Indiana Tribüne, Volume 28, Number 122, Indianapolis, Marion County, 14 January 1905 — Page 5

Jndkana Tribüne, VL Januar 1903

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ooo ooo preise geliefert von A. B. MEYER & CO. Pennsylvania Anthracits $7.50 Pocahontas Lump ... 5.50 Smokeleß Lump 5.50 Ohio Cannel Lump 5.50 Ohio Cannel Egg 5.50 Kanawha Lump 4.50 Pittsburg Lump .....4.50 Brazil Block 4.25 Hocking Valley 4.25 Straight Creek Lump 4.50 Straight Creek Egg 4.25 Guene County, No. 4, Vein Lump .... 3.50 Greene County, No. 4, Vein Egg 3.50 Jackson Ohio Lump 5.00 Oven Coke Egg. 5.50 GaS House Lump Coke 5.50 GaS House Crushed Coke 6.00 EztraVerechuug wo solche getragen werden müffea. Unterm Christbaum get ö d t e t. In gräßlicher Weise fand unlängst Frau Thomas E. Barnes in Detroit, Mich., beim Herrichten des Christbaumes ihren Tod. Die Frau benutzte nämlich eine Empfünder-Pa-trone, w'xt sie bei Schnellfeuer-Geschützen zur Verwendung kommen, in Ermangelung eines Hammers, zum Annageln verschiedener Sachen unter dem Christbaum, als plötzlich eine fürchterliche Explosion erfolgte. Die Detonation wurde in der Nachbarschaft gehört, doch vermochte man nicht zu ermitteln, woher sie erfolgt sei. Erst ein paar Stunden später wurde man durch leichte Rauchwolken, die aus der Barnes'schen Wohnung kamen, darauf aufmerksam, welch gräßliches Ereigniß sich dort zugetragen. Das Feuer wurde ohne Schwierigkeit gelöscht und die schrecklich zugerichtete Leiche der Aermsten unter dem Christbaume uufgesunden. Das Unglücksgeschoß hatte sich schon eine Reihe von Jahren in der Familie der Frau befunden und war von ihrem Bruder Wm. Mahn als Merkwürdigkeit nach Hause gebracht worden, als n als Schiffsjunge in der Marine diente. Als sich Fräulein Mahu mit Barnes verheiratete, nahm sie das Geschoß mit ihren übrigen Habseligkeiten mit nach ihrem neuen Heim. Explosion in einer Pulv e r f a b r i k. In der zehn Meilen von Halifar. R. S., in Waverly gelegenen Acadia-Pulvermühle ereignete sich jüngst eine gewaltige Explosion, welche einen großen Theil des Gebäudes in Trümmer legte, den Erdboden auf viele Meilen weit erbeben machte, ein halbes Dutzend nahe gelegener kleinerer Gebäude zum Einstürze brachte und alle Fensterscheiben im Umkreis von 20 Meilen zertrümmerte. Die Explosion ereignete sich in dem Theile der Fabrik, wo das Pulver getrocknet wird. Es waren zur Zeit 20 Mann in der Fabrik beschäftigt, aber erstaunlicher Weise wurde Niemand davon getödtet. ja nicht einmal ernstlich verletzt, jedoch trugen mehrere auf der Straße befindliche Perfönen durch herabfallende Stücke zertrümmerten Glases Verletzungen davon. Das im Magazin befindliche fertige Pulver explodirte nicht, andernfalls sicherlich zahlreiche - Personen getödtet worden wären. - Bestrafter Deutschenf e i n d. ? Die Strafkammer in Jnowrazlaw, Posen, verurtheilte den Redakieur des polnischen Blattes Dziennik Kujawski," Dr. v. Ulatowski, wegen Beleidigung zu drei Monaten Gefängniß. Er hatte in feinem Blatte einen , polnischen Besitzer einen Volksverräther Zknannt, weil er zur Hochzeit seiner Tochter auch Deutsche eingeladen hatte und infolgedessen bei der Hochzeit viel Deutsch gesprochen wurde. Fronzel iro No. 1 VZ. Washington St? (Merchant8 National Bank) Ein europäisches Department. Wechsel, Creditbriefe nd Postanweisungen aus alle Llldle Euroral Schisssscheine nach und vza Eurova. An und verkauf ausländischen Geldes. IIF In 1A etrrnhm totrVtl GanaxtUa ttnfc vulflutz an den UnaO?aanm -x. durch eratalC?tl emfgedobe LS ,hn Unbequemlichkeiten. VrrrUl $1.00, M alle Drnggifte ode, K'J y. o. or ei, wm Dorf.

