Indiana Tribüne, Volume 28, Number 120, Indianapolis, Marion County, 12 January 1905 — Page 3
Jndiana Tribüne, 12. Januar 1903. 3
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TariMcdision Hat imtcr dm republikanislym Führcm im Hause wenig Frcundc.
Roosevclt über Schiedvgcrichts-BerKäge au Senator Cullom. Convention der Biehzüchkr. Persicn zahlt für einen ermordeten amerikanischen Missionar. Milcs Gegenstand einer Debatte im Hanse.
Schiedsgerichtsverträge. Washington, 11. Januar. Wenn die dem Senate vorliegenden SchZedZgerZchtZverträge durch AmendementZ u. s. w. nichtssagend und unwirksam gemacht werden, wird der Präsident dieselben von der Berathung zurückziehen, wie er mit Bestimmtheit erklärt hat. Er erachtet die Annahme derselben für höchst wichtig. Taris-Revision. Washington, 11. Jan. Ein einflußreiches Mitglied des CowiteS für Mittel und Wege des Hauses sagte heute Abend, die Umfrage, welche die Führer deZ HaufeZ veranstaltet Hütten, habe ergeben, daß 90 Prozent der republikanischen Repräsentanten gegen Zollrevision seien. Alle Führer deS HauseS außer dem Vorsitzer des Comites für Mittel und Wege, Pavne, der krank ist, und Taw ney sind gegen Revision. Die Stim mung gegen Revision wird von dei. Repräsentanten Dalzell von Pennsylvania und GroZvenor von Ohio zu bei ftärken gesucht. Die Folge davon soll sein, daß heute Abend die republikanischen Mitglieder von Pennsylvanien, Ohio, New Jork, New Jersey und West-Virginien Petitionen gegen Tarifrevision unterzeichneten. Die Delegation von der PacisicKüste wollte heute Abend zu gleichem Zwecke zusammenkommen, doch wurde aus irgend einem Grund nichts daraus. Die Freunde der Revision scheinen nichts zu thun, um ihre Idee zu für. dern, aber sie behaupten, viele Mitglieder der Delegationen auf ihrer Seite zu haben. Rev. Larabee's Ermord u n g. Washington. 11. Jan. Der amerikanische Gesandte Plerson zu Teheran theilt dem Staatsdepartement mit. daß er an dasselbe den Check über $50,000 abgeschickt hat, den er von der persischen Regierung als vorläusige Entschädigung 'für die Ermordung deS amerikanischen MissionärS Benj. Larabee erhalten hat, der letzten März von fanatischen Kurden getöotet wurde. Smoot'Prozeß Washington. 11. Januar. Heute begann die Vertheidigung in dem Falle des Senators Smoot, der wegen Bigamie (als Mormone) seines Amtes entsetzt werden soll. Washington, 11. Jan. In dem Prozesse gegen Senator Smoot suchte heute die Vertheidigung nachzuroesfen, daß die Moral der Mormonen ein ausgezeichneter fei. Um gegnerische Behauptungen zu widerlegen, führte sie als Zeugen W. I. McConnell, früher Bundessenator von Jdaho und zweimal Gouverneur jenes Staates und Repräsentant Burton L. French in'S Treffen. W m. T. M a t t h e m S f. Washington, 11. Januar. Prof. Wm. T. MatthemS, ein Maler von nationalem Rufe, der die Por traitS einer ganzen Anzahl Präsidenten malte, ist den Verletzungen erlegen. die er erlitt, als er am 23. Dez. von einem Wagen niedergeworfen wurde. Für Bundessenat. S a l t L a 1 1, Utah, 11. Jan. Der republikanische CaucuS nominirte. heute Abend Er-Kongreßmann Geo. Suther land für den BundeZfenat. BundeSfenetor gewählt Nash ville. Tenn.. 11. Jan. In gemeinsamer Sitzung der LegiZ latur wurde Wm. B. Bäte als fein eigener Nachfolger in den BundzSfenat gewählt. Roosevclt an Cullom. Washington. 11. Jan. In Verbindung mit den dem Senate dort liegenden Schi edSgerichtsverträgen ha Präsident Roosevelt an Senator Cul lom, dem Vorsitzer deS Comites für auswärtige Beziehungen einen Brief geschrieben. Er sagt in demselben, eS sei die Idee aufgetaucht, diese Verträge könnten von
auswärtigen Gläubigern benutzt wer den, um gewisse alte Schuldforderungen gegen Staaten vor ein SchledSgericht zu bringen. An eine solche Auslegung der Verträge sei kein Augenblick zu denken. Die Leute, die Staatsfchuloschkine kauften, wußten, daß der Einfluß der Bundesregierung auf die Staaten durch die Constitution beschränkt sei, sie mußten sich also auf den Kredit der Staaten verlassen. Ein solcher Anspruch gegen einen Staat könnte unter keinen Umständen von der Bun deöregierung einem Schiedsgericht vorlegt werden. -Ein besonderes Amendement in dieser Beziehung sei überflüssig und nicht wünschenSwerth nachdem die anderen Mächte den Vertrügen in der vorliegenden Form ihre Zustimmung gegeben hätten. Ferner seien die Verträge nur für 5 Jahre gültig und könnten später irnenbirt werden.
