Indiana Tribüne, Volume 28, Number 127, Indianapolis, Marion County, 20 January 1905 — Page 3
Jndiank Tribüne, 2. Januar 1905
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Erfolg Hay 's. Die Möchte verpflichten sich die Integrität China's beim Friedensschlüsse zu rcspcktircn. Zweite russische Note.-Wahlprozesse in Denver erledigt Sechs HandelsAttaches" vom Präsidenten gewünscht. Arbeit in den BanmwollFabriken von Fall Niver, Mass., aufgenommen. Booker Washington's Erfahrung in Wichita, Kans.
Erfolg H a y ' s . Washington, 19. Jan. Sekretür Hay hat von den Mächten die positive Versicherung erhalten, daß kein Angriff auf die Integrität China'S ge macht werden wird. 2. r u f s i s ch e N o t e. Washington, 19. Januar. Rußland hat auf die letzte Note Sekre tär Hay'S geantwortet. ES wiederholt seine Beschwerde und unterstützt dieselben durch Argumente. Bis jetzt hat keine der anderen Mächte auf die Zirkularnote Rußland'S geantwortet. Neutralltätsfrage. Washington, 19. Jan. Von der Beschwerde anläßlich deS Kosaken ritt? auf neutrales Gebiet in der Mand. fchurei verlautet in der Note, welche Japan vorbereitet, aber dieser Regierung schon ziemlich bekannt zu sein scheint, weiter Nichts. Die Kosaken sind in mandschurischem Gebiet geblie ben und 'nicht auf chinesisches übergetreten. Im StaatSdepartment wird konftatirt, daß eine Neutralitätsgrenze, obfchon eine solche vor der Absenkung der Hay'schen Note vom Februar vongen Jahres geplant gewesen, thatsäch lich nicht gezogen worden sei, weil die Zustimmung beider kriegführenden Mächte nicht erlangt werden konnte; so . setzte Herr Hay die Wahrung der ad ministrativen Einheit Chinas" in feine Note hinein. Dabei ist eS geblieben. Diese Neutralitätsfragc China'S ist eine der wichtigsten, welche die Auf merlsamkeit des Staatssekretärs Hay feit Jahren beschäftigt haben, vielleicht die folgenschwerste, soweit die amerikanische Politik in Oftafien in Betracht kommt. Das dringliche Bemühen der hiesigen Regierung, als Friedensengel zwischen Rußland und Japan zu siguriren, basirt daraus, daß es höchst wich tig für die Wahrung der amerikani schen Jntereffen im Orient ist, daß die Ver. Staaten bei den früher oder spä ter unausbleiblichen Friedensverhand' lungen als Partei mitwirken, denn nur dann können sie darauf Anspruch erheben, an den Siegesfrüchlen theilzunehmen. Wahlprozesse erledigt. Denver, Col., 19. Jan. Alle Anklagen auf dem Gerichtskalender, die aus den Novemberwahlen resultirten, find nun erledigt und das Gericht hat sich vertagt. Im Ganzen wurden 44 Leute wegen Begehung oder Förde rung von Wahlbetrug verurtheilt. Handelsattaches." Washington, 19. Jan. Der Präsident Übersandte heute dem Senate eine Votschaft, in der er einen Vorschlag deS HilfS'SekretärS LoomiS empfiehlt, der dahin geht, daß das Staatsdepartement und das Departement für Han del und Arbeit beim Sammeln von Information über Haandelsverhältniffe im Auslande Hand in Hand arbeiten sollen. Der Präsident empfiehlt, daß unter dem Namen Handelsattaches" 6 Spe zialagenten ernannt weden, welche die verschiedenen Länder besuchen und ihre Jnduftrie.Verhältniffe studiren sollen, um Modifikationen in unserem Handelsverfahren mit dem Auslande vorzuschlagen. Nat. Handelödehörde. Washington, 19. Jan. In der heutigen Sitzung der Nationalen HandelZbehörde brachte W. T. Robinson von der American Ware House Men's Ag'n." eine Resolution ein. nach der der Congreß eine Verwilligung machen soll, um eine Versuchsanstalt für Ausbewahrung von Nahrungsmitteln in Kälte zu errichten. Die Resolution wurde angenommen. Arbeit ausgenommen.' Fall River, "Mass., 19. Jan. Heute Morgen haben die Arbeiter 'in den Baumwollsabriken nach einem Streik von 6 Monaten die Arbeit wieder aufgenommen, Um 6 Uhr waren die sämmtlichen Fabriken hell erleuchtet und von allen Seiten strömten die Arbeiter herbei. Sie sind der Zuverficht, daß trotz der Reduction der Löhne
