Indiana Tribüne, Volume 28, Number 122, Indianapolis, Marion County, 14 January 1905 — Page 4
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Jndtana Tribüne. 1. Januar 1005.
Indiana Tribüne. Htraukzezehen von bei Suteitdera Indianapolis, Ind. garry O. Thudium yrästdent. GeschöftSlocal: Äo, 31 Süd Delaware Straße. TELEPHONE 209.
h.i tered at the Post Office oi Indianapolis as second dass matter. Japanische Kriegführung AuZ Tokio wird geschrieben; Jeder neue Krieg zeitigt neue Erscheinungen m der Technik der Kriegführung: manche, die von Autoritäten der Kriegs Wissenschaften schon lange vorausgesagt wurden, andere aber auch, die die ganze Welt überraschten. So war eZ nach dem Burenkriege, und so ist eS beim jetzigen Kriege in Oftasien. ES war vorauszusehen, daß in einem moder nen Seekriege mit ganz anderen Entfernungen gerechnet werden müßte als ehedem. Diebedeutend weitere Trag sthigkeit modemer Geschütze, die zu der Größe der Entfernung im umgekehrten Verhältniß stehende Gefährlichkeit der heimtückischen Torpedogeschosse, die noch heimtückerifchen Minen, alles das ließ darauf schließen. ES war vorauSzusehen, daß bei der Möglichkeit einer in tensiven Beleuchtung deS GefechtSseldeS zur See und zu Lande durch die elek irischen Scheinwerfer Nachtgefechte eine große Rolle spielen würden. WaZ aber wohl die wenigsten vor hersehen konnten, und was auch W heute noch viel zu wenig beachtet wor den ist, das sind die Erfolge, welche das bis in'5 Kleinste ausgearbeitete und durchgeführte !Syftem der Geheim Haltung aller Bewegungen, der Stärke und der Absichten des einen Kriegfüh renden gegenüber den offen zu Tage liegenden Verhältnissen des anderen gezeitigt haben. In allen früheren Kriegen waren doch die Gegner im All gemeinen über ihre Stärke gegenseitig unterrichtet' Ueber die Bewegungen und Absichten berichteten getreulich die Kriegskorrespondenten bei den beiden Armeen. Die Leichtigkeit der Kommunikation durch Zeitungsnachrichten, wennauch ost auf Umwegen, ließen fast gar keine Geheimnisse mehr auf kommen. Niemand, selbst die doch nicht müßig gewesenen russischen und anderen Mili tärattacheS in Japan, hätten vor dem jetzigen Kriege aber auch nur annähernd genau die Kriegsstärke des japanischen HeereS angeben können, geschweige denn etwas vom MobilisationSplan gewußt. Ueber die Kriegsstärke Rußlands und auch wohl über seine Mabilisations Pläne dagegen waren alle interessirten Kreise, mindestens aber die Japaner, genau unterrichtet, wenn sie auch an fangS die in der Mandschurei und der Liaotung-Halbinsel verfügbaren rufst schen Streitkräste überschätzt haben. Von der Abreise der japanischen Flotte am 6. Februar erfuhr man noch etwas, da die Censur an diesem Tage noch nicht so scharf 'gehandhabt wurde. Ueber die Anzahl der Schiffe aber und über die in Aussicht genommene Flotten basis herrschte tiefeS Geheimniß. Bis zur beendigten Landung der Truppen auf der Liaotung-Halbinsel und der vollendeten Blockade Port Arthur'S wußte niemand, wo die große japanische Seemacht Unterkunft fand. Erst die Fahrt der Mansch Mara" brachte für weitere Kreise !Licht in das Dunkel; man fand, daß -die erste Flottenbasis eine wunderbar dazu geeignete Bucht eine der Clliot-Jnseln war. Wie lange aber die Japaner schon das System der Geheimhaltung betrieben haben, geht aus dem Umstand hervor, daß ihre zweite Flottenbasis an einem Theile der Küste Korea? lag, wo es selbst auf den besten Karten keineZBucht gab, wo man also Land und kein Wasser vermuthete. Wieviel solcherZgeheimen Buchten und Landungsplätze mag es nun noch in Japan geben? So etwas wäre doch bei einem KriegeZin Europa, Amerika oder irgend einem anderen