Indiana Tribüne, Volume 28, Number 121, Indianapolis, Marion County, 13 January 1905 — Page 5

Jndkana Trlbüno, 13. Januar 1905

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..All... preise geliefert von A. B. MEYER & CO.

Pennsylvania Anthracit? $7.50 Pocahontas Lump 5.50 Smokeleß Lump 5.50 Ohio Cannel Lump 5.50 Ohio Cannel Egg 5.50 Kanavha Lump 4.50 Pittsburg Lump 4.50 Brazil Block 4.25 tzocking Vallen 4.25 Straight Ereek Lump 4.50 Straight Creek Egg 4.25 Greene County, No 4, Vein Lump.... 3.50 Greene County, No. 4, Vein Egg 3.50 Jackson Ohio Lump 5.00 Oven Coke Egg 5.50 Gas House Lump Coke 5.50 GaS tzouse Crushed Coke 6.00 Berechnung wo solche getragen werden nlüffen. Jndiana Engineering Co. Gestern Nachmittag wurde bie 25. jährliche Convention der Jndiana Engineering Society" im Commercial Club eröffnet. Dieselbe wird bis Sonnabend Mittag tagen. Die Wahl der neuen Beamten wird heute im Lause deZ Tage erfolgen, an die sich bei günstigem Wetter ein Besuch der Filtrier Anlagen der Indianapolis Waffer-Gesellschaft schließen wird. v ) rl&GS. Pi 08. 5 No 1 W. Washington St: (Merchants National Bank) Ein europäisches Depattmcnl. Wechsel, Credttbriefe und Postanweisungen auf alle Städte SuropaZ. (SL&I&PA&aU nach und vc Vll X?UfllUt Europa. An und verkauf ansländischsn Geldes. tä , "tW Dr. J. A. Sutcliffe, Wund -Arzt, SsZchlechts-, Urin- unRecturr. Rrankheiten. Dfflcc : 155 OS Market Str. Tel. 941 Of5ke-Ttnden : 9 616 10 Uör . : 2 tU 4vhr. L III lllt Dr. Carl Q. Winter Deutscher Arzt. VtHLNdelt alle akute und chronische Kran!' heiten. Geburtshülfe Spezialität. Osftee: 14 West Ohio Str. Cfftceetnaben : 1011 4 Nach. t5outaj ! 90 10.80 Sri. rkSZsn. Zl!k 4s. Woynnng: 1260 Vadissn Ad eprttkAnnden : 7-8 Abend! SonniazZ : 6 3ia$rt. Wohnung TeleVhone : Kit, X025 ; Neu. na 3Gi West Washington Etr LeriSvZtt deS berühmteu Qüinine :: Whiskj ai oesie Mittel gegen Malaria ant (I?Sültunü. Saloon lmd Restaurant. Neues Telex hon40!S. Cflra 2i H eckt. Dichmann LZ Grabhorn, Forikante von feinen Schau-Kästen. SlaS Ladentische und Cigarren-Tische C22 Oft Washington Ctwfcc Xliex hone ISWain 1 IM. IAKE ERIE & VESTERII R.R. ....Fahrzeit der Züge.... Abfahrt Ankuaf loledo. hieazo und Vttchizau kzrreß.t 7.15 tl0.il koledo. Xetroit und Chicago Lim lt.20 f 3.85 Zpichigä U?, Mnnri n.Lasaetteeplf 7.20 110.16 tSUÄ t anigtsornnttn onaaal.

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Der verkannte Tramp". Auch eine Bahnräuber-Geschichte. Von F. N. 1. ES war eine bitterlich kalte Nacht.

