Indiana Tribüne, Volume 28, Number 126, Indianapolis, Marion County, 19 January 1905 — Page 5

Jndkana Tribuns, 10. Januar 1903

ooo o o o Preise geliefert von A. B MEYER & CO. Pennsylvania Anthracits $7.50 Pocahontas Lump 5.50 Smokeleß Lump 5.50 Ohio Cannel Lump 5.50 Ohio Cannel Egg 5.50 Kanawha Lump 4.50 Pittsburg Lump 4.50 Brezil Block, 4.25 tzocking Valley 4.25 Straight Creek Lump 4.50 Straight Creek Egg 4.25 Greene County, No. 4, Nein Lump 3.50 Greene County, No. 4. Vein Egg 3.50 Jackson Ohio Lump 5.00 Oven Coke Egg 5.50 GaS House Lump Coke 5.50 GaS House Crushed Coke 6.00 Extra'Verechaung wo solche getragen werde müssen. W i e Furcht vor dem Pol i z'e'i h u n d. In einer Fabrik zu EMeiler, Rhemprovinz, kam einer Arbeiterin der Wochenlohn abhanden, obne dah eZ gelang, den Verbleib des Geldes zu ermitteln. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, daß ein Diebstahl vorlag. Da ließ der Fabrikbesitzer die Mittheilung verbreiten, ein Kriminalbeamter. werde mit einem Polizeihunde erscheinen und sowohl die Bestohlene als auch sämmtliche Mitglieder der Arbeiterschaft beschnüffeln lassen, so daß, da der Hund mit unfehlbarer Sicherheit arbeite, der Dieb oder die Diebin bald' ermittelt sein werde. Am andern Tage fehlte eine Arbeiterin; sie ließ sich krank melden und das ihrer Kollegin 7 abhanden- gekommene .Geld mit dem Bemerken zurückbringen, sie-habe-es irrthümlicherweise" mitgenommen. Von einer Anzeige des Vorfalles wurde abgesehen, dagegen die Arbeiterin entlassen. - - 9K Der Lahrer Hinkende Bote Kalender für 1905 ist durch unsere Ofstee zu beziehen. tazel Iro No. 1 W. Washington Str (Merchants National Bank) Eiu europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe und Postanweisungen auf alle Städte EurovaS. nach und vo Europa. 21- und verkauf ausländischen Geldes. Das Vermiethen von Säusern und anderes Eigenthum, solches in Stand zu halten und an die richtige Sorte von Leuten zu vermiethen, um dem Eiaenthümer das beste Einkommen zu sichern, be rars der Aufmerlsamkeit emer erfahrenen Gesellschaft. Grundelgenthums-, Versicherungs und Miethe-Departement, ist völlig equippirt um die allerbesten Dienste in dieser Beziehung zu leisten. Herr Henry Klanke trat kürzlich in Stellung bei dieser Gesellschaft ein; derselbe wird sich freuen, seine Freunde, welche Grundeigen thum zu kaufen gedenken, oder ihre FeuerVersicherung zu erneuern wünschen, begrüßen zu können. f UtKli va HMyt Kavital und Ueberschuk 460,000 Hilfsquellen 05,000,000 Genügend Facilitätenum die Geschäfte der Banken, Bankiers, Corporationen und Per fönen in Obhut zu nehmen. Negulareö NegierungSDeposttorium. Direkte Bank Verbindungen in jedem Counto in Jndlana. ?rnk L. Powell, VrSsident. 23. ?. Shurchm, vtce.P?5sident. H. O. Losre, Kasflrer. . R. Ul. hrcha, H5lsSkaffirer.

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fragen. Humoreske von Emanuela Mattl-Lömen kreuz. Funkelnagelneue Bücher lagen auf dem großen, runden Speisetisch, und Hefte in sauber etikettirtem Umschlag, waren daneben 'aufgestapelt. Cilly stand beim Fenster, trommelte ungeduldig an den Scheiben und wartete. Endlich qina draußen die Glocke. Dr.

