Indiana Tribüne, Volume 28, Number 123, Indianapolis, Marion County, 16 January 1905 — Page 3

Jndiana Tribüne, !. Jannar 1903.

3

Combcs'

General Mischtslhcnlo macht mit 20,000 Reitern einen Streifzug.

Elektrische Bahn ans den Montblanc. Scharmützel bei Mulden. Vorschlag der amerikanischen Handelskammer. Debatte der BudgetKommission des Reichstages.

Frankreich. CombeS' Rückzug. Paris. 15. Jan. Das Ministerium Combes, das gestern ein volles Vertrauensvotum erhielt, hat sich entschlössen. tV die Brandung wiederkehrt", mit Ehren d:n Rückzug anzutreten. Die officielle Ankündigung ist noch nicht erfolgt, doch hat CombeS defi nitiv die Abficht erklärt, zurückzutreten, ebenso seine College. Die Sache mag sich noch einige Tage hinausziehen, da Präsident Loubet zum Begräbnisse seiner Mutter gereist ist. Eine Anzahl Deputirte besuchte heute Abend Premierminister CombeS und bat ihn. seinen Entfchuß noch ein mal zu überlegen, aber er lehnte dies entschieden ab. Russische Reformen. Paris, 15. Januar. Eine Depesche auS St. Petersburg an den Rappel" kündigt an. daß Gesetze zur Durchführung der im Manifeste des Zaren verheißenen Reformen, speciell der bezüglich der Landbevölkerung, im Februar bekannt gemacht werden sollen. M a u d e Gönne. Paris, 15. Januar. Maude Gonne-MacBride kam gestern hier an. Ihr Scheidungsprozeß wird in einigen Tagen in London zur Verhandlung kommen. Sie sagt, im Interesse ihres Kindes habe sie nur eine Trennung von ihrem Manne gewünscht, aber die harten Bedingungen desselben nöthigten sie, auf absoluter Scheidung zu be stehen. Maude beschuldigt ihren Mann der Trunksucht, Untreue und Grausamkeit. Ihr Mann habe die $14,000, die sie in die Ehe mitgebracht, behalten und derlange, das Kind sechs Monate im Jahre bei sich zu haben. Maude Gönne, bekannt als die Irische Jungfrau von Orleans", begeisterte sich seiner Zeit auch für die Buren und heirathete Major Mac Bride. als derselbe auS Südafrika zu rückkehrte, wo er auf Seite der Buren gefochten hatte. f Frau Loubet. Pari, 15. Januar. Zu Marfanne starb heute Abend 3 Uhr Frau Loubet. die Mutter des Präsidenten, im Alter von 92 Jahren an LungenCongestionen. Der Präsident beabsichtigte, heute Abend an ihre Seite zu eilen, doch der Tod kam ihm zuvor. Rukland. Attentat. Moskau, 15. Jan. Als Gen. Trepoff sich auf der Molaus-Station von dem Großfürsten SergiuS verab' schiedet?, feuerte ein junger Mann mit einer Studentenmütze 3 Schüsse auf den General ab. Alle Schüsse gingen fehl. Gen. Trepoff wurde kürzlich von seinem Platz als Chef der Polizei von Moskau abberufen und an die Spitz.' der Gesellschaft vom .Rothen Kreuz" in der Mandschurei befördert. Er zog sich den Haß der Studenten von MoS kau durch die Strenge zu. die er bei Un terdrückung ihrer Demonstrationen am 13. und 19. Dez. 1904 entwickelte. Während des Jahres 1902 wurden 3 Attentate auf ihn verübt. Mischtschenko'S Zug. St. Petersburg, 15. Jan. Man glaubt, daß der Streifzug, den General Mischtschenko mit 20.000 Rei tern südwestlich von Liao Yang macht, der Vorbote größerer Operationen ist. Der General zerstört die Bahnverbin dung, um den Transport der Geschüe von Port Arthur nach der Front zu hindern. Japan. Grenzverletzung. Tokio. 15. Jan. Spätere Be richte von Nuitschwang melden, daß Gen. Mirtchenko'S Koffacken bei ihren jüngsten Streifzuge südweSlich von Liao Jang absichtlich neutrales Gebiet durchquerte und die Grenze der Krieg?, zone durchbrachen. ' Japan wird sich nun nicht länger für verpflichtet halten, jene Grenzen zu beobachten.