und der eisige Wind schnitt wie mit Messern. Der Expretzzug No. 6 wartete aus dem Seitengeleise, bis der Zug No. 7 vorübergesahren sei. Ungeduldig klappte der Ezpreß-Bote Harlan seine Taschenuhr zu und öffnete einen Augenblick die Thüre seines Waggons, um zu sehen, ob das'erwartete Signal noch immer nicht komme. Da gewahrte er hinten am Zug einen Auftritt, der ihm eine Verwünschung entlockte. Ein vierschrötiger Bremser warf, gerade einen kleinen zerlumpten Mann mit unnöthiger Brutalität von einer Waggon - Platform hinab. Harlan sah, wie der Hinausgestoßene sich schmerzhaft von dem gefrorenen Boden aufrichtete, und er knirschte mit den Zähnen. Denn er hatte trotz seiner spöttischen Zunge ein zartes Herz, thöricht zart, sagten seine Freunde. Der arme Teufel erfriert heute Nacht gewiß," murmelte er. Den Kopf in den Waggons zurückziehend, überlegte er rasch, ob er feinem Herzenstrieb folgen könnte, ohne dabei entdeckt zu werden. Die Jnternational Expreß Eo." hatte sehr strenge Negeln über die Zulassung von Fremden in ihre Bahnwagen, und diese Nacht waren 50,000 Dollars in Harlan's Waggon! Als Harlan wieder hinausblickte, hinkte das Schindluderchen langsam am Hauptgeleise dahin, ganz nahe dem Expreßwagen. Einen Augenblick noch zögerte er, dann rief er halblaut: Heh, Willie!" Der Angerufene blickte rasch auf. Nicht still stehen," fuhr Harlan fort, immer in Bewegung bleiben, und sachte auf die andere Seite dieses Waggons hinüber! Verstanden? Das Lumpengestell nickte. Harlan schloß die Thüre fest, ging dann auf die andere Wagenseite und lauschte. Er hörte ein schwaches Klopfen an der dortigen Thüre, öffnete halb und zog den armen Kerl herein, gerade noch rechtzeitig, um nicht bemerkt zu werden, denn im nächsten Augenblick fuhr der Zug No. 7 mit seiner langen Reihe Lichter pfeifend und kreischend vorüber, auf der Seite, wo der blinde Passagier eingestiegen war. Als der Expreß - Bote die Thür wieder geschlossen, sah er seinen Gast sich über den Ofen beugen und ihn beinahe umarmen. Schlechtes Wetter für Frostbeulen, Willie," bemerkte Harlan launig. Das sollte ich meinen, Kamerad," erwiderte der Gast grinsend; aber ich heiße nicht Willie, und ich bin kein Hobo." Nicht? " Na vielleicht dann der General - Manager der Bahn auf einer Jnspektions - Tour," spöttelte Harlan; wollen Sie nicht Platz nehmen?" Der Wanderer ließ sich in den hingeschobenen Stuhl fallen und zog die Eiszapfen aus seinem struppigen Bart. Und wohin geht 'die Reise?" frug Harlan weiter. Ich will mich nach Denver durchschlagen," war die Antwort; dort ist mir Arbeit versprochen, und " Der Expreß - Bote, der während dem sein Pfeifchen gefüllt hatte, lachte laut auf. So eine Verwegenheit, ganz allein nach der Arbeit auszuziehen!" sagte er; haben Sie keine Angst, daß die Arbeit Sie irgendwo anrennt?" Der Fremde antwortete nichts, sondern zog aus seinem zerfetzten, vielzerrissenen Rock eine WelschkornkolbenWeise, und auf Harlan's Raucherkameradschaftlichkeit rechnend, füllte er ohne Weiteres die Pfeife aus dessen Tabaks - Kästchen, worauf er noch um Feuer bat und, tüchtig