Theile der Welt einfach unmöglich. Man denkellsich einen Seekrieg zwi schen irgend zwei civilisirten Nationen, in welchem die Flotte des einen Geg nerS plötzlich verschwindet, unbekannt wohin. Wie viele ruhmsichtige Be richterftatter, geldsüchtige Menschen oder auch übelvollende VaterlandSfeinde würden sich finden, um das Geheimniß zu verrathen! In Japan gibt eS das nicht. DaS unschuldigste Gespräch über militärische Verhältnisse mit einem Fremden wurde schon lange vor dem Kriege ängstlich vermieden. Bekam ich doch einst auf meine zufällige Frage an
einen Offizier nach der Stärke einer Kompanie die Antwort: Das ist Ge heimniß". Und das war lange vor dem Kriege. .Wenn ein Japaner, dagegen Äber militärische Verhältnisse irgend eines Landes sich unterrichten will, nun so fährt er einfach hin und wird bereit willigst aufgenommen, ja man schätzt eS sich vielleicht nur zur Ehre, daß man ihm alle die neuen Errungenschaften vorführen darf. Wie hübsch und be quem konnten die japanischen Osfiziere ihre Studien machen in Deutschland. Frankreich, Rußland, Oesterreich und in anderen Ländern! Wie wurden sie und werden sie nock jetzt überall mit offenen Armen empfangen! Versuchte aber mal ein Europäer hier in Japan dasselbe, ja da würde er überall auf beinahe unüberwindliche Hindernisse stoßen. Zunächst die Sprache und vor allem die Schrift würden ihm Jahr, zehnte kosten, wenn er sie vollständig beherrschen will. Dann aber auch der sozusagen pas sive Widerstand, der ihm Überall tni gegentreten würde, garnicht davon zu reden, daß er sich an eine ganz andere, wenig zusagende Lebenshaltung ge wöhnen müßte. Gesetzt den Fall, die Japaner würden in der Zukunft uns in irgend einem Theile menschlichen Wissens oder Könnens überflügeln, als Lehrer oder Verbreiter dieser Wis senschaft, würden sie nie austreten, eS sei denn, daß sie eine, auch für Nicht Mongolen leicht erlernbare Schrift an nehmen. Neue Erfindungen und Ent Deckungen werden bei uns bald Gemein gut der ganzen Welt, unsere Zeitungen und Bücher sorgen dafür. Wer aber kann japanische Schristen lesen? Nicht der hundertste Theil selbst der hier an süsstgen Fremden. Wenn die Japa ner, wie sie so gern thun, den Krieg zur Verbreitung von Civilisation zu führen vorgeben, so kann das bei Eingeweihten nur ein Lächeln hervorrufen, wenn sie diese Civilisation auf andere als mongolische Völker gemünzt haben. Rußland ist und bleibt doch immer ein europäisches, zu den civilisirten Nationen zählen des Volk, dessen Gesinnung, Gefühle und Gedanken wir leicht vergehen können, dessen Errungenschaften bald Gemeingut der ganzen Welt werden. Sich vollständig in die Gefühls und Gedankenwelt eines Japaners hin einzuleben, mit ihm zu fympathisiren oder gar innig zu befreunden, dazu bringt es so leicht' kein Europäer, we nigstenS keiner, der hier in Japan gelebt hat, ein Engländer am aller wenigsten. Diese Gegenstände werden immer bestehen bleiben, nnd darin liegt für unS Nicht-Mongolen ein großer Theil der Gefahr, ich will nicht fagen gelben" Gefahr. Irgend eine Nation (außer China), welche in einen Krieg mit Japan verwickelt wird, ist stets im Nachtheil, da Japan alles Wissenswerthe über diese Na tion leicht erfahren kann, während diese garnichtS über Japan erführt. Das System der Geheimhaltung ist also in emem etwaigen Kriege mit Japan immer nur auf Zapanifcher Seite wirksam. Die Banlausweise, welche an an derer Stelle veröffentlicht sind, werden jeden Jndianapoliser mit gerechtem Lo kalgolz erfüllen. Solide Finanz.Jn ftitute find Lebensbedingung für Han del und Gewerbe, sie bilden die untrü gerischen Zeichen über den Wohlstand deS Gemeinwesens. 831 Ans den Gerichten.
