Indiana Tribüne, Volume 28, Number 129, Indianapolis, Marion County, 23 January 1905 — Page 7
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Hinter vcrschlnsscttcn f r 2 ilijiiuu - . 5 J Hx llonun vsn Pal d'Aigremont 5 rt?4rCrkiic&c&Gtt'frk& t (Fortsetzung.) Neveille war Ingenieur von Fach," erwiderte sie gelassen, und sein Nachfolger sollte das nach meiner Meinung auch sein." Ader Herr Cyclos, sein Vorgänger, ist es auch nicht gewesen, und doch gingen die Geschäfte nie besser als unter seiner Administration." Das war wiederum etwas ganz anderes. Cyclos war ein Schüler meines 'Vaters. Seine Intelligenz war ebenso hervorragend wie feine Treue erprobt. Er war sozusagen der Reflex meines Vaters und wußte, was dieser wollte, bevor er noch ein Wort gesprochen hatte." Und bei mir würde das nicht der Fall sein, meinen Sie?" Das ist wie Tag und Nacht." erklärte die Marquise, mit den Schultern zuckend. Cyclos arbeitete nur für uns; Sie dagegen würden nur in Ihrem eigenen Interesse thätig sein. Ich bin fest überzeugt, daß wenige Jahre nach dem Rücktritt oder dem Tode meines Vaters die ganze Fabrik Ihnen gehören würde." Es kochte in Gratien, ingrimmig , ballte er die Fäuste. Sie hassen mich also?" stiek er bervor. Nein, ich verachte Sie," lautete die kalte Antwort. Ter Graf sprang auf, als ob er einen Schlag in's Gesicht empfangen hätte; seine Züge verzerrten sich. Sie haben bei meinem Vater eine Stellung, die Ihnen jedes Jahr ein kleines Vermögen einbringt. Seien Sie damit zufrieden, denn eine andere werden Sie niemals bekommen." Ist das Ihr letztes Wort?" Unbedingt." Ah, nehmen Sie sich in acht,' nehmen Sie sich in acht!" Mit einer stolzen Geberde erhob Laure sich jetzt von ihrem Sessel. Wovor soll ich mich denn in acht nehmen?" fragte sie wegwerfend. In dem Briefe, den ich heute von Ihnen erhielt, haben Sie schon eine ähnliche Drohung ausgesprochen. Sie seben, wie kalt mich das läßt." Und mit einem spöttischen Lachen fügte sie hinzu: Glücklicherweise genügt der bloße Wille nicht, um eine unbequeme Person zu beseitigen. Herr Schwager sonst allerdings " Sie verstummte bei dem Eintritt eines Dieners, der meldete, daß angerichtet sei und daß der Marquis seine Gemahlin und seinen Bruder im Speisesaale erwarte. Mit wunderbarer Selbstbeherrschung zwang Laure in Gegenwart des Lakaien ein Lächeln auf ihre Lippen. Sie nahm den Arm des Grafen, der noch vor verhaltener Wuth bebte, und begab sich in ihrer gewohnten Haltung an seiner Seite nach dem Speisesaal, wo außer ihrem Gemahl und -seinem Sekretär noch der Abbe Perrin, Pfarrer von Ailly, der zugleich auch der Schloßgeistliche von Saint-Luc war, der junge Doktor Bordier, sowie Violette und Reine-Marie versammelt waren. Inmitten des mit vornehmer Pracht ausgestatteten Raumes war die Tafel gedeckt. In dem hellen Licht der Krönleuchte? und Kandelaber funkelten die 'schwcrsilbernen Tafelaufsätze und die kostbaren Kristallgefäße. Förmlich überladen war der Tisch mit blühenden Blumen, welche die Marquise leidenschaftlich liebte und immer frisch von "Nizza kommen ließ. Die Rosen, Heliotropen und Tuberosen verbreiteten einen beinahe betäubenden Duft im Saale. Während Laure die