Indiana Tribüne, Volume 28, Number 127, Indianapolis, Marion County, 20 January 1905 — Page 6
Jndiana Tribünc. 2 Januar 1905
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Warum nicht Ihr Heimanziehend machen, durch den Gebrauch eineZ .'. .'. .'.
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Europäische Nachrichten
Erlß'Lctl)ringen. Straßburg. Ein schweres Unalück hat ein in Neudorf wohnendes, jungverheirathetes Ehepaar Schmidt betroffen. Der Vater, ein Tagner, war an einem Unwohlsein erkrankt und hatte vom Arzt eine opiumhaltiae Arznei verschrieben bekommen. Zu gleicher Zeit erkrankte auch das ersie, drei Monate alte Kind der Eheleute, ihm wurde auch ärztlicherseits eine Medizin verordnet, jedoch eines anderen Charakters. Da die beiden Medizinflaschen einander ähnlich sahen, verwechselte die Mutter die für das Kind bestimmte Arznei mit der des'Mannes und gab dem Kind von der opiumhaltigen Medizin cir. Der Irrthum wurde zwar bald lcmerkt. doch war es zu spat, und das Kind starb, obwohl ärztliche Hülfe rasch zur Stelle war. Flinaolsheim. Während eines Streites mit seinenArbeitern. welche eine drohende Haltung einnahmen, schlug der Grubenbesitzer Gruß mit dem Knüppel drein, tödtete einen Arbeiter und verletzte andere schwer. Gruß ist verhaftet worden. K o l m a r. Wegen TodtschlagsVersuchs an der Ehefrau, Tödtung des Schwiegervaters sowie seines Knechtes wurde der Bauer Debenarth vom hiesigen Schwurgericht zu 12 Jahren Zuchthaus verurtheut. Metz. Em schweres Elsenbaynunqlück hat sich auf der Strecke BaselOstende zugetragen. Der Pferdehandler Ellas Heimendinger aus dem Elsaß und dessen Sohn benutzten einen Schnellzug der genannten Strecke, um einen Pferdemarkt in Arlon zu besuchen. Heimendinger, der Vater, stürzte bei Remilly aus dem Zuge heraus, blieb besinnungslos auf dem Geleise liegen und wurde von einem nachfolgenden Güterzuge in zwei Theile geschnitten. Meclirenburg. Schwerin. Im 83. Lebensjahre verschied hier der Oberlazarethinspektor a. D. RechnungSrath Johann Karl Stelzner. Der Verstorbene war in feiner langen Dienstzeit weiten Kreisen hiesiger Stadt und des Landes bekannt geworden. V o i z e n b u r g. In hiesiger Stadt sollte der Arbeiter August Wirth aus Bernburg von der Gendarmerie wegen Bettelns angehalten werden, entzog sich aber der Festnahme durch die Flucht. Seine Verfolgung wurde sofort aufgenommen. Als man ihm bis auf 25 Schritt auf den Fersen war, zog der Verfolgte plötzlich seinMesser und stach sich in den Unterleib. Da die Verletzung eine recht schwere war, wurde Wirth sofort in das Krankenhaus gebracht. Sülze. Nach 53jähriger Dienstzeit trat der Steueraufseher Fischer Hierselbst in den Ruhestand. In Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste hat der Großherzog ihm sein Bildnis in prachtvollem Rahmen, sowie die Verdienstmedaille in Silber verliehen. W a r i n. Ihr 60jähriges Dienstjubiläum konnte die Wirthschaften Wittwe Nagel im Hause des Rentners Allwardt hierfelbst feiern. Der GroßHerzog hat der Jubilarin fein Bildniß durch das Kabinett zugehen lassen. Hldenburg. Oldenburg. Der Kaiser hat dem vortragenden Rath im Oldenburgischen