Indiana Tribüne, Volume 28, Number 125, Indianapolis, Marion County, 18 January 1905 — Page 3
Jndiana Tribüne, 16. Ja.mar 19ß5.-
I
General
Fährt vou Nagasaki mit 565 LcidcnsgOhrtcn nach Odessa ab. Gefahr des Kohleustreiks für die deutsche Industrie. Bergsturz in Norwegen. Großherzogm von Weimar gestorben. Vom 2. PacificGeschwader. Mifchtschcnlo's Strcifzug.
Ost-Asien. AussennachderHeimath. Nagasaki, 17. Januar. Der französische Dampfer Auftralian" ging ging hcute Abend nach Marseilles ab. Er hatte Gen. Stößel mit Frau und 565 Russen, darunter die Admirale Grigorovit und LocZinSky, die Veneräle CardatowZky und Reiß, ferner 255 Offiziere und Frauen an Bord. Der Dampfer durfte erst nach Dunkelheit abfahren, damit die Russen oder Andere keine Kenntniß von den Hafenbefeftigungen erhielten. Die Offiziere kauften hier viele An denken, aber die Soldaten hatten seit Monaten kein Geld erhalten. Gen. Fock bleibt als KriegSgefangener in Japan. Dampfer gekapert. Tokio. 12. Januar. Ein japa nifcheZ Torpedoboot beschlagnahmte den holländischen Dampfer Wilhelmina". im Begriffe stand, Kohlen von Earisbad nach Wladiwostockzu bringen. Mischtschenko's Zug. St. Petersburg, 17. Januar. Gen. Kuropatkin berichtet dem Zaren von einem Versuche einer starken japanischen Abtheilung. bestehend ouS Infanterie, Artillerie und Ka vallerie, die Kavallerieschaaren General Mischtschenko's am 14. Januar abzuschneiden, als dieselben im Begriffen standen, den Rückzug nach Norden anzutreten. Bei dichtem Nebel überflügelten die Japaner die Russen. ES kam zum Kampfe, in dem die ruffische Artillerie auf kurze Entfernung den Japanern schwere Verluste bei brachte und sich dann zurückzog. Von den Russen wurden 5 Ossiziere und 40 Mann getödtet oder verwundet. Rußland. Das 2. Pacific. Geschwader. St. Petersburg, 17. Jan. Die Admiralität dementirt den Bericht, daß Admiral Rofchestwensky MadagaZcar verlassen werde, ohne auf da? Geschwader Admiral BotrowSky'S zu warten. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß das zweite Pacific Geschwader einige Zeit im indischen Meere kreuzen wird, wahrscheinlich bis zur Ankunft der Schiffe die jetzt in Libau ausge rüstet werden. S t r e i kk St. Petersburg, 17. Jan. Nachdem gestern 12,000 Arbeiter der Putiloff Eisenwerke an Ausstand glngen, find d!e Ardeiter dreier anderer ) $2txlt in Berathung getreten, ob sie fich dem Streik anschließen sollen. Schweden und Norwegen. Bergsturz. E h r i st i a n i a, 17. Jan. Bei einem Bergsturz zu NaeZdael, nördlich von Bergen, kamen am Sonntag 39 Personen um. Von einem öenach barten Hügelt stürzte eine FelSmasse in den Lcerwand'See und verursachte eine 20 Fuß hohe Welle, die über die de nachbarten Ufer fegte. Häufer, Menschen und Vieh wurden fortgerissen. Man weiß, daß 39 Perfönen umgekommen sind, doch wurden bis jetzt nur 4 Leichen geborgen. Ein heftiger Sturm machte heute Hilfe aus dem benachbarten Distrikte unmöglich. Großbritannien. Kohlen und Frachten. New Castle, 17. Jan. In Folge der Ausdehnung des Kohlen ftreiks in Deutschland sind hier die Kohlen um 12.31 Cents per Tonne gestiegen. Frachten nach Rotterdam und Hamburg, die gestern auf $0.81 standen, sind heute $1.25. Deutschland. ' K o h l e n ft r e i k. Esse n, 17. Jan. Nach amtlichen Berichten sind heute 122.612 Kohlen, grüber in 187 Gruben am Ausstände. Die Arbeiterführer hatten heute eine Zusammenkunft mit den RegierungS Commissären und erklärten - die Ur sachen des Streiks.' ES besteht noch
Stössel