Wessely trat ein, ein junger Mensch, mit dichtem braunem Vollbart. Er trug ein goldenes Augenglas. Unhörbar näherte er sich, Gummischuhe an den Iüßen, die er vermuthlich vergessen, abzulegen nun eine kurze Verbeugunz dabei umspielte ein ent schieden spöttisches Lächeln seine Lippen. Cilly nahm beim Tisch Platz, blätterte in Hannak's Geschichte", senkte den Blick, und heißes Roth überzog langsam ihre Wangen. Tausendmal verwünschte sie jetzt den Plan, Gymnasialstudien zu betreiben. Was war ihr denn nur eigentlich eingefallen? Professor Spindler, für Mathematik, und Professor Pünktchen, der Latein unter richtete, das waren äußerst liebenswürdige, gutmüthige alte Herren. Spindler erzählte ihr von seiner Tochter, die vor der Matura stand, und Pünktchen wußte so viele faule Witze, Kaffeehausblätterblüthen, daß sie aus dem Lachen nicht herauskam. Aber mit Dr. Wessely wird es nicht Zehen! Das wußte sie schon jetzt. Spindler hatte den jungen Collegen warmstenZ empfohlen, und heute kam er zur ersten Lektion. Cilly hielt noch immer den Blick gesenkt. -Doktor Wessely betrachtete sein Visavis belustigt über den Zwicker hinweg. Also, mein Fräulein, es ist Ihr blutiger Ernst mit den Gymnastalstudien?" fragte er, so recht von oben herab. Das ärgerte Cilly. ,Gewiß!" entgegnete sie kategorisch. Und zu welchem Zweck, wenn man fragen darf?" Zweck? Zweck ja' ich will die Matura machen ich will das Bewußtsein besitzen, etwas gelernt zu haben." . - Ach'so! Nun, lange werden Sie nicht dabei bleiben. Aber inzwischen können wir ja beginnen." Warum soll ich denn nicht dabei bleiben? Wenn ich etwas anfange, führe ich es auch stets zu Ende." Hat man Sie nicht rechtzeitig vor dem Studium gewarnt? Sagte Jhnen nicht Ihre Frau Mutter " Ich habe keine Mama mehr, und der Papa läßt mich thu.n, was ich will." So? Also beginnen wir Ich sehe gar nicht ein, warum die Frauen dumm bleiben sollen und nichts lernen " ihre Befangenheit . ' V n ' ' . Pf war nun ganziicy verflogen; rampsoereit funkelten ihn ein Paar dunklerAugen in einem bildhübschen Jungmädelgesicht an. Wessely schwieg. Er hatte unlängst ein Buch contra Frauenbewegung geschrieben, es enthielt ganz getreu alle Gemeinplätze, die sich Jahr um Jahr gegen die Selbstgeltendmachung iTes Weibes richten. Nichtsdestoweniger war der Autor vollständig überzeugt, mit besonders neuen und besonders scharfen Waffen .das Schreckgespenst der Emanzipation getroffen zu haben. Und da er nun auch praktisch die Unfähigkeit der Frauen für höheres Studium constatiren und nachweisen wollte, hatte er sich bereit erklärt, Cilly in deä betreffenden Fächern seiner Disciplinen zu unterrichten. Er nahm ihr den Hannak", den sie erregt durchblätterte, daß die Seiten raschelnd aufflogen, aus der Hand. Schade um das schöne, neue Buch was hat es Ihnen denn angethan? Ueber Vorkenntnisse dürften Sie wohl nicht verfugen? fuhr er, semen Bart streichend, fort. O ja." ereiferte sich Cilly, ich kann die punischen Kriege, Alexander den Großen, den Vertrag zu Verdun 834, und dann die Maria Theresia!" Karthago, Alexander, Verdun, siebenjähriger Krieg," zählte der Doktor an seinen Fingern nach. Einigetmaßen summarisch! Und dazwischen scheint sich die Weltgeschichte für studirende junge Damen gründlich auszuschweigen." Ich bitte, Herr Doktor, Sie müssen mich ernst nehmen mein Streben ist aufrichtig, und was ich nicht weiß, kann ich doch noch lernen!" Allerdings. Also beginnen wir. Vor allem möchte ich Ihnen sagen, daß mir der Hannak" nicht liegt. Ich habe nie nach diesem Buch unterrichtet." Er wog es