Indiana Tribüne, Volume 28, Number 123, Indianapolis, Marion County, 16 January 1905 — Page 6

Judiana Tribüne, IS. Januar 1905

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Europäische Nachrichten

'Raden. 2SSäjl Karlsruhe. Nunmehr sind 25 Jahre verflossen, seitdem Bankdirektor von der Kors als Leiter in die Filiale der Badischen Bank eingetreten ist. Achern. Kürzlich starb der Küblermeister Ernst, der älteste Bürger der Stadt, im Alter von 93 Jahren. Baden - Baden. Der kürzlich verstorbene Rentner Emil Spoerlein j hat der Stadt 70.000 Mark vermacht. E b e r b a ch. Hier starb nach längerem Leiden Stadtrath und WeinHändler Heinrich Heuß. F r e i b u r g. Den nachgenannten Krankenpflegerinnen im hiesigen Klinischen Hospital, Theresia Blasi. genannt Schwester Theophile, Agathe Jten, genannt Schwester Carola, und Anna Dietsche, genannt Schwester Guido, wurde vom Großherzog die silberne Verdienstmedaille verliehen. ff 0 r ch h e i m. Zimmerpolier und Hilssschutzmann Jos. Deckert erstach im Kronengarten nach kurzem WortWechsel den Arbeiter Schür. Deckert wurde verhaftet. Heidelberg. Sein 40jähriges Amtsjubiläum feierte hier in völliger Rüstigkeit Stadtpfarrer Schwarz, der diese segensreiche lange Zeit ohne Unterbrechung hier wirkte; erst als Vikar, dann als Pfarrer. Die Glückwünsche der Behörden und Vertretungen auch anderer Religionsgemeinschaften wurden dem Jubilar überreicht. Konstanz. Hotelier Riedmatter stürzte sich vom fünften Stock des Hauses in den Lichthof und war sofort todt. Der Unglückliche litt an Verfolgungswahn. Leitersdorf bei MaTferSdorfBauer Georg Förster von hier aing letztens auf den Anstand, um einen Bock, den er schon mehrere Tage am gleichen Platze wechseln sah, zu erlegen. Forter hatte kaum seinen Platz eingenommen, so raschelten an der bewußten Stelle auch schon die Blätter. Kurz entschlossen feuerte Forster auf den vermeintlichen sicheren Bock. Doch wer beschreibt sein Entsetzen! Nicht der Bock, sondern der 16jährige Sohn seines Nachbarn Zeislmeier lag in seinem Blute. Der Knabe erlag seinen Verletzungen. M a n n h e i m. In der an der In dustriestraße bei Neckarau gelegenen Hofmöbelfabrik L. I. Peter fc Krauth entstand auf unaufgeklärte Weise Feuer, welches das ganze Fabrikgebäude bis auf das Maschinenhaus vollständig einäscherte; es blieben nur die Umfassungsmauern stehen.' Der Gebäudeschaden soll sich auf etwa 35,000 Mark und der Materialschaden, sowie der Schaden an Maschinen auf etwa 70,000 Mark belaufen und ist, durch Versicherung gedeckt. Man vermuthet Brandstiftung, da sich im Fabrikgebäude kein einziger Ofen befand. Pforzheim. Der seit Kurzem vermißte pensionirte Oberwärter Karl Fr. Kunzmann von hier wurde in der Nähe der Stadt erschossen aufgesunden. Er hatte sich durch zwei Schüsse in die Brust getödtet. Stühlingen. Das Rathhaus brannte völlig nieder. Die Werthschen, ganz besonders alle wichtigen Bücher, waren im feuersicheren Archiv und wurden gerettet. Alles andere ist den Flammen zum Opfer gefallen. -Fibeinpfakz. Speher. Unter außergewöhnlicher Betheiligung ist hier die Gattin des Gymnasiallehrers Götz, geb. Lisbeth Greve, Tochter des Bahnhofvorstandes Greve in Neustadt, zur letzten Ruhe bestattet worden. Die außergewöhnliche Todesursache bringt der elterlichen Familie allseitige Theilnahme. Frau Gymnasiallehrer Götz be- j fand sich seit 14 Tagen im Wochenbett ; und soll von ihrenr geisteskranken Mann in einer Weise behandelt worden sein, die ihren Tod herbeiführte. A l s