ElizabethKerftin reichte noch mals eine Klage gegen die Jndianapo lis Terminal & Traction Co. für $15,. 000 Schadenersatz ein. Sie wurde zur Zeit der Collision zwischen einem Zuge und einem Straßenbahnwagen verletzt. Im Herbst wurden der Klägerin $3000 Schadenersatz zugesprochen, jedoch er suchte sie um einen neuen Prozeß, so daß die Klage jetzt zum zweiten Male zur Verhandlung kommt. AdolphZMeier, angeklagt 900 Pfund Butter gestohlen zu haben, wurde von Polizeirichter Whallon den Großge schworenen überwiesen. Meier behaup tet seine Unschuld. Meier soll dem Stadtclerk nach $35 für zwei ihm auf erlegte Strafen schulden, als er vor mehreren Monaten wegen Tragens der borgener Waffen und auch wegen Be drohenö mit tödtlichen Waffen mit je $20 Strafe bedacht wurde. ' Das Obergericht bestätigte gestern das Urtheil, demzufolge die Straßenbahn gefellschaft an Herrn W. L' Shomberg für Tödtung seines Kindes in der Als bama Str., $1350 zu zahlen hat.
Dampstr-Infpkktion. verschärfte Bestimmungen zur Sicherheit für Lchiffspassaglere. Die Untersuchung der Slocum"Katastrophe hat zu einer Anzahl wichtiger Aenderungen in den Regulationen für Dampfer-Jnspektion geführt. Die von der Dampfer-Jnspektorenbehörde in Washington, D. ausgearbeiteten und vom Handelssekretär Metcalf ge nehmigten neuen Vorschriften sind derart beschaffen, daß ihre Befolgung zum Theil vom Publikum selbst kontrollirt werden kann. Für Rettungsboote, Rettungsflöße. Schotten und Rettungsapparate, ist unter Anderem folgendes angeordnet: Anbringung metallischer Rettungsboote und Rettungsfloße, wovon die Zeichnungen und ausführlichen Pläne von dem Fabrikanten bei der Oberaufsichtsbehörde einzureichen sind; Anbringung von metallischen Luftbehältern in holzernen Rettungsbooten; Vergrößerung der Fassungskraft von Rettungsbooten auf Fluß-Passagier-Dam'pfern; Verbot der Verwendung von losem oder gepreßtem granulirtem Kork bei der Herstellung von Rettungsgürteln oder Rettungsflößen; Verbot der Verwendung von Kapok - Rettungsgürteln; schärfere Bestimmungen bezüglich des Anbringens vonBändern an Rettungsgürteln und -hinsichtlich der Qualität des Ueberzugs und der Machart von Rettungsgürteln; Bestimmung, daß Rettungsgürtel durch hölzerne Latten oder baumwollene Schnüre, nicht durch Draht, in einer Höhe von nicht mehr als sieben Fuß über Deck angebracht werden müssen; für jeden Passagier und jedes Mitglied der Mannschaft muß auf allen Schiffen je ein Rettungsgürtel vorhanden sein; auf Barken, die Passagiere führen, müssen Handpumpen, Feuerschläuche, Rettungsboote vorhanden sein, sowie Geländer angebracht sein, auf größeren Schiffen sind mehr wasserdichte Schotten einzurichten. In Bezug auf Löschapparate wird bestimmt: Alle Passagierdampfer müsfen mit Feuereimern und Aexten versehen sein. Dampflöschapparate sind anzubringen in der Lampenkammer, in der Oelkammer und den Beleuchtungsräumen, die alle mit Metall ausgeschla gen fein müssen. Dampffeuerpumpen müssen so beschaffen sein, daß sie einen wirksamen Strom Wasser mindestens 60 Fuß .und durch mindestens zwei Feuerstellen auf dem Hauptdeck und jedem Deck oberhalb werfen können. Tragbare Feuerlöschapparate muß jeder Passagierdampfer im Verhältniß zum Tonnengehalt führen. In Bezug auf Fährboote werden schärfere Bestimmungen getroffen bezüglich Anbringung wasserdichter Schotten und der Rettungsboote undbestimmt, daß für jeden Passagier und