paffend, seine Hände an den Ofen hielt. Harlan bemerkte jetzt erst, daß diese Hände unverkennbare Spuren schwerer Arbeit trugen. Was für eine Arbeit ist ihnen versprachen?" fragte er ernster. .In einer Eisenblech - Fabrik. Gute Bezahlung und ständige Beschäftigung, wenn sie nicht dahinter kommen, wtt ich bin." .So? Auf der schwarzen Liste? rw , mi ' Am ireil gewesene Der Fremde schüttelte den Kopf und zog still an seiner Pfeife. Plötzlich sah er neugierig nach oben, auf zwei schwere Revolver, die an der Wand hingen. Haben Sie die jemals zu benutzen?" fragte er, mit der Pfeife nach den Schießeisen deutend. Noch nicht, sie sind aber jeden Augenblick gebrauchsfertig," versetzte Harlan. 'seinenLast etwas argwöhnisch ansehend. Sind nichts werth gegen Dynamit," arwortete dieser in entschiedenem Tone. Angenommen, Sie hätten diese Nacht eine große Geldsumme im Wagen, was Sie vielleicht auch haben, und auf einem so einsamen, gottverlassenen Strich, wie der, über den wir gerade jetzt fahren, würde der Zug von einer Bande angefallen, die ihr Geschäft versteht und mit Dynamit arbeitet, Kamerad, Sie wurden ungefähr so lange stand halten, wie die Eiszapfen, die ich in das Feuer da geworfen!" Es wird unbehaglich warnr-hier," bemerkte Harlan und rückte seinen Stuhl weiter vom Ofen ab, näher nach den Schießeisen hin. '

Warum sind Sie nicht zu Zweit?" . fragte der Gast weiter; ich habe öfters Zweie in einem solchen Wagen j gesehen." ! Mein Gehilfe ist gerade heute Abend ausgeblieben, vermuthlich unwohl," erwiderte Harlan; in Denver nehme ich einen Anderen." Blos Einer das ist aber unter allen Umständen gefährlich," fuhr der Fremde fort, während er die Asche aus der Pfeife klopfte und diese nur füllte. Zwei wackere Kerls könnten allemal

den Waggon retten, wenn sie wüßten, wie. Angenommen, Sie und ich wären die Expreß - Boten. Die Bande signalisirt den Zug zum Halten, iellt den Lokomotivführer und Heizer, schneidet die Lokomotive und den Expreßwagen vom Zug los, wie gewöhnlich, und fährt das Geleise hinab. Da nehmen Sie den einen jener Revol ver und ich den anderen; im Augenblick, da der Wagen hält, und während die Bande noch auf die Lokomotive und den Tender ist, springe ich aus dieser Thüre, und Sie aus jener hinaus. Wir postiren uns in den Felsen rechts und links vom Geleise, wohlgedeckt und in gutem Schießbereich. Können wir da nicht die aanze Situation mit unseren Schießeisen beherrschen? Die Bande. kann nicht an den Wagen heran und ihn nicht wegziehen. Sie konnte uns wohl angreifen; aber sie hat keine Zeit zu verlieren; von hinten kommt die Zugbemannung geeilt, und in bei den Richtungen laufen Züge. So konnten wir, chmter den Felsen liegend, eine Weile die Räuber in Schach halten. Der Plan ist natürlich nicht ohne Rlsico, aber er ist verdammt sicherer, als im Wagen zu bleiben und sich dynamltlren lassen!" Harlan rückte nervös in seinem Stuhl hin und her. Ich denke, heute Nacht ist keine Gefahr," sagte er, sprechen wir von etwas Anderem. Wie kommt es, daß Sie in diesen gu'en Zeiten auf der Heerstraße liegen? Gute Zeiten," versetzte der