Indiana Tribüne, Volume 28, Number 129, Indianapolis, Marion County, 23 January 1905 — Page 6
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Europaische Nachrichten
Vrovinz Schreswig'Aolsteitt. Schleswig. Dem emeritirten Hauptlehrer Johann Reimer wurde der Adler der Inhaber des Hausordens von Hohenzollern verliehen. . Altona. Das Fest der goldenen Hochzeit feierte im Alter von 80 Iahren mit seiner um zwei Jahre jüngeren Gattin bei voller geistiger und körperlicher Frische der Veteran aus dem schleswig - holsteinischen Feldzuge von 1848 51, der ehemalige Zollbeamte Hans Bracker. Dem Jubelpaar wurden viele Ovationen zutheil. B r e d st e d i. Ein schwerer Automobil - Unfall ereignete sich zwischen hier und Husum. Der Fabrikbesitzer Köhn'aus Husum war auf der Rückfahrt dorthin begriffen. Dabei brach ! eine Achse des Automobils, und die Bremsvorrichtung drang Herrn Köhn in das Bein, so daß schleunige Ueberführung in das Husumer Krankenhaus erforderlich war. Eckernförde. Das Fest der Diamanthochzeit feierten der frühere Hofbesitzer H. Kühl und Frau in Heiligenstedten. Trotz des hohen Alters. 85 und 80 Jahre, sind beide Eheleute noch sehr rüstig und geistig frisch. Flensburg. Arbeiter Chr. Unglaube ist auf der hiesigen Schiffswerft auf einem im Bau begriffenen Schiff durch einen Fehltritt abgestürzt und nach kurzer Zeit an den erlittenen Verletzungen gestorben. Der Verunglückte war verheirathet und Vater mehrerer Kinder. H a s e l d o r f. Pastor Behn, der der Propsteivertreter des Landesvereins für innere Mission ist, beging sein LZjähriges Orts- und Amtsjubiläum. Kiel. In der Waitzstraße stürzte j der Kellner Scerwitz aus Hamburg plötzlich todt zu Boden. Man nahm an, daß ein Schlaganfall die Ursache sei; jetzt hat sich aber herausgestellt, daß Scerwitz Gift genommen hatte, weil ihm die Abbüßung einer Strafe bevorstand. Oldesloe. Das Gewese der Wittwe Johannes Helms, Ecke der Mühlen- und Hagenstraße, ist niedergebrannt. R e i s b y. DaS umfangreiche Gewefe des Hofbesitzers Martin Madsen wurde kürzlich ein Naub der Flammen. Gerettet konnte gar nichts werden, sämmtliches Vieh und die Ernte verbrannten. Schw a nsen. Ein seltenes Fest wurde auf dem Gute Damp gefeiert. Die alte Kastellanin Fräulein Christine Kroll feierte ihr 50jähriges Dienstjubiläum. Der Besitzer, v. Qualen, in dessen Familie die Feiernde ein halbes Jahrhundert mit seltener Treue gedient hatte, überreichte, ihr mit einer Ansprache werthvolle Geschenke und Andenken. T a l k a u. Kaufmann Schmidt verunglückte mit seinem Fuhrwerk auf dem Wege vom Schwarzenbeker BahnHof nach Hause. Nahe der Talkauer Scheide gingen die Pferde durch; Schmidt wurde aus dem Wagen geschleudert und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er auf der Stelle todt war. Unt er g linde. Der ehemalige Ziegeleibesitzer Rentner Distel und Frau feierten daö Fest der goldenen Hochzeit. 