Staatsministerium, OberRegierungsrath Gramberg in Oldenbürg, den Rothen Adlerirden 3. Klasse und dem Amtshauptmann Mutzenbecher in Bant sowie dem BaurathFreefe in Oldenburg den Rothen Adlerorden 4. Klasse für ihre verdienstvolle MitWirkung bei der Regelung des Baupolizeiwesens im Preußischen und Oldenburgischen Jagdgebiet verliehen. Bettrngbühren. In der Besitzung des Gemeindevorstehers Wenke brach Feuer aus, das, nachdem es die ganze Besitzung in Asche gelegt hatte, auf 3 andere Häuser übersprang und diese ebenfalls einäscherte. Außer den Erntevorräthen und den Mobilien der Betroffenen kamen auch mehrere Kälber und Schweine in den Flammen um. Sieben Familien sind durch den Brand obdachlos geworden. H o o k s i e l. Die hiesigen bereits hochbetagten Eheleute Arbeiter Krüger wurden plötzlich in Trauer verfetzt durch die Mittheüung, daß ihr Sohn, welcher auf demBremelhavener Schiffe Pionier" als Kapitän fuhr, mit dem Schiffe untergegangen sei. Der Verunglückte galt als ein tüchtiger Seemann. Freie Stüdte. Hamburg. Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich auf dem Rangirbahnhof am Billhörner Deich. Dort fuhren zwei Ranair - Lokomon den dicht nebeneinander vorbei; zwei Rangirarbeiter wurden vom Zuge her abgerissen und überfahren. Leidet wurde einer der Verunglückten, der am Billhörner Deich 23 wohnende Frost sofort getödtet, während der zweite schwer verletzt wurde. Ein Mord wurde in der Bleicherstraße verübt. Der Vlehmatler Niemeier wurde tn ti nem Pferdestall bewußtlos mit bluti gem Kopfe und zertrümmerter Scha deldecke aufgefunden und nach dem Krankenhause gefahren, wo er starb. Der Polizei gelang es, den 18jährigen
Arbeiter Schmidt zu verhaften, der
dringend verdächtig ist, den Viehmakler Niemeier überfallen und getödtet zu haben. Einem bedauerlichen Unglücksfallfidas vierjährigeSöhnchen der Eheleute Gottschall, Engelstraße No. 7 wohnhaft, zum Opfer. Das Kind stürzte in eine mit heißem Waffer gefüllte Balje; es war kurze Zeit darauf eine Leiche. , Bremen. Die Baumwollspinne rei in Vegesack - Grohn ist niedergebrannt. Die Arbeiter mußten flüchten, um sich zu retten. 800 Arbeiter sind brotlos. Vermißt ward der 19 Jahre alte Schiffskoch Natuschni aus Oppeln, der auf dem im Holzhafen liegenden Segelschiff .Anna" bedienstet war. Der Vermißte is? vom Schiff m die Stadt gegangen und nicht zurückgekehrt. Es steht zu befürchten, daß er verunglückt ist. Lübeck. Senator Dr. Plessing, der kürzlich sein 23jähriges Amtsiubiläum feierte, ist an einem Schlaganfall gestorben. Die Schließung des Stadt - Theaters wegen Feuergefährlichkeit, mit Ende der Saison im Frühjahr, ist vom Senat endgiltig angeordnet worden. Schweiz. Bern. An der Jsenfluth im Lauierbrunnenthal stürzte der 30jährige Fritz von Allmen aus Lauterbrunnen ab. Die schrecklich zugerichtete Leiche wurde erst später gefunden. . i " Genf. Genf hat .durch den Tod von Prof. Ed. Barde einen schweren Verlust erlitten. Als Kanzelredner war Barde ln weiten Kreisen hochgeschätzt, ebenso als Professor an der Ecole libre de Theologie. L e n z b u r g. Freiwilliq gestellt hat sich der hiesige Forstverwalter Hünerwadel, der sich