Fremde, halb lachend, halb knurrend, ja wenn die verfluchten Combinationen nicht wären! Ich habe ein ganz nettes eigenes Geschät gehabt, habe mich von unten herauf gearbeitet, und eine Weile ging Alles gut, plötzlich fand ich, daß ich keine Contrakte mehr kriegen konnte. Ich wußte, daß meine Angeböte niedriger waren, als die Mancher, welch edie Aufträge bekamen. Ich untersuchte und entdeckte einen Ring, eine Combination; alle meine Concurrenten waren darin; sie kriegten der Reihe nach Contrakte, und die Profite wurden getheilt. Es blieb mir nichts übrig, als gleichfalls beizutreten. Der Teufel auch, ; nach einer Weile fand ich, daß in dem Ring wieder ein Ring war, und ich abermals zu kurz kam! Ich muckte auf, wurde aber nur ausgelacht. Endlich verrieth ist einem Baumeister, der einen Contrakt zu vergeben hatte, den ganzen Schwindel und erbot mich, die Arbeit zu $5000 weniger zu nehmen, als das niedrigste Angebot der Combination war. Ich erhielt den Auftrag und ging triumphirend nach meiner Fabrik zurück, am nächsten Morgen tauchte ein spazierender Delegat auf und berief alle meine Leute zum Streik. Ich verlor den Contrakt wieder, und schließlich verlor ich Alles! Und ich bin auf der schwarzen Liste der Combination." Warum haben Sie nicht die. ganze Geschichte den zuständigen Behörden unterbreitet und die Kerls verfolgen lassen?" meinte Harlan; das Gesetz ist auf Ihrer Seite." Ja, das Gesetz, Kamerad, aber nicht die Advokaten und das Geld. Zuständige Behörden, wer bringt sie in's Amt? Die Wahlstimmen. Und wer kriegt die. Wahlstimmen? Das Geld. Und wer bringt das Geld auf? Die Combinationen. Doch warum fährt der Zug langsamer?" Der Expreß - Bote sah auf seine Uhr. Schon Mitternacht," sagte er. ,wir kommen an's. Wasser - Basin." Er brachte ein niedliches Körbchen zum Vorschein. Lunch - Zeit," fügte er hinzu, helfen Sie sich." Der Ausforderung wurde prompt entsprochen, unter vielen schmeichelhaften Bemerkungen über den vorzüglichen Imbiß, welchen Harlan's bessere Hälfte ihm eingepackt. 2. . Plötzlich fuhren beide Männer empor, ein Revolverschuß krachte, gefolgt von noch weiteren! Der Waggon, der kaum gehalteI.hatte, fuhr mit 'Antm Ruck wieder los, welcher die Beiden beinahe zu Boden warf. Harlan riß beide Revolver von der Wand und zuckle sie -auf seinen Gast. O nein, Kamerad," schrie dieser, die Hände hochhaltend, denken Sie das nicht von mir! Ich bin nicht in dieser Combination." Was haben Sie überhaupt hier zu suchen?" Zu suchen? Ei, haben Sie mich nicht eingeladen und gewärmt und gespeist und mich wie ein menschliches Wesen behandelt? Ja, das haben Sie, und beim Ewigen, ich halte zu Ihnen! Geben Sie mir eins von diesen Dingern, und Sie sollen meinen Beistand fcbätzen lernen!" Stunenden Auges hatte ihn Harlan unausgesetzt angesehen. Jetzt schien er überzeugt; denn er ließ die Wasfen sinken. Ich glaube Ihnen," sagte er, aber meine Stelle ist futsch, ob wir in diesem Kampf gewinnen oder verlieren. Die Gesellschaft wird erfahren, daß sie hier drin gewesen." Kops hoch, Kamrad, wir . bringen vielleicht auch das noch in Ordnung.