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Der Besuch. '. Von Julius Keller. , ' Schwerfällig keucht der Mann die Treppe hinauf. Ein reduzirt aussehender Kerl in den Vierzigern. Das Gesicht aufgedunsen und gezeichnet von den Spuren des Lasters und der Ausschweifungen. Das durchfurchte Antlitz eines Trinkers, der sich hin und wieder mühselig aufrafft, den Würdigen zu spielen. Die Glieder unbeholfen und unsicher, die roth aufgelaufenen, von Gelegenheitsarbeiten schwieligen Hände in zittriger Bewegung. . . . Ein unglückseliger, früh gealterter Mensch, der Verachtung und Mitleid zugleich hervorruft denn, wie er auch gefehlt, er trägt die deutlichen Spuren der Sühne,' die ihm das Schicksal auferlegt. Heute scheint er nüchtern und zu einem wichtigen, bedeutsamen Gang gerüstet. Ein merkwürdiger Ausdruck banger Erwartung liegt in seinen stumpfsinnigen Blicken, während er langsam die Treppenstufen emporsteigt. Im dritten Stockwerk bleibt er stehen und hält an den vielen Thüren der stark bevölkerten Miethkaserne Umschau. Vor der letzten Thür endlich, ganz hinten an dem langen Gange, den nur ein spärlicher Lichtstrahl vom Flurfenster her mit erhellt, bleibt er stehen. . . in seinen Augen leuchtet es aus. Also doch," murmelt er vor sich hin. Richtig hier." Dann trat er ganz dicht an die Thür, beugt den Kopf heran, so daß sein Ohr sie fast berührt, und lauscht mit angehaltenem Athem... Kinderstimmen da drin! Helle, jugendliche und zwischendurch der vollere Klang einer gefestigteren Mädchenstimme. . . Lange steht der Mann vj ) beweglich und horcht endlich hört von unter her Schritte. Schnell entschlössen tritt er ein bischen von der Thür zurück und klopft kräftig an. Wer ist draußen?" fragt die jugendliche Mädchenstimme drinnen. Ein ehrlicher Mann. Macht ruhig auf. Ich thue keinem was zu Leide." Die Thür wird geösfnet, und ein Mädel von etwas vierzehn Jahren sieht auf der Schwelle. Ein früh und schnell gereiftes Kind, mager und klein, verkümmert fast in der Gestalt, aber mit einem hübschen, feinen Gesichtchen und großen, blau.en Augen, die wahrhaft herzenswarm unter den blonden Braunen hervorblicken. Zu wem wollen Sie?" fragt sie freundlich, ihn theilnahmsvoll betrachtend. Mutter nicht zu Hause Kleine?" Mutter ist aus Arbeit und kommt erst spät Abends nach Hause. Soll ich was bestellen?" Er sieht sie an. Mit einem Ausdruck, der so gar nicht zu'seinem Gesicht, zu seiner .Erscheinung paßt . . . mit einem Ausdruck, der von ganz anderen Empfindungen spricht als diese verzerrten, rohen Züge! Plötzlich greift er nach ihrer Hand. Sie weicht scheu zurück. Na, na! ... Denkst du, ich bin 'n Räuber, Kleine? Ich bin ein guter, alter Bekannter deiner Mutter ich bin na ja . . . Habt ihr nicht ein bischen was Warmes auf dem

Herd? ... 'ne Tasse Kaffee vielleicht und 'ne Schrippe? . Ich esse auch Schmalz,. Kind auf 'n paar Nickel kommt's mir nicht an . . . Darf man nicht 'n bischen rein kommen in's Warme, wie? ... Kannst ja tkannst ja die Thür auf lassen wenn du dich fürchtest." Wie bitter und schmerzlich das klingt und wie er sie dabei ansieht! ... Ihre Scheu vor ihm scheint unwillkürlich zu schwinden, und ihr natürliches Mitleid, ihr kindliches Zutrauen für alle Menschen besiegt ihr Zögern. Mutter hat's zwar verboten, fremde Leute rein zu lassen, aber kommen Sie nur ich hab' noch 'ne Tasse Kaffee ... Und meine Küche ist schön warm." ... Und nun sitzt er am warmen Herd und schlürft seinen heißen Trank und beißt gierig in die Schrippe, die sie ihm mit Wurst belegt. Und um ihn herum spielen drei Kinder, deren ältestes etwa vier Jahre zählt. Und vor ihm steht die Viezehnjährige und. freut sich mit herzlichem Lächeln, daß es ihm schmeckt ... Wie sauber