Indiana Tribüne, Volume 28, Number 124, Indianapolis, Marion County, 17 January 1905 — Page 6

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Jüdinn Tribüne, 17. Januar 1905. L

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Europäische Nachrichten

Schweiz. Aarwangen (Bern). Vermuth lich infolge von böswilliger Brandstiftung brannte die Wirthschaft zum Rebstock sammt dem ziemlich großen Oekonomiegebäude nieder. Dr Schaden ist bedeutend. Aesch (Baselland). Bei der Glockenweihe wurde mit Mörsern geschossen. Wahrscheinlich durch allzu starke Ladung sprang eines dieser Geschütze i r i VM 1 ' 1 zurua und seyiug einem ungiing, mu Namen Wyser, Lehrling in der Fabrik Angenstein, den linken Arm fast vollständig ab. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde der Verunglückte nach Basel in das Spital übergeführt. Gümlingen (Bern). In einer Kiesgrube wurden drei Kinder eines Landwirths Bartschi von einer sich un erwartet ablösenden Steinmasse verschüttet. Ein Vjähriger Knabe konnte unverletzt gerettet werden. Dagegen brach ein 4jähriges Sch?vesterchen ein Bein, während ein Ljähriger Bruder getödtet wurde. Lausanne. Bundesrichter Gallati ging kürzlich vom BundesgerichtsHaus nach der Station der Drahtseilbahn Lausanne - Ouchy und stieg in einen an den Zug gehängten Güterwagen. Im Augenblick, als der Zug sich in Bewegung fetzte, verlor Gallati das Gleichgewicht und stürzte auf das Geleise. Der Sturz hatte eine innere Blutung zur Folge, an welcher der Unglückliche starb. Z e r m a t t. Wirthschaftsbesttzer Navet fuhr mit seinem Wagen, in dem seine Frau sowie sein bei ihm zu Bt such weilender Freund Lothier und die beiden'Söhne des letzteren saßen, nach Viöge. Plötzlich scheuten die Pferde und stürmten mit dem Wagen davon. Das Gefährt stieß mit derartiger Wucht gegen den Holzschranken, daß er brach und der Wagen mi: den Infassen in den Abgrund stürzte. Mehrere Bauern, die von fern das Unglück mit .ansahen, eilten zu Hilfe; leider war sie vergebens. Alle fünf Personen hatten bei dem Sturz in die Tiefe den Tod gefunden. Hesterreich-'Zlngarn. Wien. In seiner Wohnung, 1. Bezirk, Freisingergasse No. 4, verstarb Prinz Lothar Stephan August Klemens Maria Metternich - Winneburg im 68. Lebensjahre. Er war vormals Vizepräsident der oberosterreichischen Statthalterei gewesen. Der Bahnbedienstete Rudolf Maringer, der als Zugsbegleiter mit einem Lastzug auf dem Geleise der Donauuferbahn längs des Handelsquai im Prater fuhr, be merkte nächst dem Kilometerstein 5? neben der Einfriedigung des Landungsplatzes der Donau - Dampfschiffahrts - Gesellschaft einen menschlichen Körper, dessen Kopf und Brust zwischen den Schienen und dessen Rumpf und Füße vollständig abgetrennt außerhalb der Schienen lagen. Es ist nicht gut möglich, daß der Mann zufällig das Geleise überschritt und überfahren wurde. In den Kleidungsstücken des Todten fand man ein Kuvert, das an den Schmiedgehilfen Stefan Oprchal, Margarethen, Reinprechtsdorferstraße 6, adressirt war. Es trägt die. Signatur des Landgerichtes Wien und enthält eine den Genannten betreffende Anklageschrift wegen des Verbrechens des Diebstahls. Es