Wie schnell, .denken Sie, fahren wir jetzt?" Nicht unter 40 Meilen die Stunde. Wir sind von Coupees los; ich seh's am Schwanken des Wagens." Na, sie werden ziemlich bald hal ten. -Was ist Ihr Schlachtplan, Kamerad? Hier drin bleiben und sich zu den Sternen hinauf blasen zu lassen?" Harlan ließ den Kopf sinken und und überlegte hastig. Dann sagte er aufblickend in entschlossenem Tone: Wir wollen Ihren Plan Probiren. Wir sind unter den Felsen, wo wir gute Deckung haben, und es ist beinahe Vollmond. Sie sehen nicht wie ein Kämpfer aus, aber ich traue Ihnen." Hurrah, Kamerad; Sie sollen mich wachsen sehen. Ich bin im Westen groß geworden, war auch einmal Hilfssheriff in Jdaho. und .ich kann Löcher genug in diese Combination schießen. ' Nur her mit einem der Kuchenrelter!" 'Da haben Sie alle beide," sagte der Expreß - Agent, ich kann mit Pistolen nicht viel leisten; lber ich. habe etwas Anderes, womit ich umoehen kann." Und er zog hinter einem Hau-

fen Kästen eine doppelläufige Flinte hervor, eine Krawall - Flinte, mit Rehposten geladen. Schon war der Waggon beinahe zum Halten gekommen. Die beiden Manner faßten an verschiedenen Thuren Posto und warteten schweigend. Jetzt!" rief Harlan, und Beide sprangen hinaus. Das Geleise laa halb oben an einem steilen Hügelrücken, und Harlan, welcher an der unteren Seite absprang, strauchelte und fiel auf die Knie. VoA der Richtung der Lokomotive kam em lautes Commando, zu halten. Dann fielen mehrere Schüsse. Harlan suhlte einen siechenden Schmerz in der linken Schulter, als er wieder aufsprang, und rannte schleunigst hinter eine Masse Felsgeröll. Niederknieend lugt er vorsichtig aus. Er bemerkte nur einen Räuber; derselbe hielt, auf dem Trittbrett der Cab siehend, seinen Revolver auf den Lokomotivführer Robinson und den Heizer Finney gezückt. .Harlan hob die die Flinte; da fiel ihm bei, daß er mit den auseinanderfahrenden Schroten die Bediensteten ebenso gut treffen könnte, wie den Räuber. Zugleich sah er, daß dieser durch den Tender gegen Beschießung von der gegenüberliegenden Seite gedeckt war. Schwer enttäuscht wandte er den Kopf und blickte hügelaufwärts, über den Waggon hinweg. Da lag indem Schatten der Felsen etwas, das die ein lebloser Menschenkörper aussah. Kalter Schweiß trat ihm auf die Stirne. Es war klar, daß die Räuber den Waggon von der ungeschützten Seite her angriffen, und daß sein Kamerad entweder getödtet oder ein Verräther war!' Und'er er hatte seinen Wagen verlassen und würde auch noch als Feigling gebrandmarkt werden! Seine Angaben würde llc Gesellschaft nie glauben, es steckte zu wenig Wahrscheinlichkeit darin. Mit einem Verzweiflungsschrei sprang er auf und lief auf den verlassenen Waggon zu, er konnte wenigpens auf dem Posten sterben! Zwei helle Streifen blitzten aus dem Schatten hügelaufwärts, und zwei Schüsse krachten rasch hinter einander. Dann hörte Harlan ' rufen die Stimme klang ihm wie einen Todescandidaten die Verkündigung der Ve-. gnadigung : Alle, zu Boden gebracht bis auf vier, Kamerad! Jetzt ist's an Dir, hast sie im Sprung!" Harlan sah drei Gestalten unter dem Waggon auf seiner Seite hervorkommen. Jetzt zielte er und feuerte beide Ladungen ab. Einer der Manner taumelt; dann fielen alle Drei zu Boden und verschwanden. - Wieder hörte er seinen Kameraden von oben herab rusen: Tränk's ihnen ein! Die Combination hat die Panik gekriegt." Lachend rannte Harlan nach seiner gedeckten .Position zurück und schob frische Patronen in die Flinte. Er sah den Mann auf dem Cab seine Position nervös wechseln; er sah Finney's stämmigen Körper vorwärts gelehnt, zum Springen bereit. Da tauchte eine dunkle Gestalt zu seiner Linken auf und schleuderte einen Gegenstand nach ihm! Ein Haufe Erde wirbelte vor ihm auf,' noch sah er durch diesen . hindurch einen Lichtblitz von der anderen Seite des Cab selbst und den Mann auf dem Cab - Tritt rücklings fallen, dann schwand ihm das Bewußtsein. 