Indiana Tribüne, Volume 28, Number 122, Indianapolis, Marion County, 14 January 1905 — Page 7
Jndiana Tribüne, 11 Januar 1905
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fr.;. $ $$ b ZGlulimmvald"j 4 Nomsn von 5 5 Moritz V. Reichcnbsch. I H 4 o 4 4 Fortsetzung !UM dem mächtigen Leböttsdrange, der die Schöpfung durchzog und den knospenden Wald erfüllte, nachdem das winterliche Eis gebrochen war, regte sich nun aber auch in Hans neue LebensHoffnung und Sehnsucht. Die Sonne, die vom brauen Himmel lachte, die wehenden Birkenzweige, jede Blume am Wege und jeder zwitschernde Vogel erinnerten ihn an seine verlorene Liebe, und wie die Knospen die braunen Hüllen sprengten, um dem Frühlingslicht entgegen zu blühen, warf Hans die dumpfe Resignation von sich und begann wieder zu wünschen und zu r)offen. Er schalt sich thöricht, weil r selbst gemeint hatte, es sei nun seine Pflicht, sich fern zu halten und zu vergessen. Tief und aufrichtig hatte- er den Freund betrauert, und schwer hatte it Vorstellung auf ihm gelastet, daß tf den UngllläZfall vielleicht hätte verhindern können, wenn er' an jenem urseligen Tage nicht so sehr von seinen eigenen (bedanken hingenommen gewesen wäre. Aber Andere, Erfahrene"; hatten das Seil geprüft, seine Warnung hätte Karl, der gewohnt war auf seinem Kopf zu bestehen, schwerlich von seinem Vorhaben abgehalten. Und der Vorwurf des Obersörsiers, daß er Karl zum Vergfach überredet habe, erschien ihm vollends hinfällig. Traf ihn wirklich ein Schatten von Schuld, so meinte er ihn in diesem traurigen Winter abgebüßt zu haben, und seine thatkräftige und schafsensfrohe Natur drängte ihn jetzt aus einer Trauer, -die nichts ungeschehen machen, aber sein und Käthes Leben vergiften konnte, hinaus. Und wie er darüber nachdachte, welchen von den zerrissenen Fäden er am leichtesten wieder aufnehmen konnte, um eine Verbindung mit Käthe herzustellen, fiel ihm Emma Waldow ein. Er wußte, daß Käthe sie in's Vertrauen gezogen hatte, und sie war ihm stets so freundlich begehet, daß er glauben durfte, in ihr eine Bundesgenossin zu gewinnen. So schrieb er ihr eines Tages einen langen ausführlichen Brief, in dem er ihr sein Herz ausschüttete. Die Tochter des Mislivietz, ein aufgewecktes, flinkes Ding, das in Begleitung ihres kleinen Bruders täglich mit Milch, Eiern und dergleichen nach dem Kohlenfelde kam, übernahm den Brief zur Bestellung, und Hans wartete nun mit Spannuna auf die Antwort. Maruschka Mislivietz sagte ihm, daß sie den Brief der gnädigen Frau selbst in die Hand gegeben habe. Die gnädige Frau sah ganz erschrocken aus," meinte sie, aber dann hat sie mit dem Kopf genickt, hat den Brief in die Tasche gesteckt und gesagt, e5 wäre gut." t Einige Tage vergingen. Unwillkürlich hielt Hans täglich Umschau nach der Kleinen so regelmäßig Maruschka aber auch ihre Milchkannen brachte, eine Botschaft für ihn hatte sie nicht. Da kam eines Tages ein Brief mit dem Poststempel der Kreisstadt an, dejsen Adresse eine zierliche Schrift zeigte, die Hans nicht kannte. , Hastig öffnete er. Der Brief war von Emma. Ich habe recht mit mir gekämpft, ob ich Ihren Brief beantworten sollte," schrieb sie. Mein Mann würde böse sein, wenn -r es wüßte, und deshalb ist es vielleicht nicht recht, daß ich es dennoch thue. Nun ist aber Käthe nach Hause gekommen, und nachdem ich sie gesprochen habe, scheint es mir, ick wähle von zwei