dabei spielend in den Handen. Ich habe da selbst einen Leitfaden zusammengestellt. Erhältlich in tm Buchhandlung. Nach diesem Pflege ich vorzutragen." Deine Bücher soll ich auch noch kaufen, Du unausstehlicherPatron?" dachte Cilly, fallt mir gar nicht ein. Pardon ," saqte sie dann laut, ich bin den Hannak" gewöhnt, schon aus Pietät für den Autor es wird Sie gewiß keine Mühe kosten, sich in dieses Lehrbuch hmemzusmden? Gewiß nicht. Gar nicht. Aber ich bitte, sich doch den gewissen Wessely' schen Leitfaden bei Konegen zu beschaffen. .Wird Ihnen die besten Dienste leisten. Ist recht gründlich und übersichtlich. Dann möchte ich noch bemerken, daß es mir lieb ist? wenn meine Schüler fragen, falls sie etwas nichk wissen oder versteben sollten. DaZ ist

eine Beruhiaunq für den Lehrer, daß

sie slles begriffen haben. Bitte, aljs immer ganz ungenirt zu fragen." Ich habe zur Probe einen Aussatz gemacht " Cilly schob jetzt selbstbe. wußt eme. der blaugebundenen Theken hin damit Sie urtheilen können. , Da fühlte sie- sich nämlich sicher. Schon in der Bürgerschule hatten ihre stilistischen Arbeiten, welche regelmäßig die besten der Klasse waren, einen steten römischen Einser" eingeheimst. Hier wird'Wessely sein mokantes Lacheln aufgeben, und ihreLeistungen anerkennen müssen. Aber er that ihr diesen Gefallen keineswegs. Binnen Kurzem waren die nett geschriebenen, sauderen Seiten voll genial hingeworfener, kaum lesbarer Correkturen, dies und jenes wurde kräftig durchstrichen, auch etliche ironische Fragezeichen stellten sich ein es war unerträglich, und Cilly schössen helle Thränen in die Augen. Bitte eine Note!" murmelte sie mit bitterböser Miene. Er schien den Sturm, den er entfacht, nicht zu gewahren. Eine Note? Dieses unschuldige Vergnügen kann ich Ihnen schon machen. In Anbetracht dessen, daß es Ihr erster stilistischer Versuch ist, wollen wir milde vorgehen." Und mit fabelhaften Haken und Schnörkeln strichelte Wessely ein in rotherTinte prangendes genügend M. .... .. In übelster Laune, die Arme un Nacken verschränkt, saß Cilly nach beendeter Lektion in ihrem Boudoir. Die steifen, englischen Möbel, deren glatte Mahagoniflächen glänzten und blitzten, der neue elektrische Mistelzweigleuchte?, die vielen Tischchen rings, allerlei moderne, kunstschöne Niedlich''' ten tragend, gar nichts freute sie Ich araere nuch, lch bm wuthend! sagte sie laut, dann preßte sie die heißen Wangen in die Seidenkissen, und schluchzte wie ein kleines Kind, dem man das liebste Spielzeua verdorben hat. Als sie sich sattgeweint, erhob sie sich und schritt zum Spiegel, einem edelgeschliffenen Glas, das zwei neckische Biskuitnixchen emporhoben. ' Pfui, wie bin ich häßlich Mit rothen Augen und einer dicken Nase! Heulen verschönt-gerade nicht. Sehe nicht em, warum ich mich wegen dieses dummen Doktors häßlich weinen soll! Was geht er mich denn an? Gar nichts. Er soll nicht mehr zur Lektion kommen, ich werde ihm abschreiben aber dann denkt er vielleicht wirklich, mir ist's zu schwer, und ich schrecke vorm ernsten Studium zurück? Nein, justement! Ich will lernen! Wie eingebildet er ist, mit seinem gründlichen Wessely'schen Leitfaden", und fragen soll man ihn, wenn man etwas nicht begreift. Uebrigens warte nur! Das ließe sich ja machen, o ja, warte nur!" Haben Sie das auch aufgefaßt?" unterbrach Wessely. zum ungezählten Mal seinen pedantisch trockenen Vortrag mit derselben Zwischenbemerkung. Es war in der nächsten Stunde. Lehrer und Schülerin saßen sich wieder am runden Tisch gegenüber. Plötzlich stemmte Cilly die Ellbogen