Indiana Tribüne, Volume 28, Number 126, Indianapolis, Marion County, 19 January 1905 — Page 6
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Europäische Nachrichten
KesseN'Aar:nskadt. D a r m st a d t. In der hiesigen Zweigfabrik und Mühlenbauanstalt G. Luther, Aktiengesellschaft, erlitt der 19jährige Schlosser Robert Zimmermann durch Absturz von einer Leiter, die er an ein Transmisstonsgerüst anlegte, einen Unfall, der seinen sofort!gen Tod infolge Schädelbruchs zur Folge hatte. Frau Brust, welche in der Pankratiusstraße durch einen herabfallenden Backstein verletzt wurde, ist der schweren Verwundung erlegen. Der Verlust ist für die Familie um so schmerzlicher, da ihr erst vor einigen Monaten eine Tochter durch den Tod entrissen wurde. Bingen. Der Maschinenmeister Zachmann aus Wiesbaden, hier in der Steinhäuser'schen Druckerei beschäftigt, gerieth mit dem linken Arm in das Getriebe der Schnellpresse, sodaß dieser bis an den Ellbogen amputirt werden mußte. Gau - Algesheim. Hier verschied nach langem Leiden Veterinärrath Dr. Heinrich Weidner. Der Verstorbene ist am 16. August 1840 in Bensheim geboren und wurde am 13. März 1882 zum Kreisveterinärarzt des Kreises Bingen ernannt. Heldenbergen. Hier wurde der katholische Pfarrer Thöbes, ein sehr wohlthätiger Herr, ermordet und beraubt. Der Thäter ist nicht ermittelt. Heldenbergen ist ein Dorf mit etwa 1500 Einwohnern im Kreise Friedberg und gehört zur Diözese Mainz. Vielleicht vermuthete der Räuber große Schätze im Pfarrhause, da Heldenbergen die bestdotirte Pfarrei der Diözese Mainz ist. Aber seine Hoffnungen dürften schwerlich erfüllt worden sein, da Pfai? Thöbes sehr wohlthätig war. Die Thäter hab:n auf dem Schauplatze der That ein großes Küchenmesser zurückgelassen. Sämmtliche Schränke sind erbrochen. Wanern. München. Expeditor Wilhelm Grimm von hier verunglückte beim Bcgehen seiner Jagd in der Umgebung von Altomünster dadurch, daß er beim Passiren eines Graben stolperte, wobei das Gewehr losging. Die erlittenen Schußverletzungen waren derart schwer, daß Grimm, ohne wieder zum Bewußtsein zu kommen, alsbald verstarb. Ein wegen seiner Toleranz und Friedensliebe hochgeschätzter Priester, Geistl. Rath Dr. Korbinian Ettmayr, seit April 1886 Pfarrer in Bogenhausen, ist an den Folgen eines Schlaganfalles, der ihn getroffen, mit Tod abgegangen. Die zwölfjährige Tochter des Lithographen Kulicke aus Berlin, die von dem 45jährigen Steindrucke? Ernst Krause entführt worden war, ist hier aus Innsbruck, wo das ungleiche Paar verhaftet worden war, eingeliefert worden. Auch der Entführer Krause wurde nach hier gebracht und wird nach Berlin transportirt werden. Augsburg. .Am Abend des 6. September ist der Söldnerssohn Otto Dempf von Biberach auf einem einsamen Wege in der Nähe des Marktes von dem ihm entgegenkommenden Gemeindediener Johann Reinertshofer, einem 63jährigen Manne, ohne irgend einen ersichtlichen Anlaß mit einem Messer in die Brust gestochen worden. Dempf starb schon nach einer Viertelstunde an Verblutung. Reinertshofer, deshalb der Körperverletzung mit nachgefolgtem Tode angellagt, vertheidigte