immer die Hoffnung, daß der Zwist durch Vermittlung der Regierung bald beigelegt wird. Die Rede des Reichskanzlers v. Bü low im preußischen Landtage, daß die zwei Pflichten der Regierung im Streik die seien, die Ordnuung aufrecht zu er. halten und bei der Beilegung zu helfen, um Deutschland'S Industrie vor einem Unglück zu bewahren, giebt den Berg, leuten Hoffnung, Konzessionen erlan gen zu können. Das Exekutiv. Komite der sozialde mokratifchen Partei hat einen Appell an alle deutschen Arbeiter gerichtet den Streikern beizuftehen, da sie nicht allein für das tägliche Brot, sondern für all. gemeine Menschenrechte streikten. In der Rheingegend war die socialistische Partei nie so stark wie in anderen In duftriegegenden, da ihnen dort die Zentrumspartei den Boden hartnäckig streitig machte. Bei dieser Gelegenheit aber hoffen die Sozialdemokraten Vor. theile zu erringen. Missionäre in der Türkei. . Berlin. 17. Jan. Die ' Post" beschuldigt die englischen und amerika nischen Missionäre in Mazedonien revo. lutionäre Gewaltthaten angestiftet zu haben; sie behauptet ferner, die Herren LrailSford und Agen von der britischen Bibelgesellschast $1,000,000 an die Re volutionäre vertheilt zu haben. Schließ lich klagt sie noch die englische und die amerikanische Regierung an die Agita. tion in den Balkanländern zu fördern. Hohe Dividende. Hamburg. 17. Jan. Die Di. rektoren der Hamburg-AmerikaLinie beschlossen heute die Auszahlung einer Dividende von neun Prozent zu em pfehlen. Der Reingewinn. $7,500,000, von dem $4,500.000 dem Reservefonb über, wiesen werden sollen, war durch den Verkauf von Dampfern und das große Geschäft mit der russischen Regierung angeschwellt worden. Krawalle im Ruhr. Gebiet. Köln, 17. Jan. Im Ruhrkohlen, gebiet find außer den schon gemeldeken Strike-Krawallen noch verschiedentlich Ruhestörungen vorgekommen, zu deren Unterdrückung die Gendarmerie wieder holt mit blanker Waffe eingeschritten ist. In einem Orte verbarrikadirten fich die Striker in den Häusern und bewarfen die Gendarmerie mit Steinen. Um die Situation besser kontrolliren zu können, find auf Anordnung der Behörden im ganzen Strikegebiet viele Wirthschaften geschlossen worden. Möller über Streik. Berlin, 17. Januar. Handel. Minister Möller sprach heute im preu. ßifchen Landtage sein Bedauern dar. über aus, daß deutsche Arbeiter so wenig Achtung vor gesetzlichen Verträ. gen hätten und ohne Kündigung die Arbeit einstellten, wie eö die Leute im Kohlendistrikte thäten. In manchen Gruben, sagte der Minister, sei nur die Hälfte der Leute an den Ausstand gegangen, in anderen anderen feien alle an der Arbeit geblie. ben; obgleich also ein allgemeiner Streik verkündet worden sei, sei eö nicht zu spät, den 'Zwist ohne Jnbuftriekrieg beizulegen. t Karoline v. W e i m a r. t Weimar. 17. Jan. Die Groß. Herzogin Karoline von Weimar, Gattin des regierenden Großherzog ist an der Lungenentzündung gestorben. Sie war im Jahre 1834 geboren. A m e r i t a n i s ch e Handels Kammer."' Berlin, 17. Jan. Der Staats. Sekretär des Auswärtigen v. Richt, hofen hat der amerikanischen Handels kammer mittheilen lassen, daß die Regierung nicht geneigt sei, eine auSlün dische Anstalt unter jenem Namen in Berlin anzuerkennen. Die Regierung mache keinerlei Einwand gegen eine Verbindung amerikanischer Kaufleute zu Zwecken, für welche die gegenwärtige