Veruntreuungen im Gesammtbetrage von 14,000 Francs zuschulden kommen ließ und flüchtig geworden war. Die veruntreuten Betrage hat er aus eigenen Mitteln zurückerstattet. Rodels im Domleschg. Hier brannt das Haus des .alten Reschieder nieder. Reschieder wurde verkohlt in den Trümmern aufgefunden. Sankt - Gallen. Nach 50 Jahren wurde hier wieder zum erstenmal em Todesurtheil gefällt. Das 26 Jahre, alte Dienstmädchen Frieda Keller hatte ihren fünfjährigen unehellchen Knaben aus Angst, ihn nicht weiter ernähren zu können, im Walde erwürgt und vergraben. Gegen das schwere Bluturtheil haben die schwerzerischen Frauenvereine Protest eingelegt. Der Große Rath wandelte denn auch die über die Keller verhängte Todesstrafe in lebenslängliches ZuchtHaus um. Zürich. Arnold Ott ist verunglückt. Der Dichter, der in der Pension zum Forster auf dem Zürichberg im Interesse ungestörten dichterischen Schaffens für einige Zeit Wohnung genommen hat, glitt auf einer vereisten Stelle aus und erlitt einen doppelten Unterschenkelbruch. Hcstcrreich.lngcrrn. Wien. Der 69jährige pensionirte Schuldiener Gregor Kaltenbrunner sprang in der Felberstraße auf einen Motorwagen der städtischen Straßenbabnen, der sich eben von der Haltstelle weg in Bewegung gesetzt hatte. Ohne erkennbaren Grund sprang der Greis während der Fahrt sofort wieder in entgegengesetzter Richtung ab und stürzte dabei so unglücklich, daß er eieinen Bruch 'der Schädelbasis erlitt. Er wurde ins Kaiserin Elisabethspital gebracht und ist dort gestorben. B regenz. Das Stift Mehrerau feierte das Jubiläum seiner vor fünf zig Jahren erfolgten Wiederaufrich tung. Brunn. Bei dem Neubaue in der Adlergasse ist in einem Lichthofe der Taglöhner Jgnaz Kowarz aus der Höhe des vierten Stockwerkes 'herabgestürzt. Der Verunglückte erlitt mehrere Rippenbrüche und eine Verletzung der Wirbelsäule. H o l l e s ch a u. Die Eheleute Tho mas und Franziska Lutonsky sind verhaftet worden, well sie verdächtig erscheinen, durch Mißhandlungen den Tod des zweijährigen Söhnchens der Franziska Lutonsky aus deren erster Ehe,' Namens Franz Hrapala, herbei geführt zu haben. . Innsbruck. Der bekannte Touristerrwirth Franz Kirchebner ist in der Juffenau imSellrainthal beim Suchen von Schafen, die sich auf der Alm verstiegen hatten, abgestürzt und fand . . . . . ' . m i hierbei den 2rt. nererung!uale ymr i nrn 1 1 , Ii f.X2 . .' ! ieiiaßi eine lusurroe inu jeus uiuuuu diaen Kindern. K o st e l. In dem GemeindeamtNl5 wurde die Leiche emes neugeoore nen Kindes' männlichen Geschlechtes aufacfunden. Die gerichtliche Todten schau ergab, daß das Kind lebend gei i , " v... ri.r t boren und giern? nacy oer eouri den Brunnen geworfen worden war, wo es ertrank. Die Kindesmörderin wurde in der Person der 25jährigen Maad WilhelmineBlaschek erunt, ver haftet - und dem Bezirksgerichte m Lundenbura überstellt. Lkotta bei Liptal. Der siebenjährige Grundbesitzerssohn Adolf Obadal spielte m der elterlichen Woy nung mit mehreren Kindern. Der Knabe begab sich während des Spieles in ein Nebenzimmer, rn welchem e später an einem-Nagel mittels des ei genen Leibriemens erhängt aufaefun den wuroe. ! !