Rücktritt

Aus Port Arthur. Tokio. 15. Jan. Ein Marine Ossizier, der von Port Arthur hierher zurückgekehrt ist, sagt: Der Zustand der Kriegsschiffe und der Stadt ist besser, als ich erwartet hatte. Offenbar wurden noch viele Vertheidigungwerke errichtet, nachdem die Belagerung begonnen hatte. Die Werke auf dem 203-Meter.Hügel waren keine permanenten. Die Gräben waren ähnlich denen, die die Buren im füdafrikanifcben Kriege machten. ES scheint, daß die Russen kein allgemeines elektrisches System und keine Dynamos für Suchlichtcr hatten. Die Hospitäler sind in ziemlich gutem Zustande und werden noch für Verwundete 'und Gefangene benutzt. Vor der Uebergabe zahlte General Stösse! die Soldaten aus, woraus sich erklärt, daß kein Geld in der Kriegslasse war; ferner bezahlten die Russen Lebensmittel, die ihnen von Blockade brechern geliefert wurden. China. Machen Beute. H u a n ch a n , 15. Januar. Die Rittmeister Kosinoff und Troitzk! mit 75 Kosacken trieben die Japaner auS den Dörfern Mitzi und Tkangay und erbeuteten große Futtervorräthe. General Linewitfch hat die ganze Front infpicirt und sich für befriedigt erklärt. Italien. Schritt zurVersöhnung. Rom, 15. Januar. Die beiden Schwestern des Papstes und seine Nichte, Frl. Gilda Parolin, werden von der KöniginWittwe Marga rita in Pribataudienz empfangen wer den. Es wird dies als ein weiterer Schritt zur Versöhnung zwischen dem Vatican und der Königsfamilie ange sehen. Auf Wnnsch deö Papstes nahm sich Generalvicar Respighi der Sache an und betraute den Priester des Quiri nal mit den einleitenden Schritten. Auf dessen Anfrage erfolgte eine sehr freundliche Antwort der Königin Margarita. Seelsorge aufdenPhil i p p i n e n. Rom, 15. Jan. ES ist zträr eine Vereinbarung mit der Regierung der Ver. Staaten getroffen worden, die Mönche auf den Philippinen durch eingeborene oder amerikanische Priester zu ersetzen, aber eS hat sich vorläufig als unmöglich erwiesen von letzteren eine genügende Anzahl aufzubringen und die Congregation der Propaganda hat nun die Bischöfe ermächtigt Ordensleute anzustellen, wenn dies nothwenbig ist. Seit dem Verkaufe der Klosterländereien find diese Fonds für die Gemeinden verloren und e5 ist eine schwere Aufgäbe für die Bischöfe den nöthigen UN' terhalt für die Priesterzu beschaffen. 150. O z e a n f a h r t. N e a p e l, 15. Jan. Als der Dampfer Deutschland" von der Hamburg Amerika-Linie hier ankam, überreichten die 430 Passagiere ihrem Kapitän Karl Kempff ein Diplom, in dem er zur Vollendung seiner 150. Ozeanfahrt be glückwünscht wird. Peru. Amerikaner gefeiert. Lima, 14. Jan. Präs. Pardo, die Minister deS Aeußeren und des Krieges, der amerikanische Geschäfts träger O'Neill u. A. frühstückten heute an Bord des amerikanischen Kreuzers Chicago" zu Callao. Heute Rachmit tag wurde den Ossizieren zu Ehren eine Matinee gegeben. Die Mannschaften deS Kriegsschiffes werden morgen mi einem Spezialzuge eine Fahrt nach d'Oroya machen. Deutschland. Ausgaben ohne Ermächtigung. Berlin, 15. Jan. In den letzten Sitzungen der Budetkommisfion des Reichstages ging es außergewöhnlich stürmisch zu, und die Geister platzten

