Indiana Tribüne, Volume 28, Number 128, Indianapolis, Marion County, 21 January 1905 — Page 6
Indiana Tribüne; 21. Januar 1905.
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Europäische Nachrichten
Provinz Wrnden0urg. N 1 1 1 i n. Gebeimer Sanitätsrath Dr. Max Bartels ist in Berlin estorbeu. Bartels. der im Jahre 1843 in Berlin geboren ist, war eine der hervorragendsten Zierden der erlrner Medizinischen Gesellschaft und der Anthropologischen Gesellschaft. Seme beiden Hauptwerke und k Medn n der Na urvölker" und 2)ci5 Weib in der Natur- undVölkerkunde". Infolge der Explosion eines Benzinmotors ist der 29 Jahre alte ncotorfahrer Karl Kaiser, der bei dem Böhmischen Brauhause bejcyaftlgt t, UhenZnrKhrKch kerlekt. Ueber döN 'räthselhaften Tod eines VerlinerPostbeamten wird aus stralsund oencytet: Ein Oberpostassistent aus Berlin, welcher einen Postzug von Berlin nach Stralsund begleitet rcitte, wuiae moraens in seinem Absteigequartier Zn der Mörderstraße zu Stralsund als Leiche aufgefunden. Die ovesUrsache konnte noch nicht festgestellt werden. Aus Liebesgram Hai sich das 23jährige Dienstmädchen Barbara Herter zu vergiften versucht. Als es von einem Drechsler, mit dem es seit einemJahr ein Liebesverhältniß hatte, den Abschiedsbnef erhielt, naym es Salzsäure, und wurde nach Anwendüng der ersten Gegenmittel nach der Charite gebracht. Im Nathskeller erschossen hat sich die 53 Jahre alte 5andwerkerswittwe Klara Lemke geb. Scholler aus der Rykestraße 43. Die alte Frau hat höchstwahrscheinlich aus nervöser Ueberreiztheit ihrem Leben ein Ende gemacht. An Stelle des in den Ruhestand getretenen cevizinalraths Dr. Schacht ist der Apothekenbesitzer Otto Schade vom Polizeivräüdenten zum Apothekenrevisor für Berlin ernannt worden. In der Färberei von Soldm & Sommerselv, Holzmarktstraße 21, platzte eine Centrifuge. Der Maschinist erlitt einen Schädelbruch und starb kurz danach. Ein Monteur trug einen viippenorucq davon. Bon einem Straßenbahnwaaen todtgefahren wurde an der Ecke der Andreas und Langen Str. der 54 Jahre alteBauarbeiter Johann Richter, Lange Str. 79. Potsdam. Aus dem Rangirbahnhof in Potsdam wurde der Rangirer August Hetsch aus Bornstedt überfahren. Der Verunglückte, dem von den Rädern beide Beine buchstäblich abgeschnitten worden waren, wurde nach dem städtischen Krankenhause aebracöt, wo er jedoch bald nach, feiner Einlieferung starb. Charlottenvurg. jayreno der Dienstfahrt auf der Lokomotive eines Stadtbahnzuges schwer verbrüht wurde der Heizer Ernst Franz aus der Sophie - Charlottenstraße 22 zu Charlottenburg. Der Beamte wollte von seinem Stand aus ein Seitenfenster der Maschine putzen,' dabei rutschte er 'ab und stieß das Sicherhtsventil auf, so daß heißer Dampf ausströmte. Dieser verbrühte den Heizer an der Seite sehr erheblich; er mußte nach seiner Wohnung gebracht werden. Finsterwalde. Der Müllergeselle Emil Vogel aus Lindthal, der nebst seinem Brüter unter dem Verdachte verhaftet wurde, den WaldwärterCamenz aus Rehain ermordet zu baben. bat seine That eingestanden. Die Leiche des ermordeten Camenz ist vergraben aufgefunden worden. Giesendorf. Die Frau des Wirthschaftsmeiers Sitynek wollte ihrer Feldarbeit nachgehen und schloß lkre drei Kinder von 1. 