Der in St. Peter. Minn.,
ansässige Geschäftsmann Claude E. Reynolds ist für eine vor längeren' Jahren ausgeübte gute That belohnt worden. In Peru, Ind. half er damals einem jungen Wann Nameens Miles S. Thompson auf die Beine, der durch widrige Verhältnisse herunergekommen war und denLebensmuth verloren hatte. Thompson ist nun urzllch gestorben und hat seinen Nachaß im Werthe von etwa Z6000 seinem ehemaligen Wohlthäter hinterlassen. EinDoktorinGlenFalls, N. ?)., der 46 Jahre praktizirt hat und es zum Wohlstand brachte, hat aus Dankbarkeit seinen überlebenden Paienten als Weihnachtsgeschenk je emen ostbaren hübsch ornamentirten Souvenirlöffel gestiftet. Es sind ihrer mehr als 100, die, wie die Inschrift auf dem Löffel heißt, meine BeHandlung überlebt haben." Mehrere tausend Dollars ließ der Doktor sich's ko sten, des Schlaue denn jetzt stürmen sie ihm förmlich die Office, ihm, der mehr als 100 Patienten, die es überstanden haben, aufweisen kann. Ein allein in der Nahe von Pilger, Nebr., hausender Schwede Namens John Anderson war bei dem neulichen Schneesturm und Glatteis in seinemHause so unglücklich hingestürzt, daß er mit dem Kopf auf emen spitzen Nagel fiel, welches nach mehreren Stunden seinen Tod zur Folge hatte. Seine Familie wohnte früher in Minnesota, wo die Mutter in einemSchneestürm erfror, ein Bruder verlor das Leben bei einem Unfall und zwei Schwestern ertranken. Nun hat auch der letzte der unglücklichen Familie einen gewaltsamen Tod gesunden. Einer der Spritze ncommandeure des New Jorker Feuerdepartements ist Amateur - Photograph und hat wahrscheinlich die besteSammlung von Feuerblldern, die es gibt. Seit zehn Jahren nimmt er zu jedem Feuer, zu dem seine Spritze gerufen wird, seine Kamera mit, und wenn der Anblick des Feuers nur irgend interessant ist, macht er eine Aufnahme davon. Alle Wände seiner Wohnung sind Mit Feuerbildern geschmückt, und außerdem hat er noch ganze Kisten voll. Manche seiner Bilder haben durch Besucher, die sein Werk bewunderten, ihren Weg m fremde Lander gefun den. I n C a l u m e t, M i ch., i st Capt. Thomas Wills, der älteste PionierMiner der Kupferreglon, nach kurzer Krankheit gestorben. Er kam in 1851 in die Lake Superior - Gegend und war unter den ersten, die Kupfererze fanden und Bergwerke im kleinen Maßstabe anlegten, die sich lm Lause der Jahre zu einer so gewaltigen Industrie auf der oberen Michigan-Halb-insel entwickelt haben. Für 30 Jahre war er Manager der Calumet und Hecla Minen, der reichsten Kupferbergwerke m der Welt. Er war auch an Goldminen in Californien und Australien betheiligt, seinen sieben Söhnen hinterläßt er ein riesiaes Vermögen. JnSüd-Dakotahat Oberrichte? Haney die Entscheidung abgegeben, daß in Städten, wo Schankwirthschatten llzensirt sind, zedes Jahr neu über die Frage abgestimmt werden muß und die Stadt- und Townrathe nicht zur Bewilligung von Lizensen befugt sind, wenn nicht in der vorhergehenden Wahl zu Gunsten der Lizens gestimmt wurde. Dies bedeutet, daß fast alle Wirthschaften im Staate ungesetzlich sind, da nur in wenigen Towns im letzten Frühjahr über die Frage abgestimmt wurde. Die Lokalbehörden waren der Ansicht, daß die einmalige Abstimmung auch so lange gelte, bis sie durch eine andere Abstimmung umgestoßen würde. Einem zehnjährigen Knaben Namens Jsaac Dukosf wurde in New York bei dem Thierhändler Louis Ruhe von den Klauen eines Leoparden die halbe Kopfhaut abgerissen. Der Knabe gerieth angeblich zu nahe an den Käfig, der zwei Leoparden enthielt, und einer der Leoporden soll ihm mit der Tatze den Kopf gestreichelt haben, wobei er ihm die halbe Kopfhaut abriß, bevor der Knabe befreit werden konnte. Eine Ambulanz brachte den Knaben in das Gouverneur Hospital. Ein Angestellter, des Geschäftes sagte später, der Junge habe den Leoparden gestoßen, dieser habe ihm eine Tatze in seinen Aermel geschlagen, ihn an den Käfig herangezogen und mit der anderen Tatze die Kopfhaut abgerissen. Ein Wärter trieb ihn dann mit einer Eisenstange zurück. Wie ein ausgesetztes Baby die getrennt lebenden Eltern wieder zusammenbrachte, wird aus Jersey City, N. I., berichtet: Eine in Roth gekleidete Frau, die später als Frau Albert Oliver identificirt wurde, wurde beobachtet, als sie ihr zweijähriges Töchterchen auf den Stufen einer Fabrik an 1. Str. und Warren Str. niederfetzte und dann weglief. William Rose, der gerade vorbeikam, sah die Frau und brachte das Kind nach der Polizeiwache. Eine Untersuchung ergab, daß der Vater des Kindes der in der betreffenden Fabrik angestellte Wächter Albert Oliver, ist. Oliver lebte von seiner Frau getrennt und die Frau wollte das Kind für ihn znrücklassen, damit er die Sorge für das Kleine übernehme. Frau Oliver wurde aufgefunden, es kam zwischen ihr und ihrem Gatten zu einer Versöhnung und die Eltern begaben sich sammt ihrem Kinder nach der Wobnuna deS Mannes.