und nett es hier in der Küche aussieht und drinnen in der kleinen Stube, in die der Blick durch die halb geöffnete Thür dringt! ... Wie sauber und adrett die Kinder aussehen ... wie ferundlich und artig ihr Wesen ist!... Wer hält denn das hier alles so gut in Ordnung?" fragt der' Mann kauend. Sie lacht. Na wer anders als ich! . . . Mutter hat keine Zeit. Sie arbeitet vom Morgen bis in den Abend hinein, und wenn sie zu Hause kommt, ist sie todtmüde. . . Dann muß ich oft lange gut zureden, daß sie blos ein bischen Abendbrot ißt. Ich koch' ihr immer, was sie gern hat, und was gesund ist und leicht verdaulich, weil sie einen kranken Magen.hat Erbsen mit Speck saure Linsen Speckkartoffeln, das sind ihre Leibgerichte und Sonntags gibt's - deutsches Beefsteak. Na, zum Arbeiten kommt sie hier gar nicht denn des Sonntags erlaub' ich natürlich nicht, daß sie was anfaßt, da muß sie sich, ausruhen. Sie können sich doch . denken wie sie rackern muß, um nur alle satt zu ma-

chen und für Miethe und Kleider und alles zu sorgen.... Sogar Steuern

bezahlen wir!" fügt sie mit stolzem Aufleuchten der hellen Blicke hinzu. Du bist du bist ja ein braves Mädel," sagt er und greift wieder nach ihrer Hand. Jetzt duldet sie, daßer sie drückt. Dann gibt er sie selbst wieder frei und starrt vor stch hin. 'n rechtes Glück, wenn 'ne Mutter solche Tochter hat. . . Denk mal, wenn du schlecht wärst am Ende gar nach deinem Vater gerathen. . . Soll ja soll ja 'n Schandkerl gewesen sein, dein Vater, was?" Er hat meine Mutter in der schlimmsten Noth sitzen lassen, grad' als ich auf die Welt gekommen war. . . Mutter sagt, er hat's verdient, daß er im Elend umgekommen ist." Der Mann hustet laut und heftig und führt das Tuch an den Mund. So kah sie nicht, wie es in seinem Antlitz zuckte. Ja, ja," sagt er dann langsam, gewiß ... so einer . . . verdient's . . . Und die da?... Die drei kleinen Krabben hier? Haben die auch so'n schlechten Vater?" Reden Sie nicht so von meinem Stiefvater... Ich hab' ihn so lieb gehabt... Er war so gut zu Mutter und zu mir." Todt ist er? ... Ganz sicher was?" Draußen in Weißensee haben wir ihn begraben... Er ist vom Gerüst abgestürzt." Ha! Und der andere der der gemeine Kerl, der na, der ist vielleicht ganz sanft entschlafen ... dein Herr Papa, mein ich .. . Ich ich hab'n nämlich gekannt früher weißt du eh er todt war." Sie macht sich sifrig am Herd zu schaffen. Wollen Sie nun nicht wieder gehen?" fragt sie geradezu. Ich hab' noch viel zu thun." Hm .... Du erzählst dir nicht gern was von dem Vater wie?" Mutter sagt, er war ein böser Mensch. Mutter hat ihm alles Böse gewünscht, und wenn sie das. thut wie schlecht muß er dann gewesen sein.... Und drum will ich nichts von ihm wissen. . . Gottlob daß er todt ist."... Dabei hantirte sie emsig am Herde und fand zwischendurch noch Zeit, der kleinen Stiefschwester die Nase zu putzen. Der Mann saß da und .starrte wieder schweigend vor sich hin .. . ..Gottlob, daß er todt ist!" wiederholte er endlich halblaut. Du, Mäbei, weißt du, daß das recht unkindlich klingt? ... Es steht in der Bibel" Ich weiß, was darin steht. Aber Mutter sagt, das paßt nicht auf ihn. Sie ist ?'&t so gute, liebe Frau, meine Mutter, das wissen Sie ja gewiß auch, aber wenn sie von ihm spricht, dann' dann kenn' ich sie nicht wieder. Sie hat mich gelehrt, ihn zu hassen." Hm ... so so ... na ja recht recht mag sie haben ... Er war, was man so sagt . . . aber doch . . . wenn wenn er nun eines" Tages wieder gekommen wäre wie -,irnd gesagt hätte: Da bin ich, Kinder, will wieder bei euch bleiben ... seid nur gut thut mir alles leid, was ich gethan' ... Ich meine blos, weißt du ... besser ist's ja für euch, daß ' daß er todt ist ... Ich .meine blos, wenn er so gekommen wäre '-r es konnte doch, sein! ... Was?".' ' Woll'n Sie nicht geh'n jetzt?", wiederholte . sie drängend. Ich . hab' wirklich keine Zeit mehr zum Schwatzen." Hör doch blos noch ein ' bischen zu... Es fällt mir gerade so manches ein von früher. . . Denk mal, Kleine Lene heißt du ja wohl?... Lene nicht wahr? . 