Indiana Tribüne, Volume 28, Number 128, Indianapolis, Marion County, 21 January 1905 — Page 7

Jndians Tribüne, 2I. Januar

jXSto fc T KaX& - pf V vT V Ty - -S M -- M TT V W W W W TV

Dittter verschlossenen W VT . w T nren 4 VT 4 j !4 M 5 fr 4 1. K a p i t e l. s war am Nachmittag des Werheiligenftstes, das' betanntuch auf den 1. November fällt. Die Kälie war in diesem Jahre ziemlich frühzeitig eingetreten. Eine leichte Schneehülle bedeckte bereits die weite Hccheöene, welche sich im Norden von Amiens, der Hauptstadt des französischen Departements Somme, ausdehnt' Nicht allzuweit don der kleinen Bahnstation Longpre ragten aus der ringsum sich hinziehenden Waldung die Thürme eines alten, aber prächtig erneuerten Schlosses hervor, das die Familie v. Plessis Saint-Luc während der schönen Jahreszeit bewohnte. Gewöhnlich kehrte sie nach Paris zurück, sobald die ersten Vorzeichen des Winters sich anineldeten. In diesem Jahre dagegen hatte die Marquise, die sich sonst immer vom Lande fort nach der Hauptstadt sehnte, eine andere Laune gehabt, und deswegen weilte die Familie noch immer in der Plcardie. Es war gegen vier Uhr Nachmittags und begann bereits zu dämmern. In dem Kamin eines mit allem erdenklichen Luxus ausgestatteten Salons des Schlosses brannte ein helles Holzfeuer. Nicht weit davon ruhte in einem weichgepolsterten Lehnsessel die Herrin des Hauses und blickte sinnend in das Spiel der Flammen, die ihren rothen Widerschein auf die Wände warfen. Ein solches Träumen in der Dämmerstunde stimmt meist weich, selbst wehmüthig, allein von solchen Empfindungen war auf den Zügen der Dame nichts wahrzunehmen. Sie näherte sich bereits dem Ausgang der dreißiger Jahre, sah aber jünger aus. Man mußte sie schön nennen, allein der Ausdruck ihres Gesichtes war hart und hochfahrend und bekam durch einen gewissen Zug in den Mundwinkeln geradezu etwas Bösartiges. Diesen physicgnomischen Kennzeichen entsprach auch das Wesen der Marquise Laure v. Plessis Saint-Luc. Nur zwei Personen gab es, denen gegenüber sie sich rücksichtsvoll und selbst zärtlich, soweit dies ihre Gemüthsart überhaupt zuließ, bezeigte. Das waren ihr Vater. Jacques Lemarchand, einer der bedeutendsten und reichsten Großindustriellen des Landes, und ihr Gemahl, der Marquis Horace. Auf der anderen Seite des Kamins kauerte auf einem Fußbänkchen, hinter einer Palmengruppe verborgen, ein Mädchen von etwa sechzehn Jahren. Sie war blond und zart, mit großen, grauen Augen, die immer um Liebe und Nachsicht zu bitten schienen. Auf den ersten Blick hätte Niemand dies schmächtige Wesen, dessen magere Gliedmaßen und eckige Bewegungen verriethen, daß sie die Grenze zwischen dem Kindesund dem jungfräulichen Alter noch nicht ganz überschritten, für eine Tochter jene? tiefbrünetten, stolzen und gebieterischen Frau gehalten. Nach langem Schweigen stieß das junge Mädchen endlich einen tiefen Seufzer aus. Frau v. Plessis erwachte aus ihrem Sinnen, und da sie ihre Tochter nicht gleich gewahrte, so fragte sie: Bist Du da, Reine-Marie?" .Jawohl, Mama antwortete Reine. Violette ist zum Nachmittagsgottesdienste gegangen, um für die Todten zu bejen, und dann einen Kranz auf Großmamas Grab in der Familienernst zu legen morgen ist ja Allerseelentag. Weil es draußen kalt ist. wollte sie mich nicht mitnehmen. Was thust Du?" Ich betrachtete Dich." Und fast furchtsam fügte sie mit einem Ausdruck rührender Zärtlichkeit hinzu: Du bist so schön, Mama!" Gleichzeitig sprang r - 't cm . 1 1 . . . ne aus, eine zu lyrer cuner ein un schlang die Arme um ihren Hals, um sie zu küssen. Unwillig wehrte die Marquise sie von sich ab, indem sie sagte: Gewöhne Dir doch endlich dies Ungestüm und Dein exaltirtes Wesen ab. Reine. Das ist gänzlich unpassend." Das glaube ich nicht," entgegnete das junge Mädchen, verletzt durch d'.e Kälte ihrer Mutter. Violette ist doch die Tochter eines Herzogs, der noch viel mehr ist als ein Marquis, und sie Zußt und herzt mich immer. ! Thu mir den Gefallen. Violette nur als das anzusehen, was sie gegenwar tig ist, n'amlich eine einfache Erzieherin, und stelle sie mir nicht immer als Beispiel hin. Auch das schickt sich ganz und gar nicht." . Das Gespräch wurde durch den Eintritt zweier Diener unterbrochen, die große Lampen mit rosaseidenen Lichtschirmen brachten: dann steckten sie auch die Kerzen der Armleuchter auf dem Kamin und des von der Decke herabhängenden Kronleuchters an. Kaum hatten sie sich wieder entfernt, als draußen ein leichte? Schritt deruehmbar wurde. Die Portiere wurde zurückgeschlagen, und eine hellklingende, sanfte Stimme fragte: Darf man .Antreten?" j Die Marquise antwortete nicht; ein Bnsaglicher Haß blitzte in ihren dunklen