Sünden die geringere, wenn ich Ihnen schreibe, denn Sie und Käthe ohn zwingenden Grund von einander getrennt zu halten, erscheint mir als schweres Unrecht. Und einen solchen wirklich zwingenden Grund gibt es nicht. Käthe hat mir, ehe sie noch etwcs von Ihrem Briefe wußte, genau dasselbe gesagt, was Sie mir geschrieben haben, nur daß sie resignirter und mehr berc'.t ist. ihr Glück zu opfern. Daß es aber kein anderes Glück für sie geben kann, als die Vereinigung mit Ihnen,- das sagt auch sie. Und weil ich meine, daß Glück und Liebe die versöhnenden Akkorde sind, die all die Mißtöne, unter denen wir leiden, auflösen werden, so will ich Ihren Wunsch erfüllen und vorläufig Ihnen und Käthe g?genseitig Nachricht von einander geben. Ich bitte Sie aber, keine Unvorsichtigkeit zu begehen und die tiefe Trauer der Eltern noch zu schonen. Mit der Gewißheit Ihrer gegenseitigen Liebe und Treue können Sie und Käthe wohl noch eine Weile ausharren, bis der mildernde Einfluß der Zeit Ihnen bei den Eltern zu Hilfe gekommen ist. Käthe hat Ihnen Brief gelesen und grüßt Sie. Und ich bin freundschaftlich Ihre ergebene Emma Waldow." 18. Kapitel.
au Rektor Berga hatte die schönen Spachteigaromen ausgesteckt und den großen Smyrnatepplch ausgelegt, beldes (seschenke, die ihr Hans geschickt hatte und nun stand sie bewundernd und kopfschüttelnd zugleich vor der neuen Pracht. Es paßt ja gar nicht in unser altes Haus," dachte sie, aber wenn's den. Hans Freude macht " Das Durcheinanderrufen dielet Kin-
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derstimmen drang durch die geöffneten Fenster und verkündete das Ende der Schule. Gleich darauf trat. der Rektor ein in seinem abgetragenen schwarzen Schulrock, das sonst blasse, hagere Gesicht von der Anstrengung des Redens geröthet. So," sagte er, das Kinn in die Hand stützend und mit dem Kopfe ein paar Bewegungen machend, als wollte er stoßen, während ich unter der vergrößerten Arbeitslast fast erliege, befleißigst Du Dich, unsere bescheidene Behausung mit unnützem Tand zu füllen!" Sie seufzte. Lieber Himmel, 'ich kann's dem Hans doch nicht anthun, daß ich seine schönen Sachen unbenützt liegen lasse." Der Hans ist jetzt in erster Linie zu bewahren vor dem Hochmuthsteufel, der sich allda einzufinden pflegt, wo der Tanz um das goldene Kalb beginn:, und ich wünsche nicht, daß man glaubt, wir wollten diesen Tanz mitmachen mit Teppichen und Gardinen. Denn bei der erhöhten Arbeitslast, die mir jetzt durch den Zuzug fo vieler fremden Familien zu Theil wnd, muß ich auf eine GeHaltserhöhung rechnen, und wenn be; Kreisschulinspektor diesen Luxus hier bei uns sieht, könnte er meinen " Aber, Alter, was gehen den Kreisschulinspektor die Geschenke unseres Sohnes an!?" Weibliche Unzulänglichkeit in Beurtheilung oer Nebenumstände " Mag sein, Alter, aber wir wollen doch erst 'mal mit dem Hans sprechen, kr wollte ja heute Abend kommen." Sie verließ das Zimmer, froh, daß sie jetzt den Hans" als letzte Instanz immer bei der Hand hatte, und der Rektor ging, sobald er sich allein sah, auf den Teppich zu, versenkte vorsichtig seinen Fuß hinein, prüfte mit der Hand das Gewebe und brummte: Uebel ist es ja nicht und muß warme Füße im Winter machen, hm, hm ja, wir leben in einer merkwürdigen Zeit vor fünfzig Jahren kam so etwas nicht in ein Landschulhaus." Dann ging er an die Fenster heran und unterzog die Gardinen