e n z. Die vierjährige Tochter des Steinhauers Wendling ist beim Spielen mit Zündhölzern verbrannt. Bruchmühlbach. Der Ackerer und Schuhmacher Adam Schanne fiel von seinem Heuspeicher in die Tenne herab und zog sich außer erheblichen Verletzungen einen Beinbruch zu. Frankenthal. Aus Liebeskummer hat die 21 Jahre alte Dienstmagd Christine Bär von hier einen Selbstmordversuch unternommen. Sie hat aus Verzweiflung darüber, daß sich ein junger Mann, mit dem sie ein Liebesverhältniß unterhielt, von ihr abwendete, eine starke Dosis Lysol getrunken. Das Mädchen liegt schwer erkrankt darnieder. H e r x h e i m a. B. Die 45 Jahre alte Wittwe Bchnenstiel von hier hat ihrem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht. Der Grund zu der That ist unbekannt. Ludwigshafen. Nachdem das vierjährige Töchterchen des ZimmerMeisters Schultheiß in der Schillerstraße zu Bette gebracht war, spielte e mit Zündhölzern, welche auf dem Nachttisch lagen. Das Bett fing Feuer iirio das Kind verbrannte sich schwer. Neustadt. Winzer Peter Fuhrer wurde im Chausseegraben der Brauchweilerhofstraße im Schlamm erstickt aufgefunden. Fuhrer, der Wittwer ist,. feierte seinen 65. Geburtstag und hatte sich zuletzt in der Wirthschaf! seines Schwiegersohnes Fritz Matt

aufgehalten. Von bier auZ säeint er

dann den Weg verfehlt zu haben. Z w e i b r ü ck e n. Im Banne von Elnöd, Abtheilung Etzel", wurde aus dem Schwartzbach eine Leiche gezogen. Durch eine Gerichtskommisston wurde dieselbe als die des 67 Jahre alten Dienstknechtes Christian Flickinaer von Einöd festgestellt. Flickmaer besuchte am 23. October die Webenhei mer Kirchweihe und war seitdem spurlos verschwunden. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist er auf dem Heimwege von der Kirchweihe in der Dunkelheit vom Wege abgekommen und in den Schwarzbach gefallen. rsaß-Lothrigen. Vergholzze 11. Hier geriethen zwei Knaben, ein löjähriger und ein 12jähriger, miteinander in Streit, der jüngere, er heißt Weiß, ergriff plötzlich einen Stein und warf ihn nach dem 12jährigen Renkenbuch. Er traf diesen so unglücklich in das Genick, daß er sofort starb. Dieoenhofen. Förster Paul Baumstümler aus Garsch ist imWalde bei Kechingen von Wilddieben durch zwei Schüsse verwundet worden. Er hatte sich in Begleitung eines Arbeiters in den Wald begeben, weil man dort seit längerer Zeit Wilddiebe vermuthete. Als der Förster Johannes den Förster Baumstümler ablösen wollte, stießen beide auf Wilddiebe. Baumstümler rief sie an und in demselben Augenblick krachten zwei Schüsse, durch die Baumstümler an einem Arm und Bein verwundet wurde. Die Wilddiebe sind geflohen. Gundershofen. Die EisenHandlung Simon & Dreyfus ließ durch Arbeiter eine Anzahl schon verwendete? Granaten zerschlagen, als eine darunter befindliche geladene plötzlich explodirte und die Tagearbeiter Ratzel und Fischbach tödtlich verwundete. Dem ersteren war die Schädeldecke durchgeschlagen und er starb gleich darauf. Eine Wittwe mit sechs meist unerwachsenen Kindern' beweint ihren Ernährer. Der jüngere Arbeiter Fischbach, der schwer' an den u teren Gliedmaßen und am Unterleib verletzt war, starb im Hospital zu Hagenau. Meckkenburg. .Schwerin. Das Lehrer Nevermann'sche Ehepaar feierte hier in vollster Rüstigkeit das Fest der goldenen Hochzeit. Der Ehemann zählt 79, die lLyesrau 74 Jahre. Der Grofzyerzog ließ sein Vildniß unter Beifügung eines Glückwunschschreibens dem Jubelpaar zugehen. Grabow. Der Arbeiter Duns erlegte in der Heide zwei Stück