4 und 7 sau ren in der Wohnung ein. Die Kleinen wußten die Zündhölzer zu erlangen, und bald stand die Wohnung in Flammen. Als Hilfe kam, wurden alle drei Kinder bereits erstickt borgefunden. R i x d o r f. Ein Mord mit Brand stiftuna ist auf dem Rieselaut Laß mannsdorf verübt worden. Auf dem Rieselgute ist eine größere Anzahl Arbeiter besckäftiat. die zum Tbeil in Baracken unteraebrackt sind. Kürzlich brannte eine solche Baracke, die für 20 Personen cylassteuen enthielt, vollständig nieder. Durch den Gendarm und den Amtssekretär wurde folaendes festgestellt: Nach dem abgelegten, m .'.r Tjri":r. t o r ' i . iqeuiDcijcn viciauuuiB vcr 'aiücuct Paul Scherner und Josef Schumacher ist der Arbeiter Pöchtel von ihnen in die Baracke aelockt und dort erdrosselt worden, um ihn seiner Vaarschaft zu berauben. Durch Zeugen wurde weiter festaestellt. dafc die beiden Verbrecher den Gemordeten mit Spiritus begössen und ihn dann in Brand gesteckt haben, um ihre Unthat zu verdecken. Provinz Hstpreußen. Königsberg. Die Tischlerfrau Kal'eck versuchte aus Noth sich und ihre vier Kinder zu ertränken."Die beiden jüngsten Kinder sind todt, die anderen gerettet. In der kürzlich in das Leichenschauhaus eingelieferten weiblichen Leiche ist durch Angehörige die 16 Jahre alte Helene Gerlach aus Pr. Stargard erkannt worden. A l l e n st e i n. Die Pferde des Besitzers Weichhaus aus Sch'öntritten gingen durch. Als sie im schnellsten Tempo durch das Gerdauer Thor rasten, wollte sie der Arbeiter Kliefchewski von hier aufhalten. Er kam hierbei unter die Pferde und der Wagen ging über seinen Kopf hinweg. Klieschewski hat erhebliche Verletzungen am Kopfe erlitten.
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Braunsberg. Am Klosterbau kam der 22jährige Arbeiter Anton Bolz, der kürzlich vom Militär gekommen ist, zu Tode. Trotz vieler Warnungen sprang er von einerMauer auf das Gerüst im Innern und stürzte etwa 2o Meter tief hinab. Der hinzugezogene Arzt stellte den Tod fest. Graudenz. Eme traurige That ist von der in der Magisterstraße No. 16 wohnhaften Frau des Tischlers Kaleck verübt worden. Die Frau verließ mit ihren vier Kindern ihre Wohnung, indem sie ihren Hausgenossen mittheilte, daß sie sich das Leben nehmen wolle. Thatsachlich wurde nun das zweijährige Töchterchen Ella der Frau an den Altstädtischen Holzwiesen im Pregel todt aufgefunden. Bald danach wurde noch ein zweites Kind, ein fünfjähriges Mädchen, in der Nähe gleichfalls als Leiche aufgefischt. Die beiden anderen Kinder im Alter von 1 und 8 Jahren, sowie die Mutter sind gerettet worden. I n st e r b u r g. Im hiesigenZuchtHause ist ein im 80. Lebensjahre siehender Insasse verstorben, der 522 Jahre daselbst zugebracht