sich ihre Lage bessern wird, wenn Gouverneur Douglas in der Frage des Profits das ist der Unterschied zwischen dem Preise des Rohmaterials und der fertigen Waare zu ihren Gunsten ent scheidet. Booker Washington. Wichita, Kas.. 19. Jan. In den hiesigen Hotels wurde Booker T. Washington, der bekannte Neger, der mit Roosevelt speiste, wegen seiner Farbe nicht aufgenommen. Senatorwahl. I e f f e r s o n City, Mo., 19. Jan. . Die 3. Abstimmung in gemeinsamer Sitzung der Legislatur führte wiederum nicht zur Erwählung eines BundeSfenatorS. Das Resultat war wie folgt : ThoS. K. NiedringhauS 81, F. M. Cockrell 81, R. C. KerenS 6, A. C. Pettijohn 3 Stimmen. R o f f e a u. N e w I o r k , 18. Jan. Geßler Rosseau wurde heute unter dem Paragraphen des Strafgesetzbuches, der es zu einem Verbrechen macht, Dynamit oder andere Explosivstoffe mit Schiffen ober Bahnen ohne Kennzeichnung ihres Charakters zu versenden, von den Großgeschworenen angeklagt. Man erwartet, daß Rosseau sofort von Phila delphia ausgeliefert und hierher gebracht wird. Thomas' Nachlaß. Chicago, 13. Jan. In feinem Testamente bewerthet Theodor Thomas, der verstorbene Dirigent, feinen Nachlaß auf 850,000. Seine Sammlung von Musikalien und Autographen soll gleichmäßig unter seine fünf Kinder vertheilt werden. Die Kinder: Hector W. Hermann, Frau D. B. SturgiS und Frau G. H. Carter, erhalten Grundeigenthum in Fairhaven, Mass. Die Nutznießung von allem übrigen Eigenthum f?ll Frau Thomas bis zu ihrem Tode haben; dann soll, es an die Kinder vertheilt werden.
58. CongrekSenat. Washington, 19. Jan. Die Berathung der Staätenbill wurde heute fortgesetzt. Stone hielt eine zweistün dige Rede gegen dieselbe. Die Bill, welche Entschädigung der amerikanischen Robbenschläger festsetzt, deren Schiffe beschlagnahmt wurden, beschäftigte den Senat einige Zeit, doch geschah weiter.Nichts in der Sache. HauS. Das Haus schloß heute die Berathung der Armee-VerwilligungS'Bill ab und wird morgen über dieselbe abimmen. Während dieser Debatte hielt Kom missär Degeteau von Portorico seine erste Rede im Hause. Er sagte, er halle eS nicht für noth wendig ein Regiment Truppen auf der Insel zu halten. Im Uebrigen war er voll LobeS über die Haltung der Ver. Staaten gegenüber der Insel. Humphrey von Washington machte einen hestigen Angriff auf den ArmeeTranSportdienft, doch erreichte er damit Nichts. Für gute Landstraßen. Jack sonville, Fla., 19. Jan. In Folge eines Bahnunfalles, bei dem er leicht verletzt wurde, konnte PrSsident Moore von dem Verein für gute Landstraßen nicht rechtzeitig erscheinen. An seiner Stelle eröffnete der frühere Staatssenator A. E. Mann die Sitzung, an der über 200 Delegaten Theil nahmen. Am Rachmittage hielt Gen. Mileö einen Vortrag über Gute Landstraßen ein: Hilfe für die Armee." Sieben Manngetödtet. L i t t l e Ist o es, Ark., 19. Jan. Bei einem Er'örutfch auf der Girdon & Ft. Smith Bahn wurden getödtet: Ed. Miner. L. M. Bmnett, I. Sweeney, Frank E. Heß, Pat. Mulligan, Jim Granzer, Felix Hagen. .
Gegen Lungenfchwind-sucht.