amerikanische Handelskammer organi. sirt wurd5, aber Handelskammern in Deutschland seien Regierungsinstitute und hätten gewisse Privilegien, die ei ner ausländischen Institution nicht übertragen werden könnten. Die Regierung erhebt Einwand ge. gen die Namen Chamber of Commerce" oder Board of Trade". Wenn die Regierung sich mit einer amerikani schen Handelskammer zufrieden gebe, müsse sie das auch - mit einer französi. schen oder russischen Handelskammer thun, wenn eine solche geplant werde. Es ist anzuerkennen, daß die Regierung der Thätigkeit amerikanischer Kaufleute keine Schwierigkeiten bereitet hat und man wird fich wohl auf einen anderen Namen einigen. UebrigenS gehören dem Jnftiute auch deutsche Geschäfts. leute an, die Beziehungen zu Amerika haben. Nochmals Professoren Austausch. Berlin, 17. Januar. Erst jetzt bringt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung das offiziöse Mundstück der Regierung, einen Kommentar über den Vorschlag des Kaisers, welchen er dem Botschafter Tower beim NeujahrS. Empfang machte, dahingehend, daß Professoren amerikanischer und deutscher Universitäten Vorlesungskurse auStau schen sollten. Natürlich äußert fich daS Blaü begeistert in zustimmendem Sinne, wäh. rend sich bekanntlich die nichtosfiziöfen Zeitungen zumeist recht skeptisch gegen, über der Anregung des Kaisers verhal. ten haben. (Eine vom 10. Januar veröffentlichte Depesche aus Cambridge, Mass., meldete, daß Verhandlungen zwischen Harvard und der Universität Berlin bereits soweit gediehen seien, um ein Zustandekommen des fraglichen Austausches als gesichert erscheinen zu lassen.) Lippischer Thronfolge. Streit. B e r l i n, 17. Jan. Trotz der Er. klärung der Norddeutschen Allgemei. nen Zeitung", daß in der kürzlichen Vereinbarung zwischen der Biesterfelder und der Schaumburqischen Linie das nunmehr erfolgte Ableben des geiges. kranken Fürsten Alexander zur Lippe bereits in Rechnung gezogen worden und neue Verwicklungen ausgeschlossen seien, herrscht doch keine rechte Zuver. sicht zum Stande der Dinge. ES wird vielfach erwartet, daß von Schaumbur. gifcher Seite Versuche gemacht werden, die früheren Vereinbarungen als im rechtmüßig hinzustellen. Um das zu der. hüten, wird allgemein darauf gedrun gen, daß das Schiedsgericht, welches den ganzen lippischen Thronfolgeftreit schlichten soll, so rasch wie möglich zu sammentrete. -' . GrafEulenburg'SSelbst. m o r d. Berlin, 17. Jqn. Ueber den Selbstmord des Grafen Eulenburg in Gallingen, preuß. Regierungsbezirk Königsberg, ist zu melden: Der Graf nahm in der Freitag Nacht in vergnügtester Stimmung an einer Festlichkeit Theil. Am Samstag Mor. gen kroch er auf eine Eisscholle des Pre gel, wo er seinem Leben mit eigener Hand ein Ende machte. Er hinter, ließ einen Zettel, auf dem geschrieben stand, daß er fürchte, wahnsinnig zu werden. Wucher. Prozeß. Berlin, 17. Jan. Ein großer Wucher.Prozeß wird in Kürze hier zur Verhandlung gelangen. Infolge mehr facher peinlicher Vorkommnisse in den besseren Kreisen" haben die Behörden neuerdings Veranlassung genommen, ein kleines Kesseltreiben auf die eigen, nützigen 'Freunde der Berliner Lebe, welt und gewisser Offiziere Sr. Maje tät zu eröffnen. In den Maschen des Gesetzes hat fich ungesähr ein 'Dutzend der unersättlichen Großftadtwölfe ge fangen, und bei den Verhandlungen wird ein erklecklicher Theil der golde. nen Jugend von Berlin die Zeugen bünke zieren. Saftige Enthüllungen find zu erwarten. Frankreiö. K a m m e r v e r t a'fi t. Paris, 17. Jan. Die Deputir. tenkammer hat fich bis nach Bildung eines neuen Ministeriums vertagt. Rouvier hat seinen Freunden mit getheilt, wenn er aufgefordert werden sollte ein Ministerium zu bilden, werde er sich keine Bedingungen vorschreiben lassen, sondern seine eigene Politik verfolgen. Schiedsgericht. ; Paris, 17. Jan. Man glaubt Rußland wird während der VerHand.