3. Als Harlan wieder zu sich kam, lag er in seinem eigenen Waggon auf einem Feldbcit. Die Iinjc Schulter that weh; er erhob die rechte Hand nach seinem schwirrenden Kopf und fühlte, daß derselbe eine Bandage trug. Als er sich' aufrichten wollte, kam der Bremser Striker in Sicht und drückte ihn sanft in das Kissen zurück. Still gelegen, mein Junge," sagte dieser, der Doktor hat's befohlen. Der Kopf hat eine tüchtige Beule von dem Stein gekriegt, und die Schulter ist etwas aufgekratzt; aber, es kostet nicht das Leben. Nur für eine Woche oder zwei ist vollständige Ruhe die erste Bürgerpflicht. Harlan's Augen schweiften nach der Geldspinde, die völlig unbeschädigt war.' Striker lächelte und nickte. . Alles in Ordnung, Billy," sagte er. Die Schlacht ist auf der ganzen Linie gewonnen. Zwei der Kerle sind schöne

Leichen; ein anderer hustet Schrote. Die übrigen haben sich dünne gemalt, als Robinson die Coupees erreichte. Harlan, Du kannst Dir gratuliren, so einen Kampf geführt zu haben!" . Wo ist denn, der Andere?" 'fragte Harlan schwach und etwas unvorsichtig. Wer?Na der Stromer Du weißt doch den Du hinausgeworfen." O, Smith, Tom Smith so nennt er sich ei der Tausend, totx hätte das gedacht! Aus Dem ist ein ganz anderer Mensch geschlüpft. Weißt Du, was er gemacht, als ich ihn hinausgeschmissen?' Er kletterte auf den Puffer Dines Wagens, und wie Du abgesprungen bist, kroch er hinein, holte Deinen Revolver, huschte hinter Robinson und Finney und bohrte dem Oberhalunken, welcher sie mit seinem Schießeisen gedacht hatte, das Todesloch in den Kopf! Ich glaube, der kann jetzt Alles von der Bahngesellfchaft haben." Was Harlan in diesem Augenblick fühlte, davon hat er keine Rechenschaft gegeben; die Erregung war fast zu groß für seinen Zustand. Nun, und wo ist' er jetzt?" frug er noch. . Ei, im Raucher - Abtheil, die Füße auf die Sitzpolster gestreckt, ZehncentsCigarren paffend und auf alle Combinationen fluchend." Ein niedlicher Zwschenfall im Ein reizender Zwischenfall entzückte bei einer Kinderaufführung der Schönen Melusine" im Berliner Theater die Zuhörer. Die schöne Melusine verschwindet im Laufe des Spiels mit ihrem Gatten im Brunnen, dem Reiche ihres Vaters Neptun. Suchend stürzt der Vater des Prinzen auf die Bühne mit den ängstlichen Rufen: Wo ist mein Sohn? Die Kinderherzchen der kleinen Zuhörer schlagen ängstlich. In der zweiten Reihe des Parketts erhebt sich ein reizendes Kindchen mit braunen Locken und ruft mit erhobener Stimme dem alten König zu: Ihr Sohn ist eben in den Brunnen gegangen." Der König machte ein sehr erstauntes Gesicht bei dieser liebevollen Zurechtweisung, und das ganze Theater lohnte die Kleine durch große Hei-