II)

H

ax

,t,t -t. " ... TT zz. X 2,1 o t tx 4"s von Paul tsilignnnonl M f AA r? T? 4 Augen auf, und der Ausdruck ihrer "- , 1. 1 - Juge wuroe nocn yarier ais zuvor. Reine-Marie dagegen rief im Tone zärtlicher Liebe: Aber so komm doch. Violette!" Gleichzeitig eilte sie nach dem Eingange hin und zog Fräulein Violeite v. Lacroix-Marbourg über die Schwelle. Die Eintretende zählte achtundzwanzig Jahre. Sie war kaum mittelgroß und zierlich von Gestalt, mit seinen, einnehmenden Gesichtszügen, die reiches, goldigschimmerndes Haar einrahmte. Ihre ganze Erscheinung trug den Stempel wirklicher Vornehmheit. Die schlanken Glieder umhüllte ein bescheidenes Kleid aus schwarzem Wollenstoff. Um den kleinen, aber vollen Münd lag ein Ausdruck melancholischer Traurigkeit, dui auch die schönen blauen Augen widerspiegelten. Sie vergossen im Stillen manche bittere Thräne, denn es war kein glückliches Dasein, das die Tochter des gänzlich verarmt gestorbenen Herzogs von Lacroix-Marbourg :m Hause der Marquise führte. Des verwaisten Madchens hatte sich zuerst die alte Marquise v. Plessis SaintLuc angenommen und sie erzogen, aber seitdem der älteste ihrer beiden Vettern Fräulein Laure Lemarchand geheirathet hatte, war Violettes Leben zu einem wahren Martyrium geworden. Laure ließ das junge Mädchen, das doch die rechte Base ihres Mannes war, geslisfentlich bei jeder Gelegenheit fühlen, daß sie in ihr nichts anderes sehen wolle, als die um Lohn dienende Gouvernante und Lehrerm ihrer Tochter; sie ersparte ihr keine Demüthigung und überhäufte sie bei jeder Gelegenheit mit unbegründeten Vorwürfen. Allein nichts vermochte den stolzen Muth des armen Mädchens zu beugen. Ich muß für mich und meinen Bruder Geld verdienen," sagte sie sich. Wer sollte sonst Andres Erziehung bezahlen und ihm die Möglichkeit gewähren, in der Welt vorwärts zu kommen?" Nie kam ein Wort der Klage über ihre Lippen, nicht einmal dem würdigen Pfarrer von Saint-Luc, dem Abbe Perrin gegenüber, der genau wußte, was sie durchzumachen hatte, und ihr oftmals tröstend zuredete, wenn sie allein waren. Sie zog es vor, schweigend zu dulden, und fand ihren Trost in der Beliebtheit und der Werthschätzung, deren sie sich sonst bei a7en, die sie kannten, zu erfreuen hatte. Das Dienstpersonal vergötterte sie geradezu; wie ost hatte Violeite nicht schon Nachlässigkeiten wieder gut gemacht und begangene Fehler. verdeckt, bevor sie die strenge Gebieterin entdeckte! Auch die Armen und Kranken der ganzen Umgegend