sich damit, daß er den jungen Menschen für ewen Räuber hielt, also blos in Nothwehr gehandelt habe. Urtheil: 5 Jahre Zuchthaus. B a m b e r g. Einen gräßlichen Tod fand der verheirathete Werkführer der Staatsbahn Georg Lang. Als er das Bahngeleise überschritt, wurde er von einem Zuge überfahren. Der Kopf wurde ihm vom Rumpfe getrennt. E r t h e i m. Das große Oekonomieanwesen des Johann Huber ist total abgebrannt. Zwei Pferde und 13 Stück Rindvieh kamen in den Flam men um. Ferner verbrannten 25,000 Mark in Staatspapieren und viel Baargeld. Landshut. Kurz vor der Einfahrt in den hiesigen Bahnhof bei der Straßenüberfahrt derAltdorferstr. lief eine Rangirmaschine auf einen Güterzug auf. Vier beladene Kohlenwagen wurden r vollständig zertrümmert. Zwei Mann vom Zugspersonal erlüten Verletzungen. y Württemberg. Stuttgart. In der Brückenstnße zu Eannstatt wurde am 31. August d. I. Abends ein neunjähriges Mädchen von einem übermäßig rasch fahrenden leeren Kiessuhrwerk über fahren; zwei Tage nachher starb das Kind an den erlittenen inneren Verletzungen. Gegen den Lenker des Fuhrwerks, den 41 Jahre alten FuhrWerksbesitzer August Schwinger von Eannsttt wurde Anklage wegen fahrlasnger Todtung erhoben. Das Ur theil lautete auf 3 Monate Gefängniß. Die Stuttgarter Liedertafel beging im Saale des Bögermuseums die Feier ihres 30jährigen Bestehens durch ern Festconcert. Brettheim (Gerabronn). In dem nahen Reubach ereignete sich ein schweres Unglück. Die Sohne des Zimmermanns Betz waren mit Futterschneiden mit Motorenbetrieb beschas tigt. Plötzlich erfolgte eine heftige Explosion und George Betz stand in
hellen Flammen. Trotzdem der Motor augenblicklich abgestellt wurde, erlitt Betz so heftige Brandwunden, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. E a l w. Der seit kurzer Zeit hier als Ankuppler bedienstete Großhans von Oberkollbach gerieth beim Rangi-
ren zwischen die Puffer und wurde geödtet. Eannstatt. In der Näbe des Vurgholzhofs wurde hier ein Mann mit emer Schußwunde am Kops noch lebend aufgefunden und in's Bezirkskrankenyaus überfuhrt. Er wurde als der Hermann Walz, Kaufmann aus Breitenoach, O. A. Ellwangen, hier wohnhaft, erkannt. Ueber die Ursache des Selbstmordes ist nichts bekannt. Elsenharz. Das neuerbaute Haus der Wittwe Waizenegger ist vollstandig rnedergebrannt. EinemBrandstlster, der auch mt beiden vorhergegangenen Brände auf dem Gewissen haben soll, ist man auf der Spur. Waden. Karlsruhe. Hch. Maurer, Großh. Hoflieferant, Inhaber des bekannten Piano- und Harmomum-Ma-gazins, beging in aller Stille fein 25ahnges Geschaftsiudilaum. Deisendorf (UebePling e n). In der Schweinestallung des Landwirths Gauggel brach Feuer aus. das sich rasch auf die mit Stroh und Futter dicht angefüllte Scheuer verbreitete, welche sammt dem Wohngebäude total niederbrannte. Engen. Die ledige, 52 Jahre alte Katharina Frank stürzte sich aus dem 3. Stock des hiesigen Spitals in den Hof. Eine Schwester vernahm das Jammern der Unglücklichen, worauf diese in ihr Zimmer verbracht wurde, wo sie starb. Frl. Frank litt schon längere Zeit an Schwermuth, weshalb