58. Congreb. Senat. Washington, 11. Jan. Die Zeit deS Senates war heute getheilt zwischen der Staaten-Bill und der Frage der Regulirung der EisenbahnFrachtraten. . NewlandS hielt eine längere Rede über die Ratenfrage und gerieth gegen Schluß in eine hitzige Kontroverse mit Spooner, Foraker und Anderen. Allen Amendement? zur Staatenbill wurde Zustimmung ertheilt, außer dem über den Handel mit berauschenden Eetränken im Jndianer-Territorium. Haus. Die Ernennung Generalleutnants Nelson A.MileS zum Generalinjpektor des Staates Massachusetts, drängte bei der Debatte der Ärmee-Verwilli-gungSbill alle anderen Fragen in Hintergrund. Die Verhandlung verlief glatt, bis Hull der die Bill vertritt, ein Amendement beantragte, das bestimmt, daß pensionirte Offiziere über dem Range eineS Majors nicht die volle Pension ihres RangeS erhalten sollen. wenn sie Dienste in einer StaatSmiliz thun. Verschiedene Mitglieder erklärten, das Amendement sei speciell gegen Gen. Miles gerichtet. Hull dagegen erklärte, daß er an MileS gar nicht gedacht hl'be, und führte auS, die besten Rejältate würden durch Ofsiziere der unteren Rangstufen erreicht. Erst nachdem das Gesetz angenommen worden fei, das höheren Gehalt Ofsizieren bewilligte, die in der Miliz Dienste thun, hätten sich höhere pensionirte Ofsiziere um solche Dienste beworben. Mehr Geld und nicht PatriotiSmnS sei eS, was si? hierzu deranlasse; ein solches Verhalten sei unpassend. Diese Erklärung brachte Cockran von New Jork auf die Beine, der erklärte, daß Amendement strafe höhere Ossiziere, um den unteren einen Vortheil zn verschaffen. Nach einer lebhaften Debatte wurde daS Amendement angenommen. Die Berathung der Armee-Bill war nicht zum Abschlüsse gelangt, als sich das Haus bis morgen vertagte. Viehzüchter. Denver, Colo., 11. Jan. Die Frage der Zulassung von Vertretern der Eisenbahnen zum Verbände der Viehzüchter hat in der Konvention der letzteren große Erregung hervorgerufen. Der Konvention werden vom Komite für Reorganisation zwei Berichte vorgelegt werden. Die Majorität ist gcgen die Zulassung der Eisenbahnen, die Minorität dasür. Schließlich beschloß die Convention, Eisenbahnen zu dem Verbände nicht zuzulassen. Schwieriger Fall. Helena, Mont., 11. Jan. Nach 95 Abstimmungen hat die Legislatur immer noch keinen BundeZsenator ge-wühlt.
Unerwarteter Besuch. Davis bei Roosevelt.