hat und während dieser Zeit viermal auf freiem Fuß gewesen ist. Memel. Bei einem heftigen Nordweststurm gingen zwei mit Holz und Ziegeln beladene Kähne auf dem Haff bei Nidden unter. Durch , den Memeler Dampfer Treue" wurden 7 Personen gerettet. Die Bemannung des einen Kahns ist bis auf einen Matrosen, der sich aus denMastkorb flüchtete, ertrunken. Rosenberg. In Janaufchau, dem Gute des Herrn v. Oldenburg. brannte ein Viehstall nieder. Das Vieh konnte in' Sicherheit gebracht werden. Wartenburg. Im Alter von 101 Jahren ist eine Frau Wysoki gestorben. ' Noch im Alter von 100 Iahren legte die rüstige Greisin den Hinund Rückweg nach Wartenburg (ca. 4 Kilometer) oft zu Fuß zurück. Provinz Westpreußen. Danzig'., Der hiesige Männergesangverein, der in einem engen Kartell zu unserem Sängerverein steht beging sein 25jähriges Stiftungsfest, das durch ein Concert eingeleitet wurde, bei dem Lassend König Oedipus" zur Aufführung gelangte. Briefen. Auf dem hiesigen Bahnhof wurde der Hilfsbremser Zielke aus Thorn beim Rangiren eines Güterzuges überfahren und getödtet. E l b i n g. Der Rentier Diedrich Cornelsen Hierselbst, ein guksituirter Mann, erhängte sich, weil ein Strafverfahren wegen Sittlichkeitsverbrechen gegen ihn schwebte. F r i e d l a n d. Das Fest der goldenen Hochzeit feierte das Lehrer a?D. Poeplau'sche Ehepaar in Gursen. Herr Pfarrer Rosentreter überreichte nach der kirchlichen Feier dem Paare in dem Hochzeitshause eine Hauspostille. K o n i tz. Herr Oberpräsideni Delbrück traf kürzlich hier ein und besichtigte in Begleitung des Herrn Landrath Kreide! und Burgermelster Weditius das Kgl. Gymnasium, die katholische und die evangelische Kirche, das Convikt, die Synagoge und die städtischen Schulen. Die Stadt trug reichen- Flaggenschmuck. Marienburg. Ein seltenes Jubiläum beging der 52jährig.e verheirathete" taubstumme Schnezdergeselle Gottfried Müller von hier. Dreißig Jahre ununterbrochen arbeitet er in dem Geschäft des Schneidermeisters Richard Monath. In Anerkennung seiner Pflichttreue wurde dem Jubilar von seinem Arbeitgeber ein Geldgeschenk überreicht. Marienwerder. Das dreijährige Söhnchen der Aufseherfrau Luba ist beim Spielen auf dem Hofe der Zuckerfabrik in ein mit Schlamm angefülltes Bassin gestürzt und darin erstickt. Vermuthlich hatte sich der eiferne Verschlußdeckel des Bassins etwas verschoben.
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S,. Vrrj, M ri , ., . ' " ...v,. Wt-It . IVMVH1 WVHtHWJ UlMlUflWU U; (.(WUV nie. di? schlimmsten Fälle von Wrätte dieser Schmerzen und Frauenschwäche zu lindern. Die wunderbaren ibnen rasck Tausende von verzweifelnden Leidenden in Erstaunen gesetzt, indem sie Wenrauen W ift überflüssig zu sagen, daß Wine of Cardui Tausende von5 VgJ? di 2r2?' lte alS unheilbar aufgegeben worden waren. DerWwe ot Cardui ist ein mildcs Tome, da zede ütau gebrauchen sollte. Jeder Apotheker verkauft $1.00 - Flaschen. Macht heute einen Versuch mit dem WINE OF CARDUI !