Staatsverband inJllinoi?. Chicago, 19. Jan. Hervorragende Aerzte, Vertreter philantropischer Gesellschaften und Professoren hiesiger medizinischer Colleges traten heute Abend hier zusammen und bildeten den Jllinoiser Staatsverband zur Verhütung von Lungenschwindsucht." Es besteht die Absicht, Vereine durch den ganzen Staat zu organifiren. Folgende Beamte wurden erwählt: Präsi dent. Ed. I. Jameö, Präsident der Universität von Illinois; Schatzmeister, James H. Eckels, Präsident drr Commercial National Bank of Chicago"; Sekretär, Dr. Arnold C. Klebs von Chicago.. Der Brandstiftung schuldig. C a r r o l l , Ja.. 19. Dez. Nach einem sensationellen Prozesse wurden C. W. Harvey und Frau schuldig befunden, das Hotel zu Glidden in Brand gesteckt zu haben, um das Verficherungsgeld zu erhalten. Das Gesetz bestimmt lebenslängliches Zuchthaus für das Vergehen. Mit dem Hotel verbrannten die Brüder HobbS, die in demselben schliefen. Harvey und seine Frau sind beide 23 Jahre alt 'nnd erst ein Jahr verheirathet. Mord und Selbstmord. ElliS, Kans., 19. Jan. Zu Wilson, Kans., erschoß Stadtmarschall Tillman Sam Hutchinson, Postmeister und ZeitunzSherausgeber, und beging dann Selbstmord. Vor einigen Tagen schlug Tillman den Jungen Hutchinson'S und letzterer griff ihn in feiner Zeitung an. Als sie heut zusammenkamen, entstand ein Zank mit dem erwähnten AuSgange. Zugentgleisung. Charleston, W. Va.. 19. Jan. Bei einer Entgleisung auf der Powellton & PocahontaS Bahn wurden heute Abend 2 Personen getödtet, 1 verletzt. Die Todten sind der Lokomotivfüh rer JameS Keasy und der Heizer Harry JoneS. Ein l.jühriger Junge, dessen Name nicht bekannt ist, brach beide Beide und trug innerliche Verletzungen davon: er wird wahrscheinlich sterben. Die Opfer brachten Kohlenwagen von Powellton nach Mount Carbon. In einer Senkung verlor der Lokomotivführer die Controlle über den Zug und die Lokomotive stürzte bei einer scharfen Curve den Damm hinab. Keasy und Jones geriethen unter die Lokomotive und waren auf der Stelle todt. Der Knabe verletzte sich beim Abspringen. IH " . Für Armee - Kantine Treten 300 Damen ein. W a s h i n g t o n, 19. Jan. Im Auftrage der Frauenliga von Heer und Flotte legte Frau Jofephine Kelton, Wittwe deS Generaladjutantm I. C. Kelton dem Senats-Komite für MilitärAngelegenheiten heute eine Petition vor, daß in den Kantinen der Armeeposten der Verkauf von Bier wieder gestattet werde. Die Petition war von 300 Damen unterzeichnet, darunter Frau Gen. Chagee, Frau Admiral Schley und Frau Admiral Sampson. Frau Kelton sagte: Als Frauen bewundern wir die Erfolge der Women's Christian Temperance Union", aber wir glauben, daß sie die Verhältnisse in der Armee nicht verstehen und deshalb nicht im Stande sind, in dieser Angelegenheit guten Rath zu geben." Vorsitzer Hull bemerkte hierauf, daß in dieser Session der Kongreß sich nicht mit der Frage beschäftigen werde.' Frau Chadwiö. 40,000 Bürgschaft. Cleveland. O., 19. Jan. Nachdem das Bundesgericht die Bürgschaft der Frau Chadwick auf $20,000 festgesetzt hat. verlangt das Criminalgericht, vordem 3 Anklagen schweben, ebenfalls $20,000 für ihre Entlassung. Anwalt Dawley erklärt, daß bic 040,000 in kurzer Zeit beschafft werden können.
Zlemesis.