liegt die Vermuthung nahe, daß die Leiche die des Schmiedegehilfen Oprchal ist, und daß der Mann aus Furcht vor Strafe Selbstmord verübt hat. Die Wiener Geschäftswelt wurde durch die Falliments zweier am hiesigenPlatz vertreten gewesenen Firmen in Mitleidenschaft gezogen. Die Firma M. Geiringers Söhne, Leinen- und Baumwollwaaren - Fabrik, und die Möbelstoff - Fabrik Ludwig Geiringer sind in Zahlungsschwierigkeiten gerathen und haben die Insolvenz angemeldet. Ein genauer Status liegt nicht vor, doch werden in. den Kreisen der Gläubiger die Passiven bei den Firmen mit nahezu 4,300.000 Kronen beziffert, denen Aktiven in der Höhe von rund 1,000,000 Kronen gegenüberstehen. F r i e d l a n d. Der Maurer Bernhard Augsten in Neu - Schönwald wurde kürzlich vom Graf Elam Gallasschen Revierförsier Hub beim Wildein ertappt und durch eine Schrotladung so schwer verletzt, daß er bald darauf verstarb. I ä g e r n d o r f. Der älteste Bewohner Jägerndorfs, der Stadtsekretär Josef Weber, feierte bei seltener Geistesfrische und körperlicher Rüstigkeit seinen 93. Geburtstag. , Oedenburg. Stephan Mogor, der wegen eines an dem Ehepaar Karolyi in Vönöczk verübten Raubmordes viele Jahre hindurch in der Oedenburger Strafanstalt saß, wurde bei der nunmehrigen Wiederaufnahme des Strafverfahrens als unschuldig erkannt und sofort in Freiheit gefegt. T r a u t e n a u. An der hiesigen Mädchen-Volks- und Bürgerschlle fand eine Feier aus Anlaß des 25jährigen Lehramtsjubiläums des Direktors dieser Anstalt, Herrn Josef Massopust, statt, de, ist jetzt festgestellt, 51jährige Arbeiter Stärke aus Altenplathow. Er hinterläßt eine große Familie. Dommitzsch. In der hiesigen Thonröhrenfabrik gerieth der Arbei-

ter Franz aus Elswig ''zwischen die Puffer zweier Eisenbahnwagen, die ihm den Brustkasten eindrückten. Er war sofort todt. E i l e n b u r g. Die in der Rinckartstraße wohnende Wittwe Wilhelmine Weingärtner vollendete ihr 100. Lebensjahr. An diesem seltenen Ereignisse nahm die gesammte Bürgerschaft den lebhaftesten Antheil. - Gr. -Dedeleben. Der hiesige erste Lehrer und Organist Ebristian Schrader trat nach 52jähriger ThätigUxt in den wohlverdienten Ruhestand. Halle. Das äußerst seltene Fest der eisernen Hochzeit feierte das Schieferdeckermeister Gottlieb Heine'sche Ehepaar. Die alten Leute waren an diesem Tage 65 Jahre mit einander verheirathet. Lodersleben. Das Heinrich Hilprecht'sche Ehepaar beging das Fest der diamantenen Hochzeit. Vom Kaiser wurde dem Jubilar ein Ehrengefchenk von 30 Mark übersandt; auch die Gemeinde überreichteGeldgeschenke. Nordhausen. In dem Prozeß gegen den Buchhalter Georg Curtius, der am 4. Februar d. I. in Lutter die verwittwete Frau Mathilde Günther ermordet hat, wurde der Angeklagte zum Tode und zum Verlust der bür-; gerlichen Ehrenrechte verurtheilt. Stotternheim. Unvorsichtiges Umgehen mit einer Schießwaffe hat dem 57jährigen Rentier Voigtritter das Leben gekostet. Beim Taubenschießen drang ihm ein 9 MillimeterGeschoß seines Teschins in's rechte Auge.' Die Kugel verletzte das Gehirn, und Voigtritter war wenige Stunden nach dem Unfall eine Leiche. Thalwenden. In dem Anwesen des Bürstenfabrikanten Nikol. In-