Rothwild, wurde aber, als er das zweite fortschaffen wollte, von dem Stationsjäger Kühnewind' von Klein - Laasch überrascht. Er legte auf diesen sofort sein Gewehr an; Kühnewind war jedoch schneller und schoß Duns eine Kugel durch den linken Oberarm. Hierauf lief Duns so schnell fort, daß -Kllhnewind ihm nicht zu folgen vermochte. Duns begab sich hier in ärztliche Behandlung. Die Verletzung war so schwer, daß der Arm amputirt werden mußte. Trotzdem verstarb der Wilddieb. H a g e n o w. Das Schneidermeister Mahncke'fche Ehepaar konnte das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Der Großherzog erfreute das Jubelpaar durch Ueberfendung eines huldvollen Glückwunschschreibens und seines Bildnisses. Ludwigslust. Auf dem hiesigen Bahnhöfe verunglückte der Rangirer Sommer. Er gerieth mit dem linken Fuß in eine Weiche und konnte sich nicht rechtzeitig genug frei machen, so daß ihm der Fuß fast- ganz abgefahren wurde. P a r ch i m. Das Rentner Albert Elkan'sche Ehepaar feierte das Fest der goldenen Hochzeit. Der Großherzog ließ dem Jubilar fein Vildniß überreichen. Zrdenbrg. Oldenburg. Das Schwurgericht verurtheilte den Schuhmachergesellen Gerriets wegen Todtschlags, begangen an seiner Geliebten, zu acht Jahren Zuchthaus. Bendingbostel. Goldene Hochzeit beaing das Sausling Hermann Dittmar'sche Ehepaar. Es erhielt vom Kaiser ein Gnadengeschenk von 30 Mark. Delmenhorst. Die Stadtvertretung hat beschlossen, von nächsten Ostern ab in der Realschule auch Mädchen (von derSexta ab beginnend) aufzunehmen. Jever. Arbeiter Jos. Kinnert, der in einer Ziegelei beschäftigt ist, erlitt einen schweren Unfall, indem ihm das Handgelenk der rechten Hand weggerissen und der ganze Arm stark gequetscht wurde. Ireic Städte. Hamburg. Klempner Karl Fröhlich war auf dem Dache des Hundeasyls in der Süderstraße mit einer Reparatur beschäftigt. Dabei that Fröhlich einen Fehltritt und stürzte in die Tiefe. Der Verunglückte hat außer schweren inneren Verletzungen solche m Rückgrat erlitten, so daß sein. Zustand zu Besorgnissen Veranlassung giebt. Die Feinwäscherei und Bleicherei von Hermann Schadendorf in Langenfelde beging das Fest des 25jährigen Bestehens. Gleichzeitig konnte die Waschfrau Jda Klie den Tag feiern, an welchem sie vor 25 Jahren in das genannte Geschäft ein-

getreten ist. Beide Jubilare erfreuten sich mannigfacher Ovationen. Die 65jährige Frau des pensionirten Lootfen Diederichs, wohnhaft alte Deichstraße, wurde auf dem Aborte, mit Brandwunden bedeckt, bewußtlos vorgefunden. Die Verletzungen sind schwer. Die Verletzte wurde sofort in dasKrankenhaus gebracht. Das Feuer soll durch unvorsichtiges Umgehen mit Streichhölzern verursacht fein. Eine entsetzliche Messerstecherei spielte sich bei einer Wirthschaft am Dessauer Ufer ab. Der Maschinist Handtke überfiel einen Arbeiter, mit dem er vorher Streit gehabt hatte, und schnitt ihm mit einem Messer den Unterkiefer auf. Der Angegriffene zog nun auch ein Messer uno versetzte dem Handtke einen Stich in die Brust. Beide brachen bewußtlos zusammen und mußten nach dem Krankenhause gebracht werden. Bremen. Dem Hauptmann der Landwehr a. D. Adolf Dittmann ist der. Rothe Adlerorden vierter Klasse verliehen worden. Vermißt wird der 19 Jahre alte Schiffskoch Viktor Ratuschni aus Oppeln, der auf dem im Holzhafen liegenden Segelschiff Anna" bedienstet war. Der Vermißte ist vom Schiff in die Stadt gegangen und nicht zurückgekehrt. Es steht zu befürchten, daß er verunglückt ist. Nach 47jähriger . Dienstzeit beim Norddeutschen Lloyd trat der Schiffer Moritz Busche, der älteste Lloydangestellte seiner Art, in den wohlverdienten Ruhestand. Lübeck. Kaufmann Baer, bis zum October Mitinhaber der Norddeutschen Kardätschen-Bürsten- und Pinselfabrik Liedtke & Stolterfoht, wurde wegen großer Wechselfälschungen verhaftet. Die Firma Liedtke & Stolterfoht hat die Zahlungen daraufhin eingestellt. Die Unterbilanz beträgt etwa 500,000 Mark. Mit der Aufführung von Minna von Barnhelm" wurde die neuerbaute prächtig ausgestattete Stadthalle in Gegenwart von Vertretern der Behörden und unter zahlreicher Betheiligung der Einwohnerschaft eröffnet. Die Ansiedler im nördlichen Theil von Jtasca County, Minn., sind erbittert über die Räubereien und

selbst Mordthaten, welche von canadlschen Indianern verübt werden, die sich dann mit leichter Mühe wieder über die Grenze machen. Die Heimstätter und Ansiedler haben jetzt über das ganze nördliche Grenzgebiet von Minnesota Vigilanz Comites organisirt und die räuberischen Rothhäute werden einen warmen Empfangs bekommen, wenn sie sich wieder zeigen. Die Ansiedler sind entschlossen, den Raubthaten ein Ende zu machen. Nachdem George Lewis aus Pratt, Wis., sechs Tage und sechs Nächte in halbzugefrorenen Sümpfen und pfadlosen Wäldern bei 312 Fuß tiefem Schnee umhergeirrt war, wurde er von den Arbeitern eines Holzlagers aufgefunden und nach Ashland gebracht. Beide Füße und eine Hand werden amputirt werden müssen, und beide Kniee und Ellbogen sind erfroren. Lewi, der ein Fuhrmann ist. verließ Pratt, um nach einem sechs Meilen entfernten Lager zu gehen. Ein Schneesturm trat ein, und er verlor seinen Weg. Als er gefunden wurde, befand er sich nur fünf Meilen vom Ausgangspunkte, denn, er hatte sich beständig im Kreise bewegt. Auf gemeine Weise Rache geübt hat ein zurückgewiesener Freier in Paterson, N. I. Weil die Eltern der 16 Jahre alten Mamie Farnon ihn als Freier für ihr Töchterchen nicht haben wollten, schnitt Clarence Olden dem Mädchen ohne ihr. Wessen und Willen den schönen Zopf ab. Er ging zuerst nach dem Farnon'schen Hause und fragte nach Mamie und da er sie dort nicht traf, nach dem Hause der Großmutter des Mädchens. Er bat, sie auf eine Minute sprechen zu dürfen. Sie kam herunter nach der Hausthür, und sobald Olden ihrer ansichtig wurde, umarmte er sie. Sie machte sich los und lief die Treppe hinauf, und als sie einen Blick in den Spiegel warf, bemerkte sie, daß ihr Zopf fehlte. Wie der Blitz war sie wieder an der Thür, in demselben Moment aber schloß Olden dieselbe, ließ den Zopf fallen und lief davon. Kleider von Theer und Wagenschmiere zu reinigen. Man näht den Fleck mit einem weißen Faden ab und belegt denselben alsdann mit Eigelb, worauf man das Kleidungsstück aufhängt und trocknen läßt. Später wäscht man den Fleck mit gewöhnlicher Seife und lauwarmem Wasser aus. Ist das Stück aber nicht mehr neu und sonst schon trüb von Schmutz, so thut man gut, dasselbe ganz zu waschen, da sich sonst, wo der Theerfleck war, wieder ein Fleck zeigt, und zwar jetzt ein reiner, während das Uebrige schmutzig erscheint. Statt Eigelb kann man auck frische Butter nehmen, doch ist Eigelb immer vorzuziehen. Weingeläger oder die Hefe besitzt einen sehr hohen Werth als WeinbergSdünger, indem es .die für den Weinstock besonders wichtigen Nährstoffe, Kali, Phosphorsäure und Stickstoff in sehr reichen Mengen enthält. Dieser Dungstoff soll im Frühjähr rund um die Stöcke untergebracht und mit Erde bedeckt werden.