segneten sie, da sie, die für sich selber nie etwas begehrte, keinen Anstand nahm, bei ihrem Vetter, der gern und reichlich gab, für die wirklich Bedürftigen zu bitten. Sie sind sehr lange ausgeblieben Fräulein," sagte endlich die Marqui,c mit scharfer Betonung. Violette war einen Augenblick sprachlos. Nach einigen Sekunden erst ent gegnete sie in ihre? gewohnten sanften Weise, die scheinbar nichts zu erschüttern vermochte: Ich hatte Sie um die Erlaubniß gebeten, Frau Marquise, dem Nachmittagsgottesdienst beiwohnen - und die Familiengruft besuchen zu dürfen, und Sie hatten mn das erlaubt." Nun ja, es ist schon gut. Kümmern Sie sich jetzt um die Tafel. Wir werden einige Gäste haben, den Abbe Pernn, den Doktor Bordier und endlich meinen Schwager, den Grafen v. Plessis Saint-Luc." Wie, Gratien kommt hierher?" fragte das junge Mädchen, indem ihre Wangen sich rötheten. ' Daß das jedoch keineswegs infolge einer freudigen Em pfindung geschach, lehrte ein Blick in ihre Augen, deren Ausdruck weit eher aus das Gegentheil schließen ließ. Ja, der Marquis ist nach der Sta tion gefahren, um ihn abzuholen." Soll sein Zimmer hergerichtet wer den?" Das weiß ich nicht. Er wird es selbst sagen." Fräulein v. Lacroix - Marbourg machte ihrer Kousine eine leichte Verbeugung und schickte sich dann an, das Zimmer zu verlassen. Darf ich mit Violette gehen, Mama?" fragte Reme-Mane sogleich. Wenn Dir das Vergnügen macht, will ich Di b nicht zurückhalten," ent gegnete ihre Mutter mit einer unwilligen Bewegung, während es in ihren Augen zornig ausleuchtete. Geh nur. geh!" Reine eilte in das anstoßende Ge mach, bis wohin Violette bereits gelangt ?ar. Tantchen," rief sie hinter ihr her, warte auf mich, ich werde Dir helfen." Still doch, Liebling," raunte jene ihr zu. Du weißt doch, daß Du mich nicht so nennen darfst. Willst Du, daß wir Beide deswegen gescholten werden?" Das junge Mädchen deutete mi einem trotzig? Ausdruck nach dem Sa lon zurück. Wenn ich sie nicht lieb

TT V 'V

haben soll, weshalb will sie es mir dann verwehren. Dich zu lieben?" . So darfst Du nicht sprechen, Reine, das ist unrecht," tadelte Violette. Du darfst Dir kein Urtheil darüber erlauden, was Deine Mutter anordnet." Reine wollte etwas entgegnen, allem in demselben Augenblick hörte man draußen im Schloßhof das Geräusch eines Wagens, der gleich darauf vor der großen Freitreppe anhielt. ' Reine-Marie war zum Fenster geeilt. Da ist Papa schon mit Gratien," rief sie. Dann haben wir keinen Augenblick