terkeit. , Eine ttrlegs'Episode aus Afrika. Eine kleine Episode, welche aus Windhoek erzählt wird, spielten Ombujo - Wakune, am 13. August 1904, in der Nacht, weichendem Vorstoß nach Hamakari folgte. Die Truppe lagerte nach einem scharfen Marschtage an einigen armseligen Wasserlöchern. Menschen und Vieh dursteten, sie froren auch, denn es war bitter kalt. Excellenz v. Trotha, in einen Mannschaftsmantel ingehüllt, erhebt sich Mitternachts von seinem Lager. Da tritt ein Mann, der ihn nicht erkannte, an ihn heran und fragt: Kannst Du auch nicht schlafen?" Nein, es ist mir zu kalt," antwortete der General im Mannschaftsmantel. Hast Du vielleicht eine Cigarre?" Leider auch nicht " Wollen wir uns Feuer machen?" Ja, ist denn Holz da?" fragte Se. Excellenz. Na, damit geht's auch," meint der brave Krieger, indem er auf verschiedene ältere Spuren früherer Ochsenanwesenheit auf dem Boden zeigt, für welche mir gerade kein passendes Wort einfällt. Wart einmal," sagte er, ich will Dir zeigen, wie gut das brennt." Sprach's, macht Feuer und noch manche Stunde lang saß der HLchstcommandirende mit dem Reiter am flackernden Licht. Ob sie wohl über die soziale Frage nachgedacht haben? - - ZtytntmtQ eigner Art. Wenn man im lieblichen Feldthal aufwärts nach der Rhön fährt, kommt man an dem Dorfe Fischbach vorüber. Dicht hinter diesem Orte zieht sich ein mächtiger Bergrücken entlang, auf dem das erstaunte Auge hoch oben einige Feldgrundstücke erblickt.- . Sie haben den Namen Bohnäcker" und nicht vergebens; denn in dieser Region kann nur wenig, sehr wenig wachsen. Die Bohnäcker gehören als Befoldungsstücke zur Pfarrer- und Lehrerstelle in Fischbach. Vor ein papr Jahrhunderten sind sie von derGemeinde Fischbach an die beiden Stellen geschenkt worden. Der damalige Pfarrer hat getreulich sein Kirchenbuch geführt und diesen Akt der Schenkung gewissenhaft eingetragen. Er hat sich aber auch nicht enthalten können, noch die ergötzliche Bemerkung hinzuzufügen: Hätte sesbiges Land was getauchet, so hätte man selbiges nicht dargschenket." Anzeichen. Mutter: Glaubst Du, daß Herr Aengstlich heute noch um Deine Hand anhalten wird?" Tochter: O ja! Er trinkt den Sekt wie Wasser und hat schon dreimal vor sich hingemurmelt: Jetzt ist mir alles Wurst"!" Stimmt. Chef: Ich bin hinter Ihren Schwindel schon gekommen! Sie verlangten gestern Urlaub, weil Ihr Großvater gestorben sei... soeben habe ich aber erfahren, daß er schon seit fünfzig Jahren todt lst." Angestellter: Nun, nun, die Hauptsache ist, daß er gestorben ist."

. Iim, das alle hinozcros. Cin Liebling der Kinderwelt i Lode? Zoologischen arten gestorben. Dieser Tage ist Jim, das alte Rhinoze?os,'ein Liebling der Kinderwelt im Londoner Zoologischen Garten, sanft und schmerzlos aus der Reihe der Zeitgenossen .geschieden. Vierzig Jchre hatte er im Norden des Regents Park sein schwerfällig friedliches Dasein geführt. Oberhäupter und Wärter des Zoologischen Gartens kamen und gingen, die andern Großen und Fürsten der Thierwelt wechselten fortwährend, Tausende von Menschen kamen und photographirten Jim und Millionen vergnügter Kinder haben ihn verwundert angestarrt und gefüttert. Er war schon lange der Doyen des Gartens und der Zahn der Zeit schien ihm gar nichts anhaben zu können. Jim war ein ruhiges gutmüthiges Geschöpf, ließ den Weltlauf gleichgiltig an sich vorübergehen, wälzte sich im Sommer vergnügt in seinem Schlammbade und streckte im Winter nur behagllch den Kopf aus seinem umfangreichen Strohlager hervor, um mit trä-. gem Interesse nach Brötchen und Naschwerk auszuspähen, womit die Kinderschaar ihrer Achtung und Bewunderung Ausdruck lieh. In seinen jungen Tagen soll er, wie die Ueberlieferung meldet, manchmal in seiner täppischen Weise ganz ausgelassen gewesen sein, die Wärter umhergejagt und stellenweise