würden in dieser Session keine neuen Temperenz Gesetze erlassen werden. Wenn dieses Versprechen gebrochen wird, werden die Deutschen dieser Stadt sich dieser That fache lange erinnern. Rosentbal & Kübler. Drucker und Herausgeber. Ich hoffe, die Versammlung der Deutschen am Montag'Abend wird die Worte nicht zu schwach wählen, um das Gefühl jedes loyalen Deutfch.Amerika nerS bezüglich der Temperenz-Gefetze auszudrücken. - A. Lange, Pastor der Protestan tischen St. Josephs'Kirche. Ich bin entschieden gegen jede Aende rung im- gegenwärtigen Getränke Gesetze. F. W. Reiz.

Ich bin dasür, das gegenwärtige Getrünke.Gesetz unverändert zu lassen. Ferd. E. Becker. Unvernünftige und fanatische Tem perenz.Gesetze werden von den Deut schen deö Staates übel aufgenommen werden. Ich hoffe, diesem Gesühle wird in der Versammlung ein nicht mißzuverstehender Ausdruck gegeben. Wm. Rahm. Als alter deutscher Bürger proteftire ich gegen weitere Xemperenzesetzge bung. LouiSEberts. Vertreten Sie meinen Protest gegen weitere TemperenZ'Gesetzgebung. Leo Kevelordes. Aufrichtig wünsche ich. daß . keine weiteren Temperenz . Gesetzgebungen angenommen werden. Jno Bett. Ich beglückwünsche Sie zu der Ein berufung der Massen.Proteftverfamm luna. ht hl Stfflimn hpr SVnUA

aegen die Temperenz.Bewegung in der Legislatur klarstellen wird. C. I. Scholz. Jü? die größten Fanatiker ist das bestehende Nicholson'Gesetz völlig zu friedenstellend, falls eö durchgeführt wird. L. Stoltz. Ich gratuliere Ihnen zu dem noblen Stande, den Sie in Ihrer Bewegung ergriFen haben. I. W. Lunkenheimer Ich opponire weiterer Temperen Gesetzgebung. F. Loheff. Die Temperenzgefetze unseres StaateS sollten nicht weiter verändert werden. Geo. T. Schultze. Nach meiner Ansicht sollte gegen weitere TemperenZ'Gesetzgebung pro teftirt werden. John Rheinländer. . - Ich stimme gegen eine weitere Tem perenZ'Gesetzgebung. Nach meiner Ansicht sollte in dieser Beziehung nichts geschehen. F. Schwennemann. Die DeutschAmerikaner von CvanL ville sympathisiren mit Ihrem Unternehmen. Wir stehen für persönliche RrtihtH irnh tmAor h? nMitihiXMH (jviy. v ivytvt vit HllltlVUllltll Temperenzgefetze schärfer als noth wendig. Gesetze sollten ehrliche und aufrichtige Geschäftsleute schützen, und Spelunken ausrotten, nicht aber alle in ein und dieselbe Klasse versetzen. Peter Waller, Redacteur des Sternenbanners. Ich hoffe, daß die Versammlung, über die zu Präsidiren Sie die Ehre ha. ben werden, den Zweck erreichenwird, den die Veranstalter erwarten. ynst Kanzler. Ich bin positiv gegen alle weiteren Temperenzgefetze; die Mitglieder der Legislatur von unserem Countv haben versprochen, treulich allen solchen Maß regeln zu opponiren. Carl Lananer. Herausgeberund Redacteur von In. omna Post' und Anzeiger. " Die Deutschen dieser Stadt sind ein stimmig gegen Annahme der Guirl Bill. Philipp Grill. ES ist nicht genug mit dem Niüolson'Gesetz. Die Versammlung soll denen, die in Kontrolle sind, eine War nung geben, nicht zu weit zu gehen. I. G.Lannert ck Son. Ich hoffe die Versammlung der deutschen Vereine wird entschiedene Stellung gegen ,ede wettere fanatische TemperenzGesetze nehmen. Henn & Speck Co. . Philipp Speck. Fort Wayne. Ich versichere Sie meiner benlicben Cooperation in Ihrer Maknadme acgen die Guirl Bill. Das gegenwür tlge NtcholsoN'Gesetz genügt den Spiri tuosenhandel zu reauliren und das All gemeinwohl zu schützen. - L. C. Zollinger. Ich wünsche Ihnen Glück in Ihrem Unternehmen, die bissigen Angriffe ein! ger Fanatiker aus die persönliche Frei heit der Mehrzahl der Bürger von In diana zu bekämpfen. W. C. Raftetter. Ich proteftire energisch gegen die Annähme der Guirl'schen oder einer ühn lichen Bill, dieselben gereichen unserem Staate zur Schande. LouiS Hazzand. Wo verbleiben die Grundsüöe der republikanischen Partei; wmn unsere Legislatur die Guirl'S oder ähnliche Bills annimmt? Dr. Carl Schilling. Vor 30 Jahren erhoben sich die Deutschen gegen das Barter.Gesetz. Vor 20 Jahren bekämpften wir Prohi bition, laßt uns alle gemeinsam diese infame Guirl Bill bekämpfen und Sieg wird mit uns fein. Hermann Mackwitz, Erster Vice.Prüsident des deutschen Verbandes in Jndiana.