jedes Mitglied der Mannschaft. min-J i n i rv ii i t.Jj oenens em Attlungsgurm voryanoen sein muß; Passagierbarken im Schlepp-' tau von Dampfern müssen ebenfalls mit Rettungsapparaten ausgestattet sein. Was Exkursionsdampfer anbetrifft, so ist eine bestimmte Anzahl lizensirter Schiffsoffiziere und Feuerwehrleute vorgeschrieben und für je 250 Passagiere muß ein weiterer Wächter angestellt sein, alle Schiffsoffiziere und Wächter müssen Uniform tragen; alle im Schlepptau . geführten ExkursionsBarken müssen einen Kapitän an Bord haben und für je 250 Personen zwei Deckarbeiter; für Fährboo.te im Exkursionsdienst gelten die ' nämlichen Vorschriften wie für ExkursionsKämpfer. . - Mazedonien fast griechisch. Das in Athen, Griechenland, erscheinende Bulletin d'Orient," das die Aufgabe hat, die griechischen Interessen in Mazedonien zu vertheidigen, hat eine große Karte der christlichen Schulen in Mazedonien herausgegeben, auf der durch Farbendruck die Ueberlegenheit der griechischen Schulen über die Schulen der anderen Nationalitäten klargemacht wird. Danach befinden sich in den beiden Wilajets Salonik und Monastir, die nach Ansicht der Griechen Mazedonien bilden, neben 998 griechischen Schulen mit 1463 Lehrern und 59.640 Schülern nur 561 bulgarische Schulen mi 873 Lehrern und 18,311 Schülern, während die Rumänen 49 Schulen mit 145 Lehrern und 2002 Schülern und die Serben 53 Schulen mit 112 Lehrern und 1674 Schülern haben. Im Jahre 1877 hatten die Griechen in Mazedonien nur 256 Schu len mit 10,968 Schülern. Aus den Ziffern über das griechische Schulwesen in Mazedonien werden folgende Schlüsse gezogen: 1) daß der Hellenismus, der das ganze südliche Mazedonien beherrscht, auch im mittleren Theile deö Landes vorherrscht und im -Norden zahlreiche Vorposten hat; 2) daß das Mazedonien, das Lord Salisbury auf dem Berliner Kongreß als ein griechisches Land bezeichnete, trotz aller Leiden, diesen Charakter nicht verloren hat. Seltener reicher Kind erfege. Die Englbäuerin von Hilgen, Oberbayern, wurde im Laufe des Iahres 1904 zweimal von Drillingen entbunden. Die sechs Erdenbürger seg--n?ten aber alsbald nach ihrer Ankunft wieder das Zeitliche. Strikende Gymnasiast e n. In Castrocillari, wo wie in anderen italienischen Orten kürzlich die Gymnasiasten strikten, wurden einige Strikebrecher von Sinkenden mit Papierbomben angegriffen, wobei ein Gymnasiast getödtet wurde.
Dcr Cngcndprcis. Ehrenvolle ?luszeichnung edler uns selbst auf opfernd er Menschen. Frankreich hat alljährlich einen Tag, an welchem oft ein Lichtstrahl in das dunkle, erbärmliche Leben von Frauen und Männern fällt, die in der SelbstVerleugnung und hingebender Sorge für andere ihren einzigen Daseinszweck erblicken. Es ist dies der Tag, an welchem die französische Akademie den Tugendpreis vertheilt. Die Aufgabe, die Gekrönten feierlich zu verkünden, fiel letztes Jahr dem Dichter Paul Hervien zu. Fast hundert Frauen und einem Dutzend Männern ist diese Auszeichnung zu Theil geworden. Den höchsten Preis erhielt die Gesellschaft Valentin Hauy, die sich der Blindenfürsorge widmet. Man schätzt die Zahl der Blinden in Frankreich auf etwa 40.000, der Staat unterstützt davon 2000, die genannte Gesellschaft über die doppelte Zahl. Sie vertheilt aber nicht nur Almosen, sondern lehrt auch, wie bei Erkrankungen und manchen gefährlichen Gewerben die Erblindung zu vermeiden ist, und sucht, Erblindete angemessen zu beschäftigen. Sie hat mehr als 10,000 Bände in Blindenschrift herstellen lassen, die die einzelnen Departements durchwandern. Ein Grand Prix," 3000 Francs, wurde einer Blinden zuerkannt, die in einer Blindenanstalt als Schutzengel waltet und selbst die kargen Freistunden, die ihr der saure