geängstigt, aber nie Jemand röirklich etwas zu Leide gethan haben. Sehr lange schon war er indessen ein höchst gesetzter Dickhäuter gewesen und hatte sich auch stets der besten Gesundheit erfreut, bis letztes Jahr plötzlich ein auffallender Verfall seiner Kräfte bei ihm ioahrnehmbar wurde. Seitdem war er dann gegen seine Wärter und andere Personen, die mit ihm auf freundlichem Fuße standen, ganz besonders zuthunlich geworden und wurde nun aus dem einen und dem andern Grunde förmlich verhätschelt. Vor Kurzem hatten ihn die Wärter verlockt, sich auf der Wiese, bei seinem Hause wieder einen Spaziergang zu leisten. Jim ließ sich dazu bewegen, aber bald zeigte sich, wie schwach er geworden war, denn obschon er lange nicht mehr das Gewicht besaß, wie vor einem Jahre noch, wollten ihn auf einmal seine Beine nicht mehr tragen. Er fiel nach' einem langsamen Rundgang an seiner Hausthür zu Boden, und es war kein kleines Unternehmen, die ungesllge Masse durch ein ganzes Heer von Wärtern hinein und auf sein Lager zu schleppen. Dort, tief im Stroh gebettet, kam er dann langsam wieder zu sich. Doch nicht auf lange. Ein paar Tage später fand man ihn Morgens vor seiner unberührten Mahlzeit todt auf seinem Lager, zum allgemeinen Bedauern aller, die ihn kannten. Jim war wahrscheinlich das ' stattlichste ' Rhinozeros seiner Zeit im Zustande der Ee fangenschaft. Die Steuer der Berliner. Von den Einkommensteuerzahlern Berlins hatte nach einer jüngst erschienenen Statistik für das Steuerjahr 19031904 der Höchstbesteuerte sein Einkommen auf 2.970,000 Mark geschätzt, wofür er dem Staat und der Gemeinde je 118,600 Mark Einkommensteuer zahlte. Gleich hinter ihm auf der Steuerstufenleiter standen zwei' .Steuerpflichtige mit 2,L85.000 Mark beziehungsweise 2,190,000 Mark Einkommen. Es folgten dann neun SteuerPflichtige mit weniger als 2,000,000 Mark, aber doch mehr als 1.000,000 Mark, 30 mit 500,000 bis 1.000,000Mark, 615 mit 100.000 bis 500.000 Mark. Ein Einkommen über - 3000 Mark hatten überhaupt 54.466 Personen zu versteuern, denen 414.839 Steuerpflichtige mit unter 3000 Mark bis hinab zu 900 Mark gegenüberstanden. Die nicht physischen Personen"' (Gesellschaften) versteuerten in 31 Fällen unter 3000 Mark, in 353 Fällen über 3000 Mark. Das höchste steuerPflichtige Einkommen war hier 11,785,000 Mark. Die Kahlköpsigkeit der Hagestolze. Eine Beobachtung von L00 Fällen von Haarschwund hat ergeben, daß die Kahlköpfigkeit gerade entgegen der gebräuchlichen Annahme am häufigsten bei unverheiratheten Männern vorkommt. Die meisten Kahlköpfigen verbringen ihr Leben vorwiegend im Fmmer und fast alle gehören den mehr intelligenten Gesellschaftsklassen an. Gewöhnlich beginnt der HaarVerlust vor dem 40. Lebensjahr. Bei Frauen wird, der Haarbestand dann im Ganzen dünner, bei Männern wird dagegen der Scheitel kahl. Elektrizität zum Holzfällen. Neuerdings sind in Frankreich mit Erfolg gekrönte Versuche gemacht worden. Bäume mit Hilfe der Elektrizität zu fällen. Dazu wird durch den elektrischen Strom ein Platindraht weißglühend gemacht und statt einer Säge benutzt. Auf diese Weise wird jeder Baum- viel leichter und schneller gefällt, als durch das althergebrachte Verfahren. Sägespähne fallen bei dem neuen nicht ab, und die leichte Verkohlung der Schnittflächen bewahrt das Holz sogar noch in besserem Zustände. Neugierig. Serenissimus: Aeh, Kmdermann, las da neulich etwas von einem Sokrates in welchem Regiment hat der Mann doch gleich gedient?"