ste auch im hiesigen Spital Ausnahme fand. Heidelberg. Der hiesige außerordentliche Professor der Medizin. Dr. Walther Petersen, der als Leiter des Rothen Kreuz - Hospitals nach dem Kriegsschauplätze abgehen sollte, wurdk bei einem Cementwerk auf einem Spaziergange überfallen, durch einen Schlag auf den Hinterkopf betäubt und seiner Baarschast beraubt. Der Professor erlitt eine Gehirnerschütterung; er befindet sich auf dem Wege der Besserung. Von dem Thater fehlt jede Spur. Konstanz. Die Frau des Werkmeisters Bayer, die vor nicht langer Zeit vom hiesigen Schwurgericht wegen Ermordung lhres Mannes auf Grund von Unzurechnungsfähigkeit freigesprochen und der Irrenanstalt Jllenau übergeben wurde, ist dort vollständig irrsinnig geworden. L a h r. Das hiesige Gymnasium beging das Jubiläum seines 100jährigen Bestehens. - Mannheim. In der Wirthschaft zum Rheinschiff" H 7 wurde bez einem Streite der bei Guhahr bedienstete Schiffer Peter Limburg durch mehrere Stiche erheblich verletzt. Aus dem Jndustriehasen wurde die Lerche eines 15iahrigen Mädchens gelandet. Wie sich herausstellte, handelt es sich um die Marie Sophie Guthier-Oberl-esbach (Odenwald), - welche Selbstmord beging, weil die Eltern ihres Geliebten, eines 17jährigen Fabnkarbeners in Weinhelm, das Verhältniß nicht duldeten. Pforzheim. In seiner Wohnung entleibte sich durch einen Schuß in's Ohr der verheirathete 63jährige Zollamtsassistent a. D. Peter Schulz. Finanzielle Mißverhältnisse scheinen den Unglücklichen in den Tod getrieben zu haben. Singen. Dem bei Hohenkrähen ermordeten Italiener Giovanni Berti fehlten beim Auffinden seiner Leiche Uhr und Geldbeutel. Man fand nun in einem Schöpf hinter der Wohnung des Ermordeten die Uhr und 350 Mark in Gold. Der des Morde verdächtige Avocato von Novara gestand nichts ein. Ueberlingen a. S. Hier brannte die Sägerei Nothhelfer vollständig nieder. Walds Hut. In der Papierfabrik zu Albbruck gerieth der 55 Jahre alte verheirathete Arbeiter Karl Reck beim Oelen der Maschine auf ganz unerklärliche Weise zwischen zwei im Gange befindliche Drehscheiben, die ihm den Hinterkopf total zertrümmerten. Der Tod trat alsbald ein. lheinpfclrz. Altleiningen. Die Kleinstgemühle im Altkekningerthal gerieth in Brand. Da das ganze Anwesen an allen Ecken und Enden zu gleicher Zeit brannte, so wird Brandstiftung vermuthet. Zu retten war fast gar nichts. so heftia wüthete der Brand. Das Feuer zerstörte in der Scheuer etwa 280 Haufen Frucht, in der Mahlmühle ca. 50 Säcke Mehl und Kleien, viel Frucht, in der Schneidemühle eine aroße Anzahl Stamme. Da der Besitzer nicht hoch versichert hat, so ist der Schaden groß. Frankenthas. Der 18 Jahre alte Fuhrknecht Julius Will von hier r 1 1 rv.-t.-. r-Ia rrv! ... n iuyr mii oem tfiiqriücu jcnic ieni Herrn nach Dürkheim. Beim Ausspan nen schlug eines der Pferde aus und traf den Will so unglücklich, daß ihm der Schädel zertrümmert wurde. Will liegt schwer verletzt im Spital. Kaiserslautern. Im Säge werk von Gebrüder Dickes entstand Großfeuer. Das ganze Gebäude mit sammt dem Kesselhaus und großeHolz vorräthe sind niedergebrannt.
