Indiana Tribüne, Volume 28, Number 120, Indianapolis, Marion County, 12 January 1905 — Page 7

Jnditma Tribune, 12. Januar 1903.

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Slndunturnlö "5 Koman von Moritz v. Neichenbsch. ! s $: Fortsetzung Je mehr sich aber der scharfe Gegensatz zwischen der Qbersörsterei und dem Hütteningenieur zu mildern schien, weil die Personen, welche die feindlichen Interejjen vertraten, einander Gerechtigkeit widerfahren ließen und zu kleinen Konzessionen geneigter wurden, um so schroffer stand Otto der Grubengesellsehest gegenüber. Ta gab es fortgesetzte Reibereien :ind Unannehmlichkeiten. Da handelte c; sich bald um Wege, deren Benutzung Otto mit gutem Recht glaubte rei'.reigern zu können, während die Gesellschaft dieses Recht nicht anerkennen wollte, bald liefen Arbeiter aus der Wirthschaft weg zu Zeiten, wo man sie besonders nöthig brauchte, oder es gab Streit zwischen den Pronowitzer Leuten und den fremden Arbeitern. JSlan wird seines Lebens nicht mehr ' froh." klagt: Otto. Ter gefürchiete Arbeikermangel begann sich schon bemerkbar zu machen. In der Heuernte waren die gewohnten Hauer noch vollzählig angetreten, und die Weiber hatten das Wenden und Breiten besorgt und den Knechten beim Ausladen geholfen. Bei der Kornernte fehlten schon zwei von den Hauern, und die anderen baten um Lohnerhöhung. Otto hielt inen vor, daß gerade wä'irend der Er-ite die Löhne ohnehin hoch wären. Der Mann verdiente da jeden Tag zwei Mark fünfzig Pfennig. Ja. meinten die Leute, das wäre wohl ganz schön, aber der hohe Verdienst dauerte nur kurze Zeit. Wenn sie dagegen, wie ihre Gefährten, Arbeit auf dem Grubenfelde nähmen, könnten sie das ganze Jahr ihre zwei Mark Tagelchn haben. Otto sah sich genöthigt, nachzugeben, da er die Leute nicht entbehren konnte. Als er das Gut übernahm, hatte er einen jungen Vogt, den er für besonders tüchtig hielt, zum B'amten gemacht. Der Mensch fing jet aber dermaßen zu trinken an. daß er an jedem Montage vollkommen in brauchbar war und an jedem Feiertage in der Schenke Händel anfing. Bei einer solchen Gelegenheit wurde er von den fremdem Arbeitern fo zugerichtet, daß er wochenlang krank lag. Es t if gerade in die Erntezeit, und da Otto keinen anderen, theuereren Beamten nehmen wollte, mutzte er sich um so int tensiver um alles kümmern. Um drei ' Uhr stand er auf, um die Knechte beim Füttern und Pferdepuhen zu beaufsichtigen und dafür zu sorgen, daß die Mägde die Zeit nicht verschliefen, denn die Kühe, die um halb sechs Uhr gemolken werden sollten, mußten ebenfalls schon um halb vier Uhr gefüttert werden. Um fünf Uhr wurde angespannt. Bor dem Thore hatten sich die Hauer und die Weiber versammelt. Die ersten Kornschläge sollten heute niedergelegt werden, Otto ritt mit hinaus. um zu sehen, daß d'.e Leute, deren Kräfte ziemlich gleich waren, neben einander arbeiteten, weil sonst die schwächeren die stärkeren aufhielten. Run klangen die Sensen, und in breiten Schwaden siel das Korn. Gleich hinter den Hauern kamen die Aufrafferinnen. Sie truaen Strohseile, die ein Wirthschaft-wagenherbeigefahren hatte. und banden das gehauene Korn n Bündel, die gegen einander aufgestellt wurden, fa daß die Aebren nach ar wartö standen. Dann kam eine Kappe von Korn, bei welcher die Aehren nach abwärts hingen, darauf, und die ersie Puppe" war fertig und wurde mit einem schnell zusammengerafften Strauß von Feldmohn und grünem Gezweig gekrönt. Da galt es nun aufzupassen, daß die Puppen" gerade ausaesiellt winden, damit sie ihren Zweck erfüllten, das Korn bei Regengüssen vor dem Eindringen der Nässe zu schützen und der Luft Durcyzug zu ge währen. Die Lbriaen Gespanne holten inzwischen das letzte Heu herein. Auch hier that Aufsicht noth, damit die Auflader ribtig vertheilt wurden und die Leute sich nicht um emen Wagen drängten, während die ankeren warten mußten. Erst als auf Feld und Wiese die Ar beiten im Gange -waren, kehrte Otto nach Hause zurück, um zu frühstücken. Emma b"achte ihm den Kaffee und die inzwischen eingetroffenenPostsache. Du bist bungrig- und müde, mein Schatz," sagte sie, soll ich die Briefe aufmachen und vorlesen? Es sind lauter große Kouverts, lauter Wirthschastssachen." Er nieste ihr zu, seine Korrespondenz enthielt Umt Geheimnisse. Da war ein Brief mit der Bemerkung Militaria," eine- Anfrage ween des Paul Kwarek, der bei der Gestellung gefehlt hatte. Dann kam eine Aufforderung vom Landrathsamt, über die diesjährigen Ernteaussichten Bericht zu erstatten, und ein: zweite die Fischereigenossenschaft betrffend, in deren Statuten Aenderung".! gemacht urd über deren letzte Versammlung berichtet werden sollte. Berichten und immer berichten!" nes Otto ungeduldig, gerade jetzt, wo man alle Hände voll zu thun hat! Wenn sie uns dock wenigstens mit den Schreibereien ve: ..?ontcn!" Aergere Dich nicht." bat Emm, am Abend diktirst Tu mir Deine An'-Worten!"