Krirgsschulscicr jn Tokio. Leistungen nd Unterriözt der japanische Okftzieraspiantett. In Tokio fand unlängst die jährliche AbgangSfeier . der Offiziersaspiranten der Kriegsschule in Gegenwart des Mikado statt. Schon vom frühen Morgen an waren die Straßen, die vom kaiserlichen Palast bis zu der herrlich auf einer Anhöhe im Stadttheil Ushigome gelegenen Anstalt führen, zu beiden Seiten mit Polizisten besetzt, und am großen Auffahrtsthor bildete eine wie immer bei solchen . Gelegenheiten ehrfurchtsvoll schweigsame Volksmenge Spalier. Rechts und links des der Hügel hinaufführenden Weges waren die Offiziere und Lehrer der Schule zum Empfange aufgestellt, während oben auf dem großen, von allen vier Seiten von Gebäuden eingeschlossenen Exerzierplatze die etwa 1200 Mann zählenden Schüler in Paradestelluug auf die Ankunft ihres obersten KriegsHerrn warteten. Da naht der kaiserliche Zug. Zunächst erscheint ein Spitzenreiter in einfacher Livree; ein Gendarm zu Pferde folgt, und hinter ihm die Kavallerieeskorte mit der kaiserlichen Standarte, ein goldenes Chrysanthemum in violettem Felde. Dann kommt der Wagen mit dem Mikado; ihm gegenüber sitzt der Hausminister, den Blick zu Boden gerichtet. Es wäre unehrerbietig, dem Mikado in's Gesicht zu sehen. Schweigend verneigt sich alles; die NationalHymne ertönt, und der Wagen erreicht im Schritt das Portal des Hauptgebäudes. Empfangen vom Direktor der Schule, eilt der Mikado die Stufen zum Empfangszimmer empor, um sich für kurze Zeit auszuruhen. Alles geht schweigend zu; kein Wort wird gewechselt. Nur als der Kaiser auf den Exerzierplatz hinaustritt, macht der kommandirende Offizier Meldung, und der Kaiser winkt mit dem Kopf. Foroshi." das heißt etwa schön," ist alles was er sagt. Von dem drei Schritte vor ihm hergehenden Direktor der Schule geführt, schreitet der Mikado die Front der präsentirenden Schüler ab. Endlich hat er den für ihn abgezirkelten Platz erreicht, und der Vorbeimarsch beginnt. Alles klappt tadellos. Nun folgen in einem Lehrsaal die Ansprache des besten Schülers, der über Nachtgefechte" spricht, dann das Quadrillereiten der Kavallerie auf einem tiefer gelegenen Reitplatze. Von den'umgebenden Anhöhen können wir diese immer wieder das Auge erfreuenden, exakt ausgeführten Uebungen bequem übersehen. Zum Schluß endlich folgt die Vertheilung der Diplome und Preise an die besten Schüler. Jeder von diesen bekommt eine silberne Uhr zum Geschenk. Damit ist die Feier beendet. In derselben Ordnung wie am Anfang verläßt der kaiserliche Zug die Schule. In Friedenszeiten findet, w!e oben angedeutet, diese Abgangsfeier nur einmal im Jahre und zwar im Dezember statt. Da die großen Verluste an Ossizieren im gegmwärtigen Kriege aber i'eine schleunige Ergänzung erheischten, ist der Kursus abgekürzt worden. Der nächste Abgang findet im März 1905 statt und der dann folgende im September. Zu der vor Kurzem erfolgten Aufnahmeprüfung hatten sich circa 700 Schüler angemeldet, die zum größten Theile aus Mittelschulen und Gynmasien stammten. Aus der Kadettenschule kamen nur etwa 300 Mann. Beim Unterricht wird der Praxis vor der Theorie der Vorzug gegeben, besonders auch beim Sprachunterricht. So unterrichten drei fremde Lehrer, ein Deutscher, ein Engländer, und ein Franzose, an der Anstalt. Daher kommt es auch, daß so manche der japanischen Offiziere im Felde sich mit den Russen ganz gut auf deutsch verständigen können. In den ElementarVolksschulen Birminghams, England, werden Schüler und Schülerinnen kostenlos mit Frühstück bewirthet. Vor fünf Jahren hat man in einer Schule damit begonnen; jetzt besteht die Einrichtung in 14 Schulen.