nebach brach Feuer aus. Simmtucye Wirthschaftsgebäude brannten gänzllch, das neugebaute Wohnhaus ms auf das Erdgeschoß nieder. B l e s e l b a ch. Beim Verladen e:ner Dampfmaschine auf dem Bahnhöfe wurden dem Arbeiter Siering von dem herabfallende?. Schwungrad beide Beine abgeschlagen. Sie sollten im Krankenhause zu Erfurt amputirt werden. Der Verunglückte starb aber kurze Zeit nach seiner Ueberführung in das Krankenhaus an Blutverlust. Provinz Hannover. Hannover. Zum Direktor des hiesigenLyceums I wurde von der städtischen Schulkommlsswn der Direktor des Gymnasiums in Hameln, . Dr. Prinzkorn, gewählt. Verunglückt ist die Aufwartefrau H. Muhlenhaupt aus der Marktstraße. Sie kam auf dem nassen Pflaster in der Straße Auf der Insel zu Fall und erlitt dabei eine Verstauchung der Hand sowie eine Kopfwunde über dem lmken Auge. Der Schauspielersouffleur des hiesiaen Könialichen Theaters Alfred Koch beging sein fünfundzwanzigjähnges Berufsiubilaum. Em schwerer Betriebsunfall ereignete sich in der Maschinenfabrik der .Firma Gebr. Körting. Durch Reißen eines Taues kam der Unterbau einer Gasmaschine zu Falle und dem Werkführer Homberg wurde hierbei einBein zerquetscht. A b b e s b ü t t e l. Im Armenhause wurde die Todtenfrau Wittwe Elisabeth Dettmer todt aufgefunden. Ihr Bett,, vor dem sie liegend aufgefunden wurde, war angekohlt und ist anzunehmen, daß sie durch den Rauch erstickt ist; sie ist wahrscheinlich deö Nachts mit einem Lichte dem Bett zu nahe gekommen. A u r i ch. Die Eheleute RegierungsBotenmeister a. D. H. Dünhölter und Frau hier feierten unter großer Theilnähme das Fest der goldenen Hochzeit. . Gelle. Der hier sehr beliebte Zuchthauspastor Haase ist plötzlich geistesgestört geworden, so daß er nach Hildesheim gebracht werden mußte. Man nimmt an, daß er sich die Afsäre Kreusler fo sehr zu Herzen genommen hat. Vielleicht hat Kreusler auch ihn in seinem Vermögen geschädigt. Frielingen. Die Ackerbürger Finke und Kallmeyer wurden auf dem Heimweg von Hannover zwischen Frielingen und dem Dammkrug von zwei Radlern nach kurzem Wortwechsel überfallen und fo übel zugerichtet, daß sie beide blutüberströmt in Neustadt ankamen. Den sofort angestellten Nochforschungen ist es gelungen, die Namen der beiden Raufbolde festzustellen. Harburg. In der Stockfabrik von H. E. Meyer verunglückte der 19 Jahre alte Arbeiter G. Bellmann von hier. Der junge Mann wollte einen Treibriemen, der sich gelöst und um eine Welle gewickelt hatte, mit einer Eisenstange entfernen. Hierbei grieth er mit seinen Kleidern in das Getriebe, wurde herumgeschleudert und so schwer verletzt, daß er bald darauf verschied. L a u t e r be r g a. H. In der im Lutterthal gelegenen Möbelfabrik der Firma Weiß & Hildebrandt brach Feuer aus. Der Trockenraum brannte vollständig aus, , wobei Holzvorräthe im Werthe von einigen tausend. Mark ein Raub der Flammen wurden. Peine. Selbstmord beging der hiesige Weißbierbrauereibesitzer Kroner. Er schoß sich mit tödtlicher Wirkung in die Schläfe. In der Tasche des Verstorbenen fand man einen mit Nqmen unterschklebenen Abschieds grüß an seine Frau.