Das große Loos. Anckdote von U). Lt. Sasscini.

. Einige Tage vor der Ziehung eine? größeren Lotterie kam ein altmodisch gekleideter älterer Mann in das Bureau des Kollekteurs und verlangte das Loos Nr. 5656 zu kaufen. Der Kollekteur mußte ihm erklären, daß dieses Loos schon verkauft sei, und bot ihm ein anderes an. Aber der alte Mann mit dem Cylinder aus der Zeit der Freiheitskriege wollte stch durchaus nicht dazu überreden lassen. Auf die langathmigen Vorstellungen des Kollekteurs, daß doch jedes Loos schließlich die gleichen Aussichten auf Gewinn habe, hatte er nur ein wortloses Kopfschütteln zur Antwort, und schließlich erklärte er, daß ihm der Kollekteur das Loos Nr. 5656 unter allen Umständen verschaffen müsse, denn ein anderes könne er nicht brauchen. -Der Kollekteur, schon im Begriff, den wunderlichei Alten abzuweisen, wurde durch den Ausdruck der Trauer in dessen Augen gerührt und fragte ihn: , Ja, aber weshalb versteifen Sie sich denn gerade auf diese Nummer? Das ist doch ganz gleichgiltig, welches Loos Sie spielen! Sie können doch nicht wissen, welches Loos gewinnt!" Doch, ich weiß es!" erklärte der Alte mit feierlicher Stimme. Nummer 5656 ist das große Loos! Das muß ich haben, und ich will gern mehr dafür bezahlen, wenn Sie es mir wieder anschaffen." Der Kollekteur lächelte; der Alte hatte .offenbar das. was man einen Klaps zu nennen pflegt; aber hier war vielleicht ein gutes Geschäft zu machen, und er lenk deshalb ein: Ja, wissen Sie, Niemand gibt ein Loos, das er einmal gekauft hat, gern wieder her; ich fürchte, das Loos wird nicht billig sein!" Schadet nichts, ich zahle gern den zehnfachen Preis," lautete die prompte Antwort. Wenn Sie es nur wiederkriegen!" Das wären also 30 Mark für das Loos!" sagte der Kollekteur. Gut. dann will ich mein Heil mal versuchen, vielleicht gelingt es mir. Kommen Sie doch morgen Abend mal wieder vor!" Es gelang dem Kollekteur, seinen Kunden, der das Loos gekauft hatte, zu bewegen, für ein Aufgeld das verlangte Loos gegen ein anderes umzutauschen. Gleichzeitig überlegte er aber auch, daß hierbei noch ein größeres Geschäft zu machen sei, und als der Alte am anderen Aben erschien, sagte er, der Besitzer des Looses sei wohl bereit, das Loos zu verkaufen, er habe es ihm auch mitgegeben, aber unter 100 Mark sei es nicht feil. Ich zahle auch 100 Mark," antwortete der Alte sofort, geben Sie mir nur das Loos her!" und legte einen Hundertmarkschein auf den Tisch. Der Kollekteur schmunzelte: das war doch mal ein glattes Geschäft bei den schlechten Zeiten, und übergab ihm das Loos. Kaum war der Alte fort, so ärgerte sich der Kollekteur bereits, daß er nicht mehr gefordert hatte. Es gab doch zu sonderbare Kauze in der Welt, und dieser hätte sicherlich auch noch mehr gezahlt, um seine Marotte erfüllt zu sehen. Die Dummheiten der Menschen muß man ausnutzen! Wie erstaunte er aber, als er am Tage der Ziehung ein Telegramm erhielt mit der Nachricht, daß der Hauptgewinn mit 50.000 Mark in feine Kollekte auf die Loosnummer 5656 gefallen sei! Er mißtraute seinen Augen und