Gäste begrüßte, suchten Grc.tiens Blicke Violette. Sie stand mit Reine-Marie in einer Ecke. Als die durchdringenden Augen ihres Vetters sich fest auf sie richteten, ging ein Zittern durch ihre Gestalt, und in ihren Zügen zuckte es nervös. Sie mußte sich auf die Lehne eines neben ihr an der Wand stehenden Segels stützen und schloß die Augen. Als sie sie wieder öffnete, stand Gratien, dem ihr Verhalten nicht entgangen war, vor ihr. Flöße ich Dir Furcht ein, Violette? flüsterte er ihr zu. Sie versuchte zu lächeln, während sie verneinend den Kopf schüttelte, allein der leidende Ausdruck schwand nicht aus ihrem blassen Antlitz. Weshalb fragst Du so?" erwiderte sie. Weil ich Dich plötzlich blaß werden sah. als ich auf Dich zukam. " Es ist heiß hier." entgegnete Violette ihrem Vetter. Und die Blumen, die die Marquise so gern hat, machen mir Kopfschmerzen. .So lan sie doch fortnehmen," ver setzte Gratien mit etwas lauterer Stimme, da Reine inzwischen an den Tiscb aetreten war. Habe ich ein Recht dazu? Es ist tbörlÄt. so etwas zu saaen. Du bist viel zu gut, daß Du Dich obne Weiteres einem solchen Despotismus fügst. Uno dabei bist Du tausendmal schöner und vornehmer ais dtt Marauise von gestern, die Still, Gratien, ich will so etwas . . ... . . . m z u. ii nicht hören!" antwortete zmoiene, im der Sand über die Stirn fahrend. Fühlst Du Dich unwohl?" fragte er - . - w . . V . . r sie fortwährend iHari im ÄUge oeyar tend.
Nur etwas Kopfweh, wie ich Dir
schon sagte. Aber rede nicht sö auf mich ein, das ist mir peinlich." In demselben Augenblick tönte zu
ihnen Laurcs Stimme herüber: Fräulem, wenn Sie meinem Schwager iü) zu setzen erlauben, so wird er seinen Platz einnehmen." Violette erblaßte noch mehr unter dieser Zurechtweisung. Aber so laß mich doch!" murmelte sie, den Thränen nahe. Und während Gratien sich fc eilte, zu dem Stuhle neben iemer Schwägerin zu gelangen, setzte sich das unge Madchen neben den Pfarrer, der eise, wie tröstend, ihre Hand drückte und dann eifrig mit ihr plauderte, um sie. auf andere. Gedanken zu bringen. An dem oberen Theile der Tafel hatte inzwischen der Marquis das Gesprach auf einige neue Funde gelenkt, die er m September gemacht hatte. . Der Fundort war eine verfallene Abtei bei dem ihm gleichfalls gehörigen Schloß Lauzia in der Gascogne gewesen. In einem Thurm des alten Gemäuers hatte der Marquis mehrere Kisten mit alten Dokumenten entdeckt, an deren Prüfung er nun mit semem Sekretär Bissus eifrig arbeitete. Doktor Bordier hörte ihm aufmerksam zu, wahrend Gratien sich tödtlich langweilte, was der Marquis jedoch nicht bemerkte. Und Du darfst es mir nicht aoschlaaen, liebe Laure" rief er aam begei stert von seinem Gegenstande, daß wir vor unserer Uebersiedelung nach Paris noch einen kleinen Ausflug nach Tauzia machen, in dessen Umgebung sicherlich noch mehr Schätze zu heben sind." Sehr aern. Horace. wenn Dir daran gelegen ist," antwortete die Marquise liebenswürdig.' wie sie fast stets ihrem Manne gegenüber sich zeigte, aber unter der Bedingung, daß wn Beide allein reisen." Ohne Violette und Rcwe-Marie?" fragte der Marauis betroffen. Seme Gemahlin Nickte schweigend mit dem Kopfe. Die Frau