über den Stand der Dinge in Deutsch-

Südwestasrika heftig aufeinander. Mehrere Abgeordnete protestirten energisch dagegen, daß die Regierung, ohne den Reichstag zu befragen, große Aufwendungen für den Feldzug im fernen Schutzgebiet gemacht und sich damit begnügt habe, die Sache durch Einbringung eines NachtragS'EtatS zu erledigen. Vertreter aller Parteien verlangten. daß der Reichskanzler Graf v. Bülow wenigstens nachträglich beim Reichstag Indemnität nachsuche. Der Kanzler hat dieS nun auch gethan. Die Blätter der Linken erklären. eS bedeute eine schwere Gefahr, wenn die Gewohnheit einreiße, große Summen für militärische Zwecke ohne Befragung deS Reichstages zu verwenden. Russischer Defraudant. Berlin, 15. Jan. Die Berliner Kriminalpolizei ist von ihrer Warchauer Collegin ersucht worden, nach dem dortigen Bankier M. Stephan Brandt zu forschen, der nach Unterchlagung von fast 100.000 Rubel flüchtig geworden ist. Wan weiß, daß Brand sich unter alschem Namen einen Paß nach Deutschland zu verschaffen wußte, hier aber hält man dies für eine List, welche die Aufmerksamkeit der Behörden von, den vielenPfaden ablenken sollte, die ür solche Kunden nach Amerika führen. Reciprocität. Berlin, 15. Jan. Die amerika nische Handelskammer zu Berlin hält den Moment für günstig, eine Bewe gung zwecks Abschluß eines ReciprociätSvertrageS zwischen Deutschland und den Ver. Staaten in Gang zu bringen. besonders da das System von Recipro citätSverträgen, die Deutschland abgechlossen hat, wahrscheinlich den amerianischen Handel ungünstig beeinflussen wird. Die Handelskammer hat diese Anficht n einer Petition dem Präsidenten Roosevelt unterbreitet. Hinter Wucherern her. B u d a p e st, 15. Jan. Budapest'S gefährlichster Wucherer, Theodor Preßburger, welcher namentlich Osfiziere auSsog, ist in Hast genommen wor den. Sem Kompagnon Ltpkowltz st angeblich rechtzeitig nach Amerika entflohen. Erst kürzlich wurde gemeldet, daß die vollftündige AuSpressung ungarischer Ossiziere durch gewissenlose Wucherer bedenkliche Dimensionen angenommen habe. Wiederholt war eS vorgekommen, daß Ossiziere, die derartigen Menschenfreunden in die Hände gefallen waren, vollständig ruinirt und gezwungen wurden, ihren Abschied zu nehmen. Diesem Uebelstand will nun das ungarische Ministerium durch amtlicheS Einschreiten ein Ende bereiten und diesem Zweck dient ein jüngst erschienen Erlaß, der sich einerseits gegen das leichtsinnige Schuldenmachen der Ossiziere wendet, andererseits den Mucherern unnachsichtliche Bestrafung androht. Um zu beweisen, daß eS mit den fraglichen Erlaß vollständiger Ernst ist, haben die Behörden mit der Festnähme deS Schlimmsten von der Wuchererbande den Anfang gemacht. Preßburger'S Prozesstrung verspricht wenig erquickliche Enthüllungen zu bringen. Zu Ehren C e c i l i e ' s. Berlin, 15. Jan. Cecillenhöhe" beißt die Colonie. welche vor einigen Tagen im Potsdamer Forste von einem dortigen Arbeiter-Bauverein eröffnet wurde. Eine gewisse Coterie in dem Vereine, die wohl der näheren Kennzeichnung nicht bedarf, sträubte sich mit Händen und Füßen gegen die der Kronprinzen-Braut zugedachte Eh rung, doch hatte der Vorstand bereits den Kronprinzen, in einem Schreiben um seine Zustimmung ersucht und in einem eigenhändigen Dankbriefe die Erlaubniß erbalten. Der Kronprinz gab ferner das Versprechen, die Colonie demnächst , in Begleitung seiner Braut besuchen zu wollen. Ber Kaiser detm WinterFest. - Berlin, 15. Jan. Kaiser WilHelm hat sein Erscheinen auf dem AndreaSberger Winterfest, zugesagt. daS in den Tagen vom 21. bis 23. Januar in der on Tannen umrauschten alten Bergstadt gattsin den wird. AuS diesem Grunde werden besonders . große Vorbereitungen ge troffen und allerorts rüstet man zum hohen Empfang. ES war des Kaifers Absicht, die kleine Prinzessin Vic toria mitzunehmen, doch hat die kürz llch Überftandene Krankheit deS Kindes die AuSführung.dieseS Planes unmög lich gemacht.