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Urdm aus Zdchlachlstldml. Berühmte Feldherren und Mittel zur Vele, bug des MutheS der Soldaten. Eine Sammlung berühmt gewordener Reden, die auf Schlachtfeldern gehalten wurden, ist vom Pariser Gaulois" aufgestellt worden. Da ist vor allem Nelsons Ansprache an seine Blaujacken am Tage von Trafalgar: Alt-öngland erwartet, ' daß heute Jedermann seine Pflicht thut." AIs CromweL in der Schlacht von Jork den General Manchester von den königlichen Truppen fliehen sah, rief er ihm zu: Mnlord, Sie irren sich, der Feind ist nicht auf dieser Seite!" Das Wort genügte, um die wankenden Reihen zum Stehen zu bringen und die bereits verlorene Schlacht zu gewinnen. Das Beispiel Ferdinand Cortez, der bei der Landung in Mexiko feine Schiffe verbrannte, wurde mehrercmale in ähnlichen Situationen befolgt. Nach der Einnahme von Kehl im Jahre 1797 griffen die siegreichen Oesterreicher die Franzosen in ihrem verschanzten Lager an und fegtcn sie vor sich her bis zu der fliegenden Brücke, die man für den Rückzug über den Rhein geschlagen hatte. Ta ließ der französische General Lecourbc die Brücke halb abbrechen und rief den Fliehenden entgegen: Soldaten, hier ist der Rhein, dort der Feind. Ihr müßt ertrinken oder kämpfen! Wählt!" Da hielten sie dem Ansturm der Oesterreicher Stand. Bei Lesnovo wollte Peter der Große einen Proviantzug erobern, den der General LewenHaupt Karl XII. zuführte. Aber alle Angriffe der Russen wurden abgeschlagen, und die Schlacht schien bereits verloren, als der Zar den Kosaken seiner Arrieregarde zuschrie: Schlagt jeden nieder, der flieht: Und ich befehle Euch, auch mich z-l todten, wenn ich feig sein perde!" Die Russen machten Kehrt und siegten. Dieser Befehl erinnert an das Wort La Rochejaquelins, der feinen vendeischen Bauern zurief: Wenn ich vorwärts gehe; folgt mir! Wenn ich fliehe, tödtet mich! Wenn ich sterbe, rächt' mich!" Noch grandioser ist der Ausspruch Catinats in der Schlacht von Chiari. Ein Offizier sagte zu ihm: Aber Sie führen uns ja in den Tod!" Worauf der Marschall erwiderte: Das ist wahr. Vor uns ist der Tod, aber hinter., uns ist die Schande!" Heinrich IV. hielt in der Schlacht seine retirirende Avantgarde mit den Worten auf: Dreht Euch um! Wenn Ihr schon nicht kämpfen wollt, so seht wenigstens zu, wie ich sterbe!" Der berühmte Reitergeneral Päppenheim brüllte feinen Schwadronen in der Schlacht bei Lützen zu: Pappenheimer seid Ihr! Vorwärts! Damit führte er sie in die schwedischen Batterien. Auch der Humor kann viel auf dem Schlachtfelde helfen. Man erinnere sich nur, wie Blücher seine Preußen vor Waterloo aneiferte: Vorwärts, Kinder! Ich hab's ja dem Wellington versprochen. Laßt ihn nicht aufsitzen!" Das Gelungenste leistete sich aber, um den gesunkenen Muth feiner Soldaten wieder zu ''eleben, der tapferste aller napoleonischen Generale, Friant. Als die Salven des Feindes die Reihen der Franzosen dezimirten und diese nn t mehr vorwärts wollten, rief er 'ihnen zu: Was heißt denn das? Für die elenden secbs Sous, 'die Ihr pro Tag bekommt, furchtet Ihr Euch zu sterben? Seht mich an! Ich habe 50.000 Livres Rente und fürchte mich nicht! Kopf hoch, damit ich einen Schnurrbart sehen kann!" DaS Shikin." -Will man in Japan ein Haus miethen, so ist es mit der monatlichen Miethe allein nicht gethan; man muß eine Sicherheit stellen, d. h. den etwa dreimonatlichen Miethspreis dem Hausbesitzer als Kaution geben. Beträgt die Monatsmicthe also 100 Yen (etwa $50), so muß man 300 Jen ohne eine andere Sicherheit als eine Empfangsbescheinigung im Voraus bezahlen. - Dieses Geld, shikin" genannt, entbindet keineswegs von der Bezahlung der monatlichen Miethe vom ersten Monat an. Es steht ganz zur Verfügung des Hausbesitzers. . Zinsen be-