Unsere Nalyl. Humoreske von . Horin. Kürzlich kam ich Mittags vom Vu-

reau heim," erzählte Freund Fritz, und fand ganz gegen alle Gewohnheit den Tisch noch nicht gedeckt. Donnerwetter! knurrte ich mit meinem Magen um die Wette, jetzt bin ich erst acht Wochen verheirathet und schon fängt meine Emma an, mich zu vernachlässigen!... Da soll doch gleich-" Lieber Fritz," lispelte mein Frauchen, welches eben bei der Thüre hereintrat, entschuldige, aber ich ich unsre Kathi" damit biach sie ab und ließ sich fassungslos m , das nächste Fauteml nieder. Nun, was hat es denn wieder gegeben mit unsrer Kathi?" fragte ich ärgerlich. Keine Antwort. Meine Emma starrte blos verstört vor sich hin und wand ihr Taschentuch zwischen den Händen hin und her. Hat das Ungeheuer etwa wieder Neibsand in den Griesschmarrn gethan? inqmnrte ich weiter. Du weißt, mein Schatz, daß ich das nicht gut vertrage!" O, wenn es blos das wäre!" lächelte Emma trübe vor sich hin und ein schwerer Seufzer hob ihre Brust. Ich schüttette den öfopf. Ws gab es, was gibt es denn nur mit unsrer Kathi, Kind?" polterte ich endlich erregt und ein gewaltiges Knurren meines Magens ward vernehmbar. Wann ' kommt denn endlich die Suppe?" Da geschah etwas Unerwartetes: mein süßes, liedes, kleines Frauchen erhob sich muhsam, wie an Leib und Seele gebrochen, vom Lehnstuhl, wankte mit angstvollen. thranenerfullten Augen auf mich zu. sank mir mit einem wilden Aufschluchzen an die Brust und stöhnte: Fritz ich-bin eine Mörderin!" Du eine ..." Sie nickte heftig und hing mit herzbrechendem Schluchzen an meinem Halse. Ja, Emma, Kind, bist Du bei Trost; sprich, was hat es gegeben?" rief ich maßlos erstaunt und erstreckt. Statt aller Antwort, zog sie ein Stückchen zerknittertes Papier aus der Tasche und reichte es' mir mit tragischer Geberde. Dann sank sie wieder in's Fauteuu und ich las: Hochgehrte knädike Frau! Indem daß Ich weil Sie' mir mein Frantz verbotten ham weiterzulüben nicht mähr länger läben mak, deile Ich ihnen mitt, daß Ich mirs läben nihm. Kisthand. Kathi Struwelmaier. Ich las den knädiken Herrn schön kricssen." Ja, wo ist sie denn, das verrückte Ding?" rief ich, als ich zu Ende gelesen. Meine Frau zuckte die Achseln und weinte zum Steinerweichen. Mir wurde unbehaglich zu Muthe. Heutzutage, wo man in den Zeitungen alle Augenblicke von einem Selbstmord wegen unglücklicher Liebe liest, schien mir die Möglichkeit eines solchen bei unsrem dienstbaren Hausgeist nicht ausgeschlossen. Hast Du denn gar keinen AnhaltsPunkt, wohin sie eigentlich gegangen ist?" fragte ich. Emma berichtete nun mit tonloser Stimme, daß sie dem Mädchen heute früh das fortwährende Schäkern und Scharmutzieren mit dem Burschen des Oberleutnants vom zweiten Stockwerk energisch verboten habe, daß sie sodann in das Zimmer gegangen sei, um Staub zu wischen, und als sie dann gegen zehn Uhr wieder in der Küche Nachschau hielt, war die Kathi verschwunden und der eben überreichte Abschiedsbrief war das einzige Lebenszeichen von ihr. Ich überlegte. Die Polizei avisiren? Dazu war noch immer Zeit. Vorläufig wollen wir doch erst einmal abwarten, ob das närrische Ding nicht wieder zum Vorschein kommt. Komm, Emma, laß uns noch einmal in der Küche nachsehen," entschied ich, vielleicht ist sie"... den Schlußsatz wagte ich nicht auszusprechen; mich schauderte. Wir begaben uns zusammen hinaus in die Küche; ein rascher Blick belehrte mich, daß unsre Kathi nicht anwesend sei und zagend trat ich an's Fenster, das in den Schacht des vier Stock hohen Lichthofes ging... Ich machte mich auf das Schrecklichste gefaßt und .beugte mich, von meiner Emma hinten am Rockzipfel krampfhaft festgehalten, hinaus, um zu sehen, ob das unglückliche Mädchen nicht etwa schon dort unten in der grausigen Tiefe mit zerschmetterten Gliedern liege... Gott fei Dank! Es lag nichts drunten; nur mein neues, schön gesticktes Handtuch flatterte von einem Mauergesims trübselig