Aleik Zabersack's Schreibcbrief.
v. m Veohrter Mister Edithor! Well, heut Nacht gehn wer von Neu Jork fort un ich will Jhne noch schnell 4 wenig verzähle, was mer hier gesehn n erlebt hen. Aus den BohrdingHaus, wo mer' zuerscht drin gerent hatte, sin mer fortgemuhft. Sell is uns zu viel Bottenbißneß gewese. For einiges was mer nöthig gehabt .Hot, mußt mer en Botten pusche, un wann mer do nit reiteweg den richtige Botten gestrocke Hot, dann konnt mer in die größte Verlegenheit komme. Do hen ich gesagt: Mister Meh,, hen ich gesagt, ich will dich emol ebbes sage, ich gleiche 's hier gar nit. In die erschte Lein gleich ich's mit Mensche un nit mit Elecktrissithee zu duhn zu hen un dann denk ich könne mer an en annere Platz auch e darnseit billiger lewe. Do Host du recht, Hot der Mister Mehr gesagt, un ich siir zu die Lehndlehdie gange un hen for unser Bill gefragt. Mei Guddneß, Hot se gesagt, warum pusche Se denn nit den Billbotten? Ich hen keine Zeit, mich mit all den Stoff zu battere. Jhsiger kann ich's doch nit for Jhne mache. , Das is grad der Truwel, hen ich gesagt, mir wolle 's gar nit so iesig hen. Mir gleiche en Achter odder e Tschehmber mehd unsere Order zu .gewwe wann mer ebbes brauche, awwer in Jhne Ihr Bohrdinghaus do is zuviel Meschienerie un Elecktrissithee. Well, ich hen die Bill nit kriegt un sin Widder obstehrs gange, for den Botten zu pusche. Schuhr genug is die Bill eraus gefalle un ich sin schuhr, wann mer noch zwei Woche in den Haus gelebt hätte, dann hätte mer unser ganzes Prappertie vermohrgetsche müsse. Well, mer hen unser Bill bezahlt, awwer befohr daß mer gange sin hen ich zu die Ländlehdie gesagt: Mädem, die Jmpruhfments in Ihr Haus sin opp tu deht, awwer eins hen ich doch gemißt. Sie sollte noch Errehnschments mache, daß wann mer den Bill-Botten pusche duht auch gleich e Launsch zum Vorschein kommt, dann weiß mer wenigstens, wo mer hinfalle soll, wenn mer von Wege Ihre fierfull hohe Bills sehnte muß odder gar die Fitz kriegt. Der Mister Mehr Hot gelacht, awwer die Ländlehdie Hot gesagt: Mei Hotell is for Schentelmänner un nit for Kontriehuhschers un Gräshappersch; wann Se Widder emol nach Neu Jork komme, dann besser stappe Se in en Hehstäck. Damit Hot se uns stehn losse un is fort. O, ei tell juh, Ettjukehschen un Riefeinment is nur in die kleine Tauns zu finde; in Neu Jork do is nit viel von zu sehn. Mir hen uns dann e anneres Bohrdinghaus gesucht un mer hen auch nit lang fort zu gucke brauche. Do hen mer off Kohrs keine Bottens gehabj, awwer sonst alles was mer zum Lewe gebraucht hen un das all e darnseit tschieper. Der Ländlohrd, wo en deitscher Mann aus den Badische war, Hot gefragt, ob mir Strehnschers wäre, un wie er ausgefunne Hot, daß mir sin, do Hot er uns den Ettweis gewwe, mer sollte unbedingt emol en Reit an die Unnergraund Rehlweh nemme; das wär das Letzte was mer in die Zittie hätt un mer müßt das mitaus Fehl sehn. Ahlrecht, Hot der Mister Mehr gesagt, alles was schön is, das müsse mer sehn. Der Propreieter Hot uns zurecht gewiese, so daß mer die Stehschen hen sinne könne.' Mer hen dort unser Fehr bezahlt un dann sin mer ln e Car erngestlege, wo grad sc geguckt Hot, einige annere. In e Minnit odder so sin mer gestart un do hen ich auch noch nicks genohtißt was aus den Weg gewese wär. .Mit rintmmal kien ick awwer sa t fnnniae I - i ' . 