Der LumenSals. " Es war in den letzten Tagen des
Faschings. Es dunkelte bereits als sich vor dem stattlichen Wohngebäude des Oekonomierathes Bunzinger eine große Zahl von Neugierigen versammelte, welche vor dem Portale Spalier bildeten, um ihre Schaulust zu befriedigen. Equipage um Equipage rollte heran, und sonderbare Gestalten waren es, welche denselben entstiegen Lauter ordinäre zerlumpte Menschen, greulich anzusehen! Verschämt und eilfertig huschten sie durch die Pforte, um sodann fröhlich lärmend die glänzend beleuchteten, pflanzengeschmuckten Treppen hinaufzueilen. Das Publikum begrüßte die Ankommenden stets mit lautem Halloh und Bravo, denn allmalig wußte man, um was es sich handelte: ein Laufbursche, der oben gewesen war. .um etwas abzuliefern, hatte es verrathen. Bei Oekonomieraths wurde em Lumpenkongreß abgehalten. Wascher-madl-und Dienstbotenbälle waren schon mit großem Erfolge öffentlich gegeben worden; ein Elendball hatte geradezu Sensation in der Gesellschaft erregt, und nun sollte heute ein Lumpenkongreß dem heurigen Karnevalsvergnügen die Krone aufsetzen. Freilich war es ein ganz intimer Bekanntenkreis, aus dem sich die Lumpengesellschaft rekrutirte lauter Leute mit gutklingenden Namen aus der Finanzwelt, vermischt mit elmgen Sternen vom Himmel der Kunst und der Wissenschaft; diese Intimität verstattete dem Uebermuth die weitesten Grenzen. Eben hielt wieder ein Wagen an der Pforte, dem zwei Herren und zwei Damen entstiegen, welche, in ihre Mantel gehüllt, m s Innere des Hauses eilten. .Ihnen schloß sich die Gestalt eines Landstreichers an, der offenbar zu Fuß gekommen war und diese seine Sparsamkeit durch die scheinbare ZugeHörigkeit zu der eben angekommenen Gruppe verdecken wollte. Auf der Treppe blieb dieser Ankömmling etwas zurück und stieg dann allem bis zur Wohnungsthüre empor. Das Stubenmadchen öffnete auf sem Klingeln; bescheiden lüftete er den Hut und sprach: Entschuldigen S', ein armer Reisender that auch um 'was bitten!" Wollen Sie nur eintreten," erwiderte das Mädchen lächelnd, es sind schon mehr solche Herren da. Wenn Sie noch etwas an Ihrer Toilette arrangiren wollen. dann, bitte, treten Sie in das erste Zimmer rechts; das ist die Herren-Garde-robe da finden Sie Schminke und Alles, was Sie vielleicht noch brauchen!" Dank schön, Herzerl," erwiderte der Vagabund, ich kann Alles brauchen, was ich finde!" Dann ging er vor bis zu dem bezeichneten Zimmer und trat ein. Kein Mensch war anwesend; einige schöne Pelzmäntel hingen am Kleiderständer, Ueberschuhe standen auf dem Boden, Cylinderhüte lagen aus den Consolen, und vor dem großen Wandspiegel befand sich ein Tischchen, auf dem Bürsten,. Schminkstangen, Puder und dergleichen zum Gebrauche parat waren. Der Vagabund stellte sich vor den Spiegel und machte dann von der Schminke den ausgiebigsten Gebrauch. Mit knallrother Nase, mit daumendicken schwarzen Augenbrauen und bläulich gefärbten Wangen ging er dann wieder heraus und steuerte der Salonthüre zu, welche ihm von einem Diener ehrerbietigst geöffnet wurde. Als er eintrat, sahen alle Augen neugierig auf ihn; im nächsten Augenblick war er von allen Seiten umringt. Schön guten Abend, meine Herrschaften," begann er, ich th'ät halt auch um was bitten!" Ein allgemeines Gefachter erfolgte hierauf und einzelne Aeußerungen wurden laut: Der ist einmal sehr gut!" Großartig!" Wer's nur sein mag?" I ch kenne ihn nicht!" Ich auch nicht aber ausgezeichnet das ist gewiß ein Künstler ob's nicht der Maler Harlacher ist?" Ha, ich kenn' ihn!" renommirte der Herr Oekonomierath, der gerne durch seinen Scharfsinn glänzen wollte. Wer bist Du denn, Du edler Vagabund?" fragte er dann. Ich ich ich bin der Lucki," gab der