in'der Luft. O, diese Kathi! Erleichtert aufathmend betraten wir des Mädchens Schlafkammer. Das Bett siand unberührt, das heißt, so, wie sie es diesen Morgen verlassen, da. Unterm Bett war sie auch nicht; dagegen entdeckte ich dort meine seit einigen Wochen auf unerklärliche Weise abhanden gekommene Hauskappe. O, diese Kathi! Nun öffnete ich ihren Koffer; viel-, leicht ließ sich da ein Anhaltspunkt gewinnen. Neben einer zerknitterten Seidenbluse 'meiner Frau o, diese Kathi! lagen ein paar alte Strümpfe, zwei halbleere Parfümfläschchen, ein Päckchen Liebesbriefe und die Photographie eines Dragoners. Dazwischen eingestreut eine Unmenge von Ansichtkarten und Gratulattonsbillets. In einem Winkel, versteckt zwischen einem altbackenen Laib Brot, einer. Herrenkrawatte und den Fragmenten eines seidenen Damenschirms, - lag noch ein

Kamm; ein Elfenbeinkamm, der ziell mir sehr bekannt vorkam o, diese Kathi! und ein vertrocknetes Rosenbouket. Ueber das Ganze aber hatte sich schon vor einigen Tagen der Inhalt eines zu oberst liegenden Tintensläschchens ergossen. Enttäuscht schloß ich deuLoffer wieder zu. Was nun beginnen? ... Da drang ein herzbrechendes Stöhnen -an unser Ohr. Entsetzt starrten wir uns an. Das kam so geisterhaft, so aus allen Höhen... Uns gruselte. Nun klang es abermals In langgezogenen, vibrirenden Schmerzenstönen durch die Wohnung und ließ uns erblassen. .Das das sind Töne aus der aus der andern Welt!", murmelte mein Frauchen bebend. Und: Ich glaube es fast auch; aber sehen wir zuvor noch in der Speisekammer nach!" erwiderte ich und zagend öffneten wir die Thüre in dies halbdunkle Gelaß. So sehr wir unsre Augen aber auch anstrengten, wir konnten nichts entdecken, was unsrer Kathi halbwegs ähnlich sah es sei denn der einigermaßen aufregende Umstand, daß die Petroleumkanne mitten im Schmalzbottich thronte. Da ertönte plötzlich über unsern Köpfen wieder jenes herzbrechende Schluchzen und als wir überrascht emporsahen, erblickten wir endlich die Todtgeglaubte auf dem Speisekasten oben stehend, wie sie in die vorgehaltene Küchenschürze heulte! Aber Kathi!" riefen wir wie aus einem Munde. Was machen Sie denn da droben?" O, gnädiger Herr," wimmerte das Wesen, zum zum vierten Stock wollt' ich mich 'nausstürzen und da und da " Ja, also was denn da?" Da war's mir huhuhu! zu hoch und da und da spring' ich lieber von dem Kasten da 'runter!" Und plumps! lag unsre Kathi mitten im Korb mit dem feinen Porzellangeschirr, das meine Frau in die Ausstattung bekam! Der Guten geschah gottlob nichts; aber das Service! . . . Na, 'wir waren nur froh, daß noch alles so glimpflich abgelaufen, zogen uns an und gingen in's Restaurant speisen. Als wir nach einer Stunde zurückkehrten, war unsre Kathi schön wieder so weit getröstet, daß wir sie im ersten Stockwerk, diesmal mit dem Bedienten des Hofraths schäkernd, antrafen. Ja, unsre Kathi! Hier wird nichts gegeben!" Ein bekannter Gelehrter Kopenhagens, der auf den äußeren Menschen sehr geringen Werth legt, betrat jüngst eines der feinsten Restaurants der dänischen Hauptstadt. Ein befrackter, tadellos frisirter Kellner fährt ihn an: Hier wird nichts gegeben." Ohne' Notiz hiervon zu nehmen, tritt der Gelehrte zu einem Tische, läßt sich nieder und bestellt bei dem entrüsteten Jüngling ein Beefsteak mit einer halben Flasche Rothwein; mißtrauisch blickend, nimmt dieser die Bestellung an und weist seine Kollegen an, gut aufzupassen, denn der Kerl sei gewiß ein Durchgänger. Kampfbereit steht die Kellnerschaar; der Gast verzehrt sein Mahl und bestellt dann Kaffee mit dem theuersten Likör. Zum Zahlen übergibt der Gast eine 100 Kronen-Noie (1 Krone gleich 26 Cents). Große Besiürzung! Dienernd nimmt der aufwartende Geist das Geld in Empfang; dienernd gibt er zurück und harrt, ehrfurchtsvoll gebeugt, des Trinkgeldes. Der Gast steckt kaltlächelnd das Geld ein, erhebt sich und sagt, freundlich lächelnd: Hier wird nichts gegeben."