lanaer vx verlieren." entaeanete Vio lette, und Beide verließen rias Gemach. um den. Auftrag der Marquise auszuführen. Gleich darauf traten zwei Herren m das Vestibül des Schlosses und stiegen die zum ersten Stock führende monumentale Treppe empor. Oben nahm ein Diener ihre Ueberzieher und Hüte in Empfang. Der altere von Beiden war der Schloßherr. der Marquis Horace v. Plessis. Er war von hoher Gestalt. ging aber leicht vornübergebeugt. wie das ost Leute thun, dre viel denken. Seine braunen Haare waren an den Schläfen bereits ergraut, ebenso der unten spitz zugeschnittene Vollbart an den Seiten. Das schmale, femgezeichnete Antlitz wies eine echte Gelehrtenphysioanomie auf. In der That war der Marquis ein unermüdlicher Forscher auf dem Gebiete der Archäologie, Genealogie und Heraldik. Er gab sich feinen Studien mit einer wahren Leidenschaft hin. so daß er alles darüber vergessen konnte. In seinem Wesen hatte er viel mit Violette gemein, auch er war sanft und zurückhaltend, so daß er fast schüchtern erscheinen konnte, dabei aber doch im Grunde willenskrastig und von einer durch nichts zu erschütternden Beharrlichkeit. Sein lungerer Bruder Gratien dudete einen vollständigen Gegensatz -zu ihm. Er war kleiner und schmächtiger, gmg stets nach der neuesten Mode gekleidet und verkörperte den Typus eines vornehmen und selbstgefälligen Lebemannes. Dabei fehlte es ihm keinesWegs an geistiger Begabung, und die Verhältnisse hatten ihn genöthigt, diese auch durchaus nicht brach liegen zu lassen. Als zweiter Sohn eines ganzlich verarmten Adelsgeschlechts, war er sich beizelten darüber klar geworden, daß die Mittel, welche ihm zur Verfügung standen, nicht entfernt hinreichten, um sich einem müßigen Wohlleben hingeben zu können, wie das so viele seiner Standesgenossen thaten, und wie es seiner Neigung allerdings auch am .meisten entsprochen haben würde. Graf Gratien die jüngeren Söhne des Hauses führten den Grafentitel hatte es nicht unter seiner Würde gehalten, eine Zeitlana Medizin zu studiren. Als dann aber sein Bruder Horace Fräulein Le marchand geheirathet. hatte, deren Vato eine große chemische Fabrik in SaintDenis besaß, war er in das einen Weltruf besitzende Etablissement des alten Herrn Lemarchand eingetreten. Hier entwickelte er einen solchen Eifer und zeigte so treffliche kaufmännische Fähigleiten, wie es Niemand von ihm erwar tet hatte. Herr Lemarchand bewilligte Gratien ein glänzend zu nennendes Gehalt, hielt ihn aber persönlich von sich fern; der erfahrene Geschäftsmann schien dem jungen Aristokraten bei allem Eise: und allen Fähigkeiten nicht zu trauen und eine gewisse Antipathie gegen ihn zu hegen, wohingegen er den alteren Bru der in sein Herz geschlossen hatte, als ob er sein leiblicher Sohn gewesen Ware, Gratien fühlte sich durch diese Zurücksetzung, die sein brennender Ehrgeiz doppelt empfand, tief verletzt und erbittert. Wie gern hätte er seinen Posten, der ihm jährlich über zwanzigtau send Franken eintrug, gegen den viel weniger hochbezahlten eines Sekretärs des Großindustriellen hingegeben, mit der Aussicht, später dessen BevollmLchtigter und schließlich sein Nachfolger zu werden!. Wiederholt hatte er ihm.gegenüber dahin zielende Andeutungen gemacht und ihm seine vollste Ergebenhett betheuert. Lemarchand schien je doch die ersteren nicht verstehen zu wollen und an die letztere nicht zu glau ben. Eines Tages hatte Lemarchand, um weitere Erörterungen abzuschneiden, ihm sogar rund heraus erklärt: Meine Tochter will mcht, daß ich Ihnen die Stelle gebe, die Sie anstreben, und Sie tn alle meine Geschäftsgeheimnisse em weihe. Durch ihr mütterliches Vermogen. das in meiner Fabrik steckt, hat sie hier eme gewichtige Stimme. Zu dem ist sie mein ein und alles und gewohnt, daß ich ihre Wunsche erfülle Suchen Sie sie umzustimmen, dann werde ich mich nicht widersetzen. Von diesem Augenblick an verfolgt? Gratien nur das eine Mel, feine Schwögerin dahin zu bringen, daß. sie ihm bei ihrem Vater das Wort rede. Laure jedoch war nicht dazu zu bewegen. Als er wieder einmal inständig m sie gedrungen wc-r, hatte sie ihm geradezu geantwortet, daß er ihr nicht das erforderliche unbedingte Vertrauen em flöße. Sie war eine ausgezeichnete Nechnerrn und wußte ganz genau, was der Luxus, mit dem sie sich zu umgeben liebte, und ein wahrhaft fürstlicher Haushalt, wie sie ihn führte, kosteten. Da sie nun keine Einbuße erleiden, sondern im Gegentheil ihr Einkommen noch immer zunehmen sehen wollte, fi war sie nicht gewillt, die Quelle dieses Reichthums, eben die väterliche Fabrik. C r . in oie Hanoe ivres cywagers zu geven .Warum mißtrauen Sie 'mir denn?