Washington, 11. Januar. Cx-Sen. Davis von West Virginia, der demokratische Gegenkandidat Roosevelt's bei der letzten Nationalwahl, stattete letzterem heute einen Besuch ab. Roosevelt sagte: Ich bin erfreut Sie zu sehen Herr Davis. Treten Sie nur in meine Os sice. Sie sind zum Vortritt vor allen Anderen berechtigt." ES folgte eine freundliche Unterhaltung über Gegenstände von beiderscitigem Interesse. L o k o m o t i v -K e s s e l exp l o d i r t. Cleveland, O., 11. Jan. Der Kessel einer Lokomotive vor einem öglich gehenden Schnellzug der ErieBahn explodirte während eineS Haltens zu Creston, O. Lokomotivführer Fred Keller und Heizer Halsick wurden getödtet. JoS. Newman ist tödtlich derletzt. Die Ursache der Explosion ist nicht bekannt. Massenverwalter ernannt. NewOrleanS.La..ll. Jan. Im Bundes'KreiSgericht wurde heute der Antrag auf Ernennung von MassenVerwaltern für die Straßenbahd-Gesell-schaft in New Orleans gestellt. Derselbe wurde genehmigt. Durch einen Hund gerettet. Cleveland. O., 11. Januar. In dem Hause in dem die Familien Kohler und Poehner wohnen, war in letzter Nacht Feuer auSgebrochen. Ein Vorübergehender hörte d m Hund, einen Water Spaniel" heulen. Der Hund kratzte an den Thüren, sprang nach den Fenstern und lief dann wieder auf die Straße und bellte' laut. Als der Passant Rauch aus dem Haufe dringen sah, nahm er an, daß Etwas nicht in Ordnung sei und weckte die Insassen aus bem Schlafe. Kohler muß'.te seine halbbewußtlosen Töchter aus dem Hauke tragen, daS dicht mit Rauch gefüllt war. Die Hintertreppe stand in Flammen. Die Insassen flohen in ihren Nachtkleidern. Der Feuerwehr gelang es, einen Theil deS Hauses zu retten. UntersuchungS - Komi.te. Jefferson City. Mo., ll.JanDer demokratische Senat ernannte ein Komite, bestehend aus 3 Demokraten und 2 Republikanern, das eine Untersuchung über den NiedringhauS-Cam-pagnefond anstellen soll. NiedringhauS ist der neuerwählte republikanische Bundessenator. Weniger Baumwolle. Atlanta. Ga., 11. Jan. An verschiedenen Orten im Staate fanden Versammlungen von Farmern statt um die Baumwollfrage zu besprechen. Fast alle verflichteten sich in diesem Jahre um 25 Prozent weniger Land mit Baumwolle zu bepflanzen und demgemäß die Düngmittel zu reduziren. Houston, Tex., 11. Jan. Viele Versammlungen Baumwollzüchtern im Staate nahmen Beschlüsse an, das mit Baumwolle bepflanzte Gebiet um 25 Prozent zu reduziren, auch sollen die Farmer die Baumwolle so viel als möglich zurückhalten, bis sich die Preise gebessert haben. Eigenthümlicher Selbstm o r d. L ouiöville. Ky., 11. Jan. Von Milton, Ky., wird gemeldet, daß der bekannte Farmer I. Atwood Bowman heute Morgen nach der Hunter'S Niederung ritt, dort ein Loch in das Eis schlug und durch dasselbe in'S Wasser kroch. Er ertrank. Sein Pferd kehrte allein nach Hause zurück. Schadenfeuer. St. LouiS, Mo.. 11. Jan. Die großen Wcrke der St. Louis Plate Glaß Co. zu'Valley Park, 20 Meilen westlich von hier, sind theilweife abge' brannt. Der Schaden beträgt $250 300,000; 300500 Arbeiter kommen außer Beschäftigung. P r e ß . C l u b. Chicago. ll.Lan. Sein 25jähriges Bestehen feierte heute Abend der Chicago Preß Club" mit einem Bankett in den Clubräumen, Nr. 160 Madison - Straße. Die Hauptredner waren Col. Geo. C. Harvey von New Jork und Gouverneur Albert E. Cum minS von Iowa. Vierhundert Mit glieder nahmen an dem Bankett Theil
Blinder Alarm.