lungen über den Nordsee-Zwifchenfall seine Vertheidigung in Beziehung auf die Anwesenheit spanischer Torpedo boote ändern, aber dicS ist nicht ge schehen. DaS Aktenmaterial Großbri tannien'S mußte von 3 Mann getragen werden. Nächste Woche sollen die eng lischen Fischer als Zeugen verhört wer. den. Frau Loubet beerdigt. M a r s a n n e, 17. Jan. Die Leiche Frau Loubei'S, der Mutter des Präst denten, wurde heute aus dem Familien. Begräbnißplatze beigesetzt. Der Prä. stdent und andere Familienmitglieder waren anwesend. Die ganze Bevölke rung nahm an dem Begrübnisse Theil. Oesterreich'Ungarn. Neues Ministerium. Wien, 17. Jan. Aus gut unter, richteten Kreisen verlautet, daß häufige Konferenzen zwischen Baron Gautsch v. Frankenthurn, dem österreichischen Premierminister und Mitgliedern der verschieden Parteien die Regieeung zu dem Entschlüsse gebracht haben, ein parlamentarisches Kabinett und kein Beamtenkadinett zu bilden. ES heißt, daß ein polnischer Abgeordneter Unter. richtSminister und ein deutscher Finanz minister werden soll. H o s b a l l. Wien, 17. Jan. Heute Abend fand in der Hofburg der erste' Hofball dieser Saison statt. ES waren 200 Gäste anwesend, darunter viele Mit. glieder deS diplomatischen CorpS. Kaiser Franz Joseph und Erzherzog Franz Ferdinand sprachen längere Zeit mit dem amerikanischen Botschafter.
Ein politisches Attentat. Ueber einen Anfallder auf den frü, heren Minister Girojin Welitfchkoiwitsch, den Rechtsanwalt der Schwer stern der Kömgin Draga und HerauZgeber des radikalen AntiverschwörerOrgans Oppositia" dicht vor der deutschen Gesandtschaft in Belgrad ausgeführt wurde, gehen dem Wiener Deutschen Volksblatt" die folgenden Mittheilungen zu: In der früheren Königin Draga Straße, jetzt Kronen Straße, die von dem rechten Seitenthore itt Konaks aus parallel mit der König Milan Straße läuft, ereignete sich in der Nacht ein blutiges Attentat, dessen Opfer der frühere Minister Welitschkowitsch wurde. Der ganze Vorgang spielte sich vor dem Gebäude der deutschen Gesandtschaft ab, die dem Wohnhause Welitschkowitsch' gegenüber liegt. Welitschkowitsch, der in seinem Blatte Oppositia" in überaus heftiger Weise die Königsm'örder und ihre Partei bekämpft, hatte schon vor einiger Zeit von Vertrauten davon Kenntniß erhalten, daß die Partei der Königsmörder den BeMuß gefaßt habe, ihn, als mißliebigsten Mann, zu ermorden. Welitschkowitsch betrat seither niemals die Straße und fuhr stets im geschlossenen Wogen. Seine Redaktion und Privatwohnung standen Tag und Nacht unter bewaffnetem Schutze, und es war auch dafür Vorsorge getroffen, daßWelitschkowitsch niemals in der Lichtung eines Fensters fich befand, da zufällige" Schüsse durch Fenster in Serbien nichts Seltenes sind. . Am genannten Abend, gegen 9 Uhr, fuhr nunWelitschkowitsch in einem geschlossenen Wagen von seiner Redaktion nach Hause. Gegenüber der deutschen Gesandtschaft hielt der Wagen an. ' Als Welitschkowitsch die Wagenthüre öffnen wollte, sprangen aus dem Dunkel zwei als Bauern verkleidete Individuen hervor, dir Welitschkowitsch aus dem Wagen rissen und mit schweren Steinen bearbeiteten. Der Ueberfallene zog den Revolver; ehe er aber noch Zeit hatte abzudrücken, erlitt er eine schwere Verletzung in der Hüftgegend, die ihn zu Boden streckte, Welitschkowitsch schrie: i Hilfe! Mam mordet mich! in der Meinung, aß der Gendarm, der sich vor dem Gebäude der Gesandtschaft befinden mußte, herbeieilen werde. An diesem Abende aber stand vor der Gesandtschaft kein Gendarm. Als die Attentäter sahen, daß