1 " I - O" 1 Sennsehschen gespurt, als wann die Car nach vorne rwwertTmbele wollt. Ich sin so geschkehrt gewese, daß ich nach den erschte beste Ding gegräppt hen, sor mich festzuhalte. Bei Mißtehk un in die Eckseitement hen ich eme alte Schentelmann, wo newig mich gesöffe Hot, seine Wißkersch getäckelt un do hätte se emol en'HMr höre könne. In e Seckend war meine ganze Schkehr iwwer. Mer sin Widder ganz schmuht ehett gefahre: ich hen nit das geringste Neus gehört un ich hen zu den Mister Mehr gesagt, ich deht denke, daß mer jetzt unner Graund wäre. Ich denke auch, Hot der Mister Mehr gesaqt, awwer er is ganz weiß in sein Fehs geworde un do hen ich gesehn, daß er geschkehrt war. Meik, Hot er gesagt, denk emol an, wann jetzt ebbes häppene deht! Wann for Jnstenz der Tonnel einkehfe deht, wei mir wär all de Katze. Wie er das hardne gesagt Hot, do ' Hot's e schreckliches Neus gewtve, die -Car Hot gestappt un mer hen im Dunkele gesosse. Schiewiß, do hen ich awwer alliwwer geschimmert! Jetzt hen mersch, hen ich. gedenkt, bikahö ich war nit hbel auch nur e ein-
ZgeS Wort zu spreche. Die Pässenschers sin all erum gelaufe wie krehsig un hen nach die Diehr gesucht, awwer der Kohndokter Hot gehallert es sollt Niemand effreht sein, der Motormann hätt nur emol gestappt, for en Drink u nemme: wann Jemand Dorsckt ätt, dann wär das jetzt die beste
Tschehns. Well, do is Widder Lewe in mich komme un auch in den Mister Mehr. Mir sin autseit un do i doch der feinste Saluhn gewese, wo ich in mei ganzes Lewe gesehn hen. Mer hen e paar Drinks gehabt; der Kohndokter Hot gehallert: Ahl ebohrd; un dann is es Widder weiter gange. In e paar Minnits hen mer Widder Dehleit gesehn un mir zwei sin so schnell wie mer gekonnt hen autseit. Ich kann Jhne sage, so e Reit m die Darkneß is ja ebbes ganz schönes, awwer mich kriegt doch keiner mehr dran. Die obstehrs Strittkahrs is gut genug for mich. In e paar Dag sin mer Widder heim un Sie könne dann Händs mit uns schehke. Ei tell juh, wann mer uff Reise geht, dann mer ebbes verzahle. Ich denke, ich schreiwe e Buch an Neu Jork. Mit allerhand NiegardS Juhrs Trulie, Meik Habersack, . ESkweier un Scheriff von Apple JcS Holie Terrer Kauntke. Ein schnurriger Rame. Vor einem Berliner Polizeigericht spielte sich folgende schnurrige" Episode ab: Herr Schnurrig, Kavalier von den Gamaschen bis zum Monokel, hat von demSchlächtermeister Apler aus einem ganz merkwürdigen Anlaß zwei Ohrfeigen erhalten, die er natürlich nicht auf sich sitzen lassen konnte. Da es aber für den vornehmen Herrn nicht denkbar war, sich mit einem nicht satisfaktionsfähigen Schlächter zu duel liren, und da der Kavalier die Backpfeifen nicht zurückgeben wollte, weil er in kluger Einsicht die bedeutend größere Physische