glaubte unter einer Halluzination zu leiden, aber der Lehrling las ihm auf Befehl die Zahl laut vor; es war kein Zweifel, Nr. 5656 war 'das große Loos gewesen. Das war doch eine ganz räthselhafte Geschichte! Wie in aller Welt konnte der seltsame Alte das nur so sicher gewußt haben! ' Da er dessen Adresse nicht notirt hatte, mußte er warten, bis er kommen würde. Jrzwischen hängte er die Depesche im Fenster aus, einen Lorbeerkränz ringsherum, damit sie Jedermann in die Augen fiel. "Dann würde der Alte sie -auch schon bemerken. Richtig, Abends kam er auch schon an. Er präsentirte sein Loos zur Zahlung und verpackte all die vielen Banknoten und Goldstücke sorgfältig in seinen Taschen. Nun sagen Sie mal, sind Sie denn gar nicht überrascht, lieber ' Mann?" fragte der Kollekteur erstaunt, als er sah, daß der andere gar keine Miene dabei verzog. Nu, nee! Ich sagte Ihnen ja vor7 her, daß Nr. 5656 das große Loos wäre!" Aber das ist doch gar nicht zu fassen! Mann, wie konnten Sie das denn nur so sicher wissen?" Der Alte sah ihn schlau lächelnd an. Warum soll ich es Ihnen nicht erzählen," sagte er, es ist kein Geheimniß dabei, und es geht, alles mit rechten Dingen zu. Sehen Sie mal,. ich träume nicht oft, aber wenn ich mal träume, hat es auch immer etwas zu bedeuten. Nun wollte ich schon längst einmal in der Lotterie spielen, konnte mich aber fijr keine Nummer entscheiden. Da träumte ich denn vergangene Woche eines Nachts, ich läge im Bette und schliefe nicht. Mit einem Male that sich die Kammerthür auf, und es kamen lauter Zahlen in das Zimmer, bis es ganz voll war. Als ich näher hinsah, waren es lauter dicke Achten, mit dickem Bauch und kleinem Kopf, aber mit ganz dicken Armen und Beinen, wissen Sie

wohl, wie man sie fo in den Bilderräthseln oft gezeichnet sieht. Diese stellten sich alle um mein Bett herum, lachten mich an mit ihren runden Gesichtern und wackelten mit ihren dicken Bäuchen dazu. Dann war der Traum zu Ende. Ich dachte den ganzen Tag darüber nach, was das wohl zu bedeuten hätte, konnte aber keine Lösung finden und hatte den Traum fast vergessen, als er sich in der folgenden Nacht wiederholte. Wieder kamen die dicken Achten und lachten mir freundlich zu. Am andern Morgen sagte ich mir, das muß unter allen Umständen etwas zu bedeuten haben, aber ich konnte den Traum nicht erklären, und wartete auf die dritte Nacht. In dieser träumte ich gar nicht, und jetzt kam ich nach langem Sinnen auf die richtige Idee: Acht mal acht, sagte ich mir. ist 56, das hast Du zweimal geträumt; deshalb schrieb ich die Ziffer 56 hin und noch einmal daneben, und erhielt so die Zahl 5656 diese mußte also wohl die Nummer des großen Looses sein, das ich gern gewinnen wollte. Ich kam daher zu Ihnen und kaufte das Loos, obgleich es theuer war, aber Sie sehen, mein Traum war wieder richtig." Aber, Mann, acht mal acht ist doch nicht 56. acht mal acht ist ja 64!" Der Kollekteur schrie es fast vor Lachen. Nein," erwiderte der andere ganz beleidigt, acht mal acht ist 56! Sie wollen mich wohl dumm machen? Was? Ich kann d.och