'Z'rsvinz "gpomrnero. Stettin. Durch Lysol vergiftet wurde der Steinstraße 8 wohnende Restaurateur Haase. Er mußte schleunigst nach dem Krankenhause befördert werden. Unaufgeklärt ist noch, ob Haase in selbstmörderischer Absicht oder aus Versehen Lysol zu sich genommen hat. B u b l i tz. Inspektor Patzer vom Gute Goldbeck hatte schon längere Zeit Reibereien mit dem Tagelöhner Witte. Kürzlich nahm dieser nun gegen Patzer eine so drohende Haltung an, daß dieser sich genöthigt sah, zu seiner Sicherheit einen blinden Schuß als Abschreckungsmittel abzufeuern. Als aber die Haltung deö Angreifenden noch herausfordernder wurde, feuerte er einen scharfen Schuß auf den rechten Arm des Angreifers ab. Trotzdem soll dieser nun mit erhobener Heugabel auf Patzer losaegangen sein. Nun schoß Patzer ihn ourch die Brust, so daß der Schwerverletzte im Verlauf einer halben Stunde seiner Verwundung erlag. Patzer hat sich selbst der Polizeibehörde gestellt. Ferdinandshos. Aus dem Berliner Zuge ist zwischen hier und Berlin der Maurer Pretzer aus Meiersberg unterwegs von de. Platform gestürzt. Er wurde überfahren und war sofort todt. Greifswald. In der hiesigen Universitätsklinik ist derArbeiter Fritz Salow aus Klockow bei Friedland i. M. den Verletzungen erlegen, die er beim Aufzäumen eines Pferdes durch einen Schlag des Thieres gegen seinen Kopf erlitten hatte. Der Verstorbene binterläßt eine Wittwe und sieben Kinder. L o i tz. Im Parkteiche zu Wehrenhoff ertrank Elwine Engelbrecht,Tochter des Eigenthümers Engelbrecht zu Vorbein. Naugard. Ein Brandunglück ereignete sich in dem Dorfe Wussow. Am Herdfeuer geriethen die Kleider des vier Jahre alten Mädchens der Tagelöhner Wege'schen Eheleute in
Vränd. Infolgedessen erlitt es so schwere Brandwunden, daß es alsbald verstarb. Ratzebuh r. Beim Abputzen des neu erbauten Hotels Schnitz ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Ein Theil des Gerüstes, auf dem 6 Maurer beschäftigt waren, brach herunter, und mtt lym stürzten s saurer uni ein Handlanger vom dritten Stock auf das Straßenpflaster hinab. Der Maurer Salzwedel aus Landeck in WestPreußen erlitt schwere innere Verletzungen, der Handlanger brach sich ein Bein, der Maurer Dittmann kam mit starken Quetschungen und Verftauchungen davon. Sagard. Auf dem Gute Vorwerk erhängte sich in einem StaLe die von ihrem Manne verlassene Arbeiterfrau Busse. Der Grund sind zerrüttete Vermögensverhältnisse. Provinz Schlesien. B r e s l a u. An einem zweispännigen Lastwagen, der vor dem Steuerhaus auf der Matthiasstraße stand, kam ein Mann in betrunkenem Zustände vorbei und fiel vor ein Hinterrad. In demselben Augenblick zogen die Pferde an, sodaß dem Mann das Rad über die Brust rollte. Er lebte nur noch wenige Minuten. Bei dem Manne fanden sich Papiere auf den Namen von Gustav Pusch, Schuhmacher, vor. Fideikommißbesitzer Albrecht von Rediger ist gestorben. Mit dem Verstorbenen, der von 1877 1898 den Wahlkreis Militsch-Trebnitz im Abgeordnetenhaus vertrat, erlischt die seit 1567 auf Striese und Schebitz angesessene Familie derer von Rediger. Arnoldsdorf. Käthner Mitzick aus Abbau Rehden fiel auf der Chaussee von einem mit Rohr beladenen Wagen. Die Räder gingen über ihn hinweg und spalteten