unternehmend auf, und legte das Kinnen beide Hände., v Pardon, Herr Doktor, ich mochte Sie etwas fragen." Wird mir ein Vergnügen fein." Das dürfte sich erst zeigen," dachte Cilly. Ich interessire mich .nämlich für genealogische Daten," log sie, wie hieß doch der Stiefbruder des Herzogs von Reichstadt?" Was? Ein Stiefbruder? Merkwürdig! Das weiß ich nicht. Das haben Sie gewiß aus -dem Hannak. Und in dieser Beziehung ist der Hannak gar nicht sicher; mir sind andere Bücher bedeutend sympathischer." - Besonders der Wessely'sche Leitfaden?" Listig schmunzelnd, begann sie auf's Neue: Und der Sohn der Margaretha Maultasch, wie alt war der, als er starb?". Ja so. Hm! Ganz jung. In der Wiege noch. Ja, als Kind in der Wiege ist der gestorben." Cilly hatte sich einige ähnliche Fragen mühsam herausgetüftelt, und war ihrer Sache ganz sicher. Scheinbar tiefernst, entgegnete sie: Der arme! Und was geschah mit seiner Frau? Er war docki mit Margarethe von Oesterreich, der Schwester Rudolfs des Vierten verheirathet, nicht wahr?" Ganz recht richt kg." Betreten zog Wessely sein Taschentuch und kühlte sich die Stirn. Ja was ich sagen wollte, das ist ja ansonsten blos eine Kleinigkeit, und der Hannak" geht viel zu weit." Nun war eS ihm vergönnt, seinen abgerissenen Vortragsfaden ungestört weiterzuspinnen. Cilly unterbrach ihn nicht mehr, da sie sich zene Prügel, über die er noch stolpern sollte, für die fol genden Lektionen aussparte. In der That , der junge Pädagoge büßte emiges seiner selbstbewußten Haltung ein, dennCilly sorgte nimmermüde für Fragen und sonstige unliebsame Ueberraschuugen. Da leistete sie sich einen Aussah in welchen die Tempel von Pachaeamac und Chicken-Jtza nebst Cliffhouseruinen mit spitzfindiger Geschickuchkelt hinembugsirt wur den, und solches Diktum sollte er nun überprüfen, corrmiren und classifizi ren! Die seltsamen Episteln mit nach Hause nehmen, in einer Kunstgeschichte nachblättern, das konnte er füglich nicht, denn da wäre seine Unsicherheit in diesen Punkten zu auffällig an den Tag getreten. Sie scheinen viel gelesen zu haben!

sagte er eines TageS. Merkwürdig!

Einzelne recht interessante Umstände fuhren Sie an, die aber keineswegs in den beschränkten Rahmen eines Auf-, satzes passen. Ich erlaube mir daher. elbe, als gänzlich überflüssia. durchzustreichen. ' Damit half sich der Doktor geschickt aus dem Handel. Cilly fixirte während dessen feelenveranüat den Mu seumskatalog, der noch am Fensterbord Clf-. ll -f . I I . c - . . tag. 'us oem vane iic voryln iyre verblüffende indianische Weisheit entliehen eigentlich ein Mordsschwindel, sagte sie sich, aber im Krug sind alle Mittelannehmbar." Der Krrea wurde Mit unvermindertem Eifer fortgeführt. Cilly freute sich jetzt königlich auf die Stunden mit oem iunaen Doktor, viel mehr als auf jene mit dem prächtigen Spindler, oder dem dicken Punktchen. Wessely begann klein beizuaeben: nickt, daß ihm die tollen Kreuz- und Querlaunen seiner Schulerm stets empfindlich zu Leibe zogen. Immer blamirte er sich keineswegs. Immer brauchte er sich auch nicht mit energischem Durchstreichen aus der Patsche zu ziehen! Im Ganzen verfügte er über ein lanaiäbriges . gefestigtes gründliches Wissen, war ein anerkannt vorzuglicher und vielgesuchter Lehrer; nur hielten 'seine im' Gymnasium, unter der streng gedrillten mannlichen Jugend erworbenen Erfahrungen nicht den launenhaften Erfüllen eines verwöhnten Müßigkeitsprinzeßchens stand. Anfangs ärgerte sie ihn, tüchtig noch dazu, und er beschloß, den praktischen Nachweis der weiblichen Unfähigkeit