Dienst läßt, dazu benutzt, besonders Verlassene und Kranke zu unterrichten und aufzuheitern. Um sich mit einer taubstummen Blinden zu verständigen, hatte sie eine drahtlose Telegraphie durch Betupfen der -Hände ersonnen. Einen weitern Grand Prix" erhielt eine frühere Aufseherin der Salpetriere, die 1901 in Ruhestand getreten ist, nachdem sie 60 Jahre lang Geisteskranke und Nervenleidende gepflegt hat; sie besitzt schon das Kreuz der Ehrenlegion. Ihr Gehalt verwandte sie zum größten Theil dazu, schwächlichen Kranken aus ihrer Tasche die Anstaltskost zu verbessern, wobei sie listig bestrebt war, den Kranken die Wohlthat zu verheimlichen. Die meisten andern Preisgekrönten hatten die Auszeichnung dadurch verdient, daß sie durch ihrer Hände Arbeit hilflose Verwandte durchgeschleppt haben. Die preisgekrönten Männer waren ebenfalls meist wegen ihrer geduldigen Fürsorge für andere gekrönt worden, so em armer Bauer, der seit langer Zeit für drei geisteskranke Brüder sorgte, ein änderer, der als 13jähriger Junge außer seiner Mutter drei Schwestern und vier Brüder durch unablässige Arbeit so lange ernährte, bis sie selbstständig ihren Unterhalt erwerben konnten; die hochbetagte Mutter und eine kranke Schwester starben in. den Armen ihres treuen Pflegers, der alt und grau ge.worden war,. ohne jemals Zeit gehabt zu haben, an das eigene Glück und an Heirath zu denken. Mehr an die männliche Tugend klassischer Zeiten gemahnt ein alter Zollbeamter, der nicht weniger als 29 Personen aus dem Meere gerettet hat.. Zahlreich sind wie gewöhnlich auch Dienstboten bedacht, die, bei einer Familie, unter schwierigen Um.ständen treu ausharrend, Jugend, Kraft und Gesundheit verloren haben. Grausige Mordthat. In dem belgischen Städtchen Lcns wurde eine Rentnerin mit ihrer Gesellschaftsdame während des Abendessens überrascht und niedergemacht. Dann schleppten die Mörder die Leichen in die Küche, übergössen sie mit Petroleum und zündeten die',todten-KLrper an. Schon früher geschah an derselben Stelle ein nicht ausgeklärtes Verbrechen. Ein Kolporteur wurde überfallen, ausgeraubt und dann lebend am Schienensträng festgebunden, wo ihn ein Schnellzug zermalmte. Die Behörde nimmt an, daß es sich um dieselben Verbrecher handelt. Wollten schaffrei" sein. Die jüngste Viehzählung in Neustadt bei Koburg, Thüringen, ergab außer soundsoviel Pferden, ' Rindern und Schweinen auch ein einziges' Schaf. Damit nun Neustadt in Zukunft schaffrei" sei, beschlossen einige Herren, das einzige anzukaufen und zu verspeisen, was auch geschah. Da nach einem berühmten Satze das Schaf der Kultur weicht, scheint Neustadt bei Koburg in der Kultur besonders weit vorgeschritten zu sein. Des BilderdiebsStrafe. In Kasan im russischen Gouvernement gleichen Namens wurde ein gewisser Stojan zu zwölf Jahren Zwangsarbeit verurtheilt. Er hatte aus dem Nonnenkloster der Kasanischen Mutter Gbttes das berühmte Marienbild gestöhlen, dessen Abbild sich auf der Hausstandarte der Romanows befindet. Das Bild hatte Stojan verbrannt, nachdem er die darauf befindlichen Edelsteine herausgebrochen hatte. Vov Gericht. Angeklagter: Ich bitte als mildernden Umstand zu betrachten, daß der Brustton der Ueberzeugung bei meinem Äertheidiger nicht prn Ausdruck kommen konnte, da er emen Katarrh hat." . Zn getalrrlirix. Zahnarzt (zum Bauern, dem bei einer Rauferei etliche Zähne eingeschlagen worden): Ja, da läßt sich nichts weiter machen, als die Wurzeln entfernen und neue Zähne einsetzen!" Bauer: Aber bitt' schön, heut no net, Herr Doktor, morgen geht die ,Kirwei' an!"