ihm den Kopf, wodurch der Tod augenblicklich eintrat. Fellhammer. Auf dem Berthaschachte der Schlesischen Kohlenund Cokewerke kam der Steiger Max Scholz von hier zu Tode. Bei der Auffahrt von der dritten zur zweiten Sohle stürzte infolge eines Defektes an der Abteufmaschine der Förderkübel ab, in welchem sich Scholz befand. G log au. Im Braunkohlenwerk Theodor" hat Großfeuer ungeheuren Schaden angerichtet. Unter anderem ist das Lagerhaus vollständig zerstör: worden. Die Grube befand sich seit einiger Zeit im Concurs. Langenbielau. Todt aufgefunden wurde auf einem Garntrockenboden der Liehrschen Fabrik der 55 Jahre alte Arbeiter Karl Völkel. Jedenfalls hat er dort unbefugter Weise genächtigt und ist infolge der großen Hitze gestorben. Morgenrath. Auf der Paulusgrube verunglückten die Arbeiter Schostok von hier und Großmann aus Lipine dadurch, daß sie- durch das Platzen eines Dampfrohres ganz erhebliche Verbrühungen im Gesicht und an den Händen erhielten. Rothenbach. Der 17 Jahre alte Schlepper Hübner aus Wittgendorf verunglückte auf dem Paulinenschacht dadurch, daß ihm durch zwei Kohlenwagen derVrustkorb eingedrückt wurde und er bald darauf verschied. S l a w e n tz i tz. Vorarbeiter Theodor Kommander wurde auf dem hiesigen Bahnhöfe von einem Eisenbahnzuge überfahren. Es wurden ihm beide Beine und ein Arm abgefahren, so daß der Tod auf der Stelle eingetreten itt. Auf der Brzesowitzgrube verunglückte tödtlich durch zu Bruche gegangenes Erz der Arbeiter Kuboschek. r? t Provinz "gfosen. Posen. Im Stadttheater be. merkte kürzlich die Sicherheitswache der Feuerwehr bei der Revision des Kronenbodens, daß sich Brandgeruch bemerkbar machte. Bei genauer Untersuchung stellte es sich heraus, daß in einer Utensilienkammer im Dachgeschoß ein Balkcnbrand ausgebrochen war. Die anwesende Feuerwache, verstärkt durch ein größeres Commando der Hauptfeuerwache, verhinderte ein Weiterausbreiten des Feuers. G n e s e n. Selbstmord verübten der Kaufmann Max Rogozinski und seine Frau. Die Schwester der Frau kam in die Wohnung und fand die Schlafkammerthür von innen verschlössen, so daß sie Verdacht schöpfte. Sie verschaffte sich gewaltsam Eingang und fand beide Eheleute stöhnend in ihren Betten. Es wurden gleich zwei Aerzte geholt, welche feststellten, daß die beiden Eheleute Gift genommen hatten, und zwar Arsenik. Wie man hört, soll Rogozinski private Personen und öffentliche Institute um 450.000 Mark geschädigt haben. Kreuz. Das 21 Jahre alte j Dienstmädchen Michalina Urbanik, das beim Diflriktskommissär Härtung war, hat in Gemeinschaft mit ihrem Bräutigam, Namens Andreschewski. die Tochter ihres Dienstherrn erschlagen und letzterem 1000 Mark gestohlen. Das Paar ergriff dann die Flucht. Es hatte die Absicht, nach Amerika zu entfliehen. Die Urbanik wurde aber in Hamburg erkannt und festgenommen. Sie bestritt anfangs alle Schuld, gab aber später zu. das Kind ihres Herrn in Gemeinschaft mit Andreschewski mittels eines Fleischklopfers erschlagen, die Leiche in einen Sack gesteckt und in einen Fluß geworfen zu haben.