fragte der Graf, mühsam seinen Zorn

bemusternd. Sie zuckte blos die Schultern und schwieg. . Welche Grunde haben Sie für em solches Mißtrauen?" fuhr Gratien fort. Das sollten Sie mir doch wenigstens sagen!" Statt aller Antwort hatte die Marquise aber blos ihre hochfahrendste Miene ausgesetzt und' war aus dem Zimmer gerauscht, ohne ihn eines weiteren Wortes zu würdigen. So sind diese Emporkömmlinge! hatte Gratien vor sich hingemurmelt. Aber er mußte an sich halten und durfte seme Wuth, seine Enttäuschung mcht laut werden lassen. Jahraus, jahrein hatte er weiter geharrt und gehofft, bis nun neuerdings eine .plötzliche Veranderung eingetreten war. Der bisheriae erste Bevollmächtigte Lemarchands war gestorben, und dieser ließ Nichts darüber verlauten, wen er auf diesen wichtlgen Posten zu erheben gedenke.' Der ras entfaltete feine ganze Gewandt heit, um die Wahl auf sich zu lenken. allein der Großindustrielle blieb unerschütterlich und wiederholte seinen früheren Bescheid: Ich werde in dieser Angelegenheit thun, was meine Tochter wünscht. Wenn sie Sie vorschlägt, werden Sie die Stelle erhalten, aber auch nur dann!" In den dunklen Augen des Grafen. die schon für gewöhnlich etwas Durchdringendes, Stechendes hatten, leuchtete es unheimlich auf. Sollte er denn nie sein Ziel erreichen, an dem ihm Reichthum und mit ihm Luxus und Wohlleben' das er so schmerzlich entbehrte, erwarteten? Er zählte gegenwärtig sechsunddreißig Jahre. Noch eine kurze Wartezeit,- vielleicht drei oder vier Jahre, und Herr Lemarchand wurde sich, wie er schon mehrfach geäußert hatte, zur Ruhe setzen. Hatte Gratien es bis dahin durchgesetzt, daß er der Bevollmächtigte und Vertreter von Laures Vater, daß er in alle Emzelheiten der Geschäftsführung eingeweiht war, dann wurde er von jenem Moment an der Herr und Meiste? der Fabrik an Stelle und im Namen Horaces, der in solchen Angelegenheiten des praktischen Lebens ja gar nicht mitzählte. Und nur die Laune eines Weibes sollte den Grafen verhindern, jenes so glühend ersehnte Ziel zu erreichen? Diese Gedanken beschäftigten Gratien, als er. am Abend vor Allerseelen an der Seite seines Bruders das Schloß Saint-Luc betrat. Ist die Frau Marquise im Salon?" fragte er den Diener. Jawohl, Herr Graf," lautete dessen Bescheid. Und wer ist bei ihr?" Niemand. Die Frau Marquise ist allein." Sorge, daß ich mit Laure eine Weile ungestört bleibe, um mit ihr über die bewußt? Angelegenheit zu sprechen," flüsterte Gratien seinem Bruder zu. Willst Du?" Ja. natürlich," gab der Marquis zurück und wies den Diener an, die Gäste, welche man erwartete, zunächst in sein Arbeitszimmer neben der .Bibliothek, wo er mit 'seinem Sekretär und Vertrauten, Herrn Blssus, alte Urtunden und Chroniken durchforschte, zu führen. Meine ' Unterredung mit Deiner Frau wird nicht allzuviel Zeit in Anspruch nehmen, und es wäre mir lieb, wenn wir nachher möglichst bald zu Tische gehen könnten, denn ich muß unbedingt noch heute Abend nach Paris zurück und darf daher den Achtuhrzug nicht verfehlen, bemerkte Granen noch. Sein Bruder ertheilte dem Diener auch einige auf diesen Wunsch des Grafen bezügliche Weisungen und ging dann in sein auf der linken Seite gelegenes Zimmer, während Gratien die Thür Lzum Salon öffnete. Laure erhob sich bei seinem Eintritt nicht aus dem Sessel, sie bot ihm auch nicht die Hand und äußerte kein Wort der Begrüßung. Blos eine tiefe Falte zwischen ihren Augenbrauen verrieth, daß sie bemerkt hatte, wer über ihre Schwelle getreten war. Guten Abend. Laure! Wie kommt es denn nur, daß man Euch um diese vorgerückte Jahreszeit noch hier aufsuchen muß, wenn man. Euch begrüßen will? Das ganze elegante Paris, zu dessen Königinnen Sie doch unbestm ten zählen, wundert sich, daß sich Ihre Salons in der Avenue de Messine noch mcht wieder geöffnet haben." Dafür fehlt jede Berechtigung," gab Laure kalt zurück, denn wir pflegen in Paris m gewöhnlich erst anfangs Dezember zu empfangen, häufig sogar erst gegen Weihnachten. Doch sprechen wir mcht davon, sondern von dem, was Sie zu uns führt, denn Sie sind ja zu einem ganz bestimmten Zweck hierher gekommen. Sagen Sie mir in kurzen Worten, was Sie vorbringen wollen. wenn Sie das können." Das kann ich allerdings," sagte Gratien, seiner Schwägerin gegenüber auf einem Sessel Platz nehmend. ..Reveille ist, wie Sie wissen, kürzlich-gk' storben. und ich möchte an seine Stelle treten.Zu dem Zweck hätten Sie sich doch wohl in erster Linie an meinen Vater wenden müssen." ' Das habe ich auch gethan, allein er hat mich an Sie verwiesen mit dem Hinzufügen, daß er sich in dieser Be ziehung gonz nach. Ihren Wünschen richten werde. Und nun.tZtte ich Sie inständig, theuerste Schwägerin, ver weigern Sie mir nicht Ihre Unterstützung. Meine ganze Zukunft liegt in diesem Aug:nbilck m Ihren Handen! ' (Fortsetzung folgt.)