Kraft des Schlächtermeisters fürchtete, so blieb eben nur das Gericht übrig, das die Herrn Schnurrig angethaneSchmach nun rachen mußte. Richter: Ohne jede Veranlassung sollen Sie den Herrn in einem öffentlichen Lokal thätlich beleidigt haben. Angekl.: Von wegen ohne Veranleffung, det könn' se nu nich jut beHäupten. Ohne Jrund dhue ick ieberHaupt nischt. Uf mir paßt det Wort Aujust haste Jrund?" jut, fehr jut, denn dann antwort' ick immer mit' deutlicher, vanehmlichtet Ja", und zu die Knallschoten hat mir der Mann Jrund jenuch jejem. Det wer'n Se ooch Znseh'n, Herr Jerichtshof. wenn ick Jhn'n den janzen Klumpansch 'n bisken breet jetreten ha'm werde. Richter: Also erzählenSie, aber treten Sie nicht gar zu breit. Angekl.: Det is man so 'ne Rede. Ick werde mir kurz fassen. In de Kürze liecht die Würze. Richter: Nun zur Sache! Angekl.: Bei Bruchmüllern, det is 'n jutes Lokal in meine Jejend, wo man for 'ne Mark 'n fehr scheenet Mittach kriecht, da sitze ick ooch Mittag essen, weil meine Frau vareist war un Bruchmüller 'n Kunde von mir is. Et war knippeldicke voll in't Restrant. Ick konnte kaum noch 'n Platz finden. Endlich krieje ick an eenDisch, wo schon eener dran faß, 'n Plätzeken frei. Ick setze mir hin mit'n Bärenhunqer un präple. Wissen Se, bei Achel un Pachel laß ick mir nich jerne stören, un so ha't ooch jar nich jemerkt, det der Herr, der vor mir schon an mein Disch saß. usjestandcn war, so daß nu den sein Stuhl wieder janz frei dastand. Uf eenmal, ick war jrade bei. mir mit'n Jänseklein rumzuärjern, dem ick jerne jeden Knochen zerbreche, wenn ick ooch sonst jrade keen Jewaltsmensch nich bin, da werde ick in meine wichtje Beschäft'jung jestört, indem det 'n ewig langer, dinner, spillijer Latsch an mir rantritt un mit 'ne Vabeujung saacht: Mein Name is Schnurrig!" Ick war jrade bei, 'n Fliejelknochen zu zermalm' mit meine Veißerken, also ick kimm're mir nich weiter um denMann, wie der nu aber wieder saacht, bloß ville lauterer, det er beinahe brillte: Main Name is Schnurrig!", da ha'k bloßer widert: Wat jeht mir denn det an, ob Ihr Name schnurrig is oder nich!" Der brabbelte noch wat, wat ick nich jleich verstand, dann jing er wech un setzte sich an Ne'mtisch, der jrade leer jeworden war. Ick beacht'e ihn nich. Erscht wie ick bei't Kumpott, bei't Appelmus bin, da merke ick, det der Mann mit'n schnurrigen Namen mir ausschimpft, wenn ooch noch nich direktemang. Ick höre immer: .Flegel! Banause! Blöder Kerl!" Det bezoch ick uf mir un fraachte nich erscht länge, ob er mir meente oder nich. Ick stand uf, jing hin, un.hieb'n paar Dinger, die 'n Fund wogen. Det is aber nich allens, ick habe Bruchmüllern als Kunden valorn. . Der Angeklagte wird zu 30 Mark .Geldstrafe verurtheilt. Angekl.: Det ick mir bei die 30 Meter beruh'je, det jlo'm Se doch selber nich? Det -wär ja noch schnürrijer, wie den sein Name. Boshaft. Warum liquid:ren die Aerzte nur kurz für Bemühungen"?" Weil es ihnen schwer fallen würde, Leistungen nachzuweisen!"
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