Die lassen sich nicht aus dem As-

mel schütteln! Da möchte man vorher Erkundigungen einziehen. Gesetze studiicn und was weiß ich! Wenn die Her:en am arünen Tisch sich doch klar machen wollten, daß man als Landwirth im Sommer keme-Zeu hat zu Federfuchsereien! Na, jetzt muß ich wieder heraus!" Er küßte sie auf die Stirn, ließ die Zeitung zusammengefaltet, ohne nur emen Blick hinein zu thun, und verlief das Zimmer. -Der Schnaps mußte zurecht gemacht werden, der in großen Kannen für die Feldarbeiter herausgefahren wurde. dann galt es in der Ziegelei nachzusehen, wo beute Ziegeln verladen werden sollten. Um elf Uhr wurde Mittag auf dem Felde gemacht. Die Leute lagerten sich im Schatten der inzwischen aufgestellten Puppenreihen, manche lagen auch in der prallen Sonne und hatten nur ein Tuch über den Kopf gezogen, um sich zu beschatten. Frauen und Kinder brachten das Essen heraus, und der Schnaps wurde vertheilt. Nach halbstündiger Pause begann. die Arbeit wieder. Die Sonne brannte in voller Gluth auf das Feld herab, die dunklen Arbeitsjacken der Männer lagen jetzt zwischen den Puppen. Die Hauer arbeiteten in den über der Brust weit geöffneten Hemden, und die auf und nieder fahrenden Sen? blitzten von aufgefangenen Sonne ,.hlen. Die W'!ber atten die rot&en und gelben Tucher tiefer über die Stirn gezogen, ihre erhitzten Gesichter blickten dunkel geröthet darunter hervor. Otto war bald an emem, bald am anderen Ende des Feldes, um die Leute zu ermuntern, wo d:e Arbeit zu stocken drohte. Hoher und höher stieg die Sonne über die blitzenden Sensen, dem raschelnd niedersinkenden Roqgen und den Leuten, die ihre Arbeit schweigend verrichteten. Nur zwischen den Weibern hörte man hin und wieder reden, und dazwischen klang Ottos ermahnende Stimme, wenn gar zu viel Haime unter den abraffenden Händen liegen blieben oder die Puppen so scyief standen, daß jeder Wind sie umwerfen mußte. Stunde auf Stunde verrann. Mit dem Mittagessen hatten die Leute auch ein Stück Brot für die Vesper erhalten. Das verzehrten sie in einer kurzen, nur Minuten wahrenden Vau:e mit emem Trunk aus den Schnapskannen, den Otto selbst vertheilte. Endlich .begannen fre Baume der Allee, welche das Feld begrenzte, längere Schatten zu werfen. Aber noch ruhte die Arbeit nicht. Von Weitere sah das Feld jetzt wie ein Zeltlager aus mit den in regelmäßigen Abstanden reihenweise aufgerichteten Puppen. Der 93ogi kam an Otto heran und meldete, daß es sieben Uhr sei,, die Stunde, wc die Feldarbeiten gewöhnlich beendet werden. Otto sprach mit den Leuten. Sie wollten den Schlaa beenden, für zehn Pfennig pro Mann und Stunde, sagte der Vorarbeiter. Es war fält neun Uhr, als Otto end lich nach Hause kam. Er war so todmüde, daß er an Schreibarbeiten nicht mehr denken konnte und schweigend und abgespannt sein Abendbrot verzehrte. Ich habe heut Abend einen 23nf von Lottchen bekommen," sagte Emma. denk'. nur, sie reist jetzt mit ihrem Manne in die Tatra." Lottchen war eine Kindhltsfreundin Emmas, die einen Landgerichtsrath geheirathet hatte. Otto sah seine Frau an, es war ihm. als glitte en Ausdruck von Sehnsucht über ihr Gesicht. 3ch kann so etwas nicht, Emma. Ich kann nicht fort, und so eine Reise kostet auch ?u viel." Emma erröthete. r O, das meinte ich ja gar nicht, Otto, ich bin ja ganz zufrieden in meinem alten Pron.witz," versicherte sie. In seiner Ermüdung überkam ibn ein tiefes Mitleid mit feiner jungen Frau, die d?n ganzen Tag allein ftrr und der er nicht die kleinste Abwechselung verschaffen konnte; aber er woF : sich nicht tr ich machen und nicht über etwas klacm, das er nicht ändern konnte. Gehen wir schlafen," sagte er kurz, um drei Uhr muß ich wieder heraus." 13. K a p i t e l. er Roggenernte war das Einfahren der Gersie und des Hafers sowie die Einbringuno des zweiten Schnittes von den Wiesen gefolgt. Otto war von Früh bis Abends angestrengt thätig gewesen, aber wirklich gut hatte sich nur die Roggenernte gestaltet, da später heftige Gewitterregen die Arbeit des Wendens und Trocknens verdoppelt und den Werh der Gerste, die ihrer kürzeren Halme wegen nicht gepuppt werden konnte, verringert hatten. Es war gegen Ende August, als Otto eines Abends besonders ermüd-t nach Hause kam. Er hatte keine Mittagpause machen lassen, da das Wetterglas gefallen war und man für den nächsten Tag Regen befürchtete. Die Leute hatten unter der Arbeit ihre mitgebrachten Brüte verzehrt, und Otto hatte es ebenso gemacht, um ihnen mit gutem Beispiel voranzugehen. In der Pappelallee traf er Emma. Käthe war hier." erzählte sie ihm, sie kam schon früh um sieben, weil sie die Hitze vermeiden wollte, und ich habe sie jetzt bis zum Walde begleitet." Otto war zu abgespannt, um eine Bemerkung darüber zu machen, daß c; ein so spätes Nachhausegeen Käthes unpassend fände. Er fragte nur, wie es daheim ainae.