einer ebenso genauen Besichtigung. Frau Minna besorgte inzwischen das Vesperbrot für ihre Enkelkinder. Omama," sagte das eine, jetzt sind wieder so viel neue Kinder in die Schule gekommen, und im Sommer da kommen noch viel mehr, und der große Junge von dem neuen Obersteiger hat gesagt, wir müßten noch einen Lehrer bekommen, denn der vapa könnte nickt mehr fertig mit uns werden. Ist das wahr, Omama?" Das weiß ich nicht, Hänschen, das müssen wir abwarten!" Der Kleine sah sie ganz erstaunt an. und sie seufzte unwillkürlich. Ach ja, die Zeit war vorbei, wo sie die ausschlaggebende Autorität war, die alles wußte sie durfte es ja den Kindern nicht sagen, wie viel sie jetzt selbst zu lernen hatte, um das Leben, in dessen Mitte ihr Sohn stand, mit all seinen neuen Begriffen und Anforderungen zu verstehen. In solchen Augenblicken kam sie sich so klein vor, und dann wieder, wenn Hans neben ihr stand, als wüchse sie an feiner Seite aus ihrer engbegrenzten Umgebung heraus und würde eine andere, größere, deren Sinn und Verständniß, bisher unter dumpfem Druck gehalten, sich nun zusehends entfaltete. Omama. in Pronowitz sind sie sehr traurig," berichtete Hänschen weiter. Der Gärti.er Franz sagt, da husteten die Kühe schrecklich und müßten alle sterben." Herr Gott . . ." Frau Minna vergaß die eheherrliche Kritik ihrer Teppiche und Gardinen und erschreckte den Rektor, der inzwischen von der Kritik zur Bewunderung, übergegangen war, indem sie hastig die Thür der guten Stube" öffnete. t Ist es wahr, daß auf dem Domi nium die Lungenseuche ausgebrochen ist?" fragte sie. Es ist allerdings" Der Rettor zog wie ein ertappter Schulknabe b:e Hand von den Gardinen zurück und legte sie auf den Rücken. Mein Gott, und das sagst Du mir nicht!" rief die Rektorin. Die arme, junge Frau, das ist ja ein schwerer Schlag wie werden sie das nur überwinden! Es soll doch ohnehin nicht sehr gut bei ihnen stehen." Schwankungen der sozialen Schichten. Sie ' kommen herunter andere kommen herauf " Er räusperte sich, als habe er zu viel gesagt. Frau Minna schloß erregt die Thür. Sie hatte in diesem Frühjahr öfter mit der jungen Frau Waldow zu thun g?habt, die ihren Gemüsegarten erweitert und verschiedene Sämereien aus dem Schulgarten bezogen hatte. Nun war ihr Entschluß schnell gefaßt, hinüber zu gehen und zu sehen, ob es wirklich so schlimm stände, denn sie hatte Frau Emma, die immer so gut von ihrem Hans sprach, in's Herz geschlossen. Sie fand die junge Frau an den Spalieren mit Gärtnerarbeit beschäftigt. Ich wollte schon zu Ihnen kommen. Frau Berga," sagte sie, um Sie zu bitten, mir am Nachmittage einige von den größeren Schulkindern zum Jäten zu schicken, ich habe Niemand'zur Hilfe und ich möchte so sehr gern etwas auö dem Garten herauswirthschaften" Frau Minna war natürlich zu jeder Hilfe bereit und sprach unverhohlen ihre Bewunderung darüber aus, daß die junge Frau bei dem Unglück im StaU nicht den Kopf hängen ließ, sondern rüstig weiter schaffte in ihrem kleinen Kreise. Emma, der das Herz schwerer war, als sie es sich merken lassen wollte, traten, die Thränen in die Auaen bei