Merkwürdige Rede.' Berlin. 15. Jan. Große Ver-

wunderung hat eine Rede hervorgeru fen, welche der Commandant von BreSlau, Generalleutnant v. Trotha, soeben bei einer Einweihungsfeierlichkeit vor vielen Hunderten von Gästen hielt. Die fragliche Rede wird für eine derart merkwürdige Leistung gehalten, daß der Herr Commandant wahrscheinlich von maßgebender Seite sehr dringend um näheren Ausschluß ersucht werden wird. Die schönste Stelle lautet: Angesichts der Vorgänge in Ostasien kommt vielleicht bald die Zeit, da wir der Autorität und des festen ZusammenschlugeS aller Bürger zum Heile des Vaterlandes benöthigen." ES wurde in Erfahrung gebracht, daß die Rede des Generals zu vorge rückter Stunde gehalten wurde, als alle Anwesenden, der Herr Commandant nicht ausgeschlossen, bereits etwas ani mirt waren. Kaiser Wilhelm in der russischen Botschaft. Berlin, 15. Jan. Nicht ge ringeS Aufsehen erregt eS, daß der Kaiser heute dem russischen Botschafter Grafen v. d. Osten-Sacken, einen Besuch abgestattet hat. Die politischen Zeichendeuter sind rasch bei der Hand, der Visite größere Wichtigkeit zuzu schreiben und daran alle möglichen weitausschauenden Erwägungen zu knüpfen. Von offiziöser Seite wird dem Ereigniß jedoch die sehr nüchterne Er klärung gegeben, daß der Kaiser seine Glückwünsche zum russischen Neujahr ausgesprochen habe. Schweiz. Bahn auf 'denMontblanc. Zürich. 15. Iahn. In Paris ist eine Gesellschaft gebildet worden, die eine elektrische Bahn nach der Spitze des Montblanc'S bauen will. Die geplante Linie wird ihren Endpunkt bei den AigulleS des Gouter, 14,480 Fuß über dem Meeresspiegel haben. Mit dem Bau der Linie soll in einigen Monaten begonnen werden. Die Linie geht von Fayet an der Paris'Lyons-Mittländischen Bahn auS, 1500 Fuß über oem Meeresspiegel und wird nur einen Tunnel haben. Die Passagiere können ungehindert die Vergszenerien bewundern. Die Kosten der Linie sind auf $2,000,000 berechnet. Priester ermordet. Bern, 15. Jan. Vater Geo. Adamer, welcher kürzlich von Amerika zurückkehrte, wurde von einem jungen Manne nach einem Dorfe in der Nähe von Zürich gerufen, wo angeblich seine Mutter im Sterben lag. Der Priester wurde am nächsten Morgen todt im Walde mit einem Schuß in das rechte Aüge gefunden. Man glaubt, daß der Mann, der den Priester rief, der Mörder ist. Geld, Uhr und ein silbernes Gefäß, das die geweihte Hostie enthielt, fehlten. Vater Adamer war 37 Jahre alt und in Zürich hoch angesehen. Oesterreich'Ungarn. ,3 a o h ne W e i b e r könnt u. f. w." Budapest, 15. Jan. Bei der heftigen Erbitterung, welche in den polilischen Kreisen Ungarns herrscht, fehlt eS natürlich auch nicht an mancherlei Klatsch. Berichtet wurde schon früher über das vertraute Verhältniß des Kaisers zu einer gewissen Frau Katharine Schratt, die schon bei der verstorbenen Kaiserin bedienstet war. Dieselbe hat angeblich großen Einfluß auf den Kai ser. Als Letzterer jüngst zur Auflü sung deS Landtages nach Budapest ge kommen war, stellte sich in einem dor tigen Hotel auch Frau Schratt ein. Dort machte ein Mitglied der Oppo sttion der angeblich sehr geldlüsternen Dame einen Besuch und seit dieser Zeit soll sie eine große Freundin der Oppo sition sein und deren Interessen beim Kaiser vertreten. Im Uebrigen ist die genannte Frau in Wien als sehr wohlthätig bekannt. Für erfunden erklärt. W i e n. 15. Jan. Es wird gemeldet, daß zwei von der Zeit" namhaft gemachte Großindustrielle, welche mit dem unlängst zurückgetretenen Minister Präsidenten Dr. von Koerber Würden schacher betrieben haben sollen, auf ihr Ehrenwort die Behauptung des Blattes für erfunden erklärt und die verant wortliche Leitung dor Zelt" verklagt habeu. Die Zeit" hatte behauptet, Koerber habe in zroßem Umfange ml