7. Denk mal an, wenn es so gekommen wär' ... Ich stell'.mir vor ... er hätt' am Ende immer Sehnsucht gehabt nach euch er hätt' bereut, was er damals gethan ... und lebte nun in Noth und Elend . . . verlassen und einsam, ohne einen Menschen um sich her ... brav und gebessert. . . Und da hätt' er gedacht: Ja, wenn du wieder bei Frau und Kind . Wanst. . . Seid zwar geschieden, aber blos vor den Menschen, nicht vor Gott. Verstehst du! Und dann hätt' er Nachforschungen angestellt und ermittelt, wo ihr seid, foit es e:ich geht, und gerechnet: Na, sie arbeitet, die gute Hede sie verdient vielleicht, wenn du deine Ordnung hast, kannst du auch arbeiitn, auch verdienen... Die verwais pen Würmer brauchen einen Vater, ei-" ren Erzieher, eine starke Männerband." Denk mal, daß er so calculirt bätte, der Mann, und eines schönen Äages hierher gekommen wäre, äußerFch ein bischen runtergekommen vielkicht, aber sonst alle Achtung riit den besten Vorsätzen, und säß' nun litt bei dir in der Küche und spielte &it hen Kindern und schaute seiner sieben, fleißigen Lene zu." . Er stand auf und trat dem Herde näher und erhob die zitterigen Hände. Und streckte seine treue Väterhand nad) dir aus, mein Kind, und sagte: Lene hier bin ich, dein Vater, komm her und gib mir'n Küßten." Er wollte ihren Arm ergreifen, aber mit einem lauten Aufschrei wich sie zurück. Sie starrte ihn zitternd an und sagte mit bebender Stimme: Gehen Sie, odej: ich rufe um Hilfe!" Die Kinder drückten sich scheu in die

tjaen, oncrien surcyisam zu lym mn und begannen zu weinen. Einen Moment ziöaerte er. starr

und regungslos. . . Wie sie ihn anstierten das liebe, blonde Mädel und die Kleinen YNZ. ,Zn?n Nernrecher der ihnen an's Leben wollte! Wa uetz er plötzlich den Kops aus die Brust herabsinken und sprach leise: Keine Angst ... er ... er kommt mcht ...er wird nicht kommen... Gottlob daß er todt ist." Dann schlick er sckeu und still zur Thür hinaus und taumelte die Treppe mitunter, 'n der nächsten Wirthschaft begrub ei seinen Zukunftsträum. Nicht schuldig. Von M. Holma. Eisig pfiff der Herbstwind durch die öden Straßen des Landstädtchens. Der junge Beamte trat von dem geöffneten Fenster zurück, an dem er seine Pfeife geraucht hatte. Er schloß die Fenster und trat an den mit. Akten überfüllten Tisch. Die kleine Studirlampe brannte; es war behaglich und warm in dem Raum. Er nahm es sehr ernst mit seinen Pflichten. Er arbeitete häufig bis in die Nacht-hin-ein. Er war erst vor Kurzem als Landrichter hierher versetzt. Die Erkrankung des Sekretärs zwang ihn, auch die Kanzleiarbeiten zu erledigen. Er blätterte in den Akten. Oberhofer contra Untermeyer, Bauernzänkereien, ein Gesuch der Gemeindearmen Line Weber um ' höhere Almosenspende: Bewilligt!" Was weiter? Ein schmaler Zettel: Ein Kreuz darauf. Ein amtlicher Todtenschein. Monika Anne Marie Förster um 11 Uhr 30 Vormittags gestorken. Sektionsbefund: Lungenblutung und Herzschlag. Unterzeichnet: Dr. Krausnick. Der junge Richter sah den schlichten Zettel wehmüthig an. Arme, kleine Monika also erlöst von ihren Schmerzen!"- Und flüchtig mußte er denken: Seltsam, daß Paul den Zettel nicht unterzeichnet hat, er war. doch ihr Arzt und bester Freund." Dann machte er sich wieder eifrig an seine Arbeit. . .Ein hastiger Tritt draußen, die Thür wurde aufgerissen. . . Der junge Richter springt erfreut auf: Doktor, das ist nett von dir, daß du wieder mal herauskommst!