I hev Sehnte. Lehrerin: Ruth sagte: ,Wo Du hingehst, da will auch ich hingehen.' Was sehen Sie aus diesen Worten?" Die kleine Emmi: Daß sie sich allein fürchtete." (Bin Optimist. Warum sind Sie denn so vergnügt?" Ich habe mir soeben ein Lotterieloos gekauft! Wenn das gewinnt, brenne ich meiner Frau durch." Moderne ScizriktNeUerei. Jetzt habe ich mit meinem neuen Sittenroman über Paris ein schönes Geld verdient nun kann ich mir endlich einmal die Reise dorthin erlauben!" Der pantosfelneld. A.: Bald nachdem Ihre erste Frau gestorben war, haben Sie wohl wieder geheirathet?" B. (sentimental): Acht Monate hatte ich den Hausschlüssel!" Sein Sivak. Im dcutsch-französischen Kriege Bei einem Biwak Da saßen cinst zusammen Ein Preube, Bayer, Schwab'. Sie sangen frohe Lieder Sie hatten manchen Spaß, Man sprach vom Heimathlande, Erzählt sich dies und das. Will sehen," hub der Preuße Auch unter Anderem an, .Wer wohl drei Vogelnamen Am schnellsten nennen kann. Ich sage: Star, Rab'. Elster, Nun, Kamerad, 'mal flink.Ter Schwabe, nicht verlezen, Wahlt:vZeisle, Meisle. Fink. . Nutt kam der tapf're Bayer, Der kratzt sich hinterm hr, So schnell drei Vögel nennen, Das kommt ihm schwierig vor. Er spricht nach einigem Zögern; .Ich weiß nur das genau, Die besten Vögel heißen Gans, Ente und a Sau'.

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- j Ä . ii rt i r . o jACHH-CFMHH0HH3'k Ein anatomisches Praktikum für weibliche Studirende wird in diesem Wintersemester an der Berliner Universität abgehalten. Das klassisch-philologischeStaats -examen bestand in München Fräulein Luise- Lindhamer. Sie ist die zweite Kandidatin, die in Bayern das Examen für das höhere Lehrfach besteht. In New York giebt es ein Hotel, das ausschließlich für Fraum be stimmt ist. und zwar für solche, 'die geschäftlich tbätig sind oder nur gelegentlich in New Z)ork zum Besuch weilen. Das Martha Washington Ho tel", so neiint es sich, kanii über 00 Personen nufnehmen, die Preise betragen vier Mark täglich und darüber. Für stäiidige Beroohlierinnen, die rnö blirte oder nnmöblirte Zimmer haben können, werden besondere Preise ver einbart. An der Universität Heidelberg wurden in diesem Semester 32 Frauen immatrikulirt, und zwar 21 bei der medizinischen, 10 bei der philosophisehen und 1 bei der naturwissmschaft-lich-mathematischen Fakultät. Dazu kommen noch 21 Hörerinnen bei der philosophischen und 9 bei der naturwissenschaftlichen Fakultät, fodcß also unter 1551 Universitätsbesuchern insgesammt 62 Frauen sich befinden. Die Universität Freiburg i. Br. zählt in diesem Winter bei einer Gesammtfrcquenz von 1626 Studirenden trotz verschärfter Aufnahmebedingungen 82 Frauen; davon sind 31 immatrikulirt und 51 Hörerinnen. Nach Fakultäten geordnet gehören an: der rechts- und staatswissenschaftlichen 1, der medizinischen 34 und der philosophischen 47. Auf 100 Universitäts, besuche? entfallen demnach in