Würden und Titeln geschachert. Er habe den Erlös zur Bestechung der Presse derwendet UkdErnennungen zum Herrenhaufe des Reichsraths vielfach

für eine halbe. Million Kronen an Großindustrielle verkauft. Die Nach. richt wurde sofort für unglaublich erklärt, weil Dr. v. Koerber den Ruf größter Integrität genießt. Panama. Verstimmung. . Panama, 15. Jan. Vertreter aller politischen Parteien hier haben den amerikanischen Gesandten, ersucht seinen Vorschlag, daß die Aemter deS Gesandten nach Panama und deS GouverneurS der Kanalzone in einer Person vereinigt werden, zurückzuziehen. Sie agten, die Würde Panama'S verlange eine selbstständige Gesandtschaft. Gesandter Barrett erklärte, er habe den Vorschlag sowohl im Interesse Panama's wie der Ver. Staaten gemacht und könne ihn nicht zurückziehen. Gegen Niedringhaus. 15 Republikaner gegen ihn. J ef fersen City, Mo., 15. Jan. Nach einem Dinner, welches gestern Abend R. C. KerenS einer An zahl Freunde in St. Louis gab, fand eine Berathung statt, der aber KerenS nicht beiwohnte. Anwesend waren aber 10 Republik ner auS dem Hause, die beschlossen, nicht für Niedringhaus als Bundes Senator zu stimmen; sie zählen mit Bestimmtheit auf noch weitere 5 Republikaner. Der Führer der Opposition soll Major I. L. Bittinger sein. Schiffsnachrichten. New Jork: New York" von Eherbourg; Urnbria" von Liverpool; La GaScogne" von Havre. QueenStown: .Jvernla" von New Bork; Campania" nach New York. Liverpool: Cedric" von New York. Dover: Moltke" nach New York. Im Ttnrm au? Tee. Schreckliche Leiden hatten der Kaditän und die sieben Mann starke Befatzung des amerikanischen Schoners Isleborough" durchzumachen, bis sie endlich von dem englischen Dampfer AtfalT mitten im Atlantischen Ozean gerettet wurden. Kapitän Watt vom Atyou giebt nach den Mrnheüunaen der Geretteten folgenden Bericht: Die Jsleborough", die am 9. November mit einerLadung Nutzholz vonSavan na m See ging, wurde einige Tage spater von einem Wirbeliturm gepackt. der sie überraschte, bevor die Segel geborgen werden konnten. Sie gingen in Fetzen, und mit blanken Spieren wurbe das Schiff von den machtigen Wogen hin und t,tx geworfen, die es seiner ganzen Länge nach überflutheten. In der Nacht riß eine schwere See die Jolle weg, und zwei Stunden später sprang der Schoner am Bug leck. Der Schisssraum füllte sich im Augenblick mit Wasser, und, den Bug voran, neigte sich der Rumpf in die See hinab, wurde zedoch durch die Holzladung am Sinken verhindert. Der Radkasten, die Luken und die Deckladung wurden über Bord gewaschen. Die Besatzung rettete sich auf das Dach des Deckhauschens. Es war bitter kalt, und der Sturm führte Schnee und Hagel mit. Die Leute hatten kein Trinkwasser, und ihr Vorrath an Eßwaaren.bestand aus einigen Büchsen eingemachter Früchte. Am nächsten Tag konnten sie nichts weiter thun, als auf dem Dach des Deckhäuschens bleiben und einen scharfen Luaus halten, wobei sie sich alle 20 Minuten ablösten.. Aus dem Obertheil deZ Schiffskessels improvisirten sie einen Ofen, in der Hoffnung, das Feuer würde die Aufmerksamkeit vorbeifahrender Schiffe erregen. In der nächsten Nacht wurde die Kälte noch stärker. Endlich erschien kurz .iach Tagesanbruch ein dreimastiger Schoner, der etwa eine halbe englische Meile von der Jsleborough" vorbeifuhr. , Die Mannschaft des sleborough" hatte an der Mastspitze ein großeS rothes Tischtuch als Nothsignal befestigt, da die Flaggen 'und Signalapparate ebenfalls über Bord gegangen waren. Der andere Schoner gab jedoch keine Antwort. Er hattb anscheinend Vorder- und Hauptsegel, sowie Besänmast und Vormars-Stenge verloren und befand sich ebenfallsZn Seenoth. Von Booten war auf ihm nichts zu seben. Noch an demselben Nachmittag lernt jedoch die Atholl" in Sicht, die die Schiffbrüchigen rettet?. ' Spielte. mit einem Terzerol. In Aschersleben. Provinz Sachsen, schoß beim Konfirmanden unterricht ein Konfirmand mit einem Terzerol, das er spielend hinter dem Rücken . des Pfarrers vorzeigte, einen Kameraden . in den Kopf. Der s chwer Verletzte wurde in die Klinik gebracht.

Aerzte.