- Wie siehst du aus, der reine fliegende Holländer. Ein schauderho-ftes Wetter. .Willst du einen Enzian? Das einzig Genießbare in diesem elenden Nest. Eine Cigarre, alter Freund." Der große, blonde Mann in dem regentriefenden Lodenmantel blieb an der Thür stehen. Er. war todtenblaß. Ein edelgeschnittenes, durchgeistigtes Gesicht.' das ''nervös zuckte, seltsam zwingende) stahlblaue Augen, in denen ein concentrirter, zwingender Blick war. Sie waren geröthet, wie von vielem Weinen. Er nahm die dargebotene Hand nicht. Leise und tonlos sagte er: Ich danke dir, Walter, aber ich komme nicht als Freund zu dir. Ich Habe dir als Richter eine Mittheilung -zu machen!" Der andere lachte: Ueber was willst du dich beschweren? .Brennen die Laternen nicht auf deinen Krankenwegen? Das,sind Gemeindesachen. Ober wollen die 'Bauern keine Honorare zahlen? Ja, unsere, alten GeizHälse und Querköpfe! ' Civilklage, mein Lieber." ' Der Doktor trat an den Tisch heran. das Licht der Lampe fiel auf sein blasses, verwüstetes Gesicht. Ich habe Monika Förster getödtet," sagte er mit unheimlich klarer Stimme. Der junge Richter fuhr zurück. Bist du toll, alter Junge! Vor fünf Minuten habe ich ihren Todtenschein in der Hand gehabt, sie ist 'ünzweifelhaft an ihrer Krankheit gestorben." Der Arzt lachte ein irres, grauenhastes Lachen. Unzweifelhaft", wiederholte er. Der junge Richter sah den Freund besorgt an. Deine Nerven sind überreizt. Der Schmerz ich verstehe alles. Sie war deine liebste Freundin." Sie war mein Liebstes auf der Welt." Der große, starke Mann legte den Kopf auf die Tischplatte; er weinte wie ein Kind. Dem jungen Richter kam ein furchtbarer Gedanke. Du warst ihr Arzt hast du ihr vielleicht Morphium verschafft, hat sie sich selbst" : Nein," sagte der junge Arzt. Ich habe sie mit Willen und Ueberzeugung ohne ihren Willen getödtet." Der Beamte horchte auf. Das klang weiß Gott, das klang wie Wahrheit. Sein ganzes kriminalistisches Interesse wurde wach. Er schob dem gebrochenen Mann einen Stuhl hin. Setze dich, du kannst dich ja nicht mehr auf den Füßen halten. Du bast sie getödtet. Wie hast du sie getödtet? Mit Gift?".' Der andere lächelte irre. Ich habe sie getödtet durch die Kraft meines Willens, durch Hypnose. Ich habe ihr besohlen zu sterben und sie gehorchte. Der Zunge Beamte lächelte: Du phantasierst, mein Lieber. So was ist nicht möglich." Ich weiß," fuhr der Arzt fort, ihr Juristen, die ihr mit der Freiheit des menschlichen Willens zu rechnen habt, steht den dunklen Grenzgebieten mehr als skeptisch gegenüber. Trotzdem, ich

muß etwas länger ausholen. Ich war früher einer der ehrgeizigsten Menschen der Welt, ein Wille wie Stahl, ein Feuereifer für meine SpezialWissenschaft der Nervenleiden. In der großen Stadt, da lernt man' allerhand kennen und schätzen. . .Psychologie, Hypnose, Suggestion, das waren bei uns jungen Psychiatern Steckenpferde. Wir hatten seltsame Erfolge in den Kliniken bei den sensitiven Frauen, bei den Experimenten von Anomalien des Seelenlebens. Wie jungen Wissensdurstigen veranstalteten fast wöchent lich S6ancen. Ich hatte mehr als einmal Gelegenheit, meine angeborene und durch Routine verstärkte hypnotische Begabung zu erkennen. Sie hatte die glänzendsten Erfolge, auch Heilerfolge, bei Nervenstörungen. Bei einer dieser Sitzungen lernte ich die Monika kennen. Sie war damals zu ihrer Ausbildung in der Stadt. Kin Student, der bei ihrer Tante wohnte, hatte sie mitgebracht. Sie war ein so wunderbar feines Geschöpf. Die furchtbare Krankheit, die sie nachher befiel, war damals noch kaum im Keime vorHanden. Herb und jungfräulich wie ihre heimathlichen Bergblüthen. Mit köstlichen blauen Augen unter