Gefragte in hohen Fisteltönen zur Antwort. Allgemeine Heiterkeit folgte dieser Erklärung, und sofort nahm ihn der Hausherr unter den Arm, um ihn von Gruppe zu Gruppe als Lucki" vorzustellen. Das Fest begann. Es wurde gesungen, musizirt und dann soupirt. Man hatte von einer Tafelordnung abgesehen und Lucki mußte neben dem Oekonomierath Platz nehmen. Er spielte auch hier seme Rolle zum Entzücken der An wesenden; er benahm sich beim Essen wie ein Mann aus den untersten Volksschichten, trank wie der Rodensteiner und machte Witze, daß die ganze Lum pengesellschaft erröthete. Man war beim Sekt angelangt; die Jugend drängte zum Tanz; bald erschollen die .mladenden Weisen eines Walzers. Lucki erhob sich und engagirte die Frau des Hauses, welche, verbindlichst lächelnd, mit ihm den Tanzplatz betrat.. Ein allgemeines. Bravo lohnte seine Art, zu walzen: das war so echt, wie man s nur weit draußen in der Vorstadt treffen konnte. Die Gnädige war aber bald müde, und Lucki begab sich wieder zum Tisch zurück, um mit dem Haus Herrn weiter zu pokuliren Kamerad, sagte er plötzlich zu dem gutgelaunten Oekonomierath. weißt D' was? Wir gründen eine Räuberbande!" Was? Räuberbande? Sehr gut! Aber vir zwei Beide können doch keine Bande bilden . . . und was machen wir dann? Wir Beide sind genug für den
Scherz mehr verderben das Spiel; ich hab' eine köstliche Idee, Bruder-Herz!" Und das wäre?" Wir stehlen!" Stehlen? Pfui!" Natürlich blos , zum Spaß. Was wir erwischen! Uhren, Börsen, Nadeln, Armbänder geht besonders leicht das sammeln wir 1 hier, und in der Tan.pause wird Alles , versteigert so wie man's beim Pfänderspiel macht Küsse, Strafen etc. Das gibt eine Hauptgaudi!" Du bist ein wirklicher Lump," meinte der Festgeber, aber die Idee gefällt mir also an's Werk!" Aber vorsichtig und Niemand' etwas merken lassen; was Du erwisch'st, lieferst Du mir ein, und je mehr, desto lustiger wird's!" Mit einem wahren Feuereifer machte sich die Bande" an's Werk. Schon nach .einer kleinen Weile lieferte der Oekonomierath Uhr und Börse seiner Gattin und das Armband einer Kommerzienräthin ein. Lucki hatte zwei Brieftaschen und eine goldene Uhr erwischt; dazu gehört schon eine große Gewandtheit! Bald war eine kleine Schatzkammer beisammen; der Oekonomierath wollte noch seinen Freund, den Fabrikanten Roerer d'rankriegen. Lucki ermunterte ihn dazu er solle sich nur recht Mühe geben, dann aber fei es genug, denn es folge sofort die Pause. Bunzinger eilte fort, Lucki auch. Letzterer packte den ganzen Krempel Werthfachen in ein Taschentuch, begab sich in die Garderobe, zog dort ein paar Gummischuhe und einen kostbaren Pelz an, stülpte einen Cylinder auf das Haupt und ging fort. ' Weg war er; dem eleganten Herrn hatte der Diener bereitwilligst Thür und Thor geöffnet; mit dem Thaler, den er als Trinkgeld empfangen hatte, war er sehr zufrieden. Der Oekonomierath hatte unterdessen ungeschickt operirt; bei dem Versuche, seinem Freunde die Brieftasche zu entwenden er wollte doch auch so geschickt sein, wie sein Freund Lucki war er
gefaßt worden. Meine Herrschaften," schrie Roerer in den Saal hinein, geben Sie Obacht, es sind Diebe unter uns!" So halt' doch das Maul," mahnte Bunzinger, Du verdirbst uns sonst einen Hauptspaß!" Aber der Funke hatte bereits gezündet. Im Nu entstand ein allgemeines Lamento. Man umringte den Oekonomierath. Meine Uhr!" Meine Börse!" Mein Armband!" Ah, das ist scheußlich!" Seien Sie nur ruhig, meine verehrten Herrschaften," mahnte der Jntervellirte, es handelt sich nur um einen Scherz Sie werden sehen, es gib! einen Hauptspaß. Gedulden Sie sich einen Moment!" Er eilte in's Speisezimmer, um seinen Freund Lucki zu suchen und ihn zur Lösung der