WsMwMW

vandalia Abgang St. Louis Spcl., tägl g.. 12 30Vm St öomb Lw täglich L 6 & b 6 5U4 m Capital Expceö tügl bd.... 7 00Bm St ouiS Ac tägl 7 2553m (5h St L Erpreß täglich dh.lt 209m St Louis Ezpreß tägl 3 1531 r $ fe tzifingtzan Aec tägl. 4 00 Nm St L Fa? Mall täglich.... 8 3bNi

Clevsland, Qncinnati, Qzicago & St. 5onis Raikvay. Eleveland Didisie?.

Abgang American Expreß täglich .... 4 20Vm Muncie Ft W ck B H Ezp . . 7 00Vm NSKBLim täglich s ö... 7 30Vm Cledland Accom 10 45Vm Anderson Cxp 113053m N I K B Lim, tagl d s 2 55Nm Union Eity k Clkh Ace tägl 5 20Nm nilkervoSn Sp tägl d&s.. 6 20m St. Louiö New Fork Ltd tägl s ..12 2053m St LoulS Accom..... 7 15Bm Southweftern Lim tgl 6 s. . .11 4SVm St. Louis Ltd tägl 6 g 3 15Nm Tene Haute Mat'u Ace.. 6 00Nm American Expreß tägl 7 05Nm Cinc,Indpls d St L Ex tgl s 11 6ONm Cineinnat Cin & LouS Nachtekpreß tgl g 3 46Vm St Louö & Cin Nachtexp tg L 4 30Vm Cincinnati Exp täg 7 30Bm Cincinnati Accom 1 00Nm Cincinnati Lim tägl 2 5551m Louiöville Expreß 2 5551m Eine & Wast F L tg cl ck p 6 20Nm Chicago