den dunklen Flechten. Etwas übertrieben in ihremGefühlsleben, kindlich fromm, Sensitiv, wie ich nie vor und nach ihr ein Weib fand. , Etwas Hysterie war vorhanden ich hatte vollkommene Macht über sie. Ich machte häufig das Experiment. Es genügte, daß ich ihr mit den Fingerspitzen über die Augen fuhr, und sie zeigte sämmtliche Symptome des Tiesschlafes. Sie war das idealste Medium das man sick denken konnte. Und wir hatten uns lieb. Nie habe ich ein Weib geliebt wie dieses junge, bleicheMädchen. Eine Liebe, die so ganz Seele und Gefühl war. Sie hat mein Leben unsäglich reich gemacht, und als sie in die Heimath ging zu ihren alten Eltern, den Lehrersleuten, da bewahrte ich ihr eine unauslöschliche Dankbarkeit. Nach Jahren verschlug mich das Schicksal in die gleiche Stadt. Du weißt, wie ich sie wiederfand. Unheilbar krank, und es hätte des kundigen Auges des Arztes nicht erst bedurft. Hier war Rettung vergebens. Und wie sie litt! Ich biß die Zähne zusammen. Ich hatte sie so lieb ich that für sie, was ich konnte. Ich hatte die Genugthuung, daß meine. Hand und mein Wille die Schmerzen linderten. Aber zum Schluß war die Suggestionskraft meines Willens ohnmächtig gegen die stärkere Tutosuggestion ihrer körperlichen Qualen. Und ste hing so am Leben. Und .wie sie litt, da kam jber Gedanke in mir, und immer wieder kam er, wieder, wenn sie durch meinen Willen in tiefen Schlaf verfiel, wenn ' durch meinen Willen alle Muskeln gelähmt cwaren: ..Befiehl ihr zu sterben." Und . der Gedanke gewann Macht in mir. Erlöse sie, auch ohne ihren Willen." Am Abend vor ihrem Tode war ich bei ihr. Die Mutter war in's Nebenzimmer gegangen. Ich schläferte sie ein. Wie ein Kind lag sie. da. friedlich, mit dem blassen, edlen Gesicht. Und ich wußte, sie würde wieder erwachen, um tausend Qualen zu leiden. Und da legte ich die Hand auf ihre Augen und ihr Haar und sagte befehlend: Du wirst morgen aufwachen und glücklich und schmerzlos sein, du wirst in den Garten gehen und dich zum letzten Male freuen an der Herbstsonne und den HerbstblNhen.' Um 11 Uhr wirst du nach Arzt und Priester verlangen, und um 11 Uhr 30 Min. wird ein gnädiger Herzschlag: dich erlösen von deinen Qualen. Amen." Und ich küßte die blassen . Lippen, denen ich das Todesurtheil gesprochen habe. Und es traf ein." Er bedeckte die Stirne mit seinen bebenden Händen. Der junge Richter legte ihm die Hand auf die Schulter. Was unsere Gesetze bestimmen, weiß ich nicht. Du wirst dich vor ihnen zu verantworten haben, abet unser höchster Richter, unser innerstes Gewissen spricht dich frei." Der andere stand auf. Ich danke dir, Walter", sagte er mühsam. Und morgen stelle ich mich dem Gericht." Sein dunkler Schatten verlor sich in der Nacht. Der Freund blickte ihm sinnend nach und sprach das Urtheil: Nicht schulbig." m Ursprung derSeidtn-Zylinderhüte. Diese so beliebte wie praktische Kopfbedeckung stammt aus China, dem Mutterlande der Seidenkultur. Auf Bestellung eines vielgereisten französischen Naturforschers wurde vor etwa 70 Jahren nach dem Muster eines 5silz - Cylinderhutes von einem chinesischen Kappenmacher der .' . erste Seiden - Cylinderhut, gefertigt und nmö Europa gebracht. - Der Hutmacher Duport in Paris 'bemächtigte sich dieser Ersindung, die ihn selbst zum reichen Mann machte, und dem Staate heute eine Einnahme von nahezu 60 Millionen Franks sichert. Der Pantoffelheld. Meine. Frau' hat solche Angst vor Gewittern, daß sie jedesmal in den Keller flüchtet, wenn es zu donnern beginnt." Na, da sind Sie ja auch einmal eine Zeitlang Herr im Hause!" Beweis. Ihre Töchter haben wohl viel ernsthafte Bewerber?" Meine Frau hat sogar besondere Sprechen Sie mit - Mama-Stunden" einrichten müssen!".

Leuer -Signale.