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heWöe l ü kommt man nicht; dagegen liefert das shikin" oft genug das Betriebskapital für irgend einen aufbesserungsbedürftigen Geschäftszweig des Vermiethers. Leute, welche viele Jahre lang in ein und demselben Hause wohnen, können das Aufgeld als verschenkt betrachten; denn sie bekommen es nicht eher wieder, als bis sie das Haus verlassen und auch dann nur unvollkommen. Denn zuvörderst zieht der Hausher alle Reparaturkosten für das verwohnte" Haus ab. Und die gibt es in einem Hause, das nur aus Holz, Papier, wenig Glas und Strohmatten besteht, immer in Hülle und Fülle. Alle dies: Schäden müssen bezahlt werden und als Taxations - Kommission waltet allein unbeschrankt die gebietende Stimme de Hausherrn. Man kann also unter Umständen froh sein, wenn man überhaupt etwas von seinem shikin" rettet. Trotzdem ist diese Einrichtung nimt ganz unberechtigt, denn bei dem geringen Hausrath, der Japaner ist das Rücken" allzu leicht gemacht. : K r y p t o l heißt ein neues Material 'zur Erzeugung hoher Temperaturen. Das Kryptol ist eine schwarze, körnige Masse und besteht aus einem Gemenge 'von Leitern erster Klasse (Kohle, Graphit) und Leitern zweiter Klasse (Thonerde, Karorundum, Kie. selsäure). Die (Erbschaft der Berncr Baren. Den Bären im Bärengraben zu Bern, Schweiz, war von einem vor zwei Jahren in Pruntrut verstorbenen Junggesellen testamentarisch dessen ganzes Vermögen zugeschrieben worden. In dem Testamente hieß es: Da die Menschen mich im Leben verachteten, so sollen sie nach meinem Tode nichts von mir haben, und deshalb vermache ich mein Vermögen den .Mutzen' in Bern." Falls die Berner Gemeinde das hinterlassene Erbe ausschlage, hieß es in dem Testament weiter, solle es der katholischen Kirchengemeinde Pruntrut zufallen. Da die erste Bestimmung nachträglich mit Bleistift durchgestrichen war, beanspruchte die katholische Gemeinde Pruntrut die ganze Hinterlassenschaft und beträt den Prozeßweg. Ein günstiger Ausaang für sie erschien aber zweifelhaft, und neulich hat sie sich mit der Vertreterin der Mutzen," der Berner Einwohnergemeinde, dahin verständigt, daß von der 9000 Francs (1 Franc gleich 18.8 Cents) betragenden Hinterlassenschaft 3500 Francs den Bären im Berner Bärengraben zufallen, 5500 Francs sie selbst behält. Die Mutzen" sollen ihre Befriedigung über diesen Ausgang durch wohlwollendes Brummen zu erkennen gegeben haben. Von Bubenhänden gefährdet? Bahn. Auf der Eise--Bahnstrecke Mons - Boussu, Belgien,, wurden von böswilliger Hand ungefähr 200 schwer- Pflastersteine auf das Geleise gelegt. Glücklicherweise bemerkten Grubenarbeiter, die an der. gefährdeten Stelle dcrbet mußten, den Steinhaufen, wodurch ene Katastrophe vermieden wurde. In den Landungsplätzen der Union wurden während des Iahres 1904 7994 Ausländer ausgeschlossen.793 als Paupers," 1660 wegen allerlei Krankheiten, 5 als ehemalige Sträflinge und 1501 als Kontraktarbeite?. Die Leier k zst enmä'nnlr in Philadelphia haben eine Orgel-drehers-Union organisirt, welche sich die Aufgabe gestellt hat, die Straßenmusik zu verbessern, die alten, längst ausgeleierten Stücke zu verbannen und ibxt Kunden mit klassischer Musik zu erfremn Die Kunstschätze von Windsor Castle bei London sind im Werthe auf M,000,000 geschätzt. König Eduard hat eine Neuarrangirung der Gegenstände vornehmen lassen, aber wegen ihres immensen Werthes ist es ihm noch nicht gelungen, eine Versicherungsgesellschaft zur Versicherung der Schätze gegen Feuers- oder.sonstige Gefahr zu finden. - - .
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