Frau. Minnas warmen, theilnehmenden Worten. Ja, es waren schwere Zeiten, und am meisten litt Emma darunter, daß ihr Mann sich um so mehr vor ihr verschloß, je ernster die Sorgen wurden, die ihn bedrückten. Doch davon ließ sie sich nichts merken, nur das gab sie ohne Weiteres zu, daß sie bei den großen Ausgaben, die ihr Mann bei Beschaffung eines neuen Viehstandes haben würde, darauf bedacht sein müsse, so viel als möglich zu sparen. Frau Minna war liebevoll theilnehmend, daß dr jungen, vereinsamten Frau das Herz allmalig aufging. Sie vertraute ihr. wie sie hoffte, durch die Garteneinnahmen das Wirthschaftsgeld, das rtr Mann ihr sonst gegeben hatte, entbehrlich zu machen, und Frau Minna, die eine erfahrene Meisterin im Sparen war, wußte allerlei guten Rath. Die beiden Frauen waren ganz vertieft in ihr wirtschaftliches Gespräch, während sie zwischen den Erdbeerbeeten hingingen. Plötzlich fuhr Frau Emma zusammeu. Wurdc ich da nicht gerufen? Mein Gott, da ist ja der Schwiegervater und Käthe!Am Ene des langen Ganges, der den Garten durchschnitt, tauchte die Gestalt des Oberförsters auf. Käthe lief voran und umarmte ihre Schwägerin. Ist es denn wahr, Emma? Die Lungenseuche l in Eurem Stall?" Ja, Kähe, doran ist nun nichts zu ändern" Sie ging ihrem Schwiegerbater entgegen, und vte kleine Rektorin stand dem schlanken Mädchen gegenüber, das sie einen Augenblick fragend anblickte. Dann rötheten sich die blassen Wangen, ein feuchter Glanz schimmerte in Käthes Augen. Frau Rektor Berga?" fragte sie, und es lag ein Ausdruck in diesen Augen und dem ganzen jungen Gesicht, der Frau Minnas leicht bewegliches Gemüth in eigener Weise ergriff. Und ehe sie noch recht wußte, wie das zuging, hatte Käthe mit einer schnellen Bewegung die Hand Frau Minnas an ihre Lippen gezogen, daß diese, ganz erschrocken und gerührt zugleich, sich nicht anders zu helfen wußte, als indem sie Käthe mit beiden Armen umschloß und herzhaft künte. Mein liebes, liebes Fräulein" sagte sie dabei und wiederholte das immer wieder, bis der Oberförster herantrat. Nun wanderte man zusammen in den Kuhstall. Die kranken Thiere standen da mit herabhängenden Köpfen und schwer athmenden Flanken. Der Thierarzt war gerade anwesend und bezeichnete die Stücke, die noch für gesund galten und einer Impfung" unterzogen werden konnten. Der größte Theil der Heerde mußte als infizirt gelten. Otto Waldow, der die Ueberführung der gefunden Thiere in einen anderen Stall überwachte, begrüßte die Seinigen in der kurzen Art, die er immer annahm, wenn er sehr erregt war. Frau Berga maß er mit einem erstaunt fragenden Blick; aber sie beachtete ihn gar nicht, sie hatte Käthes Hand in der ihren behalten, und Käthe sagte ihr, wie sie es sich schon so lange gewünscht habe, sie einmal kennen zu lernen. Mich? Ja aber an mir ist doch nichts Besonderes!" meinte die Rektorin. Ihr Sohn hat so oft von Ihnen geprochen " Die Rektorin sah sie fragend an plötzlich begann ihre Hand in der Käthes zu zittern. Mein Gott," mur.melte sie. und Sie haben mir im vorigen Jahre Blumen geschickt und und" Noch einmal sah sie in Käthes Gesicht und begriff nun, was für sie darin zu lesen stand. Die hellen Thränen standen ihr in den Augen. Der Oberförster sprach sie an. Mit ihrem feinen Instinkt merkte sie, daß das, was sie entdeckt hatte, ein Geheimniß zwischen ihr und Käthe bleiben mußte. Es war nur noch von wirthschaftlichen Angelegenheiten die Rede, aber beim Abschied flüsterte Käthe der Rektorin zu: Grüßen Sie von mir." Sie sah dabei so rührend aus, daß Frau Minna sie am liebsten wieder umarmt hätte; doch sie begnügte sich mit einem Händedruck und trat den Rückweg mit recht schwerem