Pennsylv Ab Starte . k Sngliff'S Opem-HauH l Last und Wrta flort 1 Vloblt und Michigan i SL Jtrjey u. Stoff Et Pm und NorH Varket und Pine t Vermont nahe EaA 3I.8 SptttzenhauA Kaff, vc nah 3lSk i Dnaware und Wainut Jersey Etntral A. Naff und Sorne? rv Llh m.d ji. etrcfce ' Park 2Ux und 12 ett i Columbia und iHflU 9 Highland Avu.PraU ' Jllinoi und Et. I Pennsvlv. und Pratt .4 Meridian und 11. Et? 5u,.ö Sxri5lhuö iö. -nahe Jllinnt e Senate Ave u.STIai? 7 Jllinoi und Michiga Pesylvania und lt. 0 Senate Ave. und 13. 1 3to. 1 Cpritzenbaug JnoLrenaheWichig, Meridian und Walnut 4 Ealiforma u Vermont 'S lake und New Vork Ind. 81. u. Et CLxir 7 City Hospital 8la!e und Norty Mich ig an und Zgrni a N. 6 Spritzenhaus Washington nahe Veft & G-senvorf u Wash. Missouri u cw Aork 15 Meridian u Wafh A Jllmoii und Ohis .7 Capitol v. u Waff tt Smgan'S Porkhaus Straßenbahn Ctäll 53. Washington EU 12 Rv.10 Enitzenhau Jllinoi Merrill Jllinoi Lruistsna UWeKund South t4 West und Meearty Senat ve.u Henry VI Meridian und Ray No. 4 Spritzenhav - Madison Lv. u Morrit Madtion v. Dunlop N S!oHakn LeUerhaui South nahe Delaware Pm.u Merrill U Delaware .RrSartt eJrsq,Al tr tra. . u Lradshas afi und Prospekt n Siffing und Higy n No. li Spritzenhau Ir Ave. nah Hur, fl ast und Georgia rt Cedar und Giro 54 Davidson u Vecrgia n knglish Slv.u Pine f6 Ehelby und Bäte 8 No. 8 Spritzenhau Prospekt nahe Ehelbtz Fletcher 2lo. u Shelby n Market u. New Jersey Delaware und Wash. U ast u Washwgton J4 New York .Davids ifi Taubstummen Änslalt 53 er. Staaten Arsenal 7 Orient! und Waff. Frauen-Reformat. n No. 13 Spritzenhau Mary land nahe Mer. 2 Meridian u. ?eoryia. )3 Meridian und South 4 Pennsyl) u. Louisiana )5 Lirgini Ave u. Älab. 38 Hauptquartier. 17 Grand Hotel. iS Capital Ave und Dhl 23 No. 16 Spritzenhaus - is. und Ash. 21 Alabama und 16. 28 Central Ave und li. 6 Fände und 15. rt Brooksid uttd Juptt Lg Central Ave und 17. li Delaware und 19. 31 Alabama und 11. 52 Sellefontawe und l. 34 College Are und . zs Delaware und 13. : 85 Alabama und North VT Newmann und 19. 58 College Ave und 14. 39 Conicll Are und 1. 41 Dande und 19. 42 Highland Ave und ia. 43 Tecumseh und 10. 46 New Jersey und 2. 46 Sllrord und 17. 47 No. Spritzenhau Hikside Ave und 15. 18 College Ave und ,. t College Ave und 7. 62 Park Ave und 12, 53 G u. 2 Bahn u. Xft. 54 Ramsey Ave und IS, 55 Etoughton u Newma -57 tla und Pike. 5 Bloyd und Pawpav. 6 No. 21 Spritzenhau Hr!ghtood .Z5 Ar den und Depot .63 Sörigqtwood und 8. U Rural und Vlohd 5 '5t. Clair u. ÄetfUrn 67 Arsenal Ave unH 85, 8 Lellefontaint unk ii 159 $arl ZU WKb 11 Sll Capital SU ab 17. MS Pennsylv. .Michiaa i!4 Jllinoi nd 29. 215 Senate Ave und il. 15 Pennsvlvania nd 5 217 Meridian nd 15, 21? Capital Ave und 5, 219 Broadway und 10. 231 Jllinoi und VRcStcm 234 No. 1 Spritzenhau Kenwood und 30. 235 Jllinoi und 33. 38 Annetta und 30). 237 No. 9. Svritzenh Udell und Räder 235 Udell Ladder tat 239 Jsabel und 27. 241 Mcridia und 24. 241 Jllinoi tt et Cteft 243 Eldridge und 13. 51 West ud OalnuZ 513 West und 12. 14 Howard und 15.' 