Stum auf eine Bank. . New York. ll.Jan. Bei dem Ansturm auf die State Bank in Grand Straße auf der Ostseite wurden 3 Polizisten und 2 jüdische Frauen verletzt. ES mußten die Polizeireserven aufgeboten werden um die rasende Volksmenge im Zaume zu halten. Die Ursache deS AnsturmeS ist sonderbar. Gestern drängten sich D'positoten an der Bank um ihr Geld rechtzeitig zu hinterlegen, sodaß sie sofort Zinsen bekamen. Das Publikum faßte aber die Sache anders auf und Hunderte, heuteTausende, belagerten die Rank um ihre Depositen zurückzuziehen. Sobald sie dieselben hatten, waren sie beruhigt und wollten wieder deponiren, wurden aber abgewiesen. Zwei'Drittel der Zahlungen wurden in Silber gemacht. ES siel den Leuten schwer es unterzubringen. . Frauen schleppten eS in Schürzen u. allen möglichen Tüchern fort. Es ist dies in kurzer Zeit der sechste Ansturm, den Bank erlebt. Sie zahlte im letzten Jahre 42 Prozent Dividende. Flint Bundessenator. Sacramento, Cal., 11. Jan. Frank P. Flint (Rep.) wurde heute von der Legislatur zum Bundessenator gewählt. alS Nachfolger von ThoS. R. Bard, dessen Termin am 4. März 1905 abläuft. Schneesturm. Oklahoma City, 11. Jan. Der Schneeurm, der gestern in Oklahoma einsetzte, hält heute an. Der Eisenbahn- und Straßenbahnverkehr ist unterbrochen. Viele Telegraph- und Telephondrähte sind zerrissen. Bahnuttfall. Vier Personen gctöotct. LittleRock, Ark., ll..Januar. Eine Spezialdepesche an die Gazette" oon Piggot sagt sagt: Vier Personen wurden bei dem Zu sammenstoße einer Rangir-Lolomotive mit einem Frachtzuge getödtet. ES sind: C. C. Carroll, Handelsreisender von Waverly, Tenn., Poyniion von Ar kansas. I. W. Jinks, Handelsreisender von Brooklyn, N. Y., Frau Luise Wolf von Piggot, Ark. Die Leichen waren so verbrannt, daß sie nicht identisizirt werden konnten, aber man weiß, diese Personen befanden sich in der Kabuse deS Frachtzuges und konnten nicht entkommen. isin Zebra - Gejpann für die Straßen Berlins wurde kürzlich von seinem Besitzer Sachse auf dem Hofe des Tattersalls am Brandenburger Thor vorgeführt. Der Versuch. Zebras (natürlich auch zu Luxuszwecken) in den öffentlichen Verkehr zu bring'.' a, ist nicht ganz neu schon vor 1V4 Jahren hat Hagenbeck in Hambürg derartige Versuche gemacht. Das Berliner Zebrapaar ist übrigens auch von Hagenbeck aus Deutsch-Ost-afrika eingeführt worden. Die Thiere sehen sehr zierlich und schmuck aus. Es .ist nicht leicht, sie vor den Wagen zu spannen. Dann aber sind sie sehr ausdauernd. Der Vorführung wohnten bei Oberstallmeister Graf Wedel, Oberstleutnant Ohnesorge von der Schutztruppe, der Direktor des Berliner Zoologischen Gartens Dr.Heck und eine ganze Reihe von Offizieren und Sportleuen bei. So werden die Verliner denn in den nächsten Tagen das seltsame Gespann in den Straßen zu sehen beZommen. Ueber aussichtsreiche Versuche mit Weinbau a.n belgischen Congo, die der Franzose Emile Lancon seit etwa Jahresfrist, angestellt hat, ist bereits berichtet worden. Wie jetzt aus Brüssel gemeldet wird, ist Herr Lancon. der sich vor Kurzem durch starke Fieberanfälle zu einer Erholungsreise nach Europa veranlaßt gesehen hatte, in Brüssel einem Rückfall der tückischen Krankheit erlegen. Dem Verstorbenen, der in Lyon geboren war und auf Veranlassung des Cardinals Lavigerie sich um die Einführung des Weinbaus in Algier und Tunis die größten Verdienste erworben hatte, ist nur ein Alter von wenig über 60 Iahren beschicken gewesen. In DeutschOstafrika, wo er, wie bekannt, auch die Einführung des Weinbaus eingeleitet hat, erfreute er sich ebenso wie am Congo allgemeiner Sympathien bei Vehörden wie Colonisten. Der Tod des mit eisernen Energie begabten Mannes stellt einen schweren Verlust für alle Bestrebungen zur wirthschaftlichenEntWicklung und Erschließung des schwarzen Erdtheils dar. Heute Zusammenkunft der lachluftigen Deutschen im. Cnglish Opera House beim Blitzmäd'l.