Herzen an. Warum hatte Hans sie nicht in's Vertrauen gezogen? Sie konnte nicht darüber wegkommen. Er kam ihr entgegen geschritten, da er sie nicht zu Hause getroffen hatte, und oie kleine erregte Frau machte ihrem Herzen Luft. Hans sah ernst darein. Ich wollte es Dir ersparen, Mütterchen," sagte er endlich, Freude hättest Du bis jetzt doch nicht an der Sache gehabt und hättest mir das Herz vux noch schwerer gemacht." Ach Du thörichter Hans," rief sie. als ob es nicht besser für mich wäre, ein bischen Herzweh mit Dir zu haben, als wie außerhalb Deiner Sorgen zu stehen! Aber nun ist es ein rechter Segen des Himmels, daß ich mich gerade jetzt mit der jungen Frau angefreundet habe, da wird sich schon was machen lassen, daß Du die Käthe doch wiedersiehst!" Mütterchen, ohne viel Geduld ist da nichts zu machen" Aber sie hörte kaum auf seine Einwände, sie war ganz voller Pläne, denn Käthe hatte es ihr angethan, wie sie sagte, und ihrem Jungen müsse sie Zrgendwie zu Hilfe kommen. (Fortsetzung folgt.)
Die bege5 Cent Ciaarre in der Stadt, Mucho'S Longfellow-.
Dtpiomanslyer 'Seseyesperatyter. Aus Washington kommt die Meltung, daß der französische Botschaftsrath .des Portes de la Fosse sich gewohnheitsmäßig über die Vorschriften hinwegsetzt, welche die Geschwindigkeit dcr Autcmobilfahrt regeln, und daß er sich seiner Verhaftung und Bestrafung durch den Hinweis auf seineZugehörigkeit zum diplomatischen Korps zu entziehen pflegt. Es ist gerade für die Washingtoner Bebörden einigermaßen peinlich, dem Unfuge mit dem nöthiaen Nachdruck entgegenzutreten, weil.erner der Beamten der amerikanischen Votschaft in London, der wegen überschnellen Automobilfahrens mit den englischen Sicherheitsbchörden in unliebsameBerührung kam. sich ebenfalls hinter cie Immunität der Diplomaten verschanzte. Als vor Kurzem ein britischer Botschastssekretär in Washington wc$cn der gleichen Übertretung zur. Rechenschaft gezogen werden sollte, wies er deshalb kühl auf das böse Beispiel hin und befolgte es. Der Franzose ist natürlich in der Lage, dasselbe thun zu können. Diesem geJenseitigen Versteckckenspiel muß endlich aber doch einmal ein Riegel borgeschoben werden. Die Exterritorialität, das heißt die Ausnabme von dem staatsrechtlichen Grundsatze, daß Jeder, der das Gebiet eines Staates, betritt, während der Dauer seines Ausenthaltes der territorialen Staatsgewalt als zeitweiliger Staatsangehöriger unterworfen ist gewährt den Diplomaten und ihren Familienangehörigen, .Beamten und Bediensteten allerdings Befreiung von der Gerichtsbarkeit. Dafür hat aber der Absendestaat die völkerrechtliche Pflicht der. strafrechtlichen Ahndung der im Auslande von seinen Vertretern begangenen Uebertretungen, Vergehen und Verbrechen. Keinenfalls.darf der Grundsah der Immunität und Exterritorialität der Diplomaten aber derart ausgelegt und erweitert werden, daß er Vertreter fremder Mächte von der Beachtung er Gesetze befre't, welcke zum Schutze von Leib und Leben der Bürger des eigenen Landes erlassen worden sind und nothwendiger Weise strenge- durchgeführt werden müssen. Herr des Portes de la Fosse verräth durch sein Benehmen einen so äugenfälligen Mangel an diplomatischem Takt und Feingefühl, daß er wahrlich nicht, auf übergroße Rücksicöt Anspruch erheben darf. Seinem Treiben sollte daher. Beispiel hin. Beispiel her. schnell und gründlich ein Ende gemacht werden.. .