Angelegenheit zu veranlassen. Er war nicht da; er war auch nicht dort, er war nirgends zu finden. Ein schrecklicher Verdacht dämmerte in dem armen Oekonomierath auf. Er stürzte hinaus und fragte, ob Jemand fort sei. Der Diener berichtete, daß soeben ein Herr im Pelz und Cylinder gegangen sei. Der Oekonomierath bekam einen Starrkrampfanfall. Mit schlotternden Knieen wankte er in den Saal zurück und sank dort stöhnend in einen Fauteuil. Alle drängten herzu und fragten, was es gäbe. Er konnte nur sagen: Entsetzlich, unerhört!" Dann erhob er sich und verkündete mit Grabesstimme: Meine Herrschaften! Wir sind die Opfer eines unerhörten Schurkenstreiches geworden. Wie es scheint, hat sich ein wirklicher Gauner eingeschlichen oh oh es .ist entsetzlich!" Ein Schrei der Entrüstung ging durch die Versammlung. Aber lieber Oekonomierath," ließ sich nun eine Stimme vernehmen,- Sie waren es ja selbst, der Pardon gestohlen hat!" Das ist es ja eben," jammerte der Arme, der Schandliche hat mich zu seinem Spießgesellen gemacht, und nun meine Herrschaften ich will ja Alles ersetzen aber ich bitte um Gotteswillen, schweigen Sie! Sagen Sie mir an, was fehlt, und ich werde mich bemühen, Sie schadlos zu halten!" Am andern Tag fuhr der Aermste von Laden zu Laden und machte riesige Einkäufe von seinem Bruder-Herz Lucki hat er me mehr etwas gehört! Äon feinen Söhne n entführt. In dem pommerschen Dorfe Winningen wollte ein 60jähriger Wittwer sich zum zweiten Male verheirathen. Das Brautpaar stand eben im Begriffe, sich zum Standesamte zu begeben, als noch ein Wagen vor dem Hochzeitshause vorfuhr. In dem Wagen saßen die erwachsenen Söhne des Heirathskandidaten, die ihren Vater noch für einen Augenblick sprechen wollten. Nach einer kurzen heftigen Unterredung, die draußen vor dem Hause geführt wurde, bestiegen schnell Bräutigam und Söhn? das Fuhrwerk und fuhren in schnellster Gangart davon. Vergeblich warteten Braut und Hochzeitsgäste auf die Rückkehr des Bräutigams. Der Hering als Ehest i f t e r. Der Heringsfischfang ist in der zungsten Saison an der schottischen Küste sehr gut gewesen; die Folge da von ist eine bedeutende Zunahme der Eheschließungen unter den schottischen Fischern. In Vuckie wurden an einem Sonntag 19 Paare in der Kirche aufgeboten. Die Männer verfügten durch den Verkauf ihres Fanges über reiche Geldmittel. In Farmouth war die letzte Heringssaison die zweitbeste, die man kennt. Im Ganzen wurden 39.672 Lasten Heringe gelandet. Jede Last enthielt 13,200 Heringe.
Eine seltsame Weih- .
nachtsbescheerung wurde dem Wisconsiner Landpostboten Nels Jacob bereitet, welcher die Route zwischen Grantsburg und Karlsborg versieht. Im Kasten unter fcem Wagensitz fand r ein sorqfaltlq emaewickeltes Kind wie dasselbe auf seiner Fahrt dahin kam, kann er sich nicht erklaren, da er nur auf wenige Minuten den Wagen verlassen hate. Das Kind ist weiblichen Geschlechts und war etwa vier Tage alt. WievonWashington gemeldet wird, werden innerhalb der nächsten Monate 14 Landämter eingehen, welche über die Staaten Missouri, Kansas, Nebraska, Wisconsin, Nordund Süd - Dakota zerstreut sind. Die Bundesstatuten schreiben vor, daß wenn in einem Landamt - Dlstrut das Regierungsland auf weniger als 100,000 Acres reduzirt ist, oder wenn ein Drittel der Einnahmen nicht mehr die Kosten der Office decken, diese aufgehoen werden sollen. In Minnesota ist dieses schon vongesJahr geschehen und sind mehrere Landofficen verschmolzen worden. Freie Wanderbibliotheken, die jetzt 14,000 Bücher enthalten, giebt es im Staate Minnesota. Sie stehen unter Aufsicht der State Library Commission, die durch einen Beschluß der Staatsgesetzgebung eingerichtet wurder Jede Stadt oder eine