Welitschkowitsch in Ohnmacht fiel, entflohen sie. In diesem Momente krachten von der wenige Schritte ent.fernten Straßenecke zwei Schüsse. Ein Mädchen, das die Straße zufällig heraufkam, sank getroffen zusammen. Seitens der deutschen Gesandtschaft wurde die Polizeiprpäfektur telephonisch verständigt. Die Polizeidirektion ' ertheilte nun die sonderbare Antwort: Es sei nichts, man brauche sich nicht zu beunruhigen!" . ' Mas ein Säkctzen werden wiU ... Hausfrau: Hat der Schorschel die Brief' schon geschrieben an die Parteien im Haus?" H a u s h e r r : Ja, und gut hat er's g'macht sei Sach'. der qualifizirt sich famos zum Steigern!' Kanada hat . 47 Papiermühlen. In London finden sich jedes Jahr 300 italienische Leierkastenspieler ein. " W a ch t e'l n sind so selten gttoor den, daß Frankreich und .Deutschland deren Tödtung verboten haben. ...
Bon, Grokgauner Jenner. .us Wien wird geschrieben: Ein Bnkdiener, desse.i lühi.ec Traum es ist, einmal mindesten? eine ViertelMillion bei geebneter Gelegenheit zu unterschlagen, der diese Un erschlagung bei dem Mangel einer hinderlichen Beaufsichtigung mit Leichtigkeit durchführt, nachdem er vorher eine Schaar von Gehülfen zur Erleichterung seiner Flucht angeworben, und der. monatelang gesucht in allen Hafenstädten oder in entlegenen Provinzwinkeln, schließlich halb zufällig in der Dunkelkamn-er eines Photographen im Prater entdeckt wird, wo er sich einer Mastkur unterzi?ht, um unkenntlich zu werden, das ist der halb traurige, halb belustiaend? Held des Prozesses Ienner. Der Prozeß selbst bietet, im Gegensatz zu sein:r Borge scbchte, wenig BemerkenswerheZ, weil die Schuldigen alles eingestanden. Abzr bemerkcnswerth ist zunächst einmal die Umgebung, in der die Unterschlagung möglich war. Jenner war an der Wiener Filiale der Vrager Zentralbank deutscher Sparkassen bedien -stet, war aber schzn zweimal wegen Fahrradunterschlagung bestraft wo-, den. Weil nun in seinem früh:ren Dienstzeugnik nichts davon vermerkt war, 'stellte ihn die Wiener Niecer lassung als Diener an und schenkte ihm im weitern Verlaufe ihr volles V'r trauen. Jenner konnte große Geldbriefe unterschlagen, weil der Vankbeamte, der ihn begleiten sollte, nur bh zum Thor des Postamts mitging. E konnte Ckecks über Hundert'ausendc bei der Oesterreichifch-Unga'rischenVank einkassiren. weil seine Bank ihm gar keinen Begleiter mitgab und obendrein der Kassirer vergessen hatte, die Ch'cks mit der Ausschrist Nur zur Verrechnung". zu versehn. Er konnte in di? Schreibstube seines Direktors mit einem Nachschlüssel eindringen, die TclePhonleitung am Tage seiner Unterschlagungen unbrauchbar machen und sich dann gemüthlich in das vorbereitete Versteck begeben, wo er bis zum Tage seiner Verhaftung blieb. Man sieht, es war ihm leicht gemacht, und wenn ihn' die Jagd nach dem Glücke dennoch mch' gelang, so lag das an der großen Zabl der Mitwisser, die man au Vorsicht" geworben halte. Jenner brauchte Leu'e, die ihm ein Versteck boten, er brauchte Leute, um das aroße Geld" sicher in Theilbeträgel aufzubewahren, und er brauchte Jemand, der ihm die Legitimationspap'ere für eine Flucht " beschaffte. Und eben dieser letztere, den er persönlich gar nicht kannte, zog es vor, nicht mitzuthun, zeigte ihn an und sicherte sich so die ausgesetzte Belchnung von 9000 Kronen. Wie schon mitgetheilt, verurtheilte das Schwurqericht den Jenner zu drei Jabren schweren Kerkers und fünf Mitschuldige zu Strafen von drei Monaten bi Zwei Jahren einfachen Kerkers; drei Mitangeklagte wurden freigesprochen.