l?rincrnngkn an ven Fall tfotje, An den Kotze-Prozeß. der vor zehn Jahren sich innerhalb der Berliner Hofgesellschaft abspielte und im Inund Auslande ungeheure Sensation erregte, erinnert die von der Preuß. Korrespondenz gemeldete Thatsaä-.e. daß der Rittmeister Dietrich v. Kotze vor kurzem infolge einer schweren Erkrankung in eine Heilanstalt gebracht werden mußte. Der Rittmeister spielte in der nach seinem Vetter, dem Ceremonienmeister Lebrecht v. Kotze benannten Affäre, die bekanntlich durch anonyme Briefschreibereien horvorgcrufen war, insofern eine Rolle, als er für seinen Vetter und die beleidigte Ehre seiner Familie sehr energisch ein trat. Die erste Folge davon war ein Duell zwischen ihm und dem Ceremonienmeistcr Barn Schrader, der sich zum Haupt der Kotze-Gegner aufgeworfen hatte. In diesem Duell kam freilich Niemand zu Schaden. Aber als dann die Unschuld des Herrn Leberecht v. Kotze' erwiesen worden war, schoß dieser sich ebenfalls mit scinem Kollegen Schrader und traf ihn so schwer, daß er nach wenigen Tagen seiner Verwundung erlag. Dessen roch nicht genug, forderte nun Herrn v. Schrader's Sohn den Rittmeister Dietrich v. K. noch einmal vor sein? Pistole und brachte ihm eine Verletzung am Fuß bei, von der er einen dauernden Schaden behielt. Es ist unvergeifen, welche gewaltige Aufregung all diese Vorgänge damals im Gefolge hatten. Die Hofgesellschaft, die sich und ihr Thun und Lassen sonst so ängstlich den Augen der Menge der ge wöhnlichen Sterblichen zu verbergen bestrebt ist. schien es gar nicht satt zu werden, sich untereinander zu verdächtigen und öffentlich an den Pranger zu stellen. So wurde zwar eine Reihe von Existenzen vernichtet, aber trotz der ganzen Schießerei und all dem Prozessiren und sonstigen Drum und Dran blieb der wahrhaft Schuldige, nämlich der Verfasser der Schmähbriefe, unentdeckt. Er ist es noch heute, und wird es auch Zn Zukunft wohl um so eher bleiben, als "seine Vergehungen zetz! durch Verjährung der Strafe entzoger. sein dürften. In anderen, weniger exklusiven Kreisen würden die Empfänger solcher ebenso widerwärtigen wie läppischen Wische sich nicht begnügt haben, sie der Kriminalpolizei zu übergeben und der das Weitere zu überlassen. Aber die dem Hofe nahestehenden Personen, die hier in Frage kamen, zogen es vor, selbst zu versuchen, den Thäter zu ermitteln. Sie wußten an höchster Stelle soviel Verdachtsmomente gegen den Ceremonienmeister v. Kotz: zusammenzutragen-, daß dessen Verhaf. hing erfolgte. . Vor dem Kriegsgericht und dem Ehrengericht erwies sich seine ganzliche Unschuld. Am Hof wieder in Gnaden aufgenommen, hat er die Ge. nugthuung gehabt, die meisten seine? Feinde aus Aemtern und Würden ent. lassen, ja. aus Berlin verschwunden zu sehen. Von oben" wurde energisch eingegriffen, und die blauen Briefe hagelten nur so. Die Remedur kam nur ein wenig zu spät; die Schlappe, die die Ruhe der dem Throne am nächster. stchenden Umgebung erlitten hatte, ließ sich nicht mehr gut machen. Die ganze häßliche Angelegenheit lebt' in dem Gedächtnisse auf, in dem Augenblick, da der Name des Rittmeisters Dietrich v. Koe. der so eng mi! ihr verknüpft war, wieder öffentlich zenannt wird. Herr v. Kotze besaß im übrigen einen so ausgebreiteten Kreis von Verwandten er war der Schwager des Ministers v. Wedell und Freunden, daß die Nachricht von seiner Erkrankung gewiß vielseitiges Bedauern erwecken wird.
Von den nächstjährigen Meistcr spielen n'Költt. Ueber die für den Sommer 1905 geplanten Kölner Meisterspiele werden jetzt weitere Einzelheiten bekannt. Danach ist die Finanzfrage so gut wie erledigt, so daß es sich hauptsächlich au: noch um das künstlerische Arrangement und die Gewinnung hervorragender Künstler handelt. Es werden nur Opern zur Darstellung gelangen, und zwar an acht Abenden: Beethoven's Fidelio"; Mozart's Die Hochzeit dee Figaro"; Wagner's Meistersingerund Tristan und Isolde". Die 'szenische Oberleitung führen Oberregis-seurFuchs-München, dagegen denTaktstock Franz Fischer, Otto Lohse. HankRichter, Felix Steinbach und Felix Weingartner. Den Chorkörper liefern die Theaterchöre der Wiesbadener und Karlsruher Hofbühnen, der Gürzenichchor und einzelne gut akkredirte Kölner Gesangvereine. Das Orchester ist das Kölner Stadtorchester. Als Solisten sind unter anderen folgende Künstler gewonnen: Ernst Kraus und PaulKnüpfer-Berlin, Weidemann und Mayer - Wien. Feinhals - München; Nast-Dresden und Reiß-London, .sowie die Damen: von Mildenburg und Kittl-Wien, Morena und BosetiiMünchen. Die Pariser Op6ra Comique soll übrigens eingeladen werden. im Rahmen der Kölner Festspiele Charpeniers Luise" und Massenets Manon Lescaut" zur Darstellung zu bringen. Bei der'Neichstags-Er-satzwahl im Wahlkreise Rawitsch-Go-styn am 16. Dezember wurden nach den amtlichen Ermittelungen im GanItn 13,402 gültige Stimmen abgegeben. Davon erhielten Propst Stychel (Posen, Pole) 9,618 und Dr. Wagner (Vreslau. Reichspartei) 3,781 Stimmen. Stychel ist mithin gewählt.