Das nette serbische Kabinett. Nach neuntägigen Bemühungen ist es dem Könige Peter gelungen, ein gemäßigtes Kabinett Paschitsch mit der Führung der Geschäfte zu b:trauen. Ob das Kabinett Paschitsch imstande sein wird, mit der heutigen Skupschtina zu arbeiten, wird sich alsbald zu zeigen haben. In gemäßigten Kreisen hofft man. das neue Kabinett werde wenigstens das Budget unter Dach zu bringen imstande sein. Weiter getrauen sie sich vorlau, fig ihre Hoffnungen nicht zu erstrecken. Nikola Paschitsch ist nämlich der von- den lZxtremradikalen bestgehaßte Mann. Angeblich soll er übrigens schon für alle Fälle die Auflösung der Skupschtina in der Tasche haben. Paschitsch ist einer der bekanntesten staatsmännischen Namen Serbiens. Er steht heute im 58. Jahre. Sein Etappen sind: Ingenieur, Mitkämpfer im Türkenkriege. Abgeordneter (1873). Gründer der radikalen SkupschtinaPartei (1881); dann nach dem 1882er Aufstand gegen Milan landesflüchtig, zum Tode verurtheilt, Emigrant in Sofia, Rumänien. Rußland. Nachdem'ihn 1859 die Regentschaft amnestirt. kehrte er heim, und es begann Ut zweite Abschnitt seines politischen Lcbens: Skupschtinapräsident, Belgrader Bürgermeister.Minisierpräsident (189 1 92); dann Gesandter in St. Petersburg. Im 1899er Attentatsprzeß. wo der sich bedroht fühlende M'lan die Radikalen bis aufs äußerste verfolgte, trug auch Paschitsch seinen Theil davon: fünf Jahre Gefängniß Es kam jedoch bald die Begnadiguna In dem dimissionirten Kabinett Gruitsch hatte er seit Februar dieses Jahres das Portefeuille des Aeußern innegehabt als Nachfolger des Andra Nikolitsch, der jetzt den Unterrick übernimmt.- Andra Nikolitsch ist wirderholt Kultusminister gewesen, im 1889er Kabinett Gruitsch und später unter Simitsch. Das Auswärtige hatte er nach dem Aprilstaatsstreich 1893 im kurzlebigen Kabinett Dolitsk5, geleitet. Mit der Besetzung des Bautenressorts durch Welimirowitsch, des Handelsministeriums durch Radovanowitsch und des Justizministeriums Jowanowitsch. ist das Kabinett komplett. Protitsch (Inneres). Patschu (Finanzen) und Putnik (Krieg) hat Paschitsch mit aus dem Kabinett Gruitsch herübergenommen. In zahlreichen Ortschaften des lothringischen Kreises Diedenhofen treten wieder die Pocken auf. Die Behörden fordern die Bürgerschaft zur Impfung, die öffentlich und unentgeltlich vorgenommen wird, auf. In der Badeanstalt zu Lodz (Russisch-Polen) verloren 31 Schüler durch Einathmen von Kohlenoxydgas das Bewußtsein. 28 davon konnten wieder ins Leben zurückgeru fen werden. Drei blieben todt.
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