Jckomme ja nicht einmal mehr nach der Oberförsterei; es ist wirklich ein Skandal!" setzte er hinzu.

Emma erzählte, daß Karl und der junge Berga jetzt öfter dort wären, und daß der Vater sich mit letzterem ein wenig ausgesöhnt hätte. Sie sah animirt dabei aus, und wäre Otto im Stande gewesen, in diesem Augenblicke schärfer zu beobachten, er hätte es ihr angesehen, daß ihr noch etwas auf dem Herzen lag, was sie gern ausgesprochen hätte. Je weniger er Emma aber beobachtete, um so prüfender blickte diese ihn an, und das Resultat ihrer Prüfung war der Entschluß. Käthes Liebesgeheimniß, das sie heute erfahren hatte, lieber noch für sich zu behalten, bis Otto besserer Laune und es ihr gelungen sein würde, ihn günstiger für Hans Berga zu stimmen. Daß dies jetzt unbedingt ihre Aufgabe sei, war ihr klar, und sie war entschlosfen, sich in dieser Beziehung nicht mehr so vollkommen passiv zu verhalten wie 1 Während sie für Otto das Abendessen zurecht stellte, flog aber mehr als einmal ein Lächeln um ihre Lippen. Sie wußte, dan Hans Berga heute früb Käthe durch den Wald herbegleitet halle und daß er sie jetzt wieder bis in die Nähe der Obcrförsterei bringen würde, und sie freute sich über Käthes Liebesglück, das sie an ihre eigene Brautzeit erinnerte. Sie fand es richtig, daß der Vater vorläufig noch nicht mit der Sache beunruhigt wurde. Von ..einer Heirath konnte doch erst die Rede sein, wenn das Hüttenwerk im Betriebe und das Direktionshaus bewohnbar war wozu also den Vater jetzt mit etwas ängstigen, was ihm in ein oder zwei Jahren, wenn er sich noch mehr an Hans Berga gewöhnt hatte, gar nicht mehr schrecklich sein würde? Hans galt Emma darum nicht weniger schon jetzt als Käthes Verlobter. Mit meinem Brummbären muß ich aber auch vorsichtig sein, damit er mir nicht etwa störend dazwischen fährt," sagte sich Emma, während sie kopsschüttelnd ihren Gatten betrachtete, der sich mit krauser Stirn an den Eßtisch gesetzt hatte, wo er ziemlich schweigsam fein Abendbrot verzehrte und mit dem letzten Vis.'en schon nach der Zeitung griff, die auf dem Eßtisch lag. Er überschlug den politischen Theil und fc nur die Notirungen der Getreidepreise nach. So." sagte er. die Zeitung mit einer heftigen Bewegung fortschiebend, der Doppelcentner Roggen elf Mark fünfzig das ist doch, um verrückt zu werdend Da hat man nun eine gute Ernte im Schweiße seines Angesichts eingebracht, und dann kriegt man nicht 