Novellette von Arnold Hofbauer. Franz Vollhagen hat Hochzeit gemacht ganz wie ein Stadtherr. Er hat seine junge Frau ja auch aus der Stadt geholt, und fährt, nun mit ihr aus '3 Land, auf feinen Hof. Die Hochzeitsreise wollten sie sich aufheben bis nach der Herbstbestellung. Sie können sich's ja leisten, sie Haben's ja. Er mit dem vielen Geld, das er aus Amerika mitgebracht hat, und sie, die reiche Kaufmannstochter. So war denn heute um 11 Uhr Standesamt, um 3 Uhr kirchliche Trauung, um 4 Diner und um 5 Uhr Abfahrt des Brautpaares und eben jetzt, um 106 Uhr, rasselte der Wagen in den Hof, auf dem die Stille des Spätsommer - Nachmittages lag. Mit einem Jauchzer hob Franz sein junges, hübsches Weib aus dem Wagen und trug es über die Schwelle des Hauses auf den Vorplatz. Dort harrte ein Mädchen der Angekommn nen. Marie," sagte Franz zu ihr. zeigen Sie meiner Frau ihr Zimmer und helfen Sie ihr ablegen. Schitz," wandte er sich dann wieder zu seiner Frau, Du kommst dann gleich wieder, ich will Dir den Hof zeigen." Gewiß!" sagte sie vergnügt, ich muß doch sehen, wo ich Herrin bin!" Fort war sie und er war im Vegriff, sich in dem seither von ihm bewohnten Zimmer ein wenig vom Staube der Fahrt zu reinigen, als der Hofmeister eintrat, unsicheren Schrittes auf ihn zutrat und leise murmelnd sagte: Ein Mann ist da und möchte Sie sprechen!" Bin heute nicht zu sprechen das sollte er sich denken!" rief der junge Hofbesitzer ärgerlich. Das habe ich ihm ja auch gesagt, allein er kehrt sich nicht daran," sagte der Beamte stockend, und da da ist er schon wieder!" Jh, das ist doch eine Unverschämtheit!" fuhr Frauz auf, dem werde ich heimleuchten !" Das wirst Du nicht!" klang da eine abstoßend rauhe Stimme -von der Thür her, das wirst Du nicht, alter Freund, sondern wirst mich ruhig und manierlich anhören!" Beim Klänge dieser Stimme fuhr Franz entsetzt herum. Er winkte dem Hofmeister hastig, zu gehen und rief dann: Dick Mensch woher kommst Du was willst Du?" Oho," grinste der Andere, sei mal hübsch manierlich, mein Junge! Einen Gruß will ich Dir bringen von meiner Schwester Polly!" Ab . laß mich und geh oder brauchst Du Geld? Wieviel?" Sei etwas artiger gegen mich, .mein Junge!" St still doch! Wenn man Dich hörte " Man soll mich hören'' und zwar gleich Still um Gotteswillen warum kommst Du gerade hierher?" Weil ich hörte, daß Du hier Deinen Hof hast und wie sollte ich Dich denn da stören, wenn Du Hochzeit machtest!" Das weißt Du auch, Mensch?" rief der. andere, tödtlich zusammenschreckend, und warum bist Du nicht gleich herbeigeeilt nach der Stadt, um die'Verheirathung zu hindern und namenlosem Unglück vorzubeugen uns fürchterlichen Jammer zu ersparen?" Nein, Brüderchen der Effekt war so besser und hast Du denn davor zurückgeschreckt, einem anderen Mädchen namenloses Unglück zu bereiten, sie in fürchterlichen Jammer zu stürzen zum Dank dafür, daß sie und ihre Mutter und ihr Bruder Dich aufnahmen, als Du fremd warst, Dich pflegten, als Du erkranktest? Nein, ich will " Ja doch, ja " stöhnte der andere, ich weiß ja, was Du nun willst! Du warst's müde da drüben Du glaubtest es hier bequemer zu haben und da suchtest Du die Spur des Flüchtlings, um aus ihm herauszupressen, was herauszupressen ist " er dämpfte die Stimme, als er fortfuhr, sah' sich um und ging einen Schritt auf den Ankömmling zu nun will ich Dir aber was sagen: Dreitausend Mark des Jahres kann ich Dir geben aber mehr keinen Pfennig. Gieb mir Deine Adresse und ich werde Dir an jedem Ersten die Summe pünktlich schicken " Nicht weiter, mein Bester, das ist eine Infamie von Dir!" unterbrach ihn Dick ruhiq und schneidend. Du möchtest mir Erpressungen und Gott weiß was alles unierschieben, möchtest nachher eine Handhabe gegen mich haben, wenn ich bei etwaiger Unfüglgkeit Deinerseits Dich dem Gerichte übergeben möchte. Nein, mein Freund, so haben wir nicht gewettet "' Ja, aber, um des Himmelswillen, was willst Du denn von mir? Sprich doch und foltere mich nicht länger " Out, um es mit einem Worte zu sagen: Mitnehmen will ich Dich " Was mich mitnehmen?" schrie der andere fast auf, mich mitnehmen aber wohin denn?" Zu Polly zurück, wohin Du gehörst " Ja aber weißt Du denn nicht, ; daß das nicht so geht ?" i Furchtbar einfach gehts," sagte I der andere mit Nachdruck, und es oiebt vttfäitone Weae. Entweder Du