zum Höheren Studium an den Nagel zu hangen. Ader sie war so herzig, diese Cilly, so lieb und frisch und jung, wie ein wayres ionnenschemchen satz sie ihm gegenüber. Ja, wer sich ein solches für's ganze Leben gewinnen könnte!" begann er zu denken. Welch hochweise, Miene sie sich kramdfbaft öemübte. aufzustecken, und wie süß der kleine erdbeerrothe Mund die Sektionen herunterplapperte! Rein küssen hätte man sie möaen. Und das that der Herr Doktor auch, eines Tages. o Sie studirten nicht mehr im aroßen Speisezimmer, sondern in einer engen. duftenden Fliederlaube, man hatte die Sommervilla in Hietzing bezogen, und Wessely fuhr dreimal wöchentlich mit der Elektrischen hinaus, um die Lektionen fortzuseken. Mtm Blütbeniternchen schneiten über ihre zerzaustenZöpfe und seinen dunklen Bart; er zeichnete die,,Donau sie trieben gerade Geogräphie der Fluß zog sich in schier unmöglichen Windungen hin hätte sich die Donau sehen können, hätte sie erstaunt sagen müssen: So schau ich 'aus?! Das habe ich nicht gewußt!" - Me Hand des jungen Lehrers zitte;i.ehe5.'denn dicht ihm zur Seite neigten sich brennendeWangen auf sein Papier. Hermannstadt wurde ganz nahe zum Waitznerknie gepünkelt, und weil sonst kein Platz war, ergoß sich die Theiß bei Grau in die Donau. Und Cilly lachte nicht einmal. Sie konnte es ja garMcht, denn Wessely hatte die Donau weggeschoben, Cilly in seine Arme genommen, und küßte den spöttischen Mädchenmund wieder und wieder. Dann fragte er leise, ob sie ihn lieb hätte, und seine kleine Frau Doktor werden wolle ohne Matura und Niaorosum. Athemlos richtete sie sich auf ; Ach za und Papa wird gar nicht böse sein ich habe ihn schon gefragt!" ' Paganitti's Guitarre. Humoreske von Peter Steen. Wie so viel andere Menschen leide ich. an Sammlermanie. Ich sammele aber weder Freimarken, Münzen und Ansichtskarten, noch Plakate und Andenken an Napoleon, nein mein ganzes Dichten und Trachten geht darauf aus, alle möglichen Gegenstände zusammen zu scharren, die mit Paga nini und seinem Namen in Zusammenhang stehen Vor wenigen Monaten stand in mehreren Blättern eine kleine Notiz Sie haben sie vielleicht selbst ge lesen nach welcher ein Südamerikaner, Sianor Diavolo, ein Antiauiiätenhändler, der auf der Durchreise in einem der feinsten Hotels unserer Stadt wohnte, unter anderen interessanten Sachen, auch eine Guitarre von Pagamm im Besitze hate. Auf dem Wege von meiner Wohnung nach meinem- Bureau las ich in der Pferdebahn diese Notiz und zehn Minuten später stand ich in Signor Diavolos Hotelzimmer. Ist die Guitarre von Pagamni zu verkaufen? Ja, gewiß!" antwortete der Südamerikaner, sich lächelnd verneigend. Ich bin ja Geschäftsmann. Und was kostet sie?" Dreihundert Mark." Es war viel Geld. Signor Diavolo nahm mit feierlichem Gesicht die Guitarre aus dem Kosten und ich berührte sie mit der Ehrfurcht, die wir dem Andenken ' des großen Geigers schulden. Dreihundert Mark. Es kribbelte mir in allen Gliedern. Ich hatte eigentlich gar nicht die Mittel zu solchen pekumaren Ausschweifungen, aber an dererseits war es ein kostbarer Fund und ich hatte ja gewissermaßen eine moralische Verpflichtung mir. selb t gegenüber ja, ich hatte wirklich

einen Grund, sie zu kaufen. Acht