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1& Mavd CtfYfnniA si3f " Gescheitertes Vermessungsboot. Ein zu dem englischen Vermessungs-Fahrzeug Penguin" hörendes Boot, in dem sich der Leutnant Edden und fünf Matrosen befanden, wurde bei der Vornahme von Peilungen im Hauroki-Golf, Neuseeland, von der Brandung erfaßt und zum Kentern gebracht. Sämmtliche Jnsassen ertranken. Freiwillig in den Tod gefolgt. Nahe der Station Schlierbach, Baden, ließ sich die 19jährige Katharine Dreher von einem Eisenbahnzuge überfahren. Der Geliebte der Selbstmörderin hatte sich vor einiger Zeit ebenfalls von einem Zuge übersahren lassen. Diese That stimmte die Dreher schwermüthig, so daß sie beschloß, ihrem Leben ein gleiches Ende zu machen. Im Schacht erdrückt. Beim Ausschachten der Wasserleitung zum Neubau der Irrenanstalt in Buch bei Berlin verunglückte der Arbeiter Bandofski. Der Schacht war an der Stelle etwa fünf Meter tief und nicht genügend abgesteift. Plötzlich brachen die Absteifungen zusammen, und die Bretter drückten dem Unglücklichen den Brustkasten ein. Auch der zerbrochene Spatengriff drang ihm in den Leib. Bandofski war sofort todt. Späte Heilung. Ein gewisser Warinsky von Pollnow, Pommern, hatte als Soldat im Feldzuge von 1866 einen Schuß in den Kopf in der Nähe des Ohres erhalten, doch verheilte die Wunde schnell. Nach Jahren stellten sich Schmerzen ein, die sich in neuerer Zeit vermehrten und so heftig auftraten, daß zu einer Operation geschritten werden mußte. Diese hatte das Ergebniß, daß die Kugel nunmehr gesunden und entfernt wurde. .Un gerathene Tochter. Eine 17jahrige Fabrikarbeiterin in Elberfeld, Nheinprovinz,' versuchte ihren eigenen Vater dadurch zu vergiften, daß sie vergifteten Weizen unter Milchreis mischte, den der Vater als Mittagbrot mit in die Fabrik nahm. Der Vater entdeckte die Körner und machte der Polizei Anzeige, die das ungerathene Geschöpf verhaftete. Der Vater hatte der Tochter Vorwürfe gemacht, weil sie sich acht Tage lang umhergetrieben hatte. Eine merkwürdige Stift u n g hat der berühmte Anthropologe Francis Galion der Londoner Universität überwiesen. Ihr ausgesprochener Zweck ist, das Studium der Faktoren zu fördern, die die Rasseneigenschaften zukünftiger Generationen körperlich oder geistig verbessern oder verschlechtern könnten. Wer eine Unterstützung aus der Stiftung empfängt, soll verpflichtet sein, sich der Erforschung dieses Gegenstandes zu widmen, im Besonderen Untersuchungen über die Geschichte von Volksklassen und einzelnen Familien auszuführen und üb;r die Ergebnisse dieser Arbeiten öffentliche Vorträge zu halten. Hemd gegen Rheumat i s m u s. Als unlängst Nachts um 12 Uhr . ein Bürger in Hameln, Hannover. seinem Heim zueilte, gewahrte er an 'der Gefängnißmauer gigantische Schatten. Beim Nähertreten sah er einen Mann und zwei Frauen, die beim Scheine einer Blendlaterne beschäftigt waren, das vorher aufgewühlte Erdreich ' wieder zuzuschaufeln. Auf die Frage des unbemerkt Herangetretenen, was hier vorgehe, blieb alles stumm; erst beim wiederholten Anruf hob die eine Frau die Laterne, und in dem Herrn einen hohen Beamten erkennend, sagte sie eingeschüchtert: Mein Mann leidet so schrecklich an Rheumatismus, da haben wir an der Gefängnißmauer ein von ihm getragenes Hemd vergra-ben!-