Tasonow's Vertheidigung. Ueber den Prozeß gegen die Mörder des russischen Ministers von Plehwe werden nachträglich noch einige Einzelheiten laut. Interessant sind namentlich die Gründe, die Sasonow, seinen Angaben nach, zum Morde veranlaß! haben. ' Sikorskider Mitschuldige, bekannte sich, vor Gericht des ihm zur Last gelegten Verbrechens nicht für schuldig, hat aber nichts über die Anstiftung oder die PZrtei. die ihn dazu verleitete, ausgesagt. Sasonow dagegen erklärte vor Gericht Folgendes: Ich habe die Ehre, ein Mitglied der Partei der Sozialrevolutionäre" zu sein und gehöre der Bojewaja Qrganisazija" an. Diese Partei ist sehr groß, einflußreich und der russischen Negierung in ihre! Organisation und Verbreitung völlig unbekannt. Ich tödtete Plehwe, bekenne mich aber des Mordes an ihm nicht für schuldia. Ich tödtete ihn. weil er als Direktor desPolizejdepartements im Jahre 1892 die Partei der Narodnaja Wolja" vernichtete, die Gesellschaft bedrückte und schuld an de. Exkommunikation Tolstoi's ist. (Letzteres ist ein Irrthum Sasanow's, denn Tolstoi wurde unter dem Ministe: Ssipjagin und auf Veranlassung Poojedonoszew's exkommunizirt. Plchwc war damals gar nicht in der Lage, aus dergleichen Vorgänge einzuwirken.) Ich kämpfte nicht -gegen das Regime sondern gegen die Person am Als ich meine Bombe gegen Plehwe schleudere wollte, traf mich ein Blick aus seinen Augen, ich wurde einen Augenblick unschlüssig, dann aber handelte ich." Das waren die Worte, die Sasonow vor den Geschworenen ' sprach. Dir Aufgabe, die sich, sein Vertheidiger, de berühmte Kriminalist Karabtschewski gestellt.' hatte, war. Sasonow vor der Tordesstrafe-zu schützen, die vom Ge- ! richt nicht beantragt wurde. 'Herzog Heinrich Vorhin von Mecklenburg., de:. im Seplembcr auf der Jagd e'nen Sch ochußi x's Knie erhielt, ist jetzt völlig wieder. h:raeftellt. Die Ste fheit des Knies ist durch Massage 'gehoben worden. ' Ueber d e n U m f a n g d e r T y phusevidemie i.r Deutsch-Sürw'st-afrika lägen bisher leine genauenNach richten vor. Nach einer amtlichn Meldung siyd seit Beginn des Krieges bis Ende November von der Schutztruppe an -Typhus erkrankt. . . . 974 Wann - davon sind gestorben . . 184 - - ' in die Heimath gesantt rß7 :i, ' ' noch in Behand ung, .441 r; dienstfähig zur Truppe - entlassen . . . .,. . . 28V m
DieVestechtlngSaffare"derHuller Schisser. Nach einer Mittheilung der Londoner Daily Mail" eristiren thatsächlich unter der Huller Fischerflotte vier bis sechs Leute, darunter der Hochbootsmann des Fischerdampfers Aoa", die beschworen haben, daß Torpedoboote mitten unter der Fischerflotte gewesen seien. Die russischen Agenten Walsh und Bennet, die diese Leute dem russischen Konsul zugesandt oder vor den mit der Abnahme der Eide betrauten Kommissar geführt haben, versichern, daß die Fischer weder im Trunke noch infolge der Bestechung diese eidlichen Erklärungen abga ' m. und daß die Ausgaben, die sie. die Agenten, für die Fischer gehabt hätten, durchaus mini--mal gewesen seien. Uerigens habe man in Kreisen der Fischerslottile ganz offen von der Anwesenheit von Torpedobooten gesprochen. Die Agenten sind seit dem 5. Dezember viermal in Hull gewesen, wurden aber das letzte Mal bedeutet, daß, wenn sie sich wieder in den Docks sehen ließen, man sie in's Wasser werfen würde. Die russisch: Votschaft lehnt jede Beziehung zu dieser hier nach allen Seiten gegen Rußland' ausgebeuteten sogenannten Bepechungsaffäre" ab.