Marquise hat durchaus recht." bemerkte Violette. Dies viele Hin- und Herreisen ist nichts für ReineVJCaut, oeren unierriazi cm treuen wi i I jt i i r jf darunter leidet. Es ist besser, wenn wir Beide so lange hier bleiben." Aber Du liebst doch die Gascogne so sehr, in der Du geboren bist. Du könntest mir dort, wie früher, alte Scharteken entziffern helfen," meinte der Marquis lächelnd. Reine - Mane geht selbstredend allem anderen vor," versetzte Violette mit einem kaum wahrnehmbaren Zucken um die feinen Lippen. Als man nach aufgehobener Tafel den Kaffee einnahm, meldete ein Diener dem Grafen Gratien, daß der Waaen voraefahren sei. um ihn zur Sta twn zu b:inaen. Auch die anderen Herren wollten aufbrechen, und der Pfarrer saate zu dem Sekretär des Marquis: Begleiten Sie mich nicht ein Stück Weges. Bissus?" Nicht ohne mich." erklärte der Marquis heiter. Ihr Beide schwatzt mir sonst 'zu lange, und dann wird morgen früh aus unserer Arbeit nichts. Ich gehe mit, um dafür zu sorgen, daß Bissus beizeiten heimkommt. Willst Du nicht noch etwas bei mir bleiben, Horace?" fragte seine Gemablin. Wenn Dir daran liegt, wird es mn natürlich ein Vergnügen sein, lieber aber möchte ich, offen gestanden, etwaZ frische Luft schöpfen. Ich habe emen ganz eingenommenen Kopf von dem starken Blumenduft." Sie schwieg darauf, machte aber eine so beleidiate Miene, daß Doktor Bor dier, der ihr gern Gesellschaft geleistet haben wurde, dies gar nicht m Vorschlag zu bringen wagte, fondern sich nach einer verabschiedenden Verbeugung zu den übrigen Herren gesellte. Man trat in das Vestibül hinaus, wo ein junges hübsches Mädchen, die das unverkennbare Gepräge einer Südländerin trug und ein Gesellschaftsfräulein oder eine zweite Lehrerin zu sein schien. auf Violette wartete, um deren Wersungen entgegenzunehmen. Bei ihrem Anblick gerieth der junge Arzt in sichtliche Verwirrung. Wer den Sie uns nicht etwas begleiten, Fräulein Jeannie?" fragte er. Die Nacht ist prachtvoll" 5Zch möchte schon." erwiderte das junge Mädchen zögernd und erröthend, .. rn' .n. . IjC - aver gramem nioiene rviro imaj beauftragen. Reine auf ihr Zimmer zu bringen. Wie wäre es denn, wenn ich auch mitginge?" meinte Reine-Marie, die scannte Worte vernommen hatte. Nein, das darf nicht sein," entschied Violette. Es ist kalt draußen, und Du weißt wohl, wie empfindlich Du bist. Sage allen gute Nacht. Liebimg und gehe mit Jeannie auf Dein Zimmer. Ich werde den Herren nur bis in den Hof das Geleite geben und hierauf ebenfalls zu Dir kommen. Als Violette auf die Freitreppe trat an deren Fuß der Wagen für Gratien bereit stand, kam es ihr vor, als ob die Luft milder geworden sei. Kein Windhauch regte sich: an dem klaren Nachthimmel glitzerten die Sterne, in deren Mitte die Scheibe des Vollmonds stand. Hast Du noch immer 'Kopfweh. Vio lette?" fragte der Graf seine Kousine Auf ihr bejahendes Nicken setzte er hinzu: Dann solltest Du biS zum Walde mitgehen. Ich werde den Wagen bis dort vorausschicken und komme dann immer noch rechtzeitig zum Zug. Das ist eine gute Idee," erklärte der Marquis. Die Lust und die Bewe gung werden Dir gut thun. Also vorwärts!"
Violette ließ sich nicht weiter bitten.