'mal seine Produktionskosten heraus, denn ich kann rechnen, wie ich will, unter zwölf Mark Unkosten produzire ich den Doppelcentner nicht weder ich noch sonst einer kann das!" Ja," meinte Emma, davon hab"n sie neulich in der Oberförsterei auch gesprechen." Er hatte den Kopf in die Hand gestützt und hörte kaum auf das, was 'sie sagte, und Emma, ganz erfüllt von dem Wunsch, sobald, als möglich für ihren Plan thätig zu sein, fuhr fort: Mit dem ausländischen Getreide, das zu so billigen Preisen auf den Markt kommt, können wir bei unseren Löhnen und Produktionskosten eben nicht konkurriren, und darum sollten wir nur so viel davon bauen, wie wir zu unserem Wirthscho.ftsbetriebe unbedingt nöthiq haben. Wir müßten hier zum Veispi'l viel mehr Kartoffeln bauen, die wir H der steigenden Arbelterzahl auf dem Grubenfelr: an Ort und Stelle gut verkaufen wurden Jetzt blickte Otto doch etwas verwun dert auf. Du sprichst ja wie ein Buch, woher kommt Dir denn all d:e Weisheit?" Sie lächelte. Ja. siehst Du. das habe ich bei Käthes Besuch profitirt ich sagte Dir ja schon, der junge Berqa ist jetzt manchmal in der Oberförsterei, und der interessirt sich auch sehr für au diese Sachen und Ab. Berqa'sche Weisheit!" Otto lachte kurz und scharf auf. Also so weit hat d-r Mensch es schon gebracht. daß seine orte als Orakel kolvortirt werden, selbst wenn er von Dingen spricht, die böhmische Dörfer für ihn sind!" Aber. Otto, sei doch nicht so ung? recht. Das ist doch fo klar und so verNUNslig Ottos abgespanntes Gesicht hatte siYi gerotyet. War er etwa wieder hier?" fragte er plötzlich. Hast Du ihn gesprcchen?" Emma wurde sehr roth. Nein, er war nicht hier!" Das durfte sie auch mit gutem Gewissen sa gen. aber ein paar Worte mit ihm gesprochen hatte sie doch, als sie Käthe zurückbrachte und er ihnen in der Nähe des Grubenfeldes entgegenkam. Das konnte sie Otto in semer letzigen Stim mung natürlich nicht mittheilen. Er sah t scharf an. Weshalb wirst Du roth?" fragte er. (mma senkte die Augen, aber sie hatte das Bewußtsein, für eine aute Sache zu kämpfen. ES thut mir leid, daß Du so heftig wirst, wenn von Hans Ct t!. or l in f i t erga oie neoe in er oai ir oocy nie etwas gethan " Gethan'? Wie meinst Du das über Haupt? Sein Arbeitervolk nistet er hier ein; das thut er! Mir persönlich freilich ich wurde es ihm nicht rathen! Und daß Du ihn Hans Berga nenyst. daS verbitte ich mn!"

Sein? fclimm fsn Tau , fc.r.