Wintermorgen.
Von Hero Max. Sinterm weißen Tannenzelt chläfr die Ä?nne noch. Wo aus dunklem Wolkenfeld . Schwer ein Rabe flog. Und mein Herz den müden Schlag Seiner Schwingen zählt O wie einsam ist der Tag Sonnenlos durchquält l Einsam bangt mein Herz nach dir! Schmölze Eis und Schnee! LwicfaS fehlt die Sonne mir. Wenn ich dich nicht seh'l Ein Kriminalfall.
Erinnerung aus dem Leben eines Polizei leutnants. Von Paul Franz. Es mockte etwa 8 Uhr Abends sein. Ich saß, 'mit dem Durchlesen von Rapporten beschäftigt, in meiner Dienststube und sog dabei behaglich an meiner Cigarre, so recht in friedlicher Stimmung und an nichts Böses denkend. Plötzlich horchte ich auf und legte instinktiv meine Cigarre nieder. Aus der Wachtstube tönten erregte Stimmen, durch die Thür hindurch hörte ich das Wort Mord" fallen. Ich erhob mich, eilige Schritte n'aherten sich meinem Zimmer. Erwartungsvoll blickte ich zur Thür. Herein kam der dienstthuende Wachtmeister, dem ein kleiner äußerst erregter Herr auf dem Fuße folgte. Noch bevor der Wachtmeister den Mund geöffnet hatte, schrie der Kleine schon los: Ein Mord, Herr Leutnant, ein Mord, und das in meinem Hause. In eine große, schwarze Kiste haben sie ihn gepackt!" Endlich ließ sich der kleine Herr so weit beruhigen, daß er erzählen konnte, was denn eigentlich geschehen sei. Er war Hausbesitzer in der Mariannenstraße, wohnte dort (die Nummer will ich nicht nennen) zwei Treppen rechts und hatte von der auf der linken Seite befindlichen Wohnung zwei Zimmer, die durch einen Eingang direkt vom Flur aus zu erreichen waren, an ein anscheinend frisch vermähltes Pärchen abvermiethet. Die beiden Leute waren ihm durch ihr scheues Wesen und durch vieles Rumoren in der Wohnung aufgefallen, und er hatte heimlich die Wand angebohrt, unl zu sehen, was dort eigentlich vorgehe. Bor zwei Tagen hatte er bemerkt, daß die beiden Leute eine große, .schwarze Kiste in die Wohnung gebracht und in der einen Stube, die er von dem Loche aus übersehen konnte, aufgestellt hatten. Dann war am Abend ein Geldbriefträger zu dem Paare gekommen. Was sich in dem Nebenzimmer abgespielt hatte, welches der Beobachter nicht übersehen konnte, wußte er nicht. Er glaubte 'indessen, so etwas wie ein Schreien gehört zu haben. Dann aber waren der Mann und die Frau hereingekommen' und hatten etwas getragen, was einem menschlichen Körper verzweifelt ähnlich gesehen hatte. Die Last war in die Kiste gepackt und diese alsbald zugedeckt worden. Um ganz sicher zu gehen, hatte der Hausbesitzer nun auf dem Korridor aufgepaßt, und es waren. thatsächlich der Mann und die Frau allein fortgegangen. Es schien also wirklich ein entsetzlicher Mord vorzuliegen, und wir mußten dem freiwilligen Detektiv sehr dankbar dafür fein, daß er uns so schnell benachrichtigt hatte. Weit konnten die Vögel noch nicht gekommen .sein. Ich war damals noch jung im Amte und sah in diesem Falle eine günstige Gelegenheit, mich auszuzeichnen. Ich beauftragte daher den Wachtmeister mit der Erstattung der, Meldung an das Polizeipräsidium und eilte gleich mit drei Schutzleuten an die Mordstelle. Unseren Schlosser hatte ich ebenfalls zum Oeffnen der Thür mitgebracht. Vorsichtshalber begaben wir