Tag.' spater war mem Geburtstag, dazu sollte es ein Geschenk für mich und gleichzeitig eine Ueberraschung für meine Frau sein. Signor Diavolo betrachtete mich, während ich die Guitarre nach allen Seiten kehrte. Nein, nur zu denken, daß auf. diesem Instrument der große Meister gespielt, der die ganze Welt durch die Macht seiner Töne bezaubert hatte. (ie wissen vielleicht, Signor, sagte der Südamerikaner, daß dies die einzige Guitarre ist, welche der berühmte Geigenkünstler je besessen hat?" Ich wußte es nicht, aber ich wollte die Guitarre haben und sagte es 'ihm. Da ich aber nur hundert Mark bei mir hatte, wollte ich am Nachmittaoe wiederkommen, um den Kaufpreis zu bringen und die Guitarre zu holen. Nachmittags um vier war ich wieder im Hotel, mit dreihundert Mark in der Tasche. Signor Diavolo sah ganz unglücklich und verzweifelt aus. Es that ihm so entsetzlich leid, aber vor einigen Stunden war eine Dame dagewesen sie wollte auch die Guitarre kaufen absolut sie wollte drei hundertundfünfzig Mark geben und er war ja Geschäftsmann, er hatte sie ja noch nicht an mich verkaust aber selbstverständlich hatte ich das Vorkaufsrecht, kurz, jetzt kostete die Guitarre 350 Mark. . Ich hatte mit Mühe und Noth die 300 Mark zusammengekratzt und besaß nichts mehr außer einem Nickel, mit dem ich die . Rückfahrt auf der Pferdebahn bezahlen 'mußte. Aber die Gmtarre wollte und mußte ich besitzen und so gab 'ich denn Signor Diavolo die 300 Mark auf die Hand und war am nächsten Vormittag um 10 Uhr mit den fehlenden 80 Mark zur Stelle. Endlich! Endlich war das theure, theuer erkaufte Kleinod mein. Und während Signor Diavolo die Guitarre in ihr Futteral packte, hörte ich mit halbem Ohr auf seine Erzählung, daß am vorigen Abend ein Herr bei ihm gewesen fei, der ihm 400 Mark für die Guitarre geböten hätte, er wäre Geschäftsmann, aber jetzt wäre sie doch verkauft. Besten Dank, Signor. Adieu! Adieu! Ich lief die Höteltreppe hinab, als wäre der Teufel hinter mir. Acht Tage später war ' mein Geburtstag. Es ist Gebrauch in meiaem Heim, daß meine . Frau schon, am Abend vorher den Geburtstagstisch deckt, der mich am nächsten Morgen überraschen und erfreuen soll, ehe ich in's Kontor gehe. Und so geschah es auch dieses Mal. Mit ungewöhnlicher Feierlichkeit nahm mich meine bessere Halste am nächsten Morgen bei der Hand, um mich an den Tisch zu . führen, den die Geschen keschmücken. Dann erhob sie ihre Stimme: Ich habe diesmal eine ungewöhnlich seltene Gabe für Dich. Allerdings war sie theuer, eigentlich viel zu theuer für unsere Verhältnisse, aber wenn ä)u siehst, was es ist Sie nahm das grüne Tuch weg, welches das Geschenk bedeckte und fuhr mit zitternder, Summe fort: ' Es ist Paganini's Guitom, die einzige, welche er besessen hat! Ich ging schweigend in mein Zim mer und holte die andere einzige und darauf liehen wir unseren Gefühlen Worte und verfluchten '' den infamen Sudamerlkaner. Es klingelte Draußen stand ein Dienstmann mit einer Pappschachtel und . einem Briefe von meinem guten Freunde Hermann Petersen. Lieber Freund", stand in dem Briefe, nimm meine herzlichsten Gluckwunsche zu Deinem heutigen Ge burtstage. - Es ist ja eine alte Verabredung zwischen uns, daß wir uns keine Geschenke machen, trotzdem aber gestatte mir. Dir zu Deinem GeburtZtage eine freudige Ueberraschung zu bereiten. Hieneben sende ich Dir Paga nini's Guitarre, die einzige, welche er je besessen hat. Die quittirte Rechnung über 300 Mark folgt anbei. Du kannst mir das Geld wiedergeben. wann es Du paßt. ' Also wurde meine Taganinisamm lung durch 3 Guitarren .vergrößert, welche Paganini nie gehört haben. Ich erfahre nämlich heute, daß die einzige, welche er je besessen hat in einem Museum in Madrid hängt. Signor Diavolo sitzt irgendwo in Amerika und lacht. Rettung von Thiere nbei B r ä n d e n. Die Pferde sind bei ausgebrochenen Bränden meist schwer aus dem