Anzahl Leute können durch eine Anfrage von zehn steuerpflichtigen Bürgern, die für die Bucher verantwortlich sem wollen, eine Bibliothek erhalten. Für je 50 Bücher zahlt man einenDoklar, und für 25 zahlt man fünfzig Cents, um die Versandtkosten zu bestreiten. Man darf die Bücher sechs Monate lang behalten; sie können aber auch öfter ausgetauscht werden. DiekleineBeatriceCardwell, das 3jährige Töchterchen der Familie Albert P. Cardwell in Mount Holly, N. I., ist durch Santa Claus von der schlechten Angewohnheit, alle möglichen und unmöglichen Sachen zu verschlucken, glücklich kurnt worden. Die Veranlassung hierzu gab. eine schwere Krankheit, die sie sich durch diese Angewohnheit zugezogen hatte, und von der sie gerade zum Weihnachtsfest genas. Das Kind verschluckte Papier, Zahnstocher, Zundholzschachteln und sogar Steinkohlen. Besonders für letztere hatte die Kleine eme Vorliebe; $ei zeder Gelegenheit, die sich ihr bot, pflegte sie ein Stück Anthracitkohle in den Mund zu siecken, ihre Lieblingskost war jedoch Papier. Kurz vor seiner Krankheit hatte die Mutter dem Kinde nicht weniger als 7 Fards Bindfaden aus dem Munde gezogen. Die Gelehrten der Columbia Universität haben die interessante Entdeckung gemacht, daß die Felsbiloung, auf der die Gebäude des Instituts siehen, ein beträchtliches Theil Kupfer enthält, und um diese Entdeckung im Interesse der Lehransialt auszunutzen, hat die Fakultät der School of Applied Science" beschlossen, eine Mine unter dem Campus anzulegen, in welcher dieStudenten praktischen Bergunterricht erhalten können. Der Schacht soll bis zu einer Tiefe von sechzig Fuß gegraben werden und von seinerSohle aus sollen Stollen und Kammern nach allen Seiten angelegt werden. Diese Miniatur-Zeche soll mit allen modernen Bergbau - Apparaten ausgestattet und derBergbauunterricht soll von der School of Applied Sciences" getrennt werden. Die Entdeckung der Kupferlager kam seltsamerweise fast gleichzeitig mit dnf Bekanntmachung, daß Adolph Lewisohn drSchule Z250,000 für ein neues Gebäude für den Bergbauunterricht gestiftet hat. Bisher mußten die angehenden Geologen und. Minen - Ingenieure ibren praktischen Unterricht in den Bergwerken von Pensylvanien und Colorado suchen. Im Baltimore? E inwanderungsdepot fanden kürzlich folgende Scenen statt: Friedrich Mätz, ein Metzger aus Wien, der mit seiner Frau und einem Kinde anlangte, hatte sich während der Seereise bei verschiedenen Offizieren erkundigt, ob für Defraudanten ein Auslieferungs-Ver-trag zwischen Amerika und Oesterreich bestehe. Darum wurde er festgehalten, bis der österreichische Consul nachsieht. Kirsten Jensen, eine junge Dänin, wollte sich nach Michigan zu ihrem Verlobten begeben, der seit einem Jahre in Amerika ist. Sie hatte aber ein sechs Monate altes Kind bei sich und wird daher festgehalten, bis Jensen nach Baltimore kommt und stch mit ihr trauen läßt. Josepha Marysiek, 43 Jahre alt, kam mit .ihrem Manne und drei Kindern, um sich zu Verwandten nach Cleveland in Ohio zu begeben. .Die Aerzte entdeckten aber. daß sie an Trachoma leidet, und es ist wahrscheinlich, daß sie und ihre ganze Familie nach Polen zurückgesandt wird. Maryanna Maciejewska, eine 18 Jahre alte Polin, welche zu ihrem Bräutigam I. Gornysk in Chicago wollte, ist gleichfalls festgehalten, da sie sich in andern Umständen befindet. Für viele der Einwanderer war es das erste Mal, daß sie die Fahne der Vereinigten Staaten erblickten. Diese war in dem zur Registration benutzten Saale aufgehängt,., und man bemerkte, daß mehrere der intelligente ren Einwanderer, als sie sich der Flagge näherten, den Hut abzogen. Die Flagge ist 16 bei 24 Fuß groß und wurde vom Einwanderungsamte angeschafft. . .