Dr..j. A. Sutcliffe, Wund -Arzt, Geschlechts-, Urin- un!,Rectum Krankheiten. Offfce : 155 Og Market Stt. Tel. 941 Pf ftatsftrc : 9 lli 10 Oizr s. mit 4vhr. 0r. Carl G. Winter Deutscher Arzt. Gehandelt alle akute und chronische Krankyeuen. GeburtShülse Spezialität. Office: 14 West Ohio Str. offtStnndm: Wohnsng: 1150 Madtsn Ave. Eprecdstunden : 78 benil 6onntagt : 66 Sta$n. VZohnvug Telephone : It 9026 ! Ren. 918. id 11 Lorm. 4 ackm. soualagk. : - 9.W-10.80 Cra. rltkhou. Neu 43. CEfiTBÄL COLLEGE OF L1USIG, 550 Nord Meridian Str. ....Schule jetzt eröffnet.... Tsg'Schüler sowie auswärtige Schüler, welche bin im College völlige Sufnahmi Nlchen, können zu jeder Zeit eintreten. Ei oderne! gut ausgerüstetes Institut, voll SSnvtg in allen AbtoeUungen des Lernen dn Kunst der Musik und den verwandter üften. atalog freu Edward Taylor, Direktor. Achtung Die besten . . Jndiana Bituminous Kohlen $5.00 per Tonne Peacock Kohlen, 84 per Tonne Beste Kohlen für Kochöfen. Alle anderen Sorten für Furnace oder Helzofen. Wir gehörenlnicht zn dem Trust. Home Fuel Co. euer Phone 9291. AlteS Phone, Main 1150. I o 301 West Washington Str. LerkAufn deS berühmten Quiliine :: Whisky jOai oefte Mittel gegen Malaria und Erkältung. Saloon und Restaurant. Neues Telephon 4048. Cffen Xfti litt R4I. Ehrlicher F i n d e r. In einem Kochofen, den er rn der Eisenwaarenhandlung von Gustav A. Vutler in Milwaukee, Wis., erstanden hatte, fand der Farmer John Barloga von Greenfield, Wis., etwa $1500 in Banknoten und Münzen. Niemand war erfreuter als der Handler, als der ehrliche Farmer das Geld zurückbrachte. Butler hatte dasselbe, da die Bank schon aeschlössen war und er die große Summe nicht seinem Slcherheitsschrank über Nacht anvertrauen wollte, in dem Ofen versteckt, m der Voraussetzung, daß ein Einbrecher das Geld ganz gewiß nicht dort suchen würde. Dann vergaß er das Vorhandensein des Geldes und ein Elerk, der von dem Thatbestand nichts wußte, verkaufte den Ofen, in dem es versteckt war, an den Farmer. Ein gewissenhafter Bürger ist der Mayor Joseph E. Mowrey in Eamden, N. I., welcher neulich seine Resignation eingereicht hat. Einen Grund für diesen Schritt hat er nicht angegeben, man glaubt aber, daß er den Schritt gethan hat, um nicht gezwungen zu sein, für $90,000 Bonds zu unterzeichnen, die auf Veranlassung des Stadtraths für den Ankauf von Land für Parkzwecke ausgegeben werden sollen. Der Mayor hatte sich auf den Grund hin geweigert, die Bonds zu unterzeichnen, daß der für das Land zu bezahlende Preis übermäßig hoch seif das Supremgericht hat aber entschieden, daß der Mayor gezwungen werden könne, die Bonds zu unterzeichnen. Ein Haardieb. Jack the Clipper" nennt man einen unbekannten Halunken, der einem jungen Mädchen Namens )da Mundt Zn Owatonna, Minn., mit einem Schnitt die Haarzd'pse vom Kopfe trennte. Sie ging Abends mit zwei Freundinnen die Straße entlang, als sie fühlte, wie wenn etwas ihren Hinterkopf streifte. Als sie an die nächste Straßenlampe kamen, sah eines der Mädchen, daß Jdas Haarflechten dicht am Kopfe abgeschnitten waren. Frl. Mundt war wegen ihrer prächtigen Haare in der ganzen Stadt ' bekannt und einer, der sich darauf versieht, sagte, daß der Dieb wenigstens $30 dafür bekommen würde. . Fräulein Dr. Ilona 'Weinstein wurde als Hilssärztin am Brady-Spi-tcrl in Budapest angestellt, wo Frl. Dr. Königsberg schon seit vier Jahren rn?f

(nfpmm