mein Einmaleins noch! Rechnen h öe ich immer gekonnt und Sie sehen doch, es war richtig, sonst hätte ich doch nicht gewonnen! Nee,' da müssen Sie sich einen Dümmeren suchen. Guten Abend!" Wilhclm I. und dcr Ichanspikler. Folgendes heitere Geschichtchen trug sich anläßlich eines Besuches des damaligen Königs Wilhelm I. von Preußen in Wiesbaden zu. Der alte Feldmarschall Wrangel hatte zu dem Schauspieler F. Heyl große Zuneigung gefaßt; infolgedessen bewarb er sich bei Gelegenheit um eine Auszeichnung für seinen Günstling bei seinem Herrn. König Wilhelm willfahrte der Bitte des greisen Feldmarschalls, und Heyl erhielt am Tage der Ankunft des Monarchen den Kronenorden. Aber er hatte kaum Zeit, das Bändchen am Knopfloch zu befestigen, als er auch schon in die Hofloge befohlen wurde. Der König unterhielt sich in seiner bekannten leutseligen Weise eine Zeitlang mit ihm und sagte schließlich: Wie war doch gleich Ihr Name?" - Der Künstler verneigte sich ehrfurchtsvoll und sprach: Heyl, Eure Majestät." Sehr schön," sagte der König lächelnd, ich danke Ihnen für Ihre freundlichen Gesinnungen, aber Ihr Name?" Heyl, Eure Majestät." Danke danke," erwiderte der König noch einmal, ohne die geringste Ungeduld zu verrathen, indeß Ihr Name?" Heyl, Heyl Eure Majestät!" stammelte verlegen der Schauspieler. Es ist der Hofschauspieler Heyl, Majestät," wisperte in diesem Augenblick der dienstthuende Kammerherr dem Könige zu. Dieser lachte herzlich, gab dem Schauspieler die Hand, und die Vorstellung wurde fortgesetzt. Der Gkschichtskcnncr. Napoleon I. spielte gern Gelehrten gegenüber den Geschichtskenner, obgleich ihn sein Gedächtniß in Namen und Daten oft recht bedenklich im Stich ließ. Diese Schwäche gab einmal Veranlasfung zu einer drolligen Szene, als Ameilhon, ein Mitglied der Pariser Akademie, der die bekann römische Geschichte Lebeaus fortsetzie, zur Audienz beim Kaiser befohlen war. Ah, Sie sind Herr Ancillon?" leitete Napoleon die Unterredung ein. Ja, Sire, Ameilhon," verbesserte ihn der Gelehrte mit lächelnder Zustimmung. Richtig, Ameilhon! Und Sie haben die römische Geschichte Lebons fortgesetzt?" Ja, Sire, Lebeaus römische Geschichte," lautete die zweite Korrektur. Jawohl die römische Geschichte Lebeaus bis zur Einnahme Konstantinopels durch die Araber." Ja, Sire, durch die Türken." Was sagte ich, durch die Araber? Selbstverständlich durch die Türken," verbesserte sich der Kais, im Jahre 1449." Ja, Sire, im Jahre 1453." Wollte ich auch sagen, Herr Ameilhon 1453." beendete Napoleon die für ihn so beschämend ausgefallene Geschichtsrepetition und entließ, sichtlich übelgelaunt, den Akademiker. Ein R e g e n f a l l ist in der Stadt Jquique in Peru völlig unbekannt. Die Stadt hat 14,000 Einwohner. Die Flotten der Welt umfassen insgesammt 500 Schlachtschiffe. 471 Kreuzer, 1255 Kanonenund 1600 Torpedoboote. Ein neues Studium hat Professor Reinsch in der Universität in Madison, Wis., eingeführt, nämlich das Studium der theoretischen und praktischen Gesetzgebung.

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