Chicago Rachtexpreß tägl s, ,12 l5Vm Cine Nachtezpreß, tägl ..3 805? Kankakee Accom 7 00Bm Kankakee Accom 10 30L Cbicago Faft Expreß tgl d p 11 50Vm Cine Faft Erpreß tdgl p d. . 2 40Ns White City Special ä ck p. 3 205tm La Fahette Accom 5 00Vu LaFayette Accom 6 255km Cine ck Wash F L., p 055? Mi chigan Division. Benton Harbo? Expreß 7 00Vm Elkhart Accom nur Sonntags 9 55On Michigan Mail Expreß p...H8SBm Elkhart Expreß. .. -......10 403m Elkhart Ace täglich 6 20Nm Benton Harbor Expreß p . . 2 455k Michigan Exp?eß ... 8 005! Peoria Division w eftli ch Peoria Expreß täglich s ....12 1053m Columkmö ck ine Exp tgl 3 303 Peoria Expreß Mail. .... 7 2SVm Champaign Accom ...10 35vu Western Expreß täglich pd.. n 5vBm R F ck Ohio Special .. .... 2 405k Champaign Accom 4 10Nm Peoria Expreß täglich p ck 6 6 08N Peoria Division ö filich. ColumbuS Expreß tägl.... 4 25Vm ColumbuS Expreß tägl ...12 05Ntb Ohio Special tägl 3 00Rm Lynn Accom 10 000m Lynn Accom 6 15Nm ColumbuS Expreß 1 11 302

Oittsdurah, Cincinnati,

Indianapolis Division. ... Abgang Ankuust Pittöburg Special, tägl 3 .. 3 30Vm St LouiS Spezial tägl.. 12 10V ColumbuS Accom tägl..... 7 30Vm St Louis Lim täglich s d b.. S 45? New Aork Expreß täg g d . . . . 8 10Vm Capital Expreß täglich sä . . . S 50V Keyftone Expreß tägl ä ck s. 3 05Nm Chic ck St L Expreß tgl ä .12 105! Atlantic Expreß täglich ... 5 OONm SndianavoliS Accom 12 405! R S Lim täglich s d b.... 6 50Nm St LouiS Expr tägl 6 ck s. . 3 05ff Pittöburg Expreß, tägl g 6.. 7 05Nm Nimmt keine Passagiere tgl- 805! Chicago Divisicn. Chicago Special, gl p d .. 113633m Southern Expr täglich 3 15Ü Lou ck Chi F Expr täglich s 11 50Nm Chic ck Lou Expr täglich p d 8 405! SoniSville Division. Southern Expreß tägl . . . 3 35Vm Louiöv ck Madtson Ace tägl 10 10? PittS ckLon g S tägl g.... 7 OOBm Chie FS tägl pd... 11303 Mad Aec nur Sonnt...... 7 30Bm Louiöville u. Madison A.. 5 405Ia Louiöv ck Madjson Acco.. 8 05Vm Louiöv ck Pittöb g L täglich 6 36N Chicago ck Lou FS täglich pd 3 55Rm Madison Aecomm SonntagS 8 153 Madison Accom tägl 3 65Nm Lon ck Chi F Expr. täglich 11.86 NcZ Louiöbille Accom tägl.. S 46Nm Indianapolis 6c vincennes R. R. lairo ck Limen Expr täglich 7 20Bm Spencer ck Bedfsrd.Ae, tägl. S 458 VineenneS Expreß tägl.. . . . . 3 605!m BineenneS Expreß täglich.. 10 308 Spencer ck Bedford Ae, tägl. 4 45Nm Cairo Expreß täglichS 165!

Cincinnati, amilton & Dafton R. R. CincinnatiDivision.