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E inmerkwürdiges Jagdcrlebniß erzählt ein deutscher Rimrod aus Küstrin: Ich schoß mit Schrot 3 Millimeter auf eine vorbeistreichende Ente, die auf den Schuß zeichnete, jedoch weiterzog. Ich bemerkte, daßsie schwer krank in einiger Entfernung von meinem Ansitz auf das Land herunterkam. Als der Zug zu Ende war, begab ich mich auf die Suche nach der kranken Ente und fand sie in der Wiese verendet vor. Als ich nach der Schußverletzung suchte, fand ich, daß in die Wunde unterhalb des Flügels vier bis fünf lange, weiche Grashalme gestopft waren, die ich einzeln der Länge nach aus dem Schußkanal herausziehen konnte. Die Ente hatte sich also gewissermaßen selbst einen Verband angelegt. Zeuge dieser Begebenheit ist der Fischer Wilhelm Klugow aus Warnick." Ueber ein franzöfi sches Altersheim fürSchauspieler wird aus Paris berichtet: Das Altersheim für Schauspieler, das besonders auf Betreiben Coquelins von der französisehen Schaus pielergenossenschaft eingerichtet worden ist, ist nun vollendet und harrt seiner Bewohner. Es ist ein geräumiges, friedlich aussehendes Gebäude, das auf dem Wege von Esbly nach Ciecy im Seine-Marne-Departe-ment liegt; seine Einrichtung ist fehr schön und äußerst zweckmäßig; Geschenke dafür sind von allen Seiten reichlich zugeflossen. Es sind bis jetzt 60 Betten da, so viele alte ausgediente Künstler können hier Unterkunft finden. Für die Unterhaltung der Anstatt werden Wohlthätigkeitsvorstellungen veranstaltet und man hofft, daß durch die Bemühungen aller Pariser Theater genug zusammengekommen ist, um die Kosten bestreiten zu können. Einer polnischenGräfin, deren Gemahl eine hervorragende Rolle spielt, wurde kürzlich in Lemberg von ihrer Kammerfrau ein Theil ihres Schmuckes gestohlen. Die Diebin wurde verhaftet und der entwendete Schmuck glücklich zur Stelle geschafft. Die Gräfin agnoscirte die einzelnen Gegenstände als ihr Eigenthum unb bemerkte bei dieser Gelegenheit, der Verlust würde sie um 'so schmerzlicher berührt haben, als dies die Hochzeitsgeschenke waren, die ihr der Gatte seiner Zeit aus Wien mitgebracht. Als nun die Sachverständigen im Juwelenfache den Schmuck abschätzten, damit das verübte Delikt nach seinem wahren, strafrechtlichen Umfange festgestellt werde, erklärten sie zur größten Ueberraschung aller Betheiligten, daß er insgesammt nur einen Werth von 34 Kronen repräsentire, da er durchweg nur Imitation ist. Die räthselhafte Geschichte macht in den eingeweihten Kreisen das größte Aufsehen. . Zu den sonderbarsten Gegenständen, die je bei einer Auktion ausgeboten sein mögen, gehört jedenfalls eine Hölle, die in Tuxfort in der englischen Grafschaft Nottinghamshire zum Verkauf gestellt worden ist. Diese Holle verdankt lhre Entstehung einem originellen Herrn Namens R. S. Wilson, der den spleenigen Einfall hatte, auf seinem Gute Tuxford Hall eine Hölle" im Kleinen zu bauen, und in diese erbarmungslos alle Geister und Einflüsse in symbolischen Darstellungen zu verbannen, die nach seiner Meinung in der Welt Böses schaffen. Hier finden sich, als Trabanten feiner satanischenMajestat, der Trinkteufel",, der Tabaksteufel", die Frau mit dem stolzen Blick und der Lügenhaftigkeit", die schwatzende Scheuerfrau", der religiöse Rechtsanwalt" und der Heuchler. Es sind phantastische Modelle, an denen der Besitzer von Turford Hall sein helles Vergnügen gehabt hat. Sie liegen wild umherblickend u. mürrisch in der Hölle; manche haben auch erläuternde Aufschriften. An den Thoren dieser Unterwelt steht eine schreckliche Steinfigur des Teufels, mit einem Schädel in der Hand . . . Trotz aller Anpreisungen des Auktionators brachte es die Hölle" bei der Versteigerung aber nur auf $12. Eine Entschädigung von 13,925 Mark für unschuldig derbüßte Zuchthausstrafe hat der Justizminister dem Kaufmann Karl Cüners aus Hamburg zugebilligt; ein weiterer Anspruch auf Ersatz der während der Strafzeit erforderlich gewesenen Unterhaltungskosten für Frau und zwei Kinder wurde dagegen abgelehnt. Cüners war im October 1902 von der Strafkammer in Lüneburg wegen gewerbsmäßiger Hehlerei zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe verurtheilt, später jedoch, nachdem er 16 Monate der Strafe verbüßt hatte, im Wiederaufnähme - Verfahren freigesprochen worden. Ueber fein Vermögen war durch die Strafvollstreckung der Concurs eröffnet worden. Da er dadurch gänzlich ruinirt worden war, beanspruchte Cüners durch seinen Anwalt eine Entschädigung von 23,000 Mark für sich selbst, sowie erneEntschädlgung für die Unterhaltungsberechtigten, nämlich seine Ehefrau und seine beiden Kinder. Der Mann will sich indessen mit der ihm zugesprochenen Entschädigung nicht zufrieden geben, weil die 13,925Mark gerade genügten, um seine früheren Gläubiger, mit denen er sich inzwischen geeinigt hat, zu befriedigen. Er beabsichtig! daher zur Erlangung einer weiteren Entschädigung den Rechtsweg zu beschreiten, damit ihm ermöglicht wird, sich wieder ein Dasein zu gründen.