uns zunächst in die Wohnung des Wirths. und ich überzeugte mich an dem Guckloch, daß sich alles so verhielt, wie er gesagt hatte. Unser Schellen an der Korridorthür war natürlich vergeblich, und der Schlosser schritt zur Oeffnung derselben. Als wir die Wohnung betraten, bemerkten wir in dem Vorderzimmer zunächst nichts. Nach flüchtiger Inaugenscheinnahme öffnete ich die Thür zum Nebenzimmer, und vor uns stand die Kiste, ein dunkelgraues Tuch darüber gebreitet. Neben dem Tuch lag ein Küchenbeil, das allem Anschein nach zur Begehung des Verbrechens benutzt war. Voller Grauen vor dem Kommenden ließ ich die Kiste aufdecken. In schwarze Packleinwand geschlagen, lag eine menschenähnliche Masse darin. Die Schutzleute wollten den Körper herausheben. Das durste indessen nicht eher geschehen, als bis die Her ren vom ' Polizei - Präsidium zur Stelle waren. Immerhin ließ ich die Leinwand etwas aufheben. Doch was war das? Blendend weiß leuchtet es aus der Umhüllung hervor. Das war ja kein menschlicher Körper, das war d ein Kopfkissen, ein blendend wetß überzogenes Kopfkissen. Nun ließ ich den Inhalt der Kiste herausheben, er war ziemlich leicht und entpuppte sich als ein vollständiges, anscheinend noch gar' nicht gebrauchtes Bett. Von einer Leiche war da keine Spur. Nathlos sahen wir einander an. Wahrend ich nun eine gründliche Untersuchung der Wohnung vorzunehmen begann, tönten erregte Stimmen vom Korridor herein. Natürlich waren die Treppen von neugierigen Hausbewohnern besetzt, welche kaum von den Schutzleuten in Ordnung ge-
halten werden konnten. Ein Schutz mann kam herein und sagte mir, ein Mann und eine Frau wollten abfo' lut in die Wohnung. Das waren alfo die Mörder. Ichließ sie hereinkommen. Der HausWirth bezeichnete sie als die Gesuchten. Beide waren wie vom Donner gerührr -über das Bild, das ihre Wohnung bot. Die Frau begann zu lamentiren, der Mann dagegen wurde grob und fragte in höchst energischen Worten, wie wir dazu kämen, in feine Wohnung einzubrechen. Während ich ihm auseinandersetzte, um was es sich handle, kamen bereits. die Herren vom PolizeiPräsidium zur Aufnahme des Thatbestandes und mußten zu meiner Beschämung Zeugen davon sein, daß mich der Mörder einfach auslachte. Was der Hauswirth gesehen haben wollte, waren Hirngespinste. Die Kiste, welche noch Frachtvermerke trug, enthielt einen Posten Betten, den die Mutter der jungen Frau für deren Bruder gesandt hatte und welche letztere am Nachmittag bereits bezogen hatte. Der Geldbriefträger war der Bruder der jungen Frau, und zwar ein junger Eisenbahnbeamter, welcher-
zu den zungen Leuten ziehen wollte und für den die Betten bestimmt waren. Von seiner Leibhaftigkeit konnten wir uns bald überzeugen, da er auch jetzt auftauchte. Er besaß die Schlüssel zur Wohnung und war lediglich später fortgegangen als das junge Ehepaar. So fiel der ganze so schön kon struirte Mord in nichts zusammen. Es blieb uns nur übrig, uns mit den höflichsten Entschuldigungen zurückzuziehen. Auch der Wirth wollte sich drücken, wurde aber von dem Ehepaar noch etwas festgehalten. Ich gönnte ihm die Abrechnung mit seinen Miethern von ganzem Herzen. Es muß eine lebhafte Auseinandersetzung erfolgt sein, und