Stall zu bringen. Man hat nun die Erfahrung gemacht, daß sie, wenn sie gesattelt oder angeschirrt wurden, leichter hinausgeführt werden konnten. Dem Rindvieh, welches meist storig ist, werden die' Augen verbunden oder der Kopf mit einem Sack verhüllt. Schwelne und Schafe faßt man bei den Ohren und Hinterfüßen und zieht sie aus dem Stalle. Schafe sind besonders gegen Feuerschein sehr schreckhaft und rennen, selbst wenn sie den Stall versassen haben, in denselben zurück. Es ist darum gut, wenn die Verabreichung der Salzlecke öfter während der Nacht bei Laternenschein vorgenommen wird und die Schafe damit in's Freie gelockt werden. - Bei ausbrechenden Bränden kann das nur von Vortheil sein, weil man die Schaf: auf diese Weise . am ehesten aus dem Stalle bringt. 7

Leuer-Signale

1 PennHiv n Starte l Snglisi)' OpnHu I Caft und Rio Fort s Noble und Michigan N. Jersey u. JDlaff 8U J Pwe und North a Startet und Pine l Vermont nahe Eaft 8 Epritzenhau Kaff. Ave nah N"bk " 3 Devzware und Walnut 4 Jersey u Sentral A. 6 Maff. und Ssrne? Sv Äsh m.d 11. Ltreße 7 Park Ave und 12 St? 5 Columbia und HiUfld 9 Highland Lve u. PraU n Jllinoiö und Et. Jo Pnmshlv. und Pratt ;4 Meridian und 11. Str '5 ). 5 Spritzenhaus 15. nah JllinoiS CmattAveu. LtSlau ;7 Illinois und Michigan Vesylvania und 14. 8 Senate Ave. und IT. '1 No. 1 Spritzenhaus JnoSrenaheWichiga i Meridia und Walnut 4 California u Vermont i6 Biake und New gort ' Ind. v. u. St, Clatr J7 City Hospital lake und Norty ! Michigan und Lznes u 9lo. 6 Spritzenhaus Washington nah Wefi Ssend?rf u Wash. a Missouri New Fort IS Meridian u Was!) t JlknoiS und Ohw 7 Capitol Sv. u Vaff i Smgau'S Porthau 19 Straßenbahn Etülle W. WaHingion Ctt U No. 10 Spritzenhaus JUinoiSuVerrill U JllinoiS u Louifians U Seft und Souts 54 Oest und VcTartY 5 Seat v. u Henry 7 Meridian und Aay S!o. 4 epritzulhaut adtssnv.orri . UVadionZ.urmtlop tl Noea!eLitrhauS South nah Züatoaxt UPam.uvtNiU Dlaan u. ZVKEt Nrfias?sr U New Jersey u.rt2 r vtra.v. u radsya aft un Prospekt Bicking und High n 93. 11 Spritzenhaus Lir Ave. nahe Hur, ft Eckst und Seorgi n Cedar und CKn H Davidson u Srgia n english Av. Pwe ft Shelöy und Bat 8 510.1 Cpritzenhau Prospekt nahe Shelby Fletcher Av. u Shelly Wartet u. New Jersey Telaware und Wash. ast u Washington . 4 New Dort u.Davidsoe Taubstummen Anstalt 53 er. Staaten ArfenoZ 57 Orient! und Waff. 9 FrauenkReformat. H No. 13 Spritzenhaus Marylaud nahe Mer. )2 Meridian u. Heoryia. 3 Meridian und South )4 PennstzD u. Louisiana Lirgim Ave u. Llab. G Hauptquartier. )7 Grand Hotel. J8 Capital Ave und Ohi 23 No. 16 Cpritze?auS 1. und Ash. H Alabama und 16. 25 Central Ave und 15. 6 DandeS und 15. 27 Brookside und Juptt 18 Central Ave und 17. .29 Dela!?are und 1. 31 Alabama und 11. 3 Bellesontawe und). ii College Ar und 15 Delaware und 15. 33 Sllabama und Nrt 37 Nevmcnn und 19. 55 College !Ide und 14. 59 Cornell Ave und 15. 41 DandeS und l. Highland Ave und ia 43 Tecumseh und 10. 45 New Jersey und 22. 46 Sllvord und 17. 47 No. 2 Spritzenhaus HiKside Av und 16. 18 College Av und 2s. College Lve und 27. s Port Av und u. e L s u. W Lehn n. 22. 64 Ramsky Are und IS. 5 Stoughton Newuu 57 Atlas und Pike. SS'Bloyd und Pawpaw. 69 No. 21 Spritzenhaus Lrightttood zc A?den und Depot 65 Brightwood und 25. 64 Rural und Llohd 4? St. Clair u. Aeystone S7 Arsenal Ave un 23. 63 Nellefontaine und w. 169 Part Ä d 1. 212 Capital Sv und 1?. AIS Pennsylv. . Michhso 214 JllinoiS und 2. 215 Senate Ave und 21. 216 Pennsvlvcmia und 21 217 Meridian und 16. 218 Capital Ave und 26, 219 Broadway und 10. 