gehst mit wie Du ge&jt unv itVjx uno ich. übernehme es. Deine Frau von Greinen aus von dem Geschehenen zu benachrichtigen ich werde ihr dann sagen, daß sie sich nach der gesetzm'äßi gen Frist von Dir scheiden läßt, weil Du sie böswillig verlassen hast." Mensch Teufel ich soll fort, ohne sie. auch nur noch einmal gesehen zu haben?" Nun, ich lasse Dir noch einen anderen Weg Du kannst es ihr selber sagen, gleich, sofort und von ihr Abschied nehmen wenn Dir das weniger schwer dünkt. Ich meine aber, wie ich Dir's erst, vorschlug, fei das Einfachste und am wenigstenSchmerz liche gewesen." Unmenschlich, barbarisch tyrannisch wäre es gewesen," rief der andere gequält, und nun sage mal, rühren Dich denn keine Bitten?" Das spar Dir!" rief ber andere heftig, das ist alles ganz, ganz vergeblich." Aber ich bin nicht vorbereitet!" Ist auch nicht nöthig! Du kannst Deine Verfügungen über das, was hier ist, von drüben aus treffen." So gönne mir wenigstens drei Tage, damit ich meine Angelegenheiten ordnen kann," stöhnte Franz, Testament machen, für das Gut Jemanden einsetzen " Und auf Mittel und Wege zu sinnen, wie 'Du mich spurlos verschwinden lassen kannst," lachte der andere cynisch. Nein, mein Junge Du sollst mir nicht zum zweiten Male durch die Lappen gehen. Zum letzten Male Du gehst mit oder ich mach: Dich zu einer für den Staatsanwalt recht bekannten Persönlichkeit! Und nun " Geh!" rief Franz heiser - sie kommt " Also wirst Du gehorchen?" Ja!" klang es tonlos zurück nur geh'!" Langsam drückte sich der andere und schon erschien Marie wieder auf der Schwelle, jetzt im einfachen Hauskleide. So," rief sie vergnügt, auf ihren Mann zugehend, der kraftlos in einen Stuhl gesunken war und das Gesicht mit. den Händen bedeckt hatte, so, Franz nun will ich einmal Dein Hausmütterchen fein aber um Gott was ist Dir denn, Franz?" Aus ist es mein Liebling aus," stöhnte er und wendete ihr sein todtenbleiches Antlitz zu, aus, noch ehs es begonnen ich muß fort auf immer." Franz um Gott," sagte sie, fast zurücktaumelnd, das ist, das ist doch wohl nicht möglich " Es ist nicht nur möglich es ist bittere Wahrheit." Q ich glaub' es nicht ich glaube, baß Du krank bist, Franz " Um es mit einem Worte zu sagen meine süße einzig Geliebte ich durfte nicht heirathen denn ich bin bereits einmal vermählt " Sie stieß einen gellenden Schrei aus und griff sich nach dem Kopfe. Jetzt," stammelte sie tonlos, jetzt glaube ich, bin ich wahnsinnig 0 Gott!" Setze Dich höre mich ruhig und gefaßt an," würgte er heraus, obwohl er selbst vor Erregung zitterte, es ist in wenig Worten gesagt. Ich war jung, als ich nach drüben ging, um mein Glück als Goldgräber zu versuchen. Ich . wußte nicht Bescheid und meine Mittel waren aufgezehrt. Ich gerieth in die Gesellschaft eines zweifelhaften Burschen, der mich zu seiner Familie brachte ich wurde krank infolge der Anstrengungen und des ungewohnten Klimas. Sie pflegten mich und zum Dank dafür heirathete ich nachher seine Schwester Polly Die junge Frau stöhnte auf und weinte in's Taschentuch. Bald hatte ichs zu bereuen, denn sie war ein leichtfertiges, ja gemeines Geschöpf, ich sehnte mich hinaus hinweg. Da traf mich vor einem Jahre die Todesnachricht von meinem älteren Bruder, der bis dahin den Hof besessen und die Mittheilung, daß der Hof nun mir gehöre ich jauchzte auf und verschwand und das übrige weißt Du " Aber ich verstehe nicht, daß Du nun mit " mir das freche Gaukelspiel " Q ich liebte Dich so so sehr und ich glaubte, man würde mich nicht finden ich glaubte, eine solche amerikanische Ehe, die für 15 Dollars vor dem Friedensrichter geschlössen wird ohne Anmeldung und ohne Papier die sei doch nicht vollgültig und nun " Nun?" Nun hat der Bruder dieses -Ge-schöpfes meine Spur aufgefunden er ist hier und will mich mit zurücknehmen und wenn ich nicht gehe, Lbergiebt er mich dem Staatsanwalt !" So geh'!" Zürnst Du mir?" Sie wendete sich von ihm ab und schluchzte bitterlich. Er wankte wie gebrochen zum Ausgange, wo Dick soeben erschien. Da wandte sie sich noch einmal und tief erscbütternd klang's: Franz!" Noch einmal umschlangen sie sich,, dann folgte er seinem Peiniger, während sie einen Augenblick den Beiden regungslos nachstarrte. Als sie ihren Augen entschwunden, brach siemit einem Schrei ohnmächtig zusammen.
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J yJ