Gin Volksbund zur Bekämpfung des Schmutzes in Wort und Bild hat sich in Deutschland gebildet und einen Aufruf erlassen, dem wir folgende Sätze entnehmen: Zu den gefährlichsten Feinden unserer Entwickelung gehört der Schmutz in Wort und Bild, der, im tiefsten Wesen kunst- und gesittungsfeindlich, heute unzählige junge Seelen vergiftet. Er schmückt sich mit den Worten falscher Wissenschaftlichseit; er entlehnt der Kunst und Dichiung Mittel, um zu verführen, aber er tritt auch in rücksichtsloser Gemeinheit auf die Straße und Märkte, dringt in das deutsche Haus der Wohlhabenden ebenso wie der schlichten Arbeiter und vergiftet oben und unten die gesunde Schamhaftigkeit, die Selbstachtung und verkündigt nack.te, entnervende Genußsucht. Kein Stand, kein Alter, kein Geschlecht ist gefeit voc den verderblichen Wirkungen, die heute schon ... r . fv.....v w w:. oie sruye ugeno ergreifen unv yi uic besten. Kräfte rauben. Eltern aller Stände, Lehrer, Erzieher' Geistlichaller Bekenntnisse. Leiter der Gefängnisse und Zwangserziehungs-Anstalten wissen von Erfahrungen zu berichten, die das Herz jedes Vaterlandsfreundes mit Schmerz erfüllen. Aber die Erkenntniß hat, nicht nur bei uns in Deutschland, den Muth zum Kampfe geweckt." Die Kosten für den Lebens unterhalt haben sich in Spanien wahrend der letzten Jahre verdoppelt, und die Auswanderung nimmt infolge des sen riesig zu. Tlerz,te. Dr. J. A. Sntcliffe, Wund -Arzt, Geschlechts-, Urin un!,Kectum Krankheiten. . Okgce : 155 Og Market Str. Tel. 941 Osstee-Stn! : 9 lit 10 Udr vm.; I iVx. Dr. Carl Q. Winter Deutscher Nrzt. Handelt alle akute und chronische Rvaxü heiten. Seburtöhülfe Spezialität' Ossice: 14 West Ohio Gtt. 0s jlcttanbe : Wohnung: 150 Zkadis v. 1011 orm. Spreästunden : T 8 bendl 14 SkTchm. Sonntag : 6 Nach. Sonntagl : Wohnung Telephone: MO 10.80 VM. WLU 026 j R, 918. kektton. Neu O. Wie Vevfeet ciiö Nange wird zum Koftenpreise verkauft, abgeliefert und aufgestellt ohne Unkosten. Der sparsamste Ofen für Kunstgaö. Sprechen Sie vor und sehen Sie dieselben im Gebrauch. TUE OIMLIS GAS G0 49 S. Pennsylvania Str. Dichann s Orabhorn, " FaörUantr dvn snne.. SHcZU-Wftm. . Clal Ladentische und Cigarren-Tische C22 C3 Qashwgtsu OtraKe. tn Vhone lrkawl iu. m FRIF ViTSTFIKI n. n.
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