-"'""v ttutiy tuut UtlU t(t lig. Er verließ das Zimmer, schloß die Thür ziemlich unsanft hinter ficn und ging auf den Hof hinaus, wo er mit ten Vögten noch die Arbeit für den nächsten Tag besprechen mußte. Wie kann sie roth werden, wenn sie von diesem Menschen spricht, der sie gar nichts angeht?" murmelte er, während er, an einer vccke voroelschreltend. die Köpfe der jungen Blatttriebe mit seinem c-tocke abschlug. Am Thor standen die Vöate. Er hatte nicht m:hr Zeit, an Hans Berga zu oenten. 14. K a p i t e l. & i"ige Wochen sp'iter kehrte Otto eines Nachmittags ii:lix als gewöhnlich zuiiiö, weil eines der Ackerpfeide sich d:a:iß:n verleg hatte und er nachsehe.! wollte, ob der nöthige Verband ordentlich angelegt worden war. tex xq nci Pletret; der Junge war nicht da. Er izt ich Hause gelaufen." berich tete eine der Mägde, die in die Stallthür trat, als sie die Stimme des Herrn im Hofe rufen hörte. Vlaä Hause? Was soll das heißen?" Otto ging in die Küche und fragte. ob die gnädige Frau den Pietrek weggeschickt habe? Die gnadige Frau sei selbst mit ihm fortgegangen, hieß es; eins der Kinder habe den Pietrek geholt, weil der Mislivietz die Frau todtgeschlagen haben sollte. Otto erschrak. Wenn das wahr war, welchen Szenen fetzte Emma sich aus! Er bestieg sein Pferd wieder und ritt sofort nach dem Hofe des Mislivietz. Derselbe lag ziemlich weit ab vom eigentlichen Dorfe, näher an dem Kohlenfelde, als am Dominmm. Früher war es für die Verhältnisse des Dorfes em ganz nettes Anwesen gewesen, in das Mislivietz hineingeheirathet hatte, denn seine Frau war. eine Erbtochter. Jetzt sah es verwahrlost aus. Das Dach der Scheune war zur Hälfte eingefallen, und das Hofthor, auf dessen graue Bretter ein großes blaues Kreuz gemalt war. hing nur noch lose und schief in den Angeln. Frauen und einige Männer drängten sich, lebhas! durcheinander redend, in den Hof. wichen aber sofort verstummend zur Seite, als Otto kam. Er übergab sein Pferd einem derMänner und schritt aus das Haus zu. Eine laute Stimme klang ihm aus demselben entgegen. Er zuckte unwillkürlich zusammen. Hans Berga! Wie kam der hierher? Hinaus!" schrie Berga. Kein Wort weiter, ich werde dafür sorgen, daß Ihr unschädlich gemacht werdet! Im näcksten Augenblick trat Mislivietz taumelnd über die Schwelle. Als er Otto erblickte, brach er rn lautes Heulen aus. O, gnadiger Herr, es ist Nicht wahr, ich habe sie blos so ein bischen auf die Seite geschoben, weil sie das Geld nicht geben wollte. Es würde ja alles wieder gut werden, und keiner würde etwas wissen, wenn der Pan Ingenieur Nicht gekommen wäre und mich aus meinem eigenen Hause herausgeworfen hätte." Otto schritt eilig an ihm vorüber und öffnete die Stubenthür. In den niedrigen Raum, dessen Wände zwei Reihen gref' bunter Heiligenbilder bedeckten, drang nur spärliches Tageslicht durch die kleinen, mit Meerzwiebeln und Velaraonienbüschen dichtbesetzten Fenster. Otto, der aus der vollen Tageshclle kam, konnte erst die Gestalten nur undeutlich unterscheiden. Ein paar l"ut weinende Weiber küßten ihm die Hnde, er machte sich los da sah er vor sich Emma knieend und ein weißes 2ui auf die Stirn einer am Boden liegenden Gestalt pressend. Dicht über Emma gebeugt aber stand, eine Schussel mit Wasser m den Handen. Hans Beraa. Sie lebt." sagte Emma zu ihrem Manne aufblickend, ' aber laß schnell den Arzt holen bitte! Herr Berga, frisches Wasser, dieses ist schon ganz blutig." (Fortsetzung folgt.) . ? M u k d e n s B a u m e i st e r. In der mandschurischen Hauptstadt Mulden, die vom ersten Herrscher der Mmgdynastie um's Jahr 1383 erbaut ward, ist nirgends ein Abfluß für das Wasser zu bemerken, und es geht die Sage, daß der Baumeister für diese Unterlassung schwer bestraft wurde. Allein später erkannte man, daß er weise gehandelt hatte, weil der Boden sehr durchlässig ist und alle FlüssigZeiten aufnimmt, dabei gutes Trinkwasser liefert. Als das allgemein bekannt wurde, errichtete man zu Ehren des Baumeisters einen Tempel, um seinen Geist zu versöhnen. Handketten in Eisenbahnwagen. Nachdem sich bei den in den letzten Jahren beschafften Personenwagen 4. Klasse und in den älteren Wagen der preußisch-hessischen Staatsbahnen die Anbringung von Handketten an den Decken der Wagen bewährt hatte, bestimmte eine andere Verfügung des preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten, daß nunmehr auch die übrigen älteren Personenwagen 4. Klasse mit solchen Handketten ausgerüstet werden sollen. Der 2at)ttt Hinkende Bote Kalender sür 1903 ift durch unsere Ofsiee zu be-ziehen.

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