Sie befand sich in einem seltsamen Zustände der Erschöpfung, verbunden mit starker Schläfrigkeit, so daß sie sich fast wie berauscht vorkam, obwohl sie w'ährend der Mahlzeit nur Wasser getrunken hatte. Vor der voranschreitenden Gruppe, wekhe der Marquis, der Pfarrer und der Arzt bildeten, fuhr im Schritt der Wagen, dessen angezündete Laternen einen hellen Schein auf den Weg warfen. Etwas weiter zurück folgten Gratien und Violette. Letztere war aber so müde, daß sie mit ihrem Begleiter immer mehr zurückblieb, so daß ihr Abstand von den ersten drei Herren sich mehr und mehr vergrößern;. Nachdem der Kutscher etwa em Kilometer weit gefahren war, hielt er. Fahren Sie nicht weiter, Francois?" fragte der Abbe Perrin. Der Herr Graf hat mir gesagt, daß er hier aufsteigen wolle," lautete die Antwort. Der Doktor zog seine Uhr hervor und meinte: Wenn er sich nicht beeilt, wird er den Zug verfehlen." orace wendete nco um und rief im lauter Stimme zurück: Gratien, wo bleibst Du?" Ich komme schon!" scholl es aus einiger Entfernung herüber. Dann vernahm man sich rasch nähernde Schritte, und gleich darauf sahen sie im Mondlicht auch den Grafen eilig herankommen. Es.ist die höchste Zeit," mahnte der Marquis, als sein Bruder bei dem Wagen anlangte. Aber wo ist Violette?" Sie fühlt sich stark ermüdet und ging infolgedessen so langsam, daß wir hinter Euch zurückblieben. Sie hat sich auf eine am Wege siehende Bank gesetzt, um dort zu warten, bis Du mit Herrn Bissus zurückkommst." Inzwischen hatte er sich bereits auf den Bock geschwungen, ohne erst feinem Bruder oder einem der anderen Herren die Hand zum Abschied zu reichen, nahm dem Kutscher die Zügel ab und schnalzte mit der Zunge. Sosort setzte sich das Pferd in Bewegung, und wie ein Blitz sauste das leichte Fahrzeug davon. Wann wirst Du wiederkommen?" rief der Marquis hinter ihm her. Gratien war aber schon weit entfernt. Vielleicht hatte er die Stimme seines Bruders aar nickt mebr vernommen, auf jeden Fall gab er keine Antwort. Nun -..r..l-C-i. r. c cn!rr.. r?.t ocraoiazieoeien Horace uno isius ncg von dem Pfarrer und dem Arzt, die i.i dem nahegelegenen Orte Ailly-la-Haut wohnten. Der Marauis meinte zu seinem Sekretär. als sie denRückwea zum Scklosse antraten: Violette wird durch den betaubenden Geruch der Blumen im Speisesaal ein:n Migränenanfall bekommen haben. Ich wundere mich immer, wie meine ??rau das erträat: mir selber ist ganz übel geworden. Nun. diese herrliche Nachtluft wird das beste Heilmittel sein. Wir brauchen uns ihretwegen nicht zu beunrubiaen. denn Violette ist ein tapferes, starkes Mädchen. Trotzdem besckleuniaten aber Beide ihre Schritte. Sie waren noch nicht bis zu der von Gratien erwähnten Bank gelangt, als sie zwischen den Bäumen, welche die Straße einfaßten, auf der linken Seite des Weaes etwas Dunkles liegen sahen. ..Mein Gott. Herr Marquis," stieß Bissus hervor, man könnte meinen, es sei Fräulein Violette, die dort liegt." Horace stürzte bereits, von Schrecken erfaßt, vorwärts, und sein Sekretär folgte ihm. Es war in der That Fräulein v. Lacroix, die ohnmächtig auf dem Boden lag. Vermuthlich war sie von der Bank aufaessanden. um den Uebrigen zu folgen, und dann, von einer Schwache befallen. Niedergesunken. Schon kniete der Marauis neben ibr und hob ihren Oberkörper behutsam empor. Awlette Liebllna, rief