Seidelberg 4, in Freiburg 5 Frauen. Die Zahl dec Frauen, die in die sem Winterhalbjahr an der Berliner Universität zugelassen sind, hat schon jetzt eine Höhe erreicht wie nie ziwor. Es sind, wie bis Norddeutsckze Allg. Zeitilng schreibt, im Ganzen 619 Da men als Gastzuhörerinnen" einge schrieben, gegeii 562 im letzten Win ter und 552' vor zwei Fahren. Die höchste Ziffer betrug bisher 611 (Win ter 1901 2.) Unter den gegenwär tig studierenden 619 Frauen sind 160 Ausländerinnen; 65, also 9,5 vom Hundert, besitzen ein Neifezeug niß. Einige der Tnmcn haben schon Titel und Würden: da sind -zwei weibliche DreS. med. von New Iork und Buffalo; eine von ihnen hat in Boston die Staatsprüfung bestanden. Da ist ferner eine Doktorin der Phllo sophie aus Heidelberg. Auf Grund nicht vollgültiger Vorbildung ist eine kleinere Zahl der Frauen nur für be stimmte Fächer zugelassen. Als Sht dienzweck geben die meisten Forbil dung an, ferner auch Oberlehrerinnen Prüfung. Promotion und Staatsvru fuug. Ehepaare als geistige Kompag nons finden sich vielfach im amerika nischen Rechts und Kirchenleben. So ist Iran Carpenter, die nenerwählte Präsidentin des New York Staate Bundes, einer der ersten weiblichen Nechtsanwälte, die Partnerin ihres Gatten. Die Firma ist Carpenter & Carpenter. Auch Frau Nosalie Loew Whitney, die acht Jahre lang als An walt der New Yorker Gesellschaft jur Rechtsschutz, wirkte, will nun diese Stellung aufgeben und sich gemein sam mit ihrem Gatten der privaten Nechtspraxis widmen. Ein Prediger ehepaar amtirt an der Kirche von Woodstock, Va. und an der Universa list.Kirche von Clinton wurde das Pa storenehepaar Charles und Marie Varney auf ein weiteres Jahr zur Ausübung des Predigeramtes er wählt. In der Synagoge in St. Louis predigte Frau H. Solomon, die Vorsitzende des Nationalm Jüdi. fchen Fraueiibundes" mit großem Er. folge. . Die abendländische Kultur dringt immer weiter vor. Auch die Javanerinnen suchen bereits den EheHerrn aus oem rn, meyr .ungewöhnlichen Wege" der Heiraths-Annoncen. Folgendes Inserat enthält ein Blatt in Tokio: Ich bin ein sehr hübsches Mädchen. Mein Teint besitzt die Frische und Zartheit der Blume. Der Ausdruck meines Antlitzes ist beweg lich wie das Blatt des Weidenbaumes. Meine braunen Augen gleichen den Sicheln des Mondes. Genug irdische Güter nenne ich mein eigen, um Hand in Hand mit meinem Gatten durch's Leben zu gleiten, versenkt in die Betrachtung der Blumen bei Tage und des Mondes bei Nacht. Sollte dies Bekenntniß dem Auge eines Mannes begegnen, klugen Sinnes, liebenswurdig und von gutem Anstand, so will ich ihm angehören für'5 Leben und später mit ihm ruhen in einer Gruft von ro. them Marmor." Besonders das letzte Versprechen dürfte manchen hartnäckigen Junggesellen aus Japan's Hauptstadt veranlaßt haben, auf der Expe dition der Zeitung" nach dem Wo?" zu forschen.

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