31 JllinoiS und McLe, 224 No. 14 Spritzenhaus Kenwood und 80. 5 JllinoiS und 63. ttS Annetta und 2C 837 510. 9. Svzitzenhiu, Udell und Rader . 233 vdell ZcCtUx jfficrß 2ss Jsabel und 27. 241 Meridian und 24. 242 JllinoiS Et. Clan 243 Eldridge und 23. 612 Weit uud Walnut 515 West und 12. 314 Howard und 16. 15 Xcrtct und P6 816 Capital Are und ZU 817 Northwestern Av u 21S Gent und IS. 819 Sanal und 10. 824 Cerealwe WortS . 824 ern:ont und kyn 825 Bismaicku Srandv 26 No. 29 SpntzenhauS Haughvil. 827 Michigan u. eimet, 82 Michigan u. Conr 841 West und McJntyre 412 Missouri u. Maryland 413 Missouri und DhiO ' 415 Capital Avk'Seergia 416 Missouri u SentuSy S. 417 Senate Ave u. Wash. 421 P und s kwndll 23. Washington. 428 Irren-Hospital. 42 cuirt Av u. n fc ntk 25 Vash and Hr 426 No. 18 Spritzenhaus -SB. Washington 427 Oliver und Lirch ' 423 Oliver und Osgood 429 Nordhke und gort 431 Hadley Ave u. MttrÄ 2 mcc v tu Vtr 434 River Lve und 436 Hordin U.2Sig4? 438 Harding und O!wa 457 No. 19 eprinZZ OrrU und tXBMo iCedCS 489 StoSYae 51 SUHmt ch 51 Hovartz tsA ct 458 störst und cpPos 6S Lamdrt und B&SP 457 Nr.th Ave u. Cfitv 0 Worts 112 ZSefi ld ah 13 enwavu.ZKrw 514 Meridia und Msrr? 516 JllinoiS und SLan'dL 517 MorriS und Dalota 518 M und Church 619 Capital .u McCar 621 Meridian und Palm 528 Pin und Lord 524 Madisor. u Lin! t rrthl nb Seit 9552 527 Carlos und Ratz 628 Meridian und Arizen 9 Vridianu. Nay'nend 5S1 Meridian u. M-.Sa..i 522 No. 17 EpritzenkauS MorriS nahe West 612 McAncmund Douh. 618 Last . Qncoln In 814 East und Bcecher 615 Wright uno Sandcrß 617 McCarty und Seartz 618 New Jrrscy u Sir Av, 712 Spruce und Profp TU knglish Av. U. Launt 714 EtateAveu.DURS, Tiv SheUy uud Bcha 716 State Ave unk Orang 718 Orange und Lsurel 719 S-beldy u. Cl,.tage Aj 721 Lngton2l.u 2mQ 728 Fletcher Av. Sprua 724 State 2. PleasS 7S6 Prospekt und ?Ieasant 726 Orange und Harla? 728 Liberty und Mea 729 Noble und South . 2 No. 15 Svritzmhm Ost Vashingkön 818 Market und Nodl 814 Ohio u.Highland Lv 815 Michigan u. HighlmS 816 Market u Arsenal 2 817 Ost 6. Clatr vaX Lnton Bahn eleis. b2l Pan Handle Shcpz. 828 Zermont und Wal 824 Wash.und State Atz. . m Madden'Lmök Fa a T2a und2orseY 827 Wash. und VeviL AX 2 NS.UEpritzmhsuZ viU nah VuvS Ul Eouih.kaftan Zitvs Woodside. 882 Wa?h. und Xtcrtot 4 Eoutheaftern vo Ars Ml 2ÜK. 885 Ne VortundTesÄ 911 JllinoiS radKarti. 918 JllinoiS und Markt. 14 Penn, ttö Oa? i5Dlai,a nnd 'Y? OpezialoOignale. ersten Schlage, zweiter Alarm, fcxücn I Schläge, dritte? SUara, vritt, 2 SchlÄg, viert Alar. l-s-l, Femr eai un Schlauch sufgarQ. z SchlZge, Wafserdrue! ad. li Schläge, 12 Uhr Mittags. Die so bezeichnete Signal werd nur Um Thu Schter angegeben da a den betrffd StraZ Kreuzungen kein AlarmVnen anaelvat fsA Abgeschnittene Nase. Der 22jährige Vauernbursche Palka in Biloritz, Böhmen, unterhielt mit der HäuslerStochter Anna Brouzek ein Liebesverhättniß. In letzter Zeit glaubte das MädchenZweifel in die Treue des Geliebten setzen zu sollen, und es beschloß, an dem Burschen furchtbare Rache zu nehmen. Eines Abends wurde Palka von seiner Geliebten zum Fensterln" beste. Er kam ahnungslos. Während er nun mit dem Mädchen plauderte, zog es blitzschnell ein Rasirmesser uü dem Brusttuche hervor, und ehe Palka es verhindern konnte, hatte ihm die Brouzek die Nase bis an die Wurzel abgeschnitten so daß dieselbe auf den Boden fiel. Der Unglückliche stürzte mit einem gräßlichen Aufschrei zusammen. Nachdem ihm erste Hilfe geleistet worden, begab er sich nach Wien in eine Klinik.