jedenfalls hat der Hauswirth seine Neugierde, die ihm einen so schlechten Streich gespielt hatte, schwer büßen müssen. Denn es ist zu keiner Klage gegen ihn gekommen, was doch zweifellos der Fall gewesen wäre, wenn er irgend welche Schwierigkeiten gegen die anständige Entschädigung seiner unschuldig verhafteten Miether erhoben hätte. Seitdem habe ich in Morden" ein Haar gefurrden. Schenk und schenken. Das Amt des Schenken war eines der vier ältesten Aemter, die, sich zuerst am fränkischen Hofe finden und namentlich in der Hofhaltung Karls des Großen bereits deutlich ausgebildet sind. Diese Aemter wurden, weil sie die ersten und hervorragendsten bei Hofe waren, Erzämter genannt. Erz, auf griechisch archi, ist eine Vorsilbe, die sich zunächst in kirchlichen Wörtern wie Erzbischof und Erzengel findet, aber auch in dem Worte Arzt (griech. archiater der Erzheilende, bes. der königliche Leibarzt) steckt und dann zu einer Verstärkung für Haupt- und Eigenschaftswörter in üblem Sinne wurde, wie Erzschelm. Die Aemter bestanden Anfangs nur am königlichen Hofe, wurden aber später auch von anderen fürstlichen Personen in ihre Haushaltungen eingeführt, und so kam es, daß im Mittelalter jeder Fürst feinen Schenken hatte, dessen Pflicht darin bestand, ihm bei der Tasei das Getränk einzuschenken und zu reichen. Mußte der Schenk auch zutrinken? Dies steht für die älteste Zeit nicht fest, daß es aber eine Zeit gab, wo das utrinken nöthig war, da man einen Gifttrank befürchtete, lehrt uns das Wort kredenzen, das, vom italienischen wedenza, Glaube abgeleitet, auf Treu und Glauben zum Zeichen der Unschädlichkeit des Trankes vorkosten und darreichen bedeutet. Unser jetziges Wort Schenkwirth geht auf dieselbe Bedeutung wie Schenk zurück. Es bezeichnet den, der den Gästen einschenkt und zu trinken gibt; da er nun dabei die Getränke im kleinen verkauft, so gewann das Wort schenken auch die Bedeutung: etwas im kleinen verkaufen. So wurde in Kursachfen derjenige, der das Salz im kleinen verkaufte, der Salzschenk genannt, wie auch fein Amt der Salzschenk hieß. -- Unser Wort: Jemandem etwas schenken, d. h. ihm ein Geschenk machen, ist nichts anderes als das alte Wort schenken, d. h. zu trinken geben. Das Schenken bestand ursprünglich darin, daß man dem besuchenden Freunde oder Fremdling zum Willkommen ein Glas Bier vorsetzte. Es ist sehr bezeichnend für das Deutsche, daß sich daraus die Bedeutung geben entwickeln konnte. Es ist also ein Beleg für die Freude unserer Vorfahren am Zechen, wie das Wort gefallen ihre Vorliebe für das Würfelspiel kennzeichnet, da es mit dem Fallen der Würfel zusammenhängt. In dem Worte schenken sieht man weiterhin eine Ableitung aus einem angelsächsischen Worte, das Beinröhre bedeutet und zu Schenkel und Schinken hinüberführt, wobei vorausgesetzt wird, daß Veinröhren in der ältesten Zeit als Hahn am Faß benutzt wurden, weshalb schenken also eigentlich soviel wäre wie den Hahn an's Faß setzen". Wir sehen also, in welch eigenthümlicher Weise ch die Bedeutung dieses Wortes entwickelt hat. Uebrigens nennen.wir noch heute ein kleines Geldge schenk an Bediente ein Trinkgeld, obwohl es von den Empfängern gar nicht immer vertrunken wird.