Wenn alles klappt.
Eine für preußische Verhältnisse im Jahre des großen Krieges sehr bezeichnende kleine Geschichte erzählt ein deutscher. Reichstagsabgeordneter: Im Januar 1871 wurde ich in .denReichstag gewählt, und während desselben habe ich oft mit Herrn v. Blanckenbürg - Zimmerhausen, dem langjährigen Führer der Conservatlven impreußischen Landtage, verkehrt. Von ihm hörte ich folgende Erzählung über eine Begegnung mit dem Kriegsminister v. Roon an jenem 14. Juli (1870). Herr V. Blanckenburg war damals in Berlin und hatte zufällig am 14. Juli auf dem Anhalter Bahnhof zu thun. Dort begegnet er auf dem Perron dem Kriegsminister, der es sich leicht gemacht und in Ueberrock und Mütze auf einen Zug wartet. Herr v. Blanckenbürg fragt erstaunt: Aber, Excellenz, heute hier?" und Herr v. Roon antwortet: J5$ will nur noch einmal nach Gütergotz (sein an der Anhalt'schen Bahn gelegenes Gut), um nach dem Rechten zu sehen." Aber heute, am ersten Mobilmachungstage?" Ja, gerade deshalb, die Mobilmachungsorder ist losgeschossen, da habe ich gerade heute auf Gottes Welt nichts zu thun Wie Herr v. Roon vorgesorgt hatte, das haben ja die Thatsachen gar bald glänzend bewiesen. Aerzte. Dr. J. A. Sutcliffe, Wund -Arzt, Geschlechts-, Urin, nnl&tctnm Krankheiten. Offfce ? 155 OS Market Bit. Tel. 41 OsstttSiude : 9 611 10 Uhr Bcu: 1 611 4vhr. Dr. Carl G. Winter Deutscher Arzt. SHandelt alle akute und chronische Krank heiten. SeburtShülfeSpezialUSt. ' Office: 14 West Ohio Str. 0ZstttTtunden : 10 11 orm. 4ö!ch. soeatazl : .80-10.80 58 m. Ctleon, Neu . Wohnung: 1260 Vadis,u Ade. Sprechftundeu : 78 bendß Sonntag : 56 Nach. Wohnung Telephone : S1C 8025 ; Neu. 0181. Dichmann Sk (Jrabhorn, Fabrikanten von seinen. Schau - Kästen. Slas Ladentische und Cigarren -Tische 622 Oft Washington Ctrnfte. ltkrPhonelMawj 1U. !w.H.BURT()N, Neck tsanw alt. v V w W (Früher Konsul in Teutschland.) Deutscher Advokat und Notar. Praktizirt in allen Gerichtshöfen der Ver. Staaten. 613 Statt Lise Gebönde. Die "Citj Etadlirt 1853, nimmt jederzeit Sngag nentö entgegen. Irgendwelche Orchesters vtufik und irgend eine Anzahl von Musikern ird geliefert. Neue Ausstattung und neue Uniformen. R. A. Miller,' Director. Senry Sprengp feil, Geschäftsführer, 801 Kentucky Avenue. Telephon Neu 4598. Achtung ....Die besten.... Jndiana Vituninous Kohlen 3.00 per Tonne Peaeoö Kohlen, St per Tonne Beste Kohlen für Kochöfen. Alle anderen Sorten für Furnace oder Heizöfen. Wir gehörenlnicht zn dem Trust. Home Fuel Co. euer Phone 9291. AlteS Phone, Main 1150. i I AKE ERIE & 17ESTERÜ I), ). ....Fahrzeit der Züge,... Abfahrt SnkvJf lolkdo, hieazo und vttchigan Exrrei. 7.15 no.il koledo. Detroit und Ehicago Lim 12.20 f 8.2S Vichigan ity, Muncie u.Lafayetteepl.s 7.20 fi0.S5 tö glich t ausgenommen Sonntag?.