15 Torbet nd Paca 1 Capital Ave und 517 Northwestern vve ttH 518 Gent nd 18. 519 Canal und 10. m Cerealiae Wort 524 Vermont nd Spt 525 Vima,u Srandell 52 No. 20 Spritzenhau HauEhville. 527 Vichigan u. Ime, 528 Michiga . Concord 541 Lest und McJntyre 12 Missouri u. MarylanH tu Missouri nd Ohio 15 Capital Ave i.eorgia 15 Migouriu LentuckyA. 17 Senate Ave . Wash. 21 P und E RunfcHtti SB. Washington. , 42S Irren-Hospital. 42 Miley AVe u.JD 425 ash. and Harr 12 No. 18 Sptzchch 93. Washington 427 Olkver und irch 23 Oliver nd O4good 42 Nordhke und vork 31 Hadley Ave n. MorrU 3 River Ave u. MrU 54 River Ave nd atz 55 Harding u.vigU 43 Harding nd Oll 37 No. 19 eprtjenhI Start! nd ftrrtfr 4X9 CtoexU 451 Nett nd r"f ZSl fcotoar n n 51 ROTH nd 5 amtcrt tob Cfestf 57 NordyBe Ave . so Wort 12 eft nd Skay 515 Kentuckyrveu.ZZar?ö 4 Msidia und floriS kl Jllinoi nd mrM 517 Morri nd Dakota 18 MorrU und Church 519 Capital A.u?Ack 521 Meridian und vala 53 Pine und Lord 524 Madisor. Rve u Lwabi 42 Meridian und BKS 27 Carlo und Nay 28 Meridian und rizeaa 29 SUndtai u, Ray'nond 531 Meridian u MvSai S 62 No. 17 Spritzen! Worri nahe LLcfi 5 WcLeraannnd DouZy 1 Last . Lincoln ism 14 Last und Beecher 15 Wright no Sandcrß 17 McCarty und Leaty 18 New Jersey BirEUl 71 Spru und Prospecl 7 English Ave. tu Laurei 714 State 3ÜH u.ta Äi 71b Shelby und Beecher 716 State Ave unk OranK 71 Orange und Launl 719 Shelby u. Sl.taae ftf 721 Lerington Ä. Lanch 725 Fletcher Avu.Syr2 724 State Ave u. Pleasa 7 ProspcU undlealani 7 Orange und Harla 728 Liberty und Mm 729 Noble nd South 81 No. 15 SpritzcnhH Oft Washington tt, Mrket und Noble ei Ohio u.Highland Av 815 Michiga u. Hlghlaat 615 Market u Lrsmal A 817 Ost S5. air nd Union Bah Scleise. 821 Pan Handle Shept 825 Vermont und Waleo 824 Wash. und Statt Z 825 Madden'LmgZka 835 Tkr und Dor1ey 827 ash. und eviLe 5i 829 No.U Spritzenhaus eville nahe Mtchiga 851 Seutheefter Loodsidt. 832 Wa?h. und Deario U4 Eoutheafiern rnd Arsenal Ade. 855 New Kork nd Zerntzb 12 Jllinoi und Martzl. 15 Jllinoi mid Markt. 14 Pen. nd OZ ,iDelas L Vs? SpezialOignale. trftea Schlllge, zweiter Alarm, ' Zweiten Sch lZ g. dritter Alan, Dritten 2 Schlage, dierkr War. 1-2-1, Feuer au und Schlauch aufgeroS. Schlag, Safferdru ab. l Schlag, I Uhr Mittaci. Die so bezeichnete Signale werde nur do ZHur achter euigegeben da cm de 5etregde 6tatj Kreuzungen fciiis AlaruuJÄeV angctrai ft. Vom W e ö e r zum Arzi. In München wurde neulich der bekannte Arzt Dr. Joseph Brunhuber zur letzten Ruhestätte geleitet. Der Verstorbene, der em Alter von 82 Jahren erreichte, war armer Leute Kind. Er hatte erst die Weberei erlernt und zwei Jahre lang dieses Gewerbe ausgeübt, bis man aus seine hervorragende Begabung aufmerksam wurde. Er studirte dann an den Gymnasien in Augsburg und Dillingen und an der Universität München, bestand seine Examina mit vorzüglichem Erfolge und wirkte als Arzt in Schwaben, Ober- und Niederbayern und seit 1876 m München, wo er sich eine ausgedehnte Praxis erwarb. Sein hinterlassenes Vermögen der machte er seiner Heimathgemeinde in Schwaben, deren Kirche er auch eine Stiftung hinterließ.