Abgang Cincinnati Vefi täglich,.... 4 OOVm Cincinnati Accom täglich. .. 6 05Vm kZaft Mail täglich ...... 8 05Bm Cincinnati ck Det Expr p..!0 40Vm Cin . ck Dayton Veft. Exp p 3 OONm Cincinnati Best täglich dp 5 OONm Cin & Detroit Expreß täglich 7 025! Springfiel

Abgang Antunst Springileld Mail... 7 30Vm SprZngfield u Decatur Expreß K OOBn Chicago Expreß p ...11 50Vm Decatur Accom 10 80B Decatur Aeeom.. . .... 3 30Rm Cincinnnsti Exvreß täglich p 2 46V Dect & Springf Exp tg , ä.ll lONm Springsield & Decatur Expr. 4 40Nm kake Lrie & weftern R. R. Abgang , Ankunft Matt und Expreß 7 ibSQm Indianapolis Expreß 10 253 T Det ck M C Sx täglich.. 12 2Mm JvdianäplS Spel,Scnntagtz 10 305! Peru. Spel. nur OonntagS..l2 36Nm Mail ck Expreß 3 255! Chicago Sxpres 6 495! To!edo Expreß S4SN Chicago, Indianapolis & kouisville Rf. (ZNonon Route.) Abgang Ankunft Chieight Expreß tagl ...12 ö5Va Cincinnati Veft tägl g. 3 36V gaft Mail täglich u... 7 OOVm ga Mail tägliS ...... .. 7 60J Chi Expreß, nur Ssnapä..ll 60?tn Mono Ace, tägl auögSsnn,10 001 Chi ck Mich City Veft 6p. . 8 355? Cincinnati Veft täglich d p. 4 6255n Monon Aec,.. 4 OOSte - Qia C.H. ck D. Ny., (West) und Noachdale. Chicago Expreß p7... 11603 Cincinnati Expreß p . . . 2 453

S betest! Eleeper. F. Pastor Cr, C

- WtzSPMW.

kine. Ankunft Pittöburg Spcl, täglich s..S20Vm ew Sott Expreß täglich s d 6 5023a Schnelln Mail täglich.... 7 6553m Terre Haute Efsing Aec tg 10 25V Keyßoze Expreß täglich äs. 5 603 Atlantic Expreß täglich.... 4 45N The m Limited lägl idb 6 4655 Pittöb Ezp, lägl scl".... 6 655! Antnult ..12 103a .. 9 36Q ..10 4SÄ New sork Ltd tägl 6.. Union City Accom, tägl. Tmt Wayne & Elt Cxpre Southtvesten, Ltd tgl ä s. ...1125? ... 2 45Skm ... 3 OONw ... 6 455ilk Anoerjon Expreß p........ St Louiö Ltd tgl 6 s American Expreß täglich.... B H & Union City Accom. . . Division. American Expreft tgl 3ndö Col u Dayton Ex tgl s St. Louis Expreß tägl s.. . . Mat'n & T $autt Ace R I d Boßon Lim tägl äs. St Loni Accom .... . ... . Knickerbocker Sp tägl s 6 . . . . . 8 005?rn 4 0023 et 4 2055m 7 1533& 10 35m 2 50R 6 355! ÖC55? i Division. TinnnnatiAec 10 . Chic & St Expreß tg d & ps 11 Louö St 2 k Chicago Erpreßll White City Spezial tägl p.. 3 Indianapolis Accom taglich. 6 Eine Jndö St L Ex tg . .11 Eine & LouiZv Nachtekp tgl sll Division. 26v 36V 353a 055! 405! 405! 605! Tdlcaao & St lonis X'r. Ankuns Cincinnati Vestibüle täglich 1 12 465? Faß Mail täglich 8 360 Cincinnati Expreß täglich. .10 05Jn Cin Chi ck St L Ex tgl p..ll 458 Cincinnati Vefi 6 ck p 3 265! Cine ck 3nd Accom p......74 Cin 3nd et Lck yeo Sx tg ckelO 405! d Di bis i on. CbtirCf, Bvfet u. D. Diaiaf Ctf