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tns(n au 1050. t auch nur ein kleines Souvenir von trägt Gewicht für Zuverlässigkeit und 1 neuesten Dessins und Edelsteinbesatz i cr jr . . rw 5 ? Lll.vpoo, Hvtei ist r 4 gegenüber. I Ueber den Schiffsver kehr auf dem oberenMississippi giebt ein Bericht des Aufsehers über die Zugbrücke der Chicago, Milwaukee & St. Paul-Bahn in Hastings, Minn Auskunft, welcher die folgende Statistik über den Verkehr auf dem Fluß bis nach St. Paul - bekannt macht. Demnach passirten die Brücke vom 15. -April bis zum 1. December 713 Dampfboote und 103 Barken flußaufwärts; den Fluß hinunter gingen 710 Dampfboote, 117 Barken, 459 Holzflöße und 46 Excursionen auf Dampfern oder kleineren Fahrzeugen. Der Flußverkehr hat den des Vorjahres bedeutend überschritten. Die New J-ersey Granger oder Farmers Association, welche un- , längst ihre 32. Jahressitzung in Trenton abhielt, hat dem Freund Lampe" oder dem Rabbit" den Krieg bis auf's Messer erklärt. Es wurde eine Resolution angenommen, dergemäßSchritte gethan werden sollen, das Jagdgesetz derart zu amendiren, daß Hasen das ganze Jahr hindurch geschossen werden können und nicht nur vom 10. November bis zum 31. December, wie das Gesetz jetzt lautet. Dieser Kreuzzug gegen das einzige vierfüßige Jagdwild im Staate soll eine Schutzmaßregel gegen den Schaden sein, welchen das Thier anrichtet. Es wird behauptet, der Farmer leide großen Ernteschaden von dem-Rabbit", und . der einzige Schutz sei die vollständige Ausrottung des Thieres. Einer der Delegaten theilte mit, er habe an einem Sommertage 1000 Kohlpflanzen gesetzt und am nächsten Tage fand er 500 derselben durch Rabbits" zerstört. Hundert Italiener,, die an der Verlängerung der New Orange ü Four Junction Bahn von New Orange nach Summit arbeiten, machten unlängst in Crawford, N. I. in der Office des Contraktors, der sie beschäftigt, fürchterlichen Skandal und drohten, ihren Zahlmeister umzubringen, als sie einer nach dem anderen ihren Lohn erhielten und jeder in seinem Couvert viel weniger fand, als er erwartet hatte. ' Dies kam daher, daß die Leute glaubten, sie würden bis zum 13. December bezahlt, während die Berechnungen nur die Zeit bis 0zum 10. December deckten. Sofort ging der Skandal los; die Leute erklärten, man wolle sie bestehlen,.und dem Zahlmeister wäre es vielleicht schlecht ergangen, wenn ihn nicht mehrere Constabler beschützt hätten. Telephonisch wurden Polizisten bestellt und unter diesen fand sich einer, der genug Italienisch verstand, um festzustellen, was die Ursache des Skandals war, und um den Leuten die Sache zu erklären. Ein eigenartiger Wettstreit fand zur Weihnachtszeit an . der Ecke der 5. Ave. und 42. Str. m New Aork zwischen der Heilsarmee und den Volunteers of America" statt. Erstere hatten dort' schon seit Wochen ihren üblichen Topf am Dreifuß zum Einsammeln von Weihnachtsgaben hängen, rieben welchem ein Mitglied der Armee unaufhörlich die Klingel ertönen ließ; gegen den Schornstein und den Santa Claus der Volunteers" aber konnten sie nicht aufkommen, und das Geschäft ging schlecht. Eines Tages hatte nün die Heilsarmee' einen bunt . drapirten Leierkasten an jenem Platz aufgestellt, auf dem ein junger freundlicher Santa Claus vom frühen Morgen bis zum späten Abend Musik" machte. Seit der Zeit stand der Volunteer an seinem hohen,-rothen Schornstein trüb selig da und schaute mit Neid auf die reiche .Ernte, welche der ConcurrenzSanta Claus von der Heilsarmee' machte. , ... ' - - -
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