er er--schrocken. was fast Du? fiörft Du mich mcyt k xann wendete er sich wieder an Bissus mit den Worten: Sie ist ganz kalt, suhlen Sie nur. Die Au gen sind geschlossen." ..Nicht mehr. Herr Marauis " ver setzte der Sekretär, soeben öffnen sich die Lider. Sie kommt wieder zu ftck!" In der That schlug soeben Violette wieder die Augen auf, erstaunt um sich blickend. Bist Du es, Horace?" flü sterte sie. Ja, mein Kind, ich bin es. Aber was ist geschehen? Wie fühlst Du wiäj'r Besser, auch die peinigenden Kopf schmerzen sind verschwunden." Was ist denn eigentlich aesckeben?' Als ich mich so müde und matt fühlte, setzte ich mich auf eine Bank und C 1 iTt II W . ? I . . c vai stauen, aucin weiier zu gegen, oa mit er nicht zu spät käme. Dann hab ich keine Erinnerung mehr. Wahr scheinlich bin ick später wieder cufat standen, um weiter zu gehen, und bin bann mer niedergesunken. Soll Bissus mcht einen Wagen aus dem Schloß holen?" Nein, nein, das ist überflüssig wehrte sie ab. indem sie sich mit Unter siützung ihres Vetters vom Boden er hob. Wenn Du mir Deinen Arm ge ven wlll t. .wervc ich recht aut aeben 4, ' v w können. Zuerst schritt Violette noch etwas un sicher, allein bald wurde ibr Gana wie der fester. Trotzdem sie aber ihre ganze Willenskraft ausbot, mußte sie doch unterwegs noch wiederholt sieben bleiben um sich auszuruhen, so daß es bereits gegen zeyn Uhr geworden war, als di drei endlich nieder im Schlosse anlana ten. Horace begleitete seine Kousine bis
auf ihr Zimmer, wo Jeannie noch auf sie wartete, während Reine bereits schlafen gegangen war. '
Sorgen Sie nur aut für Violette." sagte der Marquis, sie ist gänzlich erschöpft Höre mcht auf ibn. widersvrack Violette, ich bin blos sehr schläfrig, das ist alles. Moraen früb werde ick wieder wohlauf sein Gute Nacht, Horace; träume mcht zu viel von Deinen alten Urkunden. Du wirst noch ganz ven tt'opf verlieren, wenn Du zu viel an sie denkst," setzte sie mit einem neckischen Lachen hinzu, das ihr ganz allerliebst stand. Das könnte mir nur widerfahren. wenn ich um Reine oder Dich in Sorge sein müßte," versetzte er. sie zärtlich auf die Stirn küssend. Du weißt ja, daß an Euch Beiden mein ganzes Herz hängt!" Dann zog er sich zurück, wobei ihm Jeannie leuchtete. Violette aber blickte mit einem seltsamen Ausdruck vor sich hin, und ihre Lippen wiederholten die letzten Worte des Marquis, ohne daß jedoch ein Laut vernehmbar wurde. Dann richtete sie ihren Blick auf das Bildniß ihrer verstorbenen Mutter, das an der Wand hing, und murmelte unter Thränen: O Mutter, halte mich aufrecht und tröste mich!... Was ich zu ertragen habe, geht über meine Kräfte!" So fand sie Jeannie noch, als sie wieder eintrat. Dachte ich mir's doch gleich, daß die Marquise Dir wieder einmal eine' Probe ihrer Liebenswürdlgkelt gegeben hat, nef das leicht erregbaie Mädchen entrüstet. Ich wollte, sie" Still." fiel ihr Violette in's Wort. Sie ist Reine-Maries Mutter. Und im Uebrigen hat sie mir auch gar nichts zuleide gethan. Ich bin nur etwas pervös heute Aoend." Ja. ja, ich weiß schon," murrte Jeannie, während sie Fräulein v. Lacroix beim Auskleiden behilflich war. Du bist eben viel zu gut. Doch nur noch etwas Geduld. Andre ist ja jetzt mit feinen Studien fertig, dann wird er uns von hier fortnehmen, und wir führen ihm den Haushalt." Violette lächelte wehmüthig. Ach, das kann noch lange dauern, bis er so weit ist!" Das glaube ich nicht," erklärte Jeannie. Ich rechne dabei auf Herrn Lemarchand, denn ich weiß aus semem eigenen Munde, wie sehr er Dich und Deinen Bruder schätzt. Er wird schon dafür sorgen, daß Andre schnell vorwärts kommt." Fräulein v. Lacroix seufzte. Sie mußte an Laures fast an Haß grenzende Abneigung gegen sie denken und an den großen Einfluß, den die Marquise auf alle Entschließungen ihres Vaters ausübte. Ohne diesen Umstand würde allerdings Lemarchand sicherlich Andre gern die Hand zum Vorwärtskommen bieten; der junge Mann war ja einer der besten Schület der Pariser Ecole centrale, auf der er Ingenieur-Wissenschaften-und Chemie studirte. Jeannie verließ keinen Abend das Gemach, bevor ste nicht alles geordnet hatte, und Violette bereits im Bette lag. Beide waren Milchschwestern, aber es war' nicht etwa Jeannies Mutter geWesen, die der Tochter des altadeligen Geschlechts die erste Nahrung gespendet hatte, sondern umgekehrt. Eines Tages war auf Schloß Mitarra in der Gascogne. das damals noch Violettes Eltern gehörte, ein über die Grenze herübergekommener Trupp Spanier erschienen, um sich für die Arbeiten der Weinlese zu verdingen, wie das in jedem Herbst geschah. Es befand sich auch em armes, schwaches Weib darunter, das vor zwei Monaten den Mann verloren hatte, in demselben Augenblick, da sie ein Töchterchen zur Welt brachte. Eines Morgens fand man die Aermste todt, das verwaiste kleine Wesen lag wimmernd an ihrer Seite. Von tiefem Mitleid ergriffen, erklärte die Herzogm von Lacroix-Marbourg. daß sie sich des Kindes annehmen wolle, und als nicht gleich eine Amme in der Umgegend aufzufinden war, nahm sie Jeannie, die sonst sicher vor Entkräftung gestorben wäre, an die eigene Brust. Violette war damals nahezu ein Jahr alt. Nichts kam der Zärtlichkeit und der unbedingten Hingebung gleich, die Jeannie von klein auf für Violette hegte. Sie empfing die gleiche Erziehung wie diese, ließ sich aber durch kein Abwehren daran hindern, Violette zu bedienen und ihr die hingebendste Sorgfalt ongedeihen zu lassen. Als die Herzogin Anne von Lacroix-Mar-bcurg, unmittelbar nach der Geburt Andres, dem einige Monate früher gestorbenen Gatten in den Tod folgte, bat sie ihre Schwägerin, die Marquise v. Plessis Saint-Luc, sich der beiden Waisen anzunehmen. Dann aber winkte sie Jeannie an ihre Seite und sagte zu ihr: Versprich mir, daß Du Violette nicht verlassen wirst, solange sie Deiner bedarf!" (Fortsetzung folgt.) ' Trauung auf derStraße. Dieser Tage wurde Red. Barber. Pastor der Baptistenkirche in Asotin, Wash., auf der Straße von einem in einem Buggy heranfahrenden Herrn und einer Danu ersucht, sie auf der Stelle zu trauen. Einige' vorübergehende Leute wurden als Zeugen angenommen und die Ceremonie sofort vollzogen. Der junge Ehegatte händigte dem gefälligen Pastor $10 ein und fuhr mit seiner. Neuvermählten .vergnügt von bannen.
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vandalia Abgang St. Louiö Spcl., tägl .. 12 30Bm St Lome Lw täglich sd&b 6 605m S avital Expreß tügl bd 7 00Q3nt St Leuiö Ac tägl 7 2593m Ch St L Erpreß täglich 6. l 20Nm St Loui, Ezpreß tägl